Merkel 2.0 - podcast episode cover

Merkel 2.0

Apr 22, 20253 hr 32 min
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Episode description

Wir schauen die Nachrichtenwoche

Wenn Merz, der mit den schlechtesten Umfragewerten aller Bald-Kanzler startet und schon jetzt keine Sonntagsfragenmehrheit mehr hat, überhaupt Erfolg haben möchte, müsse er wie Merkel regieren, sagt der Experte. Und er schließt an: "Das wird ihn ärgern." Tjaja, wir besichtigen die Tragödie in allen Details.

Ohoh, der Unterstützerdank ist nur in der Video-Version. Den 💚Dank hole ich im nächsten Podcast auch an dieser Stelle nach!

Unlektorierter Claude-Episodentext

Was ist das Hauptthema der Episode? Die Episode beschäftigt sich mit dem neuen Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD und der bevorstehenden Kanzlerschaft von Friedrich Merz. Die Hosts analysieren kritisch die Berichterstattung in den Medien und die fehlende Substanz des Koalitionsvertrags, der kaum konkrete Maßnahmen enthält und stattdessen von unverbindlichen Prüfaufträgen und Absichtserklärungen geprägt ist.

Welche politischen/gesellschaftlichen Entwicklungen werden analysiert? Die Episode thematisiert die demografische Krise Deutschlands ("Altenrepublik"), die Bildungskatastrophe mit jährlich 250.000 Schulabgängern ohne Anschlussperspektive, die migrationspolitischen Verschärfungen und fehlende europapolitische Visionen im Koalitionsvertrag. Parallel wird der Tod des Papstes und die mediale Inszenierung von Politik als oberflächliches Spektakel kritisiert.

Was sind die kontroversten Punkte der Diskussion? Besonders kontrovers diskutieren die Hosts, wie die CDU mit der AfD umgeht. Sie sehen die Gefahr einer schleichenden Normalisierung durch CDU-Politiker wie Kretschmer und Spahn, die für einen offeneren Umgang mit der AfD plädieren. Zudem kritisieren sie scharf die migrationspolitischen Verschärfungen wie das Aussetzen des Familiennachzugs, die ihrer Meinung nach demografisch fatal sind und gleichzeitig keine tatsächliche Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen bieten.

Welche medialen Darstellungen werden kritisiert? Die Hosts zerreißen die öffentlich-rechtliche Berichterstattung zum Koalitionsvertrag. Sie kritisieren inhaltsleere Beiträge (wie das Bemalen eines Eis in Schwarz-Rot-Gold), rein inszenierte Pressekonferenzen und die unreflektierte Übernahme politischer Phrasen. Besonders problematisch finden sie die Verharmlosung gravierender gesellschaftlicher Probleme in Kurzmeldungen, während banale Themen ausführlich behandelt werden.

Personen und Institutionen

Mit welchen Personen gehen die Hosts besonders kritisch um? Die schärfste Kritik richtet sich gegen Friedrich Merz, dem sie fehlendes Charisma, mangelnden Weitblick und fehlende Visionen vorwerfen. Auch Markus Söder wird für seine Show-Politik und seinen selbstdarstellerischen Auftritt bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags scharf kritisiert. Lars Klingbeil wird vorgeworfen, seine SPD in eine unkritische Unterstützung einer inhaltsleeren Koalition zu führen.

Welche Institutionen oder Strukturen stehen besonders im Fokus? Die öffentlich-rechtlichen Medien (ARD, ZDF) stehen stark in der Kritik. Die Hosts werfen ihnen vor, durch oberflächliche Berichterstattung, inszenierte Beiträge und fehlende kritische Analyse ihrer journalistischen Verantwortung nicht gerecht zu werden. Sie kritisieren zudem die Strukturen der "Altenrepublik", in der politische Entscheidungen primär im Interesse älterer Wählergruppen getroffen werden, während die Zukunft junger Menschen vernachlässigt wird.

Tiefergehende Analyse

Was ist der wichtigste Kritikpunkt der Hosts? Der zentrale Kritikpunkt ist der als mutlos und visionslos beschriebene Koalitionsvertrag, der die grundlegenden Probleme Deutschlands nicht angeht, sondern lediglich den Status quo verlängert. Sie sehen darin eine verpasste Chance, die essentiellen Probleme wie demografischen Wandel, Bildungskrise und wirtschaftliche Herausforderungen anzugehen.

Welche Alternativszenarien entwickeln die Hosts? Die Hosts skizzieren alternative Ansätze: Statt Familiennachzug einzuschränken, sollte Deutschland angesichts seiner demografischen Probleme mehr auf Zuwanderung setzen. Statt leerer Rhetorik über Wirtschaftswachstum sollte der Staat als Investor auftreten, besonders im Wohnungsbau. Die SPD sollte eine Doppelstrategie verfolgen: Regierungsverantwortung wahrnehmen, aber gleichzeitig durch basisdemokratische Mobilisierung ein Gegengewicht zu rechten Strömungen bilden.

Welche strukturellen Probleme identifizieren sie? Die Hosts sehen ein fatales Zusammenspiel aus demografischer Überalterung, einem auf kurzfristige Wählerberuhigung ausgelegten Politikstil und einem Journalismus, der diese Probleme nicht kritisch beleuchtet. Die "Altenrepublik" führt ihrer Ansicht nach zu einer Politik, die primär Rentnern dient und zukunftsrelevante Investitionen vernachlässigt.

Besondere Merkmale

Was sind die besten Zitate oder Pointen der Episode?

  • "Ein Koalitionsvertrag, der 299 Mal das Wort 'wollen' statt 'werden' verwendet." (58:20)
  • "Die Rentenreform kommt erst, wenn die heutigen Rentner es schon nicht mehr mitkriegen." (01:15:29)
  • "Meine Vision für Deutschland? Dass es wieder Freude macht zu arbeiten." - Friedrich Merz (01:22:43)
  • "Die Ironie der Geschichte: Friedrich Merz muss zu Merkel 2.0 werden. Das wird ihn ärgern." - Karl-Rudolf Korte (01:44:18)
  • "Was ist mit den 250.000 Jugendlichen, die jedes Jahr nach der Schule den Sprung in die Arbeitswelt verpassen? Ein Drittel eines Jahrgangs!" (01:24:37)

Welche wiederkehrenden Themen oder Begriffe tauchen auf? Der Begriff "Altenrepublik" zieht sich durch die gesamte Episode - ein Verweis auf Stefan Schulz' Buch, das die demografische Schieflage Deutschlands kritisiert. Wiederkehrend ist auch die Kritik am "Verantwortungspathos" der Politiker, die ohne konkrete Pläne moralischen Druck ausüben. Die Hosts verwenden regelmäßig die Phrase "Merkel 2.0", um Merz' Dilemma zu beschreiben, dass er trotz Anti-Merkel-Rhetorik nun ähnlich regieren muss.

Welche weiterführenden Quellen werden erwähnt?

  • Das Buch "Die Altenrepublik" von Stefan Schulz
  • Die Studie des "Dezernat Zukunft" zum Wirtschaftswachstumspotential des Koalitionsvertrags
  • Ein Gutachten der Kultusministerkonferenz zum Bildungsnotstand
  • Die Initiative für einen handlungsfähigen Staat von Peer Steinbrück, Thomas de Maizière und Andreas Poskuhle

Die Episode bietet durch ihre pointierte Kritik einen umfassenden, wenn auch deutlich subjektiven Blick auf die aktuelle politische Lage in Deutschland und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen medial inszenierten politischen Ritualen und den tatsächlichen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Transcript

Wird Carsten Linnemann jetzt Papst? Und was hat Friedrich Merz noch so im Angebot? Alias Fernseh-Podcast, präsentiert von Niemandem. Obwohl die Ärzte ihm Ruhe verordnet hatten, wünschte der Papst gestern den Gläubigen auf dem Petersplatz frohe Ostern. Buona Pasqua! Noch einmal prangerte er darin an, wie viel Verachtung Migranten bisweilen entgegengebracht werde, warnte vor einem weltweit wachsenden Antisemitismus und verlangte mehr Anstrengungen für den Frieden.

Danach ergriff Papst Franziskus zum letzten Mal in der Öffentlichkeit das Wort. Den Ostersegen, Orbi et Orbi, der Stadt und dem Erdkreis, sprach er selbst. Es geht um die Persönlichkeit, es geht um eine Person, die verbinden kann, die Menschen zusammenführen kann. Eine Person, die auch geistlich geprägt ist, die vom Evangelium herkommt, wie es Papst Franziskus auch war.

Wir brauchen keinen Funktionär, wir brauchen keinen Manager, wir brauchen jemanden, der das, was den Kern des christlichen Glaubens ausmacht, auch wirklich zur Sprache bringen kann, und zwar weltweit. Und ich hoffe, dass wir jemanden finden. Ich vertraue ja auch auf den Heiligen Geist, dass er uns hilft, eine Person zu finden, die wirklich eine solche Ausstrahlung hat und eine solche Fähigkeit hat, ein Pilger der Hoffnung zu sein, nicht nur für uns als Kirche, sondern für die Welt.

So, wir sind's. Wir machen Fernseh-Podcast. Mick ist hier. Konklave Live-Watching. Ja, die Kirche hat so ein paar Vorzüge heute, die sich auszahlen. Zum einen, alle Leute wissen, dass die Konklave, also das Konklave einfach Klausur heißt, abgeschlossen, abgeriegelt, kommt nichts rein, selbst die Fenster werden zugemacht, irgendwelche Störsender installiert und so weiter. Das heißt, Journalisten, die in Rom die Ansage bekommen, CNN zum Beispiel.

Hört mal zu, wir haben dieses Hotel seit 35 Jahren gebucht, damit wir immer rein können, wenn was ist. Und jetzt ist gerade was. Und das Fernsehpublikum weiß aber, es gibt nichts zu berichten. Ja. Null. Anders als in Berlin, wir sehen das ja gleich in 45 Clips. Alle Welt weiß, das ist das Feature von Conclava. Es wird jetzt nicht irgendwie der 75. Präsident, sondern der 285. Papst gewählt. Es war schon immer so, es wird nie anders sein. Niemand wird das vorher erfahren.

Und die ist einfach nur die Frage, schwarz oder weiß, welche Farbe hat der Rauch? Und selbst da muss man genau hingucken, weil Verbrennung, man weiß nie genau. Wie es ist. Ja, man weiß nie, es ist immer grau. Es muss jemand dazu sagen, dass es schwarz oder weiß ist. Das ist die einzige Aufgabe, ja, für Journalisten. Und es gibt jetzt nichts zu berichten und die Fernsehsender sind schon wieder voll von, wer wird der Nächste? Wer könnte es sein?

Ich denke mir, wir sollten die Diskussion auch führen. Wer wird der Nächste? Ich meine, keiner kennt irgendeinen Kardinal beim Namen. Ich kenne alle 56. Sind es 56? Sind es nicht 170 so? Doch, 170. Warte, ich muss GBT fragen. Frage. Das ist ja inflationär, das ist wie mit den Bundesausschreibungen und so und die ganzen Sonderbeauftragten. Wie viele Kardinäle werden jetzt den Papst wählen? Es sind 135. Okay. 135. Wenn Chibiti nicht falsch liegt. Das ist mehr als gedacht.

Eine Zweidrittelmehrheit bei 135, da wissen wir, da findet erstmal Konklave Krieg statt. Dann Konklave Aussprache. Dann Konklave Versöhnung. Dann Konklave Zweiter Versuch. Dann Wiederkrieg. Dann Wiederaussprache der Wiederversöhnung. Und dann beim dritten Mal, okay, gut, okay. Aber ich finde, es hat irgendwie sowas Beruhigendes. Ich habe so auf meine Push-Nachricht geschaut, und das klingt jetzt natürlich ein bisschen pietätlos,

aber es war die positivste Push-Nachricht seit sechs Wochen oder so. Dass der Papst tot ist. Ja, und dass man, also, es erinnert einen so an eine gute alte Zeit gefühlt. Das hat schon fast was Nostalgisches, dass man jetzt irgendwie für ein paar Wochen einfach auf dieses Dach in Rom schauen kann, auf das die Sonne scheint und welcher Rauch da rauskommt. Und es hat sowas, die Welt ist wieder in so einem langsamen Takt gefühlt.

Natürlich nur mit Blick auf dieses eine Ereignis, aber es hat so eine Beständigkeit. Es hat fast was Anrührendes, also angesichts der ganzen Krisen, aber seit 2000 Jahren kommen da 135 Leute zusammen und wehen den Park. Wer Kinder hat, kennt das Phänomen, dass man so Weihnachtslieder singt oder wie auch immer. Es ist so ein bisschen feierlich und dann sitzen die Kinder im Kinderwagen und zeigen auf etwas und sagen, guck mal ein O-Tannebaum.

Und man denkt sich so, genau, das Kind kennt den Tannebaum ja nur als O-Tannebaum oder so. Also wird das erstmal in den Wortschatz aufgenommen und man muss dann mühsam erklären, nee, es heißt gar nicht, oh, Tannebaum, es heißt Tannebaum. Beim Papst gibt es so ein ähnliches Phänomen. Der Papst ist tot. Man muss erstmal dazu sagen, dass es den Papst auch lebendig gibt.

Denn Päpste sind typischerweise über so 79, wenn sie ins Amt kommen und dann mal gucken, wie lange sie es noch ohne Rollstuhl schaffen und dann sind sie gebrechlich und gebrechlich und gebrechlich. Dann kommen sie ins Krankenhaus, dann kommen sie wieder raus, sind sie gebrechlich und dann sind sie tot. Das ist tatsächlich crazy, ne? Man schaut einfach jemandem beim Sterben zu. Also wenn man ganz ehrlich ist, so sieht es aus.

Man quält ihn immer die ganze Zeit zum Arbeit und Arbeit heißt dann immer, und ist ja auch witzig, dass er nochmal den Ostersegen sprechen durfte. Also es ist ja wirklich krass, die letzten Worte des Papstes ist die Osterbotschaft und so. Aber wir haben ihn ja auch da, er sitzt ja auf seinem Balkon und wir sehen genau, der Typ wurde jetzt gerade fünf Stunden eingekleidet. Also so eine unendlich unfassbare Arbeit irgendwie für diese alten, gebrechlichen Leute.

Und die Leute, die die alten Leute anziehen, also diese anderen Kardinäle und so, die sind ja auch alle hornalt, also die können sich ja selber kommen anziehen, die sind ja erschöpft vom ich hab mich jetzt selber angezogen, jetzt muss ich den Papst noch anziehen und so, ja, also es ist ja alles, also es bringt was, wie du sagst, so eine gewisse Ruhe mit und so ein, ja ja, da sind jetzt alte Leute, also wir reden jetzt ganz langsam,

ich find's auch sehr gut, also das muss jeder mal selber rausgoogeln, es heißt ja der letzte Besuch war JD Vance beim Papst schaut euch diese Bilder mal an Da geht jemand, von dem wir denken, der hat schon nur mit einem hundertjährigen, dementen, geistesgestörten Typen zu tun, so im ganzen Alltag, der da nochmal feststellt, ach, so läuft das hier in Rom. Also ich muss wirklich ganz langsam laufen. Ja. Mit ganz langsam Bewegung. Und dann ganz deutlich reden.

Und dann sitzt der Papst nur so da und wackelt ein bisschen mit dem Kopf und oben versucht jemand zu deuten, was die Bewegung ist und übersetzt das dann und macht dann irgendwie so einen englischen Spruch. Also das holt die ganze Welt so ein bisschen runter. Ja, fände ich auch. Und da mich ja niemals jemand bei den Grünen als Populismusbeauftragter angefragt hat. Jetzt das Angebot an den Vatikan. Genau, was ich ja kritisiere, möchte ich mich jetzt als Populismusbeauftragter

des Vatikans bewerben. Und zwar mit folgender Empfehlung. Ich finde, die Konklave sollte jetzt zwei Aufgaben lösen. Nicht nur, wer wird hier der nächste Papst, sondern auch, welche Botschaft geben wir? Die Weltkirche, die Kardinäle, also die sozusagen nicht in Rom Ansässigen, sondern die ständigen Gesandten und Vertreter und so. Was geben wir eigentlich mit dem nächsten Papst der Welt mit? Und so.

Und ich finde, die sollten jetzt jemanden auswählen, der bereit ist, vor die Öffentlichkeit zu treten und zu sagen, liebe Welt, und ich meine nicht nur die Weltkirche, ich meine die ganze Welt, ja? Also gleich mal mit einem ordentlichen Anspruch. Wir wissen, es sind 2000 Jahre Tradition, Geschichte und was auch immer. Mysterium, aber, Aber wir schauen uns jetzt nur das letzte Jahr Welt an und stellen dann nochmal die Frage neu, brauchen wir jetzt eine Kirche oder nicht?

Und ich glaube nämlich, sehr viele Leute denken gerade so, ich hätte gern sowas wie eine Kirche. Ja, ich glaube auch. Dieses Merz und Trump und Orban und irgendwas und so, ich habe keinen Bock, ich brauche eine Kirche.

Kann ich bitte einfach am Sonntag irgendwo hinpilgern, wo mir jemand ein Lied singt, wo mir jemand eine akzeptable Botschaft gibt, wo es schön ist, wo ich meine Nachbarn sehe, wo es nicht heißt, du wirst jetzt deportiert, du gibst bitte alle deine Sachen ab, du gehst ins Gefängnis, zieh dich erstmal aus, was, du willst hier in den Urlaub fahren, was, du hast die Hotelnacht in drei Wochen noch nicht gebucht, wir schieben dich jetzt nach Japan ab und so, ja? Also lauft ja diese Geschichte.

Ich glaube, die Welt ist bereit für eine neue Kirche. Die Frage ist halt, wie weit ist die Kirche bereit für eine neue Kirche? Muss halt die alte Kirche Ja. Genau, ob sie das halt annehmen kann. Ich glaube auch, diese Idee von Nächstenliebe und Gemeinschaft ist bedeutsamer als je zuvor, wenn man sich wirklich auf das Grundsätzliche besinnt.

Ich habe mich mit der Kirche auch in der Hinsicht so ein bisschen versöhnt, weil man ja tatsächlich merkt, also demokratische Ordnung und das Gefühl, sich als Staat durchzusetzen, das reicht am Ende nicht für das Gemeinschaftsgefühl. Und die Sehnsucht nach irgendwie was Substantiellem, was nicht politisch verdorben ist in irgendeiner Art und Weise, wo einem nicht immer noch gesagt wird, mit deiner Stimme sorgst du auch noch gleich dafür, dass die und die Leute abgeschoben wird.

Also dieses konstante Negative Campaigning, sondern dass man sich darauf besinnt, Gemeinschaft und Nächstenliebe zu schaffen und so. Ich glaube auch, dass da ein Potenzial ist. Ich bin auch sehr gespannt, worauf es dann hinausläuft, weil es ist am Ende ja schon eine relevante und entscheidende Person und Franziskus war ja schon ein bisschen was Besonderes, zumindest in der Reihe. Sagst du, es war kein besonderes Pontifikat, das überall zu hören. Und ich frage mich so ein bisschen.

Hä, bitte? Er hat die rote Schuhe ausgezogen? Der erste Papst seit dem 8. Jahrhundert, der nicht aus Europa stammt. Und es zeigt ja auch schon eine Verschiebung in der Weltkirche an, weshalb ich jetzt sehr gespannt bin, ob es jetzt als nächstes dann tatsächlich ein Philippino wird oder jemand aus Afrika oder so, weil es zeigt ja schon eine deutliche, also wir sind unheilig inzwischen. In Europa kriegst du ja niemanden mehr in die Kirche.

Das heißt, da verschiebt sich auch das Machtgleichgewicht und damit auch die Botschaften. Also Franziskus hatte andere Botschaften als Benedikt XVI., der aus dem schönen, versündeten Deutschland kam irgendwie und halt einfach so auf konservativen Hardcore-Papst machen konnte. das war bei Franziskus ja schon anders. Der hatte eine andere Botschaft und deshalb bin ich ganz gespannt. Also was ist, wenn es ein Chinese ist?

Ja, zum Beispiel. Also Benedikt hat ja nochmal die Botschaft, und zwar ganz aggressiv, so wie ich jetzt die andere Botschaft formulieren wollte, hat ja nochmal gesagt, die vergangenen 2000 Jahre sind's. Und Franziskus hat dann schon gesagt, nee, die Gegenwart ist es. Wir gucken jetzt mal genau an, was hier losgeht. Und der nächste Papst könnte einer sein, der einfach sagt, die nächsten 2000 Jahre sind's.

Und wie politisch alles ist, finde ich auch erstaunlich. Ich habe heute Morgen ein bisschen rumgesurft. Und die Zeit hatte heute Morgen einen Aufmacher. Lese mal vor. Im Team Trump fehlt noch ein Papst. Rechtsautoritären weltweit spekulieren auf eine Chance. Der nächste Papst könnte einer der Iren werden. Warum dabei viel von Afrika und den USA abhängt. Also wir haben ja den Film Konklave alle gesehen. Wir wissen, wie es da ausging.

Und kann natürlich auch sein, dass in der Realität jetzt einfach so ein was auch immer, wo sie, also Kandidaten gibt es auf jeden Fall für so ordentlich politische Päpste, bei denen dann auch Julia Klöppner sagt, das ist mein Mann. Ja, voll. Ich meine, es ist ein seltsamer Haufen. Also es ist nie wieder da am Ende sitzt und was die Agenda ist. Ja. Und wie gesagt, ist halt am Ende trotzdem eine Person mit wahnsinnig viel Einfluss.

Ich finde, das macht das ja auch alles so faszinierend. Diese Institution, die seit über tausend Jahren da irgendwie sitzt und tatsächlich immer noch Welteinfluss hat und man weiß gar nicht so genau, warum. Ja, genau. Es ist, was das angeht, diese Frage, man weiß gar nicht genau warum. Es ist ein bisschen wie mit dem britischen Königshaus. Als alle sagten, krass, die haben die jetzt voll enteignet, die haben quasi nur noch diese Schlösser, die dürfen gar nicht mehr mitentscheiden,

was politisch gesagt wird von ihnen. der hat nur noch so zeremoniellen Charakter. Kirstama schickt da einfach einen Zettel hin und muss halt vorlesen und so. Und gleichzeitig haben wir aber ein britisches Königshaus gehabt die letzten Jahrzehnte. Mächtig wie nie. Stilprägend, überall präsent, Aufmerksamkeitsökonomie 100 Prozent. Absolut top gelevelt. Diana tot, dann diese Kinder, er wird verstoßen, der ganze Kram.

Das könnte mit der Kirche auch so sein. Also das gerade in dem Moment, wo alle so ah ja, der Papst, was hat der mir schon zu sagen und so. Und gleichzeitig ist er einfach omnipräsent. Also wenn es jetzt so ein junger, agiler Typ, ich sag mal so 63, 78 wird, dann kann das schon was werden. Also ich bin, mal sehen. Ich hoffe erstmal, dass es 100 Tage Konklave gibt. Ja, ja. Ich finde, die Kirche sollte das jetzt ein bisschen ausreizen, dass wir uns alle fragen, wer es will. Ja, finde ich auch.

Ich will eigentlich, dass die ARD mir alle, also nicht nur alle Kandidaten, sondern alle Kardinäle vorstellt. Dass ich wirklich jeden genau kenne. Ich finde, die sollten nur noch das in den Tagesthemen machen. Weil es ist ehrlicher und die restliche Berichterstattung ist eh nicht so dolle. Also dann können wir uns auch voll darauf konzentrieren. Ja, das muss ich auch sagen. Also Tagesthemen und heute schon mal gestern, zweimal eine halbe Stunde, nur Papst im Grunde.

Papst und ein paar Kurzmeldungen. Ja, du wärst gespannt. Wie schnell die politische Stimmung in Deutschland wieder okay ist, wenn wir uns einfach für ein halbes Jahr jeden Abend 15 Minuten nur Papst machen. Ja, also da liegt Potenzial drin. Sollten wir machen. Aber nichts da. Wir haben eine politische Realität und wir beginnen mal mit einem Clip. Du hast beim letzten Mal... Wenn wir nicht vom Papst regiert werden.

Nein, wir werden nicht vom Papst regiert. Wir werden ja nur noch von Memes regiert. Das ist ja Meme-Politik. So, und eines der größten Memes unserer Zeit ist ja die Kettensäge. Und wir haben beim letzten Mal Elon Musk auf dieser Bühne gesehen, beim CPAC, wo er von Millay eine Kettensäge überreicht bekommen hat. Und du meintest noch, das ist so eine geile Kettensäge. Du warst selber ganz faszinierend davon. Stellt sich raus. Der reicht mir jetzt die Kettensäge.

Ja, auch dazu gibt es Berichterstattung. Es ist wirklich erstaunlich. Es gibt so alle Berichterstattungen heute. Irgendwer kommt mit irgendwas um die Ecke und... Ja, es gibt immer zu allen Berichterstattungen, außer zu so wichtigen Sachen wie so Sudan oder so. Also es gibt immer Berichterstattungen, außer zu den Sachen, wo man sich überlegt hat, dazu gibt es keine Berichterstattung. Genau. Was erleben eine Milliarde Menschen und die haben alle eine Not?

No, no, no, no, no, no, wir müssen was anderes... Da sagt man einmal rüber, der vergessene Krieg reicht.

Genau, wir haben hier so ein Muster, wir kommen nachher drauf, es ist auch in der Berichterstattung zum Koalitionsvertrag sehr amüsant, wie man sich denkt, Söder hat gesagt, der Koalitionsvertrag könnte ein Bestseller werden, also wird ein Nachrichtenteam entsandt in eine Bücherei, wo Bestseller verkauft werden, um dort die Straßen dann Bücherei-Umfrage zu machen, was die Leute vom wahrscheinlich Bestseller und so weiter. Also es ist wirklich wahnsinnig dumm.

In der Hinsicht ist dieses Millet und Maastricht mit einer Kettensäge auf. Natürlich fahren die dann los und machen Kettensägen Berichterstattung. Wer hätte anderes vermutet? Aber man ist nicht einfach zum nächsten Förster gegangen, um ihn zu fragen, wie funktioniert denn so eine Kettensäge? Wow, die ist ja ganz schön laut. Nein, man hat den Originalhersteller oder Veredeler. Es ist ja Kettensägen Tuning eigentlich. Also wo kommen diese Kettensägen her, mit denen die Kettensägenmänner gerade

Kettensägenpolitik machen? Die Tagesthemen klärten uns auf. Wer die Wohnung von Tutte Ditella in Buenos Aires betritt, stellt unweigerlich fest, Kettensägen sind sein Leben. Sie zu veredeln, seine Kunst und Leidenschaft. Der Starthebel für die Weltmeister-Kettensäge, der Pokal. Eine Leidenschaft, die mit der Begeisterung für einen Horrorfilm in Jugendjahren begann und die mit Javier Milei neue Höhen erreiche. Der verwandle die Kettensäge in ein Symbol, so sieht es Tutte.

Aber wir sehen hier noch, das ist ja eine super lame Kettensäge. Das ist eine Scheiß-Kettensäge. Das ist ja richtig beschissen, das muss ordentlich gemacht werden. Da war er noch nicht Präsident, da konnte er sich noch nicht so eine vernünftige Kettensäge leisten. Das ist noch die Kandidaten-Kettensäge. Es ist ein Symbol der Macht. Auch für Gerechtigkeit. Eine Art zu sagen, es reicht. Hier stimmt was nicht und das muss sich ändern.

Die Motorsäge ist unbestechlich, rein, kraftvoll und entschlossen. Eine Mammutaufgabe brauche... Wie findest du die? Die ist Gold. Die ist toll. Das ist für mich ein Symbol der Gerechtigkeit. Eine zwei Meter lange Goldsäge. Einfach mega. Grandioser Scheiß. Ein Monument. Sonnenkönigssäge. Ja, da ist eine Sonne und so. Das ist die Säge von Ludwig XIV. Das ist wirklich crazy. Alles Werkzeug.

Tutte hat Milley eine Kettensäge gebaut. Und die kam so gut an, dass dieser gleich eine für Elon Musk bestellt hat. Die Kettensäge als Sinnbild nun auch in den USA. Das ist die Kettensäge der Bürokratie. Als ich das sah, musste ich weinen. Stell dir vor, sie kam von hier, von meinem Tisch. Schau, wie er die Motorsäge erhebt. Schau, wie er die Kettensäge erhebt. Alter, das ist politische Berichterstattung hier, ne? Ja, es ist auch ganz groß ein Niveau. Naja, aber es ist endlich mal was,

was mich interessiert. Also es ist der Bericht für mich. Ja, aber ich frage mich dann immer, könnten nicht die Journalisten mal ganz kurz mitreflektieren, was sie da tun? Also kann man nicht so eine ganz kleine Manufakturbrechung vielleicht als Entschuldigung an die Hörer formulieren? Ja, so im Sinn von, wir wissen, wir sind hier impulsgesteuert und überhaupt, wir haben keinen Überblick, deswegen machen wir jetzt Kettensägenberichterstattung, ne?

Ja. Ich finde auch, wenn man sich so die Titel der Podcasts vorliest, ist mir heute Morgen so aufgefallen. Also, man hat dann irgendwie diese politischen Podcasts, zum Beispiel Table Media, Was bleibt von Papst Franziskus? Oder CDU und CSU, wer bestimmt die Klimapolitik? Was bleibt von CDU und CSU, ja. Ja, so von Politico dann, ne? Ich finde, diese Journalisten sollten grundsätzlich kenntlich machen, ganz explizit, dass sie hier eine Perspektive haben.

Und das meine ich jetzt nicht im Sinne von, ah ja, weil die haben da eine Meinung und dann gibt es kontroverse Meinungen oder wie auch immer, sondern was bleibt von Papst Franziskus? Also wir haben einen Papst für die ganze Welt und er hat zwölf Jahre und so weiter und es ist Vatikan und keiner hat da einen Plan, was da eigentlich vor sich geht. So, bei der Frage, was bleibt von Papst Franziskus? Die können die, also Michael Bröker kann diese Frage nicht beantworten.

Warum stellt er sie in seinem Podcast? Das ist doch absurd. Er kann höchstens markieren, auch ich möchte noch etwas dazu sagen. Ja, genau. Was habe ich von Papst Franziskus mitbekommen und jetzt, da er tot ist und ich als Journalist getriggert werde von einem Ereignis? Was habe ich gestern noch in der Wikipedia gelesen? Das ist im Grunde die Schöpfungshöhe von diesem Kram. Und das sollte man auch ganz explizit markieren, schon in der Überschrift des Podcasts.

Du meinst einfach immer dazuschreiben, das ist ein Bericht, den wir machen mussten, weil wir brauchen noch einen Bericht? Ja, genau. Warum machen die einen Bericht von einer Kettensäge, bei der sie dann wirklich Reisekosten, da hinfahren, den Typ vorher anschreiben, da einen Termin haben, O-Töne einfangen, ihm nochmal sagen, das war ein ganz cooler O-Ton, kannst nochmal sagen und so. Das ist doch alles Manufaktur, weil Elon Musk eine Kettensäge hochgehalten hat.

Das reicht doch nicht als Erklärung. Also hier muss man doch irgendwie ein bisschen... Naja, die Kettensäge ist das Symbol der Zeit. Also fährt man da halt hin, um sich dieses Symbol genauer mal anzuschauen. Vielleicht hat es tatsächlich viele fasziniert. Ja, so richtig bei Fernsehbeiträgen erschließt sich mir das auch nicht, weil man kennt es ja so aus dem normalen journalistischen Betrieb. Oft gibt es ja so Unsinnbeiträge, die dann auch auf Twitter gerne geteilt werden.

Und da weiß man ja einfach, da saß halt jemand, ein Redakteur, ein Journalist und der brauchte halt noch einen Text. Oder hat er sich halt irgendwas überlegt. Das passierte halt. Und oft sind es dann halt irgendwelche Quatschbeiträge. Was halt irgendwie dem Geschäft geschuldet ist. Die Seite war noch nicht voll. Jemand braucht einen Artikel. Irgendwas ist passiert. Kannst du dir dazu mal was ausdenken? Also schreibt man irgendwas. Oder man füllt es mit irgendwas auf.

Hast du mal ein Sommerthema? Hast du mal ein Frühlingsthema? Hast du mal was zur Kettensäge? Irgendwie so. Wie das passieren kann bei den Tagesthemen, die halt nun mal eh nur 15 Minuten haben, angesichts des ganzen Weltgeschehens, ist mir immer so ein bisschen ein Rätsel. Also ich meine, wir haben nachher wieder Beiträge, wo es dann irgendwie um, junge Menschen können nicht mehr lesen und schreiben und das sind dann wieder drei Sekunden.

Und gleichzeitig macht man Kettensägenberichterstattung und das erschließt sich einfach null. Und das muss irgendwas mit dem Modus zu tun haben, mit dem da auch gearbeitet wird, dass da auch neue Leute reinkommen und innerhalb von zwei Jahren einmal so durchgenudelt werden, dass sie danach auch Kettensägenberichterstattung machen. Und dass da niemand sagt, also, und ich meine, wir legen ja gleich jetzt los. Und das, was wir heute an Clips haben, ist absurd.

Es ist wirklich absurd. Und es ist immer ein bisschen absurd, aber ich saß hier gestern Abend und ich habe mich nicht mehr eingekriegt. Also ich saß wirklich mit offenem Mund davor und ich konnte nicht glauben, was sie für Berichterstattung machen zu diesem Koalitionsvertrag. Und dass das niemand mitbekommt. Also ich frage mich, ob es da keine Nachbesprechung gibt, ob wenigstens Leute gemeinsam irgendwie so auf den Gang stehen und darüber lästern. Was das für ein Quatschbeitrag war.

Wir steigen mal ein, nehmen wir mal diesen ersten Clip und dann greifen wir das nochmal auf der Meta-Ebene wieder auf. Also hier, Ingo informiert uns über, ja was eigentlich? Er versucht so ein bisschen, Hauptsache die Grammatik stimmt, wir sollten mal nicht zu viel drüber stolpern. Wir nehmen jetzt aber mal voll ernst, was er sagt. Guten Abend, willkommen zu den Tagesthemen. Mit dem gordischen Knoten ist das bekanntlich ja so eine Sache.

