Schlaganfall (Teil 2) - mit Dr. med. Anne Biesalski - podcast episode cover

Schlaganfall (Teil 2) - mit Dr. med. Anne Biesalski

Apr 22, 202626 minEp. 833
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Episode description

Nervensache, der Podcast der deutschen Hirnstiftung x Klinisch Relevant

Podcast Nervensache: Schlaganfall – Teil 2

In dieser Sonderfolge des Podcasts „Nervensache“ widmet sich Moderatorin Dr. Anne Biesalski einem besonders wichtigen Gesundheitsthema: dem Schlaganfall. Dieses mal ohne Gäste führt sie kompakt und verständlich durch die zentralen Hintergründe dieser Erkrankung. Was passiert eigentlich bei einem Schlaganfall? Welche Formen gibt es, und worin unterscheiden sich ischämische und hämorrhagische Schlaganfälle? Dr. Anne Biesalski erklärt die medizinischen Grundlagen und beleuchtet, wie es zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn kommt. Hier finden Sie die erste Folge zum Thema Schlaganfall:

(https://open.spotify.com/episode/3HPqCoqpC9X3DqHLESQ9Hk?si=mR3NAIAYSoe3RMVLnX_YcA)

Die aktuelle Folge bietet fundierte Hintergrundinformationen, ordnet aktuelle Erkenntnisse ein und hilft dabei, das Thema Schlaganfall besser zu verstehen – sowohl zur Prävention als auch für den Ernstfall.

Themen dieser Episode:

Was ist ein Schlaganfall?

Formen und Ursachen

Risikofaktoren und Prävention

Warnzeichen erkennen

Warum jede Minute zählt

Eine informative Sonder-Folge für alle, die sich nach der ersten Schlaganfall-Folge vertieft informieren wollen. Viel Spaß beim Zuhören!

Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

Transcript

Herzlich willkommen bei Klinisch Relevant, deinem Wissenspartner für das Gesundheitswesen. Dreimal pro Woche nämlich Dienstags, Donnerstags und Samstag versorgen wir dich mit unseren Podcasts und bringen dir Fachwissen in deine klinische Praxis. Weitere Informationen und Angebote findest du auf unserer Webseite www.klinisch-relevant.de. Heute hörst Du eine Episode des Podcasts Häfnensache unseres Kooperationspartners der Deutschen Hirnschrift! Viel Spaß beim Zuhören.

Nervensache, der Podcast der Deutschen Hirnstiftung. Hallo und herzlich willkommen bei Nerven-Sache dem Podcast der deutschen Hirn Stiftungen! Mein Name ist Anne-Sophie Wiesalski. ich bin Neurologin und Notärztin und arbeite tiefe Westen. Wenn ihr schon öfter reingehört habt dann wisst ihr normalerweise mache ich diesen Podcast nicht alleine sondern mit zwei Gästen meist einer ärztlichen Kollegin oder einem Kollegen und einer betroffenen Person.

Gemeinsam sprechen wir dann über neurologische Erkrankungen wie die Myostinia gravis, Alzheimer oder Migräne. Heute ist das anders? Ich bin allein mit euch und wir schauen uns das Thema Schlaganfall einmal ganz in Ruhe an. Wer schon von Anfang an dabei ist, denkt sich jetzt vielleicht, oh, Olle Kamelle, das hat ihr doch schnitzes Jahr alles erzählt. Ja, das ist schon richtig!

Letztes Jahr haben wir am Weltschlaganfalltag gemeinsam mit Herrn Professor Thomalla aus Hamburg und einer seiner Patientinnen über die Rehabilitation nach einem Schlaganvall gesprochen Also darüber, wie es gelingen kann durch gezielte Physio- und Ergotherapie nach einem Schlaganfall das Laufen oder die Bewegung der Hand wiederzuerlernen.

