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GAG518: Der erste Detektiv

Aug 27, 202553 minEp. 518
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Summary

Diese Episode taucht tief in das Leben von Eugène-François Vidocq ein, einer faszinierenden Figur, die sich vom mehrmaligen Gefängnisausbrecher zum Chef der Pariser Brigade de Sûreté und später zum ersten Privatdetektiv der Geschichte entwickelte. Die Diskussion beleuchtet, wie seine schillernde Biografie sowohl die Kriminalpolizei als auch die Entstehung der Detektivliteratur, inspiriert von Figuren wie Sherlock Holmes, maßgeblich prägte. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit Vidocqs eigene Erzählungen und seine Ghostwriter die Grenze zwischen Realität und Fiktion verwischten und wie sein Mythos bis heute fortbesteht.

Episode description

Eine Geschichte über Eugène François Vidocq

Eugène François Vidocq bricht mehrfach aus dem Gefängnis aus, wird Spitzel für die Pariser Polizei und schließlich „Chef de la Brigade de Sûreté“. Seine Biographie beeinflusst nicht nur die Entstehung der modernen Detektivgeschichten – von Auguste Dupin bis hin zu Sherlock Holmes: Mit der Gründung seiner Detektei wird Vidocq schließlich zum ersten Privatdetektiv der Geschichte.

Aber was ist real und was ist fiktiv in der Überlieferung von Vidocqs Leben? Wir sprechen in der Folge über einen Grenzgänger zwischen Kriminalität, Polizeiarbeit und Literatur.

Erwähnte Folgen Literatur
  • James Morton: The First Detective: The Life and Revolutionary Times of Eugene Vidocq, Criminal, Spy and Private Eye, 2004.
  • Robin Walz: Shady Detectives, Elegant Criminals & Dark Avengers: https://shadydetectives.com/

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Transcript

Einführung und Rückblick Beriberi

Lernt ein bisschen Geschichte. Lernt ein bisschen Geschichte, dann werdet ihr sehen, wie der Reporter sich damals entwickelt hat. Wie der sich damals entwickelt hat. Hallo und herzlich willkommen bei Geschichten aus der Geschichte. Mein Name ist Richard. Und mein Name ist Daniel. Ja, und wir sind zwei Historiker, die sich hier Woche für Woche, seit fast zehn Jahren,

gegenseitig eine Geschichte aus der Geschichte erzählen. Das Besondere daran, der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Richtig. John Daniel, werter Daniel, wir sind nun angekommen.

Eugène Vidocq: Krimineller und Detektiv

Bei Folge 518. Weißt du noch, über was wir in der vorherigen Folge gesprochen haben? 517. Du hast über Bieri-Bieri, also eigentlich geht es um die Suche nach einer Krankheit. Um die Ursache einer Krankheit. Die Krankheit, die hat sie gefunden, sagen wir so. Und es geht um Reis und Vitamine. Genau. Und im Grunde die Entstehung der sogenannten Vitaminforschung.

Vidocqs Jugend und Fluchten

Es ist ja ganz interessant, weil die Frage ist auch aufgekommen, warum heißt das Ganze eigentlich Vitamin B und nicht Vitamin A? Die Sache ist, Anfang des 20. Jahrhunderts war klar, es gibt diese Komplexe. beziehungsweise diese Faktoren, die was mit der Ernährung zu tun haben und eben dafür sorgen, also zwar wichtige Rolle spielen, aber es war noch nicht benannt. Und der große Unterschied ist, Vitamin A ist fettlöslich und Vitamin B, dieser Komplex, ist wasserlöslich.

Vom Informanten zum Polizeichef

Und Vitamin A wurde zwar vorher entdeckt, aber noch nicht so benannt. Und dann so benannt, aber das eigentliche erste synthetisierte Vitamin war dann das Thiamin. Aus dem Vitamin-B-Komplex. Interessant. Ja, Richard, gibt es Feedback zur Folge? Das war schon Teil des Feedback, weil jemand das gefragt hat. Aber ansonsten, weiteres Feedback landet dann.

dem nächsten Feed-Gag, der dann irgendwann kommen wird. Sehr gut. Eine Sache, die man auf jeden Fall lernt, ist also am besten Vollkornreis zu essen.

Die fiktionalisierte Biografie Vidocqs

Naja, es ist nicht zwingend nötig. Die Problematik ist ja entstanden, weil in Japan und anderen Ländern, in denen Beriberi aufgetreten ist, da ist Reise eben nicht nur Grund, sondern ein Hauptnahrungsmittel. Und wenn du dich in erster Linie davon ernährst, bei uns europäische Ernährungsgewohnheiten, da haben wir einen anderen Mix und deswegen ist es nicht nötig, hier dann immer braunen Reis zu essen. Ich mag ja polierten Reis auch lieber.

Vielleicht noch was feedbackmäßig, weil die Frage war, was hat es denn eigentlich mit Parboiled Reis auf sich? Beim Parboiled Reis ist es nämlich und das ist aber etwas, was zwar schon…

Vidocqs Mythos versus Realität

gemacht worden ist, aber so richtig verbreitet ist es dann auch erst später worden. Deswegen hat es nicht wirklich geholfen gegen Beerebeere. Bei Paarbaldreis wird der Reis gedampft und zwar noch in der Schale. Und das sorgt dann dafür, dass die Nährstoffe ins Reiskorn wandern. Und wenn der Reis dann poliert wird, dann hast du so Sachen wie Thiamin auch im Reiskorn. Das heißt, du kannst auch Barboiled Reis essen. Also es ist eigentlich die ideale Version, wenn man lieber...

Gründung der ersten Detektei

polierten Reismark. Eigentlich schon, ja. Und wenn man sich Gedanken darüber macht, ob man genug Thiamin aufnimmt. Ich glaube, ich habe mir bislang noch viel zu wenig Gedanken über meinen Reiskonsum gemacht. Das Einzige, wo ich mir Gedanken mache, ist, haben wir Risotto-Reis zu Hause?

Vermischung von Leben und Legende

Oder nur normalen Reis? Was ich ja in der letzten Folge nicht angemerkt habe, ist, ich bin ja kein großer Fan von Reis grundsätzlich.

Die Fragilität historischer Quellen

Die Wahrscheinlichkeit, dass sie an Beriberi-Erkrankheit zu viel poliertem Reis ist, die geht gegen Null. Also ich finde grundsätzlich wird immer viel zu viel Reis serviert. Ah, verstehe. Also so als Beilage auch. Auch das Sushi, dass man hier so ein... in Europa üblicherweise kriegt. Da ist einfach zu viel Reis dabei. Das ist nicht nötig. Verstehe. Für dich ist es nur eine Sättigungsbeilage.

Ja, wenn überhaupt. Dann lasse ich mich lieber von was anderem sättigen. Ja, verstehe. Aber ich muss auch tatsächlich sagen, wenn ich die Wahl habe, also wenn es bei uns zu Hause heißt, machen wir Reis oder Nudeln dazu, dann nehme ich normalerweise Nudeln. Ich meine, manchmal, lass ich es mir schon einreden, ich finde, wenn es wirklich darum geht, dass was so aufgesogen werden muss, dann finde ich Reis ganz gut. Aber ansonsten, ja. Kennst du Schnitzel mit Reis?

Na. Wird manchmal auch so serviert und da denke ich mir auch, warum? Ne, das würde ich auch so nicht bestellen. Aber ich bin nochmal im Zug gefahren mit am Koch. Und dann haben wir so gequatscht und dann hat jemand gefragt, was sein Lieblingsessen ist. Dann hat er gesagt, Schnitzel mit Reis. Gut, Daniel, genug gequatscht. Ich denke, es ist Zeit, dass wir...