Erst scheint er undurchtrennbar, bis dann plötzlich entweder jemand mit einem unkonventionellen Zugang um die Ecke kommt, oder eine äußere Erscheinung, ein äußeres Ereignis zur Überwindung des Problems zwingt. Und plötzlich geht dann alles ganz schnell und löst sich auf. So, der gordische Knoten. Ich für meinen Teil sage jetzt einfach mal, der gordische Knoten ist tatsächlich das Problem unserer Zeit.

Also der Papst ist tot, während GPT 4.5 oder Claude Sonnet 3.7 so nicht nur klug, sondern auch in der ganzen Herangehensweise an menschliche Kommunikation so einfühlsam ist, dass die halbe Welt mittlerweile eine KI als Companion im eigenen Leben hat. Weil es beginnt so mit, ich brauche ein Rezept für irgendwas und frage GBT und dann stellt GBT am Ende so die Rückfrage, brauchst du sonst noch irgendwelche Sachen, Hilfestellung oder wie auch immer?

Man denkt sich so, ja, eigentlich schon. Und dann kommt man so ins Plaudern. So, und dann stellt man fest, ah ja, das Tokenfenster, ich habe jetzt eine Million Token da reingehämmert, das Ding sagt, ich bin voll. Okay, gut. So, in der Zeit suchen wir einen neuen Papst. Die Leute brauchen nicht wirklich einen neuen Papst. Die brauchen ganz viele Antworten auf ganz viele Fragen, die sie haben und die KI beantwortet ihnen ganz schön viele, nicht nur die nach Kartoffeln.

Muss man sie jetzt kochen oder nicht, bevor man sie backt? Solche Sachen, ja. Also das ist ein gordischer Knoten. Wie kriegen wir die Kirche und den Papst da wieder präsent, wo er 2000 Jahre war, im KI-Zeitalter? Das zweite ist, wir brauchen einen Kanzler. Wir werden auf jeden Fall einen Kanzler haben. Irgendwer wird regieren und solange die neue nicht regiert, regiert halt die alte geschäftsführend. Ist es für irgendwen ein Unterschied? Ich glaube nicht. Es macht wirklich keinen Unterschied.

Die Bahn kommt sowieso nicht, die Schule fällt aus und so, ob jetzt irgendein Geschäftsführender und so weiter. So, der nächste Kanzler, der kommt, könnte jetzt die großen Ansagen machen, also einen gordischen Knoten im Sinne von KI und Gott und so zerschlagen und sagen, wir machen jetzt. Wir sind die Politik, wir können was machen, wir haben ein Budget von einer Billion im Jahr und wenn wir mehr wollen, haben wir mehr. Können wir sogar zwei Billionen machen, wie jetzt gerade.

So, wir können ja schon mal vorausnehmen, der Koalitionsvertrag, da steht nirgendwo wir machen drin. Da steht nur, wir prüfen,

wir wollen, wir testen mal und am Ende ist alles Finanzierungsvorbehalt. Ja. So. Ingo Zabaruni erzählt uns hier irgendwas vom gordischen Knoten und der gordische Knoten für ihn ist, ja, haben wir jetzt einen Koalitionsvertrag, bei dem sich irgendwie 300 Idioten im Bundestag, die im Grunde auch nicht weiter wissen, die auch nur Tagesthemen gucken am Ende des Tages, schaffen dies eine Mehrheit hinzubauen, obwohl sie nur ganz wenig über den Durst sind, um einen Kanzler zu wählen.

Und wenn das gelungen ist, sagt Ingo uns, dann ist der gordische Knoten zerschlagen. Und ich denke mir so, nee, also wenn die mit diesem Koalitionsvertrag, mit dieser Mehrheit einen Kanzler wählen, dann ist der gordische Knoten nochmal festgezogen. Also wenn das der Koalitionsvertrag ist, dann ist der gordische Knoten sozusagen nochmal ein bisschen betoniert worden. Also es wird alles so eine Ebene zu klein gedacht. Es ist alles eine Ebene zu blöde eigentlich.

Ja, ja, es ist alles eine Ebene zu blöde. Ich lasse das jetzt erstmal so stehen, weil wir kommen im Laufe der Clips heute darauf zurück. Du hast schon einen sehr, sehr wichtigen Punkt gesagt. Ja, das ist, also ich habe auch den Eindruck, darauf können wir dann später noch ein bisschen eingehen, es ist eigentlich viel von dem, was gesagt wird, eigentlich ist das Gegenteil wahr.

Also spannende Koalitionsverhandlungen, niemand weiß, wie es läuft und uns ist allen klar, doch, es wird eine schwarz-rote Koalition geben. Es gibt keinen Zweifel daran. Wir hatten letztes Mal keinen Zweifel. Es gibt diesmal keinen Zweifel. Man wird sich einigen auf was. Ja, scheißegal, keine Ahnung. Hier ein bisschen weniger, da ein bisschen mehr, hier ein bisschen Steuersenkung und so. Es wird irgendein Murks rauskommen, aber es ist das Gegenteil von einem gordischen Knoten.

Sondern es ist einfach nur, es ist eine Verständigung, in der jetzt halt beide Parteien versuchen, dass sie nicht zu verkaufen. Also es ist das Gegenteil von der Zerschlagung eines gordischen Knoten. Genau, es ist das Gegenteil von der Zerschlagung. Es ist letztendlich das Festziehen des Status Quo. In der Krise ziehen wir den Status Quo nochmal richtig fest. Und das macht es vielleicht auch so tragisch. Vielleicht interessiert sich deshalb auch keiner dafür. Weil ich habe das Gefühl.

Auseinandersetzung damit ist auch begrenzt. Man hat sich schon eigentlich damit abgefunden, dass es kaum Sinn macht, diesen Koalitionsvertrag zu betrachten, weil da eh nichts drinsteht, weil da eh kein Konzept angerissen ist. Ich meine, es will nicht mal jemand Wirtschaftsminister sein. Also, das ist unser Plan für die Zukunft, dass sich nicht mal jemand traut, weil niemand ein Konzept hat.

Ich meine, Carsten Linnemann hat vier Jahre lang ein Grundsatzprogramm ausgearbeitet, die CDU war so stolz auf ihren Wirtschaftsplan, jetzt will niemand diesen Ministerposten füllen. Ja, ich meine, die Berichterstattung um den nächsten Wirtschaftsminister wird ja auch nur sein, ah, seht ihr, hat Habeck doch recht gehabt. Hat Habeck schon vor drei Jahren gesagt. Ja, ja, genau. Aber das ist ja die Erkenntnis, die nie reift. Genauso wie wir ja nachher noch, wir müssen ihnen jetzt eine Chance geben,

wo ich auch immer so denke, warum? Also ich weiß doch, wer da sitzt. Ihr wisst doch auch, wer da sitzt. Ihr beschäftigt euch jeden Tag damit. Wem soll ich denn jetzt hier eine neue Chance geben? Was soll denn jetzt Magisches aus dem Himmel fallen, was jetzt diese Koalition verändert? Das ist so wie bei Donald Trump, wo man, keine Ahnung, er macht den aggressivsten Wahlkampf gegen Minderheiten und danach stellt er sich hin, hält eine Rede und alle sind so, vielleicht ist er doch der Versöhner.

Nein, it's not gonna happen. Also wir können es ja, liebe Journalisten, die angeschlossen sind hier an den Hörgeräten, Hörgeräte, das finde ich auch sehr gut, alle sind 100 im Geister.

Wir kommen jetzt in so ein Trumpeskes Zeitalter in Deutschland und damit meine ich nicht, dass Friedrich Merz ein Trump ist denn Merz ist zwar jünger als Trump aber längst nicht so agil, leistungsbereit risikofreudig und was auch immer, sondern wir kommen jetzt in so eine Regierungszeit in der wir bisher immer dachten die letzte Regierung war ja richtig schlecht, die musste auf jeden Fall abgewählt werden und umso mehr wir uns mit der Gegenwart beschäftigen, umso mehr werden wir feststellen,

krass, wie klug das von beiden war, was er alles gemacht hat, diese Investitionspolitik und überhaupt da mal ein bisschen Ruhe reinzubringen, ins allgemeine Gerede, eben nicht jeden TikTok-Scheiß mitzumachen und so. Und das wird jetzt hier in Deutschland auch so sein. Wir werden uns noch, wenn dieser Wartephul oder wie er heißt, erstmal Außenminister ist, wir werden uns zurücksehen an feministische Außenpolitik, wo einfach eine schöne deutsche Frau im Fernsehen vernünftige Sachen sagt und so.

Oder Robert Habeck, der einfach sagt, nö, wir sollten jetzt echt mal diese Heizung austauschen. Ich weiß es, habe ich ein bisschen überstürzt geplant. Das ist halt ein längerfristiges Projekt, aber im Grundsatz ja doch richtig und so. Und wir werden, glaube ich, wirklich im Kontrast dazu nur Blödsinn bekommen. Ja, aber ich frage mich auch, ob wir das dann halt nur so betrachten. Also, weil das Versprechen dieser Koalition ist der Status Quo.

Also, das Versprechen dieser Koalition, so absurd es ist, ist so eine Idee von... Ja, die Welt geht irgendwie unter und wir haben auch gar keinen Zugriff darauf. Null. Wir haben auch gar keine Idee, wie wir darauf Zugriff bekommen sollen. Das mit der EU läuft nicht. Wir einigen uns da nicht. Wir sind eben nicht diese tolle Idee von geeintes Europa und jetzt sind wir auf einmal stark zusammen und so. Das funktioniert alles nicht. Sondern wir kriegen uns schon in die Wolle, wenn es darum geht,

wer Wein wohin exportieren kann und für was. Ja, dann ist Italien, Griechenland und Co. sind da alle schon wieder raus. Also wir kriegen uns schon beim Schafskäse in die Wolle. Ja, so viel zur europäischen Einigung. Ja, wir haben kein Konzept für Deutschland. Wir ballern 500 Milliarden raus, aber wir wissen gar nicht, wofür. Also man redet auch schon gar nicht mehr darüber. Ist schon vergessen. Ja, das finde ich auch genial, ne?

500 Milliarden stehen irgendwie im Raum. Das wird jetzt in den nächsten zehn Jahren irgendwie ausgeschüttelt an irgendwelchen kleinteiligen Subventionen in die Wirtschaft. Hoffentlich sind sie dann besser drauf und hoffentlich gibt uns das gutes Gefühl. Dann konsumieren wir alle wieder. Aber wenn die Welt weiter so läuft, wie sie läuft, dann hat Deutschland darauf keinerlei Einfluss und fällt einfach hinten runter. Ja, ohne Konzept dagegen, ohne Strategie, ohne irgendwas.

Vielleicht können wir sogar gar nicht mehr, weil wir sind demografisch so betroffen. Unsere Flüsselindustrien zerbröseln uns. Vielleicht haben wir einfach gar keinen Zugriff mehr darauf. Und das einzige Versprechen, was die Koalition uns macht, ist halt so ein Nee, nee, es wird schon alles wieder gut in der Welt. Versprochen. Wir stellen jetzt einfach den Kanzler. Wir diskutieren auch über gar nichts mehr. Es ist alles unter Finanzierungsvorbehalt.

Wir müssen uns um nichts kümmern. Vielleicht machen wir einfach nichts, aber es ist vier Jahre Ruhe. Keine Sorge, sie werden den Tagesthemen nicht belästigt. Und hoffentlich ist die Stimmung danach wieder besser. Und dann haben wir uns alle vor der AfD gerettet. Das ist die Idee, die da drin liegt. Genau, Hauptsache die AfD ist bekämpft. Also wir gucken uns das mal an. 8.4. Wir sind also recht früh im Monat, Berichterstattung zu diesen Verhandlungen wird wirklich immer bescheuert.

Ein wenig schwarz, ein wenig rot, eng beieinander in Harmonie. Also hier werden Eier bemalt und wir sind wirklich weit vor Ostern, also ungefähr zwei Wochen. Alles fertig, am besten noch vor Ostern. Das Gesamtbild soll rund werden und so wird auch heute wieder verhandelt, seit dem frühen Morgen. Wir haben viele Stolpersteine schon aus dem Weg räumen können. Insofern bin ich einfach zuversichtlich, dass wir gut weiterkommen.

Also Thorsten Frei, wirklich deutscher Standardmann, steht mit Falten gezogener Stirn da und sagt, wir haben Stolpersteine aus dem Weg geräumt. Das alleine macht AfD drei Prozent. Da ist kein weiter, also um inhaltliche Fragen muss man sich da gar keine Gedanken machen. Stolpersteine schon aus dem Weg räumen können, insofern bin ich einfach zuversichtlich, dass wir gut weiterkommen. Wir machen Fortschritte und es sind ernsthafte Gespräche und die Mühe ist es wert.

Viele warten, der Druck auf die Verhandler ist groß. Nach dem Beben an den Börsen, nach Trumps Zöllen, 44 Tage nach der Wahl. Diese Koalitionsverhandlungen finden anders als die letzten Koalitionsverhandlungen unter einem enormen Zeitdruck statt. Das ist auch dem geschuldet, dass die Bürgerinnen und Bürger aufgrund der internationalen Lage, aufgrund der Unzufriedenheit in Deutschland schnell auf eine Regierung warten. Wartest du schnell auf eine Regierung aufgrund der internationalen Lage?

Ja, deshalb warte ich schnell auf eine Regierung.

Es ist so schwer dabei zuzuschauen weil es ist es ist ja einfach eine medien eine eine medienpolitik schleife also es ist ein ewiger kreislauf der durchgespielt es ist wahnsinniger druck ja warum ist druck und ich meine in ironischen im ironischen weitblick zeigt er die kamera schon auf die anderen kameras also es ist druck weil halt kameraleute da sind und druck machen das ist ja das ist druck weil druck ist genau es ist druck weil druck ist das ist die Logik, die dahinter steht.

Also es ist ja völlig egal, wie schnell irgendwas entschieden wird, solange es nicht tragfähig ist. Also es muss ja am Ende auch irgendwas stehen, mit dem man was anfangen kann, was tatsächlich eine Konzeption hat. Also es geht ja nicht darum, dass es am Ende einfach schnell ging und dann sind alle beruhigt, weil Gott sei Dank, Deutschland hat doch noch einen Kanzler gefunden. Also das ist ja nicht die Sorge, die wir uns wirklich machen müssen.

Und das entlarvt dann einfach diese ganze Schleife, weil es ist alles einfach Quatschberichterstattung. Also man hätte die Zeit wirklich mit was Besserem füllen können, weil was erwartet man jetzt? Ich meine, da stehen auch nur Politiker jetzt vor der Tür, die haben sich alle einen Spruch ausgedacht, weil die wissen, dass die Kameras davor stehen.

Ja, und weil sie sich abends sehen wollen. Ja. Wir haben ja immer mal Scherze gemacht darüber, dass die politische Berichterstattung wie Sportberichterstattung ist. Wenn man sich das mal überlegt, stimmt das eigentlich gar nicht, weil die Sportberichterstattung müsste ja dann so aussehen. Da findet ein 100 Meter Lauf statt und das ganze Ereignis ist innerhalb von 10 Sekunden vorbei. Und dann wird eine Stunde darüber geredet, dass der eine ja ganz schön schnell

gelaufen ist. Ja, wie schnell? Sehr schnell. Gibt es Maßstäbe für schnell? Ne, schnell halt. War der Schnellste. Ja, er war der Schnellste. Das ist die einzige Information, er war der Schnellste. Der andere, ja, der war ein bisschen langsamer, aber der war auch schnell. Aber man konnte seine Handschrift ablesen am Rennen. Er hat das Rennen trotzdem geprägt, auch wenn er nun Zweiter geworden ist. Das ist die Berichterstattung quasi. Das ist wirklich schlimm.

Die Redaktionen saugen sich Kram aus den Fingern. Es ist fast eine Zaubershow. Bei einer nicht repräsentativen Umfrage des Mittelstandsverbandes BV. Ja, also eine nicht repräsentative Umfrage eines Mittelstandsverbandes. Kannst auch sagen, ich habe gestern mit meinem Onkel gesprochen. Ja, was wäre denn der Unterschied zu einer repräsentativen Umfrage? Also das ist mir zum Beispiel total schleierhaft, seit Jahren. Wir haben 2100 Leute gefragt, das ist repräsentativ.

70.000 Leute haben bei T-Online irgendeine Umfrage. Ne, das ist aber nicht repräsentativ und so. Also es ist völlig absurd. Bei einer nicht repräsentativen Umfrage des Mittelstandsverbandes BVMW glauben heute 48% der Unternehmer nicht, dass Deutschland unter Führung von Merz die wirtschaftlichen Probleme in den Griff bekommt. Ein Koalitionsvertrag muss also Zeichen setzen. Das ist wirklich so gut. Der Koalitionsvertrag muss jetzt Zeichen setzen. Ja, das ist so gut.

Weil man einfach nur nach einem Ende für den Satz gesucht hat. Das ist die einzige Begründung, warum er sagt, muss jetzt Zeichen setzen, ist, dass der Satz noch ein Ende braucht. Das ist alles. Was für Zeichen setzen. Wenn man es spezifisch ausdrückt, sind wir jetzt nicht nur im KI-Zeitalter, sondern im Deep-Research-Zeitalter. Also die KI verstrickt sich so langsam in so einem Selbstgespräch, um immer wieder sich selbst zu kontrollieren, dass sie uns keine Lügen auftischt, also rumfabuliert.

Und es klappt ja erstaunlich gut. Und ich mache mir schon Gedanken darüber, weil ich habe ja vor 5, 6, 7 Jahren Westworld gesehen, wo diese Idee des Bichemical Minds aufkommt, also des Zweinkammern Minds, dass also eine KI in einem Selbstgespräch mit sich selber feststellt, dass sie wirklich mit sich selber redet und nicht virtuell mit entweder einem Gott oder einem User.

So, und mit dieser Idee, die in der Fernsehserie noch völlig irre ist, sitze ich vorm Computer und sehe die ganze Zeit den Text, mit dem er mit sich selbst redet. Also GPT schreibt ja dann so richtig, ich habe vom User den Auftrag bekommen, das und das zu machen, also mache ich jetzt das und das, jetzt habe ich das und das gemacht, jetzt überprüfe ich das nochmal, jetzt möchte ich den User zufriedenstellen. Also ich sehe eine KI im Selbstgespräch über mich im Grunde.

Und ich denke mir, irgendwann kommt dieser Punkt, das behandelt ja diese Serie, die KI einfach feststellt, ja, das bin ich. Und währenddessen, und es lacht schon keiner mehr über KI und sagt irgendwie, ja, ist ja alles nur ausgedacht und wie auch immer, findet genau das im Fernsehen statt. Man beginnt so Sätze zu sagen und dann beendet man die einfach, weil es so das Gefühl hergibt.

Also man fabuliert im Grunde die ganze Zeit. Man übernimmt die ganzen schlechten Eigenschaften der KI plötzlich in die eigene Berichterstattung. Also es ist so, ich finde, das ist auch so eine gordische Knotenzeit, was das angeht. Der Journalismus muss sich ernsthaft fragen, warum man das noch braucht.

Es ist doch absurd. Selbst wenn man zu Hause sitzt und irgendwie einen Tweet schreibt, Ich würde nie einen Tweet schreiben, der irgendwie endet mit, deshalb müssen jetzt Zeichen gesetzt werden, weil es mir immer zu vage wäre, weil ich immer denken würde, was soll das bedeuten, was heißt das konkret? Zeichen an wen, für wen? Und das dann auch noch mit Blick auf so einen Beitrag, wo es darum geht, 48 Prozent denken, dass Friedrich Merz die wirtschaftliche

Lage nicht in den Griff bekommt. Ja, offensichtlich. Also wie denn? Wie soll er das denn in den Griff bekommen? Also wenn China und die USA weiterdenken, dass sie sich da irgendwie an die Gurge gehen und sie von 145 Prozent Zolllast dann irgendwie noch erhöhen aufweisen, 210 Prozent und dieser komplette Markt bricht einfach ein, der Austausch. Was soll Friedrich Merz dann machen? Was ist der Plan?

Aber es ist doch gut, dass der Journalismus sich da in Sicherheit bringt und sagt, an uns hat es nicht gelegen. Wir haben ja nur die Anliegen der Wirtschaft. 48 Prozent einer unrepräsentativen Umfrage von Unternehmern sind unzufrieden. Verkoppeln wir mit die Politik, da drüben muss Zeichen setzen. Das hat mit uns doch gar nichts zu tun. Ich bin hier völlig, ich berichte nur. Man nimmt sich so völlig raus aus dieser Welt, in der man lebt. Das ist wirklich super witzig.

Als ob man in so einen Supermarkt geht und sagt, nee, wir berichterstatten hier nur, was es hier zu kaufen gibt. Wir selber müssen niemals essen. Wir leben einfach von Licht und Sonne. Was wir hier sehen, ist nur Gegenstand unserer Berichterstattung. Damit haben wir gar nichts zu tun. Also es ist wirklich, ein Fremde da von dieser Welt kann das einfach alles gar nicht sein. Wenn man sich überlegt, wie präsent und wo wir mittlerweile unsere Internet suchen und unsere KI fragen und so.

Unter der Bette klären wir irgendwie so ganz intime, private Sachen. Und der Journalismus so, wir haben hiermit gar nichts zu tun. Wir halten uns völlig raus. Wir vermitteln nur zwischen unzufriedenen Unternehmern und einer Politik, die Zeichen setzen kann. Ja, ja. Und genau, das hat mit nichts zu tun. Es ist kein Weltbezug da.

Ja, genau. Null. Es muss jetzt schnell gehen, weil die Deutschen erwarten sich irgendwie eine Regierung und die Deutschen erwarten sich, dass die internationale Wirtschaftslage wieder besser wird. Und dann guckt man auf, weiß ich nicht, ah, guck mal, jetzt haben wir einen Koalitionsvertrag und jetzt heißt es auf einmal plus 1,4 Prozent Wachstum. Oh mein Gott, wir haben es geschafft. Wir sind gerettet. Also als würde das auch irgendeinen gesellschaftlichen Konflikt befrieden.

Es muss jetzt schnell gehen, weil die Zeit drängt und es müssen Zeichen gesetzt werden, die einen Unterschied machen. Was will man mehr? Wortspenden von Politikern kriegen wir. Ich bin davon überzeugt, dass wir einen guten Koalitionsvertrag für unser Land hinbekommen werden. Die letzten Meter sind die anstrengendsten, aber ich bin sicher, dass die Anstrengungen sich lohnen werden. So, diese Wortspenden wurden ja immer wieder mit diesem komischen Ei, also für alle Audio-Bestuhörer.

Immer wieder dieses Eis-Ei in dieser Kack-Halterung. Hier wird ein Ei angemalt, weil Ostern und so. Jetzt hören wir den Finale von diesem Bericht. Schwarz und Rot. Die Basis hofft, dass daraus etwas Schönes wird, was immer am Ende da schlüpft. Meinst du, es wird was Schönes schlüpfen? Ja, das ist ein erwachsener Mann, ne? Der ist über 50 Jahre alt. Du sitzt in so einer Prüfungssituation. Ja, wie war das damals?

Machtergreifung, Hitler und so. Ja, also der parlamentarische Prozess hat ein Ei gelegt und dann ist halt was Unschönes geschlüpft. Ja, liebe Profi-Studierende, schreibt das doch einfach mal ins Ende eurer Hausarbeit. Mal gucken, was ihr für den Ode gekriegt. Und dann aber, die SPD hat dann in der Nachkriegszeit versucht, gute Zeichen zu setzen. Ja, es ist wichtig, dass wir gute Zeichen setzen nur das, was Schönes schlüpft. Also wirklich schlimm, schlimm, schlimm. Aber es wird noch schlimmer.

Nach dieser Berichterstattung ist das Thema ja noch nicht auserzählt. Es muss live zu Matthias Deiss auf die Straße gestaltet werden. Live-Korrespondenten schalten natürlich immer auf die Straße. Es ist so unfassbar. Man kann es sich nicht vorstellen. Ja, und Matthias Deiss verfolgt vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin die Verhandlungen. Matthias, wie ist denn da der aktuelle Stand jetzt? Also Ingo, noch ist kein weißer Rauch aufgestiegen über dem Konrad Adenauer.

Das war natürlich prophetisch. Ja, foreshadowing. Am 8. schon war weißer Rauch. ...Hinter mir. Aber alle Verhandler sagen uns, dass man jetzt auf der absoluten Zielgerade... Es ist die absolute Zielgerade. Ja. Alle Verhandler sagen das. ...Grade ist und sich im Grundsatz auch einig sei. Nur noch sitzt man zusammen und verhandelt letzte Details und selbst wenn man heute Abend dann endgültig zum Abschluss kommen darf. Endgültigen Abschluss.

Sollte, hören wir, wird man heute nichts mehr sagen, sondern... Hä, heute nicht mehr? Warum ist er dann noch dort, wenn heute nicht mal niemand mit ihm redet? ...die Ergebnisse dann morgen in aller Ruhe gemeinsam auf einer Pressekonferenz vorstellen.

Ich liebe das, weil wann ist es jemals... Also er sagt das mit so einem Ton der Überraschung, als wäre das so eine Information, die reingekommen ist, so Uh, Überraschung, es gibt heute doch kein Nachtgespräch mehr mit Friedrich Merz und mir, sondern es wird morgen in der Pressekonferenz verkündet. Ja, wie immer. Es wird immer in der Pressekonferenz verkündet. Nur vor allem, es findet nicht nur morgen, sondern, und das würde man GPT sofort als fabulieren, als Halluzination.

Morgen in aller Ruhe. Weil wir nämlich wissen, morgen ist Ruhe. Nein, morgen ist keine Ruhe. Morgen ist voll der Stresstag. Söder wird irgendwelche Sprüche machen, die Leute werden ausrasten, man wird gleich wieder die nächsten Zwists vermuten. Warum ist nur, weil morgen ist Ruhe, weil das in irgendwelchen christlichen Liedern so gesungen wurde, dass morgen, wenn Gott will, ist Ruhe und was. Nein, weil Matthias Leis dann da nicht hinfahren muss. Der hat morgen Ruhe.

Der darf morgen einfach im Beruf sitzen. Ich habe nur noch heute Dienst, morgen habe ich Ruhe. Warum muss ich jetzt hier um 22 Uhr vom Konrad Adenauerhaus stehen? Ingo fragt jetzt nach, weil er war unzufrieden mit der Antwort aus anderen Gründen als wir. Er stellt jetzt eine Nachfrage und bekommt darauf eine Antwort, bei der ich mich frage, ist noch IQ übrig? müssen wir mittlerweile im Minusbereich messen. Das geht einfach überhaupt nicht.

Das heißt, so richtig große Knackpunkte, gibt es keine mehr, oder? Absolute Zielgerade. Grundsachen sind, also gibt es jetzt keine, äh, was? Das heißt, so richtig große Knackpunkte, gibt es keine mehr, oder? Nein, nur noch kleine, da hat er gerade gesagt, Details. Sind da noch welche? So, und jetzt hört genau zu, ja. Matthias Diles macht jetzt einen Spruch, der ist so krass für einen politischen Journalisten, das kann man sich nicht

vorstellen. Das ist wirklich das Jahrhundertfernsehen, wird jetzt auf den Punkt gebracht. Also wir werden über den Fortgang der Verhandlung gut informiert, aber was wirklich interessant ist, ist, dass heute über Inhalte gar nichts mehr nach draußen gedrungen ist. Da herrscht wirklich absolutes Stillschweigen. Also wir werden über den Fortgang der Verhandlung gut informiert, aber worüber wir nicht informiert werden, sind Inhalte. Da dringt gar nichts nach draußen.

Aber worüber wirst du denn dann gut informiert? wenn die Inhalte... Schmeckt der Kaffee? Wie sind die Brötchen? Ist Söder gut drauf? Wer geht mal raus? Das ist doch grotesk. Wieso fällt ihm das nicht auf? Das ist doch... Wir müssen es immer wieder runterbrechen auf da, wo es wirklich Lebensbiografie entscheiden wird. Prüfungssituation. Herr Prüfer, danke für die Frage. Ich bin auf Sie bestens vorbereitet. Ich weiß im Grunde über alles Bescheid. Nur nicht über die Inhalte.

Oder ich verrate sie Ihnen nicht. Ich kann Ihnen jetzt keine Inhalte sagen, aber... Und ja, was kommt denn dann eigentlich? Oh Gott, das ist wirklich so schlimm. Okay, heute schon all. Was weiß Christian Siebers? Guten Abend, Inhal. Wir wissen jetzt, was die mutmaßlich künftige Regierung dieses Landes den Bürgerinnen und Bürgern anbieten will, was die sich vorgenommen hat. Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD steht. Ist jetzt sozusagen der nächste Morgen gewesen. Wir werden Ihnen...

Deswegen auch diese Ruhe. Ist knapp gewesen diesmal. ...der ruhige Morgen genommen hat. Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD steht. Wir werden Ihnen diesen Vertrag jetzt hier vorstellen, die Versprechen und Ideen und Absichtsbekundungen genau abklopfen im Laufe dieser Sendung. Und dazu sprechen, mit dem man der nächste Bundeskanzler werden will. Gut, gute Teaser. Ja, wir werden Ihnen jetzt den Koalitionsvertrag vorstellen.

Nein, Sie sind erst mal wieder auf die, da hat jemand eine Kettensäge mitgebracht in die Pressekonferenz und so. Die Show muss natürlich, also erst mal muss Söder gezeigt werden. Die Söder-Show. In den ungezählten gemeinsamen Stunden hat man nicht nur politisch zusammengefunden, auch menschlich, so ist zu hören.

Neue Dudes-Freundschaften sind entstanden. Ist es eine Liebesheirat, trotz einer neuen Duz-Männerfreundschaft zwischen Friedrich Merz und Lars Klingball, die es ganz zärtlich entwickelt hat? Ich bleibe da bei meinem Sie zunächst mal. Sage ich einmal als jemand, der das Landwirtschaftsministerium vertritt, Liebe vergeht, Hektar besteht, das ist eine Substanz.

Ich will keine Vorschläge machen, aber mein Impuls ist schon, über diese hockenden Fotografen so sanft hinwegzusteigen, auf die Bühne zu gehen, Söder so richtig einen reinzuknallen und dann sich ins Publikum zu drehen und zu fragen, war die Show gut? Ja, are you not entertained? Wollt ihr Inhalte? Sorry. Ich kann euch über alles informieren, aber nicht über Inhalte. Also Söder, ich weiß nicht. Ich dachte immer, das ist ja eigentlich die Angst der Jugendlichen.

Man fragt sich ja immer, diese Pubertät oder wie das heißt und was auch immer, was ist dieser kritische Moment? Und die Antwort ist so ein bisschen, ja, das ist dieser Moment, wo Menschen glauben, sie müssten zu allen eine gute Beziehung, es müsste allen gefallen, wie auch immer.

Also man kommt in so ein beschämtes Verhalten, weil man sich nicht traut, mal was zu machen, weil hinten in der Ecke könnte noch jemand und so weiter und es wäre blöd, wenn nicht alle überzeugt sind von dem, was man hier macht. Später im Leben relativiert sich das ja sehr, aber bei Söder ist es zu krass relativiert. Söder macht diese Show, obwohl er weiß, 100 Leute finden das lustig und 80 Millionen sitzen davor und denken sich, Alter.

Und für ihn reichen diese 100. Und das psychologische Konzept verstehe ich nicht. Naja, er macht das jetzt alles für den Lacher halt vor Ort. Und er weiß auch, dass er da mit den Nachrichten kommt. Und ich meine, es ist jetzt auch nicht schwer, sich den Deutschlandfunk der Tag oder so oder den Politik-Podcast dazu nochmal vorzustellen, wo es dann auch nochmal eingespielt wird und so. Und wo es dann damit anfängt. Und man das auch so ein bisschen ironisch macht,

aber trotzdem, ah, die Stimmung war ganz gut. Wir hören mal kurz rein, was Markus Söder gesagt hat. Na, da war die Stimmung halt überraschend gut, nicht wahr, Ulrike? Und dann wird kurz darüber gesprochen, dass die Stimmung ja eigentlich ganz gut war, dass diese Koalition offensichtlich frohgemutes Staatet und so, dass Söder seinen Segen gegeben hat, offensichtlich mit seinem Lacher, Dafür macht Markus Söder das. Das ist wirklich krass. Also ich meine, klar, Söder versteht es natürlich.

Diesen Dice-Spruch. Inhalte sind ja hier egal. Uns interessiert der andere Fortgang. Dann ist wirklich die Frage, macht es allen Spaß? Die Frage könnte man allerdings auch sich ernsthaft trauen, explizit zu stellen. Hat es Spaß gemacht? Als allererste Frage. Ja, man könnte ja auch das als Kategorie nehmen. Also ich meine, wir haben ihn ja später auch noch im Interview.

Ich finde ja die Idee von, wir sind in so einer Art von politischen Depressionen, Und die wird auch größer durch GroKo, weil ich meine, niemand wünscht sich GroKo. Alle wissen, dass es eine Koalition auch wieder abruft. In vier Jahren geht das Chaos einfach weiter. Wir sind bis dahin wahrscheinlich keinen Schritt weitergekommen. Alle hassen Friedrich Merz. Keiner hat großes Vertrauen, dass jetzt irgendwie der Sozialstaat gerettet wird, wenn die SPD da drin ist und so.

Also wir sind alle in einer politischen Depression, also könnte man ja sagen, was uns fehlt, ist tatsächlich so eine Art von Aufbruchsmoment, vielleicht auch einfach einen Kanzler, der irgendwie zugänglich, sympathisch, lustig ist. Das ist uns ja auch irgendwie so abgegangen bei Olaf Scholz und so, aber das kriegst du ja nicht mit Friedrich Merz und Markus Söder.

