179 - Nikolaustag in Deutschland | Hörverstehen Deutsch - podcast episode cover

179 - Nikolaustag in Deutschland | Hörverstehen Deutsch

Dec 05, 20259 min
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Summary

Thomas Schulze beleuchtet in dieser Folge den Nikolaustag am 6. Dezember in Deutschland. Er erklärt die faszinierende Geschichte des Heiligen Nikolaus, einem Bischof des 4. Jahrhunderts, der für seine Großzügigkeit bekannt war, und erzählt von den Legenden, die diesen Brauch prägen. Zuhörer erfahren mehr über die modernen Traditionen, wie Kinder ihre geputzten Stiefel vor die Tür stellen, welche kleinen Geschenke sie erhalten und die regionale Rolle des Begleiters Knecht Ruprecht.

Episode description

In dieser Episode spreche ich über den Nikolaustag am 6. Dezember und darüber, wo dieser Brauch eigentlich herkommt. Wer war der heilige Nikolaus? Warum stellen Kinder ihre Stiefel vor die Tür? Und welche Rolle spielen Figuren wie Knecht Ruprecht?

Eine informative Folge für alle, die mehr über deutsche Kultur erfahren und gleichzeitig ihr Deutsch verbessern möchten.

Ideal für Deutschlerner ab B1-Niveau. 🇩🇪


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Transcript

Ursprung und Legenden des Nikolaustags

Hallo und willkommen zurück zu einer neuen Folge meines Podcasts. In der heutigen Folge soll es um den morgigen Nikolaustag gehen, denn in Deutschland ist am 6. Dezember Nikolaus. Und ich werde dir erzählen, was es mit diesem Tag auf sich hat, woher dieser Tag kommt, was man dort in Deutschland macht und warum dieser Tag für viele Leute in der Vorweihnachtszeit besonders ist, vor allem aber eben für Kinder.

Bevor wir damit beginnen, eine kurze Werbung. Wenn du den Text besser verstehen möchtest und diesen kompletten Text, den ich hier spreche, lesen möchtest. und die englische Übersetzung in einer Wortliste haben möchtest, dann schau gerne mal auf den ersten Link in der Folgenbeschreibung. Dort findest du das, dort findest du auch mehr Informationen zu meinem Deutschunterricht.

Gut, also, was hat es mit dem Nikolaustag auf sich und warum ist das so ein besonderer Tag in der Vorweihnachtszeit? Vielleicht fangen wir damit mal an zu erzählen, wer dieser Nikolaus eigentlich war. Nun, hier sprechen wir über einen Bischof, der im 4. Jahrhundert gelebt haben soll, also ungefähr zwischen 270 und 343 nach Christus soll der gelebt haben. Und dieser Bischof war in der Stadt Myra. Das ist eine Stadt oder war eine Stadt, die in der heutigen Türkei liegt.

Und dort war er ein Heiliger. Er war bekannt für seine Großzügigkeit, vor allem gegenüber armen Leuten, gegenüber Kindern und Menschen in Not. Und die Sache ist, dass es über diesen St. Niklas Relativ wenig gesicherte historische Fakten gibt. Also vieles stammt wirklich aus Erzählungen der frühen Kirche. Aber es gibt einige Legenden über diesen Mann, die erzählt werden.

Und er hat halt nach diesen Legenden viele gute Sachen gemacht. Beispielsweise hat er einmal einem armen Mann geholfen, der drei Töchter hatte, aber dadurch, dass dieser Mann so arm war, konnten sie nicht heiraten. St. Niklas soll ihm dann heimlich Gold durch das Fenster oder durch den Kamin geworfen haben. Da gibt es verschiedene Erzählungen, sodass sie dann heiraten konnten.

In einer anderen Version wird das auch so gesagt, dass er das Gold in die Schuhe gesteckt haben soll in der Nacht und die das dann im Morgen gefunden haben. Dann ist es auch so, dass St. Nikolaus im Prinzip auch Hunger unter Hunger leidenden Leuten geholfen haben soll.

