ZenDiS - update - podcast episode cover

ZenDiS - update

Apr 20, 202438 minEp. 182
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Episode description

Am 21.11.2021 habe ich zum ersten Mal mit Andreas Reckert-Lodde über die PG ZenDiS gesprochen. Inzwischen ist viel passiert – Das ZenDiS ist gegründet, arbeitsfähig und voller Elan. Was jetzt alles geplant ist und was gerade passiert haben mir Pamela Krosta-Hartl und Andreas erzählt.

Kommentare  unter: https://egovernment-podcast.com/egov182-zendis-update/


Linksammlung Teilnehmer:innen Moderator Gäste
  • Pamela Krosta-Hartl
  • Andreas Reckert-Lodde
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Transcript

Torsten

Ja, hallo und herzlich willkommen zur 182. Episode des E-Government-Podcasts. Ich bin Thorsten Frenzel und heute bin ich auf großer Tour und zwar bin ich in Bochum. Bochum war ich schon ewig nicht mehr und wer den Podcast gut beobachtet, der wird ungefähr wissen, wo ich bin. Und zwar bin ich beim Zendes und ich habe hier zwei sehr interessante Menschen mit am Tisch. Ich fange mit der Dame an. Hallo Pamela, ich grüße dich.

Pamela

Hallo Thorsten.

Torsten

Und hallo Andreas, schön, dass ich hier sein darf.

Andreas

Schön, dass du da bist, Thorsten.

Torsten

Genau und jetzt, ich habe gerade mal nachgeschaut, ach nee, wir fangen erstmal an mit einer Vorstellungsrunde, bevor wir hier in Medias Res geht, das habe ich ganz vergessen. Ihr seid ja beide schon mal erprobte E-Government-Podcast-Gäste. Ich fange trotzdem wieder mit Pamela an. Stell dich doch mal vor, bitte.

Pamela

Ja, ich wäre jetzt mal ganz mutig und würde sagen, ich bin Digital Native und zwar, obwohl ich irgendwie auf dem Papier wahrscheinlich 20 oder 25 Jahre zu alt dafür bin. Also ich bin einfach mit Digitalisierung groß geworden und das hat einen privaten Hintergrund, weil mein Vater tatsächlich Anfang der 70er sich als einer der ersten Menschen wahrscheinlich in Deutschland mit Softwareentwicklung selbstständig gemacht hat.

Das heißt, Digitalisierung hat bei uns tatsächlich zu Hause im Keller stattgefunden. Damals nannte man das noch EDV und da gab es noch nicht mal Monitore, da gab es noch Lochkarten, das kenne ich alles noch.

Und ich fand das einfach als Kind schon super faszinierend und habe dann, relativ früh war mir klar, das ist auch was, was ich beruflich machen möchte, mit digitalen Themen arbeiten und zwar nicht als Programmiererin, weil das konnten andere dann doch etwas besser als ich, aber halt in der Peripherie. So und das habe ich dann auch gemacht und das begleitet mich jetzt die letzten 26 Berufsjahre. Und jetzt bin ich hier beim Zendes.

Torsten

Das ist sehr schön. Und jetzt Andreas, wer bist du denn?

Andreas

Also, genau, Andreas Recker-Leute ist mein Name. Ich bin einer der Geschäftsführer des Zendes, des Zentrums für digitale Souveränität. Wir haben darüber schon mal gesprochen, Thorsten, als wir damals noch so ein bisschen in den ersten Anfängen saßen, in den ersten Konzeptionsphasen saßen und das Thema so ein bisschen strukturiert haben. Und jetzt sitzen wir hier in den Räumlichkeiten in Bochum mit den ersten Mitarbeitern drumherum.

Torsten

Genau, das war am 21.11.2021, Episode 94. Das ist echt schon lange her.

Andreas

Das ist echt lange her. Ich erinnere mich noch so grob, dass ich damals irgendwie versuchen musste, einen Rückzugsort zu finden und habe mich dann einmal ins Kinderzimmer von meinem Sohn zurückgezogen, um irgendwie in Ruhe mit dir den Podcast zu machen. Das weiß ich noch.

Torsten

Aber du bist nicht der Einzige. Ich habe schon mit Leuten gepodcast, die saßen auf dem Klo.

Andreas

Das war ich in dem Zeitpunkt nicht und ich weiß auch nicht, ob ich es gesagt hätte, wenn ich es gewesen wäre.

Torsten

Aber wir machen jetzt mal das Zendes. Seitdem ist ja echt viel passiert. Also ihr habt ja angefangen mit einer Projektgruppe, um das Ganze zu strukturieren und zu konzipieren. Und wo stehen wir denn jetzt im Zendes?

Andreas

Ja, genau. Also ich sag mal historisch gesehen, Gründung formell Dezember, 14. Dezember 2022 sind wir zum Notar gelaufen, nachdem wir diese vorherigen Papiersachen mit BMF und Bundesrechnungshof klären mussten und die Konzepte ja vorher auch mit Bundesländern abgestimmt hatten.

Dann haben wir 2023, so sind wir in den Aufbau eingestiegen, angefangen von, wo schaffen wir es überhaupt, ein Büro zu finden, was sind Vergütungsrichtlinien und andere Konzepte, die geschrieben werden mussten, die wir abstimmen mussten und sind dann, ich glaube, 1.12. Sind wir hier, haben wir diese Liegenschaft hier quasi angemietet. Und ab dem 15. Januar haben wir die ersten zwei Mitarbeiter eingestellt.

Also wir haben dann von Oktober, glaube ich, wo die ersten Ausschreibungen hatten, sind wir jetzt mittlerweile an dem Punkt, wie gesagt, vom 15. Januar bis heute sind wir 14 Mitarbeiter bei Zendes insgesamt. Die nächsten sind im Zulauf. Wir haben ein paar Ausschreibungen, die jetzt noch weiter rausgehen, wo wir noch weiter Personal einstellen werden. Momentan machen wir relativ viel auch natürlich, um handlungsfähig zu sein.

Mit Freelancern und so weiter und so fort. Also ja und im Endeffekt übernehmen wir jetzt der Reihe nach die Aufgaben. Wir haben einmal Open Code, die Plattform schon übernommen. Das ist quasi das, was wir schon vom BMI bekommen haben als ersten Auftrag, wo ich auch mega happy darüber bin. Ich glaube damals, als wir das erste Mal gesprochen haben, gab es die Plattform noch gar nicht. Da hatten wir damals erst Ideen zum Thema Open Code. Mittlerweile haben wir über 4000 Nutzer auf der Plattform.