Aber alles was davor kommt, nämlich warum ein Schlaganvall überhaupt auftritt, wie man ihn erkennen kann und welche Behandlung dann direkt möglich ist – das haben wir uns für später aufgespart. Und jetzt? Jetzt ist's später! Also machen wir das heute. Heute wird es also etwas theoretischer als sonst... Damit ihr euch aber nicht fühlt wie im Frontalunterricht, habe ich mich mal in dem Bekanntenkreis umgehört und konnte ein paar U-Töne einsammeln.

Als erstes hört ihr meine Mutter – die war nämlich dabei als mein Stiefvater für etwas mehr als fünf Jahre einen Schlaganfall erlitt! Ich kann mich sehr genau erinnern an diesen, den vierundzwanzigsten Dezember, zwei tausend zwanzig. Gegen elf Uhr rief mich plötzlich der Nachbar an der gegenüberwohnt und sagte ein bisschen aufgeregt, du der Günther ist gerade gekommen und ganz schwankend gegangen. Ich bin runtergegangen habe ihn gefragt ob er zu uns rauf kommen will.

Er hat gesagt nein und ist dann die Treppe rauf in seinen Büro gegangen. Wenige Minuten später kam er hier in die Wohnung rein. ich hab ihn gefragt was ist los? Was ist passiert? Und dann hatte er mir mit einer seltsam verwaschenen Sprache gesagt, also überhaupt nichts passiert und hat sich aufs Sofa gelegt. Daraufhin habe ich gesagt mit dir ist doch irgendwas los das stimmt doch irgendwas nicht. nein es ist alles völlig in Ordnung. Ich bin nur ein bisschen müde.

Meine Mutter hat ihrem Gefühl glücklicherweise getraut und hat sie sich nicht abwimmeln lassen. Wir haben dann den Rettungsdienst gerufen. der kam auch sehr schnell Hat ihn mitgenommen in die Strokeunit der Universitätsklinik Heidelberg Und von da an weiß ich leider nicht mehr, wie es genau weiter ging. Denn das war der erste Winter des Corona-Lockdowns und ich durfte gar nicht mitfahren in die Klinik und hatte auch keinen Zugang.

Er blieb dann sieben Tage etwa und kam nach Hause zurück und es ging ihm gut als ob nichts gewesen wäre.". Ein bisschen was ist natürlich schon passiert in der Klinique? Das werde ich euch später noch erzählen! Aber fangen wir erst mal ganz von vorne an. Der Schlaganfall ist eine der häufigsten Ursachen für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter. In Deutschland sind jedes Jahr etwa twohundertsiebzig tausend Menschen betroffen.

Behandelt werden sie in spezialisierten Einheiten, den sogenannten Strokeunits, dessen spezielle Schlaganfallsstationen. Davon gibt es aktuell mehr als dreihundertfünfzig in Deutschland. Daneben gibt es außerdem noch mal weit mehr als hundert Kliniken, die in Deutschland eine Schlaganfallbehandlung anbieten aber nicht als sogenannte Stroke Unit zertifiziert sind. Und warum braucht man so viele? Es ist deshalb so wichtig weil beim Schlagan Fall die Zeit sehr entscheidend ist.

Betroffene müssen innerhalb kürzester Zeit eine Klinik erreichen, die das Krankheitsbild behandeln kann. In Berlin muss der Patient manchmal sogar gar nicht in die Klinikum kommen sondern die Klingeklinik also das CT-Gerät kommt zum Patienten. Wir sind in Deutschland, was die Schlaganfallbehandlung angeht, also schon richtig gut aufgestellt. Der Begriff Schlaganfahl – der sagt eigentlich schon das Wichtigste? Ein Schlaganvall kommt schlagartig!

Die Symptome setzen ganz plötzlich ein und sie können das Leben von einem Menschen von einem Moment auf den anderen komplett auf den Kopf stellen. Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Formen, den ischemischen und dem hemorragischen Schlaganrfall. Beim ischemischen Schlaganrfall fehlt Blut. Genauer gesagt Ein Gefäß ist verstopft, sodass Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Also an den Gehirnzellen in dem Fall.

