Ja, hallo und herzlich willkommen zur 190. Ausgabe des E-Government-Podcasts. Ich bin Thorsten Frenzel und heute wird es smart und dazu habe ich mir den Philipp eingeladen. Hallo Philipp, ich grüße dich.
Hallo Thorsten, vielen Dank, dass ich dabei sein darf.
Ja, bevor es losgeht, Philipp, stell dich doch mal ganz kurz vor, damit die Hörerinnen und Hörer da draußen wissen, mit wem sie es hier zu tun haben.
Mein Name ist Philipp Wilimzig, ich bin Geschäftsführer der Smart Village Solutions SVS GmbH. Außerdem bin ich Mitglied des Vorstands bei der Muttergesellschaft der TPWD AG. Ja, und dann habe ich noch so ein paar andere Hüte auf. Unter anderem bin ich noch der Vorstand des Smart Village e.V.
Und du hast gerade schon gesagt, Smart Village und Smart Village, da habt ihr so eine recht ansehnliche und nette App gebaut. Vielleicht sagst du mal ganz kurz was dazu. Was ist denn diese Smart Village App?
Genau, die Smart Village App, das ist das Thema, mit dem ich mich Tag ein, Tag aus am meisten beschäftige. Wir beschreiben die Smart Village App immer als ein Open Source App-Baukasten für Dörfer, Städte und Landkreise. Also auch wenn wir das Village im Namen haben, das hat so ein bisschen historische Gründe, ist das auf jeden Fall dieser Baukasten für Kommunen jeglicher Größe zu nutzen. Und wir sind ursprünglich in Bad Belzig gestartet und haben derzeit 40 App-Projekte deutschlandweit erlaufen.
Baukasten, wie kann ich mir das vorstellen?
Das kannst du dir so vorstellen, dass der Code eben auf GitHub und jetzt seit einiger Zeit auch auf OpenCode zu finden ist, aus ganz vielen Modulen besteht und wir dann gemeinsam mit den jeweiligen Kommunen schauen, welche von diesen Modulen passen, um hier wirklich dann vor Ort ganz genau maßgeschneidert die richtigen Dinge zusammenzustellen.
Also das ist das Baukastenprinzip, dass wir nicht alles immer gleich verwenden, sondern wirklich individuell gucken können, wie wir aus diesen Standardbausteinen ganz individuelle Apps bauen.
Und was für Bausteine gibt es da? Kann ich mir das so vorstellen wie bei so einem Bürgerportal oder so ähnlich?
Ja, also die App ist jetzt schon eine ganze Weile da. Wir haben 2018 angefangen, das zu entwickeln. Und in der ersten Phase haben wir uns vor allen Dingen auf Module konzentriert, die dazu da waren, die Bürger zu informieren. Das heißt, wir haben Module, um zum Beispiel Nachrichten darzustellen, Veranstaltungen. Es gibt ein Modul, was man vielleicht sowohl als Branchenbuch bezeichnen könnte, das aber auch genutzt werden kann, um Vereine, Institutionen, solche Sachen darzustellen.
Wir haben einen Verwaltungsfinder dabei. Also lauter so informative Module. Im Laufe der Zeit sind dann interaktive Elemente dazugekommen, wie zum Beispiel Umfragen. Sehr beliebt ist auch der Abfallkalender, wo ich mich dann bei Push-Nachricht erinnern lassen kann. Mängelmelder, Hinweisgeber-Modul haben wir jetzt seit einiger Zeit, ein schwarzes Brett, solche Sachen. Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe von Modulen. Das sind Module, die externe Software anbinden oder integrieren.
Das ist zum Beispiel Consul, gibt sich ja hier auch vielen Hörern bekannt, eine Open-Source-Bürgerbeteiligungsplattform. Wir haben so ein Social Network, HamHub integriert, wir binden Ratsinfosysteme an, wir sind angebunden an das modulare Warnsystem des Bundes und, und, und.
Du hast gerade Hinweisgeber-Modul gesagt. Und bei Hinweisgeber-Modul, da klingelt es bei mir. Ist das ein Hinweisgeber-Modul nach Hinweisgeber-Schutzgesetz oder ist das so eine Art Mängelmelder?
Nee, also Mängelmelder haben wir eben auch, aber bei dem Hinweisgeber-Modul geht es tatsächlich wirklich nochmal um das Hinweisgeben im Sinne des Hinweisgeberschutzgesetzes, also Whistleblowing. Und da war dann vor allen Dingen nochmal besonders wichtig, dass das anonym und end-to-end verschlüsselt passieren kann, dass es aber trotzdem einen Rückkanal gibt.
Also falls der Beauftragte in der Kommune dann doch nochmal Nachfragen hat, dann kann er gewissermaßen in diesem Briefkasten, auf den nur der Hinweisgeber und der Beauftragte der jeweiligen Kommune, das kann auch jemand Externes sein, ein Anwalt zum Beispiel, Zugriff haben, dann kann er da eine Frage hinterlassen. Man wird dann eben nicht benachrichtigt, weil das ja völlig anonym passiert. Ich hinterlasse keine E-Mail-Adresse, keine Telefonnummer, gar nichts.
Aber ich kann dann eben nach ein paar Tagen nochmal wiederum mit meinem Schlüssel in dieses Postfach reinschauen und sehe dann eben, haben die das jetzt verarbeitet, haben die noch Fragen oder ist das vielleicht eben auch schon erledigt.
Und der Schlüssel, der liegt dann bei mir in der App, oder?
Nee, der Schlüssel wird in dem Moment, wo ich das alles sozusagen fertig gemacht habe, wird der mir angezeigt und dann muss ich den eben für mich dann entweder aufschreiben oder lokal speichern. Der ist dann selbst auch in der App nicht abgelegt.
Ah, okay, so eine komplette Trennung von Gerät und Software und Person.
Genau, ganz genau.
Sehr gut. Ich glaube, ihr seid da die Ersten, die sowas haben in der App, oder?
Das mag wohl sein. Also mir ist nicht bekannt, dass es jemand anders gäbe, der das auch macht. Aber dieses System von End-to-End-Verschlüsselung, das ist ja jetzt nicht neu, das haben wir da auch nur entsprechend implementiert.
Wenn wir gerade so schön von Sicherheit sprechen, habt ihr auch so die üblichen Geschichten wie Bund-ID, Bayern-ID und ähnliches angebunden?
