Isabella lernt fliegen - Diskussion auf der AERO 2024 - podcast episode cover

Isabella lernt fliegen - Diskussion auf der AERO 2024

May 28, 20241 hr 2 minEp. 40
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Episode description

Auf der AERO 2024 hat Moderator Herwart Goldbach die Online-Chefredakteurin des fliegermagazins, Isabella Sauer, eingeladen, über ihre Erfahrungen bei der PPL-Ausbildung zu berichten. Mit ihrem Projekt "Isabella lernt fliegen" erzählt sie seit einem Jahr im fliegermagazin, wie sie den PPL erwirbt. Mit auf der Bühne: die Fluglehrer und Ausbildungsexperten Antoaneta Sontheimer und Bernd Heuberger. In der spannenden Diskussion geht es darum, wie PPL-Schüler ihre Ausbildung optimieren können, wie es Frauen in der privaten Luftfahrt ergeht und um viele weitere Aspekte von Ausbildung und Fliegerei. Das Projekt "Isabella lernt fliegen" wird unterstützt von Bose, Continental Aerospace Technologies, dem Deutschen Wetterdienst (DWD), Eisenschmidt und der Flugschule Hamburg.

Transcript

Jetzt im fliegermagazin Podcast. Isabella lernt fliegen. Hallo und herzlich Willkommen zum fliegermagazin-Podcast, dem Podcast von Piloten für Piloten in der allgemeinen Luftfahrt. Ich bin Isabella Sauer, Online-Chefredakteurin vom fliegermagazin und spannende Stories und aktuelle News findet ihr im Heft oder auf www.fliegermagazin.de. Diese Folge ist eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion Isabella lernt fliegen auf der AERO 2024 in Friedrichshafen.

Ich habe mit Herwart Goldbach und zwei Fluglehrern über meine Ausbildung gesprochen und mich über Erfahrungen sowie Herausforderungen ausgetauscht. So, ich habe gesagt, wir machen eine interessante Sache. Thema Isabella lernt fliegen. Isabella Sauer, eine junge Dame, die Pilotin werden möchte, Journalistin, sie wird leicht was dazu erzählen.

Und das ganze Thema ist, wir werden darüber reden, Erwerb eines Flugsteilens, Zustand, wie man sich fühlt, was passiert, was alles da mit den Menschen gemacht wird. Und ich habe da ganz tolle Gäste dabei und zwar auch geheimnisvolle Gäste. Als allererstes möchte ich mal einen Mitstreiter auf die Bühne rufen, das ist der Bernd Heuberger. Und Bernd Heuberger wird mir helfen, diese Moderation zu machen.

Wir werden natürlich mit Isabella reden und Isabella Sauer, komm her, ich nehme dich hier neben Bernd. Und Isabella Sauer, ich kann nur sagen, erst mal danke, dass du bereit bist, dieses Gespräch zu führen. Aber warum geht es mir eigentlich? Mir geht es darum, wir haben eine in der Zeitung, Fliegermagazin, wurde viel darüber berichtet. Ich habe viel gelesen, ich habe mir viel angeguckt und dann gedacht, da müsste man mal richtig drüber reden.

Und dann habe ich mir gedacht, Isabella, jetzt komme ich mal zu dir. Isabella, wie fühlst du dich jetzt eigentlich, hier oben zu sitzen vor diesen netten Leuten? Ein paar kenne ich, bei zwei dahinten weiß ich, da musst du ein bisschen aufpassen. Aber der Rest ist eigentlich ganz nett. Und übrigens der mit den dunklen Haaren, der jetzt so lacht, der stellt gleich ganz böse Fragen.

Was wir nämlich auch machen werden, ist, wie ich das bei allen meinen Podiumsdiskussionen habe, bei allen meinen Vorträgen, ihr werdet nachher Fragen stellen können. Ihr werdet direkt sie auch befragen können, wobei ich eine Sache klarmache, wir reden hier über die Fliegerei, wir reden nicht über Farblehre, wir reden nicht über 50 Grautöne, sondern wir reden hier über die Fliegerei. Und das ist einfach wichtig.

Und jetzt mal ganz ehrlich, wie findest du, dass man dich jetzt einfach hier hochholt? Das ist etwas ganz Intimes zu fliegen. Also erstmal möchte ich mich bedanken, dass ich hier überhaupt sitzen darf. Ich muss schon zugeben, dass ich auch ein bisschen aufgeregt bin, aber ich denke mal, das kriegen wir hier alle ganz gut hin, gemeinsam.

Und ja, klar, das Fliegen ist auch eine sehr private Sache, aber gleichzeitig finde ich es hier auch, also jetzt in meinem speziellen Fall natürlich auch wiederum sehr öffentlich, ne? Ja gut, das ist das Thema, wenn man halt bekannt ist, wenn man ein Star ist. Wo bist du denn jetzt eigentlich auf der Skala 1 bis X bei den Promis? Also im Vergleich zum vergangenen Jahr würde ich sagen, auf jeden Fall schon gestiegen.

Ich laufe dann durchaus schon durch die Hallen und freue mich dann, wenn da ein oder andere mich dann anspringen. Aber wir sehen dich nicht im Dschungelcamp. Das hoffe ich nicht. Das ist schon mal gut, denn dann würde ich dir sagen, dass C überspringst du. Können wir machen. Denn das ist ja Abteilung C, da machen wir das auch. Jetzt haben wir etwas anderes noch, ich habe hier jemand dabei, Bernd Heuberger, bitte stell dich einmal ganz kurz vor.

Ja, also mein Name ist Bernd Heuberger, lieben Dank, Herwart, für die Idee und die Möglichkeit, hier mitzumachen. Ich freue mich, auch Isabella kennenzulernen. Meine Funktion besteht darin, ich bin im baden-württembergischen Luftfahrtverband, also hier beheimatet und dort tätig im Referat Aus- und Fortbildung, Flugsicherheit und Sport. Meine Hauptarbeit beschäftigt sich mit der Organisation von Fortbildungen und Lehrgängen für Fluglehrer und für Piloten.

Im Rahmen dessen haben wir mit Herwart zusammen hier in der Aerogenerale Aviation schon die erste Fluglehrerfortbildung gehabt. Und meine Aufgabe ist einfach, alle Ausbildungsfragen zu behandeln, die erreichen mich auch täglich. Ich bin derjenige, der Ausbildungshandbücher, Betriebshandbücher und solche Dinge schreibt, verfasst, korrigiert und weiterentwickelt. Isabella, jetzt hat er dir etwas erzählt.

Jetzt habe ich dir jemanden hingeschickt, der alles über die Ausbildung weiß, der alle Regeln weiß, alle Dinge befolgt. Den hast du jetzt auf deiner rechten Seite. Das ist schon mal gut zu wissen, falls ich Fragen habe. Falls du Fragen siehst, ist das positiv. Wenn das positiv ist, ist es ganz gut. Man fragt eine Frau nicht, wie alt sie ist, aber ich gehe davon aus, du bist über 20. Ja, ich sehe immer jünger aus. Ich bin ja tatsächlich doch schon 32. Oh, wäre ich gern wieder.

Die meisten sagen, ich bin jünger und das passt auch so. Kannst du uns mal zwei Sachen sagen? Du bist jetzt bei einer Zeitung, beim Fliegermagazin, nur ganz kurz. Wie bist du eigentlich Journalist geworden? Ganz klassisch, weil ich sagen muss, ich komme ja aus einer Kleinstadt. Da ist ja die Auswahl an Medien nicht ganz so groß. Das heißt, ich habe mit 16 angefangen, wie man es halt so macht, in der Lokalredaktion zu arbeiten. Deswegen, schon mein halbes Leben bin ich schon journalistisch tätig.

Schülerzeitung? Ja, doch, das habe ich auch gemacht. Aber ich habe eigentlich direkt mit der Lokalzeitung angefangen. Dann habe ich jedes Medium ausprobiert, was es gibt. Letzten Endes bin ich jetzt beim Online-Journalismus gelandet. Und wie ist das mit deinen armen Lehrern? Wo haben sie mehr gelitten? In der Schülerzeitung oder nachher in der Lokalzeitung? Ich weiß nicht, da müsste man sie jetzt fragen. Okay, jetzt bin ich hingegangen und habe gesagt, ich will dich nicht alleine lassen.

Sollen wir zu dritt hier weitermachen oder möchtest du jemanden kennenlernen? Also jetzt möchte ich natürlich wissen, wen du eingeladen hast. Ich habe mir gesagt, ich lade jemanden ein, wo ich weiß, das ist ein Mensch, der auch, sage ich mal, sehr viel in seinem Leben erlebt hat, der der Fliegerei total verpflichtet ist, der ein Superpilot ist. Ich spreche jetzt noch geschlechtsneutral, der im Gegensatz zu Bernd und mir auch sehr gut aussieht.