Wikipedia und Vidocqs Mythen

Mit dem Beginn dann, weshalb die Leute hier überhaupt einschalten, nämlich mit einer Geschichte. Und nachdem ich letzte Woche die Geschichte erzählt habe, erwarte ich mir jetzt von dir einen richtigen Banger, wie man es ja schon sagt, in der Jugendsprache.

Feedback, Merch und Danksagung

In welcher Jugendsprache? In deiner Jugend war das Jugendsprache. Irgendwann war es mal Jugendsprache. Richard? Ja. Am 28. Februar 1798 verkleidet sich Eugène-François Vidocq als Matrose und flieht aus dem Gefängnis in Brest, einer Hafenstadt in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs.

Er ist aber noch lange nicht in Sicherheit. Nur kurz nachdem er sich auf den Weg macht, hört er schon die Kanonen, die abgefeuert werden, als Signal, dass jemand ausgebrochen ist. Es werden 100 Fr. als Belohnung ausgelobt für alle, die zur Verhaftung beitragen. Zwei Tage später wird er tatsächlich von Gendarmen aufgegriffen. Er gibt sich als Auguste Duval aus, von dem er nämlich wusste, dass er ein Deserteur ist und vermutlich nicht mehr am Leben ist.

Sie bringen ihn daher in ein Gefängnis bei Lorient, wo er eine Krankheit vortäuscht und deshalb ins Gefängniskrankenhaus gebracht wird. Dort findet er eine Nonnentracht, die er klaut, sich verkleidet und mit der ihm wiederum die Flucht gelingt. Diesmal schlägt er sich bis Jolais durch, wo er eine Arbeit als Viehtreiber annimmt und in den nächsten Monaten ständig unterwegs ist. Über Paris und Arras, wo er geboren ist.

Arras ist ein Ort im Norden Frankreichs, in der Nähe der belgischen Grenze. Von da geht es dann weiter nach Brüssel und schließlich erreicht er Rotterdam. Und dort wird er jetzt gezwungen, auf einem Schiff anzuheuern. Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst, aber über diese Praxis der Zwangsrekrutierung haben wir schon öfter mal gesprochen. Naja, im Englischen sind es die Press Gangs. Genau, Press Gangs oder ein anderes Wort, das in der Seemann-Sprache auch dafür üblich ist, ist Shanghai.

Schatz im Englischen, Shanghai. Ja, üblicherweise haben sie das mit den Leuten gemacht, die irgendwie sturzbesoffen aus den Tavernen getorkelt sind und haben gesagt, komm mit jetzt und dann sind sie aufgewacht auf dem Schiff. Und genauso ist es wie Doc ergangen. Er hat in Rotterdam einen Franzosen kennengelernt, trinkt mit ihm Wein und wacht am nächsten Tag auf einem niederländischen Kriegsschiff auf.

Als er ein paar Monate später, inzwischen hat er auf ein anderes Schiff gewechselt, am Hafen von Ostende an Land gehen will, da wollen die Behörden seine Identität prüfen. Und er gibt sich wieder als Auguste Duval aus und wird verhaftet. Nur, dass ich das richtig verstanden habe, August Duval war ein bekannter Deserteur und er verwendet trotzdem seinen Namen. Genau, ja. Will er verhaftet werden? Gute Frage, dich halt.

Stell sie mir in einer halben Stunde nochmal. Ende August 1799 erreichte das Gefängnis in Toulon am anderen Ende von Frankreich, also das ist an der Küste ganz im Süden in der Nähe von Marseille. Und es dauert jetzt einige Monate bis zu seiner nächsten Flucht. Er ist nämlich jetzt auf einem der berüchtigten Gefängnisschiffe. Und am 6. März 1800 gelingt es ihm auf ein anderes Schiff zu kommen, wo er für ein neues Crewmitglied gehalten wird.

Und in einem unbeobachteten Moment schnappt er sich eines der Ruderboote und so gelingt es ihm dann an Land zu kommen. Und das ist jetzt sein letzter Gefängnisausbruch. Denn in weiterer Folge macht Widock nämlich Karriere bei der Polizei. Und wird zu einem der bekanntesten Kriminalisten und Detektiv der Polizeigeschichte. Und diese Wandlung vom Kriminellen zum Detektiv hat viele Menschen nicht nur fasziniert, sondern auch viele Schriftsteller inspiriert.

Sowohl Sherlock Holmes als auch Auguste Dupin, der erste Detektiv der Literaturgeschichte, erfunden von Edgar Allan Poe, der nimmt Bezug zu V-Doc und Honoré de Baisac, der berühmte französische Schriftsteller. Und Widock und er kannten sich auch persönlich. Baisac hat die Figur des Vautrin in der menschlichen Komödie an Widock angelehnt.

Das ist aber noch nicht alles. Der Inspektor Javé in Victor Hugo's Les Miserables auch an ihn angelehnt. Und ein Monsieur Lecoq, ein weiterer berühmter Detektiv, bekannt aus den Geschichten von Émile Gaboriot. ist auch an Vidocq angelehnt. Also die Namensähnlichkeit von Lecoq und Vidocq ist kein Zufall. Das Interessante ist, dass Vidocq eine reale Person ist, die sich tatsächlich wandelt vom Kriminellen zum Detektiv, aber gleichzeitig

eine entscheidende Rolle spielt bei der Entstehung der literarischen Detektivgeschichten, also der Kriminalliteratur um Ende des 19. Jahrhunderts. Also diese frühen Kriminalatoren sind alle inspiriert worden vom Leben wie Docs. Zumindest kennen die alle seine Geschichte und sie kennen sie so, wie Doc sie verbreitet. Weil, die Frage ist, kennen sie sie nämlich wirklich?

Wird er wirklich vom Kriminellen zum Meisterdetektiv? Sind die Ereignisse, die ich in meiner Einleitung jetzt alle erzählt habe, wirklich passiert? Darüber, Richard, werden wir heute sprechen. Hervorragend, spannend. Das ist ja eine Geschichte in der Geschichte, wenn man es will. Genau. Sehr gut, ich bin schon gespannt. Ich bin vor allem auch gespannt, was ihn überhaupt zum Kriminellen macht. Du hast ja nur erzählt, dass er...

Ständig flieht, aber vor was? Vor welcher Strafe? Es ist in gewisser Weise auch eine Fortsetzungsfolge, weil ich habe in Folge 261 von Adam Wirth erzählt. Und der gilt als der Napoleon des Verbrechens, also als der echte Professor Moriarty. Und jetzt haben wir uns mal die andere Seite an, die Detektivseite. Sehr gut.

Es ist kein Zufall, dass Ende des oder in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so dieses Genre der Detektivliteratur aufkommt. Was weißt du über Vidocq? Ist er dir schon mal begegnet? Kennst du ihn? Nein, noch nie. Fantastisch. Ich habe noch nie gehört von ihm. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich schon lange diese Geschichte erzählen wollte. Eigentlich schon seit Jahren. habe mich aber immer davor gescheut und ich habe wirklich selten so gehadert, eine Geschichte auszuwählen wie diesmal.

Es ist nämlich so, im Zuge meiner Doktorarbeit habe ich mich jetzt nicht direkt mit Vidoc beschäftigt, aber mit den Anfängen der Kriminalistik und Entstehung der modernen Polizei. Und ich habe im Augenwinkel schon wahrgenommen, dass es einen großen Unterschied gibt. zwischen der historischen Persönlichkeit wie Doc und dem medialen Bild, das von ihm gezeichnet wird und das überliefert ist. Und im Zuge meiner Recherchen jetzt für diese Episode hat sich das nur erhärtet. Also ein kleiner Spoiler.

Die reale und die fiktive Person V-Doc, die lassen sich nicht mehr voneinander trennen. Und daran hat V-Doc selber sehr großen Anteil, wie wir gleich sehen werden, denn die vielen Details aus seinem Leben kennen wir vor allem durch seine Biografie. Die Memoir. Ein vierbändiges Werk mit unzähligen Geschichten aus dem Jahr 1828.