Ja, es gibt tatsächlich die Möglichkeit, auch die App mit einem persönlichen Profil auszustatten. Das ist zugegebenermaßen gar nicht der Standard bei uns. Die meisten Personalisierungen, die in der App stattfinden, finden so statt, dass ich kein Profil anlegen muss, dass ich mich nicht registrieren muss, sondern dass das einfach im Handy als Einstellung gespeichert wird.
Also ganz viele Sachen, ob ich eben zum Beispiel Abfallbenachrichtigungen für die und die Straße bekommen möchte, für die und die Mülltonne, das muss gar nicht mit einer Registrierung verknüpft sein, sondern da können wir einfach das im Gerät speichern.
Also dezentrale Datenhaltung und ihr wisst im Zweifel gar nicht, wer das ist, der euch nutzt.
Ja, ganz genau. Also das Thema Datenschutz war uns von Anfang an eben wirklich sehr, sehr wichtig. Und weil wir den, das ist einer der Vorteile, wie ich finde, eben auch von solchen Apps, dass man eben Dinge lokal speichern kann. Und deswegen, anderes Beispiel für den Thema Datenschutz ist zum Beispiel auch die Standortfreigabe. Die App weiß, wo der Nutzer ist, das Telefon weiß, wo der Nutzer ist. Der Nutzer muss dann der App selber nochmal freigeben, dass die App diese Informationen
auslesen darf. Und dann sortieren sich gewisse Inhalte innerhalb der App neu oder eben auf der Karte wird der Standort angezeigt. Aber diese Information erreicht nie den Server. Der Server weiß das gar nicht. Es passiert alles innerhalb der App. Und so ist es eben mit vielen individuellen Einstellungen auch. Nichtsdestotrotz, um deine Frage zu beantworten, ja, es gibt auch die Möglichkeit, dass sich die Nutzer registrieren und Profile hinterlegen.
Und da benutzen wir dann Keycloak im Hintergrund. Das ist eine Open-Source-Identitätsmanagement-Software, die ich wiederum verknüpfen kann, einerseits mit sogenannten Identitätsprovidern, wie es eben die Bund-ID ist, aber auch Google- oder Facebook-Login kann ich benutzen. Ja, nicht immer nutze ich diese Login-Informationen ja für ganz sensible Dinge, sondern eben vielleicht auch wieder nur für Chat-Logiken oder so.
Da will man dann, oder auch im Bereich Bürgerbeteiligung will man eben die Login-Logik relativ niedrigschwellig halten, deswegen eben auch diese anderen Login-Optionen. Und der Vorteil ist, ich kann das wiederum auch mit anderen Diensten verknüpfen. Also ich kann dieses Login nicht nur für die App benutzen, sondern dann auch für alle möglichen anderen digitalen Dienste in der Kommune.
Ich habe sozusagen damit wirklich dann auch gleich meinen Stadt-Single-Sign-On geschaffen und kann das wieder mit vielen anderen Sachen verknüpfen.
Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich als Kommune lasse mir jetzt so eine App bauen, betreibe die auch und jetzt habe ich ja oder wir alle haben seit einigen Jahren das ganze Thema OZG und Eva-Dienstleistungen oder Eva-Dienste, kann ich die auch irgendwie mit in der App anbinden oder mit einbinden, sodass ich mich tatsächlich mit der App anmelde, dann über meine Bund-ID gehe oder ähnliches und das in der App quasi meine Anträge stelle?
Ja, das ist so eine Zukunftsvision, die wir noch nicht komplett erfüllen. Wir sind angebunden an den Portalverbund. Das heißt, über die verschiedenen Infodienste können wir in der App einen Zuständigkeitsfinder anbieten. Der Nutzer kann also direkt in der App erstmal suchen, wo kann ich denn jetzt zum Beispiel meinen Hund anmelden und wird dann in der App eine Information finden. Diese Verwaltungsleistung wird dort und dort angeboten.
Im Standardfall findet er dort zumindest einen Ansprechpartner und Öffnungszeiten des jeweiligen Amtes, aber es kann auch sein, dass er dort einen Button findet, gleich Termin vereinbaren oder wenn hier diese Leistung schon tatsächlich digitalisiert ist, dann wird er in der App auch den Button finden, macht es jetzt online. Online, dann öffnet sich innerhalb der App ein Browserfenster. Das ist ein sogenannter Webview. Das kann man sich so ein bisschen so ähnlich vorstellen wie ein YouTube-Video,
was ich auf einer Webseite einbinde. So können wir eben eine Webseite innerhalb der App einbinden. Das heißt, in dem Moment landet man jetzt in dem jeweiligen Fachverfahren, in dem jeweiligen Tool. Ich mache das alles ganz normal. Das Thema Bund-ID bedeutet ja auch, dass wir verschiedene Vertrauensstufen haben. In der App benutzen wir die niedrigste Vertrauensstufe. Für den eigentlichen Verwaltungsakt muss ich dann eine höhere Vertrauensstufe wechseln.
Also da werde ich dann nochmal mit der Bund-ID auch konfrontiert. Da kommen wir nicht von weg. Und ja, aber so kann ich das aus der App heraus dennoch machen, aber rein technisch gesehen bewege ich mich dann am Ende sozusagen auf einer Web-Ebene des jeweiligen Tools.
Wir sind mit der IT-Bo gerade dabei, Open Rathaus einzubinden, um dann auch nochmal einen Rückkanal zu haben, dass wenn dann am Ende meine Anmeldung des Hundes bearbeitet wurde und ich dafür einen entsprechenden Bescheid in meinem Postfach bekomme, dass die App dann wieder per Push-Nachricht sagt, da ist ein Dokument in deinen Posteingang reingekommen, guck mal rein, da findest du jetzt was Aktuelles. So kennt man das auch von der Bank-App zum Beispiel.
Die verschicken auch nicht den Kontoauszug als Push-Nachricht, sondern die informieren mich, dass es eine neue Nachricht gibt. Und genau so machen wir das auch.
Da muss ich gleich mal nachhaken. Das Open Rathaus ist ja nochmal ein eigenständiges Nutzerkonto beziehungsweise ein eigenständiger Postkorb. Warum nicht gleich den Postkorb von der Bund-ID?
