Music. Meinem Podcast unterhalte ich mich regelmäßig mit ganz unterschiedlichen Gästen über gesellschaftliche, politische, aber auch. Kulturelle Themen und über so ein Thema möchte ich heute sprechen und zwar geht es diesmal, Fußball, genauer gesagt um den FC Schalke null vier und die große Bedeutung des Vereins und seines Umfelds und seiner Fans, Heimatstadt Gelsenkirchen.
Ich freue mich sehr, mit meinem heutigen Gast ähm zum ersten Mal in der jungen Geschichte meines Podcasts in einem Raum zu sitzen. Und ich rede heute. Mit dem Schalke Urgestein, Buchautor, Fußballkenner und Local Guide, Olive Kroschinski.
Olivier führt auf seinen Mythos Touren durch Gelsenkirchen, Schalke und seine über hundert Jahre alte Geschichte als Epizentrum deutscher Fußballkultur, Oliviers Wissen über Verein und den Stadtteil auch weiteren Generationen noch erhalten bleibt, und vor allen Dingen auch für uns im Hier und Jetzt nachlesbar ist, hat Olivie unter anderem,
Bücher geschrieben, Schalke erleben und Schalke Total zum Beispiel, die dem Leser nachdrücklich auch die Fußballverrücktheit unserer Stadt und die Einzigartigkeit des Schalker Mythos näherbringen sollen. Und er ist auch Vorstandsvorsitzender der Stiftung Schalker Markt und dort engagiert sich Olivier außerdem dafür.
Der traditionsreiche und einst wirklich sehr lebhafte Stadtteil, zurück zu altem Glanz findet und vor allen Dingen, dass seine ereignisreiche Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. So ist es zum Beispiel der Stiftung auch schon gelungen. Portal an der Kampfbahn Glückauf, das historische Portal wieder aufzubauen und so dem geschichtsträchtigen ehemaligen Spielort des FC Schalke null vier sein altes Gesicht zurückzugeben. Herzlich willkommen Oli P.
Hallo liebe Irene, vielen lieben Dank für die Einladung und wir sollten an der Stelle aufhören, weil besser kann's nicht werden aus meiner Sicht der Dinge. Ja, lass uns erstmal darüber reden, was eigentlich ähm ja der Fußball und auch die Geschichte des FC Schalke null vier, für unsere Stadt bedeutet. Also es ist ja eigentlich eine sehr bewegte, Höhen und Tiefen und ähm vor einigen Wochen ist äh Schalke null vier aus der ersten Fußballbundesliga abgestiegen und das war.
Iele Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener ähm ja eigentlich ein neues Tief, kann man sagen. Ja, also es hat, glaube ich, viele hart getroffen und was in anderen Regionen Deutschlands vielleicht nur eine Randnotiz geblieben wäre. In Gelsenkirchen in den vergangenen Wochen schon für ein Gefühl auch der Niedergeschlagenheit bei vielen Menschen,
gesorgt, denn die Verbundenheit der Bewohnerinnen und Bewohner ähm unserer Stadt mit dem Verein und seiner Kultur und der Geschichte ist einfach groß, ja? Und ähm, am Montagmorgen vielleicht der Tatort mit den Arbeitskolleginnen besprochen wird, ja. Wird vielleicht dann, Gelsenkirchen eher das letzte Schalkespiel analysiert und ich kann mich noch selbst gut dran erinnern, als ich vor ähm ja inzwischen siebzehn Jahren. In unsere Stadt gezogen bin.
Da hat äh mein Mann, der Gelsenkirchener Ureinwohner ist, ähm mir gesagt, wenn du in irgendeine Kneipe kommst, ja und du suchst Anschluss, Oder willst irgendein Gespräch beginnen, dann musst du einfach nur sagen, oh, die Schalker schon wieder ja? Also egal wie das gemeint ist, aber du hast sofort äh ein Gesprächsthema und sofort Anschluss und das drückt ja auch irgendwas aus, ja. Ich glaube, das ist bei uns wirklich.
Etwas einzigartiges und ähm deswegen würde ich zunächst einmal gerne mit dir über die aktuelle Situation sprechen ähm was macht dieser Abstieg des Vereins mit der Stadt aus deiner Sicht? Wie nimmst du so die Stimmung wahr? Ja, als allererstes äh möchte ich dir zu diesem ganz wundervollen oder scheinbar ganz wundervollen Mann gratulieren. Er hat auf jeden Fall äh Schalke verstanden und die DNA scheinbar in sich. Die Gelsenkirchen DNA,
Ja, was macht so ein Abstieg mit einer Fußballstadt? Das ist ja eine meiner Thesen, immer wir sind eine Fußballstadt, wenn nicht sogar die Fußballstadt schlechthin, in Deutschland, weil ich glaube, dass nirgendwo in Deutschland in einer Stadt, der Verein für seine Menschen so viel wie äh so viel bedeutet wie halt hier bei uns. Ein vergleichbares Beispiel, wie er vielleicht noch. Kaiserslautern, ne, wo der FCK tatsächlich eine immense Bedeutung für die Menschen.
Vergleichbar mit Gelsenkirchen. Vielleicht was macht das jetzt mit einer solchen Stadt und die Stadt sind ja die Menschen, ne, also da, Da fangen wir vielleicht mit mit semantischen Feinheiten schon an, wenn wir reden über der Verein oder die Stadt, dann ist das für mich ganz explizit in meiner Arbeit immer, das sind die Menschen.
Das steckt tatsächlich auch als als sprachliches Phänomen ja im im Verein schon drin, sich vereinen als reflexives Verb. Der Verein, das sind die Menschen und die Stadt, ähm ähm. Du wirst das wissen, die Stadt ist nicht immer nur der Verwaltungsbeamte, die Verwaltungsbeamtin oder der Politiker, die Politikerin, äh sondern das sind in der Summe halt auch die Menschen. Und wenn die Menschen mit einem solchen Erlebnis konfrontiert werden.
Dann muss man natürlich mit den Menschen und zu den Menschen Kontakt haben, halten, mit ihnen kommunizieren, jetzt wird's an der Stelle schwierig, natürlich in den letzten fünfzehn, fünfzehn Monaten in einer ganz besonderen Situation stecken und Fußball und da Schalke auch hier wahrscheinlich potenziert mehr vielleicht als bei manchen anderen Vereinen ist,
Für mich zumindest, aus meiner Sicht der Dinge, vordergründig ein soziales Erlebnis. Das heißt, wir gehen ja ganz oft nicht wählen, sondern trotz des Fußballs auf Schalke, dieses soziale Erlebnis ist in den letzten fünfzehn Monaten uns verwehrt worden. Das heißt, das Erlebnis Schalke bedeutet gemeinsam ins Stadion gehen, gemeinsam lachen, Gemeinsam weinen, gemeinsam singen, gemeinsam wie dein Mann korrekterweise sagen würde, fluchen schimpfen, frust rauslassen, Brast ablassen. Ähm.
Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich eine sehr differenzierte ähm Sicht auf die Dinge, weil fünfzehn Monate lang ist und war Fußball und ist es teilweise auch jetzt noch, wenn ich äh äh abends abends jetzt aus Versehen äh beim beim Seppen auf den falschen Knopf komme und sehe Fußball-EM. Fußball ohne Fans ist nicht Fußball.
Die Spieler heißen ja nicht umsonst Geisterspiele. Und ich kenne sehr, sehr viele Gelsenkirchenerinnen, Gelsenkirchener, Schalkerin, Schalker, die haben mit dem Einsetzen der Geisterspiele auch nicht mehr geguckt. Weil das ist nicht ihr Erlebnis, das ist nicht ihr Fußball, das ist nicht ihr Schalke. Demnach befinden wir uns in einer sterilen Situation, klinisch-sterilen Situation eigentlich surreal, surreal, gerade vor dem Hinblick, wenn man.
So wie du auch, äh ich habe zwei Kinder, die echt gerne Fußball gespielt hätten in den vergangenen fünfzehn Monaten oder ich, der ich. Vielleicht kommen wir im Zuge unserer, unseres Gesprächs noch darauf, ja unter anderem als Gästeführer tätig bin. Ich hätte echt gerne gearbeitet. Ich hätte einfach gerne gearbeitet. Ich durfte es nicht. Wenn man dann sieht, ähm wie der Fußballprofis mit Sonderprivilegien ähm dann tatsächlich.
Übers Spielfeld, Huschen auf dem Boden rotzen, sich umarmen, schweißgetrieft et cetera, dann stellt man sich Fragen. Und die Frage, die ich mir dann halt am Ende stelle, ist der Abstieg, so wie wir ihn jetzt gerade wahrnehmen, vergleichbar mit einem Abstieg, den ich in meiner Jugend schon mal erlebt habe, wo wo wirklich kollektive Trauer in Gelsenkirchen.
Zu spüren und zu fühlen war, weil die Menschen wirklich verstört waren, weil sie traurig waren, weil sie sich in den Arm lagen, weil sie geweint haben zusammen. Oder ist das jetzt einfach natürlich ein ganz, trauriges Ereignis auch, was aber unter den Top eins bis ten der letzten fünfzehn Monate, wo die Klaviatur der Corona ja rauf und runter gespielt wird, ohne jetzt auf Corona einzugehen, Aber wo, wenn ich in meiner Lebensrealität als Gelsenkirchener.
