#1 Die Geschichte von Carolin B. - podcast episode cover
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Episode description

Wenn Du Dich mit den Geschichten dieser Frauen identifizieren kannst oder Parallelen siehst, dann kontaktiere mich entweder weil Du Dich endlich aus diesem toxischen Kreislauf befreien möchtest oder aber den Mut hast deine Geschichte zu erzählen. 

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Transcript

Willkommen zur 1. Folge von ich bin die dritte Frau in diesem Podcast nehmen Opfer von narzisstischer Gewalt all ihren Mut und erzählen über die partnerschaftliche Gewalt, die sie erlebt haben. Vorab. Narzissmus ist keine Modeerscheinung oder ein plötzlich auftauchendes Phänomen, er ist tief in unserer Gesellschaft verankert und kein individuelles Beziehungsproblem, sondern ein gesellschaftliches. Gewalt in Beziehungen aussieht und welchem immer wiederkehrenden Muster und

verhalten. Diese Beziehungen unterliegen, erfahrt ihr hier. Heute bei mir ist die Carolin. Carolin ist 31 Jahre alt und war 7 Jahre in so einer narzisstisch toxischen Beziehung. Und sie lebt in der Nähe von Frankfurt. Hallo Carolin. Hallo. Ich danke dir erstmal ganz

herzlich, dass du bereit warst. Mir deine Geschichte zu erzählen und sie nicht nur mit mir zu teilen, sondern mit ganz vielen anderen Frauen. Und da, wie wir ja alle wissen, diese narzisstisch toxischen Beziehungen immer nach einem bestimmten Verhalten und Phasen ablaufen. Hier ist nun deine Geschichte. Zuallererst würde ich dich gerne fragen, wie hast du denn diesen Mann kennengelernt? Also kennengelernt haben wir uns in der Eisdiele, in der ich

damals gearbeitet habe. Es war der Cousin meine Arbeitskollegin. Und ja, es war ne sehr aufdringliche Art und Weise, mich um ein Treffen zu bitten. Über dritte aber. Was meinst du mit aufdringlich? Also es war schon sehr ein sehr penetrantes, immer wieder fragen ob ich Zeit hab und Lust hab auszugehen. Bis ich eben nachgegeben hab. OK, hast du denn? Hast du denn seine ersten Avancen beziehungsweise Einladungen erstmal abgelehnt oder verneint? Tatsächlich ja, ja. OK.

Ja. Also hat er da letztendlich schon. Ja, die erste Grenzüberschreitung begangen. Ja, tatsächlich, die erste. Genug? Genau. Die erste Redfleck, die ich gleich am Anfang übersehen hab. Ja o. K wie ging es dann weiter? Weil wir haben uns dann tatsächlich getroffen mit Cousine. Also wir waren zu viert. Und mit. Dem ersten Date. Ja. Weil es gab auch eine Sprachbarriere. Man muss dazu sagen, er ist nicht hier in Deutschland geboren. Und deshalb war die Kommunikation ein wenig

schwieriger. Und. Also eigentlich hat sich mein ganzer Körper dagegen dagegen dagegen gesträubt, aber er war auch sehr jung und irgendwie hat es mir imponiert. Und dann habe ich mich eben doch auf die Sache eingelassen. OK, ja. Wie verlief denn das erste Date? Es war schön, also ich wurde eingeladen, alles war sehr bedingungslos. In Anführungsstrichen, wie ich zu dem Zeitpunkt dachte. Also es hat sich einfach gut angefühlt.

Also es hat mir. Man hat mir sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt, ne sehr viel Komplimente gemacht. Das hat mir alles sehr geschmeichelt, was da passiert ist. OK, gerade zu den Komplimenten habe ich eine Frage, welche Art der Komplimente hast du denn

bekommen? Also das ist die schönste Frau der Welt. Bin ja, das ist total hübsch, bin, dass ich sehr sauber und ordentlich bin, nachdem man dann meine Wohnung gesehen hat, also es ich war perfekt in seinen Augen um es mal so zusammenzufassen. Gab es so in der Art Komplimente, wie dass er noch nie so eine Frau wie dich getroffen hat und du würdest ihn so verstehen? Sowas in der Art. Ja, so in der Richtung. Ja, also durch diese Sprachbarriere war es ein bisschen abgespickt, da sage ich

mal. Aber ja doch. Also es lief immer daraus darauf hinaus, dass er sowas noch nie so erlebt hat und dass ich ganz toll bin. OK. Verstehe. Mhm. Du hast vorhin schon von einer Red Flag gesprochen, nämlich die das sehr sehr aufdringlich war und deine mehreren Ablehnungen auf seine Einladungen mit ihm auf ein Date zu gehen abgelehnt hast. Hast du gerade gesagt, ne, das ist so. Die erste Rate war die du. Übersehen hast.