Und dann hat der Mensch noch etwas anderes, der hat ein doppeltes Korrektiv bei sich, damit er nicht über die Stränge schlägt. Und ich bitte Sie und euch mit mir jetzt mal Antoaneta Sontheimer zu begrüßen. Und ich habe mir gedacht, ich brauche Sie als Katalysator. Weil, ihr kennt mich, ich bin manchmal ein bisschen frech und wenn Sie hier sitzen, kann man mir gleich einen geben. Das darf sie auch.

Und Antoaneta, erzähl mal zwei, drei Dinge ganz kurz über dich und wie du das findest, dass wir jetzt einfach mit einer jungen Dame reden, die in der Ausbildung ist. Und die macht ihre Ausbildung quasi gleich ein Teil dieses Erlebenspublik. Ganz kurz über mich. Du hast gesagt, 22 Jahre alt. Meinen Flugschein habe ich allerdings auch vor über 22 Jahren gemacht. Also bitte weiter rechnen. Das Fliegen ist in die Wiege gelegt. Genau, so ist es.

Ich bin seit auch über ein Jahrzehnt Vizepräsidentin der Vereinigung Deutsche Pilotin. Wie du gesagt hast, Fliegen ist einfach meine Passion. Ansonsten unterwegs bin ich in der Produktion. Ich leite einen Betrieb mit über 130 Mitarbeitern. Wir produzieren inertiale Systeme für Airbus und Eurofight. Also ohne uns würden die auch nicht fliegen. Das heißt, ich habe auch eine andere Seite außer Fliegen. Aber Fliegen ist wirklich der Fliegerei, den ich verpflichtet.

Und auch der jungen Generation, die weiblichen Nachrücke, das Bild der Frau als Pilotin im Cockpit. Neulich bin ich sogar mit EasyJet geflogen. Und da saßen zwei Pilotinnen vorne und hinten. In der Kabine waren nur Männer. Also das fand ich echt klasse. Und daran arbeiten wir auch in der Vereinigung Deutscher Pilotinnen weiter dran. Und Isabella, ich freue mich, dass du diesen Schritt getraut hast. Zu meiner Zeit war es anders schwierig.

Ich habe trotzdem Respekt vor dem, was du machst, weil so öffentlich wie du das gemacht hast, habe ich es nicht gemacht. Also ich habe es für mich ganz geheim gemacht. Und es war natürlich viel, viel einfacher. Und du stehst im Rampenlicht und wirklich gut vor dem, was du machst. Also sie sehen, meine Damen und Herren, übrigens nicht erschrecken, ich falle manchmal ins fliegerische Du. Das ist übrigens nicht respektlos, gilt für uns alle hier übrigens. Und hier ist etwas, was nicht normal ist.

Was Antoaneta nicht sagt, dass ihr Vater auch Flugkapitän war, dass sie aus einer Fliegerfamilie kommt. Sie sagt auch und ich verschweige das auch, dass sie viele Dinge im Leben gemacht hat und wirklich sich das Ganze nach vorne erkämpft hat. Ich habe sogar Bekannte, die zufällig mal mit dir in der Auswahlung waren, die ich als Freunde kenne und die sagen, ich war doch mit der Antoaneta da. Und das sind einfach so Dinge.

Jetzt habe ich euch beide zusammengebracht und ich wollte dich als Co-Moderatorin für mich haben, eine Journalistin zu interviewen. Die Rechtsberatung sitzt außen, das ist der Bernd. Aber wenn wir jetzt hier drüber reden, über Ausbildung, wir haben gerade etwas nur angerissen. Das ist, und jetzt gehen wir direkt an Isabella. Isabella, sie hat gerade gesagt, öffentlich, sehr persönlich, sie hat es nicht so gemacht. Da ist es gemacht worden.

Ich würde jetzt mal, wenn du es gestattest, mal ganz kurz einen kleinen Film zeigen, der gemacht wurde. Und dieser kleine Film zeigt eigentlich jetzt Dinge über das, was die Isabella eigentlich erlebt hat. Und achtet bitte auf den allerersten Satz, der kommt. Bitte den Film ab. Also es ist nicht so leicht, Journalisten zu finden, die einen Flugschein haben. Das war ein kleiner Film. Also jetzt mal ganz ehrlich, Isabella, der Satz war stark, ne?

Ja, das trifft halt genau auf die Situation zu, wie überhaupt, oder wie ich ja auch dazu gekommen bin, eben fliegen zu lernen. Aber, Antoaneta, wenn du das jetzt überlegst, du siehst das, sie macht das beruflich. Gleichzeitig haben wir gerade diese Bilder gesehen, wo du in Oschkosch warst, du warst auf dem Seitenwind-Simulator. Natürlich ist es eine sehr privilegierte Sache.

Und gerade durch deine Firma Fliegermagazin, ich sage es mal bewusst jetzt Firma Fliegermagazin, hast du jetzt Zugang zu anderen Dingen, die der normale Pilot nicht hat. Bist du dir dessen bewusst? Also bei mir ist es schon so, dass ich auch wirklich, und das sage ich jetzt auch nicht so, dankbar dafür bin, dass ich all das auch mitnehmen darf.

Deswegen, jetzt wo ich gerade noch mal den Film gesehen habe, ich habe ihn natürlich vorher schon zigmal gesehen, aber jetzt gerade noch mal, es war das jetzt schon auch mal für mich so ein Moment, wo ich denke, oh Gott, also das ist schon was, was ich vorher ja auch gar nicht gedacht hätte, dass ich das alles machen darf ja auch.

Da habe ich mich jeden Tag herumgetrieben, weil es einfach der schönste Platz ist und der romantischste Platz eigentlich, auch wenn du alleine hockst, einfach nur dahin guckst. Aber die Ruhe. Die Ruhe. Die ist einfach schön. Antoaneta, jetzt hat sie diesen Einstieg in die Fliegerei bekommen. Willst du zwei Worte sagen, wie es bei dir war? Bei mir war es ganz geheim. Ich wollte schon immer Berufspilotin werden. Ich komme aus Bulgarien und da war das nicht möglich.

Und dann bin ich irgendwann nach Deutschland gekommen, um zu studieren. Und hier habe ich diese Möglichkeit kennengelernt. Und dann dachte ich, das muss ich machen. Unbedingt. Und dann habe ich mit meinem PPL-Schein angefangen. Und dann kamen diese Visual-Karten von IKEA. Und ich habe gesagt, was ist denn das? Ich kannte nur die Instrumentenflugkarten von meinem Papa. Die habe ich als Kind schon bearbeitet. Die Flüge von meinem Vater vorbereitet.

Und da stand ich von dieser Archaeokarte und wusste nicht, was ich damit anfangen soll. Das war schon ganz, ganz anders. Ich bin wirklich dankbar, dass ich hier nach Deutschland gekommen bin und hier diese Möglichkeit bekommen habe, tatsächlich meinen Traum zu realisieren. Auch wenn es nur im privaten Bereich war. Also, komm mal, ich bin später geworden. Aber das war der Anfang und der ist immer wichtig. Und das war, wie gesagt, einfach nur ein Traum realisieren.

Bernd, jetzt hast du da zwei Wege gesehen. Das ist jetzt, wenn du jetzt auch selbst Fluglehrer bist, das bist du ja auch, und du betreust ja eine ATO und all diese Sachen betreust auch, hast ja gerade gesagt, Brrr, ganze rechtliche Schiene für Baden-Württemberg. Was habe ich gelernt? 1060 Fluglehrer werden von dir gequält und an stringent gehalten. Was sagst du, ist das normale Werdegänge bei beiden? Oder was ist eigentlich die Masse? Na gut, was ist die Masse?

Die Masse ist ganz sicherlich leider, dass es überwiegend Jungs sind, die sich für die Fliegerei interessieren, oder eben auch erwachsene Männer. Jetzt muss man natürlich, glaube ich, auch ein bisschen unterscheiden. Wir in Baden-Württemberg sind ja überwiegend in Vereinen auf kleineren Fluggeländen organisiert. Wir haben in Baden-Württemberg 148 Ausbildungsvereine.

Und da verirren sich aber zum Glück immer wieder auch Mädchen hin, auch in meinem eigenen Verein sind zum Glück immer wieder Mädchen dabei. Ich würde auch tatsächlich nicht sagen, dass Mädchen häufiger die Ausbildung abbrechen vorzeitig, als das Jungs tun. Das tun Jungs ganz genauso oft. Aber insgesamt findet es immer wieder statt, dass Mädchen kommen. Das ist eine tolle Sache, die fügen sich gut ein.

Beobachten konnte ich auch im eigenen Verein, dass dort, wo sich ein Mädchen findet, findet sich plötzlich auch ein zweites und ein drittes Mädchen. Das hat wohl irgendwie so einen Folgeeffekt. Das ist eine Sache, die sehr gut ist. Isabella, jetzt hast du gehört, er geht jetzt genau auf diese Geschlechterrolle ein, auf diese Geschlechter-Schiene. Ich sage mal Jungs, Mädchen, so verschiedene Rollen, was gehört dazu, was gehört da nicht zu?