Und Schalker sind ja nicht nur Gelsenkirchenerinnen, aber in meiner Lebensrealität als Gelsenkirchener feststelle, dass die Menschen in den letzten fünfzehn Monaten ganz andere Probleme. Andere Sorgen hatten, haben und auch große Ängste und Nöte und die zentrale Sorge war, da nicht Schalke null vier. Der Verein wird weiterleben, er wird weiter existieren, weil der Verein sind die Menschen, in welcher Form auch immer, in welcher Liga auch immer, denn die Liebe kennt keine Liga.
Ob ich allerdings meine Existenz retten kann, ob ich meine Träume begraben muss, ob ich meinen Job behalten kann und und ob ich gesund bleibe, ob ich Angst vor vor nachhaltigem Entzug von Freiheitsrechten und tausende von Themen zur Zeit, die die Menschen, glaube ich, sehr beschäftigen und ich habe manchmal das Gefühl, ich muss ganz offen sagen, dass dass da auch medial ähm eine Katastrophe in die Fan-Community hineingetragen wird.
Weil in jeder Krise steckt bekanntlich auch eine Chance, die man jetzt auch nutzen sollte, nichtsdestotrotz habe ich da eine Ausgangsfrage nicht vergessen, ist das für uns, die wir ja halt. Kirchener sind und die wir ja eh ein Imageverlust zu erleiden haben aus Gründen ist das natürlich eine doppelte Katastrophe, der Abstieg, der dann natürlich auch als Synonym, als Metapher betrachtet wird für den Abstieg Gelsenkirchens für den Niedergang.
Ähm und da macht das natürlich was. Es macht was mit dem Selbstwertgefühl der Menschen, es was macht was mit dem Selbst. Der Menschen, äh vielleicht auch die Selbstbestätigung der negativen Empfindung, Stichwort Defizit statt Potenzialbrille und all das. Nutzt natürlich vielen auch in ihren Emotionen, um als. Wie soll ich's jetzt nennen als als auskotzbecken zu dienen, das heißt alles was ich ja auch an negativen, alles was im positiven Sinne bei Schalke null vier auch positiv wirkt,
dann als Beschleuniger auch im Negativen. Das heißt, der ganze Frust, der ganze Ärger, der ganze Ballast, der aktuell. Der jeder von jeder von uns mit sich rumschleppt, der wird natürlich zur Zeit dann auch auf Schalke projiziert. Das war nie anders in der Geschichte.
Jetzt bin ich so in einer konkreten, knackigen, kurzen Antwort ausgewichen, aber ich glaube, um's nochmal zusammenzufassen, dass in den letzten fünfzehn Monaten, zumindest für die Menschen in meiner Heimatstadt, in Gelsenkirchen, Schalke, nicht das zentrale Thema war, Das zentrale Thema war ein anderes äh und nichtsdestotrotz macht der Abstieg natürlich was, weil ja weil die Menschen halt Schalke sind und natürlich sieht man sich zumindest in dem Bereich in der ersten Liga, man sieht sich ganz,
wahrscheinlich sogar noch in Europa mit den Top zwanzig und die Projektion von von Wünschen, von Träumen, von Hoffnungen auf das Spielfeld. Das kostet ja nichts das Stolz sein auf Schalke, was auch immer das für jeden einzelnen ist, das ja das kriegt jetzt gerade einen Knacks und da liegt's an uns jetzt die Ärmel wieder hochzukrempeln ähm in doppelter Hinsicht. Hoffnung, dass ah Corona jetzt so ein bisschen hoffentlich bald hinter uns liegt und dann halt auch eine neue.
Epoche in der Schalker Vereinsgeschichte gemeinsam geschrieben werden kann. Ich würde da gerne mit äh mit mit zwei Fragen anknüpfen. Also. Dass es einerseits diese diese extreme Verbundenheit, die du ja auch ähm geschildert hast, die halt eben der Stadt mit seinem Verein hat und ähm woraus er natürlich auch in gewisser Weise oder woraus die Leute hier ähm in der Stadt natürlich auch so eine hohe Identifikation auch schöpfen, ja, ähm,
und auf der anderen Seite aber ähm wie du finde ich sehr eindrücklich beschrieben hast, ähm das was in den letzten fünfzehn Monaten passiert ist, auch das was in den letzten fünfzehn Monaten mit den Leuten passiert ist. Hat das so 'ne Art auch Entfremdung ein bisschen bewirkt, einfach weil die Leute du hast ja gerade gesagt die Probleme waren andere und jetzt nicht gerade FC Schalke null vier, ja und jetzt sind sie halt abgestiegen, schade aber ähm andere Dinge stehen grad im Zentrum.
Weil in der Vergangenheit ja, hatte man, finde ich, sowieso das Gefühl, also vielleicht auch gerade als äh als Schalke-Fan, Dass es ähm nicht gut läuft im Verein, ja? Also es gab erst Unruhe im Aufsichtsrat im Vorstand und ähm diese ganze Geschichte. Da gab's musste digitale Mitgliederversammlung abgebrochen werden und so und überhaupt hatte man so den Eindruck es war auch schon.
Vor Corona oder als Corona vielleicht noch nicht unbedingt so im Zentrum stand, problematisch, hier und da, ja, dann kam die Pandemie. Jetzt sagst du so Sätze wie, okay, Schalke stand jetzt nicht irgendwie im Vordergrund. Also wie würdest du das beschreiben? Extreme Verbundenheit auf der einen Seite und in letzter Zeit Entfremdung und muss das wieder gekittet werden oder glaubst du, das kommt wieder.
Ja, im Endeffekt hast du jetzt ganz viele kluge Sachen wieder gesagt, die wahrscheinlich Abend fühlend schon werden. Ähm. Also zum einen, um nochmal deine These zu bestätigen, ich glaube, man muss einfach begreifen, welche Funktion immer ganz subjektiv betrachtet. Also das sehe ich so, dass das werden ganz viele Leute anders sehen. Aber. Wenn man aus einem, ich betrachte Schalke immer wie so ein Puzzle. Schalke null vier ist ist ein Tropfen Parfüm, einer Essenz.
Ich werde Schalke als Ganzes, als als Verein nur verstehen, wenn ich ganz viele Puzzlestücke, wenn ich dieses Parfüm begreife, das heißt Industriegeschichte, Bergbaugeschichte, Zuwanderungsgeschichte, Stadtgeschichte, Sozialgeschicht. Das heißt, ein riesiges Paket, was ich aufschnüre oder in dem Moment komprimiere und wenn aus dieser Essenz ein, zwei Tropfen dann herauskommt, dann ist das Schalke null vier. Das heißt, es ist die Uhr,
Uhr Geschichte unserer Stadt und das kann ich jetzt ganz einfach runterbrechen, was was welche Funktion, welche Bedeutung hat Schalke einfach in dieser Stadt. Es ist der soziale Kit Punkt. Ist der soziale Klebstoff, ist der kleinste gemeinsame Nenner aller Menschen in meiner Heimatstadt. Gerade aufgrund unserer sehr bewegten Zuwanderungsgeschichte, aufgrund des industriellen Hintergrunds ist das unglaublich wichtig
weil es es braucht halt diese Identität stiftenden Knotenpunkte. Es gibt nichts anderes in unserer Stadt, was ansonsten die Menschen zusammenhält. Jeden was, was ich in Lückendorf mache, interessiert den niemanden.
Was ihnen nur passiert interessiert in Rotthausen niemand. Ja, ganz wenige, das was immer funktioniert in meiner Heimatstadt, ist Schalke so wie auf dem Land vielleicht der Schützenverein diese Funktion einnimmt oder die Freiwillige Feuerwehr oder oder oh Entschuldigung, weil ich gerade vielleicht sagte ähm, FCK. Es gibt jetzt zum Beispiel in meiner Community auch paar Fans, die sind äh äh.
Köln-Fans, ich habe ganz viele andere Fans. Die sagen immer, ja, bei uns ist der erste FC Köln auch so wichtig. In Köln gibt's auch den Karneval zum Beispiel. Schön. Ne, also da gibt's äh und und dann gibt's dann auch noch den Dom, also es gibt andere Elemente. Das, was wichtig ist, als identitätsstiftendes Element sozialer Kit, sozialer Klebstoff, Das ist dieser Verein und ähm.
Bewegung, Unruhe, all das, was du ansprichst, Irene. Das ist Teil der DNA dieses Vereins. Es gab noch nie ruhige Zeiten. Das heißt, der Wandel ist permanent. Wandel ist immer. Unruhe ist immer, Unzufriedenheit ist immer, weil das ist. Das macht diesen Verein ja aus, dieses kunterbunte, dieses heterogene, dieses vielfältige. Wir sind hundertsechzigtausend Mitglieder, wir sind der viertgrößte Fußballverein der Welt,
trotz chronischer gefühlt Erfolglosigkeit, was ja Blödsinn ist. Ähm und alle wollen, ich glaube mit Kopf, Herz und Hand das Beste, alle wollen das Beste. Was ist das Beste? Und was ist der beste Weg und was ist der beste Weg dahin? Jetzt sprichst du das Thema Entfremdung an. Und das würde ich isoliert jetzt betrachten wollen. Ich glaube, es hat in der Vergangenheit tatsächlich.
