Dementsprechend habe ich dann einfach nur eine Brauerei gesucht und habe gesagt, hey, ich könnte Bier, erbrot mitbringen, ich könnte mir daraus ein Bier brauen. Und die haben das super spannend gefunden vom kreativen Ansatz her mit einem neuen Rohstoff was zu machen. Ich war da eher der Idealist und wollte einfach Verschwendung reduzieren und das hat sich sehr gut ergänzt und jetzt mittlerweile haben wir schon auf relativ großer Flamme Brotbier gebraut.
Energieimpulse - der Podcast rund um Mobilität, Vernetzung und Energie in Frankfurt. Was Menschen und Unternehmen bewegt, erfahrt ihr hier. Mein Nova stellt die Fragen, Frankfurter Experten geben die Antwort. Gute und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Energieimpulse Frankfurt, deinem Podcast rund um Frankfurt und die Region. Ja, heute sprechen Emily und ich mit Daniel Antes. Daniel ist nicht nur Gründer der Biermarke Knerzier, wo er aus Brot Bier macht.
Er ist auch Speaker, Autor und selbst ernannt Sustainability Ninja. Gemeinsam mit ihm tauchen wir ein in eine Welt des Biers und der Lebensmittelverschwendung. Wir sprechen über Nachhaltigkeit und über Energieverschwendung. Was das alles miteinander zu tun hat und wo ihr ganz konkret im Alltag bewusst erleben könnt, erfahrt ihr heute im Podcast. Du bist ja heute dann doch noch kurzfristig mit dem Fahrrad hergekommen. Besitzt du eigentlich ein eigenes Auto?
Meine Firma, mein Startup hat einen Transporter. Ich selbst jetzt so gesehen nicht mehr. Also benutzt du doch noch manchmal oder versuchst du schon so gut alle Wege, wie es geht mit Bahn und Fahrrad? Genau, sofern ich keine Kisten Bier zu schleppen habe, geht es eigentlich relativ gut mit Bahn oder Rad. Vorher mit Frankfurt. Also auch gar kein Carsharing, also wenn es in Frage kommt dann ... Carsharing ist wahrscheinlich wirklich fast fünf Jahre her.
Irgendwann vor Corona haben wir das noch genutzt, aber jetzt mittlerweile, falls es da mal größere Einkäufe gibt bei Micaea oder Co, dann wird der Transporter sein, aber ansonsten geht es auch ohne. Cool, ich glaube das kann nicht viele behaupten, dass sie das so weitestgehend aus einem Leben oder ihrem Leben gestrichen haben. Ja, die meisten Gäste kamen hier auch tatsächlich mit dem Auto her, aber cool, dass du es nicht gekommen wirst.
Ja, ich meine bei so einem Wetter lädt es ein, bis zu Rad. Ja, tatsächlich. Wir haben dich natürlich in der Vorbereitung ge-googelt. Mir ist aufgefallen, wir haben einen gemeinsamen Nenner und zwar, du bist Gastdozent an meiner alten Hochschule an der ... Ach ja. ... Robertis, in dem Industriepark Höchst. Ich kam jetzt leider nicht in den Genuss, deine Volllesung zu hören, aber erzähl doch mal, worüber dozierst du denn?
Genau, ich meine das ist jetzt fast ... jetzt gerade pausiert es ein bisschen, aber ich war Gastdozent für das Thema Nachhaltigkeitskommunikation beziehungsweise das Sustainability Marketing. Und das ist ja auch etwas, was uns, glaube ich, heute noch ein bisschen beschäftigen wird, wie wir eigentlich ein bisschen mehr Traction auf das ganze Thema bekommen. Und da wissen wir ja, Kommunikation ist mit unter Nadelöhr gerade zur Zeit.
Wir kämpfen sehr gerne Grabenkämpfe, wenn es um die Themen nachhaltige Lebensweisen oder Konsumuster geht. Und da, glaube ich, brauchen wir generell einfach ein bisschen neues Leben in den Worten, damit wir die meisten Menschen auch mitreißen können. Cool. Und hat dir die Dozententätigkeit auch so Spaß gemacht, mit auch jungen engagierten Leuten zu arbeiten?
Mir ist es immer lieber mit jungen Menschen zu arbeiten als mit alten Menschen, weil die sind generell noch offener für Wandel, die sind offener für Neues. Und wenn man dann jetzt Vorträge hält oder wie ich hier in einem Unternehmen ist, da die C-Level-Leute berät, da merkt man schon, die Widerstände sind größer, je älter die Menschen sind. Einfach weil Gewohnheiten oder generell die Ditrationen andere sind und dementsprechend härter ist auch durchzukommen.
Und junge Menschen sind da, glaube ich, immer viel schöner und die bleiben am Ende des Tages auch länger auf diesem Planeten, können mehr verändern. Und deswegen sind das auch meine bevorzugte Zielgruppe. Würdest du sagen, es ist grundsätzlich gut, wenn sich Leute mit dem Verzicht beschäftigen und das oder es schwingt ja da immer so ein bisschen Ohr, Verzicht, nervig, muss ich jetzt durch so ein bisschen, aber hat es auch irgendwie eine positive Seite, die du da siehst?
Also ich glaube, je nachdem, wie man jetzt auf das Thema schaut, Verzicht ist ja ein breites, man kann auch sagen achtsamere Konsum, das fängt ja im Vergenerary beispielsweise an, dass die Leute dann sagen, sie verzichten jetzt mal einen Monat auf tierische Produkte. Es geht dann jetzt in der fasten Zeit weiter und da wird ja von Zucker über Alkohol bis hin zu Fleisch oder Autofahren alles gefastet oder verzichtet.
Am Ende des Tages, glaube ich, und das zeigen auch die Zahlen, dass das immer mehr Menschen ausprobieren, weil wir ein Stück weit müde geworden sind von dem Überangebot, dem Überkonsum und einfach dem Überfluss, den wir in unserer Gesellschaft haben. Wir merken, dass das hier und da einfach überfordert. Also wir haben einfach so krasse Wahlfreiheiten und Möglichkeiten.
Es fängt im Supermarkt schon an, dass wir vom Marmeladenregal stehen und da sind 30 Ad-Marmeladen und wir denken es nur, boah, Digger, was ist denn jetzt die Beste für mich sind? Und wir brauchen eigentlich mehr Zeit für die Entscheidung als für den Konsum selbst und das ist beim Handyauswahl so, bei der Spülmaschine, beim Auto überall verbringen wir ehlendig viel Zeit, weil wir einfach so viele Auswahl haben, dass uns das einfach überfordert und lehmt.