Wir haben über 1300 Repositories. Im International wird das Thema auch diskutiert mit verschiedenen Ländern, die das Thema mega interessant finden, was wir da machen. Ich merke einfach, dass das angenommen wird. Wir haben auch tolle Ideen, wie wir das weiterentwickeln wollen und können. OpenDesk, da ist das erste, was wir jetzt haben, ist quasi eine erste Umgebung, die wir jetzt mit OpenDesk seit dem 1.

April wirklich haben, wo wir OpenDesk as a Service haben, für uns als Sender selbst, aber auch für die, die wir als sogenannte Superuser mit dazuziehen, um halt im Erprobungsbetrieb auch besser zu werden. Also es bewegt sich alles. Man könnte immer wieder sagen, es dauert zu langsam und es könnte schneller gehen. Ja, könnte, würde mir manchmal auch gerne, also mir würde es gut gefallen, wenn Dinge ab und zu schneller gehen würden.

Aber es ist so, wie es ist und ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass wir jetzt auch dadurch, dass wir die ersten Mitarbeiter haben, auch merke, dass auch viele Leute dabei, nicht viele, eigentlich alle, die wir eingestellt haben, sind auch hochmotiviert und intrinsisch motiviert, diese Themen zu treiben und das macht schon Spaß.

Torsten

Ja, ich durfte die letzten Tage einen Großteil des Teams kennenlernen, also ich kann das nur zurückgeben, weil es ist ein tolles Team, coole Leute und alle haben richtig Bock, hier irgendwas voranzubringen. Also es ist eine coole Umgebung hier. Wie ist es denn gelaufen, seitdem es PG Zendes gab? Also diese ersten Ideen.

Andreas

Naja, wir haben ja, die PG ist ja damals im BMI entstanden, damit man das Ganze verstetigt so ein bisschen. Also auch da, Historie ist ja, es gab erst eine unselbstständige Projektgruppe, dann wurde es eine selbstständige Projektgruppe. Hat so ein bisschen was mit Strukturen zu tun im Ministerium. Aber im Endeffekt ist es so ein bisschen, ich meine, der Aufbaustab des Zendes, der da entsteht und der da entstanden ist und jetzt auch immer noch da ist.

Weil natürlich, wir ja zwar Zendes jetzt grundsätzlich aufgebaut haben, Aber natürlich muss ich ja auch eine Beteiligungsführung haben. Ich muss ja auch einen Arm ins Ministerium rein haben. Das heißt also, wir haben einen sehr engen Kontakt durch die PG-Zendes ins Ministerium hinein, die uns letztendlich auch beauftragen. Das heißt also, da ist eine enge Kommunikation, eine enge Abstimmung. Und diese PG-Zendes, wir sind ja keine nachgelagerte Behörde.

Im behördlichen Umfeld würde man sagen, das ist die Fachaufsicht. Da wir aber eine GmbH sind, das ist die Beteiligungsführung. Da hat es auch andere Strukturen, andere Rahmenbedingungen natürlich. Wir haben ja eine GmbH bewusst gewählt, damit wir auch anders agieren können als eine nachgelagerte Behörde, mehr Flexibilität da reinkriegen, mehr Agilität reinkriegen, Stichwort auch die Länder mit dazuziehen können in diese Bund-Länder-GmbH.

Also von daher ist der Kontakt zum BMI und zu PGCendes relativ eng. Wir hatten gestern auch zum Beispiel die erste Aufsichtsratssitzung des konstituierenden Aufsichtsrates, um jetzt auch die GmbH mit einem Aufsichtsrat natürlich auch, will ich sagen, besser zu steuern, aber natürlich in den normalen Strukturen zu etablieren.

Torsten

In meiner Bubble ist das Zendes zentral, also ziemlich sichtbar. Aber wie wird das Zendes generell aktuell wahrgenommen?

Pamela

Also vielleicht kann ich dazu mal was sagen. Vor ein paar Wochen haben wir beide uns ja auch gesehen beim digitalen Start und da hatte ich bei Zendes noch gar nicht angefangen, war noch beim Digitalservice und ich war sehr beeindruckt davon, wie präsent Zendes eigentlich war. Auf ganz, ganz vielen Panels wurde über Zendes gesprochen und man konnte so den Eindruck gewinnen, das ist eine ganz feste Größe, voll etabliert, da ist eine Riesenorganisation dahinter.

Und wenn man dann eigentlich weiß, dass Zendes erst jetzt mit diesem Jahr so richtig angefangen hat, die ersten Leute einstellen konnte, dass hier jetzt mittlerweile ja schon 14 Menschen auch arbeiten, aber dass es eigentlich noch eine Organisation relativ am Anfang ist, so rein operativ betrachtet, das hat man da nicht gemerkt.

Also das fand ich sehr beeindruckend und wir kriegen ja auch viele Anfragen aus dem Ausland, die so ein bisschen drauf gucken, was entsteht da in Deutschland, weil da haben wir tatsächlich eine Vorreiterrolle. So etwas wie das Zendes gibt es international noch nicht, obwohl auch auf europäischer Ebene natürlich extrem stark über das Thema digitale Souveränität diskutiert wird und alle gucken jetzt, ist das der Pack an?

Also ist das jetzt mal der Punkt und eine Art der Organisation, wie man in die Umsetzung kommen kann?

Andreas

Ja genau, das ist vielleicht so ein bisschen, um da zu ergänzen noch, dass wenn man sich so die anderen Länder anguckt, auch auf Ebene der UN sogar, geht es immer sehr viel um Governance. Die auch wichtig sind, gar keine Frage. Aber wir versuchen mit Zendes ja mehr als nur Governance zu machen.

Wir versuchen ja wirklich auch Arbeitsmuskel zu sein, Motor zu sein, der Dinge umsetzt, der informiert, der nicht nur über Strukturen spricht, sondern der auch wirklich Projekte wie Open Desk und Open Code auch wirklich treibt. Das ist einer der Unterschiede so im europäischen Kontext. Viele der europäischen Länder haben sogenannte OSPROS, Open Source Programme Office ist ja eingerichtet, die EU selbst ja auch.

Das sind dann immer so zwei, drei, vier, fünf Leute meistens, manchmal sogar nur eine Person, die sich natürlich darum kümmern, grundsätzlich Open Source in die Verwaltung zu bekommen. Und wir fahren ja eher den Ansatz, dass wir das nicht über Governance machen wollen, sondern wirklich über Projekte, wo wir zeigen, es funktioniert, es geht. Projektträgerschaften übernehmen, aktiv partizipieren in diesen ganzen Strukturen und das Ökosystem auch bewusst ankurbeln.

Das ist schon etwas, wo man, in letzter Zeit habe ich intensiv auch mit der Schweiz darüber gesprochen, die ja das Thema Open Source, Open by Default gesetzlich verankert haben. Da merkt man schon, dass die auch so ein bisschen, okay, wie macht ihr das eigentlich, wie kriegt ihr das hin? Pamela hat es ja gerade schon gesagt, wir sind da noch in den Anfangsstrukturen, aber wir haben halt neben dem, ich sage mal, das Zendes aufbauen, auch direkt Projekte, die parallel laufen.

