SGLT2-Hemmer: der kometenhafte Aufstieg einer Substanzgruppe - mit Dr. Sebastian Baum - podcast episode cover

SGLT2-Hemmer: der kometenhafte Aufstieg einer Substanzgruppe - mit Dr. Sebastian Baum

Jul 26, 202525 minEp. 716
--:--
--:--
Download Metacast podcast app
Listen to this episode in Metacast mobile app
Don't just listen to podcasts. Learn from them with transcripts, summaries, and chapters for every episode. Skim, search, and bookmark insights. Learn more

Summary

Dr. Sebastian Baum erläutert die Substanzgruppe der SGLT2-Inhibitoren, die ursprünglich als Antidiabetika entwickelt wurden, aber heute aufgrund ihrer kardio- und nephroprotektiven Effekte auch einen festen Stellenwert in der Therapie von chronischer Niereninsuffizienz und Herzinsuffizienz haben. Der Podcast behandelt den einzigartigen Wirkmechanismus, die verschiedenen verfügbaren Wirkstoffe und Dosierungen, die Rolle in der Kombinationstherapie sowie wichtige Nebenwirkungen wie Exsikkose, Ketoazidose und Infektionsrisiken, die ein sorgfältiges Monitoring erfordern.

Episode description

🎙 Klinisch Relevant Podcast Folge: SGLT2-Inhibitoren (Gliflozine) – mehr als nur Antidiabetika

🔍 Inhalt dieser Folge

In dieser Episode spricht Dr. Sebastian Baum über eine pharmakologisch und klinisch hochrelevante Substanzgruppe: die SGLT2-Inhibitoren, auch bekannt als Gliflozine. Ursprünglich zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt, haben diese Medikamente inzwischen auch einen festen Stellenwert in der Therapie der chronischen Niereninsuffizienz und der Herzinsuffizienz gefunden.

💡 Takeaways • SGLT2-Inhibitoren (z. B. Empagliflozin, Dapagliflozin) hemmen den Natrium-Glucose-Co-Transporter im proximalen Tubulus der Niere → führen zu Glukosurie. • Indikationen heute: • Diabetes mellitus Typ 2 • Chronische Niereninsuffizienz (CKD) • Herzinsuffizienz (HFrEF & HFpEF) • Die Wirkung ist nicht nur antidiabetisch, sondern auch kardio- und nephroprotektiv. • Die Substanzen wirken auch diuretisch, was klinisch sowohl gewünscht als auch risikobehaftet ist. • Häufige Nebenwirkungen: • Exsikkose, Hypotonie, Sturzrisiko (v. a. bei älteren Patienten) • Harnwegsinfekte, vulvovaginale Infektionen • Ketoazidose, insbesondere unter Stress (Infekte, OP, “sick day rules”) • Monitoring im klinischen Alltag: Kreatinin, RR, Temperatur, Flüssigkeitsbilanz, Vigilanz, Infektionszeichen. • Typische Kombinationstherapie bei Herzinsuffizienz: ACE-Hemmer oder ARNI, Beta-Blocker, Aldosteronantagonist + SGLT2i. • Dosierung: i. d. R. 10 mg 1× täglich, keine Kombination mehrerer Gliflozine.

📎 Weiterführende Infos & Links • Leitlinie Herzinsuffizienz (ESC) • KDIGO-Leitlinien zur CKD-Therapie • Arzneimittelinformation zu Empagliflozin (z. B. Fachinfo Servier oder EMA) • AMNOG-Bewertungen G-BA: Nutzenbewertung Gliflozine