Es gibt in der Psychologie ja auch ein Begriff "Paradox of Choice", dieses Wahlparadoxon, wo wir merken, einfach diese Mehrauswahl macht uns nicht freier, sondern eigentlich unfreier. Und deswegen gibt es immer mehr Leute, die sagen, sie reduzieren bewusst die Auswahl, weil sie dann auch achtsamer oder besser bewusster konsumieren können. Damals mehr Spaß, mehr Genuss, mehr Freude. Also sie ist das gar nicht so negativ behaftet.
Man hört das jetzt überhaupt gar nicht raus, dass da irgendwie was Schlechtes dran siehst, sondern das einfach mal gespiegelt hast du ein bisschen. Es sind mitunter ja auch die Medien oder die Headlines, die wir dann sehen, gerade die diese Themen begleiten, dass verzicht dann immer, um sich irgendeine Nichtfreiheit dreht. Es geht immer darum, dass uns irgendwas weggenommen wird.
Aber in der Regel sind es ja individuelle Entscheidungen der Menschen, einfach mit der Komplexität, da jetzt klarzukommen und diese bewusste Reduktion hilft da einfach. Und das kann eine psychische Selbsthilfe sein, einfach so ein krass egoistischer Antrieb zu sagen, hey, ich reduziere es bewusst, damit es mir als Person besser geht. Es kann aber auch was ein bisschen Herreresziel sein, eine Art gesellschaftliche Agenda.
Ich will durch mein Nichtkonsum einfach ein Stück weit die Welt besser machen. Und das Pendel schwangt immer dementsprechend zwischen dem Individuum und dem Kollektiv. Aber ich glaube, wir müssen da einfach häufiger jetzt besser kommunizieren und zeigen, dass dieser Nichtkonsum in der Regel mehr Gesundzufriedenheit, mehr Genuss bedeutet und eben nicht diesen Verzicht, vor dem so viele Angst haben. Ja, wirklich spannender Ansatz.
Also ich glaube, so habe ich auf das Thema selbst noch gar nicht geschaut. Deswegen danke, dass du mich dann mal so ein bisschen erleuchtest. Und auch zur Fastenzeit passt natürlich auch das Thema Bier. Heute trinken wir Bier aus alten Brot gebraut wurde. Ja, wie kamst du denn auf diese graffinierte Idee aus Brot Bier zu machen? Das tatsächlich passendeweise war es eine Bierlaune.
Also ich war mit meinen Kumpels mal in London und dann, wie es so ist, trinkt man einen zwei Pines und irgendwann geht man dann von einer Location zunächst, sondern will man ein Wegbier. Da bin ich dann in den Supermarkt gestolpert und habe im Regal Toast ale gesehen. Sie haben das global vorgemacht.
Ich habe mich aber bis dato schon jahrelang gegen Lebensmittelverschwendung engagiert und bei Bäckereien Brot gerettet und das Brot weiter verteilt oder mit unserem Verein weiter verkocht zu Street Food und habe dann einfach nur gedacht, hey, im Land des Bieres und des Brot, das hat die zwei Dinge noch keiner zusammengebracht. Dabei sind wir doch Weltmeister im Backen und Voll auch. Und auch im Brotbacken. Ja, aber auch im Verschwenden leider.
Und dementsprechend habe ich dann einfach nur eine Brauerei gesucht und habe gesagt, hey, ich kann Brot mitbringen, ich könnte mir daraus ein Bier brauen. Und die haben das super spannend gefunden vom kreativen Ansatz her mit einem neuen Rohstoff was zu machen. Ich war da eher der Idealist und wollte einfach Verschwenden reduzieren und das hat sich sehr gut ergänzt und jetzt mittlerweile haben wir schon auf relativ großer Flamme Brotbier gebraut.
Also ich muss sagen, ich habe es selber noch nie getrunken. Was? Mir war es nicht bekannt vorher, aber jetzt, wie ich schon gehört habe, ich fand es so interessant, dass ich es auf jeden Fall probieren werde. Das kriege ich ja auch mittlerweile in jedem Supermarkt, oder? Genau. Und das kriegt man jetzt hier im Rhein-Main-Gebiet schon in geläufigen Supermarkten. Okay, gut. Dabei scheit, wo ich hin muss. Lass uns doch mal ein bisschen tiefer eintauchen.
Wie entsteht denn jetzt konkret aus Brot und Bier? Wahrscheinlich, es gibt da immer wieder so Geschichten wie bei eigentlich in jedem Lebensbereich, zumindest gibt es ein paar Brauer, die sagen, im alten Mesopotamien, bei den Sumerern, das erste Bier überhaupt auf der Welt war ein Brotbier. Damals ist ein Leibbrot in ein Eimer Wasser gefallen.
Die Leute haben das erst Tage später gemerkt, mussten das Brot aber noch essen, weil Nahrungsmittel knapp waren, aber es hat viel mehr Spaß gemacht als sonst, weil schon Alkohol in diesem Eimer Wasser entstand. Und dann hat man es eigentlich nur reproduziert. Das heißt, man hat die ersten Biere wahrscheinlich mit einer Art Brotteig gebraut, bis man dann irgendwann gemerkt hat, hey, Malz, das ist deutlich effizienter, es geht viel besser.
Aber deswegen macht es heutzutage auch Sinn, im Hier und Jetzt Brotbier zu brauen, weil wir haben viel zu viel Brot, das wir verschwenden, was wir noch besser verwerten können, als es in eine Biogasanlage zu stecken. Und es macht technisch Sinn, weil wir aus dem Brot das rausziehen, was wir auch aus dem Malz rausziehen, nämlich Stärke, die dann später von der Hefe als Zucker in Alkohol umgewandelt wird.
In dem Entsprechenden können wir so jetzt mit jeder Flasche eine Scheibe Brot vor der Tonne retten. Der Prozess ist identisch wie man normalen Bier brauen, außer dass man nicht nur Malz, sondern auch Brot mit in die Meische gibt und das Ganze dann kocht. Ich finde es lustig, jetzt gerade den Hintergrund, dann kann ich natürlich noch überhaupt gar nicht, dass sich einfach das Blatt einfach einmal gewendet hat.
Früher war es ein Versehen, dann ist man umgestiegen, weil es anders effizienter war. Und jetzt ist das, wo der Ursprung drin lag, wieder das, was für uns in der jetzigen Situation wieder das angemessene oder das nachhaltigere und effizientere ist. Ist sehr interessant. Absolut, ja. Sehr cool. Und wo holst du dir deine Ressource Brot dann her? Genau, wir kooperieren mittlerweile mit der drittgrößten Bio-Bekerei Deutschlands.