Also wir sind nicht in einer reinen Findungsphase, sondern wir sind eigentlich schon in der Startup-Phase, in der wir jetzt so sind, sind wir parallel, müssen wir selber zusammen agieren, interagieren und gleichzeitig auch Produkte nach außen bringen, die natürlich fairerweise auch in den letzten ein, zwei Jahren ja schon gewachsen sind. Wir fangen ja nicht auf der grünen Wiese an.

Torsten

Bevor ich euch frage, warum es das Zendes braucht, vielleicht können wir nochmal ganz kurz zusammenfassen, was das Zendes überhaupt ganz konkret ist. Also ich werde natürlich unsere letzte Sendung da verlinken, aber vielleicht hat der eine oder andere nicht gehört.

Andreas

Soll ich mal anfangen? Kurz.

Torsten

Kurz, okay.

Andreas

Zentrum für digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung. Es geht darum, dass wir im Step 1, das muss man ganz klar nochmal differenzieren, Souveränität ist viel, viel mehr als nur Open Source. Aber wir müssen irgendwo mit anfangen. Deswegen ist unsere erste Mission im Endeffekt, sich um das Thema Open Source zu kümmern. Wie schaffen wir es mehr Open Source in die deutsche Verwaltung zu bekommen?

Und dafür sind wir einfach da, zu informieren, mitzuagieren, international zu vernetzen, aber auch Projekte durchzuführen, um auch wirklich Lösungen zur Verfügung zu stellen. Und das Ganze im Kontext Bund, Länder, Kommunen übergreifend.

Also wichtig ist hier auch, es ist jetzt eine Bundesinstitution, das Ziel ist es, dass wir die Länder als Gesellschaft dazu kriegen und den Schluss mit den Kommunen und den IT-Dienstleistern haben wir über den Beitritt bei der GAF Digital zum großen, großen Prozentsatz schon hinbekommen.

Torsten

Wenn ich vielleicht noch eins ergänzen darf, was ich in den letzten Tagen gelernt habe, ihr wollt natürlich auch involvieren, ihr wollt die öffentliche Verwaltung mit hineinbringen, mitmachen, zum Mitmachen bewegen.

Andreas

Ja, auf jeden Fall. Also das ist auch etwas, wir haben jetzt die erste Hospitation beispielsweise schon hingekriegt beim Zendes. Das finde ich total toll, dass das BSI jetzt mit der ersten Hospitation, also quasi Leute von außen zu uns reinkommen, damit wir auch gemeinsam mit denen überlegen können, was ist denn der richtige Weg. Ich finde es einfach auch mega wichtig, also beim BSI beispielsweise, das Thema IT-Security, dass wir diese Dinge einfach mit besprechen.

Wir versuchen jetzt auch mit dem BFDI da engere Kontakte aufzubauen und mit anderen Beteiligten, also wirklich auch, wie du gesagt hast, Dinge von außen mit reinziehen, das auch als Plattform zu nutzen, also einfach sich auszutauschen auch.

Torsten

So und jetzt die Frage der Fragen, warum braucht es ein Zendesk?

Pamela

Also ich glaube, das hat eine lange Historie eigentlich, wenn wir uns mal anschauen, dass die Verwaltung in Deutschland doch in zentralen Bereichen starke Abhängigkeiten hat von einzelnen Anbietern. Und wie kritisch das eigentlich ist, haben wir glaube ich alle spätestens 2013 erfahren, als der NSA-Skandal öffentlich wurde und dann auch diese Debatte um digitale Souveränität, sage ich mal, auf Seite 1 der Tagesmedien gehievt hat.

Vorher war das ja so ein echtes Experten-Thema und ich glaube vorher war vielen vielleicht auch, war die Tragweite auch noch gar nicht klar, was kann Abhängigkeit von einzelnen Anbietern am Ende wirklich für Folgen haben, also auch für Handlungsfähigkeit des Staates bis hin zu Daseinsvorsorge.

Also was passiert, wenn uns bestimmte Technologien vielleicht irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen oder wenn sie nicht mehr in einer Weise funktionieren, wie wir das brauchen, erst recht in der Verwaltung. Ja und die Antwort ist ganz einfach, die Verwaltung braucht, um souverän sich aufzustellen, braucht sie alternativen Wechselmöglichkeiten.

Sie muss entscheiden können, wenn sie mit einer Lösung, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr weiterarbeiten kann oder möchte, muss sie überhaupt eine Alternative haben. Und da gibt es halt auch so ein bisschen das Narrativ, es gibt keine Alternativen. Man ist gebunden.

Und da kommt genau dann auch wieder Zendes ins Spiel. Und das hat Andreas ja auch eben schon gesagt, für uns ist ganz elementar wichtig, dass wir konkrete Produkte auch schaffen, die die Verwaltung befähigen, also diesen Wechselwillen am Ende auch durchzuführen. Und das heißt, die müssen natürlich auch zugänglich sein, Lizenzfragen müssen geklärt sein, der Betrieb muss zuverlässig sein. Also eigentlich müssen sie was kriegen, wo sie sagen, das funktioniert für mich mit meinen Bedarfen nicht.

Genauso gut wie das, was ich hatte. Und es hat zusätzlich ganz viele Vorteile, nämlich dieses Thema Souveränität, wie gesagt Handlungsfähigkeit, Eigenständigkeit, Selbstbestimmtheit. Das sind alles so Begriffe, die damit dann zu tun haben.

Andreas

Und es muss sich halt jemand drum kümmern. Das ist, glaube ich, der entscheidende Punkt. Es muss irgendwer dafür das Zepter in die Hand nehmen und sagen, okay, wir kümmern uns federführend darum. Das ist unser Hauptfokus. Unser Hauptfokus ist, dass wir Souveränität schaffen, weil natürlich hat jeder in seiner eigenen Bereich Dinge, die für ihn wichtig

sind gerade. Und wir brauchen nicht darüber unterhalten, wie gerade Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen funktionieren, wie Beschaffung funktioniert und so weiter und so fort. Da habe ich immer verschiedene Aspekte, die da mit reinkommen. Und wenn ich jemanden habe, der speziell dieses Thema Souveränität und jetzt in diesem Falle vor allen Dingen Open Source treibt, dann muss das jemand sein, der auch den Blick über das Ganze hat so ein bisschen.