Ehrlich gesagt nicht, aber das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass es auch privat mich jetzt nie irgendwie mit dem ganzen Gendern und so weiter, will ich gar nicht darauf eingehen, aber das war für mich sowieso schon nicht ein Thema. Auch jetzt so während der Ausbildung habe ich mir jetzt keine Gedanken gemacht oder laufen jetzt nur Herren, Männer herum und keine Frau.

Ich habe mich natürlich super gefreut, wenn ich dann doch eine Pilotin getroffen habe und ich mit ihr ausgetauscht habe, aber das war ja für mich jetzt nicht irgendwie ein Grund zu sagen, okay, ich wage mich da jetzt nicht dran, weil es hauptsächlich Piloten gibt. Sie freut sich über Piloten und ich muss den Platz jetzt wechseln. Keine Frauen, die jetzt an meiner Seite sind. Aber jetzt hast du in deiner Ausbildung fliegerisch bis du belehrt worden. Waren das Männer oder Frauen?

Genau, das wollte ich nämlich gerade sagen. Tatsächlich hatte ich ausschließlich Fluglehrer und da muss ich sagen, hätte ich mir schon gerne auch mal gewünscht, eine Fluglehrerin zu haben. Einfach weil ich gerne wissen möchte, wie vielleicht dann doch der Unterschied ist, wenn wir da zusammen drin sitzen und mir dann was gezeigt und was gelehrt wird. Jetzt geht es um zwei Sachen. Ich rede jetzt über Fluglehrer und das ist für mich so ein wichtiges Thema.

Ich habe ja auf meiner Karte stehen, ich arbeite mit Karten, weil ich nicht mehr ganz neu bin. Und da möchte ich gerne wissen, was ist die Person Fluglehrer für dich? Ich habe mir aufgeschrieben ein paar Worte, Mentor, Kamerad, Treiber, der Kids Kämmer noch weiter, Quelix, Freund, Nerve oder auch Auffangender, Schützender. Was ist ein Fluglehrer für dich gewesen am Anfang? Und wie hat sich der ein oder andere dann in der Zeit entwickelt?

Also erstmal, in den ersten Flugstunden würde ich sagen, war der Fluglehrer einfach Fluglehrer, weil ich ihn ja auch nicht kannte und man musste ihn ja auch erstmal so als Menschen kennenlernen, sag ich mal so, und dann ist irgendwas zwischen, also bekannter ist zu wenig, befreundet sind wir wahrscheinlich auch noch nicht. Also irgendwie so eine Mischung aus allem und ich glaube, das kommt auch darauf an, auf den Tag, glaube ich.

Also wenn ich eine gute Stunde hatte, dann sag ich ja, dann bist du halt mein Freund. Wenn ich aber nicht so eine gute Flugstunde denke, denke ich so, ja, dann vielleicht doch eher der Fluglehrer. Aber natürlich auch irgendwo ein Vorbild, wobei das glaube ich dann auch wieder davon abhängig ist, welcher Fluglehrer ehrlicherweise drin sitzt. So, jetzt springe ich noch einmal. Das ist nicht abgesprochen. Dein Chef ist ja Thomas Borchardt. Thomas Borchardt ist ein Chefredakteur des Fliegermagazins.

Der fliegt sehr viel und es gibt euch manchmal auch im Cockpit. Wie ist das denn jetzt mit ihm, der Eifer SR 22 Turbopflicht, daneben zu sitzen und du bist dabei und quältst dich durch die Cessna? Ist das jetzt schon ein kleiner Neidfaktor oder bewunderst du ihn oder bringt er dir das bei? Auch eine Mischung aus allem, ich muss aber dazu sagen, ich freue mich tatsächlich, dass ich in meiner Cessna drin sitze, weil ich dann quasi mal das einfache Flugzeug sozusagen fliege.

Und natürlich, was für mich ja super ist, dass mein Kollege Thomas eben schon so lange fliegt und ich kann dann mit ihm da drin sitzen und kann ihn direkt dann was fragen. Also ich habe ja immer sozusagen zusätzliche Praxis, also nicht nur meine normalen Flugstunden, sondern ich sitze dann nochmal mit Thomas, wir sind auf Lesereise und ich kriege halt ganz viel mit. Und das ist natürlich auch ein super Vorteil, dass ich diese Möglichkeit habe.

Also wir haben jetzt hier den Punkt, dass sie das privat macht, dass sie nicht in einem Verein ist. In einem Verein denke ich mir, Bernd, hast du ja diese Nachhilfe auch teilweise dann am Stammtisch, abends in den Fliegerrunden oder solche Sachen, die hast du jetzt an deinem Schreibtisch in der Firma. Ja, es ist aber auch gar nicht immer so einfach, da muss ich auch dazu sagen, weil gerade man verbringt ja auch den ganzen Tag miteinander und beschäftigt sich den ganzen Tag mit dem Fliegen.

Da ist es manchmal dann schwierig, nochmal fliegen, weiterzumachen, wenn man zu Hause ist. Ja gut, du machst ja, wenn du für die Online-Medien da bist, und denen wollte ich jetzt mal ganz kurz ein bisschen Präsenz und Zeit geben, was machst du genau beim Fliegermagazin? Du musst fliegen lernen, wir haben gelernt, es gibt kaum Journalisten, die fliegen können. Da hast du jetzt Nachhilfe, einmal betrieblich, einmal durch deinen eigenen Einsatz.

Du lernst das jetzt, das wird eine Bereicherung für die Firma sein, denke ich mal. Aber wenn ich jetzt höre, ich mache Online-Dienste, zu meiner Zeit gab es das nicht. Ich habe früher auch mal für Schülerzeitungen geschrieben und für kleine Sportblätter und sowas. Aber was machst du? Beschreib das mal in zwei Worten, damit die Leute verstehen, die hier sitzen. Wieso sagt sie, ich habe die ganze Zeit mit Fliegern zu tun oder der Fliegerei?

Also in zwei Worten oder auch in zwei Sätzen kriege ich das glaube ich nicht hin. Die sind jetzt schon rum, aber tatsächlich, ja, ich bin Online-Chefredakteurin. Das heißt, ich sorge dafür, dass wir nochmal Inhalte, die wir sagen, die sind interessant, dass wir sie nochmal auf einem anderen Kanal sozusagen aufbereiten können. Weil online haben wir Möglichkeiten, ein Thema anders zu präsentieren. Wir können das mehr mit Bildern tun, wir können es in Form eines Videos tun.

Darum kümmere ich mich und ich kümmere mich natürlich auch darum, dass überhaupt Texte gefunden werden, wie es heutzutage ist. Weil, das muss ich auch sagen, unsere User müssen die Texte erst mal finden und zu uns kommen. Und das ist auch eine Aufgabe. Also wie kommt ihr über, wie hattet ihr Aufmerksamkeit auf uns im Internet?

Das heißt, auf Deutsch gesagt, das muss man jetzt auch mal sagen, eine Zeitung wandelt sich, die Papierzeitung ist nicht unbedingt die aussterbende Zeitung, aber die kann man schön unter das Kopfgissen legen. Also es ist eine Berechtigung, du erzählst auf jedem Kanal anders, genauso wie auf Social Media. Da kann ich vielleicht auch noch näher dran sein und die Emotionen noch mal anders transportieren als im Magazin.

Aber es gibt auch diejenigen, die wollen wirklich das auch in der Hand halten und in Ruhe lesen und nicht immer diese schnelle Schnelle mit dem Handy. Also ich bin der Meinung, dass alles seine Berechtigung hat und es für alles auch unterschiedliche journalistische Darstellungsformen gibt.

Jetzt haben wir die Darstellungsformen und das heißt, du nimmst das, was deine Kollegen, ihr habt ja mehrere Relakteure da, deine Kollegen gesammelt haben, gefunden haben, in Artikel verwandelt haben, das nimmst du auf, baust das Ganze dann um für den Online-Teil oder gibt es auch Sachen, die du nur für online machst, die plötzlich dann doch in die gedruckte Zeitung laufen?

Ja, also ich bin nach wie vor auch diejenige, die Themen anschiebt, recherchiert, also ganz normal quasi wie der Print-Journalist. Also im Prinzip gibt es ja auch keine Unterscheidungen mehr zwischen Print und Online. Wir machen alle alles, egal für welchen Kanal. Deswegen bin ich auch diejenige, die zuerst auch ein Thema online stellt und dann wandert es vielleicht nochmal ins Heft.

So, das war jetzt die kurze Vorstellung, was sie eigentlich macht, damit man versteht, sie hat also beruflich die ganze Zeit damit zu tun. Es ist genau das, wenn ich jetzt einen Bäcker fragen würde, den ganzen Tag Kuchen backt oder einen Konditor noch besser. Wie schmeckt dir denn der Schwarzwälder vom Nebenladen? Also das ist natürlich eine Belastung, jetzt verstehen wir das auch mit der Fliegerei. Wer hat dich Schule ausgesucht, an die du gegangen bist? Thomas und ich haben das gemacht.