Ihr könnt euch das so ein bisschen wie eine Rohrverstopfung vorstellen. Kleines Klugscheißer-Wissen am Rande? Das Wort Ischemie kommt aus dem Altgriechischen von ischein, also zurückhalten und heimah. Das bedeutet zu viel wie Blut. Wörtlich heißt es also, Blut wird zurückgehalten. Beim hemorragischen Schlaganfall oder auch der Hirnblutung passiert genau das Gegenteil. Ein Gefäß reißt und Blut tritt aus, also sozusagen ein Rohrbruch.

Und auch hier ein bisschen klugscheißer Wissen für die nächste Party – Hemorrhagie oder hemmorragisch? Das setzt sich zusammen aus Heimat, das kennt ihr schon, für Blut und einem Verb dessen originale Aussprache ich nicht kenne und mich hier daran und nicht probieren will. aber das heißt so viel wie Aufreißen, also Blut dass aus einem Gefäes austritt. Von außen betrachtet kann man diese beiden Formen nicht unterscheiden.

Auch mit vielen Jahren klinische Erfahrungen gelingt das nicht ohne eine Bildgebung, dazu braucht es dann also eine CT oder eine MRT-Bildgöbung in der Klinik. Ich habe meinen Onkel im Pflegeheim besucht und wir haben uns unterhalten und saßen halt da so an einem Tisch im Aufenthaltsraum und plötzlich hat er nichts mehr gesagt Und dann hab ich ihn angeguckt und ihm ist Kaffee aus dem Mundwinkel rausgelaufen. dann ist er zur Seite weggesackt und hat seine Tasse fallen lassen.

Ich habe ja schon erzählt, dass die Symptome beim Schlaganfall ganz plötzlich auftreten – zum Beispiel eine Sprachstörung, einer halbseitige Lehmung, plötzlicher Schwindel oder auch sehr starke Kopfschmerzen. Welche Beschwerden genau aufteten? Das hängt davon ab welcher Bereich im Gehirn betroffen ist! Bevor wir da jetzt tiefer einsteigen lasst uns aber nochmal schauen was die Risikofaktoren für einen Schlagan Fall sind.

Die typischen kardiovaskulären Risikofaktoren, nämlich die, die auch beim Herzinfarkt relevant sind – die kennt ihr wahrscheinlich schon. Dazu gehören die Atherioschlorose, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und das Rauchen. Außerdem spielen beim Schlaganfall Herzrhythmusstörungen allen voran das Vorhof-Lümmern eine ganz entscheidende Rolle. Und warum sind diese Risikophaktoren so entscheidend? Im Grunde genommen haben sie alle die gleiche Endstrecke, nämlich Blutgefäße neben Schaden.

Dabei ist die Atherioschlorose gleichzeitig ein unabhängiger und ein beeinflussbarer Risikofaktor – denn wir können ja ziemlich viel dazu beitragen um die Aterioschlerose sozusagen gering zu halten! Bei der Ateroschloroso lagern sich über Jahre hinweg Fett- und Kalk in den Gefäßwänden ab. Die Gefäße werden enger und unelastischer und es können sich leichter Blutgerinsel bilden. Unbehandelter Bluthochdruck setzt die Gefäßwände zusätzlich unter Druck.

Dadurch entstehen kleine Verletzungen, die wiederum die Atheriosklerose fördern. Diabetes mellitus schädigt die Gefässe auf mikroskopischer Ebene – also ganz fein aber dauerhaft! Tja und das Rauchen? Das wisst ihr schon, das wirkt gleich auf mehreren Ebenen. Es fördert Entzündung, schädigte Gefäße Innenwand und macht das Blut gerinnungsfreudiger. Eine besondere Rolle nehmen noch Herzrhythmusstörungen allen voran das Vorhoflimmern ein.