Prozesse gegeben in meiner Wahrnehmung, die wirklich dazu geführt haben, dass eine Entfremdung einsetzt, weil der Fußball.
Zumindest für mich, also mein Sohn mit zehn Jahren wird das vielleicht anders sehen, aber der so äh der der Fußball für mich sich immer mehr entfernt von der Lebensrealität der Menschen seiner Menschen. Und das wird dann in einer, in Anführungszeichen Armen statt, ganz bewusst in Anführungszeichen gesetzt, vielleicht noch mal viel offensichtlicher als in anderen Städten und Kommunen, in dem letztendlich da etwas ganz Surreales,
völlig losgelöst von dieser Lebensrealität stattfindet, was ein Stück weit ja, natürlich ist das Hollywood, natürlich ist das Zirkus, das war's aber schon immer, Da kann ich nicht sagen, dass der Entfremdungsprozess befindet sich da auf einer neuen Stufe. Fußball war immer schon Brot und Spiele, war immer schon, auch Hollywood, ähm. Frage ist nur bis zu welchem Punkt mache ich das mit und bis zu welchem Punkt kriege ich eine gewisse Authentizität ins Spiel gebracht.
Und ich glaube, da haben wir ein Problem mittlerweile, weil wir sehr viel in den vergangenen Jahren Wert gelegt haben auf auf Bilder, auf Storytelling. Grade auch aus Marketing idealtypischer Sicht und mit Schalke erleben äh oder wir lieben dich. Schalke erleben ist jetzt mein Produkt, tschuldigung, aber mit mit, wir lieben dich den Gegenpol zu Schalke erleben gebildet haben, weil's einfach nur noch ein ist. Hm. Dass Schalke eher Leben, dass Schalke vorleben, das findet nicht mehr statt.
Das heißt, eigentlich hat, wie gesagt, dieser kleine Mikrokosmos, diese Blase, in der sich Schalke und damit meine ich natürlich ganz oft explizit, wenn ich an meine Kinder denke, die Spieler. Überhaupt nichts mehr mit der Lebensrealität Gelsenkirchens zu tun. Die wohnen oftmals gar nicht mehr hier, die kennen maximal noch den Weg zum Trainingsgelände. Und ansonsten wird's halt auch schwierig. Das hat immer natürlich mit sportlichem Erfolg oder Misserfolg zu tun,
Also da möchte ich auch ganz gerne nochmal dran erinnern, dass äh Anfang letzten Jahres im Januar äh war die Arena ausverkauft. Wir spielten gegen Borussia Mönchengladbach ein Heimspiel, der letzten Jahre, was ich gesehen habe, und die Arena stand Kopf, ne? Und sechzigtausend Fans sangen, wir holen den DFB-Pokal und werden deutscher Meister, das heißt Anfang zwanzig zwanzig,
Kurz, bevor die Pandemie ausgerufen wurde, war die Welt gefühlt ja noch in Ordnung. Also da stand niemand auf und sah oh, wir befinden uns aufm ganz schlechten Weg und äh alles wird in einem Jahr äh äh crashen.
Wie heißt es so schön? Im Nachgang ist man immer schlauer. Ähm ich glaube schon, dass wir da eher uns erden müssen, weil uns, Gut zu Gesicht steht, wir müssen weder demütiger werden, wir müssen bodenständiger werden und und das ist eigentlich so der Treibsand meiner Motivation, wir müssen halt Schalke wieder mehr mit mit Gelsenkirchen und mit den Menschen verbinden, wir müssen die Spieler zurückholen
Wir müssen, wir müssen Schalke als Zugwert, als Motor, als als dynamischen Motor für Gelsenkirchen zurückholen. Und wenn wir diese Symbiose nicht hinbekommen. Die Entfremdung sich verstärken, dann habe ich ein Problem, weil. Nicht mehr ehrlich ist, weil nicht mehr ehrlich kommuniziert wird, weil dann Schalke mit Schalke nichts mehr zu tun hat und Schalke muss wieder Schalke werden,
Aber dann könnte der Abstieg doch auch eine Chance sein, oder? Auf jeden Fall. Ist ein Abstieg natürlich, also erstens sind wir alle Fußballfa, Schalke null vier, genauso wenig wie irgendein anderer Verein, hat ein Abo da drauf in der ersten Liga zu sein oder Meister zu sein, das muss man sich sportlich jedes Jahr neu und hart erkämpfen und wenn wir ganz ehrlich sind, auch wenn's richtig, richtig weh tut und richtig bitter ist, für jeden einzelnen Fan, Jahreskarteninhaber,
für jeden Gelsenkirchener, für jeden, der mit Schalke liebt und leidet. Das gehört zum Sport dazu. Ein abspielchen, sportlicher Abstieg gehört dazu, Frage ist halt dann nur, zieht man jetzt die richtigen Schlüsse daraus und wagt einfach einen Neuanfang. Wir machen's anders, wir machen's besser. Ich persönlich glaube, dass wir jede Menge Fehlidentitäten produziert haben in den letzten Jahren. Ähm.
Jetzt ist gerade die große Chance, um bodenständig und demütig da eine Kurskorrektur vorzustellen. Okay, also das heißt, wir steigen ab in die zweite Bundesliga. Das bietet die Chance, einfach mal diesen Reset-Knopf irgendwie zu Menschen wieder mitzunehmen. Ja. Die Menschen wieder mitzunehmen. Genau. Ja. Was, was, was, was müssen wir tun?
Oder oder was muss der Verein tun oder was? Ja, der Verein sind ja erstmal wir alle, ne? Also nochmals, der Verein sind wir alle und ich glaube, ganz, ganz wichtig ist, wir müssen wieder eine Einheit werden, ne? Wir müssen wieder diesen kleinsten, gemeinsamen Nenner finden und wir müssen vor allen Dingen eine eine Aufbruchstimmung erzeugen. Das ist das Allerwichtigste. Aufbruchstimmung kann ich nicht erzeugen, auch wenn du mich ganz toll und lieb und charmant angekündigt hast, äh da muss halt.
Der Verein, also als als juristisches Gebilde natürlich vorweggehen und ganz klar jetzt auch kommunizieren. Meiner Ansicht nach ähm Kurskorrektur, wir haben verstanden, wir müssen wieder besser kommunizieren und zwar mit euch, Wir müssen auch wieder mit Spielern arbeiten, die es meinen Kindern ermöglichen, als Identifikationsfiguren eher herzuhalten. Das müssen meiner Ansicht nach, da bin ich vielleicht.
Der Spielermarkt habe ich mir mal sagen lassen, ist relativ groß und Schalke bezahlt auch nicht so schlecht, dann müssen wir auch Spieler finden. Mit Kopf, Herz und Hand bereit sind für diese Stadt durchs Feuer zu gehen. Dann muss man ihnen aber auch vorab diese Stadt und diesen Verein mal zeigen, ehrlich und authentisch.
Nahebringen. Natürlich, das meine ich mit Erleben, das meine ich mit Schalke erleben und dann muss man ihn dann, nachdem man hieß getan hat, die Frage stellen, ihr habt die Möglichkeit, hier unsterblich zu werden, wenn ihr euch auf diesen Einlass Deal einlasst, wenn ihr diese Stadt und diese Menschen und diesen Verein und diese Begeisterung haben wollt, dann kriegt ihr sie mit allen nach, aber auch mit allen Vorteilen.
Und ich glaube da, gerade in dem Bereich, du hast mich gerade als Fußballkenner angekündigt, bin genau das tatsächlich nicht. Ich habe von Fußball, also vor dem Spiel eigentlich relativ wenig Ahnung. Aber dass wir da ganz schön tief. Ins Glücksglas gegriffen haben, bei den Spielern, bei einzelnen Spielern, die, wie wir ja tagtäglich auch in den Schlagzeilen aktuell noch selbst nach dem Abstieg lesen.
Wir da keine Identität stiftenden Personen und Figuren verpflichtet haben, die mit Schalke auch durchs Feuer gehen würden. Das ist offensichtlich und natürlich sind wir am Ende einen Fußballclub, einen FC, Natürlich steht der Fußball im Vordergrund und wenn man da halt keine Figuren, Persönlichkeiten hat. Ja, die es unseren Kindern wert sind als Name hinten aufgedruckt auf dem Schalke-Trikot getragen zu werden, dann haben wir ein Problem und ich finde, das ist ein schönes Spiegelbild immer,
den Status eines Vereins, wenn ich, ich bin heute Abend, habe ich Altherrentraining wieder bei Eintracht Gelsenkirchen. War doch nicht Altherren. Ja doch, also in meinem Alter ist man dann schon alt Herren. Und ich sehe aber dann, dass die Hälfte der. Der Leute, der Spieler, Spielerinnen und Spieler, ob jetzt die Minis, die F-Jugend bis hin zu den alten Herren, keine Schalke-Trikots mehr tragen. Oder Messi oder im schlimmsten Fall sogar noch was ganz anderes, dann blutet mir das Herz und und.