Ja, das ist wie ein bisschen bei der Papstfrage, eigentlich bräuchten wir jetzt so einen fröhlich Weltzugewandten, der eine Botschaft jenseits über die Kirche hinaus an Leute macht, die lange nicht wussten, dass sie eigentlich was Spirituelles brauchen und so. Und genau das ist dasselbe Dilemma auch bei Merz. Die Aufgabenstellung ist so klar und er weiß aber, er kann nur so regieren, wie er es selber gar nicht mag.

Wenn er abends ins Bett geht und nur einmal in einem kurzen, refleksiven Moment mal neben sich steht und sieht, wie sein Tageswerk aussieht, wird er sich darüber ärgern, dass er der einzige Typ ist in Deutschland, der nicht abhaten kann darüber, was er einen Tag lang gemacht hat. Weil am liebsten wäre in dieser Oppositionsrolle, ist halt ein bisschen blöd, wenn die eigene Biografie darauf ausgelegt ist, ich muss Kanzler werden und dann ist man aber Kanzler.

Dabei, und das ist ja das Empire State Building Paradox, du willst nach New York, nach Manhattan um das Empire State Building zu sehen und dann gehst du aber zu nah dran und denkst dir ich fahre jetzt da hoch auf die Aussichtsplattform und dann siehst du von dort aus die ganze Stadt die ganze Welt außer das Empire State Building so und was Merz zu spät feststellt ist, sein Lebensziel ist in der Politik eine große Rolle zu spielen mit Hass auf

den Kanzler und nicht den Kanzler zu sein und er wird jeden verstehen, der ihn hasst die nächsten Jahre. Keiner wird es so gut verstehen wie Merz, weil das ist sein Lebenselixier. Ja. Kanzlerhassen. Ja, ich glaube, es ist ihm völlig egal. Weißt du? Ich glaube, es wird ihn zerbrechen. Weil aus dieser Rolle kommt er nicht wieder raus. Inwieweit ist eine Figur wie Friedrich Merz dann, also wie schaut er dann auf seine Kanzlerschaft zurück?

Also fragt er sich dann wirklich, was habe ich für Deutschland getan? Oder ist es nicht wirklich einfach so ein Ego-Ding von, ja, der Weg ist halt bereitet. Natürlich, die Option ist da, ich werde halt Kanzler. Und dann bin ich halt Kanzler. Und damit habe ich mir meinen persönlichen Lebenstraum erfüllt. Und das reicht auch. Und ich finde, der Koalitionsvertrag atmet das ja auch.

Also nochmal vier Jahre Ruhe, gefühlt zumindest im Bestfall, bis wir uns wieder irgendwie den ernsthaften Problemen zuwenden müssen. Wir tun einfach so, als wäre alles nicht existent. Einfach einmal Kanzler spielen für vier Jahre. Bin mir nicht so sicher, ob das so einfach, ich glaube es wird ihnen ernsthaft zerbrechen. Wir werden wieder eine große Parallele sehen, wie bei Trump.

Trumps Zollpolitik wird ja jetzt immer verglichen mit diesem Bild, du gehst in den Supermarkt und schreist sie da an, weil, keine Ahnung, das Fleischkäsebrötchen zu billig ist. Das kann ja nicht sein, dass ich hier so ein Handelsbilanzdefizit mache. Ich mache ihr Fleischkäsebrötchen, das sie mir verkaufen, ist doppelt so teuer. Und dann gehst du nach Hause und musst selber kochen. So, genau so ist das ja hier auch. Der Unterschied zwischen Oppositionsführer und Kanzler ist ja wie folgt.

Als Oppositionsführer hast du den ganzen Tag frei. Und du weißt, 22 Uhr kommt eine Nachrichtensendung. Also pickst du dir 18, 19 Uhr irgendein Thema raus, kritisierst das 20 Uhr, drei Minuten lang, und weißt, damit bist du 22 Uhr. Also du bist so quasi so ein superreicher Typ, die Stadt liegt dir zu Füßen und du gehst ins Restaurant und bestellst genau zu der Zeit, zu der du Hunger hast, dein Lieblingsessen. Und dann sagst du dir, nee, ich will jetzt hier der Koch sein.

Das ist mir die wichtigste Aufgabe, ich will hier der Koch sein. Dann wirst du dort der Koch und dann kriegst du plötzlich 10 Uhr morgens einen Anruf und dann heißt es einfach, ja Herr Koch, Sie haben jetzt hier einen Termin. Jetzt? Ich habe gar keine Lust. Ja, sie müssen aber. Okay, also bist du 10.30 Uhr in der Küche und dann heißt es, sie kochen jetzt das hier und du sagst, nee, ich mag das Essen gar nicht. Und dann sagen die, ja, aber du musst es jetzt kochen.

Okay. Die Tageszeit gefällt dir nicht, das Essen gefällt dir nicht, du wirst es nicht mal selber essen. Das ist jetzt deine Aufgabe. Und warum? Weil du das wolltest. Und man fragt sich dann, krass, ich wollte das? Bin ich bescheuert? Das ist, glaube ich, das Bild. Okay, dann lass uns nicht differenzieren. Auf einer politischen Ebene ist das egal, weil die CDU hat nichts vor. Also hier geht jetzt niemand rein mit einer Idee für Deutschland. Das ist ja auch wirklich ein blöder Style.

Es gibt hier kein Konzept. Also es ist jetzt nicht die Idee von Ampel, Aufbruchskoalition. Wir haben uns Ziele gesetzt. Das wird jetzt schwierig, die durchzuregen. Und dann hat man nach dreieinhalb Jahren irgendwie so einen abgehalfterten Habeck, der dann ganz traurig ist, weil er hat seine Ziele, seine Programmatiken nicht umgesetzt. Und er geht jetzt irgendwie als gebrochener Mann aus der Politik oder so. Ich glaube, auf der Ebene ist es nicht. Auf der persönlichen Ebene sicherlich,

ja. Weil Friedrich Merz ist offensichtlich nicht dafür geschaffen, die Merkel zu spielen und er muss es jetzt tun. Er muss jetzt halt die Figur sein, die die Deutschen irgendwie hält und die halt auch die ganze Zeit letztendlich so eine Art von Koalitionsfrieden vermittelt und so ein, wir kommen voran, ohne dass sich irgendwas bewegt. Wir werden wieder stabil und ich glaube, was da programmatisch rumkommt, ist ihm völlig egal.

Also, beziehungsweise ist insoweit egal, als dass es sich, bis zu dem Punkt, wo es sich verkaufen lässt, ist es natürlich wichtig. Ja, dass man jetzt nochmal allen zeigt, ah, guck mal, wir haben das Asylproblem, gelöst, was auch immer das bedeutet. Ja, wir sehen ja gleich, wie man das gelöst hat. Das ist natürlich irgendwie wichtig.

Aber ja, auf einer persönlichen Ebene muss er jetzt halt eine Figur spielen, die er nicht ist und muss jetzt irgendwie den großen Versöhner machen und das wird ihm sicherlich nicht gelingen. Also, ich glaube nicht, dass er dass er noch nicht gut kann. Ihm fehlt alles, was dafür irgendwie nötig wäre, weil es da ja tatsächlich auch eine Persönlichkeit ankommt.

Ich sehe da auch eine große Tragödie. Die könnte man nur auflösen, indem man, und da ist er ja kurz davor, Noah Adenauer war älter, Dieses Konzept des Pontifikats ist eigentlich nicht schlecht. Zu sagen, du wirst gewählt, du hast deine Biografie veredelt, du bist im Einklang mit Gott, so sagen wir mal, der Nachfahre des Entsandten, wie auch immer. Und dann stirbst du einfach.

Statt noch irgendwie, ich muss hier noch was machen, alle sind unzufrieden, was soll ich bloß tun, jetzt habe ich wieder was gesagt, es wird kritisiert und so. Einfach Papst werden und sterben, das ist im Grunde die Losung. Aber würde ihm nicht vergönnt bleiben gut, wir kriegen jetzt Berichterstattung, was heißt Berichterstattung Berichterstattung ist so ein Wort das würde hier heißen, dass jetzt hier Journalismus stattfindet ist ja nicht so.

Ähm letzte Woche war ein Interview in der Frankfurter Rundschau oder so hat mich jemand interviewt, ich weiß nicht, ob das schon erschienen ist und das war an diesen Tage des Koalitionsvertrags, also hatten wir morgens das Gespräch und dann kam am Nachmittag die Frage, ja, hier Schulz, können Sie autorisieren. Ich so, ja, kein Problem, ich habe ja nie Änderungswünsche. Aber es kam noch die Nachfrage, können Sie noch eine Antwort auf, was sagt der neue Koalitionsvertrag?

Ich habe also meinen ohnehin schon angelegten GPT mit meinem Text aus dem Buch, allen Antworten, die ich bisher auf alle möglichen Fragen dazu schon gegeben habe. Also mein GPT weiß ziemlich genau, über welche Themen habe ich schon viel geredet aus dem Buch, über welche nicht so viel, was auch immer. Ich lade da also den Koalitionsvertrag einfach rein, Und stelle dann GPT die Frage, steckt da irgendwas drin, was für mich wissenswert ist?

Und ich kriege eine 1a so krasse Antwort, die war so auf den Punkt und so, ja. Ich musste nicht nochmal nachgucken. Es war wirklich mit inklusive Fazit, also im Sinne deines Buches und der Auswertung des letzten Koalitionsvertrages und so weiter, außer einem kleinen Familienbudget, das aber nur wieder ein Prüfauftrag ist, bla bla bla bla. Und ich dachte mir so, ich brauche keinen politischen Journalismus mehr. Ich brauche das nicht mehr.

Das, was wir jetzt hier bekommen, dieses Listikel, dieser Sing-Sang, diese Berichterstattung zum Thema, was steht denn im Koalitionsvertrag, diese Zeit ist vorbei. Also diese Zäsur ist einfach jetzt fertig. Dazu brauche ich keinen Journalisten mehr, der mir eine Auswertung schreibt. Außer er hat irgendeine super Spezialfragestellung oder was auch immer. Für Überblicke, ich höre mir dann einfach an, was Deutschlandfunk der Tag dazu

sagt, das war's. So, ich suche mir eine Quelle, die mir so einen groben Überblick gibt, aber Detailfragen kläre ich ab sofort mit GPT. Und GPT weiß wirklich alles besser als diese Journalisten und gibt mir genauere Antworten. Es ist wirklich erstaunlich. Ich weiß allerdings auch, dass ich natürlich ein spezielles, also als Buchautor ist man ja so mit Themen anders diskutiert und wie auch immer so. Ja, es wird ja nicht für dich gemacht.

Genau, es ist jetzt keine allgemeine, ich will jetzt nicht generalisieren, aber für Leute, die ein Anliegen haben, beispielsweise haben wir ja vorhin gehört, irgendwelche verbandsorganisierten Unternehmer sind unzufrieden mit der Politik. Die haben konkrete Fragestellungen und die wissen, wo sie ihre Antworten kriegen und zwar nicht im Journalismus. Also es ist wirklich erstaunlich.

Politico und so, die haben es jetzt hoch auf die Spitze getrieben, 10, 20, 30.000 Euro für so ein Abo, weil sie glaubten, die sind irgendwie spezial und so weiter. Aber nee, das ist wirklich Zäsur. Also wir hören uns mal diese Berichterstattung hier an, die ich für meinen Teil, ich weiß, es gucken noch viele Oma Ernas, noch viele Jahre Fernsehen und so, aber hier ist ein Generationenabriss von Leuten, die heute mit Chibi-T-Shirt ihre emotionalen Sachstände klären und so weiter

und so fort. Da ist einfach jetzt Ende Gelände. In der Wirtschaftspolitik wollen Union und SPD für energieintensive Unternehmen Strom billiger machen mit einem Industriestrom. So, Sie wollen Strom billiger machen mit einem Industriestrompreis. Hey, Preis. Das deutsche Lieferkettengesetz wird abgeschafft. Mhm, ja, damit haben wir immer noch ein europäisches. Steuererhöhungen soll es nicht geben. Der Solidaritätszuschlag für Besserverdiener bleibt erhalten.

Und es wird eine Entlastung der Unternehmen versprochen, bessere Abschreibungsmöglichkeiten und eine Senkung der Körperschaftssteuer. Also, Leute, die sich dafür interessieren, haben konkrete Fragen, die kriegen sie von GBT beantwortet. Leute, die sich dafür nicht interessieren, für die ist das ja auch egal, ob das jetzt denen gesagt wurde, dass die CDU keine Steuererhöhung plant oder nicht. Ja, weshalb ich auch sagen würde, das ist ja per se kein politischer Journalismus.

Also, es ist Politikjournalismus und da können wir jetzt die Differenz machen zum politischen Journalismus, weil er hat keine inhaltlichen Ansatzpunkte. Also hier wird ja auf nichts geprüft. Man müsste ja sagen, hier ist ein Koalitionsvertrag und dann setzt man sich irgendeine Art von journalistischer Zielsetzung. Man überprüft den Koalitionsvertrag auf, was ist das erwartete Wirtschaftswachstum oder was auch immer. Wo sind die Krisenzonen, die wir haben?

Wie können wir sie bekämpfen? Wie antwortet der Koalitionsvertrag darauf? Und das macht ja dieser Bericht nicht, sondern es ist ja einfach eine Mitteilung dessen, was versprochen wird. Und das ist natürlich für dich genauso wie für mich völlig irrelevant und uninteressant, weil wir schauen uns den Koalitionsvertrag halt einfach an oder auch für viele andere, weil man hört dann, keine Ahnung, den Podcast hier oder diverse andere Podcasts und lässt sich dann dazu irgendwie informieren.

Aber hier ist es ja eher, also es ist ja Berichterstattung für Menschen, die sich ja eigentlich nicht dafür interessieren, die, glaube ich, auch gar nicht genau wissen, wonach sie schauen. Also wenn du jetzt einfach Tagesthemen schaust und das interessiert dich per se nicht, sondern du hast einfach nur das Gefühl, dass es halt, und das spiegelt sich ja in den Umfragen, dir geht es persönlich ganz gut,

aber Deutschland geht es irgendwie schlecht. Das kriegst du mit, weil du kriegst auch die Push-Nachrichten. Du hast irgendwie ZDF auf dem Handy oder so, du kriegst auch die Push-Nachrichten. Das heißt, du kriegst jetzt hier irgendwie das Angebot geliefert, das dir dann das Gefühl geben soll, damit geht es wieder bergauf. Es ist eine Darstellung von, es bewegt sich politisch irgendwas. Und das soll dir dann im Bestfall ein gutes Gefühl geben.

Ich frage mich ja, warum die Koalitionäre, Die im Koalitionsvertrag, und das macht die CDU traditionell immer, der halbe Koalitionsvertrag besteht im Grunde aus, wir wollen zum Mond, wir wollen zum Weltraum, die KI, der ganze Kram und so, ja, also immer voll der Aufbruch und so. Und wir wollen natürlich alle Forschungsstätten und Deutschland, das Ideenland und so weiter und so fort, dieser ganze Scheiß. So, und das ganze Ding kommt verpackt als PDF. Das ist ja auch albern, weißt du?

Ja. Jedes Museum in Deutschland macht sich Gedanken, wie finden wir eine Anbindung, wie koppeln wir das auf der Webseite, kriegen wir digitale Duplikate, kriegen wir Leute angesprochen, was auch immer. Keiner würde sich trauen, einfach ein PDF zu schicken. Ich meine, die Oper ist sozusagen das einzige Haus, aber dafür liebe ich sie auch, die mir einfach für 5 Euro, statt mir das für mein 100 Euro Ticket kostenlos zu geben, ein Programmheft gedruckt in die Hand gibt und bei der Frage,

ich habe noch eins offen für Ulise, hätten die da noch eins? Nee, ist ausverkauft. Und ich so, gibt doch Druckvorlagen, können Sie mir die schicken? Nee. Also für die Opa finde ich es total akzeptabel, wie ich alles bei der Opa akzeptabel finde. Aber für einen Koalitionsvertrag, ich will das im Grunde als, da ist eine Suche-Ding oben drin und dann kann ich so reinschreiben, wer ich bin. Also Stefan, 42, drei Kinder, urbane Lebenswelt, kein Auto. Was bedeutet der Koalitionsvertrag für mich?

Genau, was ist mein Angebot? So, null. GPT macht das einfach so. Also es kann die Koalitionsvertrag geben und sagen, du kennst mich, was bedeutet das für mich? Kann das nicht mal angeboten werden? Kann nicht Friedrich Merz mit seinem digitalen Hühnerhaufen und Dorothee Bärbel auch noch irgendwas und so, können die das nicht einfach mal so machen? Irgendwas Cooles, so ein bisschen was, was auch die Journalisten mal aus diesem Trott rausbringt, mir die Listicle-Stuff vorzubringen und so.

Ist es nicht am Ende? Völlig egal. Also ich meine, wir haben, dieser Koalitionsvertrag ist ja eh kein richtiges institutionelles Instrument, sondern in dem Fall geht es ja. Medium ist der Message, weißt du? Allein die Idee, dass man das mal so macht. Ja, genau. Die Idee finde ich auch gut.

Aber da muss man ja sagen, das kommt ja auch so ein bisschen aus so einer Zeit, das hätte jetzt bei Ampelsinn gemacht, weil die Ampel, da kommen halt drei zusammen, die sind sich irgendwie nicht so ganz grün, die haben große Differenzen, also nagelt man sich auf einen Koalitionsvertrag vorher fest, man zeigt der Welt und der eigenen Partei und allen drumherum, das sind die Punkte, auf die wir uns geeinigt haben, darum muss jetzt gerungen

werden, dass wir das erreichen, weil das sind so Zielsetzungen und die haben ja alle gemeinsam unterschrieben. Dafür ist ja der Koalitionsvertrag da. Und dass man vier Jahre einfach einen bestimmten Ablauf garantiert, der ist allen klar. Die Bevölkerung kriegt eine verlässliche Antwort. Das ist geplant, das kann sie dann gut finden oder schlecht, wie auch immer. Aber am Ende kann man die Regierung daran bewerten und dann sagen, das und das haben sie erfüllt und das nicht.

Das ist ja ein sehr deutsches Prinzip, dass man das eben so durchgeht, dass der politische Prozess von Regieren ja eigentlich abgeschlossen ist mit dem Koalitionsvertrag.

Ab dem Moment kommt ja nur noch, wir setzen jetzt um. und dann diskutiert man halt noch über keinen Kram und wenn man Pech hat, hat man halt die FDP und die zerschlägt dann alles, ja, dann läuft es halt nicht, wenn halt der Partner nicht mitmacht und den ganzen widersteht, aber über den Punkt sind wir ja schon hinaus und jetzt haben wir ja einen Koalitionsvertrag, der uns eigentlich nichts sagt der einfach nur sagt, also wir würden uns wünschen, dass es keine Steuererhöhungen gibt,

Wir sagen, wir behaupten einfach, das Rentenniveau wird sich halten. Und all diese Sachen, die da drinstehen, mit Absichtserklärungen verbunden sind, die mit Ideen verbunden sind, vielleicht kommt es, vielleicht kommt es auch nicht, keine Ahnung. Es ist alles unter Prüfvorlagen. Wir wissen es nicht, vielleicht haben wir kein Geld.

Also das heißt, es muss ab dem Moment jetzt, eigentlich fängt jetzt die politische Arbeit an, es wird jetzt um alles gerungen, dieser Koalitionsvertrag ist völlig egal. Ja, weil es geht ja jetzt darum, dann im Nachhinein zu verhandeln, haben wir dafür das Geld und vor allem ja auch innerhalb der Koalition zu verhandeln, haben wir überhaupt einen Handlungswillen? Und schon mit Blick auf den Koalitionsvertrag würde ich sagen,

nee, es gibt kein Handlungswillen. Der große Aufschlag waren diese 500 Milliarden. Daran wird man sich in dreieinhalb Jahren erinnern und 400 Milliarden für die Bundeswehr irgendwie. Im Bestfall wird man sich daran erinnern. Mal gucken, was mit dem Geld passiert. Wahrscheinlich haben es in zwei Jahren alle vergessen und es ist nichts passiert. Und dann wird diese Koalition sich halt jetzt so durchschleppen. Also es gibt hier ja keinen Entwurf. Es gibt hier keine Idee.

Es gibt hier nicht mal irgendwas, auf das man sich festgelegt hat. Man hat alles wieder eingesammelt, was man sich irgendwie mal auf den Zettel geschrieben hat, inklusive Wehrpflicht, inklusive seinem ganzen renitenten Asylrechtseinschränkungen und so. Selbst das hat man ja in irgendeiner Art und Weise aufgeweicht. Das ist jetzt auch nur noch so Schikane-Politik und so. Das macht man jetzt einfach mal, damit sich alle gut fühlen sollen und dann hofft man, dass es damit irgendwie läuft.

Ich glaube, rückblickend, wenn wir uns in 30 Jahren fragen, wie konnte es geschehen, werden wir sagen, wir dachten 2021, 25 war die wichtige Bundestagswahl und dann haben wir aber übersehen oder zu spät verstanden, nee, 21, das war ein Koalitionsvertrag, Vorschrittsregierung und das muss man ja sagen, da standen ja wirklich krasse, also nur bei der Familienpolitik, Verantwortungsgemeinschaft, sechs alte Leute bieten irgendwie eine WG und es ist so Familienlevel.

Solomutterschaft endlich geregelt, Prekariat des Alleinerziehentums wirklich mal angegangen. Elternschaftsvereinbarungen mit Samenspendern, sodass man mal Kinderwünsche erfüllt kriegt und so weiter und so fort, der ganze Kram. Und daraus ist schon nichts geworden. Jetzt starten sie mit nichts und natürlich wird daraus gar nichts. Und rückblickend wird es dann heißen, ja, dann kam halt die Bundestagswahl 29 und dann kam die 33.

Ja, die politische und journalistische Wahrnehmung ist, die Ampel ist gescheitert. Die Ampel ist im Streit gescheitert. Und deshalb ist jetzt die Rückbesinnung auf, naja gut, wir sind gescheitert mit dem politischen Experiment. Offensichtlich kann es in Deutschland nicht vorangehen.

Offensichtlich sind die Deutschen nicht bereit, eine politische Idee und auch wir als Journalisten und auch die FDP nicht, das Feld ist zu kompliziert, polarisierte Parteienlandschaft, man kann sich auf nichts mehr einigen. Also konzentrieren wir uns auf den Minimalkonsens, Hauptsache es gibt irgendeine Regierung und das versehen wir dann im Bestfall mit so viel Verantwortungspathos, dass das bei den Menschen irgendwie ankommt und sie deshalb nicht AfD wählen.

Ja, wir werden rückblickend irgendwie so sagen, wir dachten, wir können uns so einen März leisten und haben dann festgestellt, nee, doch nicht. Also das geht einfach nicht. Und das kann man mal in einem ganz konkreten Themenfeld zeigen. Migrationspolitik. Wir kriegen hier das Listigel im Standard-Singsang zum Thema Migrationspolitik. Jeder einzelne Aspekt davon ist der totale demografische Horror. Sagen wir mal, wie es ist.

In der Migrationspolitik setzt die neue schwarz-rote Koalition auf Verschärfung. In Abstimmung mit den europäischen Nachbarn soll es Zurückweisungen an den Grenzen geben. Der Familiennachzug wird für zwei Jahre ausgesetzt und die sogenannte Turbo-Einbürgerung, eingeführt von der Ampel, wieder abgeschafft. So, Familiennachzug, der dir also Perspektive gibt, weil auch deine nächsten Mitglieder deiner sozialen Landkarte einfach vor Ort sind, statt weltweit zerstreut, ausgesetzt.

Turboeinbürgerung, also dass du hier, wenn du eine ökonomische Perspektive hast, auch eine, sagen wir mal, politische, privatpolitische Perspektive hast, auch abgeschafft. Das ist Trump-Zollpolitik im Quadrat. Mehr kann man Deutschland nicht schaden. Mehr auf Deutschland schafft sich ab, kann man gar nicht setzen. Das ist so dumm. 2029 ist das Jahr, in dem hier doppelt so viele Leute in Rente gehen, wie in den Arbeitsmarkt nachwachsen.

Und wir sagen einfach, wir hassen Menschen. Das ist einfach grotesk. Ja, genau. Auf der einen Seite heißt es, wir hassen Menschen. Das ist jetzt unsere Wahrnehmung. Aber es gibt ja auch noch die gegenseitige Wahrnehmung. Also das Ergebnis ist ja wie bei so vielen Sachen, niemand ist damit zufrieden. Also warum sind diese Punkte da drin? Weil sie ein bestimmtes Gefühl befriedigen sollen. Man hat Angst vor der AfD, man sieht sich in die Ecke gedrängt und so.

Man wird dieses Thema einfach nicht los. Seit zehn Jahren diskutiert man darum. Jedes Mal denkt man sich irgendwas Neues aus in der Hoffnung, diese Diskussion irgendwie befrieden zu können und dann in vier Jahren rausgehen zu können. So wie Olaf Scholz dann in einem Kanzlerduell. Und ich meine, wir wissen ja schon, das nächste Kanzlerduell wird genauso aussehen.

Da wird man dann widerstehen und Olaf Scholz wird sagen, ja, aber wir haben doch noch 20.000 Abschiebungen durchgesetzt in letzter Sekunde. Und Friedrich Metz wird sagen, aber davon haben sie doch noch 2.000 verhindert und die haben auch noch einen extra Anwalt bekommen und so. Diese Diskussion geht immer so weiter fort, weil sie wird einfach zwischen den Volksparteien sich hin und her geschoben und geführt, weil sie beide von der AfD bedroht sind.

Also man kommt über diesen Komplex nie hinweg. Man führt das einfach immer wieder und inzwischen ist man bei so komischen, es ist ja einfach reine Schikanepolitik. Also, dass es keinen Familiennachzug gibt, jeder sollte wissen, dass das nichts daran ändert, dass irgendjemand mit einem Auto irgendwo in eine Menschengasse fährt. Höchstens im Negativen. Weil da jemand ankommt, der keinen Halt hat.

Weil da jemand ist, der auf sein Handy schaut und nur die Hiobsbotschaften von seiner Familie aus seinem Heimatland bekommt. Der unter einem wahnsinnigen persönlichen Erfolgsdruck steht, unter einem finanziellen Druck steht und so weiter und so fort. Also es hat nichts mit der Realität zu tun. Es ist einfach reine Schikanepolitik. Es ist einfach nur das Gefühl von, wir tun was.

Und gleichzeitig, also das kommt bei den Leuten, es wird bei den Leuten nicht ankommen, die das Gefühl haben, es wird nicht genug getan. Weil die schauen da auch nur rauf und sind so, aber es sind ja immer noch Ausländer am Land. Ich dachte, die Ausländer kommen alle weg. Ich kann immer noch über die polnische Grenze fahren, ohne kontrolliert zu werden. Ich dachte, wir werden alle kontrolliert.

Also all diese Sachen, wo man immer an den rechtlichen Rahmen scheitert und wo man auch einfach am Verstand scheitert. Ja, wo man einfach sagen kann, wir können die Grenze zu Polen nicht zumachen. Da fahren jeden Tag 20.000 Lastwagen hin und her. Das geht einfach nicht.

Also man muss sich da selbst begrenzen. Das heißt, am Ende sind die Leute damit unzufrieden und wir sind damit auch unzufrieden, weil diese Gefühlspolitik, weil diese Schikanepolitik uns zwangsläufig dazu verdammt, dass wir quasi demografisch untergehen.

Ja, das ist also diese Idee zu sagen, okay, du bist jetzt hier und du arbeitest auch hier und wir geben dir aber keine Politik, du darfst hier niemals wählen und achso, du hättest noch Nachwuchskräfte, die wir in unseren Schulen nach unseren Bildern ausbilden können. Verbot. Lass sie bitte in wo auch immer sie sind.

Das ist so Grotesk, das kann man sich nicht vorstellen, aber es gibt für wirklich jede politische Dummheit noch irgendeinen Experten, der bereit ist in den Tagesthemen das zu rationalisieren. In dem Falle ist das der Politikwissenschaftler Daniel Thümen, der das auch mit einer Inbrunst vorträgt, wie man hier Migrationspolitik machen sollte. Wir hören mal, was ihm am wichtigsten ist.

Und es ist auch schwierig, aber genau das muss eben eine Regierung dann auch beweisen, dass man auch schwierige Projekte bereit ist anzugehen. Asylverfahren in Drittstaaten ist eine so eine Möglichkeit. Abschiebeflüge nach Afghanistan, Syrien, hat Thorsten Frey jetzt in der Bild-Zeitung groß versprochen. Auch das muss er dann erstmal liefern, die künftige Bundesregierung.

Und da kann ich mir schon vorstellen, dass das besser gelingt, weil nämlich drei Ministerien, die für Abschiebungen entscheidend sind, in einer Hand sind. Außenministerium, Innenministerium, Kanzleramt, alle CDU, CSU.

Und wenn die an einem Strang stehen und auch gemeinsam mit den europäischen Ländern dann versuchen, eine gesunde Mischung mit den Nachbarn zu finden, also Mischung heißt Angebote, Anreize, aber auch ein paar Drohungen, dass man vielleicht die Kooperation einstellt, wenn es mit den Abschiebungen nicht besser funktioniert, dann kann ich mir vorstellen, dass man da besser vorankommt als bisher. Ja, also eine gesunde Mischung aus Drohungen und auch und so weiter. Besser vorankommt womit?

Ja, das ist so grotesk. Wo wollen wir hin? Ich verstehe das nicht. Also, beziehungsweise, ich verstehe das schon, aber ich komme immer wieder auf dieses Kanzlerzuell zurecht. Ich meine, wir sind 2020, 2021, wir sind aus Afghanistan abgezogen, wir haben Land hinterlassen, das ist komplett ruiniert. Komische Menschen kommen hierher. Das ist einfach eine externe Entwicklung, die da passiert, auf die sie massiven Einfluss hatten.

Wir haben uns irgendwie dazu entschieden, wir diskutieren darüber nicht mehr. Es wird darüber nicht gesprochen. Es wird nicht medial aufarbeitet, politisch schon gar nicht. Es ist einfach eine Realität, die auf uns irgendwie eindringt. Afghanen sind hier, wie kann das sein? Afghanen müssen wieder weg. Und jetzt diese Wahrnehmung, jetzt läuft es besser, weil es ist jetzt in drei Ministerien und jetzt schieben die jedes Jahr 20.000 Menschen ab und dann ist die Welt wieder in Ordnung.

Also was ist hier der Maßstab? Was ist die Dimension, an dem man hier ansieht? Was ist die Zielsetzung? Und die Zielsetzung bei all dem, was er hier ja auch sagt, ist ja nur im Hinterkopf dieses, ah ja, mein Gott, viele Menschen wählen AfD. Migration ist ein wichtiges Thema. Wir haben es nachher auch nochmal im Politikbarometer, Da wurde dann auch einfach so Problemlage, Migration.

Glauben Sie, die Probleme werden gelöst. Und es wird nie definiert, was die Probleme sind, wie wir davon individuell betroffen sind. Nämlich die allermeisten von uns gar nicht. Und wenn dann in den Ballungsgebieten, und da sind die Menschen weit weniger kritisch, was das anbelangt. Also da, wo Menschen, das wissen wir alles, da, wo Menschen mit Ausländer in Berührung kommen, da ist es okay. Sonst ist da das Problem, wo sie es nicht tun. Ich meine, was sollen wir jetzt machen?

Das ist eine ganz wichtige inkonkurrente, Korrelation oder wie man das auch immer da nennt, ein desperates Verhalten. Wenn wir wirklich glauben, wir kriegen irgendwann mal die AfD überzeugt, dass sie sagt, das finden wir eine gute Politik oder so, die ausgestreckte Hand oder was auch immer. Umso weniger Ausländer, umso mehr AfD. Beispiel Sachsen, Thüringen und so. Bundestagswahl, Zweitstimmanteile über 40 Prozent.

So, wenn wir jetzt den westdeutschen Ausländeranteil auf sächsisches, thüringersches Niveau senken, dann haben wir die AfD hier auch bei über 40 Prozent und nicht bei vier. Das ist schon mal eine völlig irre Idee. Das Zweite, wenn wir glauben, also der Politikwissenschaftler sagt ja jetzt, naja, damit es mit den Abschiebungen besser funktioniert, müssen wir es halt ungemütlich für unsere Nachbarländer machen und zur Not auch mal mit einer Drohung.

Also wenn wir diese Idee von Drohung und Abschreckung, Ungemütlichkeit in der Migrationspolitik organisieren, dann gibt es nach unten keinen Boden. Also da kann man sich einfach anhören, Lanz war ja jetzt in Syrien und hat sich da die Folterkeller angeschaut und so. Also damit konkurrieren wir dann, wenn wir es den Leuten ungemütlich machen wollen.

Dann hängen wir Leute einfach an ihren Handgelenken auf, an so einer Kette und dann hängen die da so drei Tage und dann schneiden wir ihnen Fuß ab und dann gucken wir mal, ob sie doch lieber nach Syrien, ob sie da lieber bleiben wollen. Ja, was ist das für ein politisches Programm? Also da soll ich jetzt als Povi ins Fernsehen gehen und sowas sagen? Das ist doch bescheuert. Warum macht er dann sowas? Also das ist einfach so krank.

Das verstehe ich auch nicht. Also woran hält er sich fest? Also wie gesagt, wenn die Erwartungshaltung wirklich nur ist, wir machen hier reine Gefühlspolitik, dann das ist ein unsinniges politisches Konzept. Also diese Idee von der Bevölkerung nach dem Mund reden, nach dem Mauern reden ist kompletter Quatsch. Also würden wir dieses Thema nicht immer wieder auf dieses wahnsinnig hohe mediale politische Niveau heben und es zu unserem ersten Problem erklären, wäre es gar nicht so ein Riesenproblem.

Und ich meine, es gibt ja problematische Fälle, also das müssen wir ja nicht kleinreden, wenn Menschen mit einem Auto in andere Menschen rasen, egal was die Motivation ist, dann wühlt das die Gesellschaft offensichtlich aus. Was sind die Antworten darauf? Es gibt konkrete Antworten darauf. Es können so Sachen wie Familiennachzug sein. Ansonsten ist es Ausbau der Sicherheitskompetenzen, Ausbau des sozialen Netzs. Also all diese konkreten Dinge, die man da ansetzen könnte.