Beim Vorhofflimmern bewegt sich der Herzvorhof nicht richtig und es können sich dort Blutgerinsel bilden, die dann ins Gehirn wandern und dort ein Gefäß verstopfen. Am Ende läuft also vieles auf das gleiche Problem hinaus. Entweder wird ein Gefäs immer enger und wird plötzlich durch einen Gerinsel verschlossen oder durch verschiedene Vorschädigungen ist das Blutgefäß porös und reißt irgendwann ein so dass Blut in die Umgebung austritt.

Wir konzentrieren uns heute auf den ischemischen Schlaganfall, also die Rohrverstopfung. Die macht nämlich etwa achtzig Prozent der Schlaganfälle aus und wir haben heute großartige Möglichkeiten, den ischemischen Schlaghanfall akut zu behandeln. Ich habe dann versucht mit meinem Onkel zu sprechen Und ihn gefragt was los ist. aber er hat mich nur total irritiert angeguckt und hat gar nichts gesagt. Welche Symptome beim Schlagan Fall auftreten?

Hängt davon ab, welches Blutgefäß im Gehirn betroffen ist. Und um das besser zu verstehen schauen wir uns kurz die Blutversorgung des Gehirns an. Also Achtung jetzt wird es wieder theoretisch Ich werde das aber einmal sehr vereinfacht erklären. Vom Herzen aus führen vier große Arterien Blut ins Gehirnt. Vorne zwei Halsschlagadern Die sogenannten Arterie Carotides Die könnt ihr am Hals tasten und hinten zwei Werte Braalarterien. Sie liegen geschützt entlang der Halswirbelsäule.

Die beiden hinteren Vertebralarterien vereinigen sich zu sogenannten Arteria basilaris, das ist die große Hirnschlagader, die den Hirnstamm versorgt. Diese drei großen Schlagadern – also die beiden Heißschlagadern vorne und die Arteriabasilaris hinten sind über einen Gefäßring miteinander verbunden, dem sogenannten Zirklus villisiii. Der liegt wie so ein organisiertes Zuflusssystem an der Basis des Gehirns. Also nochmal kurz zur Wiederholung.

Vom Herz ziehen vier Gefäße nach oben zum Gehirn, vorne sind das die Karottesarterien oder Halsschlagadern und hinten sind es die Wertebralarterien. Die Wertebralarterien vereinigen sich noch mal zu Arteria basilaris, die den Hirnstamm versorgt und dann kommen diese im Grunde genommen ja nur noch drei Blutgefäße alle oben in dem großen Zuflusssystem an der Basis des Gehirns an – das nennt sich der Zirkulus villisiii.

Von diesem Gefäßkreislauf aus, der an der Hirnbasis liegt, ziehen dann mehrere Arterien weiter nach oben und versorgen die verschiedenen Bereiche des Gehirns. Besonders wichtig sind die drei großen Arterianpaare – die Arteria cerebri anterior, media- und posterior. Mancher Alsprachler mag sich das schon herleiten können, Arterie ist klar, Zerebri ist das Gehirn, und dann gibt es die Richtungsbezeichnung anterior für vorne, media für Mitte und posterior vor hinten. Also eigentlich easy.

Zwei Hirnarterien vorne, zwei in der Mitte und zwei hinten. Das wichtigste – und am häufigsten Betroffene ist das mittlere Hirngefäß die Arteria cerebrimedia. Sie versorgt große Teile der seitlichen Gehirnoberfläche. Ein Verschluss der Arteriaterebrimedia führt dann typischerweise zu einer halbseitigen Lehmung meist vor allem im Gesicht- und Arm weniger im Bein. Häufig kommt es auch zur Sprachstörung Vor allem bei einem starken Fall der linken Hirnhälfte.