**Erratum: Frau Franziska Kleipaß hat uns nach Veröffentlichung auf folgenden Umstand hingewiesen:

"Liebes Klinisch-Relevant-Team, Zu der letzten Folge wollte ich noch eine Sache anbringen. Euer Gast hat erwähnt, SGLT2 Inhibitoren würden auch bei DM Typ I wirken... Einerseits ja klar, auch dort wird der Blutzucker sinken. Die Erkrankungpathogenese mit einem absoluten Insulinmangel wird dadurch jedoch nicht (!!) behandelt. Das weist bei Typ-I-Diabetikern ein hohes Risiko für eine normoglykäme Ketoazidose. Die Behandlung ist der Ersatz von Insulin, damit die Glucose auch adäquat in die Körperzellen aufgenommen und physiologisch metabolisiert werden kann. Diese Einordnung und dieses Risiko in diesem Zusammenhang würde ich gerne noch ergänzen, da das so im Podcast nicht vorkam."**

Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

Transcript

Intro / Opening

Nämlich dienstags, Donnerstag. Weitere Informationen und Angebote Субтитры сделал DimaTorzok

Einführung und Namensgebung der Glyflozine

Dann sage ich herzlich willkommen zum klinisch relevanten Podcast. Ich freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. Und ja, lieber Sebastian, schön, dass du wieder da bist. wenn es wieder um ein spannendes medikamentöses Thema geht. SGLT2-Hämmer, das musste ich jetzt ein paar Mal üben, dass ich das flüssig aussprechen konnte als Neurologe. Das sind aber das ist eigentlich nicht der richtige Das ist nicht der richtige Name für diese Stoffgruppe, ist das richtig?

Also SGT2 Hammer, das ist sozusagen der die Einteilung bezüglich der Swegmechanismus, und dann gibt es halt die Glyflozine, das ist sozusagen die chemische Stoffgruppe. Genau, wie es wie es bei anderen auch ist, ne? Also Metformin, Antidiabetika, Biguanide, Biguanide wären halt eine chemische Struktur und halt der Angriffspunkt wird manchmal auch klassifiziert. Also das ist So der Unterschied. Also, jetzt gibt es hier bei den SQLT2-Inhibitoren.

Das ist der Wirkeinsatz im proximalen Tubus, wo es die Natriumglucose Transporter, Cotransporter inhibiert und chemischen Zeitgötz zu den Glyfluzinen.

Entwicklung und neue Anwendungsgebiete

Genau, also das soll unser Überthema sein oder unsere Überschrift sein für diesen Podcast Glyfluzine. Etwas schwieriges Wort. Warum muss man über diese Substanzgruppe sprechen? Und ähm, wie lange gibt es sie eigentlich schon? Wie lange es die gibt, ähm, das weiß ich nicht tatsächlich. Also, ich sag jetzt mal sicherlich schon zehn Jahre, aber sie hatten ja erstmal.

Ich weiß nicht, wie man das elegant formuliert, aber eher am Anfänglich so Nischendasein, weil sie es als neues Antidiabetikum auf den Markt gekommen sind. Wo es ja schon andere Substanzgruppen gibt, wo der Patentschutz ja schon ausgelaufen ist. Dementsprechend waren sie relativ günstig und durch die Ich sag mal, durch die Aktivierung des IQIG und des GBAs und des gemeinsamen Bundesausschusses wurde ja immer so eine Nutzenbewertung oder Zusatznutzenbewertung halt.

Durchgeführt, ob dann halt auch ein Zusatznutzen da ist, der dann halt auch entsprechend in Geld umgemünzt werden kann bezüglich des Arzneimittelverkaufspreises. Und da hatten die anfänglich, sage ich mal, so ein bisschen ihre Schwierigkeiten und dann gab es halt ein neues antidiabetisches Medikament mit einem

wo der Zusatznutzen nicht oder wenig gravierend festgestellt worden ist und dann, äh, ja, steht dann der Diabetologe dann da und sagt, ja, nehme ich das denn oder wann nehme ich denn das? Und es gibt ja die alt hergebrachten Die sind die Insulin, die ja vorrangig oral ja eingesetzt werden, wie zum Beispiel Metformin oder die Sophonylharnstoffe und die DP4-Schienen.