Und es gibt sehr viel Literatur, die den Vidoc glorifiziert, wo diese Heldengeschichten aus seiner Biografie, also zu der Zeit, als er bei der Polizei ist, wo die immer wieder wiederholt werden und auch das, was er für die Polizei geleistet hat, sehr stark überhöht wird. In einem Artikel zum Beispiel, der vor kurzem erschienen ist, da steht, in Frankreich war er beinahe ein Nationalheld, denn fast ausschließlich seinen Bemühungen war es zu verdanken,

dass die Kriminalitätsrate zwischen 1812 und 1820 um 40 Prozent sank. Allein, wie soll ich sagen, allein die Tatsache, dass man ihm die Kriminalitätsrate in ganz Frankreich, er war ohnehin nur in Paris tätig. Allein da siehst du schon, wie stark er überhöht wird. Aber das Leben von V-Doc ist gewissermaßen die perfekte True-Crime-Geschichte. Ein Krimineller, der mehr als 20 Mal aus dem Gefängnis flieht.

arbeitet irgendwann für die Polizei. Aber nicht nur das, er reformiert die Polizei und wird zum ersten Kriminalisten und zum ersten Detektiv überhaupt. Und nicht nur das. Er wird gleichzeitig auch zum Vorbild für die entstehenden literarischen Detektivgeschichten. Also die Frage ist, inwieweit verschwimmt hier Fiktion und Realität? Lass uns mal beim Anfang anfangen.

Widock ist im Juli 1775 als Sohn eines Bäckermeisters geboren in Arras. Und wie so oft bei historischen Persönlichkeiten wissen wir über seine Jugend eigentlich relativ wenig. Aber es gibt ja den ersten Band seiner Biografie, in dem er von seinen jugendlichen Eskapaden erzählt. Und er schreibt folgendes am Anfang seiner Biografie. Ich wurde in Aras geboren.

Angesichts meiner vielfältigen Identitäten, meiner Fähigkeit, mich mühelos durch die verschiedenen Gesellschaftsschichten zu bewegen, meiner einzigartigen Begabung zur Verkleidung und um einige Unsicherheiten bezüglich meines Altes auszuräumen, Gestatten Sie mir zu erklären, dass ich am 23. Juli 1775 neben dem Haus zur Welt kam, in dem Robespierre 16 Jahre zuvor geboren worden war. Es war mitten in der Nacht, es regnete in Strömen, Donnergräute.

Eine nahe Verwandte, die zugleich Hebamme war, ahnte, dass mir eine stürmische Karriere bevorstand. In dem Ton geht es vier Bände lang weiter. Klingt ja angenehm. Absolut. Und es ist eine Zeit, also diese Frühphase, in der er als Soldat unterwegs war, als Dieb und als Hochstapler. Also einige der Stationen habe ich ja kurz in der Einleitung schon angerissen.

Das ist eine Zeit, in der er verhaftet wird, er flieht wieder, er wird eingesperrt und es geht so ungefähr bis ins Jahr 1809 weiter. Es beginnt mit kleineren Diebstählen, also zum Beispiel klaut er von zu Hause das Silbergeschirr und veräußert es dann.

Irgendwann wird er dann Teil einer Jahrmarktstruppe und ab 1791 wird er dann Soldat und schließt sich einem französischen Regiment an. Wechselt dann kurzzeitig die Seiten, kommt wieder zurück ins französische Regiment. Aber weshalb er dann verhaftet wird, ist...

Er zettelt mehrere Duelle an. In den meisten Fällen dieser Duelle geht es um Eifersucht und Liebschaften. Also er inszeniert sich in seiner Biografie auch ganz stark als Frauenheld. Er kämpft also auf Seiten Frankreichs in den Koalitionskriegen. Also wir sind mitten in der französischen Revolution und für Vidoc geht es laut seiner Biografie also hin und her. Er fordert dann so einen Offizier zum Duell auf, der ihn dafür vor das Kriegsgericht stellen will.

Daraufhin desertiert er dann und schließt sich einem anderen Regiment an und so geht es in dieser Schlagzahl immer weiter. Also Duelle sind zu der Zeit schon lange verboten. Genau, ja. Noch dazu, dass er als einfacher Soldatenoffizier zum Duell fordert. Das geht gar nicht. Wie Doc will aber raus aus diesem Teufelskreis. Der beginnt jetzt damit, für die Polizei als Informant zu arbeiten und ist so erfolgreich.

dass er schließlich eine eigene Truppe zusammenstellt. Er wird Chef de la Brigade de Sûreté, so eine Art Sicherheitstrupp, der den Pariser Polizeiagenten helfen soll, flüchtige Kriminelle zu finden. Diese Verwandlung jetzt vom genialen Con-Man, wie er sich selber inszeniert, also wenn du dich erinnerst, er beginnt seine Biografie schon selber damit, dass er sagt, ich kann mich mühelos durch verschiedene Gesellschaftsschichten bewegen, ich habe eine einzigartige Begabung zur Verkleidung.

Ja, als Nonne zum Beispiel. Genau. Und so wird er jetzt also von diesem genialen Conman zum gefeierten Meisterdetektiv. Und das ist auch im Grunde so das Faszinierende an seinem Leben. Gleichzeitig ist es auch deshalb so besonders, weil die Figur des gefeierten Detektivs, so wie er sich da so inszeniert, die gibt es zu dem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht. Weil die Polizei und die Sicherheitsbehörden hatten eigentlich einen relativ schlechten Ruf.

Also die Detektive oder die Kriminalbeamten waren keine, die öffentlich gefeiert wurden. Und das ist, wir sind jetzt so ungefähr im Jahr 1809 oder? Genau. Wir sind jetzt so Anfang 19. Jahrhundert und die Polizei war eben. Insofern auch nicht besonders beliebt in der Bevölkerung, weil die, also zum Beispiel in Paris hatten sie ein Netzwerk von Polizeispionen und berüchtigt waren zum Beispiel auch die Lettre de Caché.

Das sind so vom König versiegelte Schreiben eigentlich Haftbefehle, mit denen Personen ohne Gerichtsverfahren inhaftiert werden konnten. Und so ist das ancien Regime, also missliebige Personen, losgeworden. Und mit der Französischen Revolution und der Absetzung des Königs wird es aber auch nicht weniger willkürlich. Der Nationalkonvent zum Beispiel, der führt ab 1792 den Sicherheitsausschuss ein, das Comité de Sûreté-Générale.

Das war ein Komitee, dem es erlaubt war, alle, die als verdächtig galten, die zu verhaften und zu verhören. Das trägt eben alles dazu bei, dass die Polizei und die Polizeibeamten jetzt nicht den besten Ruf hatten. Also der gefeierte Detektiv ist eben was, was jetzt erst mit Vidoc entsteht. Ich meine, kein autoritäres Regime hat eine Polizei.

Kraft oder Polizei, die einen guten Ruf hat. Und jetzt kommen wir zu dem Punkt, wie Vidoc in den Polizeidienst kommt. Denn bei der Pariser Polizeipräfektur gab es die sogenannte zweite Division, die sich um die Kriminalfälle gekümmert hat. Und das war...

Ja, das ist das, was später dann zur Kriminalpolizei wird. Im Unterschied zur uniformierten Schutzpolizei. Also wie es auch noch heute ist. Du hast die Schutzpolizei, die ist uniformiert und dann hast du die Kriminalpolizei. Und die Schutzpolizei, die ist quasi vor Ort, um dafür zu sorgen, dass alles... geschützt ist und die Kriminalisten, die verfolgen Fälle, um sie zu lösen. Ganz genau. Und diese Division, also die zweite Division, die wird geleitet von Jean-Henri.