Bei einem vollständigen Verschluss dieses Gefäßes kann es auch passieren, dass Betroffene den Kopf und dem Blick zur Gegenseite wenden – und diese Haltung selbst gar nicht aufheben können. Das ist in der Akutphase ein spannendes aber auch hochgefährliches Krankheitsbild! Die Atheria cerebri anterior versorgt eher die mittigen Anteile des Gehirns. Hier steht oft eine Beinschwäche im Vordergrund, das Bein ist dann stärker betroffen als der Arm.

Die Ateria cerebri posterior wiederum versorgt unter anderem das Sehzentrum. Ein Schlaganfall in diesem Gebiet führt deshalb häufig zu Sehstörungen, zum Beispiel zur Gesichtsfeldausfällen. Und dann hatte ich ja noch erwähnt gibt es die Arteria basilaris – erinnert euch? Die große Hirnschlagader, die aus einem Zusammenschluss der Werte Braalarterien entsteht. Sie versorgt unter anderem den Hirnstamm also ein ganz zentrales Steuerungszentrum unseres Körpers.

Ein Verschluss in diesem Bereich ist besonders gefährlich und kann zu bewussteren Störungen Lehmungen aller vier Extremitäten oder auch zu Atem- und Schluckstörungen führen. Ihr seht, die Symptome hängen stark davon ab welches Blutgefäß betroffen ist. Ich habe dann der Pflegerin Bescheid gesagt Und die hat nur einmal hingeschaut und sofort den Notarzt gerufen. ich hätte gar nicht gewusst was ich jetzt machen soll. So geht es übrigens vielen Angehörigen.

Häufig sind sie im ersten Moment ratlos und denken der oder die Betroffene wird bestimmt gleich wieder normal. Man sollte aber nicht lange warten oder unnötig Zeit verstreichen lassen Denn beim Schlaganfall zählt jede Minute. Was euch dabei hilft, einen Schlaganfalt zu erkennen und einzuschätzen ist das sogenannte Fastschema. Fast steht für Face, Arm, Speech Time. Face schaut euch das Gesicht des Betroffenen genau an.

hängt ein Mundwinkel arm bittet den Betroffenin beide Arme ausgestreckt nach vorne zu halten. sinkt ein Arm ab oder kann gar nicht erst gehoben werden? Speech die Sprache Klingt sie verwaschen oder schwer verständlich? Bitte den Betroffenen notfalls darum Gegenstände zu benennen, oder euch etwas zu erklären. Und zu guter Letzt – Time! Vergess nicht was auf dem Spiel steht und verliert keine Zeit wie jetzt sofort den Notruf.

In jeder Minute in der ein Gefäß verschlossen ist, ist die Funktion der Nervenzellen gestört. Sie können ihren Stoffwechseln nicht aufrechterhalten. Sie werden massiv geschädigt und sterben schließlich ab. Diese Zellen können sich nicht einfach regenerieren, das heißt alles was verloren geht ist im Zweifel auch dauerhaft verloren. Und wie schnell es jetzt gehen muss wissen der Rettungsdienst und das Team im Krankenhaus ganz genau.

Da kann es dann schon mal passieren dass die Behandlung etwas hektisch wirkt und vielleicht auch ein bisschen unpersönlich. Wenn ein Schlaganfallpatient zu uns kommt, dann muss es einfach schnell gehen. Ein ausführliches Kennen lernen können wir später noch nachholen aber in der Akkusituation zählt jede Minute Denn wir wollen ja möglichst viele Gehirnzellen retten. Was passiert also konkret in der Klinik?

Im besten Fall, das klappt meistens wirklich richtig gut, kündigt sich der Rettungsdienst vorab in der Notaufnahme an – Das Behandlungsteam bekommt also Bescheid! Das Team kann sich jetzt vorbereiten, kann in der Radiologie und auf der Schlaganfallstation Bescheide geben und das CT-Gerät frei halten. Nach einer kurzen Übergabe vom Rettungsdienst erfolgt eine sehr schnelle neurologische Untersuchung mithilfe eines standardisierten Punktesystems.