Das ist die Bekerei Bio-Kaiser, die hier im Rhein-Main-Gebiet auch diverse Verkaufsstellen hat. Und die kenne ich schon länger und die backen bestes Brot, wo der Leib mitunter einfach auch extrem teuer ist im Vergleich zu anderen Bekereien. Und dementsprechend für mich doppelt so schade, wenn dieses Brot eben nicht irgendwie da nochmal den Menschen zu gut kommt.
Und da die mittlerweile so groß sind, haben die leider, obwohl sie auch sehr auf die Themen Nachhaltigkeit achten hier und da Überschuss. Und diese Überschüsse können wir zumindest teilweise verwenden, um daraus unser Bier zu brauen. Habt ihr euch bewusst dazu entschieden, eine Bio-Bekerei zu nehmen? Mhm, genau.
Das hat dann natürlich, wie gesagt den Grund, wenn der Leib Brot 6 Euro kostet, weil einfach so viel Herzblut und gute, beste Rohstoffe reingeflossen sind, ist es einfach doppelt so schade, wenn dieses Brot verschwendet wird im Vergleich zu einem Brot für ein Euro aus einem Discounter.
Und natürlich wollen wir nicht nur auf das Thema Lebensmittelverschwendung hinweisen, sondern generell, wenn wir über nachhaltige Ernährung sprechen, braucht es halt auch so Systemfragen, wie beispielsweise eine ökologische Landwirtschaft, die deutlich zukunftsfähiger ist im Hinblick auf Biodiversitätsschutz, Klimaschutz generell. Und da macht das natürlich nur Sinn, dass man die Sachen zusammen denkt und dann da auch einfach im Hinblick auf die Wertschätzung Bio Rohstoffe verwendet.
Auf jeden Fall. Aber jetzt haben wir sehr viel geredet, lang geredet und deswegen kommt jetzt zwischendurch mal schnell reden. Also eine Schnellfrage-Runde und ich frag dich was schnell und du antwortest mir einfach schnell, bist du bereit? Ich bin bereit. Und da war Impulszeit! Spargel oder Grünkohl? Spargel. Du bist schwach bei? Totlini. Ein Knjärze schmeckt am besten mit? Gesellschaft. Wie viel paar Schuhe besitzt du? Unter 10. Dein Lieblingsessen?
Totlini. Dein Lieblingsort in Frankfurt. Ist das noch Frankfurt? Ich würde dir jetzt spontan gesagt der Lorberg. Ich würde es dazu zählen. Gut, das war auch schon der erste Part unserer Schnellfrage-Runde und jetzt steigen wir noch tiefer ins Thema Nachhaltigkeit ein, würde ich sagen. Genau. Also ich habe manchmal auch das Gefühl, dass wirklich das Thema Nachhaltigkeit einfach so mittlerweile zum Nervbegriff wird.
Also viele Leute können es gar nicht mehr hören und manche sagen so ja irgendwie auch hier Greenwashing und so. Und andererseits ist aber auch alles mittlerweile irgendwie nachhaltig. Also was muss denn deiner Meinung nach so geschehen, das aus einem wirklich guten Antrieb und einem guten Mindset nachhaltig zu agieren, nicht so das Gegenteil wird? Mir fällt da ein Zitat ein, was eigentlich diese ganzen Nachhaltigkeitsbestrebungen der letzten Jahre gut umschreibt.
Es geht wie folgt, Nachhaltigkeit ist wie Teenager Sex. Alle reden unentwegt davon, gemacht wird es eher selten und wenn es gemacht wird ist es nicht gerade toll. Und es passt ein bisschen dazu. Weshalb ist Stichwort Verzichtstebarte, aber auch das Thema generell unternehmerische Nachhaltigkeit, wo immer nur irgendwie mit der Zange angefasst wird, aber nicht richtig gelebt wird.
Es gibt einfach oft immer noch diese Blockaden im Kopf, von naches immer um ein weniger geht, was uns irgendwie einschränken soll oder leben im Mittelalter oder kein Unternehmen bedeutet es dann mehr Aufwendungen für etwas, was man nicht lebt und für die Politik ist es potenziell ein Verlust an Wähler*innen in der Industrie.
Also es ist immer dieses, ja, wir sind zu stiefmütterlich Behandelende, weshalb ich immer sage, wir brauchen eben dieses Reframing und wir müssen den Begriff "Neues Leben" einhauchen, wonach wir Nachhaltigkeit als etwas verstehen, was das am Ende des Tages einfach ist, Zukunftsfähigkeit. Weil ohne Nachhaltigkeit gibt es de facto keine Zukunft in der Gesellschaft.
Und dementsprechend brauchen wir aber auch dann Begleitende Kommunikation, die zeigt, dass eben Nachhaltigkeit an mehr ist, an Lebenszufriedenheit, an Kreativität, an Genuss, an generell auch Verantwortung von Konsum. All das, was uns eigentlich dann auch vielleicht ein bisschen easier durch den Tag bringt. Und da ist es einfach, finde ich, essenziell wichtig geworden, dass man eben häufiger darauf achtet, dass Nachhaltigkeit irgendwie erstrebenswert und sexy ist.
Und das liegt mitunter bis zu ganz schnell bei Systemfragen, weil Nachhaltigkeit oft momentan noch teurer ist. Es ist nicht so konvient wie die in der Regel nicht nachhaltige Alternative. Auch haben wir nicht direkt einen Bezug dazu, weil wenn wir jetzt nachhaltiger handeln, ändert das nicht direkt was im Hier und Jetzt, sondern erst so in 15 Jahren. Das heißt, es gibt langfristige Dinge, genau, Time Trap und es gibt dann auch diese Space Trap.
Wenn ich hier etwas mache, was nachhaltiger ist, muss das nicht zwingend im Hier und Jetzt etwas anstoßen, sondern vielleicht irgendwo am anderen Ende der Welt. Das heißt, wir haben einfach nicht diese direkte Resonanz, das braucht es. Und generell muss man dann auch darüber nachdenken, wie wir Anreize schaffen in einem System, wo einfach nicht nachhaltiges Handeln momentan günstiger ist.