Gab es denn wenn du jetzt im Nachhinein auf diese lovebombing Phase zurückblickst, noch mehr red Flags, wo du sagst, ja, da hatte ich schon schlechtes Bauchgefühl, aber irgendwie habe ich nicht wirklich drauf gehört. Ja, also von Anfang an. Also egal in welcher Richtung das lief, er wollte sehr schnell meine Familie kennenlernen. Ich sollte sehr schnell seine Familie kennenlernen, das war mir alles sehr unangenehm. Also es hat sich. Eigentlich nie richtig

angefühlt. Ich hatte immer ganz schlimme Bauchschmerzen. Ja, und die habe ich ganz erfolgreich komplett ignoriert, weil ich so fasziniert davon war, dass mich jemand so toll findet und mich so unbedingt will. Hab ich bis dato noch nie so erlebt. Gerade von einem Mann. Dass ich das eben dann ausgeblendet hab. Ne, auch was so was meine Freunde gesagt haben, das war hab ich. Abgelehnt ne. Also wer hat es wirklich geschafft mich da schon

hinzusteuern irgendwie. OK, also man merkt ganz klar und das was auch mir in Gesprächen mit Klientinnen und anderen Frauen immer wieder auffällt, das ist das gleich zu Anfang, in dieser Lovebombingphase so ein sehr ambivalentes Gefühl herrscht. Das sind so 2 Gefühle, die so gegensätzlich ja eigentlich nicht sein können, wie? Gerade beschrieben hast, also auf der einen Seite total fasziniert. Vereinnahmt, neugierig,

spannend? Ja, weil man das eben so in der Form diese Idealisierung auch noch nie erlebt hat und auf der anderen Seite aber begleitet mit immer so einem bitteren Nachgeschmack. Wie lang, wie lange ging denn? Diese Lovebombingphase, also wie lang hat der dich denn so umworben und dir so viel Beachtung gestellt? Also ich würde sagen, ungefähr ein halbes Jahr hat es angehalten. Bis wir geheiratet haben. Und so schnell geheiratet. Ja, nach einem.

Halben Jahr. Ja, Mhm. Wann hat er dir denn den Antrag gemacht?

Nach 3 Monaten ungefähr. Und dann haben wir ziemlich schnell, also es war auch alles immer sehr auf Zeitdruck von seiner Seite aus und wo wir gerade beim Thema waren, dieses Ambivalente, also es war, ich war sehr schnell emotional abhängig, weiß ich heute, und dadurch hat er mich auch sehr schnell an die Wand gestellt, also es ging darum, also es war auch das Thema, war auch Visum und der Aufenthalt hier in Deutschland, es war nicht so einfach für uns zu heiraten.

Ich hatte aber auch keine Zeit. Von seiner Seite aus mehr Gedanken darüber zu machen, ob ich das wirklich möchte, sondern es hieß direkt ja. Entweder möchtest du mich heiraten, ich kann dich ja nicht zwingen, sonst gehe ich eben wieder zurück. Also da ist schon eine Form der des emotionalen Missbrauchs, nämlich in Form von Erpressung. Ja, genau, ja. Dann habt ihr also nach 6 Monaten geheiratet. Ja. Was ist dann passiert? Ja, dann haben sich viele Dinge

sehr schnell geändert. Ja, also ich muss sagen, es hat sich eingeschlichen, es war nicht sofort so, aber viele Dinge, die vorher normal waren, waren dann blöd oder nicht in Ordnung, Dinge, die ich getan habe, waren plötzlich nicht okay also ich gehe ins Fitnessstudio, das ging auf einmal gar nicht mehr. Weil da Eifersucht war. Ne, da waren andere Männer, die mich hätten angucken können.

Wir haben gemeinsam immer mal Alkohol getrunken, also mal ein Glas Wein zum Abendessen oder so, das war auf einmal total. Blöd? Ja, um es mal noch nicht auszudrücken. Ja, dieses. Es war nicht mehr so regelmäßig. Diese Komplimente wurden weniger. Und irgendwann hat sich das, ich sag mal so, nach 2 Jahren hat sich es soweit eingeschlichen, dass es sogar umgeschlagen ist. Ne von Komplimenten sind wir dann übergegangen zu Beleidigungen oder Drohungen.

Und man kann sich das, glaube ich, so vorstellen, wie wenn wenn man nen Hund hat und den irgendwo einsperrt. Und man dem nur, wenn man gerade Lust drauf hat, irgendwie mal n Stück Brot zu schmeißt, dann ist der Hund also. Abhängig von dir, weil er nie weiß, wann er wieder was bekommt. Dieses sogenannte Bread cramping du hast jetzt gerade verschiedene Formen der Gewalt erwähnt, die zu dem Zeitpunkt ja auch schon stattgefunden haben,

und zwar. Es gibt ja die psychische Gewalt. Es gibt die physische Gewalt, die soziale, die finanzielle Gewalt und natürlich auch die sexualisierte Gewalt. Weißt du denn heute, welche Formen der Gewalt du in dieser Beziehung ausgesetzt warst? Und wenn ja, welche waren das? Wie hat das ausgesehen, wie hat diese Gewalt in deiner Beziehung ausgesehen? Also wenn du das jetzt so aufzählst, dann waren alle

Formen vertreten. Ganz am Anfang war es tatsächlich so, dass diese Körperlichkeit, dieses viele sexuelle. Ganz stark war also, das war eigentlich die die ganze Ehe durch. War das so? Darauf ein bisschen näher eingehen. Was? Das vorstellen. Also am Anfang, ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, haben wir so viel miteinander geschlafen, dass ich gar nicht mehr richtig her

meiner Sinne war. Und das alles andere soziale, also meine Freunde und so weiter auch auf einmal keinen Platz mehr hatten. Ne, also ich war wie vernebelt. Also ich hab mich gefühlt als könnte ich fliegen, auch in der Zeit ne das war ja auch ne ganz tolle Bestätigung für mich, dass mich jemand da so gerne hatte oder so sehr wollte. Ja, dass ich alles andere um mich herum, das alles sowieso ein Kartenhaus, zusammengebrochen ist. Ja, also meine Freunde waren dann auch blöd, ne, also ich hab

mich da auch abgegrenzt und. Die sind mir irgendwann komplett weggefallen. Also ich hatte gar kein soziales Umfeld mehr. Ja, das ist diese sogenannte soziale Gewalt. Wo der. Partner dann versucht. Die Partnerin vom Umfeld zu isolieren, natürlich bei. Aus 2 Gründen.