Weil es meines Wissens zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht möglich ist, das Postfach von der Bund-ID in der Form anzubinden. Das sind zumindest die Aussagen, die ich vor einem halben Jahr dazu gekommen habe. Das ganze OZG-Thema bewegt sich ja relativ dynamisch voran. Wir sind eben mit verschiedenen Kommunen an verschiedenen Stellen in verschiedenen Geschwindigkeiten sozusagen unterwegs. Und das Thema mit Open Rathaus, das hat Goslar eben auch den Weg gebracht.
Bei denen ging es jetzt einfach erst mal darum, dieses Postfach anzubinden. Wir gehen aber davon aus, dass das im Prinzip die Blaupause ist, um dann in Zukunft weitere Postfächer wie dann eben auch das Bund-ID-Postfach anzubinden, wenn es die Möglichkeit gibt, das dann zu machen.
Okay, dann habe ich vielleicht eine neuere Information. Meiner Meinung nach geht das jetzt schon alles. Ja. Und man kann es tatsächlich schon anbinden. Welche Kommunen nutzen denn eure App?
Ich habe es, glaube ich, gerade schon gesagt. Gestartet sind wir mal 2018, 2019 mit Bad Belzig. Das ist eine kleine Kommune außerhalb von Berlin in Brandenburg, ungefähr 5.500 Haushalte. und die sind auserkoren worden, für Brandenburg exemplarisch mal diese App einzuführen.
Das Interesse war nicht nur in Bad Belzig sehr groß, die App ist bei den Bürgern sehr gut angekommen, aber es gab auch großes Interesse bei den anderen Kommunen in Brandenburg, sodass wir dann schon ein Jahr später in Eisenhüttenstadt als zweite Kommune die nächste App einführen konnten. Und 2020 hat sich dann das Brandenburger Innenministerium entschlossen, eine eigene Förderrichtlinie für die Smart Village App aufzulegen.
Das heißt, bis Ende diesen Jahres noch können Brandenburger Kommunen 20.000 Euro vom MEK, vom Innenministerium bekommen und haben damit genügend Budget, um nicht nur die Einrichtung der App zu finanzieren, sondern auch den Betrieb im ersten Jahr. Und sie haben auch noch Budget, um die App dann auch zu bewerben. Da haben wir gemerkt, das ist wichtig, dass einfach nicht nur die App einfach da ist, sondern dass man dann auch darüber redet, damit sie eben wirklich bekannt wird.
Das alles hat dazu geführt, dass wir jetzt so ungefähr 30 Kommunen in Brandenburg haben. Es sind auch ein paar Landkreise dazwischen und im restlichen Deutschland haben wir derzeit so ungefähr zehn Projekte in der Umsetzung oder schon umgesetzt.
20.000 Euro, das sind richtige Schnäppchen.
Ja, wie gesagt, das Setup geht für unter 10.000 Euro los und dann hat man eben nochmal die jährlichen Betriebskosten. Das hängt dann immer stark davon ab, auch welche Module man nutzt, welche Schnittstellen wir dann einrichten und natürlich auch kontinuierlich überwachen und so. So, das Ganze ist natürlich lizenzkostenfrei. Also das sind eben ausschließlich die Aufwände, die wir haben.
Und um mal vielleicht eine Größenordnung zu geben, Entwicklungskosten sind so ungefähr 800.000 Euro in das Projekt über die letzten fünf Jahre geflossen. Also da finde ich dann auch, es ist wirklich ein Schnäppchen.
Ja, jetzt muss ich gleich ein paar nördige Fragen stellen. Euer Betriebskonzept, wie betreibt ihr? Ist das bei euch eine eigene Instanz für jede App oder habt ihr irgendwie eine große Instanz mit verschiedenen Mandanten?
Also wie gesagt, wir sind ja mal gestartet, eine App für eine Kommune zu machen und vor dem Hintergrund ist es eben tatsächlich so, dass jede Kommune hat ihre eigene Instanz. Bei der Anbindung und Einbindung von bestimmten Datenpartnern ist es schon so, dass wir dann manchmal nur einen Importer bauen. Wir sind zum Beispiel, hatte ich ja gesagt, an das Solare Warnsystem des Bundes angebunden.
Da haben wir dann quasi eine Schnittstelle, bekommen Warnmeldungen für ganz Deutschland und verteilen das dann auf die einzelnen Instanzen. Aber Eichenzell beispielsweise in Hessen hat sich entschlossen, ein eigenes lokales Rechenzentrum zu nutzen für die App. Die lassen sich von uns trotzdem unterstützen und begleiten. Aber da läuft das Ganze dann eben bei denen im Rechenzentrum. Das geht völlig problemlos. Üblicherweise erbringen wir aber das Hosting aus einem Berliner Rechenzentrum
heraus. Das wird zu 100 Prozent grünen Strom betrieben, ist ISO-zertifiziert. Also das ist dann auch alles DSGVO- und BSI-konform.
Und wahrscheinlich moderne Architektur mit Kubernetes und Co.
Ja, ganz genau. Das sind eine ganze Reihe von einzelnen Services, die da im Hintergrund laufen. Das ist zum einen erstmal der zentrale App-Server gewissermaßen in den ganzen Daten liegend. Der hat nochmal eine bidirektionale Schnittstelle. Das heißt auch, dass alle Daten, die für die App einmal eingesammelt wurden, auch wieder genutzt werden können. Da haben wir jetzt Kommunen, die das für Anzeigetafeln nutzen oder eben KI-Chatbot-Projekte damit umsetzen.
Und dazu kommen dann eben diese ganzen Importer oder Konnektoren. Im Prinzip haben wir da eine sehr ähnliche Architektur, wie das auch bei den urbanen Datenplattformen ist. Zu denen sind wir da im Prinzip auch voll kompatibel.
Warum entscheide ich mich als Kommune für eine App und nicht für einen mobilfähigen Internetauftritt?
Als Kommune sollte ich mich für eine App entscheiden, weil Smartphones und Tablets einfach nur mal das primäre Zugangsmedium sind, mit dem wir heutzutage alle online gehen. Also wenn wir Online-Zugang im klassischen Sinne verstehen, wo findet der statt? Der findet auf der App statt oder auf dem Smartphone statt. Und wenn ich bei der Bahn ein Ticket kaufe, dann mache ich das in der App. Wenn ich mit meiner Bank kommuniziere, dann nutze ich dafür die App.