Grade das meine ich mit Aufbruchstimmung. Wir müssen den Verein wieder näher und zurück zu den Menschen in die Stadt zurückholen. Die Stadt hat den Verein sehr viel gegeben, immer. Ich glaube, jetzt ist es an der Zeit, dass man da wieder eine Balance findet. Und das kann in der zweiten Liga jetzt eine Chance sein, indem man mit.
Ganz wichtig auch mit Akteuren, die Schalke in ihrer DNA verinnerlicht haben. Ich glaube, da sind wir an der ein oder anderen Stelle vielleicht auch nicht optimal gefallen. Also wenn es permanent Menschen gibt. Angestellte des Vereins sind, die mir aber dann erklären, wie Schalke funktioniert, dann stütze ich manchmal. Mhm. Weil ich habe vielleicht Ahnung von nichts, aber so ein ganz klein wenig habe ich verstanden, glaube ich, wie Schalke tickt. Und ich glaub da wir haben.
Wir müssen zusehen, dass wir da im Mitarbeiterstamm auch Leute haben, die die durchaus mit kühlem Verstand Entscheidungen treffen können, aber die trotzdem auch Herzblut-Schalker sind. Dieser Arbeitgeber am Ende schon was Besonderes und was emotionales ist und jetzt mache ich mich unbeliebt, Schalke muss dann in dem Moment auch begreifen, natürlich sind wir ein mittelständisches Wirtschaftsunternehmen, aber am Ende verkaufen wir trotzdem etwas. Und das, was wir verkaufen,
muss sich von allen anderen Clubs in dieser Liga oder in diesem deutschen Fußball unterscheiden. Weil wir verkaufen nicht Fußball. Macht uns alle gleich. Dasselbe Spiel elf gegen elf bietet nach den selben Regeln, da gibt es was anderes, was uns als Produkt, also im Markenkern, einzigartig macht,
Das müssen wir in einem modernen Storytelling auf Basis der Vergangenheit für die Zukunft für unsere Kinder, also Schalke muss wieder sexy werden. Ne, wir müssen eine tolle Geschichte auch wieder erzählen und das meinte ich mit Fehlidentität. Wir haben uns da selbst in Sackgassen, Das haben wir selber gemacht. Ich mitreden.
Storytelling ist überhaupt ein gutes Stichwort jetzt, ähm einfach weil ich mit dir auch ähm in diesem Zusammenhang vor allen Dingen auch über die Entwicklung unserer Stadt sprechen möchte. Mhm. Ähm und ähm ich hatte das ja eingangs auch schon kurz erwähnt, ähm also dass du die Hoffnung hast, dass du dich dafür einsetzt und ich meine, diese Hoffnung äh teile ich und ich glaube, diese Leidenschaft bringen auch äh viele Menschen in unserer Stadt mit.
Dass diese Begeisterung für den Verein, dieser Stolz, dieses Gefühl, diese Verbundenheit mit Schalke null vier oder mit dem Fußball insgesamt ähm halt eben auch wirklich, Da ist, dieses Fußballstadt zu sein, also dieses Gefühl auch wirklich zu leben und zu einer positiven und auch optimistischen Stimmung des Aufbruchs hier in Gelsenkirchen führen kann.
Und ähm du sitzt mir gerade gegenüber und du trägst ein T-Shirt, ja, da ist der Hashtag drauf. Das ist Zufall, tatsächlich. Vier null eins GE, ja? Aber ähm das ist natürlich eine Kampagne, ähm mit der du vor einigen, Jahren ist tatsächlich schon ein Jahr, ja? Ähm da hast du für großen Wirbel gesorgt, ja und die Aktion bezog sich. Eine ZDF-Studie zum Thema Lebensqualität in deutschen Städten und in welcher Gelsenkirchen halt den letzten Rang ja, den Rang vierhunderteins.
Hat und du hast dich damals dafür entschieden, eben auch mit diesem vermeintlich schlechten Image irgendwie zu spielen und zu sagen, Letzter Platz, muss man erstmal schaffen, ja? Und da kann man was draus machen. Das Beste kommt immer zum Schluss. Das Beste kommt zum Schluss, genau und das sind ja auch so ein paar Parallelen, wenn wir jetzt grade viel über den, über den Verein, über den Fußballclub, Schalke null vier geredet haben, der jetzt in die zweite Bundesliga abgestiegen ist, dann,
gilt es natürlich da, so wie du richtig beschrieben hast, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, den Stadt und den ähm die Stadt und den Verein wieder näher zueinander zu bringen. Aber Gelsenkirchen hat auch 'ne Reihe anderer Probleme und, haben fast immer die rote Laterne, egal in welchem Ranking, ja und deswegen kann man da vielleicht auch so ein paar Parallelen entdecken. Und ähm ja, wie lässt sich das miteinander verbinden? Wie siehst du die Entwicklung unserer Stadt und.
Also grundsätzlich diese Aufbruchstimmung, die wir jetzt vielleicht beim beim Verein äh lässt sich das übertragen. Letztendlich lässt sich das grundsätzlich wunderbar zusammenführen und zusammenbringen, weil da sind wir ja eigentlich so im Kerngeschäft.
Meines operativen Handelns. Ich bin nämlich ja, ich bin ja gar kein Verrückter Fußballfan im eigentlichen, ich bin ja kein verrückter Schalker, sondern natürlich sind wir Schalker alle verrückt, ne, dein Mann ist verrückt wahrscheinlich, weil er Schalke ist und du bist mittlerweile auch ein bisschen verrückt. Ähm. Ich habe ja zwei Staatsangehörigkeiten. Ich bin Deutsch-Franzose. Und ich habe in frühester Kindheit gelernt.
Das ist ein Schatz. Ich habe in frühester Kindheit gelernt, dass Gelsenkirchen kein Schwein auf der Welt kennt, aber Schalke, Schalke kennt jeder. Ich beschäftige mich im Kern halt unglaublich viel mit Marketing. Und jetzt sind wir eigentlich beim Nokias. Warum eigentlich immer Schalke? Ganz einfach, Schalke ist die Visitenkarte meiner Stadt.
Ich ertrage es eigentlich nicht, wenn wenn ich immer wieder höre, ach immer Schalke, immer nur Schalke, Schalke, aber wer wer interessiert sich außerhalb des Emscherequators, Kirche. Ich fahre ins Ausland. Was wollen die als Zuverne hier haben? Ein Schalke-Trikot. Ich stehe, ich stehe auf einer Skipiste in den Alpen, wie vor zwei Monaten, in der Schweiz, habe ein Schalke-Shirt an, ach Schalke, Zocker, Germany, zack,
sofort im Gespräch, genau wie es am Emscherstrand funktioniert, funktioniert es ja außerhalb des Emscher Strandes auch. Ich könnte jetzt eine halbe Stunde lang weitererzählen. Schalke ist der Markenbotschafter meiner Stadt. Ob ich fußbalaffin bin oder Schalke null vier leiden kann, Es ist völlig irrelevant. Das hat sich.
Das hat sich ergeben aufgrund der vergangenen hundertzwanzig Jahren. Das ist ein Schatz, diesen Schatz muss man heben, genau wie Paris, die Stadt der Liebe ist. Ich würde ja jetzt nicht anfangen aus Paris die digitale Modellstadt zu machen. Punkt. Rom ist die ewige Stadt
Also wir haben etwas, worum uns zweitausend Städte in Deutschland so viel schätzt man, ne, gibt's ja verschiedene Klassifikationen. Das ist ungefähr zweitausend Städte in Deutschland gibt, da in in diesem ZDF-Ranking gleichwertige Lebensverhältnisse sind vierhunderteins, Es gibt mindestens dreihundertachtzig Städte, die uns ja beneiden. Der Platz eins steht im Scheinwerferlift, Licht und der letzte.
Was hat das jetzt mit meiner Arbeit zu tun? Gelsenkirchen hat zwei starke Alleinstellungsmerkmale klassisch abgelehnt. Ich rede jetzt mal unter dem Oberbegriff Stadtmarketing. Zwei klassische Markenkerne abgelehnt, die uns immer ausgezeichnet haben. A, wir waren die größte Bergbaustadt Europas, Punkt. Was wollten wir nie sein? Europas. Wer macht, wer bespielt dieses Tool? Ja, alle, nur nicht wir, das Weltkulturerbe steht in Essen.
Das Museum steht in Buchen, ich bin da nicht böse drum, ich versuche nur 'ne 'ne Mechanik aufzuzeigen, wir wollten nie die Bergbaustadt sein, ich kann das auch verstehen, warum wir das nicht sein wollten. Die selbe Mechanik steht hinter dem Ergebnis, wir wollten nie Fußballstadt sein. Ich habe es gerade zu Beginn unseres kurzen Interviews gesagt, in keiner Stadt.