Die eine ist natürlich, um die Kontrolle zu behalten und das Opfer weiterhin kontrollieren zu können und natürlich auch damit das, was innerhalb dieser Beziehung passiert, nämlich diese Gewalt auf gar keinen Fall nach außen drängt. Sie sind ja auch n Grund, warum es unter anderem häusliche Gewalt heißt. Ich würde noch ganz gerne, weil du vorhin auch diese sexualisierte Gewalt

angesprochen hast. Also ihr hattet anscheinend sehr viel sehr intensives Sexualleben, was ganz oft auch der Fall ist, dass Frauen mir berichten, dass sie noch nie so leidenschaftlich Sex hatten. Mit diesen Männern. Und dass das auch ganz, ganz wunderbar immer war, also sehr innig und sehr vertraut und volapatos.

Und ich frage dann manchmal, wenn diese zweite Phase gerade der Abwertung losgegangen ist und diese sexualisierte Gewalt, viele stellen sich unter sexualisierter Gewalt vor, dass du alleine irgendwo bis auf den Parkplatz angefallen bist und dann eine Vergewaltigung stattfindet, aber eine andere Form der Vergewaltigung ist natürlich auch, wenn es nicht im einvernehmlichen Einverständnis ist.

Also meine Frage an dich. Wie oft hast du mit ihm geschlafen, obwohl du eigentlich gar nicht wolltest, weil er kein Nein akzeptiert hat, oder? Wie oft hast du mit ihm geschlafen, weil du danach irgendwie, wenn du es nicht getan hättest, mit Streit gerechnet hättest oder mit Ignoranz, mit Schweigen, mit Liebesentzug? Kennst du. Das ja auf jeden Fall. Also das hat mich auch sehr lange belastet, das Thema, also

wir waren. Also am Anfang habe ich das alles gerne gemacht, das war nie unfreiwillig. Als ich aber dann meinen Sohn zur Welt gebracht hatte, hatte ich ja nicht mehr so viel Zeit für ihn. Und ich hatte auch keine Lust mehr und dieses Ganze mich hat es alles sehr fertig gemacht und ich war sehr gelähmt und hatte eben auch keine Lust mit ihm zu schlafen. Das hat er gemerkt, er hat mich auch drauf angesprochen, aber er hat sich eben abgewertet gefühlt dadurch.

Also habe ich sehr oft das eben über mich ergehen lassen, um ihm nicht noch mehr das Gefühl zu geben, ihn abzulehnen oder nicht wertzuschätzen. Oder ja, er hat dann gedacht, ich habe jemand anderen, der hat dabei einfach nur völlig fertig, weil wir gerade ein Kind auf die Welt gebracht haben, also ich. Genau, nicht einfach kraftlos war und es passiert ja immer, dass man mal keine Lust hat. Ja, und es war für ihn halt

immer sehr merkwürdig. Also. Das ist auch, und das wissen viele, nicht eine Form der Vergewaltigung. Ist dir das bewusst? Zum heutigen Zeitpunkt? Heute ja. Also damals war mir das sicher nicht bewusst. Aber ja, auf jeden Fall. Also weil ich so hab mich so sehr übergehen lassen. Einfach nur das um des Friedens willen. Ne, ja.

Du hast vorhin auch deine Freunde angesprochen, dass er sie schlecht gemacht hat und der mal mehr, mal weniger, vielleicht auch direkt oder indirekt den Umgang verboten hat. Diese indirekte Art ist ja ganz oft. Dass man den beleidigten spielt, wenn man sich dann mit Freunden trifft oder mit Kollegen, Kolleginnen, ja oder mit Familienmitgliedern Kontakt

aufnimmt. Da kommt es immer so ein bisschen drauf an, wie sie diese Isolation ausüben, also eben dann eher so ein bisschen passiv, aggressiv, indem sie dann rumnörgeln und die anderen schlecht machen oder tatsächlich durch das direkte Aussprechen von verboten, wie war das bei dir? Also erstmal wurde mein Freundeskreis sehr abgewehrt. Ne, also die tun mir nicht gut und guck mal wie die sich verhalten und wenn die am Wochenende weggegangen sind, also egal was die gemacht haben,

es war alles schlecht für mich. Und. Ja. Was bei der auch so. Tatsächlich, das ist eine sehr. Ich find gar nicht das richtige Wort was das für ne Geschichte ist. Also ich hatte zu dem Zeitpunkt nicht keinen Kontakt zu meiner Mutter beispielsweise, die auch, wie ich heute weiß, narzisstische Züge hat. Und er hat den Kontakt aber wieder hergestellt. Also das Thema Familie war für ihn sehr wichtig. Mhm, und damit ja hat er mir eigentlich wieder jemanden in mein Leben zurückgebracht, der

mir auch nicht gut getan hat. Also man muss dazu sagen, die beiden haben heute noch Kontakt zueinander. Meine Mutter hat keinen Kontakt mehr zu mir, aber die beiden haben noch Kontakt zueinander. Mein ex Mann und Sie. Ist ne ganz verzwickte Geschichte, ich glaub das würde den Rahmen sprengen. Das ist auch nichts Ungewöhnliches und mich wundert es auch überhaupt nicht, weil das auch ein Phänomen ist von diesen Beziehungen, gerade der Konstellation, die du auch gerade beschrieben hast.