Das hat eine ganze Reihe von Gründen, ein paar technische, aber am Ende ist es doch einfach so, die App ist das natürliche Mittel, um auf dem Smartphone Dinge zu tun. Und wenn ich mir überlege, was muss ich alles machen, um auf eine kommunale Webseite zu kommen, Ich muss den Browser starten, ich muss das URL finden, ich muss die Domain erstmal vielleicht bei Google suchen oder sie eintippen, dann muss ich einen Cookie-Banner wegklingen, muss ich mich einloggen.
Das ist für jemanden, der digital nicht so affin ist, schon relativ viel. Und wir hören das immer wieder aus den Kommunen, mit denen wir Projekte machen und mit den Bürgerinnen vor Ort, dass sie sagen, das ist wirklich einfacher, es ist komfortabler, mit der App zu arbeiten. Das ist der eine große Grund, dass es einfach erstmal bürgerfreundlicher ist. Aber der zweite, wie ich finde, fast noch wichtigere Vorteil ist, die Kommunikationsrichtung dreht sich um.
Was meine ich damit? Bei einer Webseite muss ich immer darauf warten, dass jemand zu mir kommt und die Informationen dort eben findet, die ich da gerade aktuell veröffentlicht habe. Was weiß ich, es gab einen Wasserrohrbruch, Wasser muss mal abgekocht werden, bis das wieder repariert ist. Da habe ich ein Problem, wenn ich das jetzt einfach nur auf der Homepage veröffentliche.
Bei der App habe ich die Möglichkeit, per Push-Nachricht zu kommunizieren und kann eben wirklich die Information aktiv an meine Bürger pushen. Und deswegen kann ich mit einer App am Ende schneller, direkter, weiter kommunizieren, als ich das mit einer Homepage könnte. Die Homepage bleibt, wir wollen die nicht ersetzen, das ist ganz klar, die bleibt auch bestehen, die hat ihre Berechtigung.
Durch die ganzen Schnittstellen ist es ja so, dieser zweite Kanal, den wir mit der App anbieten, der macht nicht mehr Arbeit. Aus Sicht der Kommune erstelle ich mein Content genau da, wo ich ihn bisher auch erstellt habe, aber ich habe eben die Möglichkeit, mit der App diesen weiteren Kommunikationskanal zu nutzen. Und dann vielleicht noch ein drittes Argument, warum es aus meiner Sicht eine App geben sollte. Und zwar ist eine App dann eben auch mehr als das, was die Webseite ist.
Sie ist nicht nur ein Informationsmedium, sondern sie ist eben auch ein richtiger Alltagshelfer. Mit den ganzen Diensten, die wir da drin haben, kann ich ganz praktisch damit auch im Alltag arbeiten. Ich kann gucken, was ist am Wochenende los. Ich kriege Info, wann muss der Müll rausgestellt werden. Ich kann Mängel melden. Ich kann mich auch mit meinen Nachbarn vernetzen, kann vielleicht gucken, was machen die Vereine hier und, und, und, und, und.
Und das alles auf einer Plattform, die der Kommune selber gehört. Also anders als bei TikTok, Twitter, Facebook oder sonst irgendwo, wo ich immer die Sorge haben muss, dass irgendein Datenschützer kommt und sagt, darf ich jetzt nicht mehr oder dass sich die Regeln ändern, dass es kostenpflichtig wird, wie auch immer. Ja, ich bin im Prinzip bei den Social-Media-Geschichten immer auf fremdem Terrain und muss mich diesen externen Regeln unterwerfen.
Und wenn ich meine eigene Plattform habe, wo ich meine eigene Community, also meine Bürger eben habe, dann kann ich mit denen auch echt arbeiten. Nicht nur heute, sondern eben auch in den nächsten Jahren. Also wir haben das Thema OZG gerade schon. Da wird natürlich noch viel passieren in den nächsten Jahren. Und dann will ich doch meinem Bürger schnell mitteilen, das geht jetzt auch online.
Das kannst du jetzt auch digital machen. Oder eben, wenn ich irgendeine schöne Beteiligungsgeschichte starte und da aber eben Beteiligung lebt halt immer davon, dass auch viele mitmachen. Da ist wieder Push-Nachricht das zentrale Medium.
Das ist schön. Du hast mit deinen Argumenten für die App auch das Argument, wir haben ja bloß 1,3 Behördenkontakte pro Jahr, auch wunderschön mitgearbeitet. Quasi widerlegt, weil wenn ich mir überlege, ich gucke einmal im Monat oder in der Woche nach, wann der Müll abgeholt wird, ist schon einer. Ich kriege Informationen, dass, keine Ahnung, die Schule ausfällt, der Kindergarten geschlossen ist oder irgendwo ein Wasserrohrbruch ist und ich gerade nicht auf dem Parkplatz parken kann.
Also das widerlegt tatsächlich auch schon mal schön die 1,3 Kontakte oder 1,5 Kontakte. Ja, absolut.
Also das halte ich auch ehrlich gesagt für eine ziemlich falsche Sichtweise. Das gibt sicher auch Verwaltungsleute, die sagen, oh Gott, hoffentlich ruft mich der Bürger nicht an, der soll mich bloß in Ruhe lassen. Ich will möglichst wenig Kontakt mit dem Bürger haben. Aber wenn ich doch ein bisschen modern und zukunftsorientiert agieren will, dann ist es doch schön, mit dem Bürger im Kontakt zu sein, regelmäßiger. Ja, klassische Verwaltungsakte, ja, die finden nicht so häufig statt.
Aber in meiner Nachbarschaft, in meiner Gemeinschaft, da ist doch ständig was los. Und wenn wir uns auch mal anschauen, was es so für Herausforderungen gibt. Vielleicht mal ein kleines Beispiel. Hagenow ist eine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, hat schon vor einiger Zeit die App eingeführt und Anfang des Jahres gab es dort Bauernproteste. Da hat mich der Bürgermeister am Freitag angerufen und hat gesagt, wir haben gerade mitbekommen, am Montag wird uns die Stadt abgeriegelt.
Hast du eine Idee, wie wir die App nutzen können, um damit umzugehen? Und dann haben wir am Wochenende nochmal schnell das Baustellenmodul freigeschaltet, mit dem man dann darstellen kann, wo überall sind gerade Verkehrsstörungen, aber eben auch, welche Umfahrungsmöglichkeiten gibt es. Und wir haben sie nochmal eben ermutigt, doch auch mal an einem Tag mehrfach diese Push-Nachrichten-Funktion zu benutzen.