Bessere psychologische Betreuung, all das, was wir wissen, das wird ja nie zum Thema gemacht. Also darum geht es offenbar nicht, sondern es geht rein darum, Menschen nach dem Mund zu reden. Und das kann nicht die politische Vision sein für Parteien der Zukunft, wenn wir jetzt nur noch Frankreich-Likeheit der AfD hinterherreden, seit zehn Jahren AfD-Leitpolitik machen, bald bei AfD-Hardcore-Politik angekommen sind und dann feststellen, ach guck mal, 2029 doch stärkste Partei geworden.

Also ich meine, das steuern wir doch offensichtlich zu. Genau so machen wir es. Das Plädoyer weniger über Migration. Ich bin ja dafür mehr über Migration, aber mit entsprechenden Vorzeichen. Zum Beispiel, indem man einfach diese Kapitel miteinander verknüpft. Man kann ja einfach mal zu GPT gehen und sagen, liebes GPT, mach mir ein Deep Research, verknüpfe bitte die Anliegen der Migrationspolitik mit den Anliegen der Sozialpolitik, die da drinstehen.

Das können wir jetzt mal Freestyle machen. Wir sind ja auch klug. Es ist ja nicht nur GBT klug. Wir als Zuschauer sind ja auch klug. Wir hören jetzt mal, was zur Sozialpolitik geplant ist. Rückblickend auch auf, was zur Migrationspolitik geplant ist. In der Sozialpolitik heißt es, neue Grundsicherung statt Bürgergeld mit besseren Sanktionsmöglichkeiten. Das Rentenniveau soll bei 48 Prozent bis 2031 festgeschrieben werden. Die Aktivrente kommt für alle, die freiwillig länger arbeiten wollen.

2000 Euro sind dann steuerfrei. Was wirklich sehr bedauerlich ist, ist, dass man sich nicht getraut hat, die notwendigen Strukturreformen anzugehen. Da wäre als erstes zu erwähnen, dass die Rentenreform dringend notwendig wäre. Also Renten... So, was heißt Rentenreform? Hört genau zu. ...Anstiege zu begrenzen, Renteneintrittsalter zu erhöhen. All das ist von vielen Seiten gefordert worden und da hat man sich nicht herangetraut.

So, warum hat man sich nicht herangetraut an, Leute sollen immer länger arbeiten und dann weniger Rente akzeptieren? Ja, kein Wunder. Also das ist doch jetzt keine Fragestellung, oder? Warum man sich das nicht traut, den Leuten zu sagen? Ja, komisch.

Warum traut man den ganzen Zeit sich zu, den Leuten zu sagen, nee, um euch zu verschleiern, dass ihr, was ihr ja müsst, aus vielen Richtungen hat es, Monika Schnitzer gerade berichtet, wurde das ja an die Regierung herangetragen, um euch zu verschleiern, dass ihr länger arbeiten müsst und weniger Rente habt, weil weniger Produktivität, gaukeln wir euch das Thema vor, es sind zu viele Menschen im arbeitsfähigen

Alter in Deutschland, die müssen alle raus. Ja. Und es ist doch, ich will es nicht sagen, dass es dumm ist, aber es ist dumm. Mir fällt ja auch keine weitere Einschätzung mehr ein. Das ist seit Jahren und das Thema drückt so krass. Und ich verstehe das nicht. Ja, du hast recht. Es ist natürlich ein Grundproblem, dass politische Komplexe nicht miteinander verknüpft werden. Das heißt, man hat sie immer als Einzelproblem dastehen. Migration bedeutet immer der Afghane, der halt irgendwie weg muss.

Ja, plus eins ist wirklich zwei. Und das heißt, das können wir natürlich miteinander verknüpfen, aber ich glaube, es ist nicht die Zielsetzung, genauso wie man sich ja hier der Gedanke ja auch nicht über vier Jahre hinausreicht, sondern wir, und das ist jetzt ein bisschen fatalistischer Gedanke, aber ich meine, das Grundproblem ist ja, warum wird das nicht gemacht? Naja, weil Rentner die größte Lobby sind. Rentner sind, wenn man so will, fast die einzige Lobby.

Und die politische Logik dahinter ist ja eindeutig, du hast halt vier Jahre Zeit, in vier Jahren müssen sich deine Rentner wiederwählen. Also machst du Politik für die Rentner. Und so. Und dadurch, dass... Und ich meine, deine Margen werden immer kleiner, aber sie sind halt immer noch groß genug. Also es ist schwierig zu verhandeln zwischen Politik für junge Menschen machen, Politik für alte Menschen machen, weil dann gehen dir die Alten verloren, aber es sind wesentlich mehr Alte.

Also machst du das, was CDU und SPD halt die ganze Zeit machen. Das heißt, du baust einfach auf die Alten, die du noch hast. Und die sterben dann halt, aber das heißt, es gibt dir noch acht bis zwölf Jahre. Ja, acht bis zwölf Jahre, bis du auf dem Niveau angekommen bist, auf dem alle anderen auch sind, nämlich eine 14%-Partei in einem Umfeld von 14%-Parteien. Oder 15%-Partei. Jetzt wird es richtig krass. Oder was auch immer.

Ja, denn der Wahlkämpfer, der demnächst die 60-Jährigen überzeugen möchte, dass sie für ihn wählen, ist ja 70 bald. Nee, ja, 69, 70. Und er ist jetzt hier im Gespräch. Und alte Leute nach ihrer Vision zu fragen, finde ich eh immer schön, so ein bisschen spät vielleicht. Aber Christian Sievers traut sich's mal. Verantwortung für Deutschland steht über diesem Vertrag. Jetzt mal jenseits der Details, über die wir gleich auch reden werden.

Wo ist die große Erzählung, die Vision, die von diesem Vertrag ausgehen sollte, der Ruck für Deutschland? So, der Ruck. Eine 30 Jahre alte Rede. Die Vision. Wer Vision hat, soll zum Arzt gehen. Noch älter. Also er wird jetzt nach ganz großen Linien gefragt. Das ist Friedrich Merz' Antwort. Der Titel ist bewusst schnörkellos, aber der Inhalt hat es in sich. Der Inhalt hat es in sich. Mick, sei gespannt.

Die Erzählung ist, dieses Land soll wieder funktionieren. Den Menschen soll es wieder Freude machen, zu arbeiten. Naja, das ist mein Traum. Mein Traum für Deutschland. Den Leuten soll es wieder Freude machen zu arbeiten, ist die Vision für Deutschland, seiner Kanzlerschaft. Das ist so, als würde man in die Prüfung gehen. Wir kommen immer wieder auf Prüfungssituationen. Man kriegt eine Frage zum Römischen Reich und sagt dann, sorry, ich dachte, heute ist Bio dran.

Ich kann zu Rom nichts sagen. Ich weiß nur, wie die Kohäsion im Baum funktioniert. Ja, aber es ist der gewohnte Modus. Aber es stellt sich halt die Frage... Es ist so krank. Es ist krank einfach. Funktioniert das? Herr Merz, Sie haben heute Abend einen Termin mit drei Millionen Deutschen. Es ist ein wichtiger Termin, weil Sie haben heute einen Koalitionsvertrag vorgestellt. Sollen wir Sie nochmal briefen für mögliche Fragen oder glauben Sie, Sie kommen zurecht? Ja, ich glaube, ich komme zurecht.

Wird schon. Herr Merz, ich stelle Ihnen jetzt eine ganz offene Frage. Was ist Ihre Vision? Die Erzählung ist, dieses Land soll wieder funktionieren, den Menschen soll es wieder Freude machen zu arbeiten, ihre Freizeit zu genießen, das Land funktioniert und wir haben wieder Wachstum, Beschäftigung und wir kommen raus aus dieser schlechten Stimmung. Die Amerikaner so, wir brauchen 100 Gigawatt pro Rechenzentrum bis 2029.

Außerdem wollen wir zum Mars. Die Chinesen so, Also ich fände es eigentlich ganz cool, wenn jeder zu jeder Zeit innerhalb von zwei Stunden im Zug durchs ganze Land fahren kann. Zur Not in einem Tunnel unter der Erde. Und die Deutschen so, wäre doch cool, wenn es wieder Freude macht zu arbeiten. Das ist so krank. Friedrich Merz, his brain is broken, weißt du? Ja genau, brain is broken, aber es schließt dann das an, was ich gerade gesagt habe.

Nämlich diese fatalistische Wahrnehmung von, vielleicht ist es einfach over. Also vielleicht ist zwangsläufig einfach over, weil es halt eben, und ich meine, ich will jetzt den BoomerInnen hier nicht zu nahe treten, ja, aber klar, die Lebenserwartung ist eine andere, die man noch hat.

Man will seine Ruhe. Die Welt um einen herum bricht zusammen, man macht sich irgendwie Sorgen um die Kinder, die deutsche Wirtschaft geht den Bach runter und so, es fühlt sich alles einfach wahnsinnig unsicher an, also möchte man wieder gut und gerne seine Freizeit genießen können, man möchte wieder ein bisschen Ruhe von der Politik, man will wieder gerne arbeiten gehen, man, keine Ahnung, vielleicht noch ein grundsätzliches,

Gerechtigkeitsgefühl, dass der Bürgergeldempfänger halt nicht so viel Geld bekommt oder irgendwie so ein Quatsch, ja, was man da irgendwie hat, aber das löst ja nichts und ich glaube, du hast mit deinem Grundsätzlichen, was du ja immer sagst, also Altersrepublik, das passiert im Kopf.

Das ist letztendlich, ist es eine gedankliche Einstellung und wir sind in gewisser Weise alle davon betroffen und der Schlüssel dazu, wie es aufzubrechen ist, wie tatsächlich sowas wie Innovation, Fortschritt, ja, Wachstum, was auch immer zu erreichen ist, ist Demografie.

Und wenn wir das nicht mehr haben, ja, wenn wir halt nur noch so einen kleinen Prozentsatz von jungen Menschen haben, die dann halt eben in Richtung links und rechts abdriften, weil sie halt eben sich diese grundsätzlichen Fragen stellen, was wird aus der Zukunft und das demokratische System sehen und sagen, ja, damit bin ich, zufrieden. Also es findet auch nicht ein Antworten. Ich habe gerade hier eine Taschenbuch-Ausgabe, Die Altenrepublik.

Ich glaube, wenn ich in zehn Jahren, ich gucke jetzt gerade auf zehn Jahre Redaktionsschluss zurück, wenn ich in zehn Jahren, dann auch das hier einlese als Audiobook, dann bin ich am Vorwort und lese den ersten Satz und sage, er stimmt. Der erste Satz von der alten Republik lautet Uns fehlen noch immer die Worte. Das ist wirklich so grotesk. Also Friedrich Merz fehlen ja auch die Worte. Das ist ganz, ganz, ganz schlimm. Ja, und ich finde.

Also mich persönlich macht das fatalistisch, weil ich sehe da nicht so richtig einen Ausweg daraus. Altenrepubliken sind unfassbar träge Gesellschaften und selbst ich, der darüber schrieb, bin immer noch überrascht, wie träge so eine Altenrepublik ist. Ja, und ich will nochmal darauf hinweisen, das ist eine Idee, die für Deutschland ja auch lange Zeit funktioniert hat.

An sich ist es ja die Angela Merkel-Idee. Weil also politische Inhalte hin oder her, da sind wir flexibel, das ist uns irgendwie egal, aber wir halten Deutschland 16 Jahre lang unter Muttis Arm.

Die Flügel der Merkel ausgestreckt nimmt uns alle auf wie Küken und dann kommen wir halt irgendwie durch die Welt durch, weil sie ist unsere Klimakanzlerin und sie meistert die Krisen und wir wissen, bei jedem großen Ding steht sie irgendwie ganz vorne mit Donald Trump und sie kann sich auch mit dem anlegen und das funktioniert. Aber das ist ja vor all den Krisen, die wir durch haben.

Das ist vor Corona, das ist vor Ukraine, das ist vor Nahe Osten, das ist vor Zollkrieg, das ist vor Donald Trump. Also vor Donald Trumps zweiter Amtszeit. Und wir hatten noch einen deutschen Kanzler damals. Faschismus kommt zurück. Einen deutschen Papst, meine ich. Wir waren noch Papst sogar. Also ja, wir haben zusammengearbeitet, Benedikt XVI und Angelegenheit, haben die Welt im Sinne Deutschlands gestaltet.

Was ist, wenn das einfach vorbei ist? Also was ist, wenn es uns halt tatsächlich zerbröselt? Wenn die Hiobsbotschaften von unser internationales Finanz- und Wirtschaftssystem fliegt uns um die Ohren. Was ist, wenn das passiert? Dann haben wir darauf keine Antworten. Friedrich Merz wird sie nicht liefern. Und es gibt keine strategische Kompetenz in Deutschland, die sie liefern kann. Also zumindest nicht die Parteien, die regieren.

Weil sie halt im Gedankentrott der Rentnerrepublik sind. Sie haben nur das Angebot, wir können versuchen, den Status quo zu halten. Bitte fragen Sie uns nicht danach, was im Ausland passiert. Wir haben darauf keine Antworten. Ja, also es ist wirklich ganz schlimm. Sie versuchen jetzt hier mal so einen ganz kleinen Befreiungsschlag. Wir wollen den Staat umfassend modernisieren, digitalisieren. Dazu machen wir sogar ein eigenes Ministerium, das die gesamten Kompetenzen für diesen Bereich bekommt.

Forschung, Technologie, das werden die wichtigen großen Themen werden. Also ganz einfach, wir wollen Deutschland wieder an die Spitze bringen. Und ich habe den glaubeberechtigten Optimismus, dass wir das schaffen. Da frage ich mal ganz kurz nach, das neue Ministerium soll auch für Bürokratieabbau zuständig sein. Das hat uns bislang jede Regierung versprochen und dabei ist es dann meist geblieben. Ergebnis am Ende mehr Bürokratie. Guck mal, wie er noch lächelt am Anfang und so mit diesem, ja,

aber wir machen es ja jetzt wirklich. Ich bin ja keine Merkel. Sie schaffen jetzt ein neues Ministerium dafür. Ist das nicht irgendwie auch kontraproduktiv? Nein, ganz und gar nicht. Das Gegenteil ist richtig, Herr Sievers. Das Ministerium wird Digitalisierung bündeln und vor allen Dingen es wird Staatsmodernisierung ermöglichen.

Und das ist eine Querschnittsaufgabe, die können Sie nicht verteilen auf viele Häuser, sondern es ist eine Aufgabe, die sogar zwischen Bund, Ländern und Gemeinden gut abgestimmt sein muss. Und wir haben einen solchen Rückstand, dass uns viele Fachleute geraten haben, macht dafür ein eigenständiges Ministerium, das diese Querschnittsaufgabe für alle wahrnimmt und genau das machen wir.

Ich erinnere nochmal dran, die Bandbreite ist jetzt groß. Zwischen der ursprüngliche Gedanke, die Initiative für einen handlungsfähigen Staat, also Peer Steinbrück, Thomas de Maizière und Andreas Poskuhle, also wirklich krasse Namen da vorgeschlagen haben. Sie haben das ja ein bisschen beschleunigt, diese Idee zu entwerfen, haben das den Koalitionstypen vorgestellt.

Nur, da steht halt drin für dieses Ministerium, wenn man es plant, dieses Ministerium bekommt die Hoheit über alle Personal- und Personalplanungsentscheidungen für die gesamte Bundesregierung. Ja, das ist... So. Das könnte man machen, nur die Frage ist halt, selbst wenn es sich als gute Idee herausstellen wird, machen sie es wirklich so? Also bestimmt jetzt der Digitalminister darüber, wer im Innenministerium eingestellt wird und wer nicht und so?

Oder ist es halt einfach nur ein Abklatsch von, ah ja, da war so eine Idee, die haben sie uns vorgestellt, wir schreiben das mal rein, am Ende ist es ein Arbeitskreis so, ne? Ja. Und ich wüsste jetzt nicht, was von Biden irgendwie besser ist, also Also irgendwie so ein Planungssuperministerium, das einfach in alle anderen Ministerien reinregiert, auch über Parteigrenzen hinweg. Das ist völlig un... Also das weiß man gar nicht, wie das geht in Deutschland.

Oder halt nur ein Arbeitskreis. Und wir kriegen hier Hinweise darauf, in welche Richtung es geht, wenn wir uns grundsätzlich die Arbeitskreisfreudigkeit in diesem Koalitionsvertrag anschauen. Längst zeigt sich, dass auch der Stil, die Wortwahl des Vertrages Anlass für Diskussionen sind. 299 Mal hat man das Wort Wollen statt Werden gewählt. 88 Mal will man Projekte prüfen, insgesamt 15 neue Kommissionen einrichten. Ja, also glaubst du, dieses neue Ministerium wird durchgreifen und...

Eine Sekunde, glaube ich, dass es durchgreifen wird. Das ist absurd. Wie bei den anderen Themen auch. Ich meine, bei anderen Themen, klar, Migration, da geht es um Einzelschicksale in großen Dimensionen. Das ist irgendwie, also auch wenn es da um Schikanepolitik geht, aber davon sind Menschen unmittelbar betroffen, im Negativen. Aber wie bei allen anderen auch, würde ich ja auch sagen, das ist einfach Virtue Signaling.

Das ist einfach nach außen, ah, guck mal, die Amis machen Dodge und die Unternehmen sagen auch immer, die Bürokratie schnürt uns ein und deshalb gründen wir jetzt ein neues Ministerium. Ich meine, nichts dafür ist bisher gelaufen. Wissen die überhaupt, in welche Räume das Ministerium kommt? Da muss Personal im großen Stil angeheuert werden. Wie viele Mitarbeiter sind es? 10.000 neue Mitarbeiter, die irgendwo abgezogen werden müssen, die da irgendwie reinkommen.

Ja, die entscheiden dann darüber, wer zum Mond fliegt. Ja genau, die noch keine, die keinerlei vertraglichen Grundlagen haben, wo noch diese ganzen Magistratsvorlagen und was es da nicht alles gibt. Ja, das ist alles noch nicht gemacht. Das ist jetzt dreieinhalb Jahre Aufbauzeit, bis sie dann rumkommen um die Ecke mit, das ist unsere Empfehlung. Wir sind dafür, dass sie drei Leute weniger einstellen und so und das soll es

dann retten. Also das ist genauso eine Quatschspielpolitik wie alles andere auch, aus meiner Sicht. Da wird nichts laufen. Auch diese ganze Idee von Bürokratieabbau wird auch nicht laufen, weil da keiner drauf Bock hat, weil man sich da mühsam durcharbeiten muss. Und ich finde, diese Koalition hat es ja auch schon, also dieser Wirtschaftsminister Posten ist dafür symbolisch. Ich meine, niemand will es machen.

Weil niemand eine Idee hat und niemand sich da hinstellen will und einfach vier Jahre lang auf die Packung bekommen will von den Medien dafür, dass das irgendwie nicht läuft. Und das ist die Sorge. Und dass es niemand machen will, liegt daran, dass es keine Idee gibt und offensichtlich auch nicht zwischen den Koalitionären. Es gibt kein Programm, das sich durchsetzen lässt. Es gibt keine Idee, was mit den 500 Milliarden passiert.

Es gibt keine Idee, was dieses Digitalministerium machen soll oder so. Also das ist, und ich meine, wie Friedrich Merz es auch schon äußert, das erinnert mich immer so an, Oma Ernan kriegt ihr erstes Smartphone. Wir wurden aufgefordert, technisch aufzurüsten. Wir sind jetzt auch in der Lage zu googeln. So als würde man Internetanschluss legen oder so. Und dann denken wir, damit wären jetzt Probleme gelöst.

Eine ganz neue Welt erschließt sich. Friedrich Merz äußert sich hier mal zur Rentenpolitik und dem Finanzministerium. Und ich glaube, wir können auch jetzt schon beginnen, Friedrich Merz hat sich nicht durchgesetzt. Friedrich Mertal musste einen Rückschlag hinnehmen und so weiter und so fort. Da können wir jetzt hier ja schon einsammeln. Wir haben zum Beispiel bei der Rentenformel hart gerungen mit den Sozialdemokraten. Haben wir gesagt, okay, wir machen das für die nächsten sechs Jahre.

Aber danach wird es Veränderungen geben müssen. Ja, in sechs Jahren ist Altenrepublik auf Speed. Wir haben das Wort Eigenverantwortung im Vertrag stehen. Diese Systeme werden umgestellt. Sie werden zukunftsfest gemacht. Die Zeit nehmen wir uns. Es muss gut, richtig, solide, verlässlich sein. Und das wollen wir tun. Und dann ist natürlich die Frage, wie das dann genau umgesetzt wird und auch von wem das umgesetzt wird.

Jetzt bekommt die SPD das Finanzministerium, sitzt damit also an den Geldtöpfen. Und das ist ja was, was wir erlebt haben in der Vergangenheit, eine Position mit sehr, sehr viel Macht. Wie hoch ist denn die Gefahr, dass Sie das mal als Fehler sehen werden, dass Sie ausgerechnet das an Lars Klingbeil abgegeben haben?

Es gibt eine relativ gute, nicht immer durchgehaltene, aber es gibt eine ganz gute Tradition, dass der Koalitionspartner, der kleinere Koalitionspartner das Finanzministerium bekommt. Das haben wir auch diesmal so entschieden. Ist ja nicht so, dass die Hälfte von Merkels Zeit Wolfgang Schäuble Finanzminister war und so. Ja, so viel dazu.

Das ist wirklich... Und Peer Steinbrück hat im Grunde mitgemacht, was Merkel wollte, nachdem man eh den Koalitionsvertrag so ein bisschen auf Koalitionsfrieden damals geschnürt hatte. Also diese Idee von, nee, ach, Finanzministerium ist nicht so wichtig und so. Können Sie auch das Innenministerium abgeben, ja? Also wenn es in diesem Sprechding abgeht.

Ja, aber ich glaube, in der Realität ist es tatsächlich nicht so wichtig, weil letztendlich dann nichts wichtig ist, außer dass man irgendwie gut durch diese vier Jahre kommt und am Ende sagen kann, Deutschland geht es wieder gut. Also es ist nicht so wichtig, wenn es in der SPD-Hand ist, weil die SPD natürlich nichts wegblockieren wird. Nee, die SPD wird nichts wegblockieren. Die wollen ja eher Geld ausgeben. Aber wenn du einen Lindner drin hast. Ist es natürlich super schädlich.

Dann ist die SPD ja dabei. Also ich meine, das ist ja auch so ein bisschen der Modus dieser Koalition und darüber haben wir ja schon beim vorletzten Mal auch gesprochen. Das ist ja auch der Modus des politischen Mainstreams, Man hat sich ja clevererweise darauf geeinigt, die Schuldenbremse nicht abzuschaffen. Das heißt, man kann jetzt wieder über alles großartig verhandeln. Das heißt, es wird immer eine Kraft geben, die dich da in irgendeiner Art und

Weise blockiert. Du willst was Neues aufmachen und SPD und CDU sind sich einig, die Gelder auszugeben. Dann kommen halt die Grünen um die Ecke und sagen, wir halten uns nicht an die Schuldenbremse oder hier wird wieder getrickst. Man hat sich ja nicht aus dieser Klemme, die man sich selbst gebaut hat, irgendwie rausbewegt. Das heißt, es blockieren sich einfach alle weiterhin, wenn es um Entscheidungen geht. Die ganze Koalition ist letztendlich, wie die Ampel auch, von Anfang an blockiert,

nur dass sie halt weniger vorhat. Deshalb fällt es halt nicht so nahe. Das ist eine große Vitocracy, nur mit dem Zusatz im Vergleich zur Ampel, dass die Grünen jetzt Oppositions machen können, sehr wirkmächtig. Ohne noch ein Koalitionsfriedensgebot unterworfen zu sein. Also für mehr hat es eigentlich denkbar scheiße, muss man echt so sagen. Ja, es ist denkbar scheiße, aber ich würde auch sagen, es ist für uns alle denkbar scheiße, weil es uns konstant in dieser Blockadehaltung hält.

Wenn es bei mir mal schwarz-grün ist, dann blockieren wir die Sozen von Seitenrand. Merz versucht jetzt mit Zuversicht und ein bisschen Doge, Finale aus dem Gespräch. Das heißt also, die Ideen, die Sie jetzt haben, was Sie ankündigen, das kann alles noch wackeln, weil der Finanzminister sagt, es ist einfach kein Geld dafür da. Deswegen die Frage, wo wollen Sie denn sparen? Diesen Satz hat nicht Lars Klingbeil allein gesagt, den haben wir gemeinsam in den Koalitionsvertreter.

Kein Journalist sollte jemals fragen, wo wollen Sie denn sparen? Wozu sparen? Also das ist so ein unerklärter einfach mal sagen Satz. Das ist so hinfabuliert irgendwie. Sehgewohnheit sagt, wo sparen Sie denn jetzt, Herr Politiker? Sie können sich das ganze Geld hier einfach ausgeben. Naja, dann nimmt man richtig mehr Zeit ernst. Er hat vorher die ganze Zeit gesagt, wir müssen sparen. Also ist man noch auf dem Stand von, ah ja,

Sie haben noch gesagt, wir müssen sparen. Dann haben sie uns etwa angelogen. Oder so, genau. Gegen Merzell. Wir haben konkrete Vorschläge gemacht, die Verwaltung zu verkleinern. Wir werden in den nächsten vier Jahren die Bundesverwaltung um 8% reduzieren. Daran kann man sie ja dann messen. Die Hälfte der Beauftragten einfach abschaffen. Die Hälfte der Beauftragten abschaffen, was für ein Unsinn.

Diese Beauftragten sind ja wirklich nur Einzelkämpfer. der Ostbeauftragte hat dann irgendwie ist halt Halbtagsjob mit einer Assistenz oder so und der wird jetzt abgeschafft und dann sparen wir 150.000 Euro Personalkosten im Jahr und Wir. Haben das als Problem erkannt, ja. Wir haben auch einfach zu viel Verwaltung, wir haben zu viel Beauftragten, wenn wir das Problem erstmal gelöst haben, dann geht es wieder bergauf. Machen Sie sich keine Sorgen. Liebe MitbürgerInnen.

Wir haben Ihre Sorgen erkannt. Gordon Repinski von Politiker hat in seinem Podcast schon so ein Spielchen gemacht, einfach die Beauftragten mal zu nennen und dann zu fragen, wen davon brauchen wir nicht. Und das ist natürlich für Schrottsjournalismus genau das Richtige. Wir werden eine Regulierung abschaffen. Wir werden übrigens viele Dinge machen, die gar kein Geld kosten. Im Gegenteil, die sogar Geld sparen bei vielen Unternehmen.

Wir werden die Bürokratie wirklich zurückbauen, nicht nur ein bisschen korrigieren. Wir werden die Bonpflicht abschaffen. Wir werden das Lieferkettengesetz abschaffen. Ich könnte Ihnen viele andere Beispiele sagen. Also wenn man die Bonpflicht abschafft, die ein sehr einfacher Weg ist für Nachvollziehbarkeit des Finanzamts, muss das Finanzamt anders Nachvollziehbarkeit herstellen. Das ist auf jeden Fall bürokratisch aufwendiger, als einfach, geben Sie uns Ihren Bonn-Ausdruck. Ja, und das heißt.

Da gehen uns halt wieder Milliarden durch die Lappen. Das kommt noch dazu. Wir werden die Bürokratie wirklich zurückbauen, nicht nur ein bisschen korrigieren. Wir werden die Bonpflicht abschaffen, wir werden das Lieferkettengesetz abschaffen. Das europäische Lieferkettengesetz? Ich könnte Ihnen viele andere Beispiele sagen. Das wird ein Befreiungsschlag für unser Land. Und das wird nichts kosten, im Gegenteil, das wird uns etwas bringen.

Und auf der Basis dieser Vorhaben werden wir dann auch weitere Reformen machen. Wir wollen ja die Einkommenssteuer auch noch senken zur Mitte der Wahlperiode. Das ist nicht ganz einfach, weil das sehr viel Steuerausfälle mit sich bringt.

Aber ich will Ihnen ganz ehrlich sagen, ich säße nicht hier und hätte diesen Vertrag nicht auch vorgeschlagen, wenn ich nicht der festen Überzeugung wäre, dass das jetzt die Grundlage ist für einen wirklichen Aufschwung, für eine wirklich neue Zuversicht und für eine Chance, die wir haben und die wir nutzen sollten. Ja, also diese Sprechblasen, die er produziert. Wir haben jetzt diese amerikanische Aufklärung.

Donald Trump kommt und er ist der radikalste Präsident, den dieses Land jemals gesehen hat. Er schafft neue Einrichtungen, sagen wir mal, man weiß ja immer noch nicht genau, wie es verortet ist, die überall alles dürfen.

Und wir wissen, der amerikanische Staat ist ausufernd, da sie nie immer mal so dieses die Schuldenbremse, also hier Verschuldungsdings musste immer mal angehoben werden und so, ihr Debt-Sealing, aber ansonsten war ja da feuerfrei, ja, Pentagon, wir wissen nicht wo die 100 Milliarden sind, keine Ahnung alles kreuz und quer, so, Doge ist jetzt einmal durch alles durchgeackert, wollte eine Billion Euro sparen und dann schreibt die New York Times Trumps, sie verfehlen ihr Ziel um 85 Prozent.

Und die Quelle dafür ist nicht, wir haben mal wieder eine Aufarbeitung gemacht und klar sind wir kritisch Trump gegenüber, sondern Elon Musk selber sagt, wir sind nur in der Lage 150 Milliarden zu sparen und nicht eine Billion. Wir verfehlen unser Ziel um 85 Prozent. Dann kommt der erste Haushaltsbericht. Für ein Haushaltsgesetz sind sie ja zu blöde. Sie ziehen immer noch Biden das Haushaltsgesetz einfach nur in die Länge.

Und müssen feststellen, nach ihren eigenen Zahlen, dass sie 100 Milliarden über den Ausgaben der letzten Präsidentschaft stehen. Und jetzt kommt er hier und sagt, wir haben eigentlich gar keine Handlungsmöglichkeiten, wir haben auch kein richtiges Dorsch und kein Elon Musk und nichts. Aber es wird ein Aufbruch.

Das ist doch alles total hademüchtend. Warum machen die Journalisten hier nicht mal so richtig mutige Haut-drauf-Politik, stellen ihn so richtig, klären das im großen Kontext, formulieren die weltpolitischen Herausforderungen nochmal aus, statt einfach nur in der Sehgewohnheit zu bleiben? Staatspolitische Verantwortung. Wir haben alle Angst vor der AfD. Wir haben alle Angst vor der Welt da draußen. Also sagen wir erstmal, ja, Friedrich Merz ist gestartet, er kriegt ein bisschen

Vorschussloss mit Lorbeeren. Wir geben ihm jetzt mal eine Chance. Es ist immer das Gleiche. Also man traut sich nicht, ihn hier aggressiv anzugehen, damit man nicht vorher schon sagen muss, ja, okay, die Koalition ist wahrscheinlich scheintot. So wie davor auch. Es tut uns leid, liebe BundesbürgerInnen, aber unser politisches System ist irgendwie hinüber. Scheintot ist ein gutes Stichwort. Denn diesen Totenschein können wir dann bald

ausstellen. Es ist dann nicht nur scheintot, sondern echt tot. Er hat eine Zahl. Florian Neuhan ist hier unser ZDF-Wirtschaftskorrespondent. Hallo Florian. Hallo. Fangen wir vielleicht mal mit dem großen Frage an. War das jetzt der große Wurf für den Standort Deutschland? Großer Wurf ist ein großes Wort. Ein bisschen übertrieben vielleicht. Es ist ein Mischmasch an vielen kleinen und manchmal. Also großes Wort ist ein bisschen übertrieben, vielleicht ist es Mischmasch aus Klein.

Großer Wurf ist ein großes Wort, ein bisschen übertrieben vielleicht, es ist ein Mischmasch an vielen Kleinen und manchmal auch eher tollen. euren Maßnahmen. Manche sinnvoll, manche auch eher nicht. Aber mir liegt ganz exklusiv. Aber es liegt ihm ganz exklusiv hier was vor. Wir hören uns das an. Manche auch eher nicht. Aber mir liegt ganz exklusiv vorab heute eine Studie vor einer Denkfabrik aus Berlin, des Dezernats Zukunft.

Ökonomen, die haben berechnet, mögliche Effekte dieses Koalitionsvertrags, das Potenzialwachstum, das mögliche Wachstum könnte dadurch, sagen die Forscher, um 0,4 Prozentpunkte steigen. Potenzialwachstum ist schon mal eine virtuelle Größe. könnte, konjunktiv, um 0,4 Prozent, also im nicht spürbaren Bereich, wachsen. Yes. Während gleichzeitig Geburtenrate von Jahr auf Jahr minus 8, minus 6, minus 4 und so weiter und so fort. Ja. Trumps Zölle plus 100 Prozent. Ja.

Wirtschaftseinbrüche in China minus 10 Prozent und so. Ja, also es ist lauter solche Sachen. Und dann, ja, jetzt in der Zukunft, guter Laden, hat sehr viel zur Schuldenbremse gemacht. Das ist ja Philippa Siegel-Klöcklers-Laden. Die hat ja dieses Gute-Geld-Buch geschrieben. Alles sehr gut.

Und die werden das schon ordentlich ausgerechnet haben. Und Potenzialwachstum ist ja eh ihr Kernbegriff, weil sie da ja über die Schuldenbremse mit diesem, Verschuldungskram, da läuft ja dieser Grundbegriff da rein. Und 0,4% Wachstum könnte im Potenzial stattfinden. Das ist einfach, das ist der Totenschein für so eine Koalition. Das ist einfach grotesk. Also es ist wirklich schlimm, schlimm, schlimm. Tagesthemen beginnen auch an diesem 9.