Die DPP4-Hemmer, die Dipeptidylpeptidase Hemmer, da bin ich mal gespannt, ob ein Neurologe das aussprechen kann. Wurst uh is ja zum Glück haben wir ja viele Abkürzungen nutzen wir ja viele Abkürzungen, um genau sowas hätte auch da nicht in irgendwelche Petoulien zu kommen. Um genau, aber dann kam halt eine neue Substanzgruppe und ist stets ja immer die Frage, braucht man denn noch eins und wo ist denn wirklich der Mehrwert da drin? Und

Dementsprechend hat sie hatten sie Anfangsschwierigkeiten, sagen wir es mal, so. Hat sie aber auch relativ zeitnah gezeigt, dass sie halt auch in anderen Indikationsbereichen eine. Wirksamkeit gezeigt haben und mittlerweile ja auch deutlich gezeigt haben. Also bei der chronischen Nierensuffizienz und bei der Herzensuffizienz, und das ist sozusagen in den letzten Jahren, war das sozusagen, wenn man es jetzt

Ökonomisch betrachtet der Verkaufsbooster, dass das tatsächlich dann ein Bock, dass es alles Blockbuster geworden sind. Und die Daten begründen das ja auch. Also, das ist jetzt nicht so. Irgendwas an dem Hahn herbeigezogene Daten und Studienergebnisse, sondern die haben auch schon, muss man sagen, fulminanten

Zusatznut in diesem Erkrankungsbereich halt auch gezeigt. Zugelassen sind sie ja mittlerweile ja dann auch für die drei Erkrankungen: eine chronische Nierinsuffizienz, Herzinsuffizienz und Bei dem Diabetes Typ zwei Militus theoretisch müssten sie ja auch eigentlich bei den Typ I Diabetes Patienten hier wirken. Was beziehungsweise sie werden es auch tun, aber haben da halt noch keine Zulassung.

Aber halt durch den Zugewinn, dass es jetzt mit den anderen beiden dazugekommen sind, ist das eigentlich auch immer das Haupteinsatzgebiet. Das heißt, wir sehen bei uns auch immer mehr Patienten, die das bekommen. Die Leitlinien sind dann dementsprechend hier auch schon Seit längerem, ich sage jetzt mal, aktualisiert worden, um halt auf den Stellenwert dieser Therapie hinzuweisen.

Und im Prinzip wird dir das wahrscheinlich auch in den letzten zwei, drei Jahren immer häufiger über den Weg gelaufen sein, dass ein neurologischer Patient auch das da drin hat. Also zumindest bei den Bei der Ü60, Ü70 Fraktion ist das ja eigentlich fast schon Standard, so wie die ACE mal jeder kriegt und ein Beta-Blocker und AS100 scheint jetzt auch jeder ein SGLT2-Inhibitor zu benötigen.

Wirkmechanismus der SGLT2-Inhibitoren

Lass uns noch mal einen Schritt zurückgehen. Also du hast gerade mal so ein bisschen angedeutet, wie diese Substanzgruppe wirkt. Kannst du das noch so ein bisschen auseinanderklamüsern? Vielleicht auch nochmal im Hinblick auf diese Indikationsgruppe CKD, also chronische Niereninsuffizienz? Ja, also genau, also wo ist der Birkeinsatz? Also die hem halt den Natriumkali, äh ne, ne, ich sage immer Natrium-Kalium-ATPH, das stimmt ja gar nicht, äh, sondern den Natriumglucose-Cotransporter.

Und sorgen halt dafür, dass die Rückresorption von Glucose aus dem Primärhahn, im proximalen Tubus, nicht mehr stattfindet oder vermehrt hat, ähm, nicht mehr stattfindet oder reduziert ist und dementsprechend halt mehr Zucker aus dem aus dem Körper ausgeschieden wird. Das heißt, wir finden dann bei diesem Patientenimurin halt schon

Genau, finden wir Zucker wieder. Was wir bei normalen, ich sage jetzt mal, gesunden Menschen nicht finden. Wir haben ja eine Schwelle, davor wird ja alles rückresorbiert und ab einem Bei einer Plasmakonzentration von etwa 180, 160, 180 fängt ja dann der Körper an, dieses viele Zucker ja auszuscheiden. Deswegen haben wir ja auch eine Glycosurie bei Diabetespatienten, wenn halt so viel Blut ist.