Und sie haben also im Laufe des Tages immer wieder in regelmäßigen Abständen dann eben gesagt, da und da ist gerade blockiert, aber da ist auch gerade offen. Und das hat im Nachgang dazu geführt, dass eben mehrere Bürger sich bei der Stadt gemeldet haben und gesagt haben, Es war ein total nerviger Tag, aber wir haben gemerkt, ihr bleibt proaktiv an unserer Seite, ihr redet darüber, ihr gebt uns Alternativen und wir merken einfach, die Stadt bleibt handlungsfähig.
Also das ist das, was, glaube ich, auch immer als Resilienz bezeichnet wird, dass wenn ich in so einer Krise, die ich nun mal nicht wegnehmen kann, die nun mal da ist, aber wenn ich da aktiv und proaktiv kommunizieren kann, dann habe ich ein starkes Signal. Und ja, ich glaube, damit kann man dann am Ende auch so ein bisschen Politikverdrossenheit und Müdigkeit der Bürger, was solche Sachen angeht, dann auch mal ins Positive drehen und ein richtig gutes Zeichen setzen.
Ja, das ist tatsächlich auch eine meiner Erfahrungen aus meiner Berufswelt. Outbound-Informationen sparen Inbound-Anrufe. Und je mehr ich nach außen gehe mit meinen Informationen, desto weniger habe ich tatsächlich Nachfragen oder E-Mails bei mir im Posteingang. Wir hatten vorhin schon drüber gesprochen, dass ihr die App natürlich auch in die Zukunft bringt und weiterentwickelt. Und wir haben ja hier gemeinsam so ein schönes Pad für Vorbereitung.
Und da hast du ein paar Tipps, Themen reingeschrieben und da fällt mir sofort eins ins Auge, Audioschnipseljagd. Mir als Podcaster kommt das natürlich sofort, fällt mir das ins Auge, was ist das denn und was habt ihr damit vor?
Ja, das ist eine ganz tolle Geschichte und zwar habe ich in Berlin eine junge Gründerin kennengelernt, die in einem Verlag für Audiobücher arbeitet und die hat in Berlin ein paar Projekte mit Bezirken umgesetzt, Wo sie eine Kombination aus Chat und Audionachrichten hat. Und zwar macht man zurzeit, läuft das über Telegram, einfach eine Gruppe auf, lädt sozusagen seine Freunde da mit rein und ihren Bot. Und dann kriegt man eine Sprachnachricht, die einen auf eine Reise schickt.
Also ein Thema, was sie zum Beispiel hat, ist so das ganze Agententhema im Kalten Krieg. Und dann höre ich mir eben diese Audionachricht an, die endet mit einer Frage, die ich in der Regel nur beantworten kann, wenn ich auch vor Ort bin. Das heißt, ich muss mich jetzt wirklich bewegen, muss mit meiner Truppe dahin und mir eine bestimmte Sache angucken, kann dann in dem Chat eine Antwort geben und dann erkennt eben die Gegenseite, ja, das ist die richtige Antwort oder eben nicht.
Wenn nicht, kriege ich einen Tipp und die Tipps werden immer so offensichtlicher, dass man das also auf jeden Fall auch schafft. Und finde ich eine total spannende Geschichte, weil es eben nicht diese klassische Audiotour ist, wo ich einfach nur konsumiere, sondern eben wirklich dieses Schnitzeljagd-Ding habe und eben so richtig mit reingezogen werde in so eine Geschichte.
Und ja, das ist also eine Geschichte, die wir entdeckt haben und die wir unbedingt auch bei uns mit integrieren wollen, wo wir jetzt gerade die richtige Kommune suchen, um diese Funktion dann auch mal mit aufzunehmen.
Das klingt mir ganz so, dass ihr eure App bewusst auch so baut, dass sie sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für Touristen funktioniert.
Ja, Bad Belsig ist selber eine sehr touristisch geprägte Gemeinde, sodass wir da tatsächlich von Anfang an immer auch so ein bisschen die Besucher mit auf dem Schirm hatten. Inzwischen haben wir App-Projekte auch mit Gemeinden gemacht, für die Tourismus kaum eine Rolle spielt. Also da kann man natürlich bei den verschiedenen Modulen durchaus dann gucken, was man da verwendet.
In Bad Belzig haben wir unter anderem auch noch ein Augmented Reality Modul mit integriert und haben einen Kunstwanderweg, der schon da war, nochmal mit zusätzlichen virtuellen Kunstwerken angereichert. Aber die Erfahrung zeigt, dass eigentlich jemand, der als Gast in eine Kommune kommt, da vielleicht ein paar Tage ist, eher seltener sich die App runterlädt. Unsere Hauptzielgruppe sind schon die Bürger vor Ort und wir fokussieren uns eigentlich eher darum, denen Services anzubieten.
Aber natürlich sind auch nicht alle Bürger schon immer da gewesen, sondern sind vielleicht auch neu hinzugezogen oder wollen einfach neue Dinge entdecken. Also wir stellen auch immer wieder fest, dass die Bürger dann über die App auch Dinge finden und entdecken, die sie eigentlich schon längst hätten sehen können, aber die eben doch einfach bisher nicht so präsent waren.
Das klingt super interessant. Also wenn du die Gemeinde findest, gib mir Bescheid, das will ich ausprobieren.
Ja, sehr gerne. Ich werde auf jeden Fall dir auch nochmal den Link zu diesem Startup geben. Die habe ich jetzt gar nicht parat, aber die packen wir in den Show Notes, würde ich sagen.
In den letzten Monaten wird ja auch sehr, sehr viel über Wallets gesprochen. Also ich kann meinen Bibliotheksausweis da ablegen, ich kann meinen Personalausweis, meine Kreditkarte, was weiß ich, alles in diese Wallet reinpacken. Gibt auch die EU-Wallet, die hier angesprochen wird. Wie sieht es da aus? Werdet ihr die App auch entsprechend befähigen, auch auch als Wallet zu funktionieren oder als irgendwie Ausweis auf Bewahrungsplattform.