Und dieser Jean Aury, der bezahlt regelmäßig Informanten, um in Paris Straffällige zu finden und die zu verhaften. Und laut seiner Biografie geht Vidocq, der sich gerade wieder mal auf der Flucht befindet, zu Henri und schlägt ihm vor, für ihn zu arbeiten, wenn er dafür seine Arreststrafe nicht absetzen muss. Der Henri lehnt aber ab und Widock wird kurz darauf wieder verhaftet und das veranlasst den Henri jetzt

es doch nochmal zu versuchen. Und er geht so wie Doc und sagt, es gibt die Möglichkeit, dass er sein Spitzel im Gefängnis wird. Und darauf lässt sich wie Doc ein. Und leistet für den Henri hervorragende Arbeit. Also unter anderem enthüllt er einen geplanten Gefängnisausbruch und noch viele andere Dinge. Und nach zwei Jahren beschließt Henri, ihn auch außerhalb des Gefängnisses einzusetzen, also Spitzel.

Und dafür inszeniert er jetzt Widoks Flucht. Und zwar, indem er ihn verlegt von einem Gefängnis ins andere. Und beim Transport, da geht Widok auf wundersame Weise verloren und taucht als Polizeispitzel unter. Aber nicht nur das, der Henri, der ernennt ihn jetzt zum Chef de la Brigade de Sûreté, also wird zum Leiter einer neu geschaffenen Sicherheitstruppe.

Erst mit vier wächst dann auf 13 Leute an, die aber zunächst jetzt nicht Teil der regulären Polizei war, sondern die war direkt dem Henri unterstellt, aber halt unter dem Schutz der Präfektur, angeheuert für diese... Brigade wurden ehemalige verurteilte Kriminelle. Die hat sich der Vidoc selber ausgesucht. Die meisten davon hat er im Gefängnis kennengelernt. Und deren Aufgabe ist es jetzt, flüchtige Kriminelle in Paris zu finden.

Also so eine Art Suicide Squad. Heißt das so? Das ist halt so ein Superhelden-Ding. Quasi Kriminelle, die dann auch verwendet werden. Aber genau, das ist die Idee. Und du gliederst sie nicht direkt in die Polizei ein. Wegen Accountability. Richtig. Du möchtest nicht, dass dann die gesamte Polizei zum Fall kommt wegen dem, was die machen, sondern du...

macht es dann direkt einen Draht zu einer Person, die zuständig ist dafür. Ganz genau. Deshalb ist dieser Trupp Polizei intern auch umstritten. Also weil denen wird halt vorgeworfen, sich an illegale Aktionen zu beteiligen, weil dieser Trupp natürlich keine Polizeibefugnisse hatte. Zwei Bände seiner Biografie, also Band 3 und Band 4, ist jetzt voller hellen Taten gegen die Unterwelt. Also das ist die Zeit, in der Chef de la Brigade de Surté war.

Und da geht es im Grunde darum, wie es ihm und seinen Agenten gelingt, Verdächtige und Straffällige aufzuspüren. Und was besonders heraussticht, Widock ist in dieser Erzählung ein Meister der Verstellung, der Verkleidung, der sich immer wieder in kriminelle Gruppen begibt und ihr Vertrauen gewinnt und sie dann zur Fall bringt. Wie Doc schreibt sich zum Beispiel hunderte von Verhaftungen im Jahr auf die Fahnen. Was...

ziemlich sicher übertrieben ist. Ein Biograf zum Beispiel vermutet, dass er einfach die Gesamtzahl der Verhaftung in der Pariser Polizei nimmt für diese Zahlen. Naja, wenn es innerhalb von acht Jahren die Kriminalitätsrat um 40 Prozent senken will, dann muss es schon ziemlich viel Leid verhaftet. Genau. Sehr ausführlich wird in 13 Kapiteln des letzten Bandes die Geschichte von Adèle Descartes erzählt. Sie ist nicht nur Prostituierte, sondern auch Anführerin einer Diebes- und Einbrecherbande.

Sie wird mehrmals verhaftet, arbeitet unter vielen Decknamen und wird schließlich von zwei Vidoc-Agenten verhaftet und als erste Frau in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Problem ist nur, die Geschichte ist komplett erfunden. Gibt es gar nicht, oder wie die Frau? Die gibt es gar nicht. Und woher wissen wir es, weil die Geschichte kurz vorher in einem Roman von Louis-François Leritier erzählt wird? Oh nein. Les Malheurs d'un liberé, das Unglück einer befreiten Frau.

Tja, und jetzt kommt noch besser, Richard. L'Eritier hat nicht nur diesen Roman geschrieben, sondern ist der Ghostwriter von Vidocs Biografie. Zumindest von Band 2, 3 und 4. Ah, okay. Und das Beste ist, Vidoc macht noch nicht mal ein Hehl draus. Und es ist kein Scherz, er im Vorwort seines Buches distanziert er sich davon, zumindest vom ersten der vier Bücher. Er schreibt folgendes.

Seit Januar 1828 hatte ich vor, diese Memoiren fertigzustellen und selbst für die Veröffentlichung vorzubereiten. Unglücklicherweise erlitt ich im Februar dieses Jahres einen fünffachen Armbruch, der diese Pläne schlagartig durchkreuzte. Seit sechs Wochen befinde ich mich in einer prekären Lage und leide schrecklich. Unter diesen grausamen Bedingungen war es mir nicht möglich, den Text zu überprüfen oder ihm den letzten Schliff zu geben.

Inzwischen war das Manuskript bereits an einen Herausgeber verkauft worden, der mir in seiner Eile es zu veröffentlichen einen Lektor empfahl, einen mir unbekannten, aber in literarischen Kreisen hoch angesehenen Schriftsteller. Wie sich herausstellte, hat er mir einen jener Schreiberlinge empfohlen, deren Geschichten von kühnen Heldentaten ihre literarische Wertlosigkeit verbergen, jemanden, dessen Berufung lediglich darin besteht, möglichst viel Geld zu verdienen.

Und was für ein genialer Schachzug, oder? Ja, sehr gut. Da hat er sich schön rausgeredet. Da kommt diese überdrehte Biografie raus, die... Geschichten enthält, die so nie passiert sind. Die finden aber reißenden Absatz natürlich. Und er kann sich hinstellen und sagen, hey, vieles von dem ist übertrieben, ich weiß es schon, aber ich kann nichts dafür. Der Umstand, dass er dann später Vorbild wird für viele andere Detektive, macht es ja noch einmal lustig.

Das Vorbild für die anderen Detektive ist der E-Shop-Fiktion in dem Fall. Ganz genau. Deshalb sage ich auch, dass man quasi die literarische Figur und die reale Figur wie Doc nicht voneinander unterscheiden kann. Das ist quasi von Anfang an schon eines. Und das Interessante ist auch, was er jetzt macht, um ab Band 2, also er distanziert sich in dieser Einleitung von Band 1. Und ab Band 2, um das authentischer zu machen, gab es am Anfang...

Ich weiß nicht, ob es die Titelseite war oder die zweite Seite. Eine Erklärung mit Unterschrift war da drin, also eine Unterschrift von Vidocq, mit dem Text Ich erkläre, dass Ausgaben dieses Buches, die nicht meine Unterschrift tragen, als Fälschungen zu betrachten sind. Den Ghostwriter des ersten Bandes, den Émile Maurice, den hat er dann eingetauscht gegen den Léritier. Und wie genau der es genommen hat mit der Wahrheit, das haben wir ja schon gesehen mit der Geschichte um Adèle Descartes.

Falls du jetzt denkst, okay, ich habe genug gehört, wir sollten skeptisch sein, was die Widogsche Heldenverirben betrifft. Ich bin noch nicht ganz fertig. Kommt noch mehr. Hast du den Namen Louis-Dominique Garthausen schon mal gehört? Wie? Louis-Dominique Garthausen. Garthausen? Garthausen. Das klingt überhaupt nicht französisch, aber Garthausen, schreibt man ihn? Nein, noch nie gehört. Hat er was mit Münchhausen zu tun? Hat er auch ständig gelogen? Könnte passen, aber...