Hier findet man dann durch das Medikament halt schon früher was, weil das halt der Versuch ist, den Blutzucker im Körper zu senken, in dem halt vermehrt ausgeschieden wird. Das war ja sozusagen ein

einen Umbruch sozusagen, auch in der Therapie, das gab es ja vorher nicht. Es gab R Receptionshämmer mit der Akarbose, es gab verschiedene andere Medikamente, die entweder auf die Insulin Haushalt eingegriffen haben in die Insulinotropen-Addiabetiker oder auf der anderen Seite die Nicht-Insulinotropen-Adiabetiker, die aber irgendwo sozusagen in dem Blut

Zuckermetabolismus mehr oder weniger eingegriffen haben, ne, dass das, oder nicht Metabolismus falsch, also ne, dass es dann in den Muskeln aufgenommen wird, dass Einfluss auf die Gluconiogenese und solche Geschichten gehabt haben. Und jetzt war es einfach so, dass einfach Weil es auch relativ simpel klingt, einfach dafür Sorge getragen wird, dass die Niere, die ja viel

er ausschalten kann, dass man dort halt die Rückresorption verhindert und dementsprechend halt dort auch viel Zucker dann auch verlieren kann. Wir produzieren ja viel Primärhaaren. Und das ist schon auch eine gut wirksame Substanz in diesem Bereich. Genau, das wäre der Wirkmechanismus, also vermehrte Blut oder Zuckerausscheidung durch den primären, also durch verminderte Rückresorption.

Verfügbare Wirkstoffe und Dosierungen

Okay. Ähm, es gibt ja unterschiedliche Wirkstoffe, die in diese Gruppe der Glyflucine reinfallen. Welche sind das und unterscheiden die sich? Inwiefern unterscheiden die sich voneinander? Ja, also es gibt ja sozusagen erst aktuell ja eigentlich zwei, die hauptsächlich eingesetzt werden, ist das Empaglyflucin und das DAPA-Glyflucin. Ähm Und die unterscheiden sich eigentlich nicht großartig, was die was das Indika also die unterscheiden sich nicht, was die Indikation betrifft.

Bei dem Dapaglyflucin gibt es zwei Dosierungen mit 10 Milligramm und mit 25 Milligramm, wobei die 10 Milligramm In der Regel ausreichend sind, vor allen Dingen, was die Therapie und auch was die Zulassung betrifft, was die Therapie von Herzinsuffizienz und Nininsuffizienz betrifft, und dann haben wir das Empaglyflucin, was nur in 10 Milligramm Dosierungen betrifft.

Gibt. Ich weiß gar nicht, ob es noch eine dritte gibt, muss ich jetzt gestehen. Aber ich meine, das sind die beiden. Es gibt noch zwei, drei andere, die aber nicht. auf den Markt gekommen sind oder relativ zügig auch wieder vom Markt genommen worden sind, aber die jetzt nicht aus Arzneimittelsicherheitsgründen, sondern eher aus ökonomischen Gründen, dass die Pharmafirmen sich da

gescheut haben, auf den deutschen Markt zu kommen. Die gibt es dann in Frankreich oder sowas. Aber jetzt für den deutschen Markt sind eigentlich die beiden die Hauptverordnungs- Komponenten. Also die findet man am ehesten an. Und eigentlich, wenn man es sich einfach halten möchte,

Sind es auch die 10 MD-Gramm, die in der Regel auch eingesetzt werden? Sie sind jetzt nicht eins zu eins genau das Gleiche, aber im Prinzip spielt es keine allzu große Rolle, ob man jetzt das eine oder das andere nimmt.

Und in der Regel reichen auch die 10 Milligramm für die Dosierung, die es vorwiegend eingesetzt werden, oder für die Indikation, wo es eingesetzt wird, und das ist halt die Herzinsuffizienz und die chronische Niereninsuffizienz. Wenn wir Diabetes-Therapie spielen, sind eher eine untergeordnete Rolle.