Also ein Faktor war natürlich auch, dass die Flugschule nicht so weit von mir weg sein sollte, weil ich muss da ja auch noch hinfahren, das muss ja einfach machbar sein, auch vor und nach der Arbeit, während der Arbeit, am Wochenende. Und deswegen bin ich dann bei der Flugschule tatsächlich gelandet. Das war ein Hauptgrund, sagen wir es so. Antoaneta, du hast glaube ich auch eine Flugschule, oder? Ja, ich habe auch eine Flugschule, auch in Hamburg. Auch in Hamburg?

Allerdings steht das Flugzeug in Lübeck. Und was ist das für ein Flugzeug? Wir schulen ausschließlich auf Cirrus. Also ich würde sagen, Isabella, das ist die nächste Stufe. Du nimmst die 150, fliegst nach Lübeck und steigst um in die Cirrus. Bist du bereit, sowas auch zu lernen? Ja, also ich will erst eins abschließen, muss ich sagen. Dann kann ich einen Haken machen und dann bin ich schon jemand, der dann wieder Lust auf etwas Neues hat, glaube ich.

Okay, jetzt Bernd, wenn du das jetzt hier anhörst. Hier ist jemand, der den Beruf lernt. Journalist. Der wirklich, ich sage jetzt mal, den harten Weg hintenrum gemacht hat, durch die kleinen, kleinen Dörfer. So ein bisschen, ich nehme an, dass du alles Mögliche gemacht hast, was nichts mit der Fliegerei zu der Zeit zu tun hatte. Und jetzt hat sie den Flugschein gemacht. Macht arbeitet aber auch gleichzeitig in einer Redaktion des Fliegermagazins. Ist das für dich positiv oder ist das negativ?

Du bist ja einer von der Ausbildung. Ist das eine Überlastung, die da auf sie zukommt? Ich denke mal, dass es schwierig ist, das im Einzelnen zu bewerten. Ich denke, das ist eine Belastung, die kannst du gut aushalten. Ich meine, bei mir ist es ja auch so, dass Hobby, Beruf, alles miteinander zusammenhängt. Und ich empfinde es nicht als Belastung, sondern ich empfinde es als Bereicherung. Ich denke, das wird dir in vielen Teilen auch so gehen.

Vieles, worüber ich spreche, begegnet mir im beruflichen Kontext, aber auch in der Freizeit auf dem Flugplatz. Ich bin ein Segelfluglehrer, UL- und TMG-Lehrer am kleinen Platz, mache da so meine Erfahrungen mit meinen Schülern seit mehreren Jahrzehnten Fluglehrer auch und jetzt eben beruflich in der Ausbildung tätig. Das befruchtet sich natürlich gegenseitig und gibt mir auch Einblicke in Grundlagen, in Details. Ich empfinde es als Vorteil, so eine Möglichkeit. Ich halte mir dagegen.

Wenn man die Zeitung liest, wenn man sich diese Berichte anguckt, wenn man im Internet das recherchiert, dann kommt da Information auf diesen Kandidaten zu, der Pilot werden will und Information AERO über schlechte Wartung, über Unfälle, über wie ist welche Flugschule. Ich sage immer, Thomas, wenn er da vorne sitzt, der hat ja seinen Zauberkasten an Schriften und Briefen und Dingen, die zu euch zugetragen werden, die manchmal nicht schön sind.

Das sind alles so Sachen, die vertiefte Informationen sind, die eigentlich nicht dir das Leben als Lehrender bzw. Lernender komfortabel machen. Aber ich bin dann schon einmal in der Rolle, ich bin Journalistin und einmal ich bin Flugschülerin und das gelingt mir, die Trennung in der Redaktion würde ich sagen, sehr gut.

Was manchmal ein bisschen schwierig wiederum bei mir ist, wenn ich auf dem Flugplatz bin, die Flugstunde habe, dass ich dann manchmal sagen möchte so, ich möchte jetzt auch einfach mal nur Flugschülerin sein, muss ich zugeben. Und ich hatte auch zum Beispiel mal das Erlebnis auf Social Media, wo mir gesagt wurde, warum filmst du denn nie aus dem Cockpit? Also wenn ich drinsitze und fliege, also warum mache ich da jetzt nicht was mit meinem Handy oder so?

Und warum sieht man dich ständig aus dem Auto heraus? Dann habe ich aber auch gesagt, in dem Moment wollte ich wirklich einfach Flugschülerin sein. Das heißt, ich gebe gerne vorher mal ein Update, weil ich es ja auch möchte, so ich habe wieder endlich eine Flugstunde. Aber in dem Moment, wo ich fliegen gehe, möchte ich einfach auch ich sein und das dann voll auch mitnehmen. Weil es geht da ja auch um Wissen, was ich da auch irgendwie kapieren muss, wenn ich da drinsitze.

Antoaneta, für mich hört sich die Isabella unheimlich erwachsen an. Das ist sie ja auch. Ich sage mal, sie ist ein ganzes Stück jünger als ich. Ein ganzes Stück. Was meinst du dazu? Habt ihr Frauen es leichter? Habt ihr es leichter, solche Sachen zu machen? Im Gegensatz dazu, das Mädchen. Ich finde alleine das Wort schon Jungs und dann Mädchen. Allein die Betonung. Wir neigen ja dazu manchmal zu spinnen. Warum sagen wir nicht, dass eine junge Frau, die fliegen lernt?

Eine junge Frau ist für mich schon eine junge Frau. Wenn sie fliegen darf, lernen darf, dann ist es eigentlich fast eine Erwachsene. Eine junge Erwachsene. Warum werten wir das so runter? Ich muss sagen, vor 25 Jahren war die Diskussion noch stärker. Ich bin froh darum, dass wir heute da sind, wo wir sind. Heute ist alles viel selbstverständlicher geworden. Und ich bin auch richtig glücklich. DEFES hat uns gezeigt, wie das funktioniert.

Die haben sich als Ziel gesetzt, die Frauenquote bei 30 Prozent zu haben. Das haben die innerhalb von einem Jahr erreicht. Und ich bin schon so lange Jahre in der Luft. Und heutzutage hört man auch viel mehr weibliche Stimmen im Funk und gerade beim Radar als Männerstimmen. Und ich hoffe, dass wir es bei den Damen auch genauso haben. Ob man es jetzt leichter oder schwieriger hat als Frau, das ist sehr situationsbedingt und auch sehr, sehr individuell. Ich würde weder so noch so sagen.

Es gibt immer schwierige Situationen, sowohl für die Frauen als auch für die Männer. Und umgekehrt, ich meine, wir Frauen haben nicht nur Nachteile, wir haben auch, ich habe es andersherum auch erlebt, wir haben natürlich auch Vorteile und das sollten wir auch mal ganz offen darüber sprechen. Du machst ja gleichzeitig, jetzt muss ich mal ein bisschen darüber reden, Reisen ins Ausland mit Piloten, begleitet Reisen oder planst Reisen für Piloten.

Wie ist das denn, wenn du in, jetzt, ich gehe jetzt mal in die Vorurteilskiste, ja? Wir gehen in den nordafrikanischen Raum, fliegen dorthin. Ich habe mitgekriegt, dass viele Leute, die da reisen, da kommst du nur klar, wenn du mindestens hier in deiner Cessna vier Streifen aufs Hemd nähst. Ansonsten kommst du nicht zu deinem Flugzeug. So, als Kapitän, jetzt kommt eine Kapitänin, Kapitänin, eine Kapitänin, wie auch immer, da kommt Antoaneta. Merkst du da Unterschiede als Frau?

Ach, mit den vier Streifen geht es schon. Also, dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Frau und Mann. Wir waren jetzt letztes Jahr zum Beispiel in Südafrika, Südafrika, Namibia, Botswana. Nein, da haben wir Flugzeuge vor Ort gechartert, in dem Fall in Czesn. Also, ich musste auf Czesn auch mal pflegen. Also, sobald man die vier Streifen hat, da ist das Respekt sogar noch größer bei der Frau. Weil die Frau hat was erreicht. Und gerade in diesen Ländern hat das eine besondere Bedeutung.

Wann hast du in Hamburg deine Streifen? Also, hoffentlich Ende des Sommers. Also, da willst du deine Prüfung fliegen. Ja, also der aktuelle Stand ist ja so, dass ich... Ich habe ja tatsächlich auch noch nicht die Theorieprüfung abgelegt. Vielleicht kommen wir da ja auch gleich noch mal zu. Ja, das ist gleich das Thema, was ich an Bernd geben werde. Genau. Und auch noch nicht Sprechfunk.

Und deswegen muss ich mich auch ganz schön jetzt beeilen, weil ich möchte vermeiden, dass ich in diese sogenannte Zwangspause komme. Dass ich dann nachher nicht mehr fliegen kann, weil ich eben die Dinge noch nicht fertig habe und abhaken kann. Deswegen, das ist jetzt Sprechfunk und Theorie plane ich jetzt im Mai. Und dann, je nach Wetter auch leider, ja immer ein bisschen. Aber gut, der Sommer kommt ja jetzt. Möchte ich dann gerne Ende Juli fertig werden.