Das heißt, ob Unternehmerin oder generell Konsumentin nicht nachhaltig zu handeln ist zurzeit einfach billiger. Und deswegen machen es die meisten, weil wir auch einen gewissen wirtschaftlichen Druck verspüren, gerade zur Zeit. Das heißt, hier braucht es eigentlich die Systemfragen, es braucht einen oder liberalen Rahmen, der einfach Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich, attraktiver macht. Und da gibt es ja hier und da Überlegungen, wie man das anstellen kann.
Aber die sind noch nicht durchschlagend genug, als dass sie dann wirklich jetzt was im Hier und Jetzt ändern. Deswegen gibt es immer nur diese kleine, progressive Spitze, die vorangeht, die mehr investiert, weil sie weiß, hey, in 15 Jahren, da kommt dann immer eine Point of Return und da verdienst du damit dann auch mehr Geld. Aber jetzt zur Zeit kurzfristig ist es einfach noch aufwendiger. Also es ist komplexe Frage, aber von nichts kommt leider auch nichts.
Könnte man einen eigenen Podcast drüber trinken? Eben nicht. Genau, richtig. Du hast jetzt ganz oft gesagt, dass es vor allem teurer ist, wirklich nachhaltig oder zu nachhaltigen Produkten zu greifen und es ist auch, finde ich, schwieriger darauf zu achten, weil eben dieses viele Greenwashing-Obtrieben wird, dann steht da Bio irgendwas drauf, ist aber nur eine Marke und nicht wirklich ein Bio-Siegel oder sowas. Und damit will ich auch gerne einmal mit dir in meinen Tag einsteigen.
Ich erzähle dir so ein bisschen, wie mein Tag abläuft und vielleicht kannst du mir und vielleicht auch einigen Hörer und Hörerinnen ein paar Impulse geben, wo man vielleicht was verändern könnte oder wo man da vielleicht ein bisschen seinen Alltag nachhaltiger gestalten kann. Okay, dann also ich fange erst mal damit an, dass ich von meinem Handy geweckt werde, aufstehe, mir einen Kaffee mache, Zähne putzen gehe und mir dann auch was Frühstück machen und auf die Arbeit fahren.
Und danach auf der Arbeit gehe ich in die Kantine zum Mittag nach der Arbeit. Bin ich ganz oft noch, also ich bin Schwimm-Trainerin, ich gebe Schwimm-Training dann um zwei, drei mal die Woche oder gehe selber zum Sport und danach entweder nochmal mit meinem Freund oder mit Freunden abends zusammen was essen und vielleicht auch mal ein Glas Wein und dann neigt sich der Tag ja auch meistens schon dem Ende.
Du siehst in der Punkte wo ich mich nachhaltiger anstellen könnte oder wo man Nachhaltigkeits-Anspekte einbringen könnte.
Also gute Frage, also da fehlt mir natürlich der Benchmark im Hinblick darauf, was genau du an dem Tag denn jeweils konsumierst, aber was jetzt hängen geblieben ist, du stehst auf, guckst auf dein Handy, wer will es für mich die Frage, was für ein Handy du hast, beispielsweise ich kaufe jetzt nur refurbished iPhones und MacBooks, das heißt so second hand second glovemäßig.
Das heißt man muss eigentlich nicht da immer neu kaufen, weil das mittlerweile sehr gut auch irgendwie in Stand gehalten werden kann und ich meine wenn man drauf steht, weil man der größte IT-Crag ist jedes Jahr das neue iPhone so haben, so bieten, aber es ist einfach nicht nötig. Das heißt da kann man glaube ich schon viel Ressourcen einsparen.
Wie du zur Arbeit kommst, klar Mobilität ist ein Thema, muss es immer das Auto sein oder ist es in der Innenstadt nicht auch der E-Pen-V oder das Rad. Die Kantine im Idealfall, da hast du nicht zwingend Kontrolle drüber, aber du kannst natürlich dann auch deine Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin bitten vielleicht hier und da ein besseres vegan vegetarisches Angebot auch zu machen.
Ich meine Gemeinschaftsverpflegung ist einer der größten Hebel in puncto Ernährung in Deutschland, wie wir nachhaltiger werden können, das sind 18 Millionen Essen am Tag, es ist brutal viel. Das heißt da geht es natürlich dann auch um Geld, aber das ist mitunter ja politisch jetzt gefördert und gewollt, dass da eine Transformation stattfindet, das auf jeden Fall.
Da passiert bei uns tatsächlich auch schon relativ viel, dass bei uns in den Kantinen in den Legenschaften drauf geachtet wird, dass viel regional auch gekocht wird und ich muss sagen, da sind wir glaube ich tatsächlich ganz gut dabei, als kleiner Einwurf. Siehst du, das ist doch super, genau.
Und dann einfach mal irgendwann vielleicht der Hunger dann spontan zu schnell vertilgt, dann die Reste mitnehmen, vielleicht gibt es dann so Doggy-Bags bei euch in der Kantine, das kannst du dann abends noch von was haben, wenn du dann abends mit deinen Freunden in Essen gehst, vielleicht dann am nächsten Tag was da ist, auch egal. Den Rest glaube ich, der klingt ganz koscher und ganz cool, man muss sich jetzt auch nicht überanstrengen.
Nachhaltiger Konsum wirkt immer so krass, aber es gibt keinen perfekten Zustand. Am Ende ist es mehr der Prozess als irgendeinen Endziel. Am Ende des Tages zählt auch jeder einzelne Schritt, weil nobody ist perfekt, selbst ich auf keinen Fall bin perfekt, aber ich versuche hier und da, wo es die Möglichkeiten hergeben, einfach immer mal wieder was zu verändern, basierend auf dem, was man weiß, was wirklich was bringt. Totalinis sind die Schwachstelle. Totalinis sind die Schwachstellen.
Also kommt auch von wie so Gefühlsinn, wo sie herkommen, aber genau. Man braucht auch guilty pleasures, weil wenn man die ganze Zeit nur gegängelt durch den Alltag geht, dann macht man auch am Ende, trifft man falsche Entscheidungen. Das ist ja auch so das, was die meisten oder was viele glaube ich noch daran hindert, dass man das Gefühl hat, man muss, wenn man eine Sache erinnert, dann kriegt man oft die Frage, warum machst du das denn nicht das und das noch?
Und wenn du doch vegan nix, warum trägst du dann noch die, keine Ahnung, die Lederjacke oder sonst was, dass man sich rechtfertigen muss für die Dinge, die man eigentlich schon, ja, wo man sich positiv entwickelt hat, dass man da so ein bisschen weg kommt, sondern seinen Bestes gibt und einfach einen richtigen Weg einschlägt. Man muss aber nicht alles von 0 auf 100 ändern. Ja, de facto.