Effekte bei Herz- und Niereninsuffizienz

Weiterhin. Also, du hast gerade schon erzählt, also das Medikament kommt aus der Behandlung des Diabetes mellitus und hat dann so seinen Weg gefunden zur Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz und der Herzinsuffizienz. Das mit dem, mit der Senkung des Blutzuckerspiegels, das ist mir klar, weil ja einfach mehr Glucose ausgeschieden wird, aber was ich noch nicht so ganz verstanden habe, ist die Wirkung auf jetzt die, die, die Herzinsuffizienz und die Niereninsuffizienz.

Ja, also es ist ja ein dadurch, dass mehr Blut oder mehr Zucker ausgeschieden wird, ist ja der Urin osmotisch anders wirksam. Osmotische Wirkung von dem von der Glucose. Genau, im Prinzip ist es auch dann ein Diuretikum. Es gibt noch andere Mechanismen wahrscheinlich, die auch dann noch eine Rolle spielen, die greifen auch in den Lebermetabolismus etc. ein. Also es gibt verschiedene Mechanismen, wo die auch noch aktiv eingreifend zu sein scheinen, sage ich jetzt mal ganz vorsichtig.

Die dann auch eine Rolle spielen. Es wird ja auch vermutet, dass es ja auch irgendwie auch in Richtung Erzündlichen Erkrankungen auch positiv sein kann aufgrund ihres Effektes. Und der ist dann weniger durch den theoretischen Effekt vermittelbar. Also, das ist ja irgendwo auch unlogisch, aber das ist halt auch in. immunologisches System eingreifen. Das ist aber auch alles jetzt noch nicht so explizit erforscht, dass man da

Genaues noch wirklich valide sagen kann. Ich habe dich richtig verstanden, dass das Medikament fester Bestandteil ist der. Herzinsuffizienz und der Niereninsuffizienztherapie, also das ist du hast schon richtig gesagt, ich sehe das immer häufiger bei meinen Patienten, dass solche Medikamente an Bord sind.

Kombinationstherapie und Diuretika

Und du hast gerade auch schon gesagt, dass in der Regel ist das eine einmalige Gabe am Tag oder ja. Ja, ist genau, ja. Ist eine einmalige Gabe. Also einmal morgens 10 Milligramm, das ist so die Standard, ist die Standardtherapie. Also, wenn es mehr ist, dann ist es eigentlich falsch, weil es zumindest nicht so für zugelassen ist.

Angenommen, ich hätte jetzt einen Patienten, der keinen Diabetes hat und der jetzt vielleicht die Medikamente bekommt oder das Medikament bekommt in der Behandlung von einer Hininsuffizienz oder einer Herzinsuffizienz. Laufen diese Patientinnen und Patienten nicht Gefahr, dann auch in eine Hypoglykämie zu rutschen, wenn da einfach vermehrt über den Hahn Glucose ausgeschieden wird?

In der Theorie klingt es ja logisch. Es mag auch im Einzelfall so sein, aber grundsätzlich hat sich mittlerweile gezeigt, dass das ein zu vernachlässiges Problem ist. Man kann zwischendurch vielleicht mal einen Blutzucker messen oder vielleicht initial. Aber es hat sich eigentlich gezeigt, dass diese Patienten nicht ein erhöhtes Risiko für eine Hypoglykämie haben. Das ist zu vernachlässigen, tatsächlich, zum Glück. Mhm.