Ja, also das ist auf jeden Fall ein Thema. Du hast das ja vorhin schon auch mal kurz angesprochen. Das Tolle bei so einer App ist ja, dass ich eben ganz viele Dinge in dieser App speichern kann und sie dann eben da habe, dass ich sie nicht auf irgendeinen Server hochladen muss und quasi aus der Hand gebe, sondern ich habe meine eigenen Daten quasi bei mir und kann sie aber dann trotzdem bereitstellen oder nutzen für ganz unterschiedliche Sachen.
Ob das jetzt eben das digitale Ticket zum Schwimmbad ist oder das digitale Busfahrticket oder Bibliothek, hattest du auch schon gesagt, wir haben mit einer Kommune darüber gesprochen, den Schülerausweis zu digitalisieren und hier dann eben auch die Kombination zu haben, dass ich dann eben bei den lokalen Sehenswürdigkeiten Rabatte bekomme als Schüler. Das ist ein Thema.
Aber wir sind ja ein Open-Source-Projekt und das heißt auch, dass ich gar nicht unbedingt die Produkt-Roadmap definiere, sondern dass wir hier in der Entwicklergemeinschaft gemeinsam mit den Kommunen, die schon da sind und denen, die jetzt im Interesse haben, dazu zu kommen, natürlich uns auch regelmäßig austauschen und dann immer auch schauen müssen, wofür hat jemand Geld. Und auch das ist natürlich bei einem Open-Source-Projekt nochmal ein bisschen anders.
Nicht wir investieren in den Ausbau der Funktionalität, sondern die einzelnen Kommunen entscheiden, wofür geben sie ihr Geld aus. Und unsere Aufgabe ist es dann umzusetzen und bei der Umsetzung darauf zu achten, dass das kompatibel bleibt zu allem anderen und gut zu warten ist auch. Aber welche Funktionen jetzt als nächstes umgesetzt werden, das hängt eben auch nochmal stark von den beteiligten Kommunen ab.
Und wenn ihr so eine Funktion umsetzt und die von einer Kommune finanziert wird, steht ihr dann automatisch allen zur Verfügung oder nur der finanzierenden Kommune?
Also bei Open Source bedeutet das natürlich ganz klar, der Code steht automatisch allen zur Verfügung. Aber teilweise ist es dann eben so, dass wenn wir diese Funktion übertragen, entstehen nochmal Aufwände und es müssen vielleicht neue Dinge installiert werden. Das heißt, es entstehen keine Lizenzkosten, aber es entstehen Aufwände und deswegen müssen die Kommunen dann doch nochmal individuell entscheiden, ob sie das Modul jetzt nutzen wollen oder nicht.
Aber es ist jedem freigestellt, die Module nachzunutzen?
Der gesamte Code steht unter einer GPLv3-Lizenz und wer sich mit den Open-Source-Lizenzen auskennt, weiß, dass das eine relativ strenge Lizenz ist, in der eben auch das sogenannte Copyleft mit dabei ist, sprich alles, was hier entsteht, muss wieder Open-Source gehen. Und da wir auch nicht der einzige Dienstleister sind oder die einzige Agentur, die eben mit diesem Code arbeitet, gilt das also auch für die anderen, die da Dinge mit umsetzen. Auch die werden alles wieder offenstellen.
Wir sind seit fünf Jahren auf GitHub und jetzt seit diesem Jahr auf OpenCode und da findet man also alles und kann uns natürlich dann immer auch ansprechen.
Ja, bei mir klingelt es immer bei Entwicklergemeinschaft. Ich habe da selbst Erfahrung mit Entwicklergemeinschaften, die nicht im Open-Source-Bereich arbeiten. Da gibt es immer ein Hauen und ein Stechen, wer jetzt was mitfinanziert und wer nicht und dann darf es nur der nutzen, der es bezahlt hat. Deswegen bin ich so ein großer Verfechter von Open-Source und ich finde das genau den richtigen Weg, wie ihr das hier so macht.
Ja, ich finde, also das ist so ein Thema, das wir natürlich auch sehr begleiten und wir haben jetzt schon mal gemeinsam mit dem Christian von Publicplan, den kennst du ja auch gut, über ein mögliches Label, echtes Open Source gesprochen, weil es ist eben auch so, dass ganz viele von diesen Projekten haben irgendwie ein Open im Namen oder wenn man sie fragt, sagen sie dann, ja, wir werden irgendwann Open Source sein.
Aber ich finde eben schon, das macht einen großen Unterschied, ob ich das nur ankündige oder ob man wirklich den Code auch anschauen kann, ob man eine gute Doku dazu findet. Ich glaube auch, das wird bei Open Code sicher nochmal dazu kommen, dass da auch so ein bisschen die Anforderungen etwas höher werden. Und ich glaube, das ist auch notwendig, weil ja eben einfach nur Open Source alleine reicht dann auch nicht.
Also das ist eben das, was wir auch machen. Aber wir diskutieren auch viel in der Entwicklergemeinschaft, wie das mit uns weitergeht. Wie gesagt, es gibt jetzt mehr und mehr andere Dienstleister, die da auch mit unterwegs sind. Und an der Stelle arbeiten wir jetzt mit Fraunhofer und der KTS auch dabei, weil wir haben viele von den Smart City geförderten Kommunen eben auch bei unseren Kunden dabei.
Und da gibt es schon auch verschiedene Austauschrunden, wo nochmal so über das Modell diskutiert wird. Vielleicht gibt es da in Zukunft auch mal irgendwann einen Verein oder so etwas.
Open Source lebt ja auch ein ganzes Stück weit von Community. Wie macht ihr das? Wie baut ihr die Community auf? Besteht die aus nur den Nachnutzenden oder den Nutzenden Kommunen oder hat die sich inzwischen auch weiter nach außen bewegt? Vielleicht gibt es Zivilgesellschaften, die hier mitwirkt. Also wie ist das bei euch aus?
Es gibt eine Entwicklergemeinschaft, die natürlich vor allen Dingen geprägt wird von den Kommunen, die mit dieser App eigene Sachen umsetzen. Da gibt es Kommunen, die haben quasi die Standards und haben das eingeführt und sagen, ja wunderbar, wir haben eine App, die Bürger sind damit zufrieden, wir sind zufrieden, wir haben andere Themen, um die wir uns kümmern.
Also man muss sich nicht aktiv mit einbringen, aber es gibt eben auch Kommunen, die ganz klare eigene strategische Ziele damit verfolgen, die in die App rein investieren und da auch in Zukunft noch mehr haben wollen, die sich sehr aktiv hier mit einbringen.
