NEGZ - podcast episode cover

NEGZ

Jun 21, 202537 minEp. 221
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Episode description

Das NEGZ – Kompetenznetzwerk Digitale Verwaltung ist aus der Verwaltungsdigitalisierungslandschaft nicht mehr weg zu denken. Das NEGZ vernetzt Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft über alle Ebenen und ohne Dünkel. Dabei unterstützt das Netzwerk wissenschaftliche Arbeiten und gibt in Arbeitskreisen, in Kurzstudien und bei ihren beliebten Brown Bag Meetings Impulse und Diskursbeiträge zu aktuellen Themen und Ausblicke in die Zukunft.

Kommentare  unter:  https://egovernment-podcast.com/egov221-negz/


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Transcript

Torsten

Ja, hallo und herzlich willkommen zur 121. Sendung des e-Government-Podcasts. Ich bin Thorsten Frenzel und heute habe ich die Hütte voll. Ich habe vier Gäste. Hallo Morin, hallo Christian, hallo Passanta und hallo Fabian. Den einen oder anderen, ach, alle sind bekannt. Eigentlich sind alle bekannt da draußen. Aber trotzdem, stellt euch vielleicht mal einzeln vor. Morin, magst du anfangen?

Moreen

Na klar, gern. Also mein Name ist Morin Heiner, ich bin Professorin für e-