Also als einmal die Stadt, aus der er kam, unter Hungersnot litt, Hat er dann die Händler gebeten, ihm etwas Getreide zu geben, sodass die Leute dann versorgt werden konnten und ja, die armen Leute, die nichts zu essen haben, Essen bekommen haben. Und er gilt auch als der sogenannte Schutzpatron der Seefahrt. Also das ist eine weitere Legende, dass er Seefahrern geholfen haben soll, wenn die gebeten haben, zum Beispiel nachdem sie in einen Sturm geraten sind.

Haben sie ihn gerufen, und er soll dafür gesorgt haben, dass sich der Sturm auf See beruhigt hat. Nun, und der 6. Dezember ist dann im Prinzip der Nikolaustag, also ein Tag, wo man ihm und seinen Tugenden der Hilfsbereitschaft, der Nächstenliebe und den Schutz von Kindern gedenken soll.

Feiern, Geschenke und Bräuche

Wie ich bereits anfangs sagte, ist das jetzt in Deutschland ein relativ beliebter Tag, vor allem für Kinder. Also dieser Tag ist jetzt kein Feiertag im klassischen Sinne. Es ist mehr so eine Sache, wo man sich ein bisschen beschenkt. Und wenn man Kinder hat, vor allem die eben beschenkt. Jetzt ist sicherlich die interessante Frage, wenn du in Deutschland lebst und wenn du vielleicht Kinder hast, wie das Ganze denn genau abläuft.

Nun, am Abend vor Nikolaus, also heute, am 5. Dezember, sollen die Kinder ihre geputzten Schuhe vor die Tür stellen. Das ist ganz wichtig, dass die Kinder ihre Schuhe putzen, also dass die sauber sind. Dann werden die Kinder, dann werden die Schuhe, wie gesagt, vor die Tür gestellt. Und die Legende oder die Idee ist im Prinzip, dass der Nikolaus dann über Nacht Geschenke dorthin bringt. Das heißt, am Morgen des 6. Dezember sind die Schuhe dann gefüllt mit Geschenken.

Das ist so ein bisschen ein Brauch und geht auf diese Legende zurück, dass er diesem einen Mann, also der echte Nikolaus, dass er diesem einen Mann eben das Gold in die Schuhe gepackt haben soll und deswegen packt man hier die Geschenke in die Schuhe. Die Schuhe sollen aber geputzt werden, weil das so ein bisschen als ein Symbol für ein artiges Kind gilt. Also ein Kind, das sich gut benimmt, sagt man, hat dann seine Schuhe geputzt.

Und Kinder, die sich nicht benehmen, haben keine Schuhe geputzt und die bekommen dann aber auch keine Geschenke, sondern eine Strafe. Also, so war das immer über viele Jahre am Nikolaustag. Heute hat sich das natürlich alles ein bisschen verändert. Die Leute sind da. Weniger streng, aber ich sage mal so in den vergangenen Jahrzehnten war das tatsächlich so, dass es teilweise für die Kinder da dann auch eine kleine Strafe gab in Form von keinem Geschenk, wenn die Schuhe nicht geputzt waren.

Nun, was für Geschenke bekommt man am Nikolaus? Naja, also normalerweise sind das kleine Sachen. Das sind entweder irgendwelche Süßigkeiten für Weihnachten, also Dominosteine, Schokolade, Lebkuchen, Spekulatius. Ich hatte ja schon mal erzählt, was es hier alles gibt in der Weihnachtszeit. Das ist dann irgendwie eine Auswahl von diesen Sachen. Typischerweise sind es auch Früchte, also Äpfel, Mandarinen oder Orangen. Und manchmal gibt es auch Nüsse, Walnüsse beispielsweise.