Fällt mir gleich nochmal eine kleine Anschlussfrage ein. Also wie ist das denn mit Patienten, die noch andere Diuretika nehmen? Angenommen jetzt mit einem Schleifendiuretikum oder du hattest ja gerade schon den Allosteron-Rezeptor-Antagonisten genannt. Muss ich die besonders monitoren? Also ist das dann besonders risikoreich oder ist das alles möglich? Ich fange mit dem letzten rein, also mit dem Spironolakton und dem Epleronon, die sind ja zum

Glück jetzt in dieser Hinsicht ja nicht so stark antidiuretisch wirksam. Also, das ist eigentlich eher kein Problem. Mit den anderen, mit den Tiazinen und mit den Schleifenturidern hat man natürlich dann auch wieder ein erhöhtes Risiko einer Exikose, weil wir dann schon mit zwei doch relativ potenten Medikamenten die Wasserausscheidung forcieren. und tappen

Es zeigt sich auch, dass in vielen Fällen dann auch ein Schleifendiuretikum möglicherweise dann auch nicht mehr notwendig ist. Viele haben ja in der Herzensuffizienztherapie immer noch so ein bisschen Diuritikum da drin. Mag bei jüngeren Patienten auch in Ordnung sein, weil sie das dann auch entsprechend verkraften. Aber bei hochbetagten, multimobilen Patienten ist sowieso eine Dauertheoretikatherapie schon immer kritisch zu sehen.

Und es macht sie tatsächlich etwas überflüssiger, wenn dann jetzt ein Glyflucin dazu gegeben wird. Da sollte man tatsächlich auch gucken, ob es nicht ganz rausgehen kann, um halt das Exikose-Risiko bei diesem Patienten zu minimieren.

Okay. Und wenn wir jetzt über die Niereninsuffizienz und über die Herzinsuffizienz sprechen gibt es da so typische Kombinationen mit anderen Medikamenten, die da einfach günstig sind, auch insbesondere, wenn wir jetzt nochmal auf dein Spezialgebiet der geriatrischen, des geriatrischen Patientengutes schauen.

Was bietet sich da an? Ja, also es ist genau, das ist eine sehr wichtige Frage. Also, es ist jetzt keine Monotherapie. In der Diabetes-Therapie kann es unter Umständen auch als Monotherapie eingesetzt werden. Dafür ist es auch. Hat es auch eine Zulassung, aber in der Regel findet man das ja in der Kombination mit, in der Regel ambiguanit.

Und in der Herzensuffizienztherapie und auch in der Empfehlung für die Behandlung der chronischen Jensuffizienz finden wir immer erstmal auch den Arzt ehemal. Das heißt in den Bauplan oder einen Therapieplan eines Herzensuffizienspatienten gehört. nicht First Line erstmal das Glyfluzin rein, sondern das ist erstmal der ACE-Hämmer oder ein Aldesteron-

Rezeptorantagonist, also ein Satan. Das ist das Stand weiterhin. Und es gibt ja noch andere Medikamente, die vorteilhaft sind, mit dem Spironalatum bzw. Eplerinon als Allesteron-Antagonisten. Und äh dann gibt's ja noch die sag mal schnell die Sagopitril, ne, den Ani Und auch die Beta Blocker haben ja noch ihre ihren Stellenwert da drin in dieser Therapie.

findet man doch relativ häufig, halt dass es auch bei der chronischen Herzensuffizienz auch diese vier Schrägstrich fünf Medikamente dann auch sind, die dort eingesetzt werden. Und man diskutiert halt immer so, wann kommt denn was dann am eh am ehesten rein? Das hat ja dann mit der Injektionsfraktion zu tun, wie hoch der Stell äh, der Anteil des ausgeworfenen Herzleistung ist. Das Herz uhm genau die Ausfuhrsleistung des Herzens wird hier damit klassifiziert.

Und man sollte aber schon relativ zügig dort auch schon alte Multimedikation durchführen, alle Polypharmazie, die wir ja eigentlich primär erstmal gar nicht wollen, wobei das

Ist ja auch begrenzt. Natürlich wissen wir, dass das eine hohe Wirksamkeit hat, auch bei älteren Patienten. Man muss halt nur auf die Komplikation dann eher achten. Und ähnlich ist es auch bei der kronischen Niersuffizienz. Das wird nicht allein mit einem Glyflucin behandelt, sondern da ist ja in der Regel ja auch der ACE-Hämmer.

oder ein Satan zusätzlich immer mit drin, weil das halt ja auch diesen cardio bzw. nephroprotektiven Effekt hat. Das heißt, wir haben jetzt nur noch ein zweites Medikament da drin. was einen zusätzlichen kardialen und nervoproktiven Effekt mit sich bringt. Und das zeigen die Studien, dass das auch nicht von der Hand zu weisen ist, dass es auch ziemlich gut ist, dieses auch miteinander zu kombinieren.