Das ist also schon mal ja diese soziale Gewalt. Welche? Der psychischen Gewalt gab es, denn du hast vorhin schon von verboten gesprochen, zum Beispiel wie das Fitnessstudio, oder? Was gab es da noch? Ja, es gab. 450 mal am Tag irgendwelche Kontrollanrufe 50 ist vielleicht noch übertrieben. Also ich war ständig am Handy. Und musste immer erreichbar

sein. Also es hat mich unheimlich unter Druck gesetzt und ich konnte mich halt auch auf nichts anderes richtig, konnte also fokussieren oder konzentrieren, also geschweige denn arbeiten gehen, das war einfach nur. Anstrengend ohne Ende, aber er hat eben gedacht, ich, er war so eifersüchtig, ja, ich hatte irgendwas anderes machen können.

In der Zeit also. Er musste mich immer kontrollieren, den ganzen Tag und dann eben dieses, wie du so schön beschrieben hast, diese reactive Abuse, also Dinge runterschlucken, darin war ich Meisterin. So lange, bis ich völlig explodiert bin. Weil ich das einfach nicht mehr hinnehmen konnte, weil ich nicht mehr weiter wusste. Ne, so dass ich dann eben auch wirklich Aussetzer hatte und meine Nerven komplett verloren hab. Ja, das ist oft ne Folge.

Des langjährigen Druckes und der Gewalt, die einfach während der Beziehung auf die Opfer. Ausgeübt wird das, wenn dann mal ein Moment der Kraft da ist. Dass man natürlich die Opfer explodieren und sich mit aller Macht, die ihnen da zu dem Zeitpunkt noch zur Verfügung steht, irgendwie wehren. Und das ist eine völlig normale Reaktion, so wie ich es eben auch da beschrieben hatte. Auf diesen Post sprichst du wahrscheinlich gerade an. Genau.

Diese Explosionen ansprechen und woher die Kommen und das eben nicht daran liegt das Opfer ein Aggressionspotential haben oder das Opfer, das mit ihnen was nicht stimmt, sondern dass es eine völlig natürliche Reaktion des Missbrauchs ist, die. Aber wieder in die Karten spielt natürlich um zu.

Zeigen. Meine Partnerin ist Borderline, verrückt wie auch immer, gehört in die Klapse, muss zum Doktor, muss Pillen nehmen, also auch in ganz weit verbreitetes Phänomen, gerade in diesen narzisstischen toxischen Beziehungen, hatte dich beschimpft, beleidigt, die emotionale Erpressung, die hat mir, so wie es aussieht, auch schon von Anfang an, aber gab es Beleidigungen, Beschimpfungen. Es gab immer mal so Androhungen, aber generell muss ich sagen, war er sehr ruhig.

Also er hat oft auf. Auf Dinge, die ich dann auch an den irgendwie eingebracht habe. Ne, wenn ich es gibt Momente, da will man sich auch mal streiten. Ja hat er mit Ruhe reagiert oder mit Ignoranz? Ja, unsere. Zeit ist Silent Treatment. Genau das, und das hat mich so sauber gemacht. Ja, also das hat mich auch zum explodieren dann irgendwann gebracht und. Wenn diese Dinge passiert sind, hat er halt auch sein Handy rausgeholt und hat es aufgenommen und hat es den

Nachbarn gezeigt. Hat es meiner Familie geschickt, so dass ich wirklich dann da stand und gedacht habe, ich verliere meinen Verstand also. Mein ganzes Umfeld war so toxisch, dass ich wirklich gedacht hab, mit mir ist irgendwas nicht in Ordnung. Ja, aber es hat mich eben auch aufgeweckt. Gott sei Dank, so dass ich dann gesagt habe, OK, hier läuft echt was schief, ne, aber es ist man kann sich das so vorstellen, das Gehirn, also man wird ja so

hochgradig manipuliert. Dass man gar nicht mehr in der Lage ist zu sehen, was da gerade passiert. Also ich war total gelähmt, einfach nur körperlich, auch so, dass ich auch gar, ich hatte keine Energie mehr, mich überhaupt zur Wehr zu setzen irgendwann. Das ist ja auch das Ziel, genau in diesen, in diesen narzisstisch toxischen Beziehungen.

Es gibt letztendlich nur 3 Ziele, die von so einem Menschen mit so einer Persönlichkeitsstruktur ausgehen, und das ist natürlich machtkontrolle und die Dekabilisierung des anderen, nämlich den anderen auszubeuten, wie es nur möglich ist und auch in allen Bereichen, was mich dann zu der nächsten Frage führt, es gibt ja auch die finanzielle Gewalt. War das in deiner Beziehung Thema? Die finanzielle Gewalt? Weißt du, was ich damit meine mit finanzieller Gewalt?

Ich denke ja bei uns. So, es war sehr schnell so, dass gesagt wurde, OK, was deins ist, ist auch meins und wir hatten ein gemeinsames Konto und. Heute weiß ich, dass ich sogar mehr Geld verdient hab als er, obwohl das immer andersrum hingestellt wurde. Und ich bin sehr, sehr, sehr verschuldet, auch aus dieser Ehe rausgegangen. Also es lief alles auf meinen Namen. Wir müssen gar nicht drüber sprechen, was mit dem Geld passiert ist. Ich bin heute insolvent.