Weil selbst jene, die dann oft in der Regel den Finger heben und sagen, aber, aber, aber, du kannst nicht perfekt nachhaltig leben in einem System, das es per se nicht möglich macht, komplett nachhaltig zu sein. Du müsstest jetzt irgendwo auf einem anderen Planeten leben und komplett autark sein oder irgendwo im Wald, aber abgeschlossen und abgeschottet vom System.
Sobald du hier im Mobilitätsenergie und in einer Ehrungssysteme ... aktiv bist, kannst du gar nicht perfekt nachhaltig sein, weil das System einfach hier und da noch ein bisschen schrottig ist. Aber wir arbeiten alle als Gesellschaft dran und deswegen, ich bin da auch guter Dinge, dass das was wird. Ja, cool. Dann lass uns vielleicht noch mal die Perspektive drehen. Also machst du vielleicht nicht, nicht hauptberuflich, aber was du auch machst, ist Unternehmensberatung.
Ja, wann und warum kommen denn Unternehmen zu dir und sagen, hey, kannst du uns mal beraten? Kannst uns helfen? In der Regel, die branchen denen ein Stück weit der Stift geht, als dass sie merken, da passiert gerade viel. Da ist viel im Wandel, da ist viel Veränderung, das erzeugt Druck und man guckt hier und da und links und rechts und hat das Gefühl, man wird überholt und ist nicht mehr,
man pulsert der Zeit so ein bisschen. Und ich bin ja oft dann einfach jemand, der mit der Vogel- Perspektive mit einer gewissen Meta-Ebene reinkommt und sagt, hier gesellschaftlicher Wandel ist das, der Megatrendnachhaltigkeit für zu denen und jenen neuen konsumentinnenbedürfnissen und dementsprechend solltet ihr vielleicht einfach mal schauen und prüfen, ob euer Geschäftsmodell gerade so zukunftsfit
ist. Und ich bin da immer dann ein bisschen so der Kanarienvogel, der Trendforscher, der dann eben aus seiner Forschungsarbeit weiß, was so gesehen der neue heiße Scheiß ist, also was sind die aktuellsten innovativsten Produktdienstleistungen der Geschäftsmodelle? Wo denken Leute anders?
Wo ist die Sperrspitze gerade dabei, ein Stück weit zu ändern, wie wir gestern und heute noch gelebt haben und versuch das einfach nur ein bisschen provokativ, aber mindestens immer inspirativ mitzuteilen und versuchen bisschen auch Lust zu machen auf Wandel, weil das ist auch etwas, wo wir merken in Deutschland gerade, ja, kranken so ein bisschen an einem Kulturpässemismus, man hat Angst vor Wandel. Wandel ist immer was, was schlechtes, weil es ist was Neues, man muss
sich anstrengen. Dabei ist Wandel eigentlich die einzige Konstante, die wir haben in unserer Gesellschaft. Und wenn man da proaktiv drauf zugeht und mitmacht, ist es immer viel mehr Spaß, als wenn man sich irgendwann anpassen muss, weil die Sachen schon weiter fortgeschritten sind. Und ich will da einfach nur Mut machen und zukunftsoptimistisch den Leuten irgendwie sagen, hey, besser alles bei Design als bei Disaster. Und auch so ein bisschen das Aufzeigen von den verschiedenen
Städterauben. Es gibt ja nicht nur den einen Weg, sondern das ist gerade gesagt, du bist der Kanarienvogel. Da gibt es ja immer unterschiedliche Wege und Perspektiven, wie man da herangehen kann. Und ich glaube, das ist auch einfach vielen Unterweben noch nicht so ganz bewusst. Da fehlt noch so ein bisschen das Input. Und wenn ich jetzt ein Unternehmen hätte, was ich nicht habe, aber was ich, wenn ich eins hätte, wie kann man da auf dich zugehen? Also kann man das über die Webseite
machen oder? Diverse, genau. Also Direktkontakt oder es gibt Agenturen, die mich vermitteln oder auch ehemalige Arbeitgeber in Zukunftsinstitut beispielsweise, die auch eine Beratungssparte haben. Ich werde dann da als Teil des Wissensnetzwerks dann immer ein Projekt mit reingeholt. Ich bin selbstständig per se, aber es gibt unterschiedliche Überschneidungsmöglichkeiten, wie man da zusammen
kommen könnte und einfach ein bisschen spaßig über Zukunft sprechen. Okay, cool. Bevor wir zum nächsten Impulszeit kommen, noch die Frage, wo können in deiner Meinung nach auch die Unternehmen ansetzen, um nicht direkt in ihren Nachhaltigkeitsbestrebungen als Greenwashing-Unfall zu landen? Weil also ich bekomme das auch häufiger mit. Unternehmen versuchen dann wirklich was zu machen, was zu starten. Und viele Kunden oder viele Außenstehende sagen dann einfach so, ja, hier
die nächste, der irgendwie auf die Greenwashing-Welle mit aufspringt. Was würdest du den Unternehmen raten oder was würdest du den Unternehmen sagen, so, so kann man es machen? Man muss echterweise sagen, da trennt sich jetzt zunehmend ein bisschen die Spray vom Weizen auch, weil es einfach schwieriger wird, Leute zu verarschen. Also wirklich Greenwashing zu betreiben. Da gibt es jetzt ja auf EU-Ebene auch neue Direktiven, die beispielsweise die Verwendung der Begriffe
klimaneutral oder klimapositiv deutlich strenger reguliert. Das heißt, du kannst es nicht mehr auf alle möglichen Dinge draufpacken. Wir hatten in der Vergangenheit Mineralöl oder Kurzstreckenflüge oder die absurdesten Dinge, die klimaneutral sind. Wo natürlich auch, muss man fairerweise sagen, die Leute in der Zeit, wo alles so viel ist, ein Stück weit überfordert sind und dann so Dinge schnell glauben. Und deswegen gehen ja dann auch die Verbraucher, Schützer,
innen auf die Barrikade und sagen, hey, ihr könnt kein Mineralöl als klimaneutral deklarieren. Das macht einfach keinen Sinn so. Im Bierbereich war es auch so, dann hat man quasi ein Standardbier irgendwo am anderen Ende der Weltgrün angemalt, weil man irgendwelche Bäume gepflanzt hat. Wo man sich fragen kann, wieso kannst du nicht direkt das Produkt per se nachhaltiger gestalten? Das ist