Nebenwirkungen und Risikomanagement

Deswegen finden wir das auch immer mehr. Wir müssen halt nur ein bisschen auf die Komplikationen achten. Genau, da würde ich gerne darauf zu sprechen kommen. Wir haben jetzt bisher nur ein Loblied gesungen auf diese Substanzgruppe. Auf was muss man denn achten? Also was ist denn, was kann denn schiefgehen? Und mich würde auch besonders interessieren, deine persönliche Erfahrung, ähm, was sind denn häufige Fehler im Umgang mit den Glyflozinen?

Ähm, also die häufigsten Nebenwirkungen sind tatsächlich aufgrund der Diurese, Exikose, also Hypovolemie und dementsprechend auch kann es zu Hypotonien kommen, dementsprechend auch ähnlich. Erhöhtes Sturzrisiko, vor allen Dingen halt bei älteren Patienten. Es gibt das Risiko der Kettoazidose, deswegen muss man ja auch im perioperativen

Management so ein bisschen vorsichtig sein und gucken, dass man es rechtzeitig absetzt. Bei großen Schweren langwierigen operativen Eingriffen ist halt eine Pau Vorab Pausierung von 72 Stunden empfohlen. Bei kleineren Eingriffen kann es auf 24 Stunden reduziert sein, also irgendwo dazwischen sollte dann auf das Medikament verzichtet sein. Und es gibt ja noch die.

Sick Day Rules, das heißt, wenn ein Patient irgendwie schlechter wird aufgrund einer Infektion oder Infektionszeichen zeigt, Fieber Übelkeit oder Diarrhön, dass man halt das Medikament, also die Glyfluzin, auch direkt absetzt, weil es halt durch den zusätzlichen, vor allen Dingen durch den zusätzlichen diuretischen Effekt halt es noch eher mal auch zu Problemen führen kann Richtung.

Vermehrter Hypovolymine, das ist ja halt immer so ein kleiner Risikofaktor, der im Hintergrund schwebt. Und auch die Glyflucine, so ähnlich wie die Arzt EMA, auch wenn sie als nephroprotektiv gelten, gerade in so einer Situation können sie dann auch ganz schnell Zum akuten Gienversagen führen. Sie selber machen es eher. Alleine seltener.

Sondern wirken ja immer wie eine Art Brandbeschleuniger. Das heißt, wenn der Patient schon in einer schlechten Situation ist, kann er dann auch mal so ein Medikament die Nierensituation noch schlechter machen, als hätte er es nicht gekriegt. Und deswegen muss man in solchen Situationen auch Zügig das Medikament auch absetzen oder zumindest vorpausieren, dass man da auch daran denkt. Und das sind sozusagen die. Die wichtigsten Sachen eben

Alltäglichen Gebrauch. Ja, es erhöht natürlich auch das Harnwegsinfektionsrisiko. auch finde Dermatitis sehen wir bei älteren Patienten halt auch. Und das ist ja auch irgendwo logisch. Wir haben ja eine körperwarme Zuckerlösung, ne? Und wenn das noch ein inkontinenter Patient ist, der dann in seinen Einlagen oder Vorlagen dann liegt, das ist ja genau ähm Doch sehr schön für den einen oder anderen Keim. Und dann haben wir natürlich, wie eben schon erwähnt, das Risiko einer Ketoazidose.

Wo es halt auch immer mehr Fälle gibt, ist ja auch logisch, immer mehr Patienten kriegen wir es und dann fällt es halt auf. Das ist dann auch schon mal. Kommen kann. Der Mechanismus ist ja auch logisch, dass es auch die zu führen kann, weil es ja zur vermehrten Lipolyse auch führt, durch die niedrigen Zuckerwerte etc. Und das Das sind so die wichtigsten Sachen. Aber meistens wirklich Exikose, Hypovolemie, das ist wirklich, das sieht man tagtäglich.