Garthausen ist ein berühmter französischer Räuber, besser bekannt unter dem Namen Cartouche. Cartouche. Cartouche. Der hat so Anfang des 18. Jahrhunderts gelebt und ist einer der berühmtesten französischen Räuber. Und eben auch im 18. Jahrhundert. Und das Thema Räube im 18. Jahrhundert hattest du ja schon mal in Folge 433, wo du vom Schinderhannes erzählt hast. Ja, genau. Ich habe mir gerade überlegt, habe ich eventuell den Kartusch erwähnt, aber das ist zu früh.

Ich habe ja ein bisschen, glaube ich, auch über die unterschiedlichen Banden, die es gegeben hat, zu jener Zeit gesprochen. Aber wenn du sagst Anfang des 18. Jahrhunderts, ist es dann ungefähr 100 Jahre vorher. Der Kartusch, der begeht schon in jungen Jahren einige Diebstähle. Er beginnt zu Hause zu stehlen, schließt sich eine Räuberbande an, geht dann für einige Zeit nach Paris, wo er als Spitzel für die Polizei tätig wird, bevor er sich dann als Soldat rekrutieren lässt.

Er wird allerdings schließlich verhaftet und im November 1721 in Paris hingerichtet. Es gibt einen recht erfolgreichen Film aus dem Jahr 1962 mit Jean-Paul Belmondo als Kartusche. Lustig. So heißt der Film dann auch. Jedenfalls, es gibt zwischen den beiden, also zwischen Widock und Kartusch, erstaunliche Parallelen. Und das ist kein Zufall, weil es gibt schon länger ein sehr beliebtes Genre in der Literatur, in denen echte Kriminalgeschichten erzählt werden.

Das, was heute eben True Crime ist. Weil Geschichten über echte Kriminalfälle eben ja nicht erst seit Podcasts gibt, beliebt sind oder faszinieren. Und Cartouche war in diesen Geschichtensammlungen einer der beliebtesten zeitgenössischen Räuber. Er wird ein Stück weit so zum Volkshelden. Und deshalb ist es auch kein Zufall, dass eben Elemente von Kartusch's Biografie auch Einfluss nehmen auf Widock's Biografie.

Weil das ist eben das, was die Ghostwriter eben im Kopf haben, wenn sie an Biografien von Kriminellen denken. Und diese Sammlungen von diesen Kriminalgeschichten werden auch als Peter Weil bezeichnet. nach dem französischen Juristen François Gallot de Pitavalle. Der hat nämlich zwischen 1734 und 1743 eine 20-bändige Sammlung zusammengestellt und veröffentlicht mit eben so interessanten Kriminalfähen.

Und das fließt natürlich auch alles rein in die Memoiren von Vidocq, diese ganzen Peter-Weil-Geschichten. Aber schauen wir uns nochmal so ein bisschen genauer die Zeit an, als er Chef de la Brigade de Sûr-Té war. Weil das ist die Zeit, die seinen Ruf als Meisterdetektiv begründet. Es gibt nämlich, glaube ich, ein großes Missverständnis um Widock. Auch wenn man sich so die meisten Artikel, auch die Wikipedia-Artikel zu ihm durchliest.

Das Missverständnis, glaube ich, das wird verursacht durch diese Mischung aus fiktiv und real. Im ersten Absatz des deutschen und englischen Wikipedia-Eintrags heißt es zum Beispiel, er wäre Begründer und erster Direktor der Surte National gewesen. Den Begriff Surté national gibt es vor dem 20. Jahrhundert gar nicht und er war eben kein Direktor bei der Polizei und hatte auch keinen hochrangigen Beamtenposten. Gemeint ist entweder Le Service de la Surté oder Police de Surté.

Die gibt es aber erst ab 1832 als Ersatz für Widoks Brigade, als die dann aufgelöst wird. Oder gemeint ist die Sûr-Té-Général. Die gibt es aber wiederum erst ab den 1850er Jahren und wird dann dem Innenministerium unterstellt und hat die landesweite Aufgaben. Sûr-Té, Sûr-Té. Genau, das ist meine Tese.

Das ist meine These. Das ist die Verkürzung von Chef de la Brigade de Surté. Und da das wird dann einfach irgendwann Chef de Surté, irgendwann ist er dann Direktor und irgendwann ist er dann in seinen eigenen Memoiren sogar Polizeichef. Und gleichzeitig, und das ist eben so das Interessante, steckt aber natürlich ein wahrer Kern drin, weil diese Brigade ist natürlich irgendwo eine Vorläuferorganisation, die Aufgaben übernommen hat, die heute eben bei der Kriminalpolizei liegen.

Mehr eine kriminellen Polizei als eine Kriminalpolizei. Sehr gut. Im vorher genannten Absatz aus deinem Wikipedia-Eintrag, da heißt es auch, Historiker betrachten ihn heute als Vater der modernen Kriminalistik. Und das ist, glaube ich, tatsächlich falsch. Also erstens war es ein sehr weites Feld, an dem ganz viele andere mitgearbeitet haben.

Und es ist eine Zeit insgesamt, in der es ganz viele Innovationen gibt. Also eben auch bei der Polizeiarbeit. Also was die Spurensuche angeht, was die Tatortanalyse angeht, was die Techniken zur Identifizierung von Menschen betrifft. Also das ist eben allgemein so eine Zeit der Innovationen.

Das ist eben aber gleichzeitig die Zeit, in der er so bekannt wurde. Also ich glaube, das vermischt sich da ein Stück weit. Also so ein bisschen diese diffusen Entwicklung einer Gesicht geben. Genau, ganz genau. Er ist dann halt das Gesicht. Genau. Er soll zum Beispiel 1825 der erste gewesen sein, der einen Täter aufgrund von Blutflecken überführt hat. Er soll auch die ersten Gipsabdrücke von Schuhabdrücken angefertigt haben.

Aber wenn man sich dann mal einzelne Geschichten genauer anschaut, dann werden die Zweifel, würde ich sagen, wieder lauter. 1822 zum Beispiel soll er als erster eine Kugel aus einer Leiche entfernt haben lassen, um sie mit einer bestimmten Pistole zu vergleichen. Ballistik. Ballistik, ganz genau. Und es ist eine Geschichte, die aber nicht von ihm selber beliefert ist, sondern von Alexandre Dumas, dem Schriftsteller.

Die Comtesse Isabelle Darcy wurde ermordet und weil Vidoc an die Unschuld ihres Mannes glaubt, überredet er den Arzt, die Kugel aus der Leiche zu entfernen, damit er sie vergleichen kann mit den Duellpistolen des Comtes. Und es stellt sich heraus, das Kaliber der Kugel passt nicht zu diesen Pistolen. Sie hatte aber einen Liebhaber, dessen Wohnung durchsucht dann Bidoc und findet natürlich eine entsprechende Schusswaffe, woraufhin der Verdächtige geständig ist.

Und ich habe wirklich alle mir zur Verfügung stehenden Quellen durchsucht. Und ich glaube, das ist eine fiktive Geschichte, die Dumas überliefert und die nicht der Beginn der modernen Ballistik ist. 1827 tritt Vidoc dann von seinem Posten zurück. Eines seiner Agenten übernimmt dann diese Brigade de Sûreté. Die wird aber dann 1829 vom neuen Polizeipräfekten aufgelöst.

Bidoc versucht sich dann als Geschäftsmann, also er wird Eigentümer einer Papier- und Kartonfabrik am Stadtrand von Paris. Als Arbeiter stellt er da ehemalige Häftlinge an. Kurze Zeit darauf gibt er die Fabrik aber wieder auf, kehrt zurück zur Polizei. Bleibt aber nicht lange. Es ist nämlich so, seine aufgelöste Brigade wurde dann, wie vorhin angedeutet, als Service de la Sûreté oder auch Police de Sûreté neu gegründet, 1832.