Und das macht halt auch wenig Sinn. Sinn, das habe ich in meinen Slides, in meinen Folienvorträgen, die ich mittlerweile im Schlaf schon kann, schon aufgeschrieben, es macht einfach keinen Sinn, wenn wir versuchen, diese Kompetenzen 15, 16 Mal aufzubauen, weil wir dafür einfach die Ressourcen auch gar nicht haben, sondern eher zu überlegen, wie können wir diese Dinge zusammenfassen, um dann da agieren zu können, dass diese Rolle, diesen zentralen Anker soll Zendes übernehmen.

Torsten

Jetzt gibt es ja auch in Deutschland den Sovereign Tech Fund, der sich ja auch ganz stark um digitale Souveränität und vor allen Dingen auch um Open Source kümmert. Gibt es da Überschneidungen? Arbeitet ihr mit denen eng zusammen? Gibt ihr vielleicht Tipps, wo sie vielleicht noch investieren können?

Andreas

Also, kann man auf verschiedenen Ebenen sehen. Also ganz einfach persönlich, ich stimme mich mit Adriana da sehr eng ab und wir reden auch sehr viel miteinander und kommunizieren miteinander. Wir bereiten jetzt auch zum Beispiel das Thema UN vor, dieses Ospo for Good Thema, wo Deutschland und Kenia quasi als zwei zentrale Länder das Thema bei den Vereinten Nationen vorbereiten. Das wird also inhaltlich vom Southern Tech Fund und von Cendes gemeinsam gestaltet jetzt.

Also wir stimmen uns eng ab und ich sage immer so relativ einfach. Das, was wir machen, ist so diese Frontend-User-Geschichte, wo wir Lösungen für die Verwaltung, für das operative Nutzen machen. Das, was Adriana macht, ist ja das Fördern und sich darum kümmern, was die Basistechnologie betrifft. Das heißt, wir überschneiden uns nicht, sondern wir ergänzen uns. Und von daher haben wir da keine, haben wir die gleiche Mission,

die gleiche Vision, wo wir hinwollen. Wir machen es halt auf unterschiedlichen Ebenen des Stacks.

Torsten

Eine Frage an dich, Pamela. Die Zuhörer und Zuhörerinnen des Egal, mein Podcast kennt dich aus dem letzten Podcast mit dem Digitalservice. Du hast auch vorhin gesagt, du hast hierher gewechselt zum Zendes. Warum?

Pamela

Das hat eine persönliche Historie wieder mal. Also ich war vor... 2011, 2012 war das, habe ich bei einem Hersteller von Netzwerkinfrastrukturlösungen gearbeitet, ein deutsches Unternehmen, so ein bewusster Gegenentwurf zu den üblichen Playern aus USA oder auch heute China.

Und damals haben wir halt damit begonnen, uns damit zu beschäftigen, mit dem BSI zusammen und auch mit der deutschen Cybersecurity-Industrie, mit der Frage, wie können wir eigentlich auf der Netzwerkebene die Verwaltung souveräner aufstellen. Und es war halt damals noch so eine Expertendiskussion am Rande des BSI-Kongresses, hat man darüber mal gesprochen und so weiter.

So, aber das hat mich halt schon gepackt und wie gesagt, da kam der NSA-Skandal und es wurde ganz klar, das ist wirklich von großer, großer Relevanz, diese Thematik. Es ist nicht so ein rein theoretisches Gerede von so ein paar Nerds, sondern es hat wirklich eine Relevanz für alle. Und dann hat mich das Thema einfach nicht mehr losgelassen.

Ich war dann ein paar Jahre in so einer Expertengruppe bei damals noch dem BMWi im Kontext des Digitalgipfels und daraus ist dann auch ein Think Tank hervorgegangen, wo ich jetzt auch die letzten zweieinhalb Jahre noch aktiv war.

Und als dann klar wurde, dass Zendes jetzt tatsächlich operativ an den Start geht und wir die Lage oder die Chance haben, das Ganze mal von dieser Diskussionsebene auf eine Doing-Ebene zu bringen, also in die Umsetzung rein, da habe ich halt gesagt, Mensch, da muss ich eigentlich dabei sein. Jetzt habe ich irgendwie zehn Jahre lang mitdiskutiert und mit Sicherheit auch mit der Gruppe irgendwelche wichtigen Impulse gesetzt, aber so die großen Fortschritte, die waren nicht da.

Das ist ja vielleicht auch irgendwann so ein bisschen frustrierend, wenn man mal drauf guckt und sagt, jetzt diskutieren alle drüber, auch im politischen Berlin wird drüber gesprochen, aber wo sind die greifbaren Fortschritte?

Und da ist Zendes halt in meinen Augen so die erste wirkliche Chance, das hat man ja auch ganz bewusst gemacht, dass man das aufbaut, da wirklich auch mal voranzukommen und vielleicht mal in ein, zwei, drei Jahren dann einen Blick zurück zu machen und zu sagen, hey, wir haben nicht nur diskutiert, wir haben wirklich was erreicht. Und die ersten, weiß ich nicht, Kommunen, Behörden, Ministerien, Länder, was auch immer, stellen sich jetzt souveräner auf und ganz bewusst und das funktioniert.

Und das war so für mich der Trigger. Da gab es gar keine Frage mehr.

Torsten

Und beim Digital Service hast du ja auch schon sehr viel Berührung mit Open Source gehabt.

Pamela

Genau, beim Digital Service ist das auch absolut Programm. Da wird ja auch alles veröffentlicht, nicht nur der Code übrigens, sondern auch die ganzen Erkenntnisse innerhalb der Projekte. Also das geht ja weit über den reinen Code hinaus.

Torsten

Wie geht es weiter in den nächsten Jahren mit Zendesk? Was sind die nächsten großen Projekte, beziehungsweise was sind die nächsten Schritte?

Andreas

Wir haben ja einmal, dass für die Dinge, die wir angestoßen haben, jetzt weiterentwickelt werden müssen. Also wenn wir jetzt mal gucken, wir haben ja alles das, was wir tun, haben wir ja, oder habe ich damals angefangen und das machen wir jetzt auch weiterhin so, mit wir gucken mal, was da ist und fangen auf der Basis an, also die 80-20-Ansatz so ein bisschen.

Und deswegen werden wir natürlich jetzt auch in den nächsten Jahren im Bereich der Plattform beispielsweise, OpenCode, uns jetzt weiterentwickeln. In dem Bereich, wie kriegen wir mehr IT-Security durch die Plattform hin? Wie kriegen wir es beispielsweise, und das ist eine der Ideen, die ich so ein bisschen habe, wo ich gerne hinkommen würde, ist, dass wir im Bereich von Anforderungserhebung auf der Plattform beginnen.