Bundesrepublik Deutschland hat der Verein jemals so viel bedeutet wie für die Menschen in Gelsenkirchen. Gerade in den dreißiger und vierziger Jahren, wo die Funktion Schalkes Schalke null vier ist nochmal eine ganz besondere war. Was wollten wir aber nie sein?
Fußballstadt. Das ist erstaunlich, weil alle Menschen auf der Welt kennen, Schalke und Schalke, das habe ja nicht ich erfunden. Ich ich bin im Bereich Tourismus tätig gewesen bin ich immer noch und es kommen ja knapp vier Millionen Menschen jedes Jahr nach Gelsenkirchen, weil sie was ganz, ganz tolles hier erleben wollen,
ganz viele davon wollen halt wegen Schalke, Fußball, Romantik, Industriekultur et cetera ein Geschäftsfeld, was der Stadt selbst noch gar nicht aufgefallen ist, Fußball, Fußballtouristik, aber gut, das ist ein anderes Thema Fußballtourismus. Lange Rede, kurze Hose, wollten wir beides nicht sein. Und jetzt kommt halt das dritte Tool dazu, ähm man kann das notfalls rausschreiben, aber wir sind mittlerweile die Assi-Stadt in Deutschland.
Weil alle Kennzeichnern Sozialdaten, die Wahrnehmung dieser Stadt so unfassbar negativ ist, geprägt durch die Industrialisierung Briketts Fliegen tief, eine weiße Bluse braucht, sondern nicht anziehen, es knattert, es zischt an allen Ecken und Kanten bis hin halt zu diesen vier null eins mittlerweile, Und ich bin aufgrund meiner Arbeit meiner tagtäglichen, täglichen Arbeit und natürlich auch meinen Berührungspunkt mit Menschen, mit Touristen.
Ja die letztendlich aus ganz Europa ja bewusst sich dazu entscheiden ins Ruhrgebiet nach Gelsenkirchen zu kommen. Bin ich mir einer Sache sicher? Wir beiden. Zeit unseres Lebens nicht mehr schaffen, das Bild, also die Stereotypen im Kopf, die Mental Maps. So verfestigt sind außerhalb des Ruhrgebiets. Wir werden das Bild Gelsenkirchens des Ruhrgebiets nicht mehr mit konventionellen Mitteln aufbrechen können,
Ich weiß, dass Gelsenkirchen liebens- und lebenswert ist. Ich weiß, dass Gelsenkirchen grün ist. Ich weiß, dass Gelsenkirchen ganz vieles ist, sonst würde ich ja nicht hier sitzen und hier leben. Bewusst, das ist eine bewusste Entscheidung. Es zwingt nicht niemand.
Und das ist das Erste, was ja gestern nach einer Tagestour mit mir nach zwei Stunden auffällt. Scheiße, ist das grün hier? Ist ja grüner als bei uns. Ja, ich sage, ich habe euch das, ich habe euch den Rest nicht erzählt. Der findet nur bei euch hier im Kopf, im Hinterhirn statt.
Aber damit werden wir keine Menschen erreichen. Also ist klassisch im Marketing, im Marketing dann die Coketerie, die Satire, der Sarkasmus, setzt ironische Spielmittel mit dem eigentlichen Wesensmerkmal mit den Alleinstellungsmerkmalen, Ja, das lernt man, glaube ich, im ersten Semester in der zweiten Vorlegungssuchungswoche, arm, aber sexy. Hm. Wir können alles außer Hochdeutsch. Bist frisch verliebt, deine Content-Freundin kommt aus Gelsenkirchen.
Das sind das sind Elfmeter, um im in der Fußballmetapher zu bleiben. Letzter zu sein. Assi statt in Anführungszeichen zu sein. Es bietet mir so viel Interesse. Die Spotlight sind an, die Plattform, die Schauspielfläche ist meine. Ich muss diesen Elfmeter nur noch verwandeln, indem ich Aufmerksamkeiten generiere, die mich dann vielleicht auch, dazu bringen, kritisch zu hinterfragen, warum nehmen die sich jetzt selber aufs Korn? Mhm. Warum spielen die mit ihrer eigenen Identität?
Warum warum sagen die, bleibt bloß fern von uns? Hier ist es eigentlich noch viel schlimmer, als ihr euch in den Künstenträumen ausmalen könnt. Ich glaube, damit erzeugen wir eine Form von Aufbruchstimmung.
Typische Reflex, den wir bedienen, ist der, wir versuchen, was anderes zu sein, also ich glaube, seitdem ich mich bewusst mit Marketing beschäftige, haben wir, glaube ich, schon sechs Marketingkampagnen hinter uns. Statt äh, im Revier von Herz und Kraft und Zauber, Solar statt, äh digitale Modellstadt, jetzt wollen wir, glaube ich, Bildungsstadt werden, das ist alles schön und gut und nett,
Aber in China empfängt mich niemand am, am Flughafen, sagt endlich mal jemand aus der digitalen Modellstadt. App funktioniert in Herne schon nicht mehr. Und Home Schooling funktionierte jetzt auch während der Pandemie zu Hause nicht, wenn vier parallel eine Konferenz hatten, ja, wir sind keine digitale Modellstadt. Also ich versteh's politisch als Tool, aber wenn man eines kennt,
Ist es Schalke? Und wenn wir das diese Chancen vertan haben, dann lass uns doch selbst ironisch mit unserer Identität spielen. Es ist vieles viel, viel, viel besser hier, als man es wahrhaben will, auch wenn wir Probleme haben, aber die gibt's in München auch, die gibt's in Berlin auch. Mit dem klassischen Reflex, ja dann lass uns doch den ZDF Fernsehgarten hierhin holen. Ähm.
Ich glaube, da müssen wir gerade auch an die jungen Leute denken. Daher dieses Hashtag Thema auch, junge Leute, kurze, knackige Botschaft, selbstironisch, sarkastisch angehaubt. Seid stolz auf eure Heimat oder wie Frank Großen zu sagen pflegt, woanders ist auch scheiße. Unser Problem Irene ist,
wenig Selbstwertgefühl, wir haben wenig Selbstbewusstsein. Warum? Weil man uns seit fuffzig Jahren torpediert mit Negativschlagzeilen und wie beim Märchen mit dem hässlichen Entlein, irgendwann mal fängt man an, den Scheiß auch selbst zu glauben, dann kommt man aus dieser selbsterfüllenden Prophezeiung nicht mehr heraus und daran leiden wir. Da ist jetzt alles super Olivier, ne, ne, wir schneiden hier gar nichts. Das, ich finde es sehr interessant, was du sagst. Ähm einfach weil ähm,
dadurch einfach nochmal deutlich wird, ja? Also du hast das grade sehr schön beschrieben, finde ich. Wir wollten nie Fußballstadt sein, ja. Ähm zum Beispiel oder jetzt auch dieses wir aus einer Marketingbrille, ne? In Anführungszeichen, genau. Ja. Oder auch dieses dieses vier null eins GE, ja, also dass man,
es eben nicht wirklich schafft, ja, also mit diesem Negativ-Image auch wirklich zu spielen, sondern dass wir immer wieder versuchen, irgendwie anderen zu erzählen, wie toll es hier ist. Und uns vor allen Dingen auch, versuchen selbst irgendein Kleid umzuhängen, was uns vielleicht gar nicht passt, ja? Und ähm also indem man sich neue Titel gibt und so weiter,
Und ähm aber die spannende Frage ist natürlich ähm wie kann es uns gelingen indem man sein sein Image annimmt, was man hat, ich meine das Image wird man einfach nicht los, ja. Ja. So, aber wie kann man das.
So in etwas Positives umwandeln, dass halt eben sich auch wirklich ganz konkret, also für die Menschen auch etwas Positives verändert. Also wir haben natürlich eine hohe Arbeitslosigkeit, wir haben ähm, also viel Leerstand in den Innenstädten zum Beispiel, ähm also manche haben so ein so ein bisschen auch den Eindruck, okay, hier geht irgendwie alles so nach und nach,
schon irgendwie so ein bisschen den Bach runter und dann tritt ja genau das ein, das, was du gesagt hast, ach, wir haben sowieso in jeder Statistik irgendwie die rote Laterne, sind sowieso überall aufm absteigenden Ast, man sieht's ja auch, wenn man sich hier umguckt, ja, es verändert sich irgendwie so wenig positiv. Also das ist das, was mir auch viele Leute erzählen. Und ähm wie kommt man daraus aus dieser selbsterfüllenden Prophezeiung? Also wie schafft man es sozusagen.
Das Image einerseits anzunehmen, zu sagen, ja, wir sind Fußballstadt, ja, wir sind Asistadt, so wie du es gerade gesagt hast, ja, aber wie kann man daraus sozusagen. Platt aus scheiße Gold machen. Na ja gut, aus Scheiße deutsch zu machen. Äh ich denke mal, das ist nicht unsere Intention. Äh wir wir werden mit schwarzem Gold äh äh ja schon ganz zufrieden. Äh Spaß beiseite. Nein, die Zeiten sind auch vorbei. Erstens fängt es glaube ich damit.
