HVB Markt-Briefing: US-Wirtschaft im Fokus: Trumponomics oder Bidenomics nach den US-Wahlen? - podcast episode cover

HVB Markt-Briefing: US-Wirtschaft im Fokus: Trumponomics oder Bidenomics nach den US-Wahlen?

May 06, 202427 minEp. 84
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Episode description

- It‘s the economy, stupid! – stimmt das noch? - Trump-Sieg: Was plant er wirtschaftlich? - US-Zölle: Wirklich nur ein Vorteil für die USA? - Biden-Sieg: Bleibt dann alles wie es ist? - Was zeigt das Angstbarometer der Finanzmärkte? - US-Anlagen: Welche Folgen hätte ein Trump-Sieg? - Das Portfolio sturmfest machen: Wie geht das?

Transcript

Herzlich Willkommen sagt Titus Groda. Wir beginnen das HVB-Markt-Briefing heute mit einem Fun-Fact. Das berühmte weiße Haus in Washington ist in einem Farbton gestrichen, der sich Whisper White nennt und vielleicht noch interessanter oder überraschender ist, die verwendete Farbe

stammt von einem deutschen Mittelständler. Warum diese Fakten gleich zu Beginn, weil wir im heutigen Podcast ausloaten wollen, wie sich der Ausgang der Präsidentschaftswahl im Herbst in den USA auch auf Firmen und Anleger hierzulande auswirken dürfte. Am 5. November wird gewählt und wie schon vor vier Jahren steht es nach heutigen Umfragen spitz auf Knopf, wer das weiße Haus danach innehaben wird. Der Republikaner Donald Trump

oder der demokratische Amtsinhaber Joe Biden. Beide verfolgen sehr unterschiedliche ökonomische Konzepte, Unternehmen steuern, Infrastrukturprojekte, Zölle, Klimaschutz, die Auswirkungen auf Europa. Dazu gibt es ein ganzes Bündel an Fragen. Die Antworten wird heute Andreas Rees geben. Er ist ökonomischer Experte der HVB, genauer gesagt Chefökonom Deutschland.

Hallo Andreas. Hallo Titus, grüß dich. Als Donald Trump 2016 die Wahl bereits einmal in die Wand folgte nach einer Schocksekunde über die folgenden vier Jahre gesehen eine Rallye am Aktienmarkt von mehr als 50 Prozent beim S&P 500, auf welches Szenarien sich Investoren nun nach der Wahlentscheidung im Herbst einstellen sollten. Das sagt uns

Chief Investment Officer Philipp Gestake ist. Hallo, Philipp. Hallo Titus. Viel wird bereits über das vergleichsweise ruhelalter der Kandidaten Trump und Biden geredet, doch wie sieht es eigentlich mit den Vitalwerten der US-Wirtschaft insgesamt derzeit aus? Die erste Frage an dich Andreas. Fundamental Altersträge wirkt die Ökonomie der Vereinigten Staaten ja momentan eigentlich nicht, oder? Nein Titus, also absolut nicht. Und wenn man das auf einen

ganz kurzen Nenner bringen will, die US-Wirtschaft ist robust. Das ist positiv. Das negative ist, die Inflation ist auch hartnäckiger als gedacht. Und wenn ich jetzt mal mit der Inflation anfahme, da lagen wir zuletzt immer noch bei rund 3,5 Prozent. Das heißt, seit frühesommer letzten Jahres geht die Inflation nicht weiter zurück. Mal war sie ein bisschen höher, mal

ein bisschen niedriger. Aber im Schnitt sind wir nicht von der Stelle gekommen. Und es bedeutet auch, dass die amerikanische Notenbank die Leitsinzen in dem Jahr nicht so stark senken wird, wie wir das noch zum Jahresanfang erwartet hatten. Wir haben deshalb unsere Prognose angepasst und rechnen jetzt nur noch mit drei Sinssenkungen in diesem Jahr um jeweils 25 Basispunkte. Und ich muss ehrlicherweise zugeben, am Ende es könnten dann auch nur