Also im Endeffekt so ein bisschen gucken, was sind eigentlich die Anforderungen, die ich habe? Wie kriege ich die umgesetzt? Also unter den Techies ist vollkommen klar, ich gucke ins GitLab rein, gucke, was für Lösungen sind schon da, habe so ein bisschen Ideen und gucke danach, wie ich es machen kann. Das Ganze müssen wir jetzt noch auf die Ministerialebene heben. Also im Endeffekt, denen, die sonst in der Beschaffung sitzen, klar machen wir mal zu, ich brauche ein Terminverwaltungstool.

Also gebe ich im Endeffekt auf der Plattform ein Terminverwaltungstool für ein Softwareverzeichnis, verschiedene Möglichkeiten, verschiedene Lösungen. Dann müssen wir über das Softwareverzeichnis dann natürlich auch im Idealfall dahin kommen, dass wir über eine Entwicklungsumgebung, ein Sandbox-System, auch diese Tools zeigen, dass sie funktionieren, also dass man sie erproben kann.

Und da wir über Cloudifizierung ja reden, über Cloud-Native-Anwendungen vielleicht reden, dass wir dann auch dahin kommen, dass wenn ich dann etwas gefunden habe, was ich für mich als Verwaltung sage, das brauche ich, das auch direkt ausrollen kann. Also die Idee ist im Endeffekt, wo ich mit der Plattform hin möchte, ich gucke, ich habe eine Anforderungserhebung, da kann ich mich auch digital austauschen und stelle ich nachher fest, 80% der Verwaltung brauchen A, B, C, D, F, G.

Wir haben folgende Lösung. Diese Lösung kann aber, kann wieder C und D wieder nicht, dann müssen wir C und D nachentwickeln. Dann habe ich eine Entwicklungsumgebung dahinter, wo ich zeigen kann, dass es auch funktioniert. Und wenn ich das standardisiert habe und auf Kubernetes-Klasse Helmschatz festgelegt habe, dann kann ich es auch relativ schnell von den fünf Nutzern, die es getestet haben, am nächsten Tag für 500.000 Nutzer ausrollen.

Natürlich müssen wir dann Prozesse parallel wie Change Management und so weiter und so fort, was die Verwaltung betrifft, mit betrachten. Aber rein technisch gesehen können wir die Plattform, glaube ich, wirklich dazu nutzen. Und das ist ja auch eine der Ideen, dass wir übergreifend feststellen, okay, wer hat denn schon was gemacht, wie können wir Dinge weiterverwenden.

Und wenn ich das jetzt nochmal koppel, beispielsweise mit dem automatisierten Prüfen der Software im Bereich IT-Security, dann kann ich auch auf der Software-Ebene schon dieses Thema Grundschutzkonformität zum Beispiel für die Gesamtverwaltung auf ein ganz anderes Level bringen. Also das sind so Dinge, wo wir jetzt hin müssen, was wir jetzt dieses Jahr anfangen aufzusetzen.

Das ist etwas, was ich hoffe, wo wir im nächsten halben Jahr, bis nächstes Jahr schon die ersten Erfolge zeigen können, wo wir mit der Plattform eigentlich so ein bisschen hin müssen. Wir haben OpenDesk, wo wir jetzt kurzfristig dazu kommen, dass wir über eine Ausschreibung, die wir starten, einmal die Weiterentwicklung machen werden, zum Zweiten aber auch die Enterprise-Fähigkeit von OpenDesk.

Also wo wir hinkommen wollen, ist, wir haben ja momentan acht verschiedene Hersteller in OpenDesk drin, dass wenn jemand OpenDesk selber betreiben möchte, kann er das entweder machen als reine Open-Source-Version, natürlich, steht jedem frei. In den meisten Fällen, glaube ich, wollen die IT-Dienstleister natürlich irgendwie ein Service dahinter haben, Third-Level-Support, Enterprise-Fähigkeit.

Dafür schreiben wir einen Rahmenvertrag aus, damit auch dann entsprechend diese Enterprise-Fähigkeit gegeben ist für diese gesamten Komponenten. Und der nächste Step, den wir dann ausarbeiten werden, ist das Thema.

Open Desk as a Service. Also das ist dann die nächste Ausschreibung, die wir starten werden, ist, dass wir uns quasi einen Cloud-Anbieter, sage ich mal, suchen werden, sei es jetzt ein öffentlich-rechtlicher oder ein privatrechtlicher, aber natürlich dann ein nationaler eher, der uns auch Open Desk as a Service zur Verfügung stellt. Und das ist das, was wir jetzt so auf der Roadmap haben, wo wir hinkommen wollen. Das sind Dinge, die eigentlich dieses Jahr noch erfolgen müssen.

Parallel müssen wir natürlich dieses Jahr dann auch mal so ein bisschen, ich sag mal eher Ende gegen Ende des Jahres mal so ein bisschen evaluieren, was sind denn die nächsten Dinge, um die sich Zendes grundsätzlich kümmern soll. Weil, wie am Anfang ja schon gesagt, Open Source ist ein wichtiger Baustein, aber nicht der alleinige Baustein von Souveränität. Und da muss man natürlich dann auch gemeinsam mit den Ministerien darüber diskutieren,

wo müssen wir als nächstes anpacken. Ist das Thema Hardware im Bereich? Können wir im Bereich Kompetenzen anfangen? Also ich sage mal, diese Spange von Souveränität beginnt beim Thema Kompetenz und endet beim Thema seltene Erden und dazwischen müssen wir uns irgendwie bewegen und müssen überlegen, womit können wir jetzt agieren und was sind so die ersten Dinge, die wir auch machen können.

Und ich glaube auch, dass sich vielleicht nach den nächsten Wahlen in Amerika auch Dinge vielleicht auch nochmal verändern im Sinne von, wo werden Schwerpunkte gesetzt und wo müssen Schwerpunkte gesetzt werden. Wir kriegen ja gerade mit, dass die geopolitische Lage nicht besser geworden ist in den letzten Jahren, sondern eigentlich das Thema Souveränität immer mehr treibt und deswegen glaube ich auch, dass wir das Thema immer mehr treiben müssen.

Und das vielleicht auch ein Punkt, den ich jetzt auch auf der Roadmap habe, das wichtig ist für Zendes, ist, dass wir jetzt auch im Bereich der Vergaberechtsreform aktiv daran partizipieren und sagen, Leute, ihr müsst da was tun.

Torsten

Ich glaube, ihr habt mit dem Zendes und vor allen Dingen auch mit OpenCode eine ganz große Chance, das Thema Beschaffung von Software grundlegend zu verändern. Weil was wird jetzt beschafft? Jetzt werden Lizenzen beschafft und dann fertig. Wenn ich aber Open Source habe zum Beispiel, kann ich mir die Software quasi selber betreiben, wenn ich die Kapazitäten habe oder die Möglichkeiten habe. Und wenn ich die nicht selber habe, dann muss ich halt einen Betrieb ausschreiben.