Bernd, jetzt haben wir hier jemanden, der fliegen lernen will. Ich gehe davon aus, das passt schon. Und jetzt hast du plötzlich etwas, genau das erinnert mich an meine Zeit. Da läuft so eine Uhr, da läuft so ein Timer. So und so lange musst du in der Zeit das, ansonsten musst du wieder eine Pause machen, warten, bis du die praktische Prüfung hast. Sprechfunk muss gemacht werden, diese Sachen sind gemacht worden. Haben wir zu viel Bürokratie?

Also wir haben ganz sicher nicht zu viel Bürokratie, nach meiner Auffassung in dem Bereich ganz sicher nicht. Wir haben vielleicht eher zu wenig Verständnis dafür, die Dinge zu lernen, die zu lernen sind. Das glaube ich ist jetzt bei Isabella nicht so. Sie hat sicherlich nicht das Problem zu verstehen, warum sie das alles lernen muss, weil sie weiß, dass sie das auch braucht. Jetzt muss man natürlich ein bisschen auch unterscheiden.

Der größte Teil der Schülerschaft, wie wir sie im Verband kennen und in unseren Vereinen kennen, sind natürlich Jugendliche wirklich, die mit 14. Und da spielt jetzt mal jungen Mädchen überhaupt keine Rolle, weil für alle gilt das Gleiche. Sie müssen irgendwann anfangen, sich mit theoretischen Dingen zu befassen. Auch theoretische Hintergründe lernen. Sie kriegen Unterricht dann über den Winter.

Und es zeigt sich einfach, wer sich längerfristig diesen Themen verweigert, kommt dann auch nicht mehr weiter. Du hast von der Zwangspause gesprochen, interessanter Begriff, kannte ich so noch nicht. Aber ja, dann kann es nun mal nicht weitergehen. Man kann einen Segelflugschüler, Schülerin eben nicht auf einen Überlandflug schicken, wenn sie nicht die Theoretikprüfung in der Tasche hat.

Und da habe ich tatsächlich ein paar Jungs, die wahnsinnig gut fliegen, aber überhaupt keinen Bock haben aufs Lernen und meistens genau daran scheitern. Das hat aber nicht damit zu tun, dass wir zu viel Bürokratie haben, sondern vielleicht zu wenig Einsicht, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, denn sie sind Partner im Luftraum und müssen Bescheid wissen. Isabella, ich habe hier auf meiner Kärtchen etwas, und das passt jetzt da rein.

Wie kann man die Theoriausbildung deinen Bedürfnissen besser anpassen? Das ist, und da sind wir genau jetzt auch bei ihm, wie kann man die Theoriausbildung besser an seine Jungs anpassen, an dieses, ich bin noch ein anderer Typ, ich mag dieses Zeug nicht. Kann man das mit anderen Medien machen? Du bist ja Online-Redakteurin, du kennst dich jetzt über Apps und solche Sachen aus.

Gibt es Werkzeuge, die dir helfen würden oder die denen helfen würden oder auch ihm helfen würden, dass er die Jungs endlich auf einen Überlandflug schickt? Jetzt siehst du das ja aus verschiedenen Perspektiven, das nutzen wir jetzt mal. Also ich würde gerne noch mal eine Sache vorwegschieben, weil bevor ich quasi die Frage beantworte, denke ich, dass man erst mal für sich selbst herausfinden muss, wie möchte ich und wie kann ich Inhalte aufnehmen?

Also es ist ja nicht so, wenn jetzt auf einmal neue Videos erscheinen mit gut recherchierten Inhalten. Vielleicht bin ich aber gar nicht der Typ dafür. Also ich glaube, die erste Aufgabe besteht darin herauszufinden, was für einen Lerntyp bin ich überhaupt, was brauche ich selber? Weil nicht jeder gleich lernt. Ich mache ja einen Fernlehrgang und ich habe gedacht, ich sitze den ganzen Tag am Schreibtisch, ich bin die ganze Zeit mit meinem Rechner beschäftigt, weil ich eben online zuständig bin.

Ich mache es jetzt mal ganz altmodisch und wähle die Ordner. Dann kamen die fünf Ordner nach Hause und ich dachte erst mal, oh mein Gott, habe dann aber darin rumgeblättert gelesen und habe sie dann ehrlich gesagt erstmal weggelegt, weil ich dann natürlich dachte, ach, warum hast du denn jetzt nicht die Version fürs Tablet genommen? Weil ich möchte nicht immer diesen dicken Ordner mitschleppen.

Und jetzt ein paar Monate später bin ich aber doch wieder dazu gekommen, diese Ordner wieder rauszuholen und auf dem Sofa zu sitzen und die durchzulesen, weil ich da markieren kann und so weiter und so fort. Also deswegen glaube ich, man muss erst mal für sich selber wissen, was für ein Typ bin ich? Und dann muss man gucken natürlich, was sind für Angebote da? Aber ich habe schon den Eindruck, dass sich da ja auch was entwickelt.

Also, dass du jetzt nicht nur immer zu diesem Buch greifst, sondern eben auch dir dann einen, ich wollte gerade sagen Webinar, aber einen Lehrgang digital, dir so ein Thema zum Beispiel heraussuchst. Oder dann nochmal hier das ergänzende Video. Also ich glaube, dass es so die Mischung macht. Antoaneta, ist das jetzt Standard, dass eine Frau erstmal viel sachlicher mit den Dingen umgeht? Und er hat ja gerade erzählt, die Jungs, die verweigern sich einfach, sie haben keinen Bock.

Ist das schon der erste Unterschied zwischen einer künftigen Pilotin oder einem künftigen Piloten, der ganz andere und weniger sachliche Umgang oder der deutlichen Verweigerungsdruck? Ich finde, Isabella geht tatsächlich sehr sachlich mit dem Thema um. Aber auch da würde ich keine Differenz zwischen Jungs und Mädels oder zwischen Frauen und Männer machen. Das ist, wie du sagst, Isabella, sehr, sehr individuell. Und jeder lernt anders und jeder muss es für sich erkennen.

Zu meiner Zeit gab es sechs Bücher und die musste man lesen. Also da gab es nichts mit digitalen Medien, mit Filmen und so weiter. Ich finde, heutzutage, wir haben so ein breites Angebot an Lernmaterial, man muss sich einfach nur darüber informieren. Wichtig ist, dass man sich die Zielsätze, einfach nur das Zielsatz und dieses Ziel vor den Augen hat. Und dann eben recherchieren, auf welchem Weg ich komme, ich habe am schnellsten zu meinem Ziel und dann ist es da.

Dann brennt man für das Thema und dann erreicht man das auch, man erreicht sein Ziel. Isabella, wann begann denn bei dir der erste Flug, wo du Genuss hattest, wo du sagst, ich fliege? Ich würde sagen, mittendrin, als ich so sicher war, dass ich wusste, was ich in den Platzrunden tun muss. Also kurz vor dem Soloflug würde ich sagen.

Also vorher habe ich es natürlich auch genossen, wenn ich im Flieger saß, aber gleichzeitig bin ich auch mal ehrlich gesagt schweißgebadet ausgestiegen, dachte, ich muss jetzt noch zur Arbeit und arbeiten, das war auch oft so. Aber das habe ich natürlich auch hingekriegt. Aber ich freue mich ehrlich gesagt richtig darauf, wenn ich dann alleine losfliege und endlich das komplett genießen kann.

Ich denke in die Richtung, also meine Heimat, also das wäre dann ja Leer Papenburg, weil ich mir immer jetzt vorgestellt habe, dadurch, dass meine Familie so gar nichts mit der Fliegerei zu tun hatte, freue ich mich dann riesig auf den Moment, wenn ich dann ja von Uehtersen, sage ich jetzt mal, nach Papenburg fliege und dann im besten Fall meine Familie auf mich wartet. Und denke an die starken Seitenwind in Leer Papenburg. Ja, aber gut, ich habe ja jetzt kürzlich geübt im Simulator.

Bernd, sollen wir jetzt die Ausbildung nehmen? Und du hast es gerade erzählt von den Jungs. Sie hat gesagt, Antoaneta hat gesagt, wenn wir jetzt hingehen, wir müssen wirklich individuell das heute annehmen, was da ist, die vielen, vielen, vielen Möglichkeiten. Kann das sein, dass wir zu viele verschiedene Möglichkeiten teilweise anbieten? Dass es den Schüler vielleicht verwirrt? Wie gehst du damit um? Zeigt ihr bei euch in der Schule nur ein oder zwei? Oder sagt ihr hier da 87 Varianten?

Sucht ihr eine aus? Also wir weisen darauf hin, was heute State of the Art ist. Gerade, wie gesagt, ich komme einfach mehr aus dem Segelflughintergrund. Ich denke jetzt mal, wenn man an Jungpiloten die Masse sieht, ist wahrscheinlich gerade der Segelflug schon allein, weil der Segelflug auch wirtschaftlich erschwinglicher ist, auch für weniger Privilegierte möglich ist von Anfang an.