zwei Sinssenkungen werden. Und die Fett wird auch erst nach der Sommerpause mit den Sinssenkungen beginnen. Das heißt, also die ECB wird, und das ist außergewöhnlich, aller Voraussicht nach schon im Juni damit anfangen und damit früher als die amerikanische Notenbank. Aber jetzt nochmal zurück zur amerikanischen Konjunktur. Die schaut wirklich robust aus. Also keine Rezession. Das war ja lange Zeit die große Befürchtung, zumindest von vielen Anlegern.

Die amerikanische Wirtschaft ist jetzt im ersten Quartal mit rund anderthalb Prozent gewachsen. Das war ein Ticken weniger als gedacht, aber insgesamt doch ziemlich ordentlich. Und das dürfte sich auch im weiteren Jahresverlauf nicht ändern. Also die US-Wirtschaft sollte wirklich auf einem ordentlichen Wachstumskurs bleiben. Du vertrittest ja schon länger auch hier im Podcast die Meinung, die US-Wirtschaft würde

eigentlich besser laufen als vermutet. Die Frage ist aber, warum profitiert Amtsinhaber Joe Biden nicht davon? The Economy Stupid ist so eine Wahlkampfweisheit aus den USA, bedeutet, wer gute ökonomische Werte in seiner ersten Amtszeit vorweisen kann, der hat auch gute Chancen, die zweite Amtszeit zu gewinnen. Bei beiden aber greift das offenbar nicht laut aktueller Wirtschaftszahlen. Müsste er doch eigentlich Präsident bleiben?

Ja, das stimmt hier. Tittos eigentlich. Müsste beiden profitieren. Man muss natürlich fair verweise sagen, dass wir keinen richtig ganz starken Ausschwung haben in den USA. Aber ja, es ist schon insgesamt eine gute Entwicklung. Vor allen Dingen, das ist ja ganz wichtig für den Wähler. Der Arbeitsmarkt läuft weiterhin sehr gut. Wir hatten jetzt in den letzten 12 Monaten ein Beschäftigungsaufbau von insgesamt rund 3 Millionen, also 3 Millionen neue Jobs,

das ist wirklich gut. Dann eine Arbeitslosenrate, die deutlich unter 4 % liegt und auch die Löhne sind ja angestiegen. Zuletzt immerhin noch mit mehr als 4 %. Das heißt, Lohnzuwachs 4 %, Inflationsrate 3 %, also zumindest einen leichten Zuwachs bei den Reallöhnen. Also eigentlich müsste die wirtschaftliche Entwicklung Joe Biden schon helfen. Aber wir wissen das aus den Umfragen, dass die Wähler das sehr unterschiedlich wahrnehmen, diese wirtschaftliche

Lage. Und das hängt offensichtlich ganz stark von der Parteizugehörigkeit ab. Denn rund 75 % der Wähler, die Anhänger der Demokraten sind, die sagen, dass es ihnen wirtschaftlich besser geht als zu Beginn der Amtszeit von Joe Biden. Bei den republikanischen Anhängern, da schaut es ganz anders aus, da sagen es nur rund 20 %. Und das Interessante ist bei den

Wechselwählern, da ist es so 50/50. Also offensichtlich ist die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Wähler sehr stark gespalten und es lassen sich dadurch auch keine eindeutigen