Andreas

Ja, ich glaube sogar, das ist der eine Aspekt. Das zweite Aspekt ist aber auch, dass man dadurch in der Verwaltung auch andere Strukturen im Bereich, wie komme ich eigentlich an, also wie gestalte ich Software, wie... Ich habe viele, ich sage mal scherzhaft, ich habe von meinen 15 bisherigen Berufsjahren 13 Jahre für Anforderungserhebung verschwendet. Also wir sind darauf geschult worden, jahrelang lange Dokumente zu schreiben, was Anforderungen betrifft.

Weil wir dann einfach vergeben haben Software, wie ein Stück Holz ungefähr. Schnitzen wir jetzt und dann ist das da. Und im Bereich von Open Source muss einfach ganz klar sagen, Leute, wir können das anders machen. Wir können im Moment gucken, was passt so ungefähr für uns. Und wir können dann gemeinsam, sei es durch eigene Kapazitäten, sei es aber auch mit dem Open Source Ökosystem, mit den Firmen dahinter sagen, und jetzt entwickeln wir es weiter. Wir haben unseren Bedarf.

Und das ist, glaube ich, auch nochmal wichtig, so für das ganze Vergabethema zu verstehen. Wir müssen nicht jetzt im Detail beschreiben, was wir brauchen, sondern wir können sagen, wir haben diese Grundanforderungen, die müssen erfüllt sein.

Und auf dieser Basis können wir dann gemeinsam weitergehen. Damit kann ich ganz anders auch mit dem Thema Beschaffung umgehen, weil ich eigentlich viel schneller an Lösungen kommen kann und die Lösungen nachher auch wirklich bedarfsgerecht zuschneiden kann und bedarfsgerecht weiterentwickeln kann. Und damit auch vielleicht irgendwann feststelle, brauche ich denn all das wirklich, was ich mir theoretisch in den letzten drei Jahren mal überlegt habe oder brauche ich es vielleicht doch nicht.

Und das schöne Beispiel finde ich immer, die Excel-Tools sind ein Riesentool, da kann ich ganz viel mitmachen. Ich sage aber trotzdem, 99% der Verwaltung brauchen das nicht. Die brauchen irgendeine Art und Weise, wie ich Tabellen kalkulieren kann, wie ich Summen bilden kann und so weiter und so fort. Aber die ganzen Makros, die dahinter entstehen können, die braucht der Großteil nicht. Das heißt, so ein bisschen, wir müssen mal gucken, was ist der Bedarf,

den wir brauchen oder was ist der Bedarf, den wir haben. Zusammen gibt es schon Lösungen, die ungefähr dazu passen und wenn das nur ungefähr passt, dann lasst uns doch die letzten 5% so gestalten, dass wir das gemeinsam weiterentwickeln. Das ist einfach, finde ich, auch ein wichtiger Punkt, dass man da einfach mal andere Wege geht, weil wir müssen ja auch schneller werden bei der Digitalisierung.

Es ist ja nicht so, dass wir da jetzt gerade die Schnellsten wären, sondern da haben wir noch Luft nach oben. Und da bietet Open Source, glaube ich, ein gutes Stück.

Torsten

Wird es da auch vom Zendes angestoßene Weiterentwicklungen geben?

Andreas

Ja. Also wir gucken jetzt ja gerade so ein bisschen auf, was ist dann, also letztendlich ist es ja so, Zendes ist eine auftragsfinanzierte GmbH.

Das heißt, wenn der Bedarf da ist, dass man jetzt, machen wir mal wieder das Beispiel Hundesteuer, was ich schon 58.000 Mal gesagt habe, aber wenn, der Bedarf da ist, dass man sagt, okay, wir haben festgestellt, 11.000 Kommunen brauchen die Hundesteuer und wir sollten gucken, dass wir das eventuell so aufsetzen, dass wir nicht 11.000 Mal die Hundesteuer selber bauen, sondern, liebes Zendes, bitte kümmere dich darum, baue meinetwegen zwei Varianten von

Hundesteuer, baue sie bitte auf Open Source, dann können wir alle darauf, die sie nutzbar machen für uns und dass Zendes da wirklich auch dann solche zentralen Projekte macht. Ich glaube nicht, dass wir alle möglichen Fachanwendungen, alle kleines, kleines Ding abhören, aber ich glaube, es gibt so große Dinge, wo wir relativ viel Bedarf haben, Und da sehe ich schon, dass Zendes das auch zentral dann übernimmt, weil es macht einfach Sinn, dass das einer macht und nicht 48 verschiedene.

Und du weißt selber auch, lizenzrechtlich, wenn es dann einmal da ist, können es ja alle nutzen. Dann können wir auf der Basis auch weiterentwickeln. Das ist schon da, wo ich Zendes auch gerne sehen möchte, dass Zendes auch dann nicht nur für Open Desktop, sondern allgemein für große Fachanwendungen, die übergreifend sind, das Ganze auch übergreifend darstellt.

Torsten

Da kann ich nur sagen, schade, dass das Zendes nicht schon gab, als das ganze Thema OZG kam. haben, weil dann hätte man diese Entwicklung von den ganzen OZG-Geschichten viel besser und zentraler steuern können. Und vielleicht hätten wir tatsächlich mal eine OZG Open-Source-Anwendung, also wenn einer da draußen eine OZG Open-Source-Anwendung kennt, immer her damit. Ich bin da sehr interessiert und ich glaube auch, dass Zendes ist interessiert, das auf OpenCore zu bekommen.

Andreas

Auf jeden Fall, auf jeden Fall, weil ich glaube auch, dass wir wollen jetzt nicht darüber sprechen, ob OZG 2.0 endlich gekommen ist, aber wenigstens haben wir im OZG 2.0, zumindest in der letzten Fassung, die vorgelegt worden ist, das Thema Open-Source ja auch als wichtigen Baustein drin mittlerweile. Und das ist, glaube ich, auch ein ganz wichtiger Punkt. Wir reden von EVA immer, von einer Betreibtis für alle. Ich glaube, dass wir auch im Softwarebereich über EVA eher nachdenken müssen.

Das ist einfach Open Source. Es ist aneinander EVA, weil dann kann es jeder nachnutzen. Dann kann es jeder verwenden. Und wenn ich dann sage, ich möchte es selber betreiben, dann betreibe ich es selbst. selbst, wenn ich aus wirtschaftlichen oder IT-Sicherheitsgründen sage, lieber wer anders betreiben, dann können wir das ja tun. Aber dann ist diese Diskussion um die Software eigentlich weg.

Also dann ist es wirklich so, dass dann wir eine andere Wahlmöglichkeit haben und damit auch, glaube ich, viel schneller werden. Weil dann müssen wir uns nicht darüber im Detail diskutieren und abstimmen, wer betreibt es denn nachher, sondern eigentlich können wir sagen, okay, das regelt sich dann schon irgendwann, weil die Software ist erstmal da.