Hat er ja nicht noch einen zweiten Satz? Hat er ja nicht noch einen zweiten Satz? Was hat er noch? Ich bin mir relativ sicher, dass er daran noch anschließt. Ausgehend dieses Potenzial geht jetzt davon aus, dass sich der Zollkrieg wieder beruhigt und es sind in der Karriere auch ein Ruhm ausgeliefert. Wenn Fratsch hat er eigentlich so gemacht, weil Fratsch hat ja auch noch eine Studienlage vorzunehmen.

Dann will ich jetzt nicht zu weit vorweg halten. Wir sind einfach erstmal ganz glücklich, dass wir ein Potenzial von 0,4 Prozent haben. Ja, du hast hier Hoffnung, dass, wenn wir jetzt weiter draufhauen, noch überhaupt Leben im Patienten steckt. Aber nein, der Totschein ist schon ausgestellt und wir gucken trotzdem. Ab jetzt ist Leichenschau, ja? Also die Tagesthemen machen auch eine Sendungsöffnung und gönnen Friedrich Merz die ersten Worte.

Alle Bürgerinnen und Bürger in unserem Land haben verdient, dass wir diese Aufgabe mit Mut und Zuversicht anpacken. Alle Bürgerinnen und Bürger, auch du, Mick, hast Merz Mut verdient. Aber nur, weil ich so tapfer arbeite, oder? Sonst nicht. Das ist wirklich grotesk. Wir haben den Mut von Merz verdient. Wir wissen, dass es dafür neue Antworten, innovative Ideen, mutige und bisweilen auch unbequeme Entscheidungen braucht.

Aber in diesem Geiste haben wir den Koalitionsvertrag miteinander erarbeitet. Und in diesem Geiste wollen wir Deutschland zu neuer Stärke führen. Toll. Mir macht das so viel Hoffnung. Ich glaube, ich melde mich direkt für die Bundeswehr. Einfach genial. Das ist wieder ein Land, für das ich gerne sterbe. Deutschland hat meinen Mut verdient. Klingbeil. Vielen Dank, Herr Merz. Ist auch interessant, bisher waren im heutigen Journal gar keine Klingbeil-Clips,

die uns interessant sind. Vielleicht waren gar keine drin. Auch das könnte man schon wieder als Foreshadowing beschreiben, weil so läuft das jetzt die nächsten vier Jahre für die SPD. Und wenn wir danach zu dem Schluss kommen, dass die Koalition nicht so gut gelaufen ist, dann ist die SPD wieder schuld. Oder halt, wir haben keine SPD gesehen, es war immer nur März, März, März. Wir haben es einfach nicht geschafft, unsere Punkte gut zu kommunizieren.

Das müssen wir beim nächsten Mal irgendwie besser machen. Diesmal sind es vielleicht 11% geworden, aber beim nächsten Mal kommunizieren wir das besser. Ich weiß noch, wie ich aus Thüringen in den Westen zog, wo es plötzlich hieß, ja, die SPD mal mehr als 9 oder 11% und ich so, wow, das ist ja viel. Ja, die Zeiten sind vorbei. Jetzt ist überall Thüringen. Das ist übrigens, bald ist überall Thüringen, Leute. Also wenn das so weitergeht, dann ist es vorbei mit Rheinland-Pfalz,

Burgen, Schlössern, irgendwas und so. Dann ist überall Thüringen. Ja. Nun gut, klingt bein. So kann man Gerechtigkeit auch herstellen. Wir erden einfach alles aus einem niedrigen Niveau. Level Playing Field heißt das in Neudeutsch. Da ist kein Rheintal mehr, da wird einfach alles platt gemacht. So Klingbeil. Wir werden verantwortlich... Oh nein, erst mal noch März, aber dann auch Klingbeil. ... umgehen mit dem Steuergeld, insbesondere aus dem Sondervermögen und für

die Verteidigung. Wir werden einen soliden Bundeshaushalt aufstellen. Und deswegen gibt es ganz wenige Verabredungen, wo Sie lesen werden, dass da steht, wir werden. Und bei einigen steht, wir wollen. Bei einigen, wir haben gerade gehört, 299 Mal, oder? Wir nehmen es uns vor. Aber ob es finanziert werden kann, das muss am Ende geprüft werden. Das muss geprüft werden, woher sollen wir das wissen? Es sind nur die politischen Entscheider.

Ja, aber das Dramatische ist doch, Lars Klingbeil weiß jetzt, er muss einen harten Hund machen, weil Merz, er muss ja irgendwie und so weiter. Und die Einflugschneise für ihn ist, ich bin derjenige, der sagt Finanzierungsvorbehalt. Das ist doch grotesk. Das ist jetzt die Olaf Scholz-Transformation zum Finanzminister, ja. Ganz genau, weil Omas, Ernas und vor allem Opa Ennos gerne hören wollen, dass der Ehrenmann seinen VW Golf Cash bezahlt und vorher zehn Jahre dafür darbte und sparte.

Ja, das ist Lars Schäuble, aber es ist wichtig, dass wir verantwortungsvoll mit den 500 Milliarden Steueraufkommen, die wir jetzt gefunden haben. Das ist auch schon wieder so geil. Erfunden, der gewinnt ganz verantwortungsvoll um, weil das ist ja das Geld der Bürger. Ne, warte mal, das haben wir doch erfunden. Naja, gut. Seltsam. Naja, lass lieber nicht so viel drüber sprechen. Ja, das muss nicht aufgeklärt werden. Söder. Herr Söder, Sie sind heute... Oh, sogar im Gespräch.

Ui. Herr Söder, mit Ihrem schönen Bart, den Sie da haben, bitte zeigen Sie uns Ihren Bart. Herr Söder, Sie sind heute durch flapsige Sprüche wie Liebe vergeht, Hektar besteht aufgefallen. So, Liebe vergeht, Hektar besteht. Wir sind ja schon auf familienpolitischem Gelände, sage ich mal grob. Söder will uns trollen. Er nutzt jetzt hier ein Wort. Sie sagten, diese Koalition sei keine Liebesheirat. Droht da nun eine Zwangsehe?

Nein, aber eine Verantwortungsgemeinschaft. Wir sind ja in einer schwierigen... Eine Verantwortungsgemeinschaft? Das, was der Ampel nicht gegönnt hat, dass sie mal seiner Wählerklientel... Klar könnt ihr zusammenwohnen und hier Synergieeffekte nutzen und euch Auskunftspflicht im Krankenhaus und alles, was ihr wollt und so. Nö, Söder hat es euch verboten.

Wir werden vom Osten bedroht, haben im Westen einen Handelskrieg möglich, Vielmehr vor uns von dem eigenen Land wirtschaftliche Stagnation und auch politische Depression. Politische Depression, aber privat geht es mir gut. Meine Frau, die 400 Millionen sind sicher. Sie garantieren uns jeden Tag einen Zufluss von 60.000 Euro. Also wir haben uns keine Sorgen, in den Urlaub zu fahren. Wir können gar nicht einen Tag so verbringen, dass wir mehr ausgeben, als wir einnehmen.

Das ist im Grunde Söders Haltung die ganze Zeit. Ich wünschte Ihnen, ging es allen so gut, aber man kann nicht alles haben. Und jetzt versuchen wir mal hier eine gute Koalition. Es ist, wie es ist. Söder versucht jetzt mit ganz warmen Worten, wir hören uns das mal an und jeder, der dabei nicht kotzen muss, also falls ihr gerade in der Bahn sitzt, ins Flugzeug steigt, unter Leuten seid, keine Ahnung. Spart euch das auf, ja. Spart euch das für zu Hause auf.

Überspringt den nächsten Clip, weil es könnte Kotzeinfälle auslösen. Und ich bin, ich will nicht sagen, überoptimistisch, aber doch mit einem guten Gefühl dabei, denn am Ende hatten wir schon auch schwere Gespräche. Es waren noch ein paar dicke Brocken dabei. Aber ich habe dieses Gespür gesehen und auch gefunden. Das ist so geil. Das Gespräch, es waren noch ein paar dicke Brocken dabei. Aber ich habe dieses Gespür gesehen und auch gefunden bei allen Beteiligten, dass man Lösungen will

und am Ende das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich bin optimistisch für Deutschland. Ja, ich habe mir das alles nochmal durch den Kopf gehen lassen und dann habe ich diese Brocken gespürt. Ja, ich habe das Gespür gesehen bei den anderen. Bei jedem habe ich das Gespür gesehen, dass wir eine Koalition brauchen, weil es gibt keine Alternative. Aber genug der warmen Worte, jetzt Thema Mindestlohn.

Eine Garantie kann man machen, wir werden wieder stärker. Kommen wir nochmal zur Einigung auf einen höheren Mindestlohn im Koalitionsvertrag. Der kommt bei Teilen Ihrer Basis gar nicht gut an. Was sagen Sie denn? Ja, zunächst mal heißt es, dass die Kommission weiter bestehen bleibt und die entscheidet. Also es ist ja nicht ein Mindestlohn fix vereinbart worden, der jetzt sein muss, aber eben ein Korridor, in dem es möglich ist. Naja, wo ist denn die untere Linie dieses Korridors?

Ich finde, das ist da seriös zu gestalten. Wir haben ja parallel dazu die Flexibilität erreicht, dass die Arbeitszeit, es scheint auf den ersten Blick nicht wichtig zu sein, dass die Arbeitszeit, die Höchstbelastung der Arbeitszeit nicht mehr täglich, sondern wöchentlich organisiert wird. Das ist aber ein Riesenschritt nach vorne, weil in vielen, vielen Branchen das enorm helfen wird. Und wir haben zum Beispiel bei betroffenen Branchen wie der Landwirtschaft,

wo der Mindestlohn wirklich drückt. Gerade bei Saisonarbeitern, Sonderregelungen, was die Sozialversicherungspflicht betrifft, bei der Frage, wie Langsaisonarbeit da befreit wird, gemacht. Sodass wir, glaube ich, insgesamt einen vernünftigen Kompromiss haben. Es ist wie in allen solchen Zusammenarbeiten. Man muss einander respektieren, die Position des anderen annehmen. Es reicht nicht nur, einen dominieren zu wollen, sondern am Ende kommt man nur

so zu guten Ergebnissen. Und ich glaube, das lässt sich sehen. Ich reformuliere mal. Also man muss sich hier in die Augen schauen und sagen, ja, wir stecken auch mal zurück. wir wollen euch jetzt nicht nur dominieren.

Wir wollen jetzt nicht die SPD überall dominieren, aber es ist auch gut, wenn die SPD dann sagt, die Mindestlohnempfänger sollten hier mal nicht alles dominieren, so dominierend wie sie sind mit ihrer dominierenden Kraft, die Mindestlohnempfänger, die Armen, also die Armen können jetzt hier nicht alles bestimmen. Nee, nee, nee, nee, da müssen wir auch mal Grenzen ziehen. Wir haben lang genug alles bestimmt.

Wir können ja nicht die Armen regieren lassen. Die Armen müssen uns jetzt auch mal Luft zum Atmen geben. Wir reichen, brauchen jetzt auch mal wieder ein bisschen, wir können nicht alles von den Armen hier bestimmen lassen. Die Armen haben nicht immer recht. Deutschland geht vor die Hunde, weil wir die ganze Zeit Politik für die Armen gemacht haben. Ja, das geht nicht. Das geht jetzt nicht mehr. Wir müssen uns befreien von diesen Armen.

Finale. Söder kritisiert nochmal, er möchte nicht, dass so viel schlechte Stimmung ist. Mick, ich glaube, ich appelliere direkt an dich. In unserem Land wird immer nur alles gemäkelt und schlecht gesprochen. In unserem Land wird immer nur alles gemäkelt und schlecht gesprochen.

Und ich habe eine andere Auffassung. Ich möchte mit Kraft und Optimismus, aber eben auch mit, sagen wir mal, wie soll ich sagen, jemand, der nicht nur im Wald steht, sondern vielleicht auch den Blick ein bisschen von außen hat, aus der Praxis. Er glaubt, er sei der Mann aus der Praxis. Das ist so krass. Ich komme ja aus der Landesregierung. Wir machen ja politische Praxis. Und jetzt hier in Berlin, wo alle nur beim Essen sitzen, sich bewirken lassen, Koalitionsvertrag schreiben.

Stets, sondern vielleicht auch den Blick ein bisschen von außen hat, aus der Praxis, auch der Landespolitik heraus. Einen Beitrag leisten, den aber nicht immer nur öffentlich, sondern in den Gremien, so wie wir es die letzten Wochen auch in der Koalitionsverhandlung gemacht haben. Das scheint mir effektiv und mir geht es darum, was Gutes für unser Land zu erreichen. Ja, das würde er bestimmt so machen. Warum gibt es in Deutschland Söder? Wir sind das Land der Dichter und Denker.

Bei uns geht morgens die Sonne auf und vertreibt eigentlich Vampire und böse Eistern. Ja, aber keiner von den Dichtern und Denkern kam aus Bayern. Wir haben eine Abschiebepolitik, die wirklich rigoros ist. Warum ist Söder noch hier? Ich verstehe das nicht. Wieso kriegen wir den nicht los? Was ist los mit diesem Bayern? Wir werden ihn nicht los. Also ich glaube auch, dass der eine viel tragende Rolle in dieser Koalition übernehmen wird. Ich glaube, wir werden ihn nicht mehr los.

Ich glaube, er wird öfter auftauchen. Er wird jetzt immer da sein. Ich meine, er hat das Friedrich Merz ja in gewisser Weise auch mitgeschenkt. Er hätte viel mehr Stress machen können. Bei ihm ist es ja egal, ob Friedrich Merz Kanzler wird. Das stimmt. Und es ist, mal gucken, vielleicht hinterlässt er ja so viel Trümmerlandschaft, dass überhaupt gar niemand mehr mit christlich-demokratisch-Sozialkanzler werden kann.

Klar geht man jetzt da irgendwie ins Detail, aber die Aussage, naja, er steuert ja Expertise bei aus der Praxis. Das ist ja auch schon wieder so in Richtung Friedrich Merz. Ja, du hast halt keine Ahnung, dass er noch nie regiert. Du bist quasi auf meine Expertise angewiesen. Sei dankbar dafür, dass ich sie offeriere. Jederzeit bereit, intern wie öffentlich einen Beitrag zu leisten zum Gelingen der Koalition.

Das bedeutet, dann in drei Monaten sich wieder hinzustellen und wegen irgendwas, wegen Mindestlohn oder so wieder stressen. Naja, meint er damit? Also ich komme aus zwei Gründen nach Berlin. Entweder rede ich zum ganzen Volk oder ich kriege ein Zwei-Sterne-Menü. Dann dürfen die Türen geschlossen bleiben. Ich bin auch Ihr Ministerpräsident. Genau, genau, genau. So, jetzt haben wir zwei Kommentare. Einmal Tagesthemen, einmal heute Journal.

Wir achten darauf, was die zentrale Botschaft ist. Es geht jeweils nur 14 und 17 Sekunden und überlegen uns, ist der Journalismus hier einem selbstgestellten Auftrag nachgekommen? Hat er eigene Intelligenz bewiesen? Oder hat er sich einfach nur in den Dreck geworfen, damit die Politiker trockenen Fußes über diese Pfützen steigen? Bis jetzt war blöd, aber jetzt kommt die gestochen scharfe Analyse hinten ran geschoben. Jetzt kommt, was wir denken sollen.

Es kann übrigens auch gut sein, dass Sie eine echt schlechte Regierung werden, aber vielleicht eben auch nicht. Mein Vorschlag, wir geben Ihnen jetzt erstmal eine Chance. Die Meinung von Anna Engelke. So, die Tagesthemen sind also der Meinung, wir geben denen jetzt erstmal eine Chance. Ja, was ist denn bitte das Gegenprogramm, dass wir ihnen keine Chance geben? Keine Chance für was? Es liegt auch nicht in unserer Hand, ja, die Regierende ist halt einfach.

So, jetzt hören wir es im Heute-Journal, Steffen Leifert. Union und SPD sind zum Erfolg verdammt. Auf ihren Misserfolg lauern alle, die daraus sein Argument gegen den demokratischen Rechtsstaat machen wollen. Geben wir dieser Koalition eine Chance. Was sie liefert, ist entscheidend, nicht der Vertrag. Über den darf sie gerne noch hinauswachsen. So. Das ist mein Liebling, ehrlich gesagt. Also ich äußere jetzt schon mal Kritik am Koalitionsvertrag und dann bin ich gleich Demokratieverachter.

Bin ich schon mal eingespeist in diese Gruppe. Du musst denen jetzt auch eine Chance geben? Ja. Wollte man was bei der AfD auch sagen? Klar, können die einen Vizepräsidenten haben im Bundestag. Wir können denen doch immer eine Chance geben. Wir arbeiten, wir robben uns langsam ran. Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass man das dann auch sagen wird.

Ich frage mich so ein bisschen, in diesem KI-Zeitalter, in dem wir uns schon nicht mehr trauen, GPT-Halluzinationen vorzuwerfen, weil wir mittlerweile ausreichende Interventions erfahren haben mit, ja wir wollten es erst nicht ganz glauben, aber die Antwort von GPT war dann am Ende doch richtig. so. Wir müssen unseren Kleingeisten mal zurückfahren.

Wenn jetzt in diesem Zeitalter die Frage gestellt wird, liebes GBT, guck dir die Berichterstattung an, was wird wohl das Heute-Journal und die Tagesthemen dazu sagen? Und dann sagen beide, im gleichen Wortlaut geben wir ihnen eine Chance. Ist das ein Beitrag für die Gesellschaft, den wir erstens brauchen und zweitens für 10 Milliarden Euro im Jahr oder ist das auch verzichtbar? Fangfrage, natürlich. Rhetorisch in den Raum gestellt.

Ja, also, also momentan bin ich aber ich verändere meine Position auch regelmäßig, was das öffentlich-rechtlich anbelangt, aber momentan bin ich eindeutig auf dem Stand von es kann weg. Also ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk in harten Zeiten, in denen wir gerade kein Kanzler, jedenfalls nicht außerhalb geschäftsführende Mehrverantwortung, und kein Papst haben, ist unerträglich. Ja, es ist offensichtlich auch nicht reformierbar. Also man lernt ja nichts dazu.

Und ich frage mich auch, wozu ich vorab so viele halluzinierende Fragen zum Thema, wer wird denn nun der nächste Papst stellen, wenn eins auf jeden Fall klar ist. Egal was wird, dem geht man eine Chance. Also wirklich alles grotesker Blödsinn. Allerdings das Volk. Wir haben jetzt viel von Politikern gehört und viel über Journalisten geredet, weil die blenden zwar immer aus, dass sie präsent sind, aber wir sehen sie ja die ganze Zeit, Steffen Leifert. Wir sehen dich da stehen.

Du bist wirklich da, du bist nicht nur ein Geist. Jetzt kommt mal das Publikum zu Wort. Und ich muss sagen, das Publikum scheint wahnsinnig klug zu sein. Es gibt ja eine Chance, mal in der ARD Publikum zu hören und das ist Sonntagmittag, 12.45 Uhr, wenn die Sendung auf Phoenix umgeschaltet wird und plötzlich Leute anrufen und völlig vernünftige Sachen plötzlich im Fernsehen erzählt werden. Also ohne Quatsch, das ist wirklich supergeil. Das Publikum wurde hier auch mal befragt.

Friedrich Merz kann sich jetzt doch sehr sicher sein, dass er tatsächlich zum Bundeskanzler gewählt wird. Was sagen die Bundesbürger denn dazu? Man kann sagen, er geht mit einem echten Popularitätsproblem jetzt in diese Kanzlerschaft. In Zahlen sieht das so aus. Vor allem kann man sagen, dass es im Laufe der letzten Wochen der Verhandlungen gewachsen ist. Fast 60 Prozent. Friedrich Merz als Bundeskanzler finde ich 59 Prozent nicht gut.

50 Prozent finden Friedrich Merz als Bundeskanzler nicht gut und das waren Mitte und Anfang März noch deutlich weniger. Wenn man das mit den Werten von Merkel und Scholz vor ihren jeweiligen Amtszeiten vergleicht, dann sieht man, Friedrich Merz geht da jetzt mit einer ziemlichen Hypothek, mit einem ziemlichen Rucksack in diese Kanzlerschaft. Ja, soweit also erstmal die Ergebnisse dieser Blitzumfrage des Politbarometers. Dankeschön, Stefan.

Sehr gut. Also, die Welt liegt in Trümmern. Wir haben diese sinnlosen Kriege, die niemand mehr erklärt bekommt. Und statt irgendwie eine Idee aufzuwenden mit könnten wir ja mal beenden, kriegen wir nur die Frage gestellt, würdest du auch schießen? Und dann sollen wir alle Ja sagen. So, Trump macht da irgendwie, keiner weiß, was das sein soll. Ist das überhaupt Politik, was Trump da macht? China überholt uns auf aller Linie. Wir haben alle Isra Kleins Podcast gehört mit Dingsterbums.

Der meinte, ja, zu Corona sind halt alle Amerikaner und alle Westlichen haben China verlassen. Die Chinesen sind jetzt unter uns. Das heißt, wir haben seit fünf Jahren eigentlich kein richtiges Update aus China bekommen, was ist denn da gerade so los. Und jeder, der dann mal da ist, stellt fest, ach so, ja, die beamen sich jetzt und sowas. Also lauter crazy Zeug, die ernähren sich aus Luft. Uli Barron hat gesagt, das ist komplett übertrieben, wir sollten nicht auf China

gucken. Also Indien ist der große Player, wenn man denkt, ist das dein scheiß Ernst? Also China zieht komplett davon so, also wirklich ist richtig weg. Lassen wir mal so die Arroganz durchscheinen, wenn Trump wieder irgendwas sagt und so. Und alles ist sozusagen auf maximale Beschissenheit gedreht. Und dann kriegen wir so einen beschissenen Koalitionsvertrag und so einen beschissenen Kanzler. Jeder findet den Koalitionsvertrag scheiße und keiner mag Merz.

Das sind keine guten Voraussetzungen für, dass es ganz schön schlecht wird in der alten Republik jetzt. Ja, ich meine, 9% 9% dazu gewonnen. Das ist ein signifikanter Wert. In drei Wochen. Also ich meine, das in einer Zeit, wo man gar nicht genau weiß, warum. Also warum ist es jetzt noch so viel beschissener geworden? Also mein Blick auf Friedrich Merz hat sich nicht groß verschlechtert in der Zeit, aber es scheint bei vielen der Fall gewesen zu sein.

Ja, also aus meiner Sicht unmöglich, dass er dagegen anarbeitet. Also, und du hast es ja richtig gesagt, das ist ja auch so ein bisschen mein Talking Point hier heute, ob diese Regierung gelingt oder nicht, ist von externen Faktoren abhängig, auf die die deutsche Bundesregierung keinerlei Einfluss nehmen will.

Das heißt, ob sich Friedrich Merz' Werte nochmal verbessern, ist von sowas abhängig wie, es gibt doch einen Frieden in der Ukraine und Friedrich Merz stand zum richtigen Zeitpunkt für ein Foto mit Donald Trump irgendwie da und alle sind so, ach guck mal, haben wir doch mit. Aber diese externen Einflüsse sind ja erfahrungsgemäß auch immer welche, die, weil sie negativ sind, plötzlich so ein Verbundenheitsgefühl. Man versammelt sich hinter der Flagge und man sieht die gemeinsame Gefahr.

Ja, genau, das wäre die Möglichkeit. Es ist ernst, nehmen Sie es auch ernst. Wir haben einmal jetzt das Beispiel bekommen, dass die ganze Welt stillschweigend zu Hause sitzt, einfach akzeptiert, weil es im Fernsehen vermeldet wird, nämlich da ist so ein Virus und es macht dich krank und tot und was auch immer. Und dann sagen die Regierung, bitte geht nicht raus und die ganzen Leute so, okay, dann bleibe ich zu Hause und die, die draußen sind, die streichen noch an und sagen, geht nach Hause.

Also alle sind auf einer Linie. Und der einzige Typ, der es nicht hinkriegt, ist Donald Trump. Seine Popularitätsräte fallen einfach ins Bodenlose, ja. Während Macron blüht wieder auf, Merkel so, ah geil, und zu Glück ist sie noch da und so. Ja Gott sei Dank ist sie noch da, kannst du nicht daran erinnern. Der ganze Quatsch, ja. So, und jetzt startet Merz eigentlich mit den besten Voraussetzungen. Seht euch China an, die Herausforderung ist riesig. Seht euch Trump an, die Dummheit ist riesig.

Wir machen es jetzt ordentlich. und er verkackt es so derart, dass seine Popularitätsrate um 10% innerhalb von 10 Tagen fallen. Ja genau, aber das meine ich ja. Das geht gar nicht eigentlich. Du hast zwei Möglichkeiten, das Feld jetzt politisch zu bespielen.

Entweder du sagst halt eben mit Blick auf deinen Wählerklientel und deren Interessen, Altersrepublik und die Tatsache, dass Politik auch wahnsinnig anstrengend ist, dann tatsächlich in den Ministerien was zu machen, wirklich ein Gesetz zu schreiben und so zu durchdenken, was ist die wirtschaftliche Katastrophe, die auf uns zukommt, die Autobauer gehen uns hops, wie reagieren wir darauf?

Das braucht wahnsinnig viel Kompetenz, da muss mit Leidenschaft dran gearbeitet werden, brauchst du viele Leute, das ist viel Arbeit und das ist auch politischer Kampf. Das heißt, du könntest natürlich den Weg gehen, du könntest jetzt sagen, und das ist ja auch so ein bisschen die Hoffnung, die ja bei so Europa-Bewegten oder Deutschland-Comeback, ich bin bereit, für Deutschland zu kämpfen, so ein bisschen die Idee ist.

Dieses wir als Europa sammeln uns zusammen unter Deutschland, das Führung übernimmt, wir sind doch stark und eine der größten Wirtschaftsmächte überhaupt und guck mal, wie viel Soldaten und wie viel Geld wir haben und so. Wir können doch mit China und den USA auf einer Augenhöhe kommunizieren. Das wäre Variante Nummer eins. Aber das ist ja nicht das Angebot, was sie machen, sondern ihr Angebot ist, nee, das ist uns zu heikel.

Damit ist die Ampel auf die Schnauze gefallen. Sachen verändern, uns der Realität stellen von Klimawandel und Co. Das kam nicht gut an. Das bringt Punkte für die AfD, die sich ins Interne zurückziehen will. Das machen wir nicht. Das heißt, wir gehen so ein bisschen in den Zwischenweg. Wir garantieren einfach den Status Quo. Das können wir zwar nicht, aber wir können darauf hoffen und spekulieren, dass es schon irgendwie wieder wird.

Höchstwahrscheinlich nicht. Und das ist der Weg, für den sie sich entschieden haben, weil sie, glaube ich, auch für den anderen nicht in der Lage sind, auch nicht die Kompetenzen haben, auch die, In gewisser Weise ist das ja auch nachvollziehbar. Ich meine, wir sitzen mit dem unfähigsten Übrigbleibepersonal überhaupt da. Also das Restpersonal, was wir ja hier auch... Wir denken immer, Merz hat keine Regierungserfahrung. Niemand dort hat das Regierungserfahrung.

Niemand. Niemand. Oder Jens Spahn. Ja, oder Jens Spahn. Also wir sitzen mit dem absoluten Restpotenzial da, was es da noch gibt, auch in der SPD. Ich meine, man versämmelt da den Wahlkampf. Lars Klima ist immer noch da. Scheißegal, Saskia Esten ist immer noch da. Vielleicht wird Saskia Esten jetzt sogar Ministerin. Warum nicht? Ja, das ist alles egal. Das ist so beliebt. Ja, also Pistorius, keine Ahnung, was der für Arbeit leistet, beliebt ist halt Politiker überhaupt.

Also wir sitzen mit dem Restpostenpersonal da und mit dem Restpostenpersonal kannst du einfach keine Zukunft gestalten. Er ist einfach grandios und zurück zum Journalismus. Er ist auch scheiße. Bevor wir uns das kurz angucken, machen wir einen kleinen Unterstützer-Dank, um allen zu danken, die hier dabei sind. Und die Tagesthemen haben sich wieder gedacht, der Söder hatte doch da sowas gesagt, wir müssen daran anschließen, egal wie dumm es ist. Es ist wirklich grotesk.

Dieser Koalitionsvertrag wird ein kleiner und kann ein kleiner Bestseller werden, denn jeder Satz ist Politik pur. Der Koalitionsvertrag als Bestseller verkauft ihn gestern CSU-Chef Söder. Doch wie kann er sich behaupten zwischen der Weltliteratur? Warum? Bei allen Fragen, die sich die Deutschen gerade stellen. Ja, ich fasse es nicht. Und die sind einfach zu fucking Dussmann in die Friedrichstraße gefahren.

Wie schlägt sich der Koalitionsvertrag als Söder, stellt ihn als Bestseller vor, dort wo Weltliteratur steht? Ja, aber weißt du, das ist ihr Grundproblem. Weil sie fühlen sich ja, also so wenig sie sich selbst verantwortlich machen für politische Entwicklung und gesellschaftliche Entwicklung.

Wo man sich immer rausnimmt und immer nur sagt, wir betrachten ja nur, fühlen sie sich gleichzeitig so wahnsinnig verantwortlich für dieses Land und dessen Politik und auch irgendwie den gesellschaftlichen Zusammenhalt, dass sie es nicht schaffen, irgendwas journalistisch zu bearbeiten, sondern dass sie halt eben, also wie der Kommentar, man hätte sich den Kommentar schwarzen können, weil die ganze Berichterstattung ist einfach, wir geben ihnen eine Chance, weil sie müssen es schaffen,

weil wir haben auch keine Antwort auf die Realität. Anstatt einfach vernünftigen Journalismus zu machen und den Leuten zu sagen und damit vielleicht ja auch ein Grundgefühl aufzunehmen, was sich dann halt eben auch in Zufriedenheitswerten uns so niederschlägt, nämlich die Leute sind unzufrieden mit der Politik und dieser Koalitionsvertrag wird es nicht retten, die externen Probleme sind zu groß.

Nee, man macht dann halt den Dussmann-Beitrag, um zu zeigen, es wird doch alles wieder gut, liebe BürgerInnen, machen Sie sich keine Sorgen. Ich glaube, das läuft unter Pragmatismus, das Büro ZDF ist ja unter den Linden und dann geht man kurz um die Ecke halt. Ja, die sind da halt ohne Scheiß vier Minuten hingelaufen. Ja, wir hören jetzt einen Politikwissenschaftler Wolfgang Schröder, der uns nochmal die Kernmerkmale des Koalitionsvertrags darlegt.

Wir können währenddessen schon überlegen, ob das jetzt mit Literatur vergleichbar ist. Was will Literatur von uns? Welches Angebot macht sie und was steht im Koalitionsvertrag? Interessant an diesem Vertrag ist ja, dass er offen ist. Dieser Vertrag zeichnet sich dadurch aus, dass er 15 Kommissionen beinhaltet, dass er 88 Prüfaufträge beinhaltet, dass viele Maßnahmen unter Finanzierungsvorbehalt gestellt sind und damit... Dieser Vertrag nicht das letzte Wort?

Ah ja. Also, Literatur ist eigentlich das Ding, wo man sich drauf verlässt, dass die letzte Seite geschrieben wurde schon, bevor man die erste Seite liest. Es gab jetzt ganz große Kontroversen, als herausgefunden wurde, ist natürlich ein geiler Trick, dass bei Black Mirror eine Folge in zwei verschiedenen Versionen verfügbar ist. So dass Leute, die darüber reden, feststellen, hey, aber das war doch so, das war doch so. Und dann erst so, so ein bisschen. Und das ist ja geil, das zu machen.

Also man hat in einem Punkt, in einer Folge mal was offen gemacht. Das ist also untypisch für diese Art von Kunst, mit der das hier verglichen wird. Also ja, gut, jetzt hat man offen Koalitionsvertrag. Aber Politikwissenschaft abschaffen. Genau. Das hat das Thema also irgendwie abgeräumt, weil, okay, Koalitionsvertrag ist offen, so ist es geschlossen, wie auch immer.

Man ist aber jetzt einmal in dem Buchladen. Also fragt man dort noch ein bisschen die Leute, wie sich so, ja, also wie sie jetzt den Koalitionsvertrag lesen. Keine Bibel, auch kein Krimi. Keine Bibel und kein Krimi, hast du das gedacht? Keine Bibel. Es ist schlimm. Eben eher nüchterne Absichtserklärungen. Wie kommt es bei den Lesern an? Ladenhüter würde ich eher sagen. Also ich bin ein bisschen überrascht. Das ist etwas sozialer, als ich erwartet hatte, aber...

Ich wünsche mir so sehr, dass sie jetzt einfach nachhaken. Was meinen Sie damit? Wo sind Sie da überrascht? Ja, keine Ahnung. Die ganze Umwelt findet nicht statt. Es geht weiter wie vor 20 Jahren. Umwelt ist vorbei, Monika. Es ist fertig. Wir haben 100 Milliarden bereitgestellt. Reicht. Ja, kein weiteres Thema dazu. Es geht weiter wie vor 20 Jahren. Also für einen Bestseller halte ich ihn nicht, aber für einen soliden Vertrag.

Da könnte ich mitgehen. Ja, und mit viel Hoffnung, dass sich manches zum Besseren ändert. Ja man, die hat es verstanden, die hat es verstanden, darum ist der Koalitionsvertrag abgelegt. Das ist genau das Statement, wenn du das liest als Friedrich Merz, denkst du, ja man, dafür hat sich der Aufwand gelohnt, das ist ein solider Vertrag mit viel Hoffnung für die Zukunft, das ist alles, was wir uns erwarten können.

Ja, 40 Jahre politisches Leben mit 20 Jahren irgendwo in der Privatwirtschaft, 5.000 Euro, um eine Finanzkrise aufzulösen mit, nee, ich habe die Bank noch nicht verkauft, bitte überweisen Sie mir morgen nochmal 5.000 Euro, damit Oma Erna dann auf der Straße steht und sagt, halte ich für solide und jetzt habe ich Hoffnung. Mal gucken. Das ist das Entscheidende. Raus aus der politischen Depression. Ich möchte an der Stelle noch einmal kurz Whataboutism betreiben.