Dass man erkennt und anerkennt, dass man eine E-Mail hat und ein Image zu haben ist schon mal ein unglaublicher Schatz. Viele Unternehmen betrachten wir auch eine Stadt klassisch mal als Unternehmen. Das was ja auch ist letztendlich, geben, Millionen, teilweise Milliardensummen auf, um sich ein Image aufzubauen. Wir haben das. Es ist geschenkt. Die Frage ist nur, wie gehe ich damit um,
Erstens, was bräuchten wir? Meiner Ansicht nach, wir bräuchten da natürlich eine Struktur, ich nenne es jetzt nochmal, Stadtmarketing. Ich wobei ich nicht glaube, dass das jetzt, Die klassische Funktion in Gelsenkirchen des Stadtmarketings ist aber, dass man wirklich mal ein paar pfiffige Köpfe, zu denen ich jetzt wahrscheinlich nicht gehöre, an das Thema ranlässt und sagt, wir brauchen wirklich mal eine eine Image-Kampagne, die offen, ehrlich. Auch vor allen Dingen mutig.
Futuristisch und visionär kommuniziert, ohne ohne dann Brett vor den Mund zu nehmen oder oder ein Blatt vor den Mund zu nehmen, zweitens wird das mit Sicherheit auch nur funktionieren, indem man, glaube ich, und da gehen wir so ein bisschen in in dein Resort rein, in dem man auch, vielleicht mal offen und ehrlich kommuniziert und.
Und in den Dialog kommt, da werden wir wieder bei einer äh bei einem Doppelpassspiel mit Schalke und viel Kommunikation, ist, glaube ich, unglaublich wichtig und wenn diese Stadt Probleme hat, die sie ja zweifelsohne hat, die halt andere Städte auch haben natürlich, da muss man dann vielleicht auch mal, sich diesen unbequemen Fragen stellen. Unbequeme Fragen, die unbequeme äh Diskussionen dann zur Folge haben, äh was was sind denn unsere Probleme, woraus ergeben sich die Probleme?
Was sind die Ursachen für diese Probleme? Es wird, glaube ich, vieles besser in dieser Stadt, aber ich glaube, jeder positive Effekt wird auch aktuell torpediert durch andere Parallele Effekte. Ne, wenn ich jetzt zum Beispiel.
Die die Zuwand, die Armut, Zuwanderung aus Südosteuropa nehmen ähm und und wir von knapp zehntausend Menschen sprechen, die jetzt nach Gelsenkirchen gekommen sind, in der Hoffnung hier, eine bessere Zukunft vorzufinden, also absolut nachvollziehbar, aber diese diese zehntausend Armutszuwanderer sorgen ja jetzt nicht dafür, dass die statistisch äh statistischen Mittelwerte sich großartig verbessern,
Und dann muss ich aber solche Themen auch wieder aufgreifen und sagen, vielleicht kann ich mit dem Durchschnittseinkommen von tausendachthundert Euro netto, in Gelsenkirchen wird viel besser leben, als mit einem viertausend Euro Nettoeinkommen in München. Weil natürlich die Lebenshaltungskosten äh viel geringer sind. Ich glaube, in jeder Krise auch hier, wie beim Fußball, steckt eine Chance,
Wir müssten allerdings auch Krisenkommunikation dann mal lernen. Jetzt gehöre ich natürlich auch schon zum alten Reisen. Ich spreche bei, ich spiele ja bei den Fußball. Ich bin eigentlich Handballer im Übrigen, aber gut. Schwamm drüber. Ich kann ich persönlich bin Baujahr fünfundsiebzig, Und ich kann's auch meinen Kindern nicht mehr erklären. Ich kann, ich kann niemanden erklären, warum immer noch bei jedem kleinen Problem was auftritt. Wie in einem Reflex ja Strukturwandel,
Ich kann es nicht mehr hören. Ich ertrage es nicht mehr, weil ich tatsächlich noch ein bisschen rumgekommen in dieser Welt. Ich kenne keinen Ort, ich kenne keine Stadt, ich kenne keine Region, kein Land der Welt, wo nicht permanent Strukturwandel, permanent Wandel ist, Du hast vielleicht viel mehr gesehen von der Welt als ich. Sag's mir. Das kommt bei uns immer reflexartig.
Strukturwandel. Der Strukturwandel ist einfach irgendwie an allem schuld, hat man so das genau, passt immer. Und das meine ich, wir müssen's, glaube ich, dazu. Wir müssen's schaffen. Und da gehört natürlich, Markenkommunikation schon auch dazu. Menschen in Dialog kommen, offen und ehrlich unsere Probleme ansprechen, aber auch Perspektiven aufzeigen, das aufzeigen, was wir, glaube ich, auch gut machen. Wir machen ja auch viele Sachen gut und Gelsenkirchen hat ja auch viele Stärken.
Wir müssen die Stärken stärken und die Schwächen schwächen, wie es so schön heißt und die Potentialbrille mal aufsetzen, dann können wir, glaube ich, eine Aufbruchstimmung erzeugen. Aber es muss mutig sein, es muss visionär sein und wie bei Schalke null vier, ich hab's gerade gesagt, nicht durch irgendwelche Fehlidentitäten geprägt. Ehrlich, authentisch, bodenständig. In die Zukunft schauen. Dazu würde ich gerne noch eine Frage stellen. Also glaubst du, dass man ähm,
also dass wir auch positive Vorbilder brauchen in irgendeiner Weise oder besteht dadurch vielleicht auch die Gefahr, dass man wieder versucht, sich irgendwie ein falsches Image umzuhängen. Also ich will's nur mal.
Nochmal erläutern, also wenn man jetzt zum Beispiel über den großen Kanal guckt, ja, Richtung Großbritannien, so da hast du, auch, ich sage mal, ehemalige Industriezentren, ja, die auch viel mit Fußball zu tun haben, Manchester Liverpool zum Beispiel oder so, ja, also wo auch viel weggebrochen ist, ja, und wo sich die Identität einer Stadt. Viel verbunden mit dem Fußball, aber auch viel mit mit dem Thema Kultur, massiv verändert hat.
Ja? Und ähm was aber inzwischen dazu geführt hat, dass zum Beispiel, wenn man jetzt bei dem Beispiel dieser beiden Städte bleibt,
sich aber wirklich zu europäischen Tourismushotspots entwickelt haben. Ja, was wahrscheinlich vorher nie einer geglaubt hat, irgendwie, dass das Armenhaus England sozusagen mit Fußballtourismus haben wir noch gar nicht dazu. Genau, ja, ja, genau, Musik, die Beatles, ne, so Fußball und das alles und auch aber auch diese ehemalige Schwerindustrie, die da überall sozusagen immer noch vorhanden ist, aber was man halt eben durch, ich sage mal, Kultur,
Betriebsmaßnahmen vielleicht etwas umgewandelt hat, sodass es für die Leute nochmal anders erlebbar geworden ist, braucht es solche positiven Vorbilder? Also lohnt es sich zum Beispiel auch mal woanders hinzugucken und zu sehen, ach guck mal, wie haben die das denn gemacht und ähnliche Geschichte, vielleicht auch ähnlicher Ursprung, ähnliche Voraussetzungen, oder laufen würden wir dann Gefahr laufen, ähm es einfach nur zu kopieren, ohne,
die eigene Identität dabei genug zu berücksichtigen? Also es würde ja schon mal reichen, oder mir persönlich würde es ja schon mal genügen, wenn wir selber diese Potenziale identifizieren würden, die vor der Haustür liegen.
Es gibt ja zwei Möglichkeiten, entweder ich bin ein totaler Spinner, was meine Frau mir des Öfteren in den letzten zwanzig Jahren gesagt hat und ich möge mit meinen Visionen endlich mal anfangen zum Arzt zu oder nach dem Arzt zu gehen. Ähm aber es passieren ja unglaublich viele tolle Geschichten in dieser Stadt. Wir schrauben halt permanent wirklich nur diesen Defiziten rum. Wir haben gelernt von vom ersten Atemzug an durch diese Defizite und nicht durch die.
Zu schauen, ähm um auf deine Frage konkret einzugehen. Ich. Ich würde damit beginnen, dass wir auch lernen müssen, irgendwann mal über Stadtgrenzen hinauszudenken und zu schauen. Ich als Üppendorfer bin drei Meter weiter in Wattenscheid, zehn Meter weiter in Essen, ähm brauche allerdings anderthalb Stunden, bis ich in Scholzen bin. Ähm wir sind im Mittelpunkt.
Und wir sind nicht monozentrisch organisiert, wir sind polyzentrisch organisiert im Ruhrgebiet. Das ist, glaube ich, eine riesige Chance, wenn wir, wir uns anschauen wie monozentrikturierte Städte. Funktionieren mittlerweile auch mit dem Problem, zum Beispiel des Klimawandels. Ne, diese vielen Grünflächen, die wir in Gelsenkirchen haben, die uns, glaube ich, in Zukunft vieles erleichtern werden. Wir haben die Renaturierung der Emscher.