Torsten

Also Open Source ist natürlich quasi eine Weiterentwicklung von Eva, das ist eher so ein AFA, alle für alle. Ja. Also das stammt nicht von mir, das stammt tatsächlich von der OSBA, die haben dazu auch einen großen einen Artikel geschrieben. Ich glaube, wenn wir uns von vornherein ein bisschen mehr darum gekümmert hätten, wären wir jetzt weiter, was das OZG angeht.

Andreas

Ja, kann gut sein. Wir merken jetzt ja gerade, dass wir in anderen Bereichen im Smart Cities Förderung zum Beispiel, dass die auch das Thema Open Source ja auch im Bereich der Smart Cities Förderung mit reingeschrieben haben, dass die Dinge auf Open Code abzulegen sind.

Und da merkt man schon natürlich, dass dann vielleicht nicht 58 verschiedene Parkplatzverwaltungssysteme digitalisiert werden, sondern dass man das vielleicht ein bisschen besser koordiniert, weil man einfach feststellt, okay, da ist schon was, dann nehmen wir doch das, was da ist und entwickeln das weiter. Ich glaube, was eine Herausforderung nachher sein wird, ist so ein bisschen dieses Thema langfristig Open Source, die Pflege von Open Source Software.

Also das ist, glaube ich, noch etwas, was man auch in verschiedenen Strukturen nochmal erläutern muss. Open Source ist kein Selbstläufer. Das ist nicht einfach so, ich bestelle ein Stück Software und es ist dann da. Das ist bei anderen Softwaren auch nicht so. Also die müssen gepflegt werden, die müssen gewartet werden, ich brauche Patchmanagement und so weiter und so fort. Aber dafür gibt es ja Unternehmen. Auch das ist ein wichtiger Punkt.

Es ist nicht so, als wäre man abhängig von irgendwelchen Leuten, die das in ihrer Freizeit nur machen, sondern es gibt dafür große Unternehmen, die das genauso machen, wie es bei proprietärer Software läuft, die die Pflege übernehmen, nur einfach mit einem ganz anderen Lizenzmodell dahinter.

Und das ist, glaube ich, auch wichtig. Und hätte man vor fünf, sechs, sieben, acht Jahren einen Weg eingeschlagen, wie das beispielsweise die Schweizer jetzt gemacht haben, Open by Default, dann würde man sicherlich, hätte man das ein oder andere Problemchen sicherlich umschiffen können.

Torsten

Also wie, wenn nicht mit einem staatlich gesponserten quasi Open-Source-Repository könnte man sonst eine dauerhafte Pflege von Open-Source-Projekten hinbekommen. Also ich habe gesehen, dass bei OpenCode schon verschiedenste Sachen für den Qualitätscheck im Rollout sind, beziehungsweise auch in der Planung sind und wenn man sowas regelmäßig macht und dann vielleicht irgendwo ein CVE auftaucht, der plötzlich kritisch wird, dann kann man das schön alles zentral anpassen.

Andreas

Genau, genau, genau. Und damit schaffe ich im Endeffekt ja auch die Möglichkeit, zentral dafür zu sorgen, dass sich Sicherheit erreicht. Also auch das Interesse des BSI ist es, glaube ich, deswegen arbeiten wir mit denen ja auch eng zusammen. Also die Perspektive und die Chance ist natürlich, dass wir das zentral vorhalten, dieses Softwareverzeichnis.

Und zentral damit auch ein Monitoring machen können, wir natürlich auch Einfluss haben auf das, was nachher letztendlich in den Rechenzentren läuft. Und damit natürlich auch eine einheitliche Lösungsmöglichkeit nachher schaffen können. Das ist schon ein Riesenmehrwert und das merkt man auch im europäischen Kontext, dass da viele Leute da hinschauen, was machen wir da eigentlich gerade und das schon auch sehr positiv bewerten, was da gerade passiert.

Torsten

So, jetzt haben wir über die letzten Jahre, bis es zum Zendes quasi gekommen ist, gesprochen. Wir haben darüber gesprochen, wie das Zendes gegründet wurde. Wir haben darüber gesprochen, was in den nächsten Jahren noch kommt. Gibt es noch Themen, die euch so auf den Nägel brennen, die ihr unbedingt noch loswerden wollt?

Andreas

Also ich habe dieses Thema, was ich vorhin schon mal angeschnitten habe, das Stichwort Vergaberechtsreform. Ich glaube, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, der jetzt ansteht. Wir müssen es schaffen, im Bereich der Vergaberechtsreform das Thema digitale Souveränität zu platzieren. Es muss also irgendwie im Bereich der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einen Punkt geben, ist das eine souveräne Lösung.

Das ist glaube ich ganz immens wichtig, weil ansonsten man überpreist, also es ist so ein bisschen, wenn ich jetzt als Einzelbeschaffer etwas schaffe und sage, das kostet jetzt zwar 10 Euro mehr, aber dafür ist es Open Source, dann können es alle nutzen, das kriege ich momentan schwerlich abgebildet in den Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Da muss ich sehr, sehr, sehr viel für argumentieren, dass ich da hinkomme.

Und das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt, dass wir dieses Thema nochmal klarstellen. Aus gesamtstaatlicher Sicht brauchen wir souveräne Lösungen. Open Source ist ein wichtiger Hebel dazu. Also das Thema Open Source First hätte ich da gerne drin. Aber noch wichtiger ist für mich eigentlich dieses Thema Souveränität bei der Betrachtung der Vergabe und Bewertung.

Leider ist meine Erfahrung, dass im Bereich der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, die da regelmäßig durchgeführt werden, häufig eher der günstigste Preis das ausschlaggebende ist und nicht Rahmenbedingungen drumherum. Deswegen glaube ich, dass das einfach ein wichtiger Punkt ist und diese Vergaberechtsreform jetzt, die vor der Tür steht, einfach genutzt werden muss, um diese Dinge zu verankern.

Und ich habe auch die Hoffnung, dass das passiert, weil ehrlicherweise die geopolitische Lage, in der wir uns gerade befinden, eigentlich gar keine andere Möglichkeit zulässt. Also wir müssen das tun. Es geht eigentlich gar nicht anders.

Torsten

Ja, wir haben es bei den Gaslieferungen gesehen.

Andreas

Ja, und das ist der Vorteil. Das ist ein interessanter Punkt. Gas kann ich speichern. Digitale Lösungen kann ich nicht speichern. Also wenn ich Gastanks habe, die ein halbes Jahr noch halten, ist das schön. Wenn wir Cloud-Infrastrukturen wegbrechen, sind die weg. Und zwar jetzt. Und wenn Überseekabel weg sind, sind die jetzt weg. Und nicht in einem halben Jahr. Da habe ich kein halbes Jahr Vorlaufzeit damit.