Rückschlüsse auf den Wahlausgang ziehen. Wie geht ihr denn als beratende Volkswerte mit dieser Situation um, mit dieser Unsicherheit, dass uns wieder ein totales Foto-Finish ins Haus steht, dass es also vermutlich erneut eine wahnsinnig knappe Entscheidung wird, wer ins Weiße Haus einzieht gerade, weil ja die ökonomischen Pläne von Trump und Biden ja doch sehr unterschiedlich sind? Ich fange mal an mit dem, was wir nicht

machen. Wir spekulieren nicht über den Wahlausgang und wir machen unsere Prognosen für Wachstum, Inflationen, Zinsen und so weiter, auch nicht vom Wahlausgang abhängig. Also was entscheidend ist für uns ganz wichtig, wie entwickelt sich die US-Wirtschaft fundamental? Da steht nach wie vor im Mittelpunkt unsere Analyse und ich denke, das ist nach wie vor auch sehr,

sehr wichtig für die Finanzmärkte. Aber natürlich ist es schon klar, dass sich die amerikanische Wirtschaft nicht in einem luftlären Raum bewegt und natürlich haben politische Entscheidungen

auch einen signifikanten Einfluss auf die Wirtschaft. Also was machen wir? Wir schauen uns die Wahlprogramme und die Kommentare der beiden Kandidaten an und dann überlegen wir uns, in welchen wirtschaftlichen Bereichen der US-Präsident diese fundamentale Entwicklung beeinflussen oder vielleicht sogar stark beeinflussen könnte, egal ob das jetzt am Ende Trump sein wird oder Biden. Also wir denken in Szenarien, um dann gegebenenfalls unsere

Prognosen anpassen zu können. Biden hat ja ein Leuchtturmprojekt aus seiner ersten Amtszeit mit dabei, den sogenannten Inflation Reduction Act, ein gigantisches Konjunkturprogramm mit zahlreichen Impulsen für die nachhaltige Transformation der US-Wirtschaft. Nehmen wir mal an, Trump erobert das weiße Haus nun erneut. Was wird er rückgängig machen

und was wird er auch sonst noch umsetzen? Ja, es gibt noch unsere Einschätzung drei ganz wichtige Bereiche, wo man dann wirklich ganz genau hinschauen sollte und wo man eben in diesen Szenarien denken muss. Was dann wirklich kommt, zum Beispiel wie im Wahlprogramm von Trump oder von Joe Biden versprochen oder nicht. Also drei Punkte. Einmal die Steuer- und Finanzpolitik. Da möchte Donald Trump den Körperschaftsteuersatz verringern auf 15% von derzeit 21%.

Aber ganz wichtig an der Stelle für ein solches Vorhaben, da braucht er die Zustimmung des Kongresses. Und je nachdem wie die Kongresswahlen dann ausgehen, kann Trump dies umsetzen oder eben auch nicht. Also das ist ganz wichtig, denn am 5. November finden nicht nur die Präsidentschaftswahlen statt, sondern auch die Kongresswahlen. Und vom Ausgang dieser Kongresswahlen wird zu einem guten Teil abhängen, was der Präsident auch tatsächlich durchsetzen kann.

Aber wenn es natürlich zu dieser Steuersenkung kommen sollte, dann wäre das ein Plus für die größeren Unternehmen und es könnte auch ein positiver wirtschaftlicher Impuls entstehen. Dann der zweite Bereich, den hast du schon genannt, Titels, das ist die Energiewende in den

USA und der Inflation Reduction Act, den Trump gerne rückgängig machen würde. Also die Aufhebung von steuerlichen Vergünstigungen, wenn Unternehmen in die Produktion von erneuerbaren Energien investieren, das wäre natürlich für den Kampf gegen den Klimawandel ausgesprochen kontraproduktiv. Das habe ich schon glaube ich im letzten Podcast angesprochen. Also wenn die USA hier eine Rolle

rückwärts machen würden, dann wäre das schlecht für den Klimawandel. Es hätte auch Folgen für uns Europäer, denn es würde dann für uns noch schwerer werden, sich unabhängiger zu machen von China, denn China dominiert ja die grünen Wertschöpfungsketten. Also wenn man sich die Produktion anschaut von Batterien, Solarzellen, Windkrafträdern, da hat China fast schon eine Monopolstellung. Ja und dann noch der dritte wirtschaftliche Bereich für uns in Deutschland