Und also ich hab wirklich da einen Zusammenbruch erlitten, auch finanziell hinterher. Wie hat es denn, wie hat diese Unverhältnismäßigkeit denn ausgesehen? Sprich hat weil du gesagt hattest, das war alles auf deinen Namen, also kann man sich vorstellen das Anschaffungen, zum Beispiel Neuanschaffungen alle auf deinen Namen waren, hat er dir grundauszüge. Steuerbescheide vorenthalten in. Form war das. Also Kredite jeglicher Art, Finanzierung, das lief alles auf meinen Namen.

Und dadurch, dass wir ein gemeinsames Konto hatten, hat er mich auch unter Kontrolle gehabt. Also jede Ausgabe, die er nicht getätigt hat, sondern ich wurde in Frage gestellt und ich musste mich für alles rechtfertigen, was ich da gemacht hab. Also das ging so weit. 20€ Rossmann für Pampers und Sachen, die er auch brauchte, musste ich den Kassenzettel mitbringen und ja, mich dafür rechtfertigen, was ich da jetzt für 20€ gekauft hab.

Ja, und das Geld, was wir, wenn wir Kredite genommen haben, ne, dann ging das zu seiner Familie. Also es war oft auch gar nicht irgendwie für uns, aber nach außen hin musste es musste auch alles neu angeschafft werden. Nach außen waren wir mussten wir die perfekte Familie sein und das musste ich eben alles tragen und. Ich hab gar keine eigenen Entscheidungen mehr getroffen, weil du da so. Eigentlich auch gar nicht mehr. Nicht wahrscheinlich, sondern.

Prozentig nicht mehr in der Lage warst ne, weil es wird einfach von Außenstehenden, die nicht selbst betroffen sind, das Ausmaß dieser Gewalt, auch dieser psychischen Gewalt vor allen Dingen sprengt einfach die Vorstellungskraft all derjenigen, die solche Geschichten als nicht Betroffene hören. Ja. Wie war denn Apropos, das Umfeld? Wie hat denn dein Umfeld darauf reagiert?

Gab es Freunde, die dennoch zu dir gestanden sind, die dir deine Geschichte geglaubt haben, die dir geholfen haben, diese Zeit zu überstehen? Ja, Gott sei Dank. Also ich habe es gewagt, wie der Kontakt, also als ich wusste, ich will mich trennen oder als ich mit dem Gedanken gespielt habe, habe ich Kontakt zu meiner besten Freundin von damals aufgenommen. Von der ich wirklich 7 Jahre nichts gehört hab und sie auch nicht von mir.

Das war auch immer ganz schlimm für ihn, wenn ich zu ihr Kontakt hatte, das gab immer Streit und Diskussionen, weil er hatte mein Handy auch unter Kontrolle, ne da hat er immer alle Chats gelesen und geschaut was da so passiert wenn ich Anrufe und so weiter und ich hatte richtig Panik als ich mich bei ihr gemeldet habe, hab es aber trotzdem getan und auch nach dieser langen Zeit muss ich wirklich sagen.

Haben wir uns darüber unterhalten und sie hat mich durch diese Trennung auch begleitet. Also wenn sie nicht gewesen wäre, weiß ich heute nicht, ob ich es geschafft hätte, da rauszukommen, weil sie hat mir die passende Frage gestellt, sie hat gesagt, Guck mal, merkst du eigentlich, dass der komplett macht, die Macht hat über dich, dass er so macht ausübt über euch, über dich und auch über deinen Sohn, also merkst du das überhaupt?

Ja, ich habe das wirklich, das war für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Und jetzt auch war das auch der Grund, warum du dich dann letztendlich getrennt hast? Weil soweit ich das verstanden hab, hast du ja die Trennung dann initiiert. Ja, ja, weil es eben soweit ging, dass seine Bedürfnisse standen, nicht nur über meinen, das war ich ja gewohnt, sondern auch über die unseres Kindes. Und meine Freundin hatte auch schon ein Kind zu der Zeit.

Die beiden sind witzigerweise fast gleich alt und sie hatte ein ähnliches Thema zu der Zeit und.

Nur dadurch, also sie hat dann auch gesagt, Guck mal, wenn es dir nicht gut geht, geht es deinem Kind nicht gut und ich dachte eigentlich immer, ich muss mein Kind zuerst retten, ich hätte alles gemacht, dass es meinem Kind gut geht, ja, aber wenn es mir nicht gut geht, geht es meinem Kind nicht gut, das musste ich ganz dolle verstehen zu der Zeit und das hat mich am Ende auch dazu bewegt mich wirklich zu trennen, weil mein Sohn sehr viel mitbekommen hat, also diese Ausbrüche, die ich

hatte. Also halt schreckliche Dinge sehen müssen. Und als er 2 Jahre alt war, zum Glück war er nicht noch älter. Also dein Sohn hat ganz viele schreckliche Dinge mitbekommen. 2 Jahre Gott sei Dank hast du gesagt, war er da erst 2 Jahre alt. Mhm. Zum Zeitpunkt der Trennung ja. OK, was habt ihr denn mitbekommen? Also beispielsweise diese Ausbrüche, die ich hatte, nachdem ich so viel geschluckt habe und dann explodiert bin.