Es gibt keine Berichterstattung über den Sudan. Und gleichzeitig haben wir einen Satz in den Tagesthemen, der lautet, der Koalitionsvertrag ist keine Bibel und kein Krimi, sondern es ist eine Absichtserklärung. Also es ist einfach nochmal, man vergleicht ein politisches Papier mit Literatur und stellt fest, dass es keine Literatur ist. Dazu verwendet man 15 Sekunden. Morgen geht man damit in den Obstladen und stellt fest, der Koalitionsvertrag ist keine Mango.

Wir haben den Koalitionsvertrag mit allen Obstsorten verglichen. Wir haben festgestellt, es ist kein Apfel und es ist auch keine Birne. Vielleicht ist er eine Banane. Wir haben auf der Straße nachgefragt. Würden Sie sagen, es ist eher eine Pampelmuse? Es ist auf jeden Fall solide. Und jetzt haben wir Hoffnung. Wie so ein gesunder deutscher Apfel. So, jetzt hören wir, wie diese Berichterstattung endet. Es ist der Übergang von einem Bericht zu einer Moderation.

Das muss man ja irgendwie mit Worten gestalten. Und jetzt wieder der Hinweis auf die KI, das Fabulieren, das Halluzinieren und so weiter. Und wir machen uns lustig darüber, dass GPT sich Sachen ausdenkt und lassen dann, Ingo, sowas durchgehen. Vielleicht braucht dieser Koalitionsvertrag noch etwas Zeit, um sich besser zu verkaufen. Ja, aber die Zeit hat die deutsche Wirtschaft möglicherweise nicht. Denn die wartet händeringend auf Impulse, auf Unterstützung, auf Verlässlichkeit.

Immer einen schönen Dreiklang einbauen, damit es menschlich wirkt. Nicht vier, nicht zwei, Dreiklang. Damit die Wirtschaft menschlich wirkt, ja. So, jetzt kommt Marcel Fratscher. In mehreren Aufschlägen. Wir hören zum einen mal eine Einschätzung, eine allgemeine Einschätzung zum Koalitionsvertrag. Ja, der Mut fehlt. Also, der Mut fehlt. Jetzt hier nicht mit Hoffnung und Solide und so, sondern der Mut fehlt. Der Koalitionsvertrag ist letztlich eine Zementierung des Status Quo.

Man will die eigenen Wählerklintele bedienen. Es ist vor allem die Babyboomer, die von profitieren. Die haben Pendlerpauschale genannt, viele andere Elemente. Auch gerade die Rente, die natürlich sehr teuer ist und was wichtig ist, hier wird dann verwiesen, das Rentenniveau soll stabilisiert werden, heißt letztlich höhere Steuern oder höhere Steuerbeiträge, gerade für die junge Generation, also die junge Generation wird einen großen Teil dafür zahlen.

Ah ja, ist es mal wieder ein Abschiedsbrief an die jüngere Generation, was da als Koalitionsvertrag, ich erinnere mich, das war doch schon von dem vorletzten, das, was ich da am Presseclub gesagt habe oder so. Abschiedsbrief an die Jüngere. Also ja, das ist Altenrepublik. Ja. Das können wir mal ausbauen als Argumentation. Ja, das ist es seit 20 Jahren. Das ist immer ein Abschiedsbrief an die Jüngere.

Einer, der das auch immer gut erklärt ist, finde ich, und der macht, ich bin wirklich mittlerweile Fan von Karl Rudolf Korte. Er macht das so gut. Und er macht sich vor allem auch lustig über die Fragen, die er bekommt und über alles. Ja, sein Lächeln ist perfekt. Genau, aber er macht das so solide, dass sie ihn trotzdem immer einladen müssen, obwohl er sich über sie lustig macht.

Bei dieser Koalitionsvereinbarung kann man sich auch angucken, wem nutzt sie am meisten oder wen hat man am meisten im Blick. Und da hat zum Beispiel der Ökonom Marcel Fratscher bei uns im Heute-Journal-Podcast gesagt, also das ist eigentlich ein Koalitionsvertrag für die Babyboomer, für die, die jetzt oder demnächst in Rente gehen und nicht für die junge Generation.

Wie würden Sie das auch so beurteilen? Das wäre die logische Schussfolgerung des Wählermarktes, so wie die meisten Wähler aufgestellt sind. 58 Jahre war das Durchschnittsalter der Wähler bei der letzten Wahl. Also wenn Wähler 58 sind im Schnitt? Und 58 heißt, ja, dreimal mehr 60-Jährige als unter 30-Jährige. Dann haben wir einen Koalitionsvertrag, der folgerichtig den Wählermarkt widerspiegelt. Also wie er das so sagt, das ist wirklich herzzereißend.

Das ist auch so brutal. Das wäre die logische Schussfolgerung des Wählermarktes, so wie die meisten Wähler aufgestellt sind. 58 Jahre war das Durchschnittsalter der Wähler bei der letzten Wahl. Die über 40 Prozent der Rentnerinnen und Rentner sind wahlberechtigt und sie wählen am meisten, weil sie Zeit haben. Der Zeitadel ist dominant. Insofern ist es mehr als eine absolute Erwartung, dass eine Regierung sich diesen zuwendet, um auch wiedergewählt zu werden, also den Älteren.

Der Zeitadel hat eine absolute Erwartung, dass man sich ihnen zuwendet. Und mit 58 hat man das Erwerbsleben hinter sich. Die Enkel sind vielleicht in der Schule, falls man welche hat. Und fertig ist. Das ist die ganze Erzählung. Was ist Ihre Vision? Ja, dass die Rentner gut in Rente gehen können. Naja, und das ist die Vision des Koalitionsvertrags. Genau. Es ist jetzt, wir garantieren Ihnen im Bestfall vier Jahre ruhige Rente.

Machen Sie sich keine Sorgen, die Welt brennt, aber Sie haben noch Ihre Rente. Sie können Ihren Rentenanspruch noch wahrnehmen, können noch ein bisschen auf Kreuzfahrt gehen, Sie können sich noch ein bisschen um die Enkelkinder kümmern im schönen Garten, damit die Grundsteuer auch nicht zu hoch sein, sollen auch nicht zu viel Steuern zahlen und so und dann danach schauen wir dann weiter.

Das müssen dann die jungen Leute klären, keine Ahnung. Ich bin Friedrich Merz, ich bin 70 Jahre alt, in acht Jahren ist mir das auch egal. Wenn man ehrlich ist, könnte man da sagen, die Rentenstrukturreform kommt erst, wenn sie es schon nicht mal mitkriegen. Ja. No, das ist nicht mal ihr Problem. Machen Sie sich keine Sorgen. Die drei Viertel von den Sachen sind alles nicht mehr ihr Problem. Das müssen die Jüngeren irgendwie klären.

Und wenn sie Glück haben, sind es nicht mal ihre Kinder, weil die sind da jetzt auch schon über 30, sondern es sind deren Kinder, von denen sind sie auch ganz weit weg, zu denen haben sie gar nicht so eine enge Beziehung, machen sie sich keinen Kopf. Die Rentenreform kommt erst, wenn sie sich eh schon den Tod wünschen, aber es liegt dann auch an der Demenz, da haben sie mit Politik nichts mehr zu tun.

Das Ironische daran ist ja auch, dass wir parallel zur Bundestagswahl die ganze Zeit so eine Diskussion hatten von, junge Menschen sind so dumm, die wählen einfach wegen TikTok die Linke. Ja, genau. Das ist das politische. Was übrigens von Gysi selber so gesagt wurde. Warum wählen junge Menschen AfD und die Linke und sind mit dem demokratischen System irgendwie unzufrieden? Das ist bestimmt einfach TikTok. Das ist einfach TikTok, was denen die Köpfe kaputt macht. Ja, das ist einfach TikTok.

Sonst würden die alle SPD... Die Angebote sind doch da. Die Angebote von CDU und SPD für die jungen Menschen sind doch da. Es gibt doch gar keinen Grund. Es muss TikTok sein. Es gibt doch einen Familienplan mit 400 Millionen für alle 10 Millionen Kinder. Das sind noch 40 Euro für jeden. Da kann man zwei Mais essen gehen. So, jetzt kommt Ingo nochmal mit Marcel Fratscher. Der war nämlich auch heute im Tagesthemen.

Und jetzt kommt diese Rückfrage mit, was ist mit diesem 0,4% Potenzialwachstum, Dezernat Zukunfts, die ja nicht die einzigen, die das mal durchgerechnet haben, was das so bedeuten kann und das mal abgeglichen haben mit... Wirtschaftliche Realität und so weiter und so fort. Und dabei kommt eine ganz interessante Aufklärung von Fratscher selbst.

Die Wirtschaftsprognose, an der Sie auch beteiligt waren für kommendes Jahr, liegt überraschenderweise dann bei all den Vorzeichen bei 1,3 Prozent, nach gerade mal 0,1 Prozent in diesem Jahr. Ich finde auch 1,3 Prozent ist so homöopathisch und muss genau geguckt werden, welche Branchen sind davon betroffen. Also da haben dann einige plus vier und die anderen minus fünf und was auch immer.

Ist eigentlich nicht der Rede wert, aber wir freuen uns ja fast über nichts mehr in Deutschland und deswegen diese 1,4 Prozent und selbst da Wermutstropfen. Es ist für unser Konjunkturwohlsein wichtig, damit auf dem Handelsplatz steht, Wirtschaft wächst doch wieder und alle sind so, oh mein Gott, dann gehe ich jetzt doch nochmal Eis essen und kaufe mir ein neues T-Shirt. Zum Glück müssen wir jetzt nicht nach Namibia flüchten, können hier bleiben.

Warte mal, 0,1 Prozent in diesem Jahr. Woher kommt diese Zuversicht? Woher kommt die Zuversicht? Naja, das muss man offen und ehrlich sagen. Es ist immer noch die Annahme, dass es keine Eskalation, keine weitere Eskalation im Handelskonflikt gibt. Dass es keinen Konflikt oder eine Ausweitung des Kriegs in der Ukraine gibt. Da sind also viele Annahmen, die dem zugrunde liegen. So, das sind jetzt deine externen Schocks. Trump hat ja zweierlei gesagt.

Zum einen, ich meine das schon ernst mit den Zöllen. Und das zweite ist, dass Marco Rubio jetzt 50 Tage nach Amtseinführung meinte, ja, wir wissen nicht, ob das mit dem Frieden doable ist. Ich glaube, wir ziehen uns hier zurück, sollen die Ukrainer das selber klären. Ja, wir ziehen uns zurück. Was übersetzt heißt Eskalation. Ja, genau, das heißt übersetzt Eskalation. Parallel dazu ziehen wir so, wir weichen keinen Zentimeter zurück.

Wir haben eigene Konjunktur, läuft, wir haben umgestellt, wir sind ready to go. Ihr wollt den Kampf, wir kämpfen bis zum Ende. Ich meine, das sind ihre Aussagen und ich glaube das denen auch. Die Chinesen wollen auf diese Binnenwirtschaft umstellen und sie wissen, das tut weh, weil man sozusagen von außen die Verkäufe, die man da locker hatte, mit Zugfahrten bis nach Duisburg, damit man hier billig einkaufen kann und so.

Nur nützt ja nichts, dass es weh tut. Wenn es beschleunigt wird, ist es gut. Das können ja die Chinesen ihrem Land einfach verordnen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Und das ist jetzt das Programm. Ich glaube, dass es dem Prinzip ja ganz gut tut. Ja, ja, langfristig ist das natürlich gut für ihn.

Genau, und man tut immer so, auch auf einer gesellschaftlichen Ebene, als wäre das so, wenn die Chinesen dann erstmal unzufrieden werden, dann wird das auch ein Problem für die Staatsführung und so, das irgendwie zu managen, diese Unzufriedenheit. Aber ich glaube, es ist genauso gut möglich, dass es das Gegenteil ist. Also ich meine, das ist der Kampf gegen den Gegner, den sich China erwünschen kann.

Also ich meine, nicht selbst verantwortet, in die Ecke gedrängt von einem aggressiven Gegenüber, das man eh schon als Staatsfeind ausgemacht hat. Der erfolgreichste Hashtag letztes Jahr, glaube ich, unter jungen Menschen auf den chinesischen Plattformen war irgendwie so verlorene Zeit oder irgendwie sowas. Also stellvertretend für, es bewegt sich irgendwie gar nichts mehr. Nichts in der Welt tut sich. Dieses Gefühl von, man kommt nicht richtig voran,

es ist irgendwie Stagnation. Und dem jetzt gegenüberzustellen, nee, da ist ein Gegner. Wir erkämpfen uns jetzt, unser Platzweg quasi nach vorne. Wir sollen platt gemacht werden. Das ist ein Rally around the flag Moment. Also da kannst du dann, also dieses dich einschwören auf diesen Konflikt und zu sagen, wir haben lange darauf gewartet. Jetzt werden wir eingriffen, es ist soweit. Jetzt holen wir die Tools raus.

Jetzt zeigen wir mal, was wir geleistet haben, dass wir das Land der Mitte sind, die Nummer eins. Was ich mich auch frage mittlerweile ist, wenn jetzt immer gesagt wird, die Deutschen, denen geht es ja eigentlich ganz gut, die sehen nur die Weltlage so kritisch und sowas. Also dieses Standardargument. Das muss ja irgendwas bedeuten. Das kann ja nicht einfach bedeuten, dass die Leute gerade super fröhlich immer einkaufen gehen, weil es ist ja super teuer und es ist ja scheiße und es ist bekloppt.

Und wir haben ja im letzten Salon dieses Spotify-Buch gelesen und ich habe das angeteasert mit, egal wie die Nachrichtenlagen sind, man beschäftigt sich am Tag immer mehr mit Musik als mit Nachrichten. Also da kann der Papst sterben und die Zölle und überhaupt. Am Ende hat man mehr Musik gehört als Nachrichten gelesen. Und ich glaube, das stimmt für ziemlich viele.

Und jetzt ist ja so, der Tag hat 24 Stunden und diese 24 Stunden werden unterbrochen von, sagen wir mal, sieben, acht Stunden Schlaf oder sechs. Also sechs Stunden oder sechs im Bett und dann hat man sechs Stunden Schlaf und zwei Stunden Spaß, der gar nichts mit der Welt zu tun hat und so. Also sagen wir mal, ein Drittel wird aussortiert, zwei Drittel bleiben übrig. Jetzt gibt es ja zwei Möglichkeiten, mit diesem Jump-Ding umzugehen.

Entweder man leidet darunter, dass irgendwas teuer ist und man fragt sich so, hat das was mit mir zu tun? Ich wollte gar keine Superjacht kaufen oder wie auch immer so. Gleichzeitig bekommt man aber auch ein oder zwei Stunden absolut geiles Fernsehprogramm. Ich schaue diese amerikanischen Podcast mit alten Frauen, die sich über J.D. Vance lustig machen. Ich schaue Daily Show und ich kriege serviert, was in China abläuft mit wieder J.D. Vance Man macht sich über J-Devents lustig und so weiter.

Also ich bin zwei Stunden am Tag wahnsinnig gut unterhalten und es steigert auch meine Lebensfreude, muss ich ehrlich sagen. So bin ich gestrickt. So, das heißt, in der Nullsum-Lebenszufriedenheit finde ich das jetzt gar nicht so schlimm, solange die Kriegsgefahr nicht steigt. So, und das muss ja auch irgendwie was bedeuten, so insgesamt, weißt du? Ja, ich glaube, man kann sogar noch tiefer gehen, also da haben wir ja am letzten Mal viel drüber gesprochen, das Bedürfnis nach Disruption.

Also die Wahrnehmung in Deutschland und darüber hinaus, unter gerade vielen jungen Menschen, aber auch den Älteren. Also das ist ja die Grundwahrnehmung. Darum geht es ja auch in diesem Koalitionsvertrag. Es läuft irgendwie nicht mehr. Also die internationale Ordnung zerbröselt und irgendwie zerbröselt auch Deutschland. Es läuft nicht mehr. Und dann halt die Friedrich Merz Antwort darauf, dem Wählerklientel angemessen, die sorgen dafür, dass es langsamer bröselt.

Aber es gibt ja genauso die Gruppe, und zu der würde ich mich ja auch zählen prinzipiell, die sagt, nee, das Bröseln hat angefangen, wir können das Bröseln nicht mehr stoppen, es ist jetzt die Frage, wie wir darauf reagieren.

Also wir sind an dem Punkt, wo es darum geht, eine neue Ordnung zu gestalten und all diese Dinge, über die wir uns jetzt 20 Jahre unterhalten haben, nämlich Chinas Aufstieg, das Hochkommen der Schwellenländer, die politische und finanzielle Krise, 2008 Finanzkrise und so, Also, dass wir jetzt quasi an so einem Peak-Moment angekommen sind, wo das alles irgendwie aufbricht und wo man das alles mal auf den Tisch legen muss und sagen, also Tabula Rasen hat.

Und ich glaube, die Sehnsucht danach ist groß und ich glaube, es gibt überall auf der Welt junge Menschen, die letztendlich darauf warten, ja, diesem Trott in irgendeiner Art und Weise zu kommen, dem Abstieg. Und sei es die persönliche Motivation wegen Klimawandel oder sei es halt einfach dieses... Mir persönlich geht es nicht so gut oder der Welt geht es nicht so gut, dann lass uns das jetzt alles abfackeln.

Vielleicht kann auch Ole Nümon mit seinem Wehrpflichtsthema sein zentrales Argument nochmal ein bisschen ausbauen in diese Richtung. Also bei der Frage, Herr Nümon, würden Sie jetzt auf diese anderen Leute schießen und so? Und dann sagt er ja, warum soll ich auf die schießen? Mit denen verbindet mich doch viel mehr als mit denjenigen, die mir den Schießbefehl geben. Und ich finde, klar steckt dahinter natürlich dieses.

Grundlegende Globalisierungs die Weltgemeinschaft, jenseits des Nationalstaats und so weiter und so fort, aber ich finde schon im kleinen Kreis, meine Lieblingsfrage hat es den Spaß gemacht, ja, die sollte man immer mit Ja beantworten, auch bei Arne Semsrott, der hat ja auch im Buch dieses, wie wehren wir uns gegen die Übernahme der Rechten, während dem wir schon mal im kleinen Vorleben, wie wir uns es vorstellen, so Und wenn das wichtigste Ziel ist, ich hätte gerne Spaß, muss man sich fragen,

steht Friedrich Merz und Donald Trump dem wirklich entgegen oder sind die eigentlich nicht Lieferanten und Anlässe für Lebensfreude und Spaß?

Und dieses Standardleiten von Steffen Leifert und Christian Sievers und Maja Daslomka, weil jetzt irgendwie die Wirtschaft 0,4 Prozent und irgendein Scheiß, den kann man ja mal ausblenden und sich fragen, wenn wir im Fernsehen sehen und immer die Nachricht bekommen, es gibt nur einen Staat und deswegen kämpfen um die Regentschaft, um diesen Staat immer ganz viele, weil nur einer kann diesen Staat regieren und aus 300 Millionen Amerikanern

und 80 Millionen Deutschen haben wir Trump und Friedrich Merz bekommen. Ist das nicht wahnsinnig lustig? Ja. Und die Antwort ist dann ja und dann sollte man das feiern. Dann geht man auf die Straße und sagt, wir feiern jetzt Friedrich Merz, dem besten Kanzler aller Zeiten. Ich weiß noch, wie das damals war, als es um von Gutenbergs Dissertationen ging. Da sind die Leute auf die Straße und haben sich lustig gemacht über ihn. Das war ein richtiges Happening.

Und das wünsche ich mir wieder. Ich will keine Trübsinnigkeit. Wir wissen alle, dass es mit Merz scheiße ist und ich finde, es gibt keine Olympiade zum Thema, wer kann am besten formulieren, warum es scheiße ist. Also das ist nicht der Auftrag. Sondern der Auftrag ist jetzt krass. Das ist so grotesk bescheuert. Man kann es sich gar nicht vorstellen.

Und dafür sammeln wir jetzt weitere Munition, denn wir haben jetzt schon, okay, er hat kein Finanzministerium, weil das hat ja die Geschichte nie und so weiter und wir denken, acht Jahre Schäuble oder was. So, jetzt kommt das nächste Thema. Marcel Fratscher reagiert jetzt, ähm, Er kommt jetzt kontextlos mit einem Thema. Ich stelle den Kontext aber her, indem ich nochmal dran erinnere, die Chinesen eilen uns davon und Trump zieht blank.

Also wir haben den totalen Zusammenbruch der Zivilisation, des politischen Fortgehens in Amerika und in China. Das heißt, es entscheidet sich jetzt zwischen China, Amerika und da, wo wir leben. Und das ist nicht Deutschland, sondern hier ist jetzt dieses richtige Lösungswort Europa. Und jetzt hören wir Marcel Fratscher zum Koalitionsvertrag und es wurde ja immer gesagt, Friedrich Merz hat zwei Vorzüge.

Zum einen, er ist ein wahnsinnig rhetorisches Talent, war schon immer lustig und das zweite ist, er ist ein Europäer. Und was mir am meisten fehlt, ist das Thema Europa. Es ist eine Nabelschau im Koalitionsvertrag, das Thema Europa kommt ganz am Ende. So, liebe Journalisten, wenn ihr sowas hört, während ihr gleichzeitig monatelang abgefeiert habt, dass jetzt endlich ein Kanzler kommt, der sich mit Macron versteht und so ein Quatsch, ja.

Und dann heißt es plötzlich, also was mir im Koalitionsvertrag fehlt, ist das Thema Europa. Das ist doch lustig. Das ist extrem lustig. Ich meine, wir hatten den Kanzler, der quasi europablind war, Olaf Scholz, der immer nur seinen Ego-Trip durchgebracht hat und der vor allem so zögerlich war und zurückhaltend, der wollte die deutsche Führungsrolle in Europa nicht annehmen und jetzt kommt Friedrich Merz und hat auch kein Konzept. Genau. Fratscher baut das nochmal ein bisschen aus.

Die deutsche Wirtschaft ist sehr Wir sind extrem abhängig von den Exporten, nach China, aber auch den USA und von den globalen Lieferketten. Also Deutschland hat hier sehr viel zu verlieren und das kommt zu einer Zeit, in der die deutsche Wirtschaft, vor allem die Exportunternehmen, die Automobilbranche, der Maschinenbau extrem angeschlagen, extrem verletzlich sind. Und nochmals, wir brauchen eine klare Strategie, wie wir mit diesen Risiken,

diesen Bedrohungen umgehen. Und die Antwort muss sein, eine Stärkung Europas. Wir müssen Europa reformieren, um wieder mehr strategische Souveränität auch zu bekommen und uns gegen diese externen Schocks, man kann sich nicht schützen, aber zumindest die Risiken etwas abzufedern. Ja, aber die Stärkung Europas würde 3,70 Euro kosten und damit keine Konkurrenz zum Badwurstkauf.

Ja, genau. Lass mich deshalb nochmal an das Argument von eben anschließen bezüglich dem Ole-Nümern-Diskurs, nenne ich es jetzt einfach mal. Was ja da so ein bisschen meine Grundkritik daran ist, und das schließt jetzt an das an, was du eben gesagt hast mit dem Spaß, ist diese Wahrnehmung. Von, da kommt jetzt Friedrich Merz und das ist quasi so ein Politiker alter Schule und der führt uns jetzt quasi in den dritten Weltkrieg.

Das ist ja so, also, ich vereinfache jetzt stark, ja, aber das ist so ein bisschen, also, aber das ist ja so ein bisschen. Noch vereinfachtest du stark, mal gucken, wie es nächstes Jahr aussieht.

Okay, es gibt, aber es gibt eine gewisse, es gibt ja auch unter Linken eine gewisse Angsterzählung, ja, die, eine gewisse Angsterzählung, von der ich jetzt sagen würde, sie ist nicht so weit weg von den Leuten, die sagen, ja, genau deshalb, ja, wir brauchen jetzt das große Europa und wir müssen da jetzt reingehen und der dritte Weltkrieg ist ja schon da.

Ich finde immer, es gibt so eine gewisse Nähe zwischen den beiden Positionen, weil beide letztendlich von der großen politischen Macht ausgehen, von der großen Handlungsbereitschaft und von der Fähigkeit, einen Staates massiv viel zu leisten, nämlich uns alle letztendlich zu verpflichten, in der Ukraine zu kämpfen.

Es gibt Politiker wie Friedrich Merz, die sind quasi von so einem alten Machttypus, Begrifflichkeiten wie Imperialismus oder so kommen dann davor, die Imperialmacht Europa, die quasi zurück ist und jetzt kämpfen wir auch mit dem Rest der Welt um die Ressourcen und um die Ukraine uns zu behaupten und so weiter und so fort. Man kann sich das irgendwie vorstellen.

Und ich würde dazu die Kontrasterzählung aufmachen, die ich ja schon beim letzten Mal angeschlagen habe, dass diese Angsterzählung nicht funktioniert, weil keiner von diesen Beteiligten einen Plan hat. Also oft denkt man, es ist Böswilligkeit, aber am Ende ist es einfach Dummheit. Und dass all dieses strategische Gerede halt eine Selbstbehauptung ist. Und Fratscher macht es hier letztendlich vor, weil er auch wieder, wie der Medientross ja auch, er macht diese Selbstbehauptung vor.

Er sagt, was es brauchen würde, aber es folgt daraus keine politische Konsequenz bei den Handlern. Und ich glaube, man ist so sehr leicht immer dabei, sich halt diese Medienakteure anzuschauen, die dann halt sagen, wir brauchen die Wehrpflicht, Dritter Weltkrieg ist da und so. Und dann zu sagen, ah ja, die formulieren quasi für uns, was die politischen Entscheider denken und wie sie handeln wollen.

Und dann guckt man auf diesen Koalitionsvertrag, stellt sich fest, nicht mal für die grundsätzlichsten Probleme haben wir hier irgendeine Antwort, sondern es ist einfach das Hoffnung darauf, dass die Welt wieder okay wird. Das ist dieser Koalitionsvertrag. Dieser Koalitionsvertrag ist nicht, Deutschland übernimmt Führung in Europa, wir rüsten auf, um halt die ganze Welt zu schlagen und wir marschieren auch noch in den Sudan ein und machen da jetzt irgendwie auf imperiale Eroberung

mit humanistischem Ziel oder so. Nee, es ist nichts davon. Es ist einfach nur bitte halten sie durch. Wir versprechen ihnen, es wird alles wieder gut. Da gibt es noch eine parallele Geschichte, die ich auch wahnsinnig interessant finde, weil Ole jetzt auch mit dem Argument kommt, jetzt ist die Wehrpflicht noch freiwillig und damit werden wir schon mal als Frösche in das Wasser gesetzt, um in zwei Jahren dann die Temperatur hochzudrehen und dann ist sie Pflicht.

Und da steckt ja auch wieder die Unterstellung drin, dass es einen Plan gäbe. Also dass jetzt zehn Kreisersatzwehrämter, zu denen einzelne Leute dann bis zu 200 Kilometer weit hinfahren müssten, weil mehr kann man sich nicht leisten so, und diese ganzen Kaserne dann gebaut werden. Jeder, der einen ganz kleinen, punktuellen Einblick hat, weiß, wie grotesk diese Vorstellung ist.

Eine wahllose Kaserne in Deutschland mal angeschaut, weiß man, ne, ihr werden nicht demnächst zehnmal so viele Betten irgendwo hingestellt, damit irgendwer nach dem Biwak da und so weiter wird nicht stattfinden. Also eigentlich, finde ich, ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, diese Kontroverse so ernst zu spielen und zu sagen, seht ihr, sie drohen jetzt demnächst durch dieses Pflichtprogramm, sondern nein, genau im Gegenteil. Es ist wie bei der Impfpflicht.

Du hast einen politischen und zivilen Stress über die Medien in der alten Republik. Der heißt, Putin steht direkt vor Berlin. Der hat ja schon Raketen auf Polen abgeworfen, so ungefähr. Ja. So. Irgendwie wird es eine Lösung geben für diesen Krieg und sei es, dass Putin nochmal die ganze Ukraine überrennt. Ja. In zwei Jahren wird es diesen Krieg in dieser Form so nicht mehr geben oder wir haben uns kompletto hypernormalisiert dran gewöhnt, wie nach 2014.

Ja, da sind halt so gemetzelt, keine Ahnung, Kurzmeldungen, wenn überhaupt und so, ne? So. Und ich finde, wir sollten jetzt diesen Koalitionsvertrag zum Thema Wehrpflicht auch mal uns anschauen und uns überlegen, okay, Die letzten Monate hätte man das Thema Wehrpflicht medial kaum größer spielen können. Wir hatten Talkshows, mehrere Talkshows zum Thema. Ohne Ende. Phönix-Runden ohne Ende. Jede einzelne Nachrichtensendung. So, und was ist im Koalitionsvertrag daraus geworden?

Wir wollen prüfen, ob wir vielleicht das schwedische Modell irgendwann mal, keine Ahnung. Und das finde ich wahnsinnig witzig. Und ich möchte auch, dass man sich darüber lustig macht. Ja, darüber muss man sich lustig machen. Genau. Genau, und das wäre mein Argument, halt nicht verfallen in einer Angsterzählung, mit der man letztendlich das, was man an so Linksliberalen immer kritisiert, an ihrer Angsterzählung halt irgendwie übernimmt, sondern einfach sagt, das ist lächerlich.

Also die Politik ist nicht gewalttätig per se, sondern sie ist lächerlich. In jeglicher Form ist sie lächerlich. Also wenn das der neue Imperialismus sein soll, dann ist es, also wie Marx gesagt hat, ja, dann ist es die Farce. Das ist die Farce, die wir hier sehen. Es ist nicht der große Aufbruch oder so, sondern es ist ein Selbstversicherungsdiskurs, der reingetragen wird davon, dass medial Druck gemacht wird und dass irgendwelche Experten sagen, wir brauchen 30.000 Mann mehr.

Also sagt man, okay, wir brauchen irgendwie 30.000 Mann mehr, das ist bei uns angekommen, alle Medien machen Druck, wie kriegen wir das hin? Oh ja, keine Ahnung, Wehrpflicht einführen, mega anstrengend, gesetzlich quasi kaum durchzusetzen, lass einmal ein freiwilliges Modell machen, wir kriegen die 30.000 schon zusammen, gib denen 1.000 Euro mehr Gehalt oder so, hoffentlich funktioniert.

Am Ende wird es wie in der Pflege sein. Vor zehn Jahren war noch klar, wenn du Pfleger werden willst, das kostet Geld, diese Ausbildung, du wirst nicht gut bezahlt, das ist eigentlich unattraktiv. Dann hat man sich gesagt, okay, es gibt keinen Zivildienst mehr, wir haben den Einstieg in die Pflege nicht mehr, wir müssen es irgendwie attraktiv machen.

Dann hat man diese ganze Pflege aufakademisiert, hat die Ausbildung zuerst kostenlos gemacht, dann noch Ausbildungsvergütung ab Tag 1 und sowas eingeführt, weit über Mindestlohn bezahlt und so weiter. Bedeutet, okay, aus dem 700.000-Jahrgang gehen heute 50.000 in die Pflege und in die Pflege heißt halt wirklich, die fehlen überall anders. Und ein Pflegeplatz kostet dafür aber 3.000 Euro im Monat. Ja.

So, und so wird das bei der Wehrpflicht auch sein. Diese gigantischen Gelder, die wir jetzt haben, werden einfach komplett in so ein Freiwilligkeitsding, wo es heißt, das ist deine Montur, das ist dein Batman-Anzug, das ist dein Schaumbad, wenn du hier bist in der Kaserne und dann feel free. Genau. Und dann ist man froh, wenn man dieses Thema los ist.

Politisch ist man froh, wenn man das Thema los ist. Es geht nicht, also es gibt da keinen Langzeitplan von quasi, wir tunken jetzt die Finger ein und dann schauen wir, was mit der deutschen Gesellschaft möglich ist.

Und wenn wir dann sehen, dass das mit der Wehrpflicht funktioniert, dann führen wir doch die Zwangswehrpflicht wieder ein und dann haben wir bald wieder 400.000 Soldaten und diese 400.000 Soldaten, die sind dann vielleicht in der Lage, den Russen zurückzuschlagen und dann stehen wir in drei Jahren vor Moskau. Das ist ein strategisches Verständnis. Das ist bei Friedrich Merz und bei keinem Politiker in Deutschland vorhanden. Das ist nicht die Zielsetzung.

Allenfalls in so einer stammtischartigen, abends nochmal eine Bewertungsrunde besprochen, aber schon am nächsten Tag, wenn es heißt, von diesem Gespräch wird es ein Transkript geben und davon werden Aufträge abgeleitet. Wird nichts mehr gesagt. Das ist over. Bitte nehmt die medialen Aussagen von Politikern nicht in dem Sinne ernst, als dass das Beschreibungen dessen sind, wie sie handeln, sondern das ist das, was sie glauben, was die Gesellschaft hören will. Jens Spahn vordert.

Oma Erna, bitte machen Sie sich keine Sorgen. Wir sammeln die ganzen jungen Leute ein, damit die nicht mehr auf den Plätzen rumlungern und so. Die gehen freiwillig zur Wehrpflicht. Der Zusammenhalt in der Gesellschaft ist wieder geregelt. Wir haben ein freiwilliges Modell. Die 20.000 Soldaten sind da. Deutschland ist sicher. Und dann ist man froh, wenn das vom Tisch ist und man seine scheiß Ruhe hat. fertig.

Ja, und wenn wir nicht sicher sind, müssen wir es technologisch lösen, so wie wir jedes Problem in Deutschland technologisch lösen. Das ist natürlich auch ein bisschen blöd. Ja, natürlich, wir kriegen jetzt auch die KI-Superwaffe an der Grenze. Irgendwelche miteinander vernetzten Drohnen, wo wir dann auch wieder 15 Jahre daran forschen und die fliegen alle in verschiedene Richtungen und so ein Quatsch, ne?