Das ist aber heutzutage, glaube ich, auch nicht mehr so beliebt, aber in der Tradition in den letzten Jahrzehnten gab es dann eben doch immer Mandarin, Orangen, Äpfel und Nüsse. Ja, und das ist im Prinzip der Nikolaus-Tag, zumindest so wie er in Deutschland gefeiert wird. Mehr gibt's da im Prinzip. Also natürlich hat das für die Kirche und für religiöse Leute nochmal eine andere Bedeutung, aber ich spreche jetzt mehr darüber, wie das jetzt für Kinder ist.

Wenn ich mich so erinnere an damals, war das immer mal so ein bisschen wie so ein kleines Weihnachten. Also Ich meine, als Kind hast du ja in Deutschland diese enorme Vorfreude auf Weihnachten, auf Heiligabend, auf die Geschenke, auf den Weihnachtsbaum und all diese Sachen. Und das baut sich ja in der Vorweihnachtszeit immer so nacheinander auf. Und der Nikolaus-Tag war eben schon mal. Als Kind dieses kleine Gefühl dieser Aufregung

Na, dass man halt hatte bei der Bescherung auch an Weihnachten natürlich ganz groß, dass man dann eben abendschlafen gegangen ist und überlegt hat, was bekommt man jetzt? Bekommt man was? Und wenn ja, was ist es dann? Und das war eigentlich immer schön. Ja, und deswegen ist das für Kinder eigentlich eine ganz besondere Sache in Deutschland nach wie vor, denke ich.

Und bei Erwachsenen ist das so, dass man sich da teilweise auch was schenkt. Aber es geht, wie gesagt, beim Nikolaus jetzt nicht um große, teure Geschenke, sondern um Kleinigkeiten, um irgendwelche Süßigkeiten. Ja, manchmal schenkt man da auch noch irgendwie. Irgendwas günstiges, wenn man weiß, dass jemand da was haben will. Aber wie gesagt, es geht um Kleinigkeiten, die man da verschenkt.

Nun gibt es am Nikolaustag, das fällt jetzt dieses Jahr auf einen Samstag, aber normalerweise in der Schule dann auch noch immer irgendwelche Sachen. Also wir sprechen jetzt von der Grundschule, nicht von der Oberschule. Aber da erinnere ich mich auch, dass dann irgendwelche speziellen Gedichte gelernt wurden, irgendwelche Lieder für den Nikolaus-Tag gelernt wurden, dass man da dann auch vielleicht ein kleines Geschenk bekommen hat, dass man da irgendwas gemalt hat oder darüber gelernt hat.

Knecht Ruprecht und Regionales

Also das hat schon eine Bedeutung, aber wie gesagt, eher bei kleineren Kindern. Dann gibt es halt noch regional ein paar verschiedene Traditionen, auf die ich jetzt gar nicht alle eingehen werde. Aber beispielsweise hatte der Nikolaus auch immer in der deutschen Tradition einen Begleiter, Knecht Ruprecht hieß der, und das war ein düster gekleideter Mann, der so ein bisschen diese Strafe symbolisieren sollte, also

Denn Nikolaus war das Symbol für diese Großzügigkeit und das geben wollen, wenn das Kind artig ist. Und Knecht Ruprecht war eben das strenge Gegenstück, wenn die Kinder nichtartig waren. Das ist in einigen Teilen von Deutschland nach wie vor Teil der Tradition, aber heute ist es eben so, dass viele Eltern das nicht mehr so wollen und dass das eben auch nicht mehr Teil von der ganzen Sache ist. In der Tradition aber durchaus.

Gut, dann wünsche ich dir einen schönen Start ins Wochenende und morgen einen schönen Nikolaustag. Und wir hören uns dann entweder morgen am Samstag oder Sonntag, das weiß ich noch nicht genau, in der letzten Folge für diese Woche. Das wird dann wieder die Folge zur Geschichte, zur deutschen Geschichte. Hier jetzt über die goldenen 20er, die guten Jahre der 1920er in Deutschland nach dem Putschversuch, über den ich in der letzten Geschichtsfolge gesprochen habe.

Gut, schönes Wochenende und wir hören uns dann. Auf Wiederhören.

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