Und Vidoc übernimmt kurzzeitig die Leitung, aber nur für wenige Monate, weil sie verhaften nämlich eine Gruppe, die einen Raub in Fontainebleau plant und stellen fest, dass einer aus dem Team von Vidoc Teil dieser Bande ist. Und daraufhin muss er dann wieder zurücktreten. Und jetzt eröffnet er seine eigene Detektei. Schwieriges Wort für mich oder schwieriger Satz für mich. Übersetzt würde das so viel heißen wie das Büro für allgemeine Auskünfte im Interesse des Geschäftslebens.

Solche privaten Auskunft heim, die gab es jetzt an sich in Paris und London schon seit dem späten 18. Jahrhundert. Aber was Vidocq macht, ist erweitert den Umfang dieser Auskunft heim, indem er seinen Klienten eben auch private Polizeidienste anbietet. für 20 Fr. im Jahr. Und deshalb gilt das als die älteste Privatdetektal der Welt. Und Vidoc wird damit zum ersten Detektiv der Welt.

Und vom ersten Detektivbüro in den USA habe ich da mal erzählt in Folge 438. Das waren die pinketen Detekteilen. Aber es bleibt aufregend in seinem Leben. Also er wird sie jetzt... mindestens noch zweimal verhaftet und vor Gericht gestellt. Also im Dezember 1837 ordnet der Pariser Polizeipräfekt eine Razzia an in seinen Geschäftsräumen. Über 3500 Akten werden beschlagnahmt.

Widock wird verhaftet und des versuchten Betrugs, der Bestechung von Regierungsbeamten, der Anmaßung polizeilicher Aufgaben, der Unterschlagung von Dokumenten und wegen Buchers angeklagt. Aber drei Monate nach seiner Verhaftung lässt der Richter die Anklage wieder fallen.

Und bei allem, was ich dir jetzt erzählt habe, denke ich, ist schon klar geworden, dass Vidocq einerseits eine außergewöhnliche Persönlichkeit war, der Einfluss nimmt auf die Entwicklung der Polizei, nicht nur in Paris, weil die Pariser Polizei ja durchaus auch zum Vorbild wird für andere Städte.

Gleichzeitig aber brauchst du schon so eine gewisse Skepsis gegenüber den Details in der Geschichte. Aber was du jetzt erzählt hast mit alles, was nach 1828 passiert, das ist tatsächlich nicht aus deiner Biografie, sondern aus den belegten Umständen. Genau. Also er ist wirklich gegründetes und er wird dann auch verhaftet und so weiter. Ganz genau, ja.

Meine Theorie ist, dass seine Bekanntheit gerade zu einem Zeitpunkt ihren Höhepunkt erreicht, wo sich tatsächlich ja die Polizeiarbeit modernisiert, wo die Kriminalistik entsteht. Wie das eben bei vielen Institutionen und Techniken Ende des 19. Jahrhunderts der Fall ist. Und deshalb eben das auch so mit ihm verbunden wird. Und jetzt kommt das Entscheidende. Seine Geschichten, wie sie in der Biografie erzählt werden, sind ja wirklich Abenteuergeschichten.

Und selbst wenn sie so stattgefunden haben, dann stehen sie halt nicht für die moderne Polizeiarbeit, sondern sie stehen für die moderne Detektivgeschichte. Weil bei denen halt der Detektiv zum Protagonisten und zum Helden wird. Und das ist das Neue, was quasi entsteht.

So ein unerschockener Detektiv, der heimlich in das kriminelle Milieu geht, außergewöhnliche Dinge tut, einer, der alles über die Unterwelt weiß, weil er selbst mal Teil davon war, der Meister der Verkleidung ist und der eben zwischen den Gesellschaftsschichten spazieren konnte, ganz mühelos.

Und bei ihm und mit ihm wird quasi der Detektiv zum Helden. Und trotzdem bleibt Widock, weil er quasi bei der Polizei immer so ein Außenseiter war, bleibt er einer, der soziale und moralische Grenzen überschreitet. Aber halt im Rahmen von Recht und Ordnung. Aber das ist ja auch genau das, was die Leute dann fasziniert. Ganz genau.

Ob er also wirklich ein Pionier in der Beweismittelbeschaffung war, weiß ich nicht. Also ob man das so behaupten kann und muss. Behaupten kann und muss. Dafür schwimmt einfach, glaube ich, vieles aus der fiktiven und realen Person. Widock stirbt am 1. Mai 1857 und sein Leben war genauso turbulent wie die politischen Umbrüche seiner Zeit.

Wenn du dich erinnerst, er ist geboren im Ancien Regime, er lebt dann die Französische Revolution, die Zeit Napoleons, da kommen ja die Bobonen zurück, dann kommt der Bürgerkönig Louis-Philippe an die Macht und schließlich erlebt er auch noch den Staatsstreich durch Napoleon III. Also er macht wirklich eine Reihe an politischen Umbrüchen durch. Und er selber gerät aber da quasi nie in den politischen Fokus. Das heißt, ihm gelingt es halt sehr gut, sich da anzupassen.

Ein Kameleon. Richtig, weil er eben auch ein Meister der Verkleidung ist. Und ich habe schon gesagt, also ich würde davon ausgehen, dass bei Vidocq sein Leben und seine Legende so eng verwoben sind, dass sie eigentlich sich nicht mehr... voneinander unterscheiden lassen. Weil die beste Quelle über sein Leben ist eben seine Biografie, die voll ist mit diesen erfundenen Geschichten. Und daher würde ich als Fate ziehen, wie Doc ist sowohl der erste Privatdetektiv der Welt,

als auch der erste moderne, fiktive Detektiv der Welt. Er ist einfach beides gleichzeitig. Und das, Richard, war meine Geschichte über Vidoc, ein Krimineller, der die Seiten wechselt, der erste Detektiv wird. die Entstehung der Kriminalpolizei beeinflusst und zum Vorbild für Detektivgeschichten wird. Ein Grenzgänger zwischen Kriminalität, Polizei und Literatur. Sehr gut.

Sehr gut. Und es ist jetzt ein bisschen länger als eine halbe Stunde, aber du hast gesagt, ich sollte ihn in einer halben Stunde nochmal fragen, ob er tatsächlich ins Gefängnis wollte. Und ich glaube, ich kann es jetzt selber beantworten. wollte er ins Gefängnis, weil es Teil dieser Geschichte war, die er erzählen will, damit er dann wieder aus dem Knast flüchten kann. Sehr gut, genau. Hervorragend. Na, sehr spannend.

Für mich auch wieder so ein gutes Beispiel dafür, wie fragil eigentlich unser ganzes Quellengerüst ist. Nicht nur für Dinge, die irgendwann in der Antike passiert sind, sondern auch für Dinge, die im 19. oder im späten 18. Jahrhundert passiert sind, wo man eigentlich davon ausgehen sollte, dass es genug ist.

Quellen gibt, die gewisse Dinge belegen oder widerlegen können. Aber in Wirklichkeit, wie soll ich sagen, die Halbwertszeit von Quellen Die wird wahrscheinlich sehr beeinflusst dadurch, ob du dann so ein Werk wie das von V-Doc selber hast, das eventuell alles andere irgendwie in Hintergrund drängen kann, bis dann...

die Fiktion dann tatsächlich Realität ist. Genau, das ist eine sehr gute Analyse. Also diese Biografie strahlt so sehr, dass sie irgendwann einfach zur Wirklichkeit wird. Faszinierend. Und für mich auch so ein bisschen erschreckend, wenn ich darüber nachdenke, weil wir natürlich uns oft auf Literaturen, auf Quellen verlassen und auch davon ausgehen, dass wir uns darauf verlassen können.