doch viel cooler. Und deswegen ist es, glaube ich, zukünftig einfach schwieriger für Unternehmen, Greenwashing zu machen, weil es einfach mitunter stärker reguliert ist und die Leute aber einfach auch eine Informationshoheit haben, die sie noch nie zuvor hatten. Wir können mittlerweile mit einem Taps aufs Smartphone prüfen, ob das wirklich so koscher ist, was die Leute machen, weil es immer auch immer mehr unabhängige Analysen gibt. Verbraucherschützer, Agenturen oder im Bereich
Ernährung Foodwatch. Alle die Organisationen, die wirklich den Großen auf die Finger schauen und gucken, was sie da wirklich treiben. Und für Unternehmen muss es eigentlich wichtig sein, da ehrlich zu kommunizieren, weil wir wissen auch aus der Kommunikationsforschung, geh authentischer, du kommunizierst, desto glaubwürdiger ist die Sache, desto loyaler sind deine Kundinnen. Und ohne geht es heute nicht mehr. Und gerade die jüngeren Generationen, die Millennials mit mir,
aber auch die Genset und die Alpha, danach, für die ist das ein neuer Standard. Also da gibt es nicht mehr diese Moralisierung, Nachhaltigkeit ist irgendwie was besseres, sondern das ist gelebte Kultur, das ist der Standard. Und alles andere wird zertifiziert oder irgendwie ein Label bekommen. Aber was nachhaltig ist, das ist eigentlich Common Ground, Common Sense. Und dementsprechend kannst du in Zukunft auch gar keine Menschen mehr erreichen, wenn du nicht authentisch
Nachhaltigkeit kommunizierst. Cool. Den hab ich nicht zuhenslos gefilmt. Bevor wir zu unserem letzten Themenblock, glaube ich, mit Energie einsteigen oder mit dem Thema Energie einsteigen, kommen wir nochmal zu einer Schnellfragerunde, das Prinzip kennst du schon. Und ich würde jetzt einfach starten, wenn du bereit bist. Let's go. Im Pulszeit! Elektroauto oder Lastenrad? Elektroauto. Ich gebe viel Geld aus für. Katzenfutter. Auf diesem Gegenstand kann ich nicht verzichten.
Wahrscheinlich mein Handy. Wasserstill oder mit Kohlensaure? Bitte mit Kohlensaure. Mein guter Vorsatz für 2024 lautet? Immer vor der Arbeit ins Gym gehen, nie danach. Und wie oft hat es jetzt schon funktioniert? Den Januar sehr gut und in den halben Februar, dann wurde ich leider krank. Aber jetzt bin ich gerade wieder dabei. Wobei fällt dir der Verzicht trotz deinem Thema Nachhaltigkeit besonders schwer oder am schwersten?
Ich bin ein großer Italien-Fan und könnte da eigentlich jedes Quartal hin. Und hier und da, gerade wenn es dann nach in den Süden geht, mache ich das noch mit dem Flieger. Da fällt es mir schwer, weil ich kann nicht einfach 12 Stunden mit dem Zug fahren. Da habe ich zu wenig Zeit für ihn. Dann vielen Dank für die ehrlichen Antworten. Jetzt starten wir mit dem Thema Themenblock-Energie. Genau. Das mit Italien kann ich übrigens sehr gut nachvollziehen. Geht mir ausser.
Ich fahre dieses Jahr auch wieder nach Italien. Ja, siehst du das schon. Oh, als wäre er nein. Ja, kommen wir zum letzten Thema Energie. Wenn du jetzt mal an dieses große Thema Energie denkst, da ist ja ein Themenblock sehr präsent gerade, und zwar die Stromrechnung. Wie genau guckst du dir deine Stromrechnung an? Also ich will da auch ganz ehrlich sein, ich gucke sie mir so gut wie gar nicht an. Ich habe auch Jahre, ich habe schon jahrzehnt lang nicht mehr den Stromanbieter gewechselt.
Das ist ja auch so Sachen, das kriegt man hier in deinem Freundeskreis mit, dass die jährlich wechseln, damit sie meinen besten Tarif haben. Das mache ich gar nicht. Das ist auch ein Privileg und ein Luxus, weil mir finanziell ganz okay geht. Deswegen muss da nicht drauf schauen. Aber ich gucke auch wirklich viel zu selten drauf, was beispielsweise meinen Verbrauch anbelangt zu geschichten. Ich habe es jetzt im Vorfeld mal gecheckt, das bei mir ist.
Ich wohne alleine in Frankfurt in einer 65 Quadratmeter Wohnung und mein Verbrauch zuletzt waren 1480 Kilowattstunden. Das ist vollumgrahm. Ich habe gar keinen Vergleich, ich wüsste mir, wie viel erwähnt es ist. Ja, man sagt ja immer so grob über den Daumen, drei Kopfverhaushalt, braucht im Jahr drei bis 3500 Kilowattstunden. Ich glaube, da bist du gut dabei. Also, ich glaube, es gibt gut im Sinne von sparsam.
Ich glaube, da gibt es wesentlich mehr, die viel mehr Energie verschwenden als du. Also, zum Vergleich, ich war mal in einer Abteilung, wo man da in die Daten reinschauen konnte. Und ich habe mal bei meiner Oma nachgeguckt. Meine Oma hat so einen Wasserkocher verschleiß. Die verbraucht so viel Strom. Wir sind nur zwei Leute in einer winzigen kleinen Wohnung und haben gefragt, was macht die? Wie verbraucht die den ganzen Strom?
Aber mein Oma hat es geschafft, da sehr aus der Norm rauszufallen. Ich habe gedacht, die war bei fast 4.000 oder so was. Also, 4.000 Kilowatt. Dann habe ich auch gesagt, Oma, das kannst du so nicht weiter machen, wirklich nicht. Ja, aber im besten Fall kriegen wir irgendwann auch ein Energiegewandtes System hin, wo wir auf ein neuerbaren Strom verbrauchen und dann können wir verschwenden, wie wir wollen. Wir arbeiten drin.
Ja, aber da bist du schon beim Thema, jede gesparte Kilowattstunde ist auch gut fürs Klima. Nächstes Thema CO2. Auch heißt debattiert zwischenzeitlich. Deutschland ist weltweit für 2% der Emissionen an CO2 verantwortlich. Es führt dazu, dass auch viele Deutsche sagen, warum sollen Wien denn dann sparen? Da soll erstmal Amerika oder China ihren Haushalt runterfahren. Wie stehst du zu so Aussagen? Man muss ja eigentlich schon da ansetzen, wo es auch produziert wird.