Das hat er miterlebt und also er wurde sehr viel auch abgeschoben von meinem Mann, damit er mich dann mal für sich alleine hatte. Also er hat viel. Vielleicht auch unterbewusst mitbekommen. Oder wenn wir gestritten haben, ne. Gab es körperliche Gewalt in deiner Beziehung, Karolin? Muss. Bin ich letztendlich dann auch gegangen, also mir zuliebe und meinem Kind zuliebe. Mhm. Welche Art der körperlichen Gewalt gab es denn? Ja, er war immer sehr übergriffig.

Wenn der Kleine dabei war. Ja, hat er mich dann so angetan? Ne, also. Also ich meine, es ist ja klar, dass ich nicht mit ihm schlafe. Vor den Augen meines Kindes, aber ich weiß nicht, ob das für ihn so klar war und dieses Rumgegrabscher an mir und so ne das also ich sehe das als körperliche Gewalt, weil er mich damit total übergangen hat und auch da immer nein nicht gereicht hat.

Also das hast du nicht nur so, das ist nicht nur so deine Meinung, sondern das ist tatsächlich sowohl körperlicher als auch sexualisierte Gewalt. Körperliche Gewalt beinhaltet ja außer. Schlagen, treten und was so die gängige Form der oder was so bekannt ist, lassen wir es uns so formulieren, was körperliche Gewalt ist.

Unter körperliche Gewalt zählt ja zum Beispiel auch, dass man festgehalten wird, dass einem der Weg versperrt wird, dass man vielleicht in die Tür einschlägt oder in die Wand neben dem eigenen Kopf, oder auch das habe ich auch ganz oft gehört, wenn man zum Beispiel im Auto sitzt, einen Streit hat und zu schnell Auto gefahren wird, sehr riskantes Auto fahren, also

alles. Letztendlich, was auch wenn es keine direkte Einwirkung ist, deine physische Präsenz bedroht und sich für dich natürlich bedrohlich lebensbedrohlich in dem Moment auch anfühlt. Kennst du solche Situationen? Auf jeden Fall. Also jetzt, wenn du das so

beschreibst. Also es gibt 2 ganz prinzliche Situationen, die mir noch ganz doll im Kopf sind, also einmal auch im Auto. Habe ich ihn beleidigt, weil ich nicht mehr weiter wusste, weil er sich, weil er mich wieder so in die Enge getrieben hatte, dass er mich danach angespuckt hat? Und mich dann auch beleidigt hat. Bis aufs letzte. Und 5 Minuten später hat er so getan, als wäre nie was passiert. Und dann gab es kurz vor der Trennung eine Situation, wo er meine gepackte Tasche.

Ja, zertreten hat, also da draufgetreten hat. Mein Sohn saß direkt daneben und hat total geheult. Und da habe ich wirklich auch dann Panik bekommen. Ne, also ich es ging so weit, dass ich dann die Polizei aufgerufen hab, obwohl ich tierische Angst hatte davor, weil ich nicht wusste, was dann passiert. Aber ich habe es dann gemacht. Ja. Und was ist dann passiert, als du die Polizei gerufen hast?

Also dann hat er natürlich versucht, es so hinzustellen, als wäre ich da jetzt irgendwie gegen ihn gegangen. Und hat der Polizei gesagt, ich hätte versucht, ihn zu schlagen und also er hat versucht, den Spieß umzudrehen. Und. Nee, nein, Gott sei dank nicht Gott sei dank nicht, weil ich glaub die es waren 4 Polizisten. Wir haben gesehen wie fertig ich war. Und er musste dann auch gehen, um die die Schlüssel abgeben, so dass ich in der Zeit in Ehrung Wohnung räumen konnte.

Ja und? Das war. Letztendlich die Einleitung der Trennungsphase, wenn ich das richtig verstehe. Genau, ja, und das war der erste Versuch. So mein erster Versuch. Wieviel Versuche gab es denn? 3 in Summe. 3. Was natürlich gleich eine gute Überleitung ist, für wenn die Trennung dann mal ausgesprochen wird. Unabhängig von wem der beiden, also entweder vom Täter oder vom Opfer, kommt ja auch diese hoving Phase.

Dieses On Off ist ja auch ein typisches Merkmal für diese narzisstisch toxischen Beziehungen, und auch diese Rückholaktionen, also erzähl uns gerne ein bisschen darüber, was in diesen overing Phasen alles bei dir passiert ist. Also. Was ganz stark präsent immer war, wenn ich gegangen bin, war ja, wir können es doch schaffen. Wir sind erwachsen und wir sind eine Familie.

Also dieses Emotionale hat er immer wieder hochgeholt, also gerade mein Sohn auch irgendwie versucht als Waffe zu benutzen, weil er wusste, das ist das, was mich am meisten verletzt. Und ja, leere Versprechungen. Also ich hab mir für 7 Jahre angehört, dass wir in Urlaub fahren, das war natürlich dann auch wieder Thema, dann hat er sogar was gebucht. Hab nicht wusste wir fahren eh nicht.