Das hilft uns, die Schwere des Schlagernfels einzuschätzen. Parallel oder direkt danach geht es in die Bildgebung – meist in die Computertomographie. Dort ist unsere erste Frage «legt eine Blutung vor» oder nicht? Wenn wir keine Blutungen im CT-Bild sehen können wir schon direkt also noch auf dem CT-Tisch eine Lüsetherapie beginnen. wie die funktioniert erkläre ich später. Als nächstes wird dann noch CT-Kontrastmittel über die Vene verabreicht.

Denn das hilft uns, die Gefäße im Gehirn darzustellen – so können wir sehen ob und wo ein Gefäß verschlossen ist! Und dann kommt die entscheidende Frage… Können wie behandeln? Wenn ja, wie?! Über die erste Möglichkeit, die sogenannte Lysotherapie habe ich gerade eben schon kurz gesprochen.

Wenn Schlaganfallpatientinnen oder Patienten innerhalb eines Zeitfensters von maximal vierundhalb Stunden nach der Symptomatik zu uns kommen Und wie in der CT-Bildgebung keine Hirnblutungen sehen, haben wir die Chance eine intravenöse Lysotherapie zu verabreichen. Dabei bekommt die Patientin oder der Patient ein Medikament über die Wehne das das Blutgerinsel auflösen soll – vereinfacht gesagt einer Art biochemischer Rohrreiniger!

Diese Therapie kann beeindruckend gut funktionieren und manchmal kann man in den nächsten Minuten schon beobachten, wie sich diese Symptome zurückbilden. Dieses Medikamente also die Lysatherapie wirkt aber nicht unbegrenzt sicher…. Mit der Zeit steigt das Risiko für Komplikationen, vor allem für Blutungen im Gehirn. Und deshalb gibt es auch das Zeitfenster, dass in der Regel bei etwa vierundhalb Stunden nach Symptom beginnt liegt.

Innerhalb dieses Zeitraums ist der Nutzen deutlich größer als das Risico! Wir wissen nämlich, dass das vom Schlaganfall betroffene Gehirngewebe unterschiedlich stark geschädigt ist. Im Zentrum des Schlaganfalls sind die Zellen oft schon früh irreversibel zerstört – aber außenrum gibt es eine Zone, die noch nicht endgültig verloren ist. Und genau dieses Gewebe versuchen wir durch die Lüsetherapie zu retten.

In manchen Fällen kann diese Zeitfenster heute sogar erweitert werden, zum Beispiel wenn wir in der Bildgebung sehen das noch viel zu rettendes Geweb vorhanden ist – auch wenn der Symptom beginnt schon etwas länger zurücklegt! Die zweite wichtige Therapie ist die mechanische Trombektomie. Vielleicht erinnert ihr euch? Wir sind ja mit den Patienten in der CT-Bildgebung und haben gerade Kontrastmittel über die Venen gegeben.

Mithilfe dieses Kontrastmittel sehen wir jetzt, dass ein Gefäß im Gehirn plötzlich abbricht. Während das spiegelbildliche Gefäes auf der gegenüberliegenden Seite sich wieder verzweigt und das Gehirngewhebe mit Blut versorgt. Genau dort also wo das Blutgefäß plötzlich abbrecht, wo also kein Kontrastmittel mehr weiter durchs Gefässystem fließen kann – Dort hängt ein Blutgerinsel fest und verstopft es! Also bühnefrei für die Neuroradiologie.

Die Kolleginnen und Kollegen aus der Neuro-Radiologie sind sozusagen spezialisierte Rohrreiniger. Sie nutzen dafür einen Katheter, das ist ein dünner flexibler Schlauch über den man im Körper arbeiten kann – zum Beispiel um Medikamente zu geben oder kleine Instrumente einzuführen. Dieser Katheter wird in der Neuroradiologie meistens über die Leistenarterie des Patienten bis ins Gehirn vorgeschoben und man kann damit das Gerinsel direkt aus dem Gefäß herausziehen oder absaugen.