ganz wichtig, das ist die Antilpolitik. Donald Trump möchte die Zollsätze auf Güter aus China von derzeit rund 20 Prozent auf mindestens 60 Prozent anheben, aber eben auch die Zölle von Importen aus der restlichen Welt von derzeit 3 Prozent auf 10 Prozent anheben. Und das hätte natürlich dann schon negative Implikationen zum Beispiel für die deutschen Exporte. Und

vielleicht noch zum Schluss Titus. Ich habe gerade gesagt, der US-Präsident agiert nicht völlig unabhängig vom Kongress, das ist in vielen Bereichen der Fall, aber bei der Handelspolitik und bei den Zöllen, da schaut es anders aus, da kann der US-Präsident auch Alleingänge machen und weitgehend

unabhängig agieren. Hohe US-Zölle auf Importen aus Asien, möglicherweise auch aus Europa, das passt zum unilateralen Wirtschaftskurs, den wir bereits aus der ersten Präsidentschaft von Trump kennen, heißt das denn grundsätzlich nur Gutes für die USA und Schlechtes für den Rest der Welt? Wie ist da deine Meinung? Ja, ich glaube, das ist natürlich die Logik von Donald Trump, wenn er das umsetzen würde. Aber wenn ich nochmal von vorne anfange, natürlich, das habe ich gerade schon

gesagt, es wäre schlecht für exportorientierte Länder wie Deutschland. Denn wenn wir uns mal die deutschen Exportanteile anschauen, da gehen etwa zehn Prozent der gesamten deutschen Ausfohren in die USA und wenn man sich mal die Sektoren anschaut, Automobil, Maschinenbau, da ist der Anteil sogar noch etwas höher und bei der deutschen Farmeindustrie, da liegt der Exportanteil sogar bei über 20 Prozent,

also doch eine relativ starke Abhängigkeit. Aber was du gerade angesprochen hast, das ist ganz, ganz wichtig. Auch für die USA würde es wahrscheinlich negative Wirkung geben. Das könnte also, wenn die Amerikanen jetzt wirklich breit angelegt die Zölle anheben würden, zu einem Bummerang werden. Denn auf der einen Seite ist natürlich klar, das Kalkül von Trump, man macht ausländische Produkte teurer und deshalb wird mehr in den USA selbst produziert. Aber da gibt es eben viele riesigen

Unnebenwirkungen. Also vielleicht kann ich mal ein ganz konkretes Beispiel machen. Aus der ersten Amtszeit von Präsident Trump damals ab 2017. Trump hat in seiner ersten Amtszeit höhere Zölle auf Stahl durchgesetzt und die amerikanischen Stahlproduzenten, die haben davon natürlich profitiert, weil sie mehr absetzen konnten und sie konnten auch höhere Preise durchsetzen. Aber da

fangen dann natürlich auch schon die Probleme für die USA selbst wieder an. Denn andere amerikanische Unternehmen, die Stahl verwendet haben, mussten die höhere Preise bezahlen, dadurch sind die Kosten gestiegen und sie haben auch in Wettbewerbsfähigkeit verloren. Oder für die amerikanischen Konsumenten. Da ist ein ziemlicher Kaufkraftverlust entstanden. Es gibt auch Untersuchungen von Volkswirten und auch von der amerikanischen Notenbank, die zeigen ganz klar, dass am Ende die