Aber jetzt bin ich gespannt auf seine Perspektive. So Aussagen sind mitunter schwierig und die erwartet man auch eher von Menschen, die deutlich älter sind als ihr seid und auch deutlich männlicher und weiser. Aber keine Ahnung, wenn man sich die Fakten anguckt, die relativ fakten beispielsweise so was wie pro Kopf, CO2-Emissionen, ist das eine ganz andere Geschichte, was beispielsweise dann Vergleich Deutschland und Indien bedeuten würde.
Und gerade was generell Länder und CO2-Vergleicher anbelangt, gibt es sowas, was wir in der Wissenschaft historische Verantwortung auch nennen. Das heißt, es gibt einfach Emissionsbudgets, das ist wissenschaftlich analysiert, wie viel jedes Land fairerweise ausstoßen könnte, um ein gewisses Niveau zu erreichen. Und wir sagen nachhaltig sind dann irgendwie 350 ppm, also CO2-Parts per Million. Wir sind momentan irgendwie bei 419.
Und das heißt, diese Überschüssemissionen können ja auch zugeordnet werden, welches Land da mehr emittiert hat. Und da wissen wir auch, dass natürlich der globale Norden, keine Ahnung wo die Zahl genau liegt, aber bei 92 Prozent eigentlich der emittierten Gesamtbudgets steht. Und so Länder wie beispielsweise China und Indien eigentlich klimagläubiger sind. Das heißt, die haben deutlich weniger emittiert als in Zustünde.
Dementsprechend natürlich historisch gesehen Deutschland auch aufgrund des Wohlstandes, den wir uns erarbeitet haben, hier einfach eine deutlich schlechthere Bilanz haben. Und deswegen jetzt eigentlich, dass immer sehr fräfelhaft und falsch und auch einfach grundlegend unfazed zu sagen, hey, achtet bitte darauf, dass ihr jetzt nicht so viel emittiert, obwohl ihr mit eurer Entwicklung an einem ganz anderen Stadium seid und ganz andere Historien habt.
Deswegen, das ist immer grundsätzlich schwierig. Aber gesehen davon ist es einfach auch grundekoistisch, weil ich glaube, wie gesagt, das sind globale Probleme, die können wir nur alle lösen. Wir werden ja anfangen mit Fingerzeichen, aber die und die können wir gar nicht ins machen. Ich glaube, da ist man, also du hattest jetzt gerade schon gesagt, da gibt es einfach ganz verschiedene Ansätze, irgendwelche Zahlen zu erheben.
Ich glaube, ganz viele laufen da einfach noch mit Scheuklappen durch die Gebäude und sehe nur das, was ihnen gerade in ihr Kontext passt. Und ich glaube, da muss man ein bisschen mehr das Gesamtbild der Zukunft sehen oder ja. Und es ist am Ende des Tages, sagt man auch immer so erlaubt, aber es stimmt einfach so ein bisschen know your privilege.
Also wir sind einfach brutal privilegiert in Deutschland und jammern gerne, aber wir jammern halt auf einem ganz anderen Niveau als mit unter anderem Menschen. Und das ist etwas, was man, glaube ich, sich heutzutage immer häufiger ein bisschen vor Augen halten sollte und so Momente der Reflexion machen einfach aus Sinn.
Das ist auch gut für die mentale Gesundheit, aber auch zu merken, wie gut es uns eigentlich geht und dass wir jetzt hier keine Sorgen haben müssen, dass ihr im Moment da eine Bombe einschlägt oder dass wir irgendwann mal gar keine Lebensmittel im Supermarkt haben. Was einfach gelebt die Realität ist gerade zur Zeit und nicht unweit von uns, komplett irre. Und deswegen, das sind so Sachen, ja, weniger jammern, mehr machen und einfach genießen, das was man hat.
Beim Thema Energiesparen, generell Nachhaltigkeit, da ist ja auch immer die Frage, wie Technologie offen muss ich sein oder die Frage Technologie, Offenheit, inwieweit bedeutet das was für mich, wie soll ich das verstehen und was soll ich darunter auf jeden Fall nicht verstehen. Kannst du dazu ein paar Worte sagen?
Das Thema Technologie generell ist eigentlich ein spannendes, weil es ist eigentlich auch ein Dauerbrenner Thema, was wir seit den 50er/60er kennen, dass wir so krasse Tech-Phantasien haben und dass uns Technologie irgendwann rettet und dass Technologie so ein All-High-Mittel ist. Also wir hatten damals schon Bilder von schwebenden Autos, Robotiken. So Back to the Future, ich frag mich immer noch wo die Hoverboards sind. Genau so, ist genau so.
Also wir haben einfach so einen krassen, damals so ein Tech-Fotorismus gefeiert, man kann auch schon sagen wie wirklich so ein Naht-Fanatismus, also dass wir wirklich immer wieder gesagt haben hey Technologie wird uns irgendwann retten. Das Problem nur ist, dass Technologie per se ein, am Ende ein Mittel ist. Das ist ein Tool, ein Wienhammer. Du kannst mit einem Hammer ein Haus bauen, aber du kannst auch viel kaputt machen.
Und wir merken gerade, wo Technologisch sehr viel passiert und wann du, wie man so schön sagen, exponentiell stattfindet, gerade mit KI, Machine Learning Dinge, gerade irgendwie ein Stück weit auch aus dem Ruder laufen, dass das so schnell geht, dass wir nicht mehr hinten dran sind, dass wir da eigentlich jetzt gerade drauf schauen müssten, was macht das mit uns als Gesellschaft?
Wer hat die Kontrolle über die Daten, die transparent sind, die vertrauenswürdig sind, die etc. Und auch dass diese Gleichung per se, dass ein technologischer Fortschritt immer wirtschaftliches Wachstum und auch immer eins zu eins gesellschaftlicher Wohlstand bedeutet, ist eine Lüge leider. Ist eine Phantasie, ist ein Märchen. Und dementsprechend können wir eigentlich technologische Innovationen nicht ohne soziale Innovationen denken.
Es geht auch immer darum, dass wir neue Kulturtechniken entwickeln, wie wir mit dieser Technologie umgehen, gerade vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit. Dementsprechend auch immer mit jeder neuen Technologie eine Frage im Raum stehen sollte, was macht das mit der Art und Weise, wie wir beispielsweise Dinge produzieren oder konsumieren.