Sind uns noch gar nicht darüber im Klaren, dass wir auf fünfzehn Kilometern demnächst Leben am Fluss haben. Ich rede gar nicht von den von den hunderten von Kilometern an Zuflüssen, die die Ämscher mit den ganzen Bachläufen mit sich bringt,
Potentialereignisse, die Euro zwanzig vierundzwanzig, da sind wir wieder in diesem Spannungsfeld. Schalke, Stadt Gelsenkirchen, die ganze Welt, wird die eine Europameisterschaft ist, die zur Zeit läuft noch nicht so gut, das hat mit Corona zu tun, aber eine Fußball-Europameisterschaft ist nach einer Fußball-WM und nach einer äh nach einer Olympiade, das dritt,
meistbeobachtetste und verfolgste Sportereignis der Welt. Das heißt, die Feuilletons aus aller Welt werden wieder nach Gelsenkirchen kommen und wir werden die Möglichkeit haben, Unsere Erfolgsgeschichten zu erzählen. Wir haben die IGA zwanzig siebenundzwanzig vor der Brust. Und dann haben wir natürlich auch die den positiven Strukturwandel, zum Beispiel sagen können, ich glaube Gelsenkirchen mittlerweile fast führend, wenn nicht sogar führend in Deutschland,
Bereich Gesundheitswirtschaft. Wir haben auch immer noch unter der Arbeitnehmerschaft eine der eine der, wenn nicht sogar die höchste Ingenieursdichte, in Gelsenkirchen kaum bekannt. Wir wir liegen mit, zwei Fachhochschulen in Gelsenkirchen. Ne, also eines steht ja jetzt gerade auf der Kippe. Richtig. Ne, die Westfälische Hochschule steht ja die die die Studierenden schauen ja.
Aus der Uni raus, die schauen aus dem Hörsaal raus und gucken auf die Kuhwiese. Die glauben ja gar nicht, dass das Gelsenkirchen ist. Tourismus als riesiges Potential. Jetzt könnte ich Schalke will er sagen und sagen, wir sind der Nukleus. Deutschen Fußballgeschichte auch, weil wir die Nationalspieler von morgen ausbilden, die knacken Spiele, Schmiede. Ähm das heißt, wir haben so viele tolle Erfolgsbeispiele, Erfolgsstories auch.
Wir wir machen's halt immer nur besonders gut uns mit den Negativen auseinanderzusetzen. Und das machen halt andere Städte wesentlich besser. Also aus der Stadt, aus der ich mütterlicherseits komme, Lion. Mhm. Lyon. Ist für sich gesehen keine schöne Stadt? Das Alte, das Violyon, das Alte Welt UNESCO Weltkulturerbe geschützte Lion, das ist wunder wunderschön. Das kann sich der normale Lionel aber nicht leisten. Der normale Lionel kann sich die nur leisten. Und die in Lyon.
Dreimal schlimmer, als wir uns die schlimmste Ecke in Üppendorf wiederum vorstellen können. Ein Lionel wird dabei immer rausgehen mit. Stolz geschwollener Brust im Übrigen, ein Kölner auch, Köln ist nicht schön. Ich bin ein paar Mal den Köln-Marathon gelaufen. Ich hab's mir genauer angeschaut. Vor zwanzig Jahre,
Köln ist nicht schön, liebe Irene. Aber die Kölner feiern sich. Die haben so ein Selbstwertgefühl. Da kriege ich Gänsehaut, wenn ich dran denke, weil ich ein Stückchen was von diesem Selbstbewusstsein gerne, Ruhrgebiet und für Gelsenkirchen. Die feiern sich selbst, als wenn's kein Morgen gäbe. Die haben ein Lied gut, die haben die haben Identitätsstiftende Kultur und bei uns ist immer äh,
Ist alles schlimm und es wird noch schlimmer. Davon muss man sich befreien und ich glaube, dazu tragen halt auch. Positivbeispiele. Positive Beispiele, aber ich ich muss das natürlich dann auch mit mit ja mit Image. Kampagnen begleiten, dass man den Leuten auch mal sagt, ey, ist nicht alles gut und wir haben Probleme, aber wir schauen jetzt mal mit einem mutigen Storytelling in die Zukunft. Wir haben schon so viel geschafft. Es geht in diesem Land gut, aufgrund der Geschichte eurer Vorfahren.
Diese Geschichte machen wir rund, weil wir jetzt wieder mit. Nehmen wir von mir aus grünen Wasserstoff. Also Zukunftstechnologie. Dazu brauchen wir in unserer Stadt aber Mut, Mut, Mut, Mut, vielleicht auch mal Ausdauer und eine Vision. Ich rede ja immer davon, dass die Berliner Brücke zum Beispiel weg muss. Ja. Punkt. Und wenn ich gleich mit dem Fahrrad nach Hause fahre, fahre ich die Europastraße runter,
ich mir anschaue, so ein ich bin ja nicht für Stadtentwicklung oder für Stadtplanung zuständig. Aber wenn ich mir anschaue, dass wir mitten im Ruhrgebiet, mitten, mit ein paar Meter entfernt von unserem Hauptbahnhof, riesige Potentialfläche verschleudern, damit da fünf Logistiker, die mit ihren LKWs jetzt jeden Tag zu tausend durch meine Siedlung fahren. Das können wir besser und da müssen wir mutiger sein,
Und den Mut kann man sich vielleicht auch bei anderen Vorbildern mal ein bisschen abgucken, ohne deren deren Image zu kopieren, sondern das Eigene zu kultivieren. Ja, das ist ja, glaube ich, nicht schlimm, wenn man das, was andere gut und richtig machen, kopiert, ist da nicht verwerflich. Kommen wir mal genau zu den Potenzialen von denen du geredet hast und vor allen Dingen wie man so 'ne so 'ne Trendwende bei uns auch wirklich mal umsetzen kann. Du bist Vorstand der Stiftung Schalker Markt.
Und ähm da setzt du dich ja gerade auch für so eine für so eine Trendwende, für so einen Aufbruch, für das Praktische sozusagen, ähm halt eben mit ein. Was für Projekte habt ihr bisher umgesetzt? Also Kampfbahn Glückauf, das habe ich ja eben eingangs ähm angesprochen, das Portal ähm wie geht's weiter bei euch?
Die Stiftung gibt's ja jetzt seit vier Jahren und und ähm die, die satzungsgemäße Grundintension äh ist es ja die identitätsstiftenden fußballhistorischen, bedeutenden Sehnsuchtsorte, Schalkes zu transformieren.
Zum Schalke zwanzig vierzig, Schalke zwanzig fünfzig, also bewahren, aber natürlich auch neue aufladen. Und jetzt sind wir wieder beim Markenkern dieser Stadt. Schalke funktioniert immer. Schalke funktioniert der kleinste gemeinsame Nenner aller Menschen. In meiner Stadt, Schalke kennt jeder auf der Welt. Jetzt ist Schalke ein ein riesiger Potenzialort. Das heißt, ich habe so viele bedeutende Orte in Schalke.
Fängt mit der Emscher an, zieht sich über die Kampfbahn Glückauf, eine der zehn bedeutendsten Sportstätten der Bundesrepublik Deutschland. Da ist Sportgeschichte geschrieben worden. Sankt Josephskirche, ein weltweit einzigartiges Gotteshaus, äh aufgrund aufgrund seiner, theologisch ganz besonderen Kirchenfenster. Der Schalker mag natürlich das Musiktheater.
In Schalke, ist eines der schönsten Theaterhäuser, welches wir in Deutschland haben, also alleine nur diese vier, fünf Beispiele, das ist alles Schalke. Jetzt muss man natürlich einfach nur mutig sein und diesen Ort neu denken und wir haben als Stiftung uns die Transformation. Dieses Stadtteil zur Aufgabe genommen. Das heißt, wir haben angeschoben, ähm.
Ein ein äh ein Stadtentwicklungskonzept. Und mit diesem integrierten Entwicklungskonzept liegen wir jetzt gerade im Rennen, beziehungsweise es ist beschlossen worden.
Ähm bei von der Bezirksregierung und vom vom Land. Das heißt, es werden demnächst sehr sehr viele Mittel fließen. Die Transformation der Glückaufkampfbahn ist in vollem Gange. Das heißt, wir haben, eine Kunstinstall, eine Lichtinstallation äh äh, errichtet, damit die die Glückaufkraftbahn in den Abendstunden oder des Nachts als Landmarke schon mal illuminiert ist, also Orte sichtbar machen, ist schon mal,
Schalke nicht nur als Durchfall, sondern dass dieser Ort halt gerade aus touristischer Sicht natürlich auch, aber auch aus ökonomischer Sicht, viele Mittelständler in Schalke Nord, keiner auf der Antenne. Allein aufgrund des Stadthafens, weil für die meisten Menschen ist Schalke zu Schalke Nord einfach nur die Kulturmacherstraße rein und rauf und runter fahren. Nein, das ist der Stadtteil ist vielfältiger, ist bunt und im übrigen da leben ganz, ganz viele tolle Menschen. Ähm,
Ja, also Transformation, das Glück, Aufkampfbahnareals, wir haben die Beflaggung wieder hergestellt. Wir haben, du hast es gerade richtig gesagt, historische Eingangsportal Original Wiedererichtung, das ist die Impulsmaßnahme, die bis zur WM äh bis zur EM zwanzig vierundzwanzig dazu führen wird, dass aus dem Glückaufkampfbahn Best-Case-Szenario für dieses Jahr sind, glaube ich, eins Komma acht Millionen schon bewilligt worden, halt 'ne offene Sportanlage,
entsteht nicht offen, was den Fußballplatz betrifft, sondern äh das Umfeld der Glückaufkampfbahn zu einem liebens- und lebenswerten Ort mit Aufenthaltsqualitäten, sehr viel frisch grün DNA, äh also als sozialer Ort, für die Menschen, die es gibt keine Treffpunkte vor Ort.