Klinisches Monitoring und Fazit

Jetzt ähm bist du ja häufig nicht unbedingt klinisch vor Ort beim Patienten, sondern du siehst ja die Verordnungsblätter oder digital eben scrollst du dich die Akte und siehst eben nicht den klinischen Zustand des Patienten. Was könnte denn einem helfen, so ein bisschen das zu monitoren? Ähm, worauf würdest du besonders achten? Was wäre dein Rat für diejenigen, Kolleginnen und Kollegen, die jetzt gerade zuhören?

Ja, also ich sehe schon immer wieder auch die Patienten. Also, das ist jetzt nicht so, dass ich es alle gar nicht sehe, aber man kann es auch aus der Akte reinlesen, wenn man den Patienten halt nicht sieht. Hängt natürlich immer von dem von dem Grad der Dokumentation ab, wie gut das gemacht ist, weil vieles ist ja auch pflegerisch, auch erst zu eruieren. Aber man kriegt schon so ein bisschen so ein Gefühl anhand der Pflegedokumentation oder auch aus der Visitendokumentation.

Ob das vielleicht ein Patient sein könnte, wo man eventuell aufs Glyfluzin mal vorübergehend verzichten wird. Ich sehe die Nierenwerte, ich sehe die Blutdruckwerte. Ich sehe ja, ob der Katheter hat oder ob der Richtung Infektion sich was ist. Ich sehe ja die Körpertemperatur, das ist ja alles digital schön einsehbar.

dementsprechend eine Einfuhrausfuhr, dass man da schon dann solche Sachen dann auch sehen kann, ohne den Patienten dann selber unbedingt zwingend zu sehen. Da hast du schon recht. Aber durch eine gute Dokumentation ist schon vieles nochmal ersichtlicher. Du hast ein paar wichtige Informationen, auch was jetzt unerwünschte Arzneimittelwirkungen betrifft, zusammengetragen und die Links werden wir in die Shownotes packen.

Damit diejenigen, die sich noch ein bisschen belesen möchten, das nochmal nachlesen können. Ansonsten würde ich sagen, vielen Dank, Sebastian, dass du uns diese Substanzgruppe hier durchaus sehr wichtig zu sein scheint, nahegebracht hast. Was ich mitnehme, ist, dass man... die auf jeden Fall auf der Rechnung haben muss, wenn es um die Themen Diabetestherapie

Chronische Nierensuffizienz und Herzinsuffizienz geht, und dass man die Medikation kurzfristig absetzen muss, wenn es zu Infekten gekommen ist. Also oder wenn der Patient zum Beispiel Durchfälle oder eine Gastroenteritis hat, um einfach den die Exikose einfach zu ver zu verhindern, beziehungsweise das dieses Kettoazidose-Risiko zu senken. Super spannend. Vielen Dank für deine Zeit und ja, bis hoffentlich bald. Bis bald. Bis bald. Vielen Dank, dass du heute wieder zugehört hast.

Wir hoffen sehr, dass ihr dieser Beitrag... dann freuen wir uns sehr über eine Puls. Wenn du das gut auskennst, dann melde dich doch gerne unter kontakt at klinisch-relevant.de. Gleiches gilt, wenn du Themenvorschläge oder konstruktive Check für uns aus.

An dieser Stelle auch der Hinweis auf unseren Newsletter, den du unter www.klinisch-relevant.de abonnieren kannst und der dich immer auf dem Laufenden hält. Wenn du dich für unseren Newsletter einträgst, Bekommst du einen 5-Euro-Gutschein, mit dem du in unsere Fortbildungsakademie einkaufen kannst. Wir wünschen dir jetzt bis zum nächsten Mal. Und freuen uns, wenn du bald wieder einstellst.

This transcript was generated by Metacast using AI and may contain inaccuracies. Learn more about transcripts.
For the best experience, listen in Metacast app for iOS or Android