Ja aber ich hab mich eben doch noch mal beleiern lassen, dass wir dadurch vielleicht die Ehe retten und immer wieder das Versprechen, dass wir, also ich hab ne paar oder Ehetherapie gefordert. Und er hat sich darauf eingelassen. Aber sobald ich zu Hause war und wieder zurückgekommen bin, hat es genau 2 Wochen gedauert, bis der alte Zustand wieder da war. Also es hat sich nichts geändert, ja, es war alles wieder wie vorher und ich musste funktionieren. Und von der Therapie brauchten

wir gar nicht mehr sprechen. Das war dann zu teuer, ja. Das war es halt alles nicht wert. Mhm. Und das hat insgesamt dreimal der Fall. Was war denn der ausschlaggebende Punkt oder die Situation, dass es beim dritten Mal dann endgültig war? Das ist eine gute Frage. Warum bin ich letztendlich gegangen, ich? Also ich hab ja zweimal gesehen, dass sich gar nichts ändert. Und. Es wäre alles nur noch viel schlimmer geworden. Vielleicht wäre die körperliche

Gewalt schlimmer geworden. Also ich hatte wirklich Angst, wenn ich jetzt nicht irgendwas änder, das. Ja, es noch schlimmer wird. Also ich hab mich halt gefragt, möcht ich so leben? Und also mein Körper hat gar nicht mehr funktioniert beim dritten Trennungsversuch. Ich konnte nicht mal mehr aufstehen und ich mein, Ich hatte auch ein Kind zu versorgen. Und das hat mich so fertig gemacht, dass ich die ganze Kraft dann irgendwie versucht hab zu nehmen.

Mit Hilfe meiner Freundin und dann wirklich doch. Ja, mir eine Wohnung zu suchen und zu sagen, OK, das war es jetzt, dann kam Corona und wir mussten noch 3 Monate miteinander verbringen, war die absolute Hölle. Na, das stimmt. Ja, also letzten Endes bin ich gegangen, weil ich wusste, wenn ich mir nicht selbst helfe, dann wird mein Sohn unheimlich darunter leiden.

Mhm also. Es dreht sich ja von Generation zu Generation weiter und ich wollte das durchbrechen, also den Ansporn habe ich immer noch ne. Und Gewalt an der Mutter ist immer auch Gewalt an den Kindern. Das muss man einfach mal ganz klar deutlich. Sagen, dass es da nicht darum geht, dass dem Kind, das wird ja ganz oft gerade auch in unserer Gesellschaft, von Institutionen wie dem Jugendamt oder mit Gerichten, ja, wenn da keine direkte Gewalteinwirkung

gegenüber dem Kind ist. Die Gewalt an der Mutter sehr verharmlost oder die die Auswirkungen? Die diese Mutter an der Gewalt auch auf das Kind haben. Total. Ja, wird einfach nicht gewertet. Ne wenn es überhaupt gewertet wird, dann sicherlich nicht in dem Maß, in dem es angebracht wäre. Ja, wie lange bist du jetzt schon getrennt, karolin? Wären. Seit 3 Jahren.

Ich kann mir jetzt vorstellen, dass dennoch wahrscheinlich keine Ruhe eingekehrt ist, dass der Missbrauch, diese, diese Nachtrennungsgewalt immer noch stattfindet. Ich würde. Dieses Thema kurz ausklammern. Und mal auf den Punkt zurückkommen oder den Punkt aufgreifen, welche körperlichen und welche psychischen Auswirkungen diese Beziehung mit all ihrer Gewalt auf dich

hatten. Also mein Selbstwert war natürlich völlig im Keller. Und also ich habe emotional gegessen in der Ehe. Und ich glaube, ich kämpfe heute noch mit so einer Art Essstörung. Also ich weiß nicht, wie man es dann bindeing. Genau dann diese körperliche Gelähmtheit, die habe ich sehr lange noch mit mir rumgeschleppt und dann auch Ausschlag am ganzen Körper. Körperliche Schmerzen mir sind die Haare ausgefallen. Ja, und ich also.

Ich sag es mal so, ich kämpfe heute noch auch noch mit den Folgen. Ja, es sind immer mal wieder ein paar depressive Phasen da, weil ich einfach unheimlich erschöpft bin. Burnout. Ja, also mein Anspruch an mich selbst ist immer noch so hoch, dass ich mich nie richtig entspannen und zurücklehnen kann. Mhm. Hast du irgendwelche therapeutischen Maßnahmen ergriffen? Ja, also ich habe dank meiner besten Freundin einen guten Tipp gekriegt.

Ich habe dann, ich habe in meiner in der alten Wohnung meine Küche verkaufen können, an die Nachmieter Gott sei Dank und habe dieses Geld dann genommen. Auf ihren Ratschlag hin und war bei einer Heilpraktikerin. Und ich hatte so eine Angst, dass er mir das auslegen kann in Bezug auf unseren Sohn, ne, also weil es ging ja dann um die Umgänge, dass die sogar so nett war und hat mir das als Coaching ausgestellt damit. Es nicht so aussieht, als wäre ich halt psychisch völlig

psychisch völlig daneben. Also ich hatte Angst um mein Kind, einfach auch ne und. Ja, aber da 7 Monate in Behandlung, dann konnte ich es mir nicht mehr leisten. Und hab mich dann aber auch selbstständig gemacht. Muss ich dazu sagen, weil ich meinem Sohn ein gutes Leben bieten wollte. Ja, Corona hat das Ganze gesprengt und jetzt bin ich auch bei einer Verhaltenstherapeutin. Ja, um ja gesunde Techniken zu erlernen, diese Traumata zu verarbeiten und so weiter also jetzt.