Und wir wissen aber nicht, was wir nicht wissen. Also wir wissen nicht, ob hier Ähnliches passiert ist wie bei Vidoc, weil es einfach noch besser passiert ist oder noch gründlicher passiert ist als bei ihm. Und wir uns dann vielleicht auf eine Fiktion verlassen. Ich glaube, das ist aber bis heute auch der Grund, warum zum Beispiel Politikerinnen und Politiker nach ihrer Karriere auch gleich eine Biografie schreiben, weil sie damit schon mal den Ton vorgeben.

mit dem dann später alles andere interpretiert wird. Wenn man sich anschaut, was wir immer sagen, es braucht ungefähr 20 Jahre, bis was aufgearbeitet ist, also historisch aufgearbeitet ist. Wenn dann jemand schon mal vorlegt mit ihrer Biografie, die einfach die ersten zehn Jahre das Narrativ dominiert, dann hast du natürlich schon einen Vorteil. Ja, ganz genau.

Ich habe ja ganz am Anfang schon gesagt, dass ich ein bisschen gehadert habe, die Geschichte auszuwählen. Und es lag ein Stück weit auch daran, weil ich dir eigentlich schon mehr Details aus deinem Leben erzählen wollte und dann aber immer mehr festgestellt habe, ja gut, aber... Ich kann jetzt schon nochmal eine Flucht detaillierter erzählen, aber es bringt mich auch in der Geschichte jetzt nicht weiter. Ja, weil man halt nicht weiß, ob es wirklich passiert ist.

Also ich meine, ich gehe mal davon aus, dass es abseits seiner Biografie einfach sehr wenig Dinge gibt, die irgendwas belegen können, weil, und das haben wir ja auch schon oft gesehen bei Personen, die wir beleuchten in diesem Podcast, wenn die nicht von Anfang an bekannt waren. Genau.

Dann wird nichts über sie aufgeschrieben. Dann hat man meistens eben, wenn es jetzt nicht irgendwelche Gerichtsakten oder sonst wie sind, hat man wenig Quellen über sie. Und bei ihm war es halt wahrscheinlich auch so.

Vorteil für ihn, er hat im Grunde erfinden können, was er wollte. Also, dass dann irgendjemand aus seiner Kindheit kommt und sagt, oder seine Jugend, so war das aber nicht. Das ist relativ unwahrscheinlich. Heutzutage ist es natürlich anders. Heute haben wir viel mehr Möglichkeiten, um solche... Dinge zu überprüfen. Also ihr könnt wahrscheinlich nicht so eine Biografie schreiben und es als mein Leben verkaufen. Ja, heutzutage wäre natürlich das Problem...

dass sich niemand die Arbeit machen würde, das nachzuprüfen, sondern die Recherche, die jemand da reinstecken würde, wäre wahrscheinlich auch nur eine Online-Recherche und würde genau auf die Sachen stoßen, die du dann über die Google-Suche nach oben pusht. Genau. Und insofern ist es vielleicht heutzutage noch genauso einfach. Aber falls ihr mehr über Richard erfahren wollt, dann müsst ihr mich interviewen. Du weißt auch nur das, was ich dir sage. Ja, eben, richtig. Stimmt.

So, Lene, du weißt am meisten. So, hör mal auf jetzt hier. So meine Persona hier irgendwie. Aufrechterhalten. Nee, genau. Gut, das heißt aber, du hast nicht tatsächlich irgendwie einen Hinweis gekriegt, sondern du bist ja mal auf ihn gestoßen im Zuge deiner Recherche für deine Doktorarbeit tatsächlich. Daher kenne ich ihn noch, aber ich glaube, ich bin mir gar nicht sicher, ob ich zu einem anderen Thema jemals so viele Hinweise bekommen habe. Echt?

Also ich habe von Michael, Tim, Robert, Just, Josef, Martin, Benjamin, Lukas, Daniel und Allegra den Hinweis bekommen. Ich glaube, so viele Namen habe ich an der Stelle noch nie vorgelesen. So, lass mich einmal schauen, wie das bei mir aussieht. Man schreibt ihn V-I-D-O-C-Q. Ja, mein E-Mail-Programm hat den Namen schon identifiziert. Bevor ich ihn ganz eingeben habe, das ist ein G davon aus. dass ich auch einige Hinweise gekriegt habe. Schauen wir mal, nur ein Hinweis von Raphael.

Ja, die wissen halt, du bist der, der so fasziniert. Du bist, glaube ich, auch unser Con-Man. Ja, wenn es um Crime geht, dann... Du magst gern diese Geschichten. Die Leute, die so in dieser Halbwelt, in dieser Zwischenwelt agieren. Aber ich finde es eben super, dass wir jetzt so, wir haben jetzt die Verbrecherseite mit dem RM Word, wir haben jetzt die Detektivseite mit dem Bidoc und Pinkerton.

Genau, Pinkerton, jetzt ist es, glaube ich, so ganz ausgewogen. Und ich finde es eben bei ihm wirklich so interessant, dass er ja wirklich diese Biografie macht, hat vom Kriminellen zum Detektiv und auch wirklich einen Einfluss hat auf die Polizeigeschichte. Oder auf die Kriminalpolizei. Und dass er aber trotzdem gleichzeitig diese fiktive Person ist, die die Detektivliteratur so beeinflusst. Das ist einfach so eine Mischung, die es wirklich so fasziniert.

Auch faszinierend, vor allem in Anbetracht dieser Diskussion, die wir jetzt über künstliche Intelligenz haben. Weil es ja dann zu Recht auch heißt, dass... verarbeitet wird einfach, was dieses Modell halt kennt. Und da wird dann einfach was Neues draus. Und auf eine Art ist die Art und Weise, wie Doc dann aufgegriffen worden ist und verarbeitet worden ist, basierend auf einer eigentlichen Fiktion, schon wieder auch

Im Grunde eine Vermengung und seine Fiktion ist er auch genährt durch diesen Räuber aus dem Frankreich des 18. Jahrhunderts und auch seine Geschichte dieser Dame, die Adèle Descartes. wiederum aus dem Roman, also hier ist Schalatterzeug vermengt worden, da ist dann halt auch die Frage, wie groß ist dann tatsächlich die menschliche Leistung, jener, die das dann aufgeschrieben haben, außer dass sie einfach

die Geschichten, die schon zur Verfügung gestanden sind, verarbeitet und massiert und sonst wie haben wir. Ja, sehr guter Punkt, ja. Also grundsätzlich ja auch was, was sich durch die Literaturgeschichte zieht, ist ja auch nicht so, dass die Plots Theaterstücke und so weiter von Shakespeare in erster Linie von ihm kommen sind. Das basierte ja auch auf Geschichten, die

schon lange zur Verfügung stehen. Sein Verdienst ist natürlich die Sprache. Also wenn man sich anschaut, die schiere Anzahl an Neologismen, die von Shakespeare kommen, dann ist das eigentlich sein Genie gewesen und nicht, dass er irgendwie ein bestimmtes Narrativ erfunden hat oder so. Weil halt ja alle in einem gewissen, also im Kontext leben und einerseits auf den Schultern von Riesen stehen und nichts

Das ist ja dieser Geniekult, der vor allem aus dem 19., 18. Jahrhundert kommt, dass so jemand quasi eine Genialität aus irgendwoher schöpft und dann quasi was komplett Neues schafft, was aber eigentlich nicht passiert. Und ich meine, man muss auch dazu sagen, es ergibt ja keinen Sinn, das Rad immer komplett neu zu erfinden. Wir leben ja in der Gesellschaft, in der wir leben, weil das eben nicht passiert und nicht passieren muss. Das ist ja auch das Große.

Der große Vorteil, den die Menschheit hat, dass wir uns stützen können auf Dinge, die vorher gekommen sind und das auch müssen. Kennst du dieses Computerspiel, wo alle 22 Minuten die Welt quasi untergeht und man neu startet? Na, aber klingt nach etwas, das ich nie spielen wollen würde. Ich bin zu sehr casual gamer. Das stresst mich. Ich mag keinen Stress beim Spiel. Jetzt müssen wir schnell schauen, wie das Spiel heißt.