Nachteile größer waren für die gesamte amerikanische Volkswirtschaft als die Vorteile. Und jetzt nochmal ganz konkret auf die aktuelle Lage in den USA übertragen. Wir haben ja immer noch eine relativ hohe Inflationsrate. Wenn jetzt Zölle eingeführt werden würden, höhere Zölle, dann würde diese Inflation zusätzlich angefacht werden und die Fett könnte dann aller Voraussicht nach auch nicht mehr die Zinsen senken. Wahrscheinlich würden wir dann vielleicht sogar Zinseröhren

kriegen und das würde die Wirtschaft wieder belasten. Also durchaus möglich, dass Nachteile zu erwarten sind für die US-Wirtschaft durch die höhere Zölle. Was passiert aber eigentlich, wenn der Demokrat Joe Biden im Weißen Haus bestätigt wird und die Wahl gewinnt? Er lag ja auch schon mal in den letzten Monaten vor Trump in den Umfragen. Der Wahlkampf geht gerade erst in

die heiße Phase und Biden hat ja auch eine realistische Chance zu gewinnen. Ja, ich denke grundsätzlich, die beiden Nomics, die wir jetzt in der ersten Amtszeit von ihm gesehen haben, würden erhalten bleiben. Das heißt also, der Inflation Reduction-Eck bleibt. Wir würden weiterhin einen Ausbau der Infrastruktur sehen mit öffentlichen Geldern. Aber es gibt auch den einen oder anderen und auf photoshooters.com.

Änderungen abzielen. Also ein Beispiel, die Demokraten möchten die Körperschaftssteuer erhöhen. Trump möchte sie ja senken, Joe Biden möchte sie erhöhen auf 28 Prozent von 21 Prozent. Natürlich gilt hier wieder das, was ich vorhin gesagt habe. Es hängt ganz stark vom amerikanischen Kongress ab, also ohne den geht da nichts. Also das sind Unterschiede. Ich glaube da, wo sich

Biden und Trump gar nicht mal so sehr unterscheiden. Das ist die Haltung zu China, weil China, das ist der Konkurrenz der USA schlechthin wirtschaftlich, aber vor allen Dingen natürlich auch politisch und militärisch. Und auch da verdritt Biden eine harte Linie. Also weil, das muss man ja auch sehen, China doch auch unfaire Handelspraktiken verfolgt. Und da möchte Trump natürlich aber auch Biden

dem etwas entgegensetzen. Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass Präsident Biden Mitte April gesagt hat, dass er die Zölle auf chinesischen Stahl und Aluminium weiter anheben möchte. Also auch bei der Einfuhr von chinesischen Autos, auch da Vertreter, eine harte Linie. Also insgesamt denke ich, da liegen Biden und Trump gar nicht mal so weit auseinander. Philipp, die Anlage-Profis in New York, London, Frankfurt und auch bei euch bei der HVB. Wie

stellen die sich auf diese besondere US-Wahl im Herbst ein? Gibt es ein Trump-Beben oder eine beiden Bubble? Was besagt der berühmte Wix-Index, der die Nervosität der Anlieger anhand der Volatilität misst? Und dann heißt es ja auch immer, politische Börsen hätten kurze Beine. Das heißt, dramatische politische Einschnitte wiegen demnach offenbar in der Wertentwicklung gar nicht

so schwer. Wie siehst du das? Ja, Titus, dieses Beaumont politischen Börsen haben kurze Beine, fast im Prinzip zusammen, dass die Einschätzung der Kapitalmärkte bezüglich kurzfristiger Auswirkungen von solchen Wahlereignissen meistens überschätzt werden, häufig die langfristigen Auswirkungen unterschätzt werden und deswegen rund um solche großen Ereignisse eben die Märkte etwas volatiler sind. Du hast bereits angesprochen, das kann man an dem Volatility Index oder Wixindex

sehr schön ablesen. Das ist ein Index, der die Volatilität und zwar die zukünftige erwartete Volatilität am S&P 500, dem großen amerikanischen Aktienindex, misst. Also da wird jetzt nicht historisch geschaut, wie stark sind die geschwankt, sondern es wird geguckt, was ist die implizite Volatilität von Optionen auf den S&P 500 und daraus wird dann eine erwartete Volatilität abgeleitet. Jetzt ist aber wichtig, die Laufzeit dieser Optionen, die da in Betracht gezogen werden,