Gleichzeitig dazu haben wir die Projektachse skizziert, die werden wir auch in diesem Jahr beendet mit der Lichtinstallation blaues Band. Hm. Das heißt, wir haben auch da deutschlandweit einzigartig die Straßenbeleuchtung ausgetauscht. Von von diesen alten Energieineffizienten Lampen zu zu modernen LED, Lichtmodulen, die dann blau abstrahlt zur Seite und nach oben hin. Wir befinden uns im Prozess mit dem Bistum Essen, weil wir Sankt Joseph,
erhalten wollen. Sankt Joseph als die, ja, einer der Uhr, Schalke, Sehnsuchtsorte. Ähm die wir retten müssen, ne. Das Gotteshaus ist Anfang zwanzig zwanzig ausm Regelbetrieb genommen und jetzt müssen wir auch diesen bedeutenden Identitätsstiftenden Ort, wie die Glückaufgaben. Fit machen. Vielleicht ganz kurz erklären, da gibt's ja dieses Fußball.
Genau, also es gibt ganz bedeutende Kirchenfenster, die halt Schalker Geschichte und und und Geschichten erzählen, unter anderem ein Kirchenfenster, was halt insofern ähm ähm. Theologischer und kulturhistorischer Sicht einzigartig ist, weil es halt einen Heiligen abgebildet zeigt als Fußballspieler,
einen katholischen Gotteshaus. Also alleine dieses Haus würde in Barcelona, in Rom wahrscheinlich jeden, jeden Tag ein paar tausend Besucher erwarten. Und unsere These und die meines täglichen Handelns seit zwanzig Jahren ist immer die, Schalke ist ein riesiges Freilichtmuseum. Es gibt wahrscheinlich keinen Ort im gesamten Ruhrgebiet, wo auch so engen Raum.
Fußballgeschichte, Industriegeschichte, Bergbaugeschichte, Sozialgeschichte, Stadtgeschichte, so eng komprimiert zusammenkommen wie in Schalke. Frei verfügbar für jeden Mann für jedermann kostenlos erlebbar und jetzt sind wir gerade bei der Entfremdung, die du vorhin angesprochen hast, Ich merke halt, dass immer mehr Menschen, die sich vom modernen Fußball ein Stück weit abwenden. Das ist die Generation Olivier, fünfundsiebzig, fünfundachtziger,
Ende der achtziger Baujahr, die haben eine unglaubliche Sehnsucht nach diesen Orten. Orten, an denen auch Fußball noch nach Fußball schmeckt. Das ist kein Dissenz zum modernen Fußball, der geht weiter, der ging schon immer weiter. Aber mal in der Glückauf-Kaufbahn zu sitzen vorm Spiel, ein Bier zu trinken, eine Wurst zu essen.
Vielleicht demnächst mit einer 6G Brille dann aber auch dort mal zu sitzen. Was war hier in den Dreißigerjahren los? Im Gotteshaus, eine Kirche, im in der, im, im, im Gotteshaus, eine Kerze anzünden,
parallel aber dort die E-Sports-Abteilung. Gut, die wird jetzt aufgelöst, aber das Schalke-Museum zu besuchen, einen einen Fanshop oder ein Start-up, zu implementieren, den Schalker Markt, dort war ich heute noch mit Thyssenkrupp Elektrik wieder zu einem beliebten und beliebten sozialen Ort zu transformieren. Das sind unsere Aufgaben und da davon hunderte mehr, also an Ideen mangelt es uns nicht. Wir stecken da voller Projekte, haben Hummeln im Arsch und.
Das ist, glaube ich, auch sehr viele Kunst und Kulturprojekte, die zum Beispiel in diesem Sommer stattfinden werden, die Transurbanen, das Reallabor, ähm ähm die Materialverwaltung, also ganz viele tolle Geschichten, den wir für diesen Ort begeistern wollen und wir merken ja auch, wir merken, dass gerade so ein bisschen Aufbruchstimmung aufkommt. Absurderweise tatsächlich wie ganz oft mit einer positiven Sichtweise auf das Projekt, auf Einzelmaßnahmen von von außen.
Ne, also wir selber als Geldsetinnen und Geldseten tun uns ja oft schwer, wir sind diese, diese Mecker DNA ist ganz tief in uns veranlagt. Menschen, die halt von außerhalb des auf Gelsenkirchen gucken, die sagen, boah ist das toll, wenn ich jetzt zum Musiktheater fahre und ich fahre jetzt dieser Blauen Kunstinstallation hinterher, lief klein, wird sich vor Freude heute noch im Grab umdrehen. Ne und und ihr versucht als Schalke, also als Verein eurer sozialen Verantwortung gerecht zu werden,
und einem Stadtteil neues Lebensleben einzuhauchen, wieder Lebensmut für die Menschen vor Ort. Das machen die im Übrigen in Liverpool. Wo du gerade das Beispiel genannt hast, schon lange dieses, Das Fußballvereine. Ihrem Stadtteil wieder was zurückgeben, dass man auch für den Stadtteil wieder da ist. Schalke null vier ist ein Produkt dieses Stadtteils. Dieser Menschen.
Und ich glaube, daraus kann man ein unfassbares Potential schlagen und da ich tatsächlich ja seit zwanzig Jahren, wie gesagt, im Bereich Tourismus tätig bin, das ist das, was die Leute sehen wollen. Leute kommen nach Gelsenkirchen, die kommen ins Ruhrgebiet, das versteht man scheinbar hier nicht.
Beschwere mich nichts, eine Nische, die ich besitze, aber es versteht in dieser Stadt keiner, dass Menschen, die bewusst ins Ruhrgebiet kommen, diese Entscheidung ja auch bewusst treffen, weil sie das Ruhrgebiet und Gelsenkirchen dann so erleben wollen, wie wir sind. Ehrlich, authentisch und unverfälscht, Das ist dann nun mal Industriegeschichte, das ist Bergbaugeschichte und das ist im Kern Fußballgeschichte und wenn ich blühende Wiesen und Mittelgebirge und Wasser möchte.
Aber ich fahre nicht nach Grömitz, um mich mit Fußballgeschichten auseinanderzusetzen. Ja du lachst. Ich kann es ja wunderbar kombinieren. Ich biete Zeit an, ich biete Radtouren an. Das kann man ja wunderbar kombinieren, aber das kann man mit stolz geschwollener Bruchbrust. Wir sind touristischer Hotspot. Wir machen uns nur mal künstlich klein. Wir machen uns künstlich klein.
Damit müssen wir aufhören mit diesem nein. Ich freue mich ganz, ganz besonders, dass du ähm heute bei mir warst und dass wir so viel über diese Dinge reden konnten und dass du vor allen Dingen auch so viele Einblicke, nicht nur in deiner Arbeit gegeben hast, sondern vor allen Dingen ähm Einblicke auch in die Stadt gewährt hast, ähm vielleicht. Sehr subjektive Einblicke, ne? Ja.
Könnte auch recht haben, damit stehe ich jeden Tag auf. Aber Einblicke, ähm die vielleicht manchen Menschen nicht immer so, also für manche Menschen nicht immer so auf den ersten Blick erkennbar sind. Und deswegen sehr, sehr wertvoll.
Und ähm ja, vielen, vielen Dank, lieber Olivier. Ich danke dir, liebe Irene. Und ich würde mich sehr freuen, wenn wir nochmal zusammen auf Tour gehen. Du hast mich ja einmal durch den Stadtteil geführt äh mit ein paar anderen Kolleginnen und Kollegen, Und ähm ja, würde mich sehr freuen, wenn wir das nochmal wiederholen könnten und ähm dann sprechen wir nochmal drüber und hoffen, dass sich auch mit uns allen gemeinsam hier was zum Positiven verändert.
Vielen lieben Dank, liebe Irene und äh vielleicht noch ein Schlusssatz, wenn ich darf. Gerne. Es hat mal jemand gesagt, sinngemäß, äh man muss schon ziemlich verrückt sein, um das liebenswerte äh äh liebens- und lebenswerte im Ruhrgebiet zu sehen. Da muss man eine spezielle Sichtweise haben, Ich glaube, es lohnt sich, genau diese Potenzialbrille mal aufzusetzen, weil woanders ist halt auch. Music.