Irgendwer wird ja noch eine Idee haben. Diese tollen, aufregenden Konzepte, über die auch gerne geschrieben und gesprochen wird. Aber in erster Linie ist es ein medialer Diskurs und ich glaube, man ist ganz gut beraten darin, sich darüber lustig zu machen. Und auch ehrlicherweise anzuerkennen. Dass es halt eben, Und dass das Problem viel, viel größer ist in gewisser Weise, weil es halt eben keine Politik gibt mit einem Plan. Es gibt keine Strategie für Europa wird wieder die Nummer eins.

Es gibt keine Rückkehr zu irgendeiner guten alten Zeit oder schlechten Zeit, in der wir jetzt irgendwie wieder den deutschen Imperialismus heraufbeschwören. So that's over. Wir gehen einfach unter. Der wichtigste Teil der Wehrdiskussion ist, glaube ich, wie man die Drohnen so konzipiert, dass sie nicht mit Störsignalen von unten gestört werden. Man baut also die Antenne oben drauf und dann baut man so eine Alu-Schutzschicht unter die Antenne.

Das heißt, man kann die Drohne nur von oben steuern. Also braucht man wieder ein Flugzeug, das als Relay oben. Das sind so die Werteskurse, die mich dann auch interessieren. In der Ukraine schickt man gerade so kilometerlange kleine Kabel an der Drohne mit, damit man die Signale nicht funken muss und sie dadurch ungestört bleiben und lauter solche Sachen. Das ist der eigentliche Diskurs und wir machen hier irgendwie so Wehrpflichtskram, obwohl es abgeräumt wurde im Koalitionsvertrag. Naja gut.

Politbarometer, jetzt wieder eine schöne Parallele zu Trump. Vor der Wahl von Donald Trump fanden alle Donald Trump richtig scheiße, außer seine Wähler. Das heißt, die konnte er noch enttäuschen und das macht er ja gerade. Jetzt sehen wir hier den Zuspruch für Friedrich Merz nach Parteien untergliedert. Schauen wir zuerst auf die künftige Koalition. Die Union ist ja mit dem großen Versprechen eines Politikwechsels angetreten. Kann Friedrich Merz das einlösen?

Eine große Mehrheit glaubt nicht daran. 64 Prozent sagen, nein, dazu wird es nicht kommen. So weit, so gut. Jetzt kommen die CDU-Anhänger, also die noch enttäuschbar sind. Wie viele davon gibt es? Im rechten Teil der Grafik sehen wir, wie nur die Unionsanhänger denken. Da ist das Bild ein anderes, da glaubt eine Mehrheit an den Politikwechsel. Das wird so ein Gemetzel. Diesen Leuten wurde versprochen, Merkel hat die CDU zur SPD gerückt nach links.

Das ist alles blöd, wir müssen das revidieren. jetzt kommt der starke Merz. Ja, ich meine, das ist Variante 1. Variante 2 ist halt so das typische CDU-Parteisoldaten-Ding von der Politikwechsel ist da, weil es hat sich ja offensichtlich der Kanzler gewechselt. Also man verrechtfertigt dann einfach alles, was man so weitermacht. Weil das waren ja auch gute Punkte. Der Habeck hatte ja auch an ein paar Stellen recht, deshalb wir übernehmen das und das war auch richtig so.

Wir müssen nicht überall die Politik wechseln. Das war auch nie von Anfang an die Ansage von Friedrich Merz. Es ging ja vor allem auch immer um einen anderen Stil, den wir wieder nach vorne Also diese Erzählung kann ich mir auch vorstellen, dass die sich einfach weiter belügen, dass es halt eine Art von Politikwechsel ist, werden alle anderen halt sehen, ja, es geht halt weiter wie bisher. Statt der Zweifel in der Habe kommt jetzt wieder die Ansage von Merz,

am Tag eins werde ich, ja doch nicht und so. Ja. Also eine Mehrheit ist nicht so überzeugt. An großen Versprechen hat es im Wahlkampf ja nicht gefehlt. Überall Wände, überall Politikwechsel. Bei den Menschen hat das nicht so verfangen. Blicken wir auf die beiden großen Themen der Wahl. Migration und Wirtschaft. Wir haben gefragt, werden die Probleme in diesen Bereichen von Union und SPD gelöst? Links das Thema Migration, rechts die Wirtschaft.

Interessant sind vor allem die blauen Balken. Sie stehen für die, die an keine Veränderung glauben und die dominieren in beiden Fällen. Also an eine Migrations- und Wirtschaftswende glaubt nur rund ein Drittel. Warum machen wir das dann? Einfach grandios. Es ist grandios und eine richtig gute Kennziffer finde ich auch hier. Wenn also am Sonntag wieder Bundestagswahl wäre, käme die Union noch auf 26 Prozent. Die AfD verbessert sich um zwei Prozentpunkte auf 24 Prozent.

Das ist ihr Höchstwert im Politbarometer. Die SPD würde drittstärkste Kraft mit 15 Prozent, die Grünen würden 12 erreichen, die Linke 10. BSW und FDP würden weiterhin an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Damit hätte Schwarz-Rot im Moment keine Mehrheit. Also, Schwarz-Rot startet mit einer Mehrheit. Dann verliert die CDU ein Prozent und die SPD ein Prozent und schon haben sie eigentlich keine Mehrheit mehr. Mehrheit ist gone jetzt.

Also sie sind jetzt schon unter Wasser und sie haben eigentlich gar nicht so viel gewonnen. Also sie hatten vorher gar nicht so viel Oberwasser. Das ist wirklich die Startvoraussetzung. Die müssen wirklich hoffen, dass die Welt wieder in Ordnung kommt. Oh Gott, oh Gott. Sonst haben sie ein richtiges Problem. Also Merz muss man einfach in zwei Jahren mal fragen, wenn so eine Art midtermartig, keine Ahnung, welche Landtagswahl da stattfindet, aber wir müssen ihn dann fragen, hat es Spaß gemacht?

Und wenn er uns nicht ehrlich antwortet, müssen wir darauf drängen, dass er uns ehrlich antwortet. Macht das Spaß? Oder sollten wir, was sagen Sie, Herr Merz, anders über die Kanzlerschaft nachdenken? Irgend so was. Okay, Karl-Rudolf Korte mit einer sehr guten Einschätzung. Und er hat wirklich Humor. Ich finde das so grandios. Ich musste ein bisschen lachen.

Ist das nicht ungewöhnlich, dass ein Kanzler, also ein Kanzler in Spähe nach der Wahl noch, bevor er überhaupt vereitigt ist, dann so in den Popularitätswerten abstürzt? Das ist ungewöhnlich, aber wir kennen ihn ja auch nicht als politischen Entscheider. Er ist jetzt in der Antritt drei Jahre jünger als Adenauer. Eigentlich müsste er der freiste Kanzler sein, den wir kennen, der souverän entscheidet, unabhängig entscheidet.

Aber wir kennen ihn nicht als politischen Entscheider. Er hat ja sein politisches Lebensziel jetzt erreicht, war aber jahrzehntelang aus der Politik raus. Wie er politisch entscheidet, können wir nur erahnen. Und darin liegt es. Insofern müsste ja auch das Amt als solches in diesen Stunden auch als Kanzler bereits ausfüllen. Und er nimmt es noch als Parteivorsitzender. Er müsste ja ein Spezialist sein fürs Allgemeine, ein Generalist fürs Konkrete.

Das ist er aber nicht. Und er ist noch immer parteipolitisch unterwegs. So, Herr Merz, Sie haben sich jetzt dargestellt, als am Tag eins mache ich, und da kann es auch keine Kompromisse geben. Aber... Sie müssten eigentlich ein Spezialist fürs Allgemeine und ein, was habe ich gesagt, fürs Konkrete sein. Ein Generalist fürs Konkrete. Ein Generalist fürs Konkrete und Merzau what? Wie bitte?

Das verstehe ich nicht. Ich dachte, ich habe es geschafft. Karl-Rudolf Korte erklärt es ihm nochmal anhand eines Beispiels und er sagt dazu, es wird ihn ärgern. Aber das, was Merkel ausgemacht hat, ist ja dieser Moderationsstil. Dass sie unfähig war, persönlich auch zu polarisieren. Das muss man als Kanzler hinbekommen. Es ist eine Umarmungsdemokratie, die wir haben. Und insofern ist die Macht, die einem zuwächst, nicht in der Einsamkeit der Entscheidungen, sondern die Macht durch Bündnisse.

Und hier geht es um die versöhnte Verschiedenheit von vier verschiedenen Parteien. Aber gerade wie Merkel will ja Herr Merzen gar nicht sein. Also das Versprechen der CDU war ja eigentlich eher, wir sehen jetzt die vor Merkel der CDU. Ja, das ist vielleicht die Ironie der Geschichte am Ende so zu regieren müssen, wie sie in dieser Pflichtkoalition, die jetzt anliegt und zu Merkel 2.0 zu werden als Friedrich Merz. Das wird ihn ärgern.

Das ist so gut, das ist die beste Einschätzung ever. Er muss eigentlich eine Merkel 2.0 werden. Wird ihn ärgern. Naja, er hätte sonst nur die Alternative gehabt, zu sagen... Er wollte jetzt Schramm werden. Weißt du? Ja, genau. Und das hätte er ja auch machen können. Er hätte ja versuchen können, quasi zu sagen, mit dieser Alternativlosigkeit und seinem Wirtschaftsprogramm einfach die SPD unter Druck setzen. Zu sagen, Leute, passt auf, ihr müsst eh mitmachen.

Ja, ihr habt keine Wahl. So, ihr müsst mitmachen. Also, wenn ihr nicht mitmacht, dann ballern wir euch hier... Selbst das hat er ja versucht, mit diesem Spruch, wir beide wären vorbei und Phil Lars wäre zu früh. Er hat ja sogar schon versucht, ein bisschen Druck aufzubauen. Das war ihm dann aber auch selber zu heikel.

Da ist er ja schon ein bisschen zurückgerudert und wir haben es ja eben gesehen, also ob die beim nächsten Mal noch in der Konstellation regieren können und ob Friedrich Merzi, der Kanzler, wird es eine Frage von zwei Prozentpunkten. Also es ist wirklich wahnsinnig gut. Wir kriegen ja noch eine Einschätzung, die wir jetzt machen und zwar es ist eigentlich gar nicht so kompliziert beliebt zu werden.

Man muss nur mal ganz kurz Alterspräsident sein und selbst als Alterspräsident kann man eigentlich komplett versagen in der öffentlichen Meinung. Trotzdem fänden einen die Leute dann beliebt. Also an diesem Beispiel jetzt aus dem Top Ten der Politikerbeliebtheit können wir ungefähr erahnen, wie schlecht Friedrich Merz seinen Job eigentlich macht. Nur die ersten drei kommen auf Bewertungen im positiven Bereich.

Das gilt für SPD-Chef Lars Klingbeil, Gregor Gysi, der auf Platz zwei landet und Spitzenreiter wie seit Wochen Verteidigungsminister Boris Pistorius. So, über Gysi wird immer irgendwie gesagt, er ist ja ganz neckisch und macht da auf der Bühne was her und wie auch immer. Aber der ist eigentlich kein Top-3-Politiker-Kandidat in dieser Liste. Nee. Und das hat er wirklich nur geschafft wegen dieser Alterspräsidentensache.

Und alle meinten, nee, das war irgendwie blöd und hat er nochmal und so weiter und sich im Ton vergriffen, was auch immer. Und selbst da sagen die Leute, komm, wir wählen ihn jetzt mal für zwei Wochen auf Platz zwei. Ja, aber ich meine, die Zielsetzung, die Friedrich Merz hat, ist halt... Boris Pistorius. Also du musst irgendwie dafür sorgen, dass Leute denken, dass du kompetent bist, aber sie dürfen niemals nachgucken. Genau.

Sie dürfen sich nicht damit beschäftigen. Das ist das, was die Koalition versucht jetzt reinzuholen. Wir legen ein Programm vor, danach halten wir einfach die Klappe. Wir streiten über nichts, wir hoffen, dass das Interesse des Journalismus vergeht, dass sie sich mit irgendwas anderem beschäftigen. Wenn wir nichts vorschlagen, gibt es nichts zu diskutieren. Und dann versuchen wir auf der Boris Pistorius Schiene bis 2029 wieder ins Kanzleramt einzusegeln. Das ist der Plan.

Was auch immer der Plan der SPD ist, keine Ahnung, weil sie sind da einfach nur mitgehangen, mitgefangen. Also wenn sie den Plan genauso verfolgen, dann machen sie auch keinen Druck auf diese Koalition, dann haben sie am Ende nichts vorzuweisen und sie sind immer eh in der schwächeren Position. Weil wenn die Koalition gut gelaufen ist, dann liegt die ganzen Lorbeeren bei der CDU.

Wenn die Koalition schlecht gelaufen ist, hat die SPD das Problem, dass sie halt mitbeteiligt war und dann immer sagen muss, ja sorry, tut uns leid. Und jetzt hören wir mal, wie Merz seinen Laden im Griff hat mit der Ansage, und jetzt bitte mal die Füße stillhalten und mich einfach vergöttern. Aber nicht zu konkret werden. Wir sind jetzt die Spezialisten des Allgemeinen. Die CDU so, ich habe einen Vorschlag.

In der Diskussion über die Besetzung von Vorsitzenden der Bundestagsausschüsse mit AfD-Kandidaten mehren sich in der CDU Stimmen für einen offeneren Umgang mit der AfD. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sagte im ZDF, die AfD müsse raus aus der Märtyrerrolle und im Parlament die Rechte bekommen, die auch für andere gelten würden.

Ich stelle mir vor, wie es wäre, Merz gerade irgendwo in Afrika zu Gast, hört, dass in irgendeinem, keine Ahnung wo, die AfD jetzt mit der CDU zusammen Bürgermeister gewählt hat, wie auch immer. Er macht die Ansage, das geht nicht, das muss rückgängig gemacht werden. Und alle so... Nichts verfängt, er hat seinen Laden überhaupt nicht im Griff. Nichts funktioniert.

Es fängt schon mal nicht gut an. Also wenn die Idee ist, die Pistorius-Schiene zu fahren, dann läuft es bereits jetzt nicht sonderlich gut. Ja. Ich meine, das ist das ganz große Problem, was die haben und warum Kretschmer das macht hier, ist klar, aber auch so Jens Spahn, das war ja auch so ein bisschen... Und warum macht Kretschmer das? Was meinst du? Naja, Kretschmer sitzt in einem Bundesland, was quasi schon von der AfD komplett besetzt ist.

In den vielen 10 stimmen für seine Regierung, für eine Mehrheitsentscheidung. Er hat offensichtlich sein einziges Heil in der Normalisierung erkannt. Er versucht, AfD wieder zurückzugewinnen, indem er ihnen sagt, eure Entscheidung ist schon okay, keine Sorge, ihr seid nicht ausgeschlossen in der Demokratie. Ihr könnt wieder zurückkommen. Ihr seid ganz normale Menschen. Eure Probleme und euer Rassismus und eure Ausländerfeindlichkeit, das ist völlig okay.

Damit seid ihr ein normaler Teil des demokratischen Spektrums. Und das trage ich auch nach außen, weil ich bin ja euer Ministerpräsident und so. Machen Sie sich bitte keine Sorgen. Das heißt, Kretschmann wird so lange quasi in diese Richtung pöbeln, bis er dann halt eben rausfliegt und dieses Bundesland tatsächlich komplett unregierbar ist oder von der AfD regiert wird, dann unter irgendjemandem, der ihnen dann nachgreift.

Und dann hast du halt noch so Kandidaten wie Jens Spahn oder Co., die im Vergleich zu Friedrich Merz noch Scoop-Beloser sind, denen, glaube ich, wirklich alles völlig egal ist, außer die persönliche Macht. Und das fand ich ja auch ganz interessant, weil die Wahrnehmung war ja bei allen direkt so, ne? Der spielt wieder eine Rolle, Jens Spahn, währt den los. Schiebt den irgendwie ab oder so. Der fällt dir in den Rücken. Und man hat es schon so im Hinterkopf.

Also dieser Jens Spahn, der irgendwie jetzt vier Jahre lang da Verbindungen knüpft zwischen AfD und CDU, da irgendwie so ein Kader zusammenrafft in der Fraktion, der pro Wir-Arbeit-mit-der-AfD-zusammen ist und dann Druck macht auf einen eh schon geschwächten Kanzler, der es dann nicht schafft beim nächsten Mal und dann mal gucken, was sich da tut. Da öffnet sich wieder ein neues Fenster. Es ist auch wirklich wahnsinnig verlockend. Ja, es ist wahnsinnig verlockend, klar.

Weil diese, sagen wir mal, perspektivisch so soliden 25% Wählerstimmen, damit kannst du dein ganzes Land umkrempeln, wenn du bereit bist, mit denen zu arbeiten. Ja, ja, klar. Das ist ja das, was im Hintergrund passiert. Das habe ich, glaube ich, auch schon ein paar Mal gesagt. Natürlich ist es für die CDU wahnsinnig verlockend, wenn du den Politikwechsel willst.

Ja, wenn du dein großes Versprechen warm machen willst, wenn du all das, was du sonst in den Wahlkämpfen immer nur behauptest, aber nie umsetzen kannst. Die ganzen Rechtsbrüche an den Grenzen, konsequentes Abschieben tatsächlich und so weiter und so fort. Auch nochmal einen krasseren Kahlschlag des Sozialstaates und so. Dann geh den Weg mit der AfD und du kannst dieses Versprechen wahr machen. Es wird ja am Ende nichts nutzen, so zumindest unsere Wahrnehmung.

Und das hat sich bisher so bestätigt, weil es dann halt eben dem Original nützt. Naja, du kannst dann, das sehen wir jetzt bei Trump, du kannst damit einmal Präsident werden. Genau, einmal, ja. So, aber dann ist das Land runtergerockt.

Dann hast du keine Arbeitskräfte mehr, hast du keine Firmen im Mittelstand mehr, du hast minus 5, minus 10 Prozent, je nachdem, wie man es dann rechnet, Wirtschaftseinbruch, aber in Sachen Inflation und so weiter werden jetzt die Leute mit plus 50 Prozent spüren beim Einkaufen. Das ist halt so erstaunlich. Also ich bin sehr gespannt, was wir so, die Trump-Regentschaft dauert ja noch nicht lang und hat schon so eine Spur der Verwüstung hinter sich gezogen, wie das so in einem Jahr aussieht.

Also es ist ja jetzt auch, man weiß ja gar nicht, wie das aufhaltbar sein soll. Und der politische Merkel-Weg ist dann halt auch tot. Du kommst dann dahin nicht mehr zurück.

Du hast jetzt die Möglichkeit, den Weg zu gehen. Du könntest sogar, wenn du ein schlauerer Friedrich Merz wärst oder ein besserer Politiker, jemand wie Armin Laschet oder so, dann könntest du sogar versuchen, quasi die Merkel 2.0 tatsächlich in der Dimension aufzubauen, dass du dir von der SPD und den Grünen wieder Stimmen zurückholst. Dass du diese ganz große Einheitsfront aufmachst tatsächlich und sagst,

alles CDU. Wir sind die Partei der Mitte und wir verkörpern deshalb quasi von Klimaschutz bis soziale Gerechtigkeit irgendwie alles in uns. Aber wenn du erstmal den Weg gegangen bist, mit der AfD zu koalieren, dann zerbröselt ihr dein kompletter Laden. Dann fliegt er dir auseinander. Vielleicht nicht in der Mitte, aber ein Drittel, zwei Drittel. Dann landest du beim nächsten Mal zwangsläufig bei weniger Prozentpunkten. Weil es werden sich 10 bis 15 Prozent der CDU-Wähler wenigstens abwenden.

Zumindest beim ersten Mal. Und dann stehst du nämlich da mit, oh shit, wir haben nur noch 17 Prozent. Die AfD hat 24 Prozent. Toll, dass wir mit der regiert haben jetzt. Was nun? Und diese ganzen Leute wie Spahn und so, also die jetzt so einen amerikanischen ideologischen Einschlag haben da, aus diesen Hintergrundrealitäten, denen ist ja am Ende auch ihre Ideologie wichtiger als die Partei. Also der würde die CDU genauso opfern, wie die AfD die CDU da gerne zerstören möchte.

Da gehen die echt Hand in Hand. Das ist, ich verstehe nicht ganz, warum, also klar, für uns normale Menschen, die mit der CDU nichts zu tun haben, die nur Nachrichten schauen und so, nur in der CDU selber sehen die das ja viel klarer. Und machen das trotzdem sehenden Auges mit. Genau wie mit den Republikanern und Trump. Ja, man sollte annehmen, dass die das klarer sehen. Aber ich bin mir nicht so sicher, ob die das immer klarer sehen.

Also nach dem, was man so gehört hat, nachdem die Republikaner mit ihrer Delegation da so in München waren, war ja immer die Erzählung. Ja, so hinter der Hand haben die natürlich alle und sehen ihre Chancen da schwinden und so weiter und so fort. Aber öffentlich würde niemals jemand etwas gegen Trump sagen. Und so ist das in der CDU auch. Die sehen genau, was Szenen Spahn da macht.

Und sie wissen genau, ich bin 45, mit 55 gibt es dann diese Partei nicht mehr, meine ganze bisherige Laufbahn-Ochsen-Tour ist im Arsch. Und trotzdem weiß ich jetzt nicht, was ich tun sollte, wenn Jens Spahn bei Land sitzt und einfach so ganz locker sagt, nö, aber ja, aber und überhaupt und so. Ja, aber ich glaube, da hast du dann schon recht. Es ist die politische Ideologie. Also, und ich meine, das ist eine Wahrnehmung, die ja vielen entspricht, die uns jetzt konstant begleiten wird.

Die Wahrnehmung von, aber es gibt doch da eine rechte Mehrheit. Wie demokratisch ist es dann, Leute auszuschließen? Und ich meine, das ist eine Frage, die wir uns auch stellen. Also, wie zukunftsfähig ist dieses Modell Große Koalition? Ja, offensichtlich gar nicht. Also, wenn uns zwei Prozentpunkte davon abhalten, dass es nicht mehr funktioniert.

Und dann sind wir in der schwarz-rot-grünen Dreier-Koalition, ich meine, das sehen die ja auch als Schreckgespenste in der CDU, ja, dass man dann auch so eingepreist wird einfach in so einen demokratischen Konsens und dann ist nichts mehr mit konservativer Politik so zumindest die Wahrnehmung, ja, sondern dann wird man quasi von den beiden in der Mitte zerrieben, irgendwie zu so einer Mitte-Partei und, aber da ist doch das Potenzial und müsste

man nicht im demokratischen Sinne das irgendwie wahrnehmen und so, also ja, ich glaube, die sind da einfach komplett Ideologie getrieben und am Ende auch, bereit, das letztendlich für die Ideologie zu zerschlagen. Zumindest eine ganze Menge von denen. In der wagen Hoffnung von, dass sie dann zurückkommen. Dass diese Erzählung halt eben nicht aufgeht, dass es dann der AfD nutzt, sondern dass man dann damit irgendwie überzeugen kann. Dann ist der Politikwechsel und dann kommen sie alle zurück.

Und damit machen wir die AfD dann klein in der Koalition, wie wir damals die SPD klein gemacht haben. Genau. Dieser Glaube in der CDU, bei einigen, dass sie sagen... Naja, wenn wir es dann erstmal etabliert haben, werden die Leute schon sehen, also das sehen wir ja gerade, wie das bei Trump in Amerika nicht aufgeht.

Die Partei steht zwar so geschlossen hinter ihm und die ganzen Senatoren mühen sich da ab, das Publikum irgendwie versuchen einzufangen, aber die werden niedergebrüllt in einem nicht bekannten Ausmaß. Also es ist wirklich erstaunlich, das zu sehen. So droht es natürlich der CDU auch, aber dass sie sich trotzdem schönreden, finde ich so erstaunlich. Also ein ganz erstaunliches Phänomen.

Das sollte man sich auch publizistisch, finde ich, wenn man da näher dran ist, irgendwie mal genauer anschauen und das auch so ein bisschen begleiten irgendwie. Die AfD macht jedenfalls kleine Raumgewinne. Kleine Erfolge feiert die AfD bisher nur bei relativ unbedeutenden Positionen. Malte Kaufmann und Jörn König haben sich gerade erst erfolgreich in den FC-Bundestag die Fußballmannschaft des Parlaments zurückgeklagt.

Wir haben uns natürlich riesig gefreut, weil für uns ist das die Wiederherstellung des Normalzustandes, dass wir als Parlamentarier natürlich beim FC-Bundestag auch mitspielen dürfen. So, das finde ich zum Beispiel ein ganz zentrales Thema, denn man denkt jetzt so, FC-Bundestag, ich wusste gar nicht, dass es das gibt und so, sondern hier, FC-Bundestag ist eine Angelegenheit, die ganz nah am Bundestag dran ist, aber die unter einer Doktrin läuft, es soll Spaß machen.

Und jetzt klagt sich die AfD da ein. Und jetzt müssen die zusammen Fußball spielen, ein sehr kooperatives Spiel, zumindest innerhalb der Mannschaft, mit Leuten, die sich da eingeklagt haben. Meinst du, dem wird nie zugepasst? Von den Grünen und den Linken, die dabei sind? Die passen immer nur zueinander? Genau. Das ist im Grunde, ich finde, für den politischen Journalismus, der ja immer gerne Sportberichterstattung macht, würde ich jetzt gerne sehen, wie die diese Spiele sehen.

Also ich finde, statt zu Hugendubel oder Dussmann zu gehen, um dort Weltliteratur zu suchen und einen Koalitionsvertrag mit Heftklammern mitzubringen, sollte man jetzt zum Fußballfeld gehen, um zu gucken, nicht wie der FC Bundestag gegen andere Mannschaften spielt, sondern wie der FC Bundestag mit sich selber spielt, wenn die Typen eingewechselt werden. Ja, das macht man natürlich nicht, weil das ist ja quasi privatpolitisches Umfeld.

Da gehst du natürlich nicht hin, weil die brauchen ja auch einen Freiraum, die Parlamentarier, an denen sie sich frei bewegen können. Das ist das Fußballfeld und das Borchardt. Genau. Ja, aber das wäre jetzt finde ich auch folgerichtig für unseren Horse Race Journalism. Finde ich nur konsequent. Schlimmer kann es nicht sein, als die Berichterstattung, die wir heute haben. Man könnte denen auch diese ganze DFB-Technik einfach dran kleben,

sodass man zumindest eine statistische Auswertung aller Spielzüge und so bekommt. Reicht ja völlig. Lars Klingbeil hat diesen Move gemacht, den ich mir auch schon abgeguckt hatte. Also ich meine, in der alten Republik schon, aber es wird jetzt langsam spruchreif. Ich finde es nicht schlecht, dass wir das deutsche Publikum so, sagen wir mal, sanft aufzubereiten, aber mit Vorschlaghammer zu meinen.

Wenn wir das jetzt verbocken, wer weiß, was das für die Bundestagswahl 29 oder 33 in diesem Land bedeutet. Deswegen ist es eine verdammt hohe Verantwortung, die wir hatten in den Verhandlungen und die ihr jetzt habt als Mitglieder, wenn ihr darüber abstimmt, ob wir in diese Koalition gehen oder nicht. So, was sagen wir dazu? Naja, für mich, also für mich schließt es, also erstmal ist es natürlich ganz gemeine Erpressung. Ich meine ganz spezifisch diese Jahreszahlnennung 2933.

Denn wir wissen ja, da fanden schon mal so Wahlen statt oder andere Ereignisse, die parlamentarische Realität verändert haben. Und er sagt ja nicht 2029 und 2033, er will ja gezielt offen lassen, dass es auch 1933 und 1933 ist. Das ist der Bezugpunkt. Das ist der Horror, der im Hintergrund ist. Wenn wir uns jetzt nicht einigen, dann wird es wie 1933.

Ja, aber vielleicht kann die SPD, um sich als Partei zu behaupten, unabhängig von konkreter Regierungszusammenarbeit, also die SPD ist ja nicht nur SPD-Fraktion, sondern die SPD selber nur. Das ist Demokratische Partei, ja.

Dafür müsste man es jetzt trennen. Lars Klingbeil wird dann Finanzminister oder was auch immer, fraktionstyp die partei findet eigenes personal dass ich um diese etwas größeren ideen gegen ideologie oder was auch immer denn dass die nächsten bundestagswahlen 29 und 33 sind sollte so grundsätzlich finde ich erstmal alle beschäftigen stellt auch die frage an den journalismus wie sieht denn das hundertjährige erinnern aus,

Und wir haben ein sehr praktisches Erinnern. Wir haben Bundestagswahlen, in denen die SPD antritt, um, ja, was eigentlich und so, ja? Also diese großen Klärungen sollte auch die SPD selber, unabhängig davon, dass sie auch eine SPD-Fraktion im Bundestag hat, die gerade eine Regierung ist mit und so weiter, ich würde das irgendwie nutzen. Ja, das ist ein sehr gutes Argument, aber er benutzt es ja hier quasi genau fürs Gegenteil.

Also er sagt ja nicht, wir als SPD mit über 100 Jahren Geschichte, es ist letztendlich, sind wir im Kern eine antifaschistische Partei. Es ist unsere, oder wir nehmen es als unsere Aufgabe wahr, dagegen vorzugehen und deshalb haben wir quasi als Basisdemokratie eine Verantwortung.

Also zu sagen, unsere, weiß ich nicht wie viele, hunderttausend Mitglieder, sie persönlich, wir als Partei, wir als gesellschaftliches Forum und als gesellschaftliche Kraft, ja als Zusammenschluss eines signifikanten Teils der Gesellschaft, als antifaschistischer Zusammenschluss, haben quasi die Aufgabe, die AfD davon abzuhalten, an die Macht zu kommen bis 2033. als sich. Aber das ist es ja nicht, sondern was er ja de facto gemacht hat, ist ja Lars Klingbeil vereint immer mehr Macht auf sich.

Er macht den Diskurs ja eigentlich enger. Er ist jetzt irgendwie Parteivorsitzender, er wird Fraktionschef, er wird Finanzminister, wird er das alles zusammen? Weißt du, was das Gute ist? Wir haben ja schon mal geklärt, dass Lars Klingbeil so mächtig war, weil er einen mächtigen Kanzler installiert hat, weil dieser Kanzler keine Konkurrenz hatte. Und jetzt ist wieder die Frage, warum ist Lars Klingbeil in der SPD so mächtig? Ja, könnte es einfach daran liegen, dass da gar keine Konkurrenz ist?

Genau. Sondern wir einfach sagen, Kevin Kühnert ist krank, interessiert uns auch nicht, weil er ist weg, ja schade.

Genau, aber das würde ich ja sagen, das wäre ja, also das, was du ja eigentlich lernen müsstest von der Linken, ist ja zu sagen, und ich meine, die hatte jetzt auch viel Erfolg mit Personen, aber eigentlich so ein bisschen wegzugehen von dieser, da vorne sitzt Lars Klingbeil und das wird unser nächster Kanzler, bla bla bla, darauf konzentrieren wir uns jetzt alle und deshalb stimmen wir alle in dem Koalitionsvertrag zu, sondern ja quasi eine Offenheit zu schaffen und zu sagen, nee,

unsere Aufgabe als politische Partei ist es in erster Linie, in lichten Rade oder so einzumarschieren, an die Türen zu klopfen, politische Arbeit zu leisten, on the ground und dafür den Raum zu schaffen. Und im Zweifelsfall halt eben auch einen Raum zu schaffen, in dem eine aggressive Art von Polarisierung abseits des Verantwortungsgeräten möglich ist.

Dass du halt eben dein Personal hast und zwar nicht dein Lieblingsgeneralsekretär, der auch immer alles erklärt, was du erklärst, sondern halt eben jemand wie Kevin Kühnert und Co. Einfach jemanden so ein bisschen von der Leine lässt, der auch in der Lage ist quasi mit Blick auf die Gesamtgesellschaft einfach mal Aussagen zu formulieren, die jetzt nicht einfach nur am Parteiprogramm irgendwie gemessen sind.

Eigentlich müsste man Kühnert, genau, man müsste jetzt spezifisch Kühnert zurückholen, damit er die SPD gegen die SPD-Fraktion aufstellt, wie er die Jusos gegen die SPD aufgestellt hat. Genau, du brauchst ein Basismovement mit Personal, was du damit identifizieren kannst, was ganz spezifisch nichts mit der Parteispitze zu tun hat. Dass du sagst, die Parteispitze macht verantwortungsvolle Politik, weil sie es machen muss.

Aber das große Ganze, was hier steht und deshalb wählen Menschen die Linker, obwohl sie keine Chance hat, politisch zu regieren, das ganz große, was hier im Hintergrund steht, das sind die gesellschaftlichen Fragen von Miete, Wohnen, Faschismus etc. Und das legen wir hin und im Bestfall schaffen wir es dann quasi, kämpfen wir das durch die Partei nach oben.

Also dass du quasi eine differenzierte Partei aufbaust. Und das, was hier aber genau im Gegenteil gemacht wird, ist ja darauf, letztendlich immer auf die Verantwortung zu gehen und zu sagen, naja, wir sind die Spitze der Partei, wir machen uns für euch, für das Land verantwortlich und ihr müsst diesen Weg mit uns mitgehen, weil außer, wenn wir es nicht schaffen, schafft es keiner.

Und darin liegt ja letztendlich, also darin liegt aus meiner Sicht auch so ein bisschen die Fehlannahme immer zu denken, wenn wir diesen Weg nicht gehen, dann wird die AfD 2029, 2033 stärkste Kraft. Aber das würde ja bedeuten, dass man die Alternative dazu kennt. Also es ist ja genau der Weg, von dem wir jetzt sagen würden, der führt uns doch dahin.