Diese Methode ist vor allem bei großen Gefäßverschlüssen sehr effektiv, zum Beispiel beim Verschluss der Arteria cerebrimedia oder der Artheria basilaris. Das klingt übrigens nicht nur spektakulär – ich finde das ist es auch – obwohl die Neuro-Radiologinnen und Neuroradiologen dabei immer echt ziemlich cool wirken! Aber vielleicht liegt es auch daran dass ihre Patienten während dieser Prozedur einfach tief und festschlafen?

Die dritte beteiligte Fachabteilung nach der Neurologie und der Neurokardiologie Von Fahre, bitte! Die Anästhesie. Die Kolleginnen und Kollegen der Anäste-Sie sind nämlich auch direkt dabei bei der Schlaganfallversorgung und können im Falle einer Thrombektomie ratzfatz eine Narkose einleiten. Wenn das Gehirngefäß unseres Patienten nun ordentlich gereinigt wurde kann die Narkoze beendet werden und der Patient wird auf die Schlaganfallsstation Distroke Unit aufgenommen.

Auch für die mechanische Trombektomie gilt natürlich je früher desto besser. Das Zeitfenster ist oft etwas größer als bei der Lysotherapie. In ausgewählten Fällen kann eine Trombektomie sogar noch viele Stunden nach Septemberginn sinnvoll sein, wenn die Bildgebung zeigt das noch ausreichend Gehirngewebe zu retten ist. Am Ende verfolgen beide Therapien dasselbe Ziel – das Gefäß so schnell wie möglich wieder zu eröffnen und die Durchblutung wieder herzustellen.

Häufig kombinieren wir auch beide Verfahren und starten mit der Medikamentösen-Lysotherapi Und im Anschluss wird das bereits vorbehandelte und vielleicht auch etwas aufgelockerte Gerinsel dann mit dem Katheter abgesaugt oder herausgezogen. Denn alles, was wir frühzeitig retten können entscheidet darüber ob jemand später widersprechen gehen oder seinen Alltag selbstständig bewältigen kann.

Und genau deshalb ist beim Schlaganfall eines entscheidend schnell zu handeln ohne zu zögern, ohne abzuwarten. Bei meinem Stiefvater hat die mechanische Tromektomie vor fünf Jahren übrigens echt toll geholfen. Er war danach ganz der Alte und war unglaublich dankbar, dass wir auch gegen seinen Willen den Rettungsdienst gerufen hatten. Patientinnen und Patienten zu erleben bei denen die akute Schlaganfalltherapie einen so tollen Erfolg hat macht wirklich große Freude.

Natürlich klappt es nicht immer so gut. Jeder Mensch und jede Situation ist unterschiedlich Aber die Zusammenarbeit im Team und mit den anderen Fachdisziplinen treibt uns alle an. Die Symptome einer Tier sind im Prinzip die gleichen wie beim Schlaganfall. Also zum Beispiel eine Lehmung, eine Sprachstörung oder eine Seestörung? Aber sie bilden sich vollständig zurück – oft schon nach wenigen Minuten! Das ist natürlich erst mal gut. Puh, Gefahr abgewandt.

Viele Betroffene denken dann, ah, ist ja wieder weg war wohl nichts Schlimmes und gehen nicht zum Arzt. Aber medizinisch gesehen ist eine Tier ein Notfall. Denn Sie kann ein Warnsignal sein…. Wir wissen, dass zehn bis zwanzig Prozent der Patientinnen und Patienten innerhalb von neunzig Tagen nach einer Tier einen richtigen, großen Schlaganfall erleiden – am häufigsten innerhalb der ersten Tage. Das heißt, gerade in den ersten Stunden und Tagen ist das Risiko besonders hoch!