gehen bis 30 Tage. Das heißt nicht so wahnsinnig weit in die Zukunft und deswegen ist das noch ein bisschen zu früh, dass dieser Index auf die Wahl reagiert nebenbei beidemärkt. Der Wix ist aktuell wieder ein bisschen zurückgekommen, der ist mal von 15 auf fast 20 Prozent gestiegen, implizite Volatilität, die jetzt wieder bei 15 zurück. Da ging es eben um die überraschenden Inflationszahlen in den USA, aber beim aktuellen Index stand zwischen 14, 15 und darunter ist das

eigentlich nah historischer Tiefstände. Also das heißt im Moment sind die Märkte diesbezüglich noch relativ cool. Relative Gelassenheit an den Märkten der Wix wird im übrigen von der Chicago Terminwürse, wenn ich recht unterrichtet bin, festgestellt. Du hast es schon angesprochen,

die Optionen, die dort gehandelt werden, spielen da eine Rolle. Aber sonntieren wir zunächst mal die Auswirkungen auch auf die USA, wenn Trump gewinnt, dann wird es spannend werden, womit Rechnenanleger da auf welchen Märkten und welche Branchen könnten dann zum Beispiel wieder attraktiver

als bisher im Aktienmarkt werden. Ja, ein Teil davon hat Andreas ja schon genannt. Ein ganz wichtiges Thema werden natürlich Zölle sein und da werden sich die Märkte dann die Frage stellen, welche Branchen könnten davon profitieren, vielleicht auch nur kurzfristig, welche möglicherweise davon belastet werden. Weitere Themen, die da im Raum stehen,

sind natürlich weitere politische Initiativen. Es wird zum Beispiel immer wieder drüber gesprochen, dass Trump einem ihm etwas politisch gewogeneren Fettpräsidenten wählen lassen möchte, um dann eine etwas für ihn genehmere Geldpolitik haben zu können. Das könnte dann wieder Auswirkungen

auf Zinsen, aber natürlich auch auf Wechselkurse haben. Denn wenn zum Beispiel der Markt zu der Einschätzung kommt, dass die Vertrauenswürdigkeit oder die Unabhängigkeit der amerikanischen Zentralbank im Risiko steht, dann wäre das durchaus etwas, was negativ auf den US-Dollar auswirken könnte und natürlich auch wieder Rendite treibend wirken könnte. Und ein ganz

wichtiges Thema noch, das war vor kurzem auch eine Schlagzeile. Da hat der Chef des Congressional Budget Office, das ist ein sogenanntes Bipartisan, also ein überparteiliches Gremium im Kongress, davor gewarnt, dass das fiskalische Defizit der USA auf einem Fahrt ist, der möglicherweise

gefährlich werden könnte. Und er hat einen Vergleich zu den Erfahrungen in Großbritannien unter der damaligen Prämie-Miristerin Liz Truss gezogen, das also anfandet, nicht gegen finanzierte Steuersenkungen Vertrauen an der Börse verspielen könnten gegenüber Staatsanleihen der USA und hat eben vor einer entsprechenden Entwicklung gewarnt und Trump sieht ja starke

Steuersenkungen vor. Also auch das könnte natürlich, je nachdem wie sehr die sozusagen in den Fokus einer möglichen Trump-Administration fallen, dann auch an den Märkten für Volatilität sorgen. Die Steuerpläne von Liz Truss hatten ja damals das Fundgewährig unter Druck gebracht und auch den Rentenmarkt in Großbritannien ziemlich durcheinander gewirbelt. Wie sieht es denn in Europa nun aus, wenn Trump gewählt werden würde? Was erwarten Anleger hier als