Natürlich eine gewisse Masse auch da, die man vielleicht, wenn jetzt jemand eine Motorflugausbildung beginnt, ist er sicherlich keine 14 mehr, logischerweise. Und ist schon wirtschaftlich gesettelt wahrscheinlich. In der Regel sind die Leute eben einfach älter. Aber die Ausbildungsmethoden, die jetzt im Segelflug zur Verfügung stehen, gilt auch für Motorflug ganz ähnlich, die sind sehr vielfältig. Ja, das ist richtig. Die Wahl wird in aller Regel auf digitale Möglichkeiten fallen.

Da gibt es ein paar Angebote. Der DAEC hat ja seit wenigen Jahren diese Segelfliegengrundausbildung als kostenlose Möglichkeit und auch die DAEC-Lernplattform als kostenlose Möglichkeit. Es gibt die Möglichkeit, Webinare zu besuchen und sich dort Wissen zu beschaffen. Es gibt natürlich kommerzielle Methoden weiter dazu, ist aber gar nicht notwendig. Und es gibt natürlich auch noch Bücher, die ja immer noch novelliert werden. Ich stelle fest, dass viele durchaus zum Buch tendieren nach wie vor.

So ein Buch hat die Vorteile, die du, Isabella, soeben genannt hast. Aber es gibt viele Möglichkeiten. Wie du es gesagt hast, findet da jeder seinen Weg. Und was für ihn richtig ist, die Möglichkeiten sind breit gestreut. Und da muss jeder seine Möglichkeit finden. Vorgeschlagen wird alles. Aber ich stelle durchaus fest, dass das Buch immer noch eine große Rolle spielt. Danke. Antoaneta, du hast gesagt, du bildest auch aus. Ihr habt eine Flugschule, die Luftfahrzeuge sind CIRN.

Und bei CIROS habe ich ja gesehen, manchmal kommt auch mein kleiner U da oben. Bei CIROS habe ich gesehen, da gibt es wunderschöne Filme. Die haben sehr viel Lehrfilme gemacht, sehr viel Aufwand getrieben, die Sachen speziell auf dieses Luftfahrzeugmuster anzupassen. Was ich persönlich unheimlich klasse fand, damit habe ich sehr viel gelernt, ist dieses Medium Film und Theorie. Wie gewichtest du das in der Ausbildung bei deinen Leuten? Ja, ich sehe das bei meinen Flugschülern.

Natürlich ist das, was man bildlich aufnimmt, viel stärker und bleibt länger haften im Gehirn. Und ich finde, CIROS hat da wirklich ganz viel Geld in die Hand genommen und hat diese Lehrfilme gemacht. Und da ist aber allerdings nicht nur für CIROS, da muss ich dich korrigieren, das ist auch wirklich General Operation Procedures und Standard Operation Procedures.

Natürlich haben sie die Geschwindigkeiten von der CIROS in die Tabellen eingeflegt, aber man könnte dieses Lehrmaterial nehmen und auch für die Cessna oder Piper oder egal, welches Flugzeug man nimmt, tatsächlich auch benutzen. Also da ist eine Systematik dahinter, da sind die Bilder, da sind auch Animationen dazu. Und diese Kombination aus Text, Animation, Film, das macht das Ganze wirklich sehr standhaft und sehr nachhaltig. Isabella, jetzt sind wir wieder bei deinem Beruf. Wie bitte?

Jetzt sind wir wieder bei deinem Beruf. Das ist Online-Redaktion, Online-Redaktion, Lehrfilme, Bücher, diese Kombination. Da merkst du jetzt eigentlich, dass du genau an der richtigen Stelle bist. Was würdest du denn jetzt nach deiner Ausbildung, wenn man aus dem Verlag, ich sage jetzt nicht wie der Verlag heißt, das kannst du bitte sagen, aber es ist das Fliegermagazin, wenn man dir jetzt sagen würde, pass mal auf, du darfst was ändern.

Was würdest du an diesem Produkt, dieser Zeitung, aufgrund deiner fliegerischen Erfahrung ändern, wenn du sagst, ich will was für die Lernenden tun?

Also ich würde tatsächlich da auch auf Bewegbild gehen, das heißt konkret, wenn ich jetzt, also ich nehme jetzt einfach mal einen Flugdurchführungsplan, weil es mir jetzt als erstes einfällt, aber dass ich direkt kurze, prägnante Lernvideos sozusagen hätte für die Flugschüler und dass wir das sozusagen aber dann journalistisch natürlich, so dass es alles stimmt, aufbereiten würden. Also kurze, knackige Filme sozusagen, die helfen könnten.

Okay, ich habe jetzt gleich was vor für Sie, für euch da unten. Ich möchte gerne, dass wir jetzt gleich mal in eine offene Kommunikation gehen. Das habe ich immer gerne bei diesen Runden. Ich komme jetzt gleich runter. Und dann möchte ich, dass aus dem Publikum Fragen kommen, an diese drei Menschen bezogen auf Ausbildung, bezogen auf Verbesserung, bezogen auf Ihren neuen Plänen. Seid ihr bereit dazu? Gut, dann mache ich folgendes. Ich nehme das Mikro von Bernd weg. Und ihr beide vertragt euch.

Und ich möchte, dass Sie jetzt hingehen und die Chance mal nutzen, mit einer Online-Redakteurin des Deutschen Fliegermagazins, einer ganz tollen Zeitung, auch Fragen zu stellen. Wer möchte die ersten Fragen stellen? Wer möchte Erfahrungen austauschen? Wer hat hier irgendeinen Wunsch? Wunsch? Wir nehmen alles an. Du nimmst auch inhaltliche Wünsche an, oder? Geht auch, denke ich. Also, wer fängt an? Ja, Frage erstmal.

Möchte ich schon an der Stelle betonen, dass euer Hinweis, das tatsächlich während der Ausbildung, also bei mir liegt es jetzt auch schon 23 Jahre zurück, dass bis jetzt man trifft niemals auf Frauen. Allenfalls am Counter, wenn man beim Gatt ist, aber in den wirklich wichtigen Positionen in der Fliegerei trifft man auf Frauen eigentlich nur als Kontrollerin. Aber eben nicht als Pilotinnen. Das ist viel zu selten und schon gar nicht in der Ausbildung.

Deswegen kann ich nur sagen, wir haben da sehr viel Nachholbedarf. Und die Frage jetzt an dich, woran liegt es, dass du mit dem Sprechfunkzeugnis noch nicht durch bist? Weil das ist doch eine Sache, die kann man mal eben ruckzuck nebenbei erledigen. Was hindert dich daran? Das würde mich mal interessieren. Entschuldigung, ich muss noch einen Satz dazu sagen. Jetzt sind wir wieder bei der Geschlechterrolle.

Aber das, denke ich, lockert das vielleicht noch ein bisschen auf, weil man ja immer sagt, Frauen sind sprachlich einfach viel besser drauf als Männer. Also, ja, das ist eine gute Frage. Ich ärgere mich ehrlich gesagt, dass ich mich nicht früher darum gekümmert habe. Ich habe mich aber unheimlich schwer damit getan, obwohl ich ja dadurch, dass ich ja Journalistin bin, eigentlich kein Problem damit habe, hier zu sprechen.

Ich sitze ja jetzt auch hier, aber tatsächlich hat es mich viel Überwindung gekostet, zu sagen, ich fange jetzt mit dem Sprechfunk an, weil ich öffentlich quasi vor allem jetzt sprechen musste. Und irgendwie, weil ich dachte, ich war einfach, glaube ich, in dem Moment noch so unsicher, weil ich wusste, das kannst du einfach nicht.

Also, es gibt keine richtige Antwort, warum ich jetzt erst angefangen habe, außer dass ich, ja, ich habe es ein bisschen vor mir hergeschoben, weil ich dachte, oh nee, irgendwie, glaube ich, liegt mir das nicht. Ich habe aber die Hoffnung, wenn ich das jetzt abgeschlossen habe, dass ich da richtig Spaß dran finde. Kann das sein, dass du das Thema einfach schon als zu einfach gewertet hast? Nee, ich glaube eher, dass ich da vorne rein eher so ein bisschen Bedenken vor hatte. Weiß ich nicht.

Isabella. Ich kann es nicht sagen. Okay, das war eine ganz ehrliche, weitere Frage, sonst ist er wieder dran. Ich hätte eine Frage, die direkt an das Anschließt. Vielleicht auch eine persönliche Frage. Von dem, wie du es dir erwartet hast, wie die Ausbildung sein wird, auf was du dich eingestellt hast, auf was du dich nicht einstellst oder eingestellt hast. Wie würdest du das jetzt an deinem jetzigen Status beurteilen? Wie groß ist dann die Lücke? Also wie war die Vorstellung? Ich mache das.

Wie mache ich es? Wann mache ich es? Und wie bist du jetzt in der Realität angekommen? Das würde mich persönlich interessieren. Also ich wusste ja von vornherein, okay, das wird ein hartes Stück Arbeit, weil ich ja, wie gesagt, journalistisch ja, also Journalismus kann ich, aber mit Fliegen hatte ich ja bisher nichts zu tun. Also ich habe mich auch dafür entschieden, das zu machen, weil mich einfach das Thema Mobilität reizt. Ich habe ja auch vorher beruflich mit Autos zu tun gehabt.