Nehm ich mir die endlich die Zeit, das alles. Zu fahren. Genau. Ja, genau. Wie ich jetzt vorhin schon herausgehört habe, also es gibt immer noch Umgänge vom Vater zum Kind. Hast du denn das Gefühl, dass diese Gewalt und die Kontrolle immer noch weitergeht, trotz der Trennung? Ähm, ja, auf jeden Fall. Wie sieht das aus? Also im Prinzip also.

Eigentlich macht er meiner Meinung nach das gleiche mit meinem Sohn, was er auch mit mir gemacht hat und mein Sohn ist halt emotional noch viel abhängiger von ihm, weil er eben der Papa ist. Und natürlich liebt er den Papa. Und ja, er redet halt vielleicht über mich. Ne, es kommt immer mal raus. Mein Sohn ist jetzt 5. Ich bin sehr dankbar, dass er überhaupt so reflektiert schon antworten kann oder mir Dinge dann erzählt.

Die eben dort passiert sind. Es gibt Tage, da kommt er nach Hause und ist echt schlecht auf mich zu sprechen. Wo ich dann wurde, meint der Kleine dann ein 2 Wochen brauchte bis das dann ans Tageslicht kommt was der Papa gesagt hat oder was passiert ist. Mhm. Also es ist wirklich, er geht zweimal die Woche hin mittlerweile oder ging zweimal die Woche hin, über Nacht, mittlerweile einmal die Woche,

weil er es nicht mehr möchte. Jetzt ist er ja auch schon etwas größer und kann das klarer äußern. Aber es ist jedes Mal unheimlich anstrengend. Das haben wir auch wieder aufzufangen, wenn es von Dingen zurückkommt. Ja, also immer. Ich kann Energie tanken, weil ich dann ja auch mal Zeit für mich hab. Ja, und diese Energie ist wirklich innerhalb von 2 Minuten dahin. Weil ich bin ja da für mein Kind und ich verstehe es so sehr, was da passiert. Und es ist ja anstrengend.

Glaubenden die zuständigen Stellen haben sie dir deine Geschichte geglaubt? Wie haben Sie auf diese Trennung und die Umgänge reagiert? Also mir wurde glauben geschenkt. Ja, also damals bei der Polizei war es ein bisschen schwierig. OK. Die waren sehr bequem zu dem Zeitpunkt, also die haben das als nicht so bedrohlich gesehen, weil er ja eben körperlich nicht gewalttätig war uns gegenüber. Wir sind immer noch bei einer Familienberatung, die sehen das sehr.

Mhm neutral, sage ich mal. Also die dürfen sich ja auch auf keine Seite schlagen, sage ich mal. Und. Helfen uns, aber es wird trotzdem sehr abgewertet. Also es heißt immer wieder naja er ist aber trotzdem ein guter Papa, weil es geht auch noch schlimmer. Das ist das. Erschreckende dran und obwohl ich wirklich tagtäglich ganz viele Geschichten höre, also es, ich bekomm vor lauter Kopfschütteln über das wirklich Schleudertrauma, weil es

unfassbar ist. Wie nicht geschult gerade diese Institution Beratungsstellen sind die die Zeichen der Gewalt nicht erfassen und diese Gewalt gegenüber dem Kind, auch wenn sie in Anführungszeichen indirekt ist oder keine körperliche Gewalt stattfindet, so verharmlosen und wie sehr alle dazu beitragen. Dass Kinder weiterhin missbraucht wird und auch traumatisiert werden. Und dann ist definitiv ganz viel Aufklärungsarbeit noch notwendig, um diesen Zustand, um diesen Zustand wirklich zu

verändern. Karolin. Wenn du. Jeder dritten Frau, die davon betroffen ist, aus deiner heutigen Position heraus. Etwas mitteilen. Könntest was. Dann würde ich ihr mitteilen, dass sie total stark ist und. Sie sich das absolut nicht gefallen lassen muss und das ist OK jetzt Hilfe anzunehmen. Und. Wie soll ich das sagen? Ja, ich kann es gar nicht richtig zusammenfassen. Und es ist total stark, wenn man

sowas durchgestanden hat und. Egal wieviel Angst man hat, vor dem was passieren könnte, das ist der Schritt auf jeden Fall wert ist. Mhm, ja. Noch was dazu sagen aus Deiner persönlichen Geschichte, welche Dinge jetzt abgesehen von deiner besten Freundin. Die noch geholfen haben, diese Beziehung zu überleben und Schritt für Schritt wieder in deine Kraft. Zu kommen gibt es da irgendwas. Auf jeden Fall.

Also ich habe angefangen. Produkte zu vertreiben, nebenbei, und da gab es immer solche Seminare. Und da gings eben ganz doll darum, was man im Leben möchte und was nicht. Und. Ja, durch diese Seminare, und die habe ich dann auch teilweise heimlich besucht. Weil ich das gar nicht

aussprechen kann. Ja, die haben ja unheimlich geholfen zu erkennen, was ich für mein Leben bin und dass ich nur dieses eine Leben hab und dass ich der einzige Mensch bin, der was daran ändern kann, also Persönlichkeitsentwicklung. Ich hab mir viele Videos angeguckt auf youtube über Narzissmus, um zu verstehen, was da passiert ist, was da mit meinem Gehirn passiert ist. Und ja, also hab versucht, mir eben selbst zu helfen. Carolin nochmal vielen Dank.

Aus tiefstem Herzen, dass du den Mut hattest, deine Geschichte zu teilen. Ich danke dir für deine Zeit. Ich hab zu danken. Und es ist so wichtig durch diese Geschichten. Anderen Frauen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Die.

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