Wer sich auch mit einbringt, sind eben verschiedene Organisationen, wie zum Beispiel die Brandenburger Digitalagentur, die DAP, oder auch, wir sind im engen Austausch mit diversen kommunalen IT-Dienstleistern, die eben hier auch überlegen, Rahmenverträge mit uns zu machen und das gewissermaßen als Bausteine auch in ihren Ökosystemen sozusagen einzubauen. Wir sind im Austausch mit der Open Knowledge Foundation immer mal wieder. Es gibt in Bad Belzig einen OK-Lab.
Das ist jetzt zurzeit gerade etwas eingeschlafen, aber eine Zeit lang war das recht aktiv. Und verschiedenen anderen. Was wir nicht haben, ist, dass jetzt einzelne freie Entwickler an unserem Ding rumbasteln.
Dafür ist so ein App-Thema mit dem dahinterliegenden Server und den verschiedenen Datenstrukturen doch zu komplex und deswegen braucht es, glaube ich, dann auch uns als Dienstleister immer wieder dabei, weil eben so eine App in den Store zu bringen, ist nicht so einfach, wie jetzt irgendwie mal eine WordPress-Seite zum Laufen zu bringen.
Und deswegen gibt es eben auch eine Setup-Fee, weil wir da dann eben schon begleiten und beraten und nochmal ein bisschen erklären, wie auch inhaltlich so eine App aufgebaut sein kann, was da so Best Practices sind. Und deswegen... Also das Ganze ist Open Source, das heißt, es kann jeder nutzen, aber Dienstleister dahinter sind eigentlich im Prinzip hier.
Wenn ich mir so überlege, gerade in dem Smart City Bereich gibt es ja ganz viele zivilgesellschaftliche Aktionen und Vereinigungen, die hier recht coole Software auch entwickeln. Und ich könnte mir vorstellen, die könnten auch echt tolle Module für so eine App bauen. Oder wenn ich jetzt auf die Idee kommen würde, ich hätte gerne in dieser App ein E-Government-Podcast-Modul, könnte ich als Zivilgesellschaft hier dran teilnehmen und so eine App entwickeln oder so ein Modul entwickeln?
Ihr habt ja die Dokumentation überall hochgeladen.
Genau. Es gibt eine Dokumentation und es gab jetzt eine Kommune in Brandenburg, die haben eben gesagt, wir haben hier vor Ort zwei Entwickler, die haben uns überhaupt auf das Projekt aufmerksam gemacht. Wir wollen das mit denen umsetzen. Und das haben die gemacht. Die App ist im Store. Das hat also geklappt. Wir haben die ein bisschen beraten, weil dann am Ende deren Server dann doch ein bisschen anders war als das Setup, was wir so haben.
Aber abgesehen davon haben die das total eigenständig erstmal aufgesetzt. Und na klar, man kann den Code angucken und kann sagen, an der und der Stelle laden die jetzt irgendwelche Sachen nach. Da könnte jetzt eben auch ein Podcast von dir mit reingeladen werden. Wäre völlig unproblematisch machbar. Aber so eine App hat halt für die Kommune einen gewissen Stellenwert in der Kommunikation. Wenn sie erst mal eingeführt ist, ist sie einfach ein wichtiges zentrales Instrument.
Da würde ich jetzt nicht jeden dran rumbasteln lassen. Deswegen, da muss man sich dann nochmal wieder so ein bisschen über die Governance-Strukturen Gedanken machen. Wer prüft hier eigentlich, ob eben Datenschutz, IT-Sicherheit und so weiter eingehalten werden? Aber wenn es dafür ein vernünftiges Modell gibt, dann spricht auch nichts dagegen, dass die Zivilgesellschaft hier auch mitmacht.
Wie geht es weiter mit der Smart Village App?
Also wir haben ja schon über ein paar Dinge gesprochen, die uns jetzt so technisch eben begleiten. Das Thema KI ist natürlich nochmal eins, das gerade sehr präsent ist und wo wir verschiedene Sachen machen, aber wo es für uns auch eher darum geht zu schauen, wie wir andere Dinge anbinden und einbinden. Also wir wollen jetzt nicht den x-ten KI-Chatbot entwickeln. Das ist dann wirklich nicht unsere Aufgabe.
Wir sind jetzt seit einiger Zeit mit Fraunhofer, mit Jesu Fraunhofer sehr intensiv im Austausch, die ja mit Dorfung nochmal ein anderes App-Modell haben. Bei uns ist es so, dass eben die Kommune am Ende immer eine eigene App hat. Dorfung gibt es halt.
Quasi nur einmal, beziehungsweise es gibt noch Bayernfunk als sozusagen zweite Variante, aber das ist eben für viele Kommunen dann so, dass sie eben da eine tolle Community haben und mit der Dorffunk-App wirklich gute Erfahrungen machen, aber irgendwann mehr wollen und eben weitere Dienste und diese Dinge.
Und dann derzeit vor der Wahl stehen, machen wir zwei Apps, machen wir bei Dorfung weiter mit und haben trotzdem noch unsere eigene App oder gibt es nicht vielleicht auch die Möglichkeit, irgendeine Art von Brücke zu haben, wo ich dann eben auch aus meiner kommunalen, lokalen App trotzdem weiterhin auf die Dorfung-Communities zugreifen kann. Also das wäre so ein Thema, was uns sehr beschäftigt. Ansonsten habe ich ja schon gesagt, wir sind in Brandenburg inzwischen gut vertreten.
Ich glaube, wir decken da inzwischen so 10 Prozent aller Kommunen ab. Wenn wir das mal in Deutschland erreicht haben, Dann können wir uns, glaube ich, wirklich freuen. Das zu schaffen wird noch ein Weg sein, aber deswegen sind wir gerade auch ständig auf allen möglichen Veranstaltungen. Demnächst haben wir die Merseburger Digital-Tage, dann Smart Country Convention sind wir natürlich, waren wir auch im letzten Jahr schon mit einem eigenen Stand.
Wir werden in Barcelona sein, ComDigitale in Bielefeld steht noch an und, und, und. Also da sind wir viel einfach jetzt auch dabei, das Projekt nach draußen zu tragen und immer wieder hier viel zu erzählen. So wie bei dir heute.