Folge? Und da kommen ja vermutlich eine ganze Reihe von Dingen zusammen. Auch wieder ein stärkerer Isolationismus in der Außenpolitik. Kannst du das mal für uns aufdröseln? Ja, auch hier spielt natürlich Zölle eine große Rolle. Was wichtig ist ist, wenn man diese Solthematik für die europäische Wirtschaft anschaut, dann ist es so unter den Börsen gehandelten Unternehmen etwa 25 Prozent der Umsätze europäischer Unternehmen gehen auf

die USA zurück. Das hört sich jetzt zunächst einmal nach viel an. Aber wichtig ist, wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass ein Großteil dieser Umsätze aus lokaler Produktion resultiert. Also aus Produktion in den USA, also Local Production for Local Consumption

europäische Unternehmen produzieren, also in den USA. Und dass man eher nur einen niedrigen einstelligen Anteil an Umsätzen hat, die tatsächlich auf Export, also Produktion von Gütern, in Europa, die dann in die USA verschifft werden und dann eben unter entsprechenden Malos von Zöllen fallen könnten. Ein weiteres wichtiges Thema, du hast es angesprochen,

ist das Zollationismus. Könnte natürlich sein, dass die Aufmerksamkeit in Europa auf die Verteidigungstechnologie noch stärker in den Fokus gerät und das natürlich dann eine Branche ist, die auch an den Börsen ein bisschen mehr in den Fokus der Anleger gerät. Und auf der anderen Seite aber natürlich das Thema eines möglichen Rückbaus vom Inflation Reduction Act, was dann möglicherweise sich etwas ungünstiger auf Nachhaltigkeitstechnologien

auswirken würde. Was zur Verteidigungstechnologie zu sagen ist, muss man ja auch sagen, dass das seit dem Beginn des Angriffskriegs Russland auf Ukraine natürlich auch in Europa und in den USA ein großes Thema ist. Also so groß würde vermutlich der Auswirkungen einer Trump-Administration im Unterschied zu einer beiden Administration nicht sein.

Es gab ja zuletzt in den USA auch Oppositionen gegen sogenannte ESG Assets, also nachhaltige Finanzanlagen, einige große Investoren folgten der Argumentation vieler Trump-Anhänger, wonach ESG-Anlagen kein Geld mehr verdienen, weil eben Klimaschutz gar nicht so wichtig sei, sollte da also überhaupt kein Geld mehr in solche Assets reinfließen. Erwartest du im Fall eines Trump-Seeks ein Erstarken dieses Trends?

Das könnte natürlich sein, man muss allerdings dazu sagen, dass das auch zu einem großen Teil schon auch ein bisschen politisches Geplänkel war. Worum es da geht, dass also bestimmte Staatsregierung von Bundesstaaten Aufträge nicht mehr an bestimmte Assetmanager vergeben

haben, wenn sie sich eben nach ESG-Richtlinien halten. Generell ist es so, wenn man mal die eine Perspektive kritisch betrachtet, dass Anleger investieren, unabhängig der ökonomischen Aussichten, nur weil etwas ein ESG-Label hat und das kritisch betrachtet wird, dann sollte man vermutlich auch den Umkehrschluss kritisch betrachten, dass jemand nicht in nachhaltige Technologien oder in ein nachhaltiges Geschäftsmodell investieren will, obwohl es finanziell und

ökonomisch attraktiv ist, nur weil es nachhaltig ist. Also ich glaube, die Anleger werden schon sehr genau darauf gucken, ob das ökonomisch sinnvoll ist oder nicht. Aber diese ökonomische Auswirkungen, die lässt sich natürlich schon durch politische Initiativen oder eben einem Rückbau des Inflation Reduction Acts negativ beeinträchtigen. Also von daher könnte schon

was kommen. Aber dieses politische Geblänkel, ich glaube, da müsste man erst mal ein bisschen durch die Schlagzeilen durchgucken und sehen, was da kommt. Abschließend gefragt, wie sturmfest muss man nun sein Portfolio eigentlich machen in den nächsten Monaten bis zur Wahl? Was bereitet ihr da ganz konkret im eigenen Portfolio vor, für den Fall, dass beiden oder eben Trump gewinnt? Aus dem Trump-Wahlsieg vor acht Jahren habt ihr ja schon etwas Erfahrung gesammelt, nämlich an.