Was bedeutet das also für den oder diejenige mit einer Tier? Er oder sie hat einen Kurzaufenthalt auf ein Stroke-Unit gewonnen! Wenn euch oder Angehörigen von euch sowas passiert, also eine kurze Schlaganfallsymptomatik die sich von alleine zurückbildet dann zögert nicht. Packt die Tasche, sagt Termine ab, sagt vielleicht noch der Nachbarin sie soll den Goldfisch füttern und dann ab mit euch in die nächste Neurologie.

Da ist Vorsicht echt wichtig denn in dieser Phase haben wir die Chance einen großen Schlagan Fall erfolgreich zu verhindern. Und damit kommen jetzt mal wirklich zum Abschluss dieser Folge. Und obwohl wir jetzt schon wieder echt lange gesprochen haben, habe ich das riesige Thema Sekundärprophylaxe noch gar nicht besprochen. Sekunderprophylexe sind zum Beispiel die Medikamente, die man nehmen kann um einen erneuten Schlaganfall zu verhindern.

Aber das ist auch wieder ein echt großes Thema und das würde hier jetzt wirklich den Rahmen springen. Also gut Ich plane einfach noch eine Folge Schlagan Fall Teil drei irgendwann ein. Wenn ihr euch aus dieser Folge eine Sache mitnimmt dann bitte diese. Ein Schlaganfall ist kein Ereignis, bei dem man erst mal abwarten sollte. Ein Schlanganfall ist ein absoluter Notfall! Die Symptome kommen plötzlich Sie können unterschiedlich aussehen und sie können sich manchmal sogar wieder zurückbilden.

Aber in all diesen Fällen gilt Time is Brain wählt die eins-eins-zwei Und dann Dali dali Denn wir haben heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. aber sie sind dann eines gebunden Zeit. Je schneller gehandelt wird desto mehr Gehirn kann gerettet werden Und umso größer ist die Chance, dass ein Mensch sein Leben wieder so selbstständig wie möglich weiterführen kann. So ihr Lieben! Das war unsere sechste Episode – einmal als Solo-Folge von mir ganz allein. Ich hoffe es hat euch trotzdem gefallen.

Wenn ihr Fragen habt oder auch mal Themenwünsche oder einfach Kritik anmelden wollt dann meldet euch gerne schreibt uns unter info at Hirnstiftung.org und ansonsten wenn ihr mal Lust Zeit oder Langeweile oder was auch immer vielleicht auch einfach Interesse habt Geht mal auf www.hirnstiftung.org schaut vorbei, lest euch unsere Inhalte durch lasst euch beraten und lasst uns gerne eine kleine Spende da denn nur so können wir die Arbeit in der Hirnstichtung aufrecht erhalten.

Ich wünsche euch eine gute Zeit bis wir uns das nächste Mal hören und freue mich auf die nächste Folge. Bis bald! Wenn dem so sein sollte, dann freuen wir uns sehr über eine positive Bewertung bei Apple Podcasts. Falls du Lust hast mitzumachen und es einen Themenbereich gibt in dem du dich besonders gut auskennst, dann melde dich doch gerne unter Kontakt at klinisch-relevant.de. Gleiches gilt wenn Du Themenvorschläge oder konstruktive Kritik für uns hast!

An dieser Stelle auch der Hinweis auf unseren Newsletter den du unter www.KlinischMinusRelevant.De. abonnieren kannst – und der Dich immer auf dem Laufenden hält. Wenn du dich für unseren Newsletter eintrickst, bekommst Du einen fünf Euro Gutschein mit dem Du in unserer Fortbildungsakademie einkaufen kannst. Wir wünschen Dir jetzt bis zum nächsten Mal eine gute Zeit und freuen uns wenn Du bald wieder einschaltest! Pass auf Dich auf! Bleib gesund! Bis zum nächsten mal! Ciao.

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