Also jetzt natürlich Flugzeuge sind was ganz anderes, aber es ist dennoch ja ein Fortbewegungsmittel, wie auch immer. Und ich habe glaube ich nicht gewusst, wie anstrengend das ist, das so in den, also doch mit dem, also privat und beruflich zu trennen und dann sich aufzuraffen und die Zeit zu nehmen, zu lernen. Also der Wille ist da zu lernen, aber ja, das eine ist der Wille und das andere ist wirklich zu sagen, okay, ich setze mich jetzt nach der Arbeit noch mal hin oder vor der Arbeit.

Ja, also ich würde sagen, ich hätte allein mit der Theorie und auch eben Sprechfunk, ja, hätte ich glaube ich früher, ja, nee, das weiß ich, hätte ich früher anfangen sollen. Das kann ich jetzt schon mal sagen. Und was für mich so ein Punkt ist, ich weiß gar nicht, ob das jetzt so direkt so eine Antwort auf die Frage ist, aber was mir irgendwie wichtig ist noch zu erwähnen, ist das Thema, dass man sich selber eben auch so Druck macht.

Also ich meine damit, ich bin jemand, der doch perfektionistisch ist und ich lasse mich dann auch mal gerne verunsichern, würde ich sagen. Danke, Isabella. Ganz kurz, Bernd. Jetzt hat sie erzählt, wie das war mit dem Ernstnehmen, mit dem Druckmachen. Wie gehst du als Ausbilder gerade in der Situation mit so einem Schüler um, der sagt, ich habe das noch nicht. Wie machst du das? Wie hilfst du ihr jetzt? Du bist Fluglehrer, jetzt bist du auch Kamerad, Treiber, Quelix, alles in dieser Rolle.

Was würdest du jetzt der Isabella raten, wie sie jetzt mit dieser Situation, er hat ja Recht, Sprechfond ist ja so einfach, ist es nicht. Also 105 Seiten, neue NFL, nicht vergessen. Also wie gehst du damit um? Was würdest du jetzt raten? Na gut, ich denke mal, das ist ja jetzt wenig überraschend. Ein Fluglehrer hat einfach auch die Aufgabe, seinen Schüler zu motivieren, ihm Mut zu machen, ihm oder ihr zu sagen, das ist kein Ding.

Und vielleicht kann man es auch so verpacken, dass man sagt, je schneller du diese Hürde packst, umso schneller fliegst du zu deinen Eltern oder zu deinem Heimatflugplatz. Also einfach auch ein bisschen scharf machen und sagen, hey, nimm dir Mut und pack jetzt diese Hürde und dann umso schneller bist du an deinem Ziel. Und das einfach zu motivieren und zu unterstützen. Ich denke, das würde hoffentlich jeder Lehrer so machen. Erstmal danke, Bernd.

Wir machen jetzt gleich weiter, aber ich habe mal eine Sache, und das müssen wir jetzt mal klar machen. Hier ist ein junger Mensch, ich darf junger Mensch sagen, weil ich bin etwas älter. Hier ist ein junger Mensch, der den Mut hat, einfach das hier offen zu legen. Ich finde das schon klasse. Das ist nicht normal. Da gehört eine ganze Menge dazu. Ich weiß nicht, ob ich das in meiner Zeit gekonnt hätte. Wie alt war ich da? 48 war ich da schon. Auch nicht mehr jung. Aber das ist lange her.

Aber auf jeden Fall, das ist so erstmal diese Sache, die wir haben. Also ich finde das, was wir hier machen, schon mal klasse. Erstmal Chapeau. Und jetzt kommen wir zur nächsten Frage. Hier dieser junge Mann, hier Joe Jink Flight Test Engineer. Isabella, wir hatten ja vor zwei Tagen schon gesprochen. Wie machst du das eigentlich? Also ich bin auch Perfektionist. Manchmal ist auch ein Druck. Deswegen habe ich auch vor drei Jahren aufgehört, das beruflich zu machen.

Hast du für dein Lernpensum ein Schedule oder kommt das aus dem Bauch heraus? Und wenn ja, erst die leichten Themen oder erst die schweren? Also ich habe mal damit angefangen, mir zu Beginn der Ausbildung einen Lernplan aufzustellen. Aber ich kann sagen, dann habe ich ganz schnell über Bord geworfen. Und dann war ich zwischenzeitlich auch so ein bisschen zielos. Das heißt, ich habe hier mal ein bisschen was gemacht, da habe ich was gemacht. Da wusste ich nicht so recht.

Also ich wusste nicht, was soll ich als nächstes machen. Und dann habe ich es aus dem Bauch heraus gemacht. Jetzt, wo ich weiß, okay, ich muss so langsam und möchte auch die Theorieprüfung machen, habe ich aber wieder angefangen, einen Plan zu machen. Und da habe ich damit den für mich leichteren Themen begonnen. Und tatsächlich, jetzt im Mai, wenn ich Urlaub habe, stehen die schweren Fächer an. Ja, aber ich habe auch mit, also ich habe ja auch viel mit Flugschülern jetzt Kontakt.

Und denen geht es, glaube ich, auch ähnlich, dass sie manchmal gar nicht wissen, womit fange ich denn jetzt überhaupt an. Also weil man auch nicht direkt immer den Erfahrungsaustausch mit Schülern hat. Ich glaube, das ist, wenn man im Verein lernt, anders. Aber bei mir ist es so, in der Flugschule, es hat ziemlich lange gedauert, bis ich überhaupt einen anderen Flugschüler getroffen habe. Also getroffen habe ich ihn schon. Aber der ist dann auch schnell abgedüst zu seiner Flugstunde.

Und ich hatte dann noch ein kurzes Briefing, also kurze Nachbesprechung. Und dann bin ich wieder ins Auto gestiegen. Und ich kann auch nur dazu raten, es hilft halt enorm auch beim Lernen, sich zusammenzutun und dann gemeinsam eben zum Beispiel das ein oder andere Thema anzugehen und zu besprechen. So, die nächste Frage? Ja, ich habe zwei Fragen.

Hättest du als Privatperson, ohne die Kontakte zum Fliegen zu haben übers Fliegermagazin, den Wunsch verspürt, Privatpilotin zu werden und hättest du mit so einer Ausbildung begonnen? Und der zweite Teil der Frage, Fliegen kostet eine Menge Geld und die Ausbildung auch. Du hast sicherlich jetzt eine Vorstellung davon, was das kostet. Möglicherweise mit deinem Team auch eine Vereinbarung, wie die Finanzierung stattfindet.

Wenn du das jetzt alles aus eigener Tasche als Privatpilotin im Jahr 2024 finanzieren müsstest, weil du unbedingt einen Flugschein machen möchtest, wie würdest du das machen? Würdest du da auf ultraleicht gehen oder wie würdest du das finanzieren? Okay, ich wollte gerade sagen, jetzt habe ich die erste Frage schon wieder vergessen. Entschuldigung, aber die erste Frage war, wenn ich nicht beim Fliegermagazin wäre, ob ich trotzdem den Wunsch gehabt hätte, Privatpilotin zu werden.

Also ich muss ganz ehrlich gesagt, ich wollte mich beruflich verändern. Ich wollte Journalistin bleiben, aber ich wollte gerne in ein neues Feld gehen. Ich habe mich einfach beworben, weil es gab etwas, was gesagt hat, mach das jetzt einfach innerlich so in mir. Aber da war noch gar nicht so das Thema, dass ich jetzt unbedingt diesen Flugschein mache. Ich wusste aber, als Journalistin arbeite ich mich jeden Tag auf neue Themen ein.

Aber wenn ich hier wirklich beim Fliegermagazin anfangen möchte, dann muss ich auch selbst fliegen können, weil ich sonst immer nur an der Oberfläche kratze und nicht über alles schreiben kann. Ich würde sagen, ich hätte mich das vielleicht nicht so getraut. Ich hätte wahrscheinlich nicht jetzt in der aktuellen Situation in meinem Alter gesagt, ich mache jetzt die Privatpilotenlizenz. Das wäre so meine Antwort auf die Frage. Und die zweite Frage ist ja.

Ich finde auch, dass es ein ja kostspieliges Hobby ist oder eine Leidenschaft. Und wenn ich jetzt nicht beim Fliegermagazin, also klar haben wir eine Vereinbarung, aber für mich stellt sich eigentlich eher die Frage, wie mache ich jetzt weiter, wenn ich den Flugschein habe?

Und deswegen überlege ich, weil ich gerne mehr Kontakte haben möchte, die außerhalb tatsächlich in meines Jobs liegen, muss ich auch sagen, überlege ich nämlich dann in einen Verein zu gehen und eben auch die Kostenfrage damit für mich das Ganze auch möglich machen zu können. Also weil ich möchte ja halt am Ball bleiben, möchte jetzt nicht den Schein haben und dann, also ich möchte es auch als Privatperson erleben und das würde ich gerne über einen Verein und das muss ich ja auch finanzieren.