Also was uns da hinführen wird, ist eine große Koalition weiter, die nichts auf die Reihe bekommt, ist dann vielleicht noch eine große Koalition oder eine noch etwas kleinere Koalition, die es gerade nochmal schafft, wieder nichts auf die Reihe bekommt, während der gesellschaftliche Unmut steigt, während aus 59 Prozent sind mit den Kanzlern nicht zufrieden, 76 Prozent werden, während aus haben sie Hoffnung, dass die Probleme gelöst werden,

80 Prozent werden, die sagen, nee, haben wir nicht, weil es ist eh immer das Gleiche. Also das ist doch genau die Verantwortungsrhetorik hat uns doch hierher gebracht. Also das könnte man ja auch mal so reflektieren, dass es genau das Gegenteil ist von dem, was man jetzt denken würde. Also zumindest wäre es mal ein Argument, über das man nachdenken könnte.

Nee, es ist genau, dass ihr euch so verantwortlich macht, dass ihr sagt, nee, Neuwahlen können nicht stattfinden, weil wir sind unter so einem enormen Druck und es muss jetzt einfach eine politische Entscheidung her, wir müssen uns jetzt alle zusammenraffen. Nee, vielleicht ist das genau der falsche Weg. Vielleicht ist es genau das, was die Gesellschaft nicht mehr ertragen kann und was ja auch viele AfD-Wähler

nachweislich nicht mehr ertragen können, den Einheitsbrei. Dass man vielleicht einfach mal sagen muss, nee, wissen Sie was, SPD und CDU, wir konnten uns nicht einigen. Es wird jetzt eine CDU-Minderheitsregierung, die müssen dann halt alles durchboxen.

Oder wir gehen halt an die Neuwahlen, wir versuchen es nochmal mit einem neuen Modell, also dass da wieder Leben im politischen System ist und wir nicht einfach zwangsläufig durch eine Verantwortungsrhetorik dann doch 2029 bei stärkste Kraft AfD ankommen. Also die haben auf jeden Fall das Problem, dass sie zu mutlos sind, während sie uns gleichzeitig die Vision des Mutes und die Freude am Arbeit versprechen.

Wir gucken mal zum Abschluss zwei Clips, die das thematisch genau umreißen. Es geht ums Wohnen. Ist ja auch immer noch in SPD-Hand und wird es wohl auch sein. Geschäftsführend, gerade auf jeden Fall noch in SPD-Hand. Marieta Slomka erzählt mal ein Märchen, nämlich davon, dass die Politik ja gar nichts tun kann. Während wir das hören, denken wir uns so, nee. In Deutschland 500 Milliarden Infrastruktur, in Amerika, ich bin Präsident,

ich mache mal alles. Ich reiße die ganzen Unis ab und werde jetzt Chef des Kennedy-Centers und überhaupt und so. Also da wird sozusagen richtig zugelangt und währenddessen in Deutschland so, nee, also bei so einem wichtigen Thema, das wirklich alle betrifft und alle am meisten. Also es gibt jetzt kein Thema, bei dem wir sagen, gut, vielleicht wenn irgendwie der Vater Krebs hat oder so, dann beschäftigt einen das noch mehr als die Mietzahlung.

Aber Miete und Wohnen ist im Grunde das größte Thema für alle. So, das kann man glaube ich sagen. Und da wird uns das einfach so erzählt. Schon für die Ampelkoalition war es eines der großen Themen, bei dem auch große Erwartungen geweckt wurden, der Wohnungsbau. Die künftige Koalition wird da einiges anders anpacken müssen, sonst wird auch in den nächsten Jahren nicht so viel gebaut wie erhofft.

Wobei man fairerweise sagen muss, gegen allgemeine Zinsentwicklungen oder abgebrochene Lieferketten und jäh in die Höhe schießende Baukosten ist nicht so leicht anzukommen. Also gegen abgerissene Lieferketten, Zinskosten und Baukosten ist nicht so leicht anzukommen. Ich bin mir nicht so sicher. Also ich kann mir durchaus eine Politik vorstellen, die einfach ein Haus pro 100 Kubikvolumen, die umbaut werden, 100.000 billiger ist.

Ja, Sondervermögen, deutsches Bauen, 400 Milliarden, hier liebe Bauwirtschaft, ihr habt nichts zu tun, bitte baut Sachen. Wo ist denn das Problem? Also am Ende ist das sogar ein Win-Win-Win-Win-Win für alle. Ich weiß gar nicht, warum die da so zurückhaltend sind. Und was ich auch nicht verstehe, ist, warum man beim Thema Wohnen immer noch auf Klara Geiwitz, ach so, weil sie die zuständige Ministerin ist.

Das scheint ja irgendwie der einzige Grund sein, sie zu reden, also sie reden zu hören bei diesem Thema, ist einfach crazy. Auf dem Wohnungsbautag heute in Berlin versucht Ministerin Geiwitz Zuversicht in der krisengeschüttelten Branche zu verbreiten. Sie baut auf Wirtschaftswachstum. Weil natürlich das die Grundlage dafür ist, dass auch investiert wird, gerade im Bereich des freifinanzierten Wohnungsbaus.

Da hat die Bundesregierung insgesamt sich im Koalitionsvertrag sehr, sehr viel vorgenommen. Und das Zweite ist, dass wir natürlich mit dem Infrastrukturvermögen auch jetzt die Möglichkeiten einer Förderung hatten, die der alten Ampel nicht zur Verfügung stand. So, wir haben uns, sagt sie, sehr, sehr viel vorgenommen und wir setzen auf Wirtschaftswachstum. Ja, das ist eine komische Kombi, oder?

Ich würde es umgedreht machen, liebe Frau Geibitz. Ich würde zuerst sagen, der Staat geht hier einfach rein, wird selber Bauherr, beauftragt, die Gewerke und dann haben wir Wirtschaftswachstum. Ja, vielleicht mal so rumdenken. Vor allem, das kann ich auch versprechen, dass dein Wirtschaftswachstum ist. Das wird eins zu eins verrechnet im BIP. Ich finde es auch so lustig in dieser Parallelität, weil du es ja auch gerade aufgemacht hast mit Donald Trump.

Ich meine, Donald Trump ist einfach in der Lage und er darf es auch einfach machen, einfach Wirtschaft zu vernichten. Also Wirtschaft und Finanzströme einfach zu vernichten, aber wir dürfen es nicht besser machen. Wir ziehen da immer noch die Grenze. Wir ziehen da immer noch die Grenze bei, Staat wird selbst zum Investor. Der kann vielleicht alles kaputt machen, aber wir können nichts aufbauen. Das müssen die irgendwie alleine schaffen.

Ja, wir sind Politiker. Wir können nur Sachen kaputt machen. Und ist dann noch mit Clara Geibe zu versehen, die ja für diese ganze Katastrophe verbunden ist und jetzt für dieses Amt fortführt? Ist das der Plan, dass sie es einfach bei der Job so gut war? Dann erzählt man uns was von Verantwortung. Und ich meine, Rechenschaft ist auch ein Teil von Verantwortung. Aber dann wäre keiner mehr von denen da. Damit wir wieder Spaß haben zu arbeiten und auch ein bisschen Freude an der

Freizeit haben. Mehr ist nicht. Mehr ist nicht im Angebot. Nee, muss reichen. So, damit haben wir allen die schlechte Laune bereitet. Aber war auch lustig, fand ich. Drei Stunden. Mal gucken, was dann die Kanzlerwahl im Bett hat. Der nächste Programmpunkt in diesem Podcast wird sein, dass wir Kanzler wählen. Die Kanzlerwahl. Ich bin vor allem gespannt, welchem Thema sie sich danach zu wenden. Dann ist ja das ganze Spektakel. Ich meine, wir sind ja seit November damit beschäftigt.

Dann kommt der große Umbruch im Journalismus. Da muss man sich wieder nach neuen Themen umgucken. Oh ja. Weißt du, worauf ich Bock hätte? Mal wieder so ein bisschen? Taurus-Debatte. Mal wieder zwei Wochen Taurus-Debatte. Taurus, ja. Vielleicht kommt ja noch mal eine Vogelgrippe und dann kann man wirklich eine Impfpflicht nochmal machen. Ja, oder wir ballern jetzt einfach dieses Wehrpflichtsthema noch die nächsten drei Jahre durch. Das ist auch immer beliebt, glaube ich.

Schreibt es in die DMs. Würdet ihr für Deutschland kämpfen? Ja, nein? Genau. Schreibt mal in die Kommentare. Achö, mit sowas fangen wir gar nicht an. Schreibt bloß keine Kommentare. YouTube-Kommentare sind ja, nein, die Qualität hat sich schon gebessert, aber ich möchte ganz oder gern dabei bleiben. YouTube-Kommentare sind der letzte Müll. Aber ich lese sie mit.

Das haben wir heute gar nicht geguckt, aber es gab so einen Beitrag von Öffentlich-Rechtlichen, dass sie jetzt irgendwie so eine neue Medienkampagne aufbauen wollen, quasi das neue soziale Netzwerk werden oder so.

Und dann war irgendwie der anspruch wir schaffen quasi ein fakten basiertes netzwerk wo austausch ist und endlich reden alle miteinander und ich denke die ganze zeit so das ist doch genau euer problem dass sie nicht einfach berichterstattung macht sondern konstant damit beschäftigt seid was leute darüber denken wie ihr berichterstattung macht und jetzt holt ihr euch das auch noch rein wie habe ich den genannt. Weißt du das noch? Nee, ich weiß gar nicht mehr.

Ich hab's auch im Ohr, wie der Himmler nochmal sagt, dass man das jetzt ganz ernst nehmen muss. Welcher Ordner? Na, wer weiß, wer weiß, wer weiß. Ah ja, wir können mal noch einen allerletzten Clip. Es gibt diese Fernsehserie. Ah, das ist Bürokratiebericht 2, glaube ich. Ist da in irgendeinem Unterordner? Ja, 04 Bürokratie müsste es sein. Wollen wir den ganzen Bürokratieordner gucken? Sieh ja nur fünf Clips. Ja, komm, das können wir noch machen. Okay, Leute. Guck mal, Bonus.

Ingo informiert über die Absage von Volksfesten. Ach ja, ist alles so traurig. Also wir gucken, das ist ganz schlimmes Zeug. Das ist so schlimm, man hält es im Kopf nicht aus. Das Wetter wird wärmer. So langsam startet die Volks- und Straßenfest-Saison hierzulande. Doch möglicherweise bei vielen nicht ganz unbeschwert, weil im Hinterkopf Erinnerungen an Anschläge wie auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt etwa mitschwingen.

Doch solche Attentate verunsichern nicht nur die Besucher. Für die Veranstalter ist die erhöhte Sicherheitsanforderung eine erhöhte Herausforderung, allein schon wegen der deutlich steigenden Kosten. Die Folgen, so manches Fest ist bereits abgesagt. Ja, es finden jetzt in Deutschland keine Volksfeste mehr statt. Allerdings, bist du dir sicher, dass dieser Clip wie das CDF jetzt eigenes...

Ich glaube, dass der bei Bürokratie dabei ist. Ich glaube, das ist der zweite, weil es ist ein relativ offener Ordner. Ich glaube, es ist viel dabei, weil es ist auch noch Blitzer drin und so. Ah ja. Da bin ich ganz sicher. Wir gehen mal die nächsten fünf Clips, aber diese... Ja, der wird nicht bei Klima sein, oder? Nee. Okay, wir gucken jetzt diese Bürokratie-Clips. Es macht mich wirklich depressiv. Es ist ganz schlimm.

Die Standefrage ist, macht es Spaß, lieber Herr Merz, lieber Herr Ingo Zamparoni, was auch immer. Wenn Volksfeste abgesagt werden, dann ist die Antwort klar. Das macht keinen Spaß. Das ist nicht gut. Wenn die Volksfeste aus dummen Gründen abgesagt werden, macht es nicht nur keinen Spaß, sondern dann wird man wirklich wütend. Und wir hören jetzt hier mal Berichterstattung zum Thema, in Deutschland muss Spaß verboten werden, bevor sich jemand einen Fingernagel einreißt.

Tim Julian Schmidt ist enttäuscht. Einmal im Jahr haben er und seine Kollegen hier Spenden für ihren Touren und Sportverein gesammelt. Am Straßenrand Kuchen an Radfahrer und Skater verkauft. Doch dieses Jahr wurde die Veranstaltung abgesagt, aus Sicherheitsgründen. Die Sorge, ein Auto könnte in die Menschenmenge gesteuert werden, zu groß. Es war ein Schock. Wir sind sehr traurig. Der ganze Verein, nicht nur der Vorstand. Es war immer eine schöne Veranstaltung.

Wir konnten uns hier schön präsentieren, haben unsere Mitglieder kennengelernt. Ein Traditions-Event. Seit etwa 25 Jahren wird die Bundesstraße 54 im hessischen Taunus einen Sonntag lang für Autos gesperrt. Dieses Mal nicht. Die Behörden verlangen von den Veranstaltern, dass auf der 40 km langen Strecke alle Zufahrten versperrt werden. Fast 70. Wir haben hier eine Zufahrtsstraße, die K700. Die sieht sehr klein und unscheinbar aus auf den 1. Blick.

Müsste allerdings mit zertifizierten Sperren dicht gemacht werden. Das kostet wahnsinnig viel Geld. Das ist auch sehr, sehr aufwendig. Wir haben hier aber jetzt z.B. Auch noch Auslaufflächen. Wir haben Rasenflächen. Etwas, wo man z.B. mit einem Lkw immer noch locker drüberfahren könnte. Also das als gesamten Bereich zu sperren, das ist so aufwendig und so kostenintensiv. Das kriegt niemand hin. Letztlich verantwortlich für das Sicherheitskonzept bleiben die Veranstalter.

In diesem Fall Kreis, Städte und Gemeinden. Deren Kassen sind aber leer. Das Land Hessen verspricht zumindest künftig finanzielle Unterstützung. Problematisch ist aber auch, es gibt keine genauen Regeln, wie eine Veranstaltung gesichert werden muss. Nur polizeiliche Empfehlungen. Ich halte es nicht aus. Ja, ist crazy, oder? Ich halte es nicht aus. Das ist so dumm. So viel zu, wir kriegen unsere Normalität zurück und so. Ja, Volksfeste können nicht mehr stattfinden, aber wir haben Familiennachzug

begrenzt. Deshalb ist das Asylproblem jetzt gelöst. Lass uns einfach alle Lockdown machen für immer. Ja, ja, klar, das wäre die konsequente Lösung, ja. Wir leben in einem äckwürdigen Sicherheitsgefühl oder eher Unsicherheitsgefühl. Wir machen einfach Lockdown, der Staat bezahlt Netflix und dann gucken wir alle White Lotus, wie die superreichen Urlaub machen. Vor allem keinerlei System dahinter. Keinerlei Logik dahinter. Null.

Das sind einfach irgendwelche Leute in der Verwaltung, die denken, scheiße, da sind 70 Zufahrten, ich habe einen Anschlag aus dem Dezember noch im Hinterkopf, Deshalb sage ich jetzt einfach nein. Drei Straßen weiter findet dann irgendwie, wo eine andere Verwaltung ist, da findet dann irgendwie ein Straßenfest statt. Ich meine, das ist ja auch, wo ist das Bad Buchsehude oder so. Wir kommen da vorbei, um da irgendwie drei Fahrer fahren.

Das ist so ein Protest, man kann es sich nicht vorstellen. Und jetzt haben wir mal im Kontrast dazu. Wir hören mal eine ganz unschuldige Kurzmeldung und machen uns da mal Gedanken im Kontrast zu dem, was wir bisher an den zwei Clips gehört haben. Wer in dieser Woche Auto fährt, muss mit vielen Geschwindigkeitskontrollen rechnen. In weiten Teilen Deutschlands hat die sogenannte Blitzerwoche begonnen. Vor allem rund um Kindergärten, Schulen und an unübersichtlichen Stellen gibt es mehr Kontrollen.

Damit will die Polizei für verantwortungsvolles Fahren sensibilisieren. Zu schnelles Fahren verursacht rund ein Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle. So, wir sagen Veranstaltern von Volksfesten, ihr dürft es nicht machen, weil wenn nur einer dort willentlich in die Menschenmasse fährt, gibt es Tote und Verletzte, das muss verhindert werden, deswegen kein Volksfest. Dann denkt man sich so, ja das ist schon krass, wenn das jemand machen würde, weil das wäre auf jeden Fall ein Regelbruch.

Es gibt Gesetze, die sagen, töte nicht im Straßenverkehr. Ach ja, es gibt ja Gesetze, die lauten, töte nicht im Straßenverkehr. Zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzung. Und statt Geschwindigkeitsbegrenzung einfach mal durchzusetzen, jeder, der zu schnell fährt, muss auf jeden Fall dafür zahlen, wenn das die Strafe ist oder darf nicht mehr fahren, wenn das die Strafe ist oder muss ins Gefängnis, wenn das dann die Strafe ist.

Sagen wir einfach im Fernsehen an, dass man jetzt für eine Woche mal, um Bußgelder zu vermeiden, das Gesetz einhalten muss. Aber es ist nur eine Blitzerwoche. Es sind nicht Blitzer zwei Wochen. Es ist doch kein Blitzermonat, es ist nur eine Blitzerwoche. Also werden jetzt alle gewarnt davor, dass man jetzt mal das Gesetz einhalten muss, aber nächste Woche ist wieder gut. Ja, das ist so grotesk. Das ist die eine Parallelität da drin und die andere ist ja,

darin liegt ja ein gewisses Eingeständnis. nämlich das zu sagen musst. Also wir weisen sie jetzt auch hier in den Nachrichten drauf hin, damit sie bitte langsam fahren. Also sie müssen jetzt damit rechnen, dass sie geblitzt werden, deshalb fahren sie bitte langsam. Und die Polizei macht das ja jetzt auch nur sporadisch, weil sie es nicht in der Lage ist, flächendeckend zu machen. Drei vierte der Blitzer sind irgendwie kaputt oder so. Man baut auch keine neuen auf.

Das heißt, man macht das jetzt einmal, um quasi so eine Art von gesellschaftlichen Druck aufzubauen und hofft danach darauf, dass sich alle daran halten. Weil es ist ja so, wenn ich ins Auto steige, habe ich ja auch eine Waffe.

Also wenn ich mich jetzt einfach entscheide aus Jux und Dollerei, hier mit hundert Sachen die Schlossstraße lang zu ballern und dabei zwei tot fahre, dann ist das zwar nicht meine, hatte ich zwar nicht die Zielsetzung, so einen Marathon irgendwie kaputt zu fahren, aber die Möglichkeit habe ich auch. Es ist ja nur davon abhängig, dass ich mich an die Gesetzeslage halte. Das heißt letztendlich, im normalen Straßenverkehr akzeptiert man dieses Risiko einfach.

Man weist sogar darauf hin, es ist jetzt Blitzerwoche, bitte fahren Sie jetzt einmal langsam. Danach dürfen wir wieder. Wir wissen, es ist scheiße, im Auto ist 50er Zone, man fährt gerne 70 und so. Haben wir schon Verständnis dafür, bitte halten Sie es jetzt einmal dran.

Also diesmal, die akzeptieren wir das Risiko völlig, aber wenn die da noch seit 25 Jahren ein Volksfest machen, in Bak-Buk-Zuhude, wo 2000 Leute kommen, dann müssen wir damit rechnen, dass da ein islamistischer Gefährder kommt, weshalb wir jetzt nie wieder Spaß haben dürfen. Man hätte es auch umgedreht machen können, dass man sagt, Sorry, wir machen keine Awareness-Woche für, es gibt hier Tempo-Beschränkungen, sondern jeder, der zu schnell fährt, wird immer abkassiert. Immer.

Grundsätzlich. Sobald wir das registrieren, da gibt es keine Verwarnung, nichts und so weiter und so fort. Und bei einem Volksfest, ja, da kann man mal eine Awareness noch machen. Ihr habt ja gehört, vor der Bundestagswahl gab es Terror. Wir wissen noch nicht so ganz, ob das mit Putins Befehlen zu tun hat oder wie auch immer. Könnte auch einfach Kriegsführung gewesen sein, die sich jetzt gerade nicht lohnt. Ist ja auch aufwendig, sowas zu machen.

Falls was ist, achtet aufeinander. Fertig. Viel Spaß beim Volksfest. Stattdessen, nee, es gibt kein Volksfest. Also das ist so dumm. Entweder das oder wenn man dem Sicherheitsgefühl halt so nicht zurechtkommt, dann muss man halt mal wirkliche Politik machen und das bedeutet in dem Fall Geld ausgeben. Ist wie bei den Asylfragen prinzipiell auch. Wenn du ein Problem hast mit jungen Menschen oder auch älteren Menschen, die psychisch krank sind, vielleicht musst du mehr Psychiater einstellen.

Vielleicht musst du das System ausbauen. Wenn es nicht genug Polizisten gibt und Sperren, um Volksfeste zu sichern, sodass sich da alle wohlfühlen, vielleicht brauchst du einfach mehr Polizisten und mehr Sperren. Da können wir ja mal konkret ansetzen. Aber ich meine, man macht uns Erzählungen von wir Zuversicht und wir sollen alle wieder gerne arbeiten gehen und gleichzeitig sagt man uns, nee, also die externe Bedrohung ist so groß, kann nie wieder ein Volksfest in Deutschland stattfinden.

Genau. Das Sicherheitsgefühl wird überhaupt nur durch eine Maßnahme hergestellt. Das ist nicht eine Panzersperre davor, die führt mehr zu mehr Unsicherheit, sondern lebendige, ansprechbare Polizisten vor Ort. Fertig. Und da hat auch keiner was dagegen, weil das sind ja die Kollegen, die Nachbarn, wie auch immer. Das sind halt die Mitmenschen so.

Und warum man ein Volksfest nicht einfach mal ordentlich organisiert, also es ist mir, also das Volksfest ist ordentlich organisiert, sondern der Staat die Sicherheit deiner Bürger einfach mal ordentlich organisiert, wenn er glaubt, da ist eine Bedrohungslage. Ja, aber ich meine auch pure Ignoranz. Also warum?

Ja, vor allem, dass man den Veranstaltungen die Aufgabe gibt, ja, also du willst jetzt hier drei Bratwürste verkaufen, ist nicht, du kannst die drei Bratwürste gerne verkaufen, du bist aber für diese Zeit, in der du die Bratwürste verkaufst und das Angebot machst, für das Leben und das Schicksal aller hier verantwortlich. Genau, darüber, wir übernehmen dafür keine Verantwortung. Oder denken wir sich einfach, Alter, nee.

Lieber gemeinnütziger Verein, der das hier macht und sehr viel Zeit investiert in der Freizeit, wo keiner dafür Gehalt bekommt. So, ihr seid jetzt verantwortlich für das Leben von 2000 Leuten. Die auf diesem Fest sind. Wir können dafür keine Verantwortung übernehmen als Staat. Und du musst jetzt für das Leben bürgen, für alle 3000 Leute, die hier...

Verstehe auch immer diese Ungleichzeitigkeit nicht. Also, wie kann da ein Volksfest sein und dann kann Hessen versprechen, nachdem sie offensichtlich die Bedingungen schon angezogen haben, wir werden dann mal irgendwann Geld bereitstellen. Warum ist das ist kein Gleichschritt. Also es kann auch nicht sein. Ja, das ist einfach gar nicht gut. Noch schlimmer ist diese Nachrichtenlage hier in Duisburg. Ich habe gedacht, das wäre nicht möglich, so eine Nachricht.

Also es übersteigt immer noch mein Horizont einfach. Dass man es, also nicht nur dass es stattfand, sondern auch dass man das abends in den Nachrichten einfach so meldet, als hier gibt es keinen weiteren Klärungsbedarf, hier informieren sie nur, was die Sache war. Nach Drohschreiben mit rechtsradikalen Äußerungen ist für etwa 18.000 Schülerinnen und Schüler in Duisburg die Schule zum Wochenstart geschlossen geblieben.

Die zuständige Bezirksregierung hatte als Vorsichtsmaßnahme entschieden, an 17 Schulen heute den Präsenzunterricht ausfallen zu lassen. Morgen werde der Unterricht aber wieder vor Ort stattfinden, teilte die Schulaufsichtsbehörde mit. Ja, das ist ein ganz krass Problem. 17 Schulen. Also in 17 Schulen haben die Eltern morgens die Nachricht bekommen, heute ist es keine Schule. Das Kind bleibt zu Hause. 18.000 Schülern, das heißt 36.000 betroffene Eltern.

Also das geht in meinen Kopf nicht rein. Klar habe ich die Pointe gemacht im Buch, alle Organisationen dürfen ausfallen, außer die Familie. Sie ist Fallback für alle andere Organisationen. Aber dass hier irgendwer einen Brief schreibt mit einer Drohung und dann müssen plötzlich 50.000 Familienmitglieder, in 20.000 Haushalten anders planen und so ein scheiß Problem lösen, das will in meinen Kopf nicht rein. Es ist ja einfach ein Error.

Ja, aber das ist eine reale Bedrohungslage, die auch keine Rolle mehr spielt. Das ist einfach so grotesk. Man kriegt ab und zu die Berichte aus Dunkeldeutschland. Da war ein Typ, der hat sich gegen Rechtsextremismus eingesetzt. Und dann wurde er zusammengeschlagen. Deshalb muss er die Stadt jetzt verlassen. Schade für ihn. Da kann man leider gar nichts gegen machen. Rechter Terror ist halt wie so ein Blitz. Ich meine, das ist unser eigener Terror. Dagegen kannst du nichts machen.

Der ist einfach da. Der gehört zu uns. Der ist nicht importiert, also kann man auch nicht exportieren. Kannst nicht abschieben. Mehr Lösungen haben wir nicht. Wir können den Familiennachzug für Rechtsextreme nicht einschränken. Das heißt, was sollen wir jetzt tun? Was sollen wir jetzt tun? Bitte gehen Sie nicht auf Volksfeste. Koppeln wir mit dieser kleinen Nachricht. Hört auf die Zahlen, das ist so unfassbar. Es ist eine Zahl, die aufhorchen lässt.

Die lässt so aufhorchen, dass wir eine Kurzmeldung bekommen. Das machen wir kurz. Etwa 250.000 Jugendliche verpassen jedes Jahr nach ihrem Schulabschluss den Sprung in die Arbeitswelt. Warte mal, wie viel hat sie gesagt? 250.000 pro Jahr. Ein Jahrgang hat nur 700.000, das ist ja mehr als jeder, das ist ja jeder Dritte. Das ist jeder Dritte. Etwa 250.000 Jugendliche verpassen jedes Jahr nach ihrem Schulabschluss den Sprung in die Arbeitswelt. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Ein Grund, fehlende Kompetenzen im Lesen, Schreiben oder Rechnen. Das sind die Ergebnisse eines neuen Gutachtens der Kultusministerkonferenz. Sie schlägt als mögliche Lösung dieser Probleme eine gezieltere Förderung in der Schule vor. Ah ja, also dasselbe wie immer. So, ja. Ja, schade, dass unsere ganzen Rentner, unsere ganzen Lehrern Rente gehen.

Der Altersadel. Ja. Ich möchte an der Stelle daran erinnern, dass wir vorhin einen Bericht gesehen haben, wo wir in Lupenaufnahmen, Detailaufnahmen unter hohem Aufwand produzierten Ei gesehen haben, was schwarz-rot-gold angemalt wurde, zu dem uns gesagt wurde, hoffentlich schlüpft was Schönes. Ja. Dazu haben wir einen ganzen Bericht bekommen. Was, vier Minuten oder so?

15 Sekunden zu. Jeder dritte Jugendliche, der von der Schule abgeht, kann leider nicht lesen und schreiben und wird danach deshalb niemals einen Job finden. Es übersteigt einfach jedes Vorstellungsvermögen. Das ist so krass alles. Kein Wort dazu im Koalitionsvertrag oder so. Wir haben jetzt gerade gehört in Duisburg 17 Schulen. Wie viele Schüler? 18.000. 18.000, also 1.000 pro Schule. Jetzt haben wir hier 250.000, also Faktor 10 mindestens da oben drauf.

So, wenn wir uns überlegen, in der eigenen Biografie wann gab es mal Stolpersteine, wann hat man mal schlechte Noten, die vielleicht so ein bisschen lebensrelevant sind oder was auch immer. Ja. Das jetzt auf 200.000 fach hochskaliert. Nimmst du dir ein oder zwei Schicksale davon und baust eine 4 Stunden Netflix Serie, die ohne Schnitt, wir begleiten das Kind, Schule, Sport, wenn überhaupt, abends Gespräch mit den Eltern, große Ansage, ich schaffe mein Abitur doch nicht.

Ich habe es euch verschwiegen, aber jetzt traue ich mich euch das zu sagen. Wie auch immer, so was. Das Land müsste doch in Aufruhr sein. Ja, aber ich bin mir nicht so sicher. Dann kriegst du halt die Erzählung von, es sind halt Eltern, die versagt haben oder so. Ja, aber 200.000-fach. Ja, aber ich glaube, das kriegst du halt durch die Einzelschicksale ja kaum skaliert.

Also dir vorzustellen, 250.000 junge Menschen jedes Jahr, die von der Schule abgehen mit einem sehr schlechten Abschluss und einfach keine Ahnung haben, was sie machen wollen. Man müsste es eigentlich noch dramatisieren. Es werden ja zu 80, 85 Prozent natürlich Männer sein. Also das Problem, was hier lauert, ist so gigantisch. Ja. Man kriegt es nicht. Also da ist echt China, Trump, Zöller ist ein Scheiß dagegen.

Wird in der Historie dieser Biografien kaum eine Rolle spielen im Vergleich zu diesem Bildungserfolg, der da irgendwie abgeleistet werden muss. Und dann in den entscheidenden Momenten klappt es nicht und Pläne müssen umgebaut werden und so. Das ist wirklich zu krass. Das ist jetzt ja auch der schwerwiegendste Teil.

Ich meine, junge Menschen, die sehr gut ausgebildet sind aus meinem eigenen Umfeld und Co., die machen sich auch alle Gedanken um ihre Jobs und ihre Zukunft und Co. Und ich meine, diese gehören jetzt schon zu denen, Studium abgeschlossen, sehr gutes Abi im Ausland studiert, whatever.

Sag das mal so. Zwei Drittel der Leute könnten sich dafür interessieren, was in den Nachrichten gesagt wird, weil da heißt es irgendwie, Trump macht was mit den Zöllen und China macht was mit Technik und das wird diese Biografien beeinflussen, die müssen sich überlegen, was studiere ich denn jetzt und so weiter und so fort. Und dann gibt es aber noch ein Drittel, denen geht es schon ohne all das total schlecht.

Und das sind aber die, die Oma Erna die Rente bezahlen sollen, weil Oma Erna gesagt hat, nee, keine Ausländer, ich will lieber und so weiter. So, also diese Entscheidung hat Oma Erna einfach getroffen, damit müssen jetzt alle klarkommen und Oma Erna guckt auch nicht so ganz drauf und möchte aber in 20 Jahren eine Rentenzahlung haben. Von diesen Leuten, die heute schon sagen, was interessiert mich Trump, was interessiert mich? China, was interessiert mich? Irgendwas?

Ich soll das Land verteidigen? Ich habe hier mit niemandem Solidarität. Ich kenne hier nämlich niemanden. So ungefähr. Und das wird einfach so in so einer Kurzmeldung weggenudelt. Zeitgleich mit, ja, in Duisburg hat einfach eine Schule mal zugemacht. Alle Schulen haben zugemacht. Also das ist zu crazy. Das ist nicht gut. Lieber Journalismus, ihr seid schuld.

Ja, genau, aber das ist dann halt, das ist ja die politische Krise dann in ihrer ganzen Wucht und das ist eben genau das, was nicht berichtet wird. Es ist dann halt eben der gordische Knoten, über den man diskutiert und schaffen wir 0,4% mehr Wirtschaftswachstum? Hoffentlich, weil dann kriegen wir damit die AfD klein, wenn da nur wieder steht, dass wir 1% mehr Wirtschaftswachstum haben. Und hinten runter fallen 250.000 junge Menschen im Jahr.

Inklusive ja, in vielen Fällen ja dann auch ihre Eltern. Also wir hatten das ja bei Trump, die Mutter, die auf ihren Sohn schaut und sich denkt, was soll aus dem werden? Mein Mann hat noch da und da gearbeitet, hatte einen guten Job mit seinem Realschulabschluss. Jetzt wird überall Abi verlangt, irgendwie hat er nicht und so. Noten waren nicht gut, man macht sich Sorgen.

Na klar ist da die Sehnsucht nach einer Rückzug auf so eine Art von Binnengesellschaft und raus aus der Welt und dann läuft es hier schon wieder irgendwie. Der arme deutsche Mann. Also ich meine, logischerweise ist da diese Erklärung. Und dafür findet man keine Antworten da, wo man mal ansetzen müsste. Und bei Fragen, Migration, Rente etc. genau das Gleiche. Wer die AfD besiegen will, findet bei Merz da keine Antwort, aber bei diesen 200.000 jungen Leuten.

Naja. Und ich meine, das könnten wir verbinden mit dem, was wir vorhin zur SPD gesagt haben. Was ist euer Auftrag? Euer Auftrag, das ist euer Klientel. Ja, genau. Die müsst ihr ansprechen. Das sind 250.000 potenzielle Mitglieder oder WählerInnen jedes Jahr. Ja. Die Partei muss jetzt auf diese jungen Leute eingestellt werden. So wie Elon Musk glaubt, dass die Demokraten in Amerika auf die auf den ausländischen Zuzug als neue Wählergruppe ausgerichtet sind. Ja. So.

Oh Gott, das ist alles so grotesk. Wir müssen jetzt diesen Podcast hier beschließen. Kommt froh gemutet durch den restlichen Monat. Wir sehen uns dann wieder, wenn es heißt, ja, ich nehme die Wahl an. So wahr mir Gott helfe. Wenn sie alle wieder ganz stolz dastehen mit ihren Mappen und wir dann das Kabinett bewundern können aus neuem, hochqualifizierten Personal, von dem wir noch nie gehört haben. Wenn endlich wieder Männer Außenpolitiker sind. Ach, geil.

Und das Wirtschaftsministerium zurechtgestutzt wurde ohne Privatschatulle für den Minister. Das läuft. Okay, Leute, sehr gute Nachrichten, dass wir uns da wiedersehen. Das sind die einzigen Nachrichten bis Mai, die gut sind. Bis denn. Bis denn.

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