Als du erzählt hast von Dorffunk, da habe ich so eine Idee bekommen, gibt es eigentlich in der Smart Village App auch Bereiche, die ich zugangssichern kann, wo ich jetzt zum Beispiel sage …, Ich habe da die Feuerwehr mit drin, die sich darüber austauschen oder keine Ahnung, der Gemeinderat hat hier noch eine kleine Chat-Ecke oder ein paar Dokumente oder sowas liegen.
Herzberg-Elster, auch eine Kommune in Brandenburg, hat die App 2020 eingeführt und hat dann kurz danach einen Förderantrag beim Bundesinnenministerium für das Förderprogramm Heimat 2.0 eingereicht und damals dann, ich glaube, fast 400.000 Euro eingesammelt und hat damit ein Projekt umgesetzt, um die App für lokale Vereine und Gruppen zu öffnen. Da ging es jetzt eben wirklich um den Bereich Ehrenamt, aber das kannst du natürlich im Prinzip ausweiten auf alle möglichen Sachen.
Wir haben dann damals zunächst erstmal sehr ausführlich mit den Vereinen darüber geredet, was haben sie denn konkret für Bedürfnisse und dann mal so ein bisschen uns umgeschaut, was gibt denn der Open-Source-Markt auch her und sind damals dann auf HamHub gestoßen. HamHub ist ein Projekt aus München, ist ein soziales Netzwerk, im Prinzip mein eigenes Facebook. Facebook, um es auf dem eigenen Server zu betreiben, also da bin ich dann eben auch wieder datenschutzrechtlich total sauber.
Und wir haben damals dann ein Modul in der App entwickelt, wo eben die Funktionalitäten, die HamHub bietet, auch in der App direkt mit drin sind. Also ich lande dann nicht auf der Web-Version von HamHub, sondern habe wirklich meine eigenen Oberflächen. Aber was HamHub sozusagen im Kern ist, ist, dass ich Gruppen bilden kann und dass diese Gruppen auch unterschiedlich ausgerichtet sein können.
Die können sehr öffentlich sein, sie können aber eben auch sehr privat sein, sodass ich die noch nicht mal sehen kann, sondern nur, wenn ich dann eingeladen wurde, in diese Gruppe eben mit reinkommen. Und dann kann ich dann als eben Teilnehmer in dieser Gruppe posten, es gibt einen internen Terminkalender, aber man kann auch externe Termine vergeben.
Also damit kann man wirklich sehr, sehr viele Dinge abbilden, gerade was du jetzt eben angesprochen hast, die Feuerwehr, irgendwie der Vorstand oder die Leitung will sich da irgendwie intern austauschen oder wofür man es auch nutzen könnte, wäre zum Beispiel für Kita-Gruppen, dass die Kita-Leitung sich mit den Eltern austauscht und kurzfristig über irgendwelche Schließungen informieren will. Sowas geht alles schon, da sind wir auf jeden Fall drauf eingestellt.
Nichtsdestotrotz Das würden wir gerne für die Zukunft in diesem Bereich auch noch weiter ausbauen, sodass die App vielleicht so richtig auch als internes Mitarbeitertool in der Verwaltung funktionieren kann. Ich habe vor einiger Zeit mal eine Studie gemacht für Regensburg, wo es um den Winterdienst ging.
Und da haben wir dann auch festgestellt, dass eigentlich die Kommunikation mit den Beauftragten, sei es eben den städtischen, aber auch den privaten, wann wo geräumt werden muss, wie das dokumentiert ist, wie nochmal kurzfristig vielleicht irgendwo nachgeräumt werden muss, weil es nochmal wieder nachgeschneit hat.
Eigentlich bei denen sehr analog läuft und sehr profitieren würde von so einem, internen Tool, wo ich eben vielleicht auch wieder verknüpft mit dem Mängelmelder direkt den Auftrag geben kann, hier fahrt noch mal dahin, da liegt gerade Müll oder da muss irgendwie eine Straßenantenne repariert werden. Also ja, da gibt es auch noch viele Szenarien, über die wir nachdenken und die wir entwickeln können. Aber die Grundfunktionalität ist schon da.
Ich glaube, du hast jetzt ganz viele Zuhörerinnen und Zuhörer neugierig gemacht. Wenn ich jetzt mehr Informationen haben möchte über, Die Smart Village App. Wo finde ich die? Und gibt es vielleicht sogar eine Demo-App oder ähnliches?
Also Informationen über die Smart Village App findet man natürlich im Internet unter smart-village.app mit Doppel-P. Ich habe gerade schon gesagt, auf welchen Veranstaltungen wir demnächst zu finden sind. Und natürlich kann man gerne jederzeit einfach auch zu uns Kontakt aufnehmen. Und dann vergeben wir gerne, machen wir gerne so eine kostenlose Erstberatung, was man dabei auch beachten muss, wenn man so eine App einführt.
Wie der Prozess ungefähr aussieht, welche Schritte dann auch auf die Verwaltung zukommen. Denn ich muss schon sagen, also im Betrieb ist die App sehr pflegeleicht, aber in der Einführung braucht es eben doch auch ein paar Entscheidungen der Kommunen selber. Und ja, da begleiten wir gerne mit. Eine Demo-App in der Form haben wir nicht. Da ist Apple und ich glaube auch Google, aber insbesondere Apple eigentlich verbieten, irgendwelche Demo- oder Beta-Versionen frei sozusagen ins Netz zu stellen.
Das heißt, ich lade alle herzlich gerne ein. schaut euch die Bad Belzig App an, schaut euch die Herzberg Elster App an oder jetzt eine relativ neue, die App Mold aus Detmold. Den Namen gab es schon, also da darf eben jeder auch selber kreativ werden, da sage ich nichts zu. Aber schaut euch einfach die Apps an, die schon im Store sind. Da kriegt man einen Eindruck davon, was geht.
Und dann, wie gesagt, nehmt gerne Kontakt zu uns auf, um dann eben auch über die Module zu sprechen, die noch in der Entwicklung sind, die man sich jetzt noch nicht live anschauen kann.
Ja, vielen Dank. Also die Links findet ihr natürlich alle in den Shownotes. Ihr könnt da einfach draufklicken und Kontakt aufnehmen. Philipp, vielen, vielen Dank, dass du da warst. Ich denke, auf den einigen der von dir genannten Veranstaltungen werden wir uns treffen.
Ich freue mich drauf.
Und euch, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