Und es gibt natürlich Menschen oder auch die eine oder andere Partei, die sich das dann auf die Fahne schreibt und das dann in ihre Wahlprogramme fettrot reinknallt von wegen Technology, Technology, Technology. Aber man vergisst einfach eigentlich das, was am wichtigsten ist, nämlich die Menschen und ihre Bedürfnisse und die Art und Weise, wie wir zusammenleben wollen.
Deswegen kann es natürlich gut sein, aber jede Technologie ist nur so gut, wie sie menschliche Bedürfnisse adressiert oder besser befriedigt. Und gerade in Punkt und Nachhaltigkeit muss es deswegen immer, wenn wir technologieoffen sind, auch eine soziale Komponente gehen, in die es eingebettet wird, damit das auch wirklich langfristig funktioniert. Ja, und ich stimme dir zu 100 Prozent zu, in dem was du gesagt hast und was ich wirklich gut fand.
Und ich bin sehr gespannt, wie die Technologie mit dem Hammer, wir wissen ja, alle Technologie kann super hilfreich sein, zum Beispiel auch beim Energiesparen, wenn wir da irgendwie die Heizung mit intelligenten Messsystemen ausstatten oder generell die Netze bei uns. Also ich arbeite zum Beispiel bei den NRM-Netzdiensten unter die Tochterfirma von der Manova. Das hat ja zukünftig viel Potenzial.
Aber nur sofern man da auch mit umgehen kann und wenn man mit Technologie nicht umgehen kann, dann wird es schwierig. Also dann bringt sie ja auch nicht viel. Ist so. Und ich meine, es gibt da auch immer wieder unterschiedliche Bereiche, wo Technologieoffenheit wirklich auch gelebt ist und Sinn macht und wo wir merken, als Menschen wir distanzieren uns ein Stück weit. Also wenn wir jetzt wieder beim Thema beispielsweise Ernährung sind, wo Energie auch mit rein spielt.
Anfangs der Wirtschaftskette passiert gerade sehr viel, also wirklich von Smart Agriculture oder Precision Farming, all die Dinge, die passieren, wo wir wissen, dadurch können wir effizienter, nachhaltiger oder schneller Lebensmittel herstellen, die auch resilienter sind.
Wenn es dann ans Ende der Wirtschaftskette geht und beispielsweise die heimische Küche, da haben wir zwar so was wie ein Thermomix, aber es gibt jetzt schon seit fünf Jahren irgendwie Roboterarme, die uns helfen könnten zu kochen. Immer wenn ich im Vorträge halte und die Leute frage, wer hat Bock auf so ein Ding. Maximal eine, zwei Personen melden sich, das sind dann die Techies, aber der Rest will das eigentlich nicht, weil man ein Stück weit auch Angst hat vor dem.
Selbst Pflegeroboter beispielsweise, ist so ein Ding, wir denken immer an ein Robot und irgendwelche Welien und dann sind wir. Wir sind apokalipsam. Am Ende ist es irgendwie, wir werden unterjocht von Robotern, weil wir einfach Angst haben. Das ist aber auch unsere westliche Kultur. Ich meine beispielsweise in Südostasien ist man da deutlich offener dem gegenüber. Aber da wie gesagt auch darstellt immer die Kulturfrage.
Wer hat Kontrolle über die Technologie, wie fair ist sie, wie offen und transparent ist sie? Und auch bei dem Kochen ist ja auch so ein Stück wie, was nimmt sie mir von etwas, was für mich einfach vorher Qualität bedeutete. Also wenn ich gerne koche, dann will ich ja niemanden, also will ich ja kein Roboter, der dem Jünges abnimmt, sondern für die Leute, die keinen Bock haben zu kochen, dann ist es vielleicht cool. Aber es trifft halt nicht auf jeden zu. Absolut.
Ja. Zum Schluss noch eine sehr persönliche Frage. Also wir haben eben sehr intensiv über das Thema Energieverschwendung geredet, gab viele Schnittmengen mit dem Thema. Mit Lebensmittelverschwendung wurde auch natürlich mit Leib und Seele drin hängst. Was war so dein erster Gedanke, als wir dich hier zum Podcast eingeladen haben als Melnova? Natürlich freue ich mich erstmal, also ich freue mich immer, wenn ich zu Podcastintervüse eingeladen werde und im Idealfall habe ich auch Zeit.
Und Lust, mit den Menschen zu sprechen bei der Melnova war das jetzt nicht zwingend eine Frage, weil ich meine, man kennt euch, wenn man in Frankfurt wohnt und man weiß auch, dass der Energiesektor auch mitunter der größte Hebel ist im Hinblick auf die diversen Transformationen, die wir haben in der Gesellschaft, im Hinblick auf mehr Nachhaltigkeit und eigentlich so eine Energiewende beziehungsweise anders gesagt eine Ernährungswende funktioniert nicht ohne Energiewende.
Eigentlich ist die Energiewende so die Basis, Common Ground. Wir brauchen eine Art von Decarbonisierung, wir müssen uns von fossilen Untermengen machen und darauf basierend erneuerbar denken. Und dann gehen auch so Dinge wie beispielsweise eine Kreislaufwirtschaft im Hinblick auf die Ernährung deutlich einfacher von der Hand und deutlich schneller. Und dementsprechend ist es eigentlich so eine Art verzahntes Phänomen, was man eben einfach nicht alleine bearbeiten oder bagagen kann.
Und deswegen macht es mir große Freude, dann auch mit den größten Playern auf diesem Markt irgendwie zusammen zu kommen und rüber zu sprechen, weil wie gesagt, ich bin ein Freund von Kollaboration, von Kooperation, von Offenheit.
Und wenn wir dann zusammen über so Dinge reden und merken, irgendwie eigentlich denken wir es gleiche und eigentlich haben wir Lust darauf, dass wir die Dinge vielleicht ein bisschen anders und besser machen, dann bin ich der größte Veränder von, kann mich nur bedanken für die Aufmerksamkeit. Wir danken dir, würde ich sagen, an der Stelle. Schöneres Schlusswort gibt's eigentlich.
Ja, ich würde gerade sagen, das war so ein schönes Ende und damit würde ich auch sagen, dass wir uns von unseren Zuhörern verabschieden und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns gerne eine Bewertung da und abonniert uns auf den gängigen Kanälen, schaut auch gerne nochmal an den Shownots vorbei.
Da werden wir noch ein bisschen Inputs da lassen und für mehr Informationen könnt ihr natürlich auch auf unsere Webseite www.manuwa.de/podcast gehen und ja, damit wünschen wir euch einen energiereichen Tag. Macht's gut. Ciao, ciao. Sorry. Energieimpulse – powered by Manuwa. [Musik]