Ja, beim Trump-Seek vor acht Jahren war das so, dass ja viele Auguren, ich eingeschlossen, eher kritisch über die Auswirkungen am Kapitalmarkt gedacht haben. Aber man muss sagen, diese negative Phase, die hat in der Wahlnacht nur ein paar Stunden gehalten und dann ging die Trump-Rally los. Also auch das muss man vielleicht ein bisschen vorsichtig betrachten. Generell ist es so, dass natürlich Donald Trump ein eher transaktionelles Verständnis

von Wirtschaft hat. Also Wirtschaft ist ein Nullsummspiel. Mein Gewinn muss ja Verlust jemand anderen sein. Andreas hat es auch schon so ein bisschen angeleuchtet. Das könnte natürlich dazu führen, dass Donald Trump eher kritisch auf Themen schaut, die positiv für Europa sind und dieser kritische Blick und mögliche Maßnahmen sich dann eben auch

explizit negativ auf Europa auswirkt. Das könnte dazu führen, dass bereits vor der Wahl die Märkte europäischen Aktien im Vergleich zu amerikanischen Aktien ein bisschen vorsichtiger sind und das könnte Volatilität auslösen. Aber man muss da einen anderen Effekt noch mit berücksichtigen, nämlich die Tatsache, dass die jüngsten makroekonomischen Daten in Europa eher positiv überraschen auf noch relativ niedrigen Niveau, aber positiv überraschen.

Das heißt, die europäische Wirtschaft stärker ist, auch die deutsche Wirtschaft stärker ist, als der Markt das gedacht hat. Und auf der anderen Seite für die USA gilt das Gegenteil auf relativ erstaunlich hohen Niveau ist es jetzt so, dass die jüngsten Zahlen in den USA eher enttäuscht haben. Und das müsste man natürlich gegen Gewichten gegenüber

einem Trend weg aus Europa hin zu den USA. Wir sind im Moment noch neutral diesbezüglich, haben unser Portfolio so aufgestellt, wie wir das aktuell für sinnvoll erachten und würden das beobachten. Wenn der kritische Blick auf Europa durch einen Erstarken der Wahlchancen von Donald Trump zunehmen würde, dann könnte man ein bisschen des Volumens von Europa in

die USA umschichten, um sozusagen das Portfolio ein bisschen robuster zu machen. Aber wie gesagt, Europa und europäische Unternehmen stehen ökonomisch gerade gar nicht so schlecht da. Unsere Spezialauskabel zu den US-Präsidentschaftswahlen 2024 geht zu Ende. Es könnte am 5. November englisch ausgedrückt wieder ein echter Nail-Beiter werden. Ein so knappes Ergebnis, also dass

bis zur endgültigen Siegerährung nervös auf den Nägeln gekaut werden muss. Wie es auch ausgeht, wir hoffen, wir haben alle möglichen Wirtschaftdienstszenarien gut für sie analysiert. Danke an Andreas Rees und Philipp Gistakis. Dafür bis zur US-Wahl sind es noch ein paar Ausgaben dieses Podcasts und Wahlen dürfen im Superwahljahr 2024 unhing weiter eine tragende Rolle bei uns hier spielen. Das Team-Markt-Pfiffing sagt Tschüss bis in 14 Tagen. Ab 20. Mai steht

schon die nächste Ausgabe bereit. Danke für die Treue und ihre Feedbacks unter markt-biefing@uni-kredit.de können Sie gerne neue Themenvorschläge und Fragen bei uns platzieren. Wir hören uns wieder. Machen Sie es gut dabei. [Musik] [Musik] Ich habe einen YCL-Preservoirs mit den beiden freuen sich, dass sie sonst immer noch an den Wettberg sind.

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