Ganz kurz zu der Geldfrage beim Lernen. Wir haben ja vorhin gehört von Bernd Heuberger, dass der leichtere Einstieg über die Vereine in den Segelflug ist, deshalb hat der Segelflug, boomt er ja auch und es geht dann eben halt sehr exorbitant nach oben, je nachdem welches Muster, wie privilegiert man ist, wie privilegiert man fliegt. Es gibt Flugzeuge, früher zu meiner Zeit als anfingend weiß ich noch, da kosteten die 70 Mark, aber das gibt es heute gar nicht mehr.

Es gibt nicht mehr mehr 70 Euro, sondern das Hessnerchen kostet ja 140 Euro, mit Lehrer nochmal 30 oder so dazu. Es ist eine sehr teure Geschichte, aber ich lege da einen drauf in dem Geld. Lässt du dich jetzt zeitlich unter Druck setzen, damit es kein Geld kostet, das ist mir viel interessanter, weniger Stunden und schneller werden, oder nimmst du dir die Zeit, die du wirklich brauchst? Ja, also ich nehme mir die Zeit, die ich wirklich brauche.

Bei mir ist es ja so, wir haben ja auch gesagt, und das wissen ja auch alle, dass wir gesagt haben, dieses Projekt wird 15 Monate angesetzt. Aber wenn es dann länger dauert, weil ich doch irgendwas noch nicht kapiert habe, dann ist das so. Ich habe zwei Jahre gebraucht, nebenbei gearbeitet, das ist normal. Ja, wie ist es eigentlich?

Also wenn ich zurückdenke, 1989, Flugschule Wittenzellner in Hamburg, zwei Stunden Dienstagabend, zwei Stunden Donnerstagabend und anschließend ist die ganze Truppe dann noch ins Irish Pub gegangen. Vermisst du sowas oder? Kann ich ganz klar mit Ja beantworten. Das Irish Pub oder den Unterricht? Ach beides, erst das eine und dann das andere.

Nein, aber ich denke manchmal daran, wie gut ich es finden würde, wenn ich wie bei der Fahrschule tatsächlich so feste Termine gehabt hätte, wo ich sage, da hätte ich jetzt abends hingehen können, um gemeinsam Theorie zu lernen.

Oder ich finde auch gerade so jetzt im Winter, also unser Flugplatz war ja auch zeitweise eben gesperrt und ich denke man hätte im Winter die Zeit einfach anders nutzen können in der Gemeinschaft mit den Flugschülern, um die Theorie gemeinsam durch zu kauen, sag ich mal so.

Und dann hätte auch der eine oder andere dann doch nochmal eine schlaue Frage gestellt, die mir vielleicht gerade gar nicht eingefallen ist, weil ich sitze auch oft dann zu Hause, dann habe ich da meine Ordner oder was und lese das dann durch. Und dann habe ich es aber wieder nicht verstanden, weil ich auch immer sage, ich bin ja Journalistin geworden, weil ich Mathe und Physik nicht so gut konnte und ich brauche einfach auch ein bisschen länger dafür, um das zu verstehen.

Und da würde ich dann doch gerne mal so den Finger heben. Ich, klar sagt mir auch jeder Fluglehrer dann nach der Flugstunde oder vor der Flugstunde, wenn du eine Frage hast, frag. Aber bei mir ist das so, ich konzentriere mich dann wirklich so aus Fliegen. Und ich möchte dann auch fliegen und dann hinterher möchte ich dann nicht auf einmal damit ankommen, ja was war denn das nochmal hier beim Luftrecht oder beim Wetter oder so.

Und ich glaube, wenn man jetzt diesen Theorieunterricht gemeinsam hat oder auch diese festen Stunden, dann hat man auch schon so ein Grundgerüst irgendwie. Man ist da nicht ganz alleine. Da vorne steht eine Frau, die nickt ganz deutlich bei deinen Worten. Aber ich kriege sie nicht dazu, dass sie Fragen stellt. Aber jedes Wort von dir hat sie abgenickt. Es scheint wirklich den Draht und den Weg zu den Leuten gefunden zu haben.

Antoaneta, wenn du jetzt ihr Problem siehst, sie ist jetzt alleine in der Ausbildung, in der Theorie. Was würdest du jetzt als Leiter einer Flugschule, was würdest du jetzt als Lehrer tun mit ihr? Was würdest du jetzt mit ihr machen, wenn sie jetzt bei dir wäre? Was würdest du jetzt tun und sagen, fangen wir mal an, ruhig mit dem BZF und den anderen Sachen, aber was würdest du jetzt tun? Ich würde auf jeden Fall, aber das hast du ja auch schon erkannt, dich mit anderen Flugschülern zusammentun.

Weil so motiviert man sich gegenseitig, so findet man auch Abkürzungen, und so kommt man anstelle ans Ziel. Okay, danke. Ich habe jetzt keine Wortmeldungen mehr, wir wollen das ja auch nicht überstrapazieren, aber jetzt mal, ihr Lieben da unten, jetzt bin ich wieder hier oben, ist das nicht eine irre Leistung, dass ihr sich einfach mal hier einfach opfert, und ich denke mir, und euch hier Rede und Antwort steht, und ich finde, ein kleiner Applaus für Isabella ist eigentlich drin, oder?

So, und der zweite Punkt ist, und das mache ich mal so, was quer jetzt hier AERO-Konferenz ist, General Aviation Academy, wir lernen alle, wir müssen alle lernen, und wir müssen wissen, dass Lernen einfach etwas ist, was, das tut mir leid, mein lieber Bernd, du wirst merken, wenn du in mein Alter kommst, es hört nie auf.

Du hast ja noch 30 Jahre, aber wir müssen immer lernen, wir müssen bereit sein zu lernen, und jetzt gibt es etwas ganz Wichtiges, so ein kleiner Tipp, wenn wir lernen, beschäftigen wir unser Hirn, und da kommen nicht die sechs Bretter, sondern wir bleiben dynamisch, wir bleiben lebendig, und wir haben einfach so einen Weg nach vorne, und ich finde es unheimlich toll, euch drei hier gehabt zu haben, und vielleicht könnt ihr euch noch ein bisschen austauschen, weil ich habe den Eindruck, die könnte mal in deinen Haufen da reinkommen, von den Damen.

Ja, willst du da noch was schnell zu sagen? Jetzt hier in der Öffentlichkeit, ich erzähle es hier. Nein, nicht das, ich meine zu den Pilotinnen. Ja, jetzt mal ein kurzer Werbeblock für die Vereinigung Deutscher Pilotinnen gegründet worden, vor 55 Jahren. Dieses Jahr haben wir tatsächlich ein Jubiläum wieder von tollen Damen in der Fliegerei, wie Ellie Beinhorn, Hannah Reitz und drei weiteren.

Dieses Verein existiert bis heute und stärkt die Interessen der Frauen im Bereich der Luftfahrt und dabei nicht nur Pilotinnen, sondern alle möglichen Berufe im Bereich Luftfahrt. Wir haben verschiedene Referate, Referat Segelflug, Ultralight, Motorflug, Ballonfahrt, Heli-Flight, Business Aviation, also wirklich starkes Netzwerk.

Und wir haben immer mehr junge Mädchen, junge Damen, junge angehende Pilotinnen, die Mitglieder bei uns werden und die sich auf diese Art und Weise über dieses Netzwerk stärken, sich Wege zeigen, wie komme ich jetzt zum Beispiel bei Lufthansa rein. Also da gibt es wirklich gute Tipps bei uns. Wir haben auch eine sehr starke Pilotinnen-WhatsApp-Gruppe, die auch sehr diszipliniert ist und wirklich nur Inhalte mitgeteilt werden, die mit der Fliegerei zu tun haben, Medicals und so weiter.

Also Isabella, du bist auch herzlich willkommen bei uns Mitglied zu werden und wir stärken wirklich die Mädchen und die Damen, die in der Fliegerei unterwegs sind. Danke, Antoaneta.

Ich sage jetzt euch auch mal Danke, dass ihr die Zeit hattet, hier mal zuzuhören, die Zeit genommen hattet und ich verspreche euch fürs nächste Jahr wenn auch wieder an diesem, sage ich mal, Freitag, da mache ich immer ein besonderes Thema, ein schönes Thema haben und vielleicht kommst du dann dazu und sagst in zwei Minuten vielleicht aus der Rolle von Thomas oder sonst was in so eine Diskussion rein, in zwei Minuten mal, wie es dir ergangen ist, bis zum Ende. Das werde ich sehr gern tun.

Und ich freue mich schon auf den ersten Tag, wo ich von der Antoaneta einen Anruf bekommen habe, wo sie mir sagt, du hättest deinen ersten Solo auf der Cirrus gemacht. Also ich sage Dankeschön, schönen Tag auf der Messe. Danke Bernd, danke Isabella, danke Antoaneta, danke meine Damen und Herren. Das war unser Mitschnitt von der AERO-Podiumsdiskussion Isabella lernt fliegen. Schön, dass ihr zugehört habt. Bis zum nächsten Mal.

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