Ich habe keine Reserven irgendwo. Und deswegen ist das, glaube ich, ein ganz entscheidender Punkt, wo man sich klar machen muss, wie sehr sind wir wirklich von digitalen Lösungen abhängig. Es funktioniert nun mal halt nichts ohne Digitalisierung heutzutage mehr. Es funktioniert gar nichts mehr darüber.

Keine Lieferkette, kein nichts mehr. Und deswegen muss einem bewusst sein, wie abhängig wir von diesen Infrastrukturen sind und dass wir dafür einfach Alternativen brauchen, um handlungsfähig zu sein. Und das ist zum Beispiel auch so ein Punkt, jetzt mal so ein bisschen über Szenarien gesponnen. Wenn wirklich im großen Stil Cloud-Infrastrukturen wegbrechen, wir keine Möglichkeit mehr haben, Arbeitsplätze aufzubauen, also im Sinne von

digitaler Arbeitsplätze. Es ist ja mehrfach vorgekommen, dass einzelne Kommunen auf einmal aufgrund von Cyberattacken nicht mehr handlungsfähig waren. Dann habe ich mit solchen Möglichkeiten wie einer Open Desk, kann ich relativ einfach über jeden x-beliebigen Cloud herstellen, einen Arbeitsplatz ausrollen, meinen Mitarbeitern zur Verfügung stellen und damit können sie über jedes x-beliebige Device zumindest eine Handlungsfähigkeit herstellen.

Wenn ich das nur auf einzelne Monopolisten auslege, die im Endeffekt nur über ihre Cloud-Infrastrukturen funktionieren, also G Suite, weltweiter Zugang, Microsoft, die Herausforderung, klar, wir bauen jetzt mit der Azure Deloitte Cloud etwas auf, was dann in Deutschland funktioniert, aber wenn da jetzt, ich sag mal, drei Wochen lang keine Patche mehr reinfließen, dann haben die auch ein Problem.

Und das ist etwas, wo man ganz klar sagen muss, wenn wir es dann schaffen, mit kleineren Infrastrukturen, mit größeren Infrastrukturen, sei es einem nationalen Hyperscaler, sei es einer eigenen Cloud-Anwendung oder sei es halt auch einem großen Hyperscaler, bin ich zumindest in der Lage, Infrastruktur auszurollen, um Handlungsfähigkeit zu herstellen. Wir haben es jetzt bei der Ahrtal-Lage so ein bisschen gesehen. Dann fangen die wieder an, mit Stift und Papier rumzurennen.

Das sind einfach Dinge, wo ich sage, dieses Thema Resilienz der Verwaltung, und die Verwaltung kann nur resilient sein, die kann nur souverän sein, wenn sie Lösungsmöglichkeiten hat. Und ich glaube, dass wir mit OpenDesk eine Lösung so jetzt konzipiert haben auch, dass sie in verschiedenen Szenarien ausrollbar ist. Und damit kann ich meine Mitarbeiter wieder befähigen, zu arbeiten und auch die Regierung handlungsfähig halten.

Weil ohne digitale Infrastruktur, Seien wir mal ehrlich, wenn ich keine E-Mails mehr schreiben kann, wenn ich keine Dokumenten mehr ablegen kann, dann ist es auch extrem schwierig, ein Lagebild zu konzipieren. Dann ist es extrem schwierig, überhaupt Maßnahmen ausrollen zu können, die dann nachher entsprechend irgendwelche Ergebnisse erzeugen sollen, um es mal ganz einfach zu formulieren.

Torsten

Jetzt wollten wir nicht so intensiv über OpenDesk sprechen, aber wenn ich daran denke, die schnelle Wiederherstellbarkeit der Handlungsfähigkeit zu schaffen, denken wir einfach mal OpenDesk ein bisschen weiter und bringen auch die ganzen Fachverfahren damit rein. Also es ist eine super Plattform, die sowas abbilden kann. Es ist letztendlich auch nur Linux und kann genauso gut funktionieren wie das Fachverfahren. Aber Pamela, hast du noch zum Schluss Ergänzungen?

Pamela

Ich wollte noch eine Sache ergänzen bei diesem Thema Vergaberechtsform oder Vergabetransformationspaket, wie das Ganze ja offiziell heißt. Es gibt manchmal so Gegenstimmen, die sagen, naja, aber wenn das OZG 2.0 mal da ist, da steht es ja schon drin mit diesem Open Source. Aber Fakt ist ja, das OZG 2.0, das gilt dann für die Anwendung zum Beispiel auf kommunaler Ebene in Richtung der Bürgerinnen und Bürger. Das betrifft aber ja nicht das, worüber wir hier sprechen.

Das betrifft nicht die verwaltungsinternen Infrastrukturen. Das heißt, es hilft natürlich weiter. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber es reicht in unseren Augen einfach nicht aus, um das Thema, sage ich mal, in der Breite wirklich anzugehen. Ja, und was mir noch wichtig ist vielleicht, weil die Eindrücke hier beim Zendes ja auch noch so frisch sind. Also wir haben ein paar Stellen da draußen. Das sind interessante Stellen.

Und was mir wahnsinnig gut gefällt, so nach den ersten drei Wochen, wir haben ja alle so einen ganz gesunden Pragmatismus. Das heißt, wir haben, glaube ich, eine ganz klare Vision, was wir erreichen wollen. Wir haben einen klaren Auftrag. Das ist auch, glaube ich, viel mehr, als manche Organisationen zu diesem Zeitpunkt schon von sich sagen können, dass sie wirklich auch wissen, wo sie hinwollen und wie sie dahin wollen.

Und man merkt einfach, dass wir in so einem sehr starken Umsetzungsmodus sind. Also es geht nicht darum, irgendwelche akademischen Papiere oder so zu schreiben. Es geht wirklich darum, Lösungen zu schaffen, die zugänglich sind für die Verwaltung und die etwas ändern können. Und ich glaube, das merkt man hier überall. Du warst jetzt auch, wie gesagt, ein paar Tage hier. Das würde ich ganz gern vielleicht der Zuhörerschaft noch mit auf den Weg geben wollen.

Torsten

Und die Büros sind sehr schön. Nicht so gut gelegen, aber sehr schön. Wir hatten einen schönen Blick links und rechts, aber tolle Büros. Schön modern und wie gesagt, ein cooles Team. Pamela, Andreas, vielen, vielen Dank, dass ich hier sein durfte.

Andreas

Schön, dass du bei uns warst.

Pamela

Ja, danke, dass du gekommen bist.

Torsten

Euch, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank und bis zum nächsten Mal.

Andreas

Tschüss.

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