Outer Wild heißt es. Habe ich, glaube ich, schon mal gehört. Aber, ah, nein, warte mal. Was Ähnliches habe ich gespielt, was nicht irgendwie zeitlich gebunden ist, aber du stirbst immer wieder, aber du kannst quasi deine Entwicklungen und so weiter kannst du...

mitnehmen, landet es dann am selben Ort, zur selben Zeit. Also es ist quasi so ein Timeloop. Aber das ist wieder was anderes. Aber dieses Outer Wild ist zum Beispiel jetzt, ich habe es gehört bei Methodisch Inkorrekt, empfohlen worden für Leute, die eben nicht so Open-World-Spiele ewig spielen wollen, sondern weil du einfach, du weißt, nach 22 Minuten endet quasi diese Spielsequenz und ich beginne eh wieder bei neu.

Und dann kann ich auch aufhören. Also ich muss quasi nicht fünf Stunden spielen am Stück, sondern ich kann einfach sagen, ich mache diese 22-minütigen Zeitschleifen. Hm. Ja, muss ich ja mal, muss ich mal schauen, warte mal. Ach so, vielleicht muss ich mir doch mal anschauen. Weil ich habe ja auch nicht so die Zeit, dann irgendwie so dutzende Stunden damit zu verbringen. Obwohl ich mag so Open-World-Spiele schon sehr gern, weil da hat man dann so die Freiheit, einfach so nichts zu tun.

Also einfach so ein bisschen exploren und so weiter. Das nervt mich schon eher. Ich will schon was zu tun haben. Ja, ich bin da nicht so ambitioniert. Ich kann auch einfach rumreiten und die Landschaft genießen. Hin und wieder einen Hasen jagen, damit ich was zu essen habe. Das ist ja nichts für mich. Na gut. Literatur hast du natürlich die Biografie erwähnt, aber gibt es irgendwie quasi eine, die so ein bisschen hier auch hilft, die Fiktion von der Wahrheit zu trennen?

Also zum einen kann ich das Buch von James Morton empfehlen, The First Detective, The Life in Revolutionary Times of Vidoc, Criminal, Spy and Private Eye. Zum Parallel lesen kann ich euch sehr empfehlen die Blogbeiträge von Robin Walls. Das ist ein amerikanischer Historiker mit Schwerpunkt French Popular Culture im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Und der betreibt die Seite Shady Detectives, Elegant Criminals and Dark Avengers. Und der, würde ich sagen, ist so die kritischste Stimme zu V-Doc, die so... gefunden habe. Der ist ein gutes Kollektiv zu diesen ganzen Lobpreisungen. Sehr gut. Und ich meine, wenn ihr das jetzt richtig mitkriegt habt, hast du ja jetzt auch quasi widerlegt, dass er der Begründer der Ballistik ist.

Steht das irgendwo sonst da? Kommt das von dir? Nee, das ist nicht exklusiv von mir. Also es ist lustig, wenn du dir den Eintrag von ihm anschaust, dann kommt unten dieser Teil Ballistik. Und da kommt erst diese Geschichte, die Ballistik. Es ist so lustig. Und dann steht da Ballistik und dann steht Alexandre Dumas hinterließ Aufzeichnungen, die einen Mordfall von 1922 beschreiben. Das habe ich dir erzählt. Dann ist hier dieser Absatz zu Ende. Und dann steht da

Der erste richtige Abgleich zwischen einer Waffe und einer Kugel fand 1835 durch Henry Goddard statt in London. Also es wird da eh schon gezeigt, eigentlich die Ballistik entschied da gar nicht, aber... Aber trotzdem, wieso können wir nicht trotzdem irgendwie mit reinbringen? Steht trotzdem drin. Genau. Der erste Richtige. Das ist wirklich interessant.

Wir dürfen hier jetzt auch nicht zu viel über Wikipedia schimpfen, beziehungsweise was da drin steht, weil wir könnten es ja selber auch ändern. Ja, genau. Aber es ist wirklich interessant, also zum Beispiel bei dem Wikipedia-Intag von Vidoc, drüber ist ein sehr langer Absatz zum Thema, also über Ballistik ist da sehr lang.

Absatz über Fingerabdruckverfahren. Und ich würde mal einfach wirklich die These aufstellen, dass Vidoc und Fingerabdruckverfahren nichts miteinander zu tun haben. Nichts. Deshalb beginnt dieser Absatz auch, Fingerabdrücke wurden bereits von den antiken Babylonien verwendet.

Dumas schrieb, dass Vidocq auf der Suche nach einem Physiker war, um seine Idee des Fingerabdrucks zu diskutieren. Das ist quasi der Zusammenhang. Und es kommt von Dumas, der höchstwahrscheinlich die andere Geschichte auch erfüllt. Genau. Das ist wirklich schwierig. Aber das ist nicht meine Aufgabe. Ich habe es jetzt im Podcast erzählt. Soll sich wer daran abarbeiten? Sehr gut. Finde ich ein gutes Schlusswort. dieser Folge. Sollen wir übergehen zum Feedback-Hinweis-Blog? Machen wir das.

Wer Feedback geben will zu dieser Folge oder zu anderen, kann das per E-Mail machen. Feedback at Geschichte.fm kann es auch auf den diversen Social Media Plattformen tun, wo wir gemeinhin Geschichte.fm heißen. Außer im Fediverse, da gehen wir am besten auf Geschichte.Social, landet dann direkt auf unserem Profil und wer uns reviewen will, Sterne vergeben und all solche Dinge.

kann das zum Beispiel auf Apple Podcast Zone oder einfach grundsätzlich überall, wo man Podcasts bewerten kann. Und wer direkt in Folgen kommentieren will, während man anhört, wer ein bisschen Hintergrundinfos zufolgen sehen will, zum Beispiel Bilder. und solche Dinge, kann das großartige Tool Campfire verwenden. Eine App, einfach auf joincampfire.fm gehen, die App runterladen und unserer Community beitreten und dann kann man all diese schönen Dinge tun.

Es gibt Merch unter Geschichte.shop und zwei Möglichkeiten, diesen Podcast werbefrei zu hören. Bei Apple Podcasts gibt es den Kanal Geschichte Plus und bei Steady kann man sich den Feed kaufen für 4 Euro im Monat. Da gibt es alle Infos unter Geschichte.fm. Wir bedanken uns in dieser Woche bei Vera mit Christiane und Klaus. Vielen, vielen Dank. Bei Hussein, Ingrid, Ole, Matthias, Bernd, Bastian, Sabine.

Björn Tamara, Philipp Ferdinand, Julius Melanie, Markus, Paul, Marc, Alexander, Marius und Floris. Vielen Dank für eure Unterstützung. Ja, vielen herzlichen Dank. Und danke an Lene Kieberl fürs Schneiden dieser Folge. Tja Richard, dann würde ich sagen, hören wir uns nächste Woche wieder. Dankeschön. Und in der Zwischenzeit gehen wir dem einen das letzte Wort.

Der Zimmer hat. Richtig, nämlich Bruno Kreisky. Lernt ein bisschen Geschichte. Lernt ein bisschen Geschichte, dann werdet ihr sehen, wie der Reporter sich damals entwickelt hat. wie das sich damals entwickelt hat. Und jetzt eröffnet er seine eigene Detektei. Le Bureau de Ronson... Jetzt wird es schwierig. Le bureau de Roseniemo, Roseniemo, Roseniemo, Roseniemo, Universel de l'Enterroi du Commerce. Pfff, ist das ein bisschen? Vielleicht kann man es irgendwie zusammenschneiden. Sorry, Lena.

Probier es noch einmal, vielleicht schaffe ich es dann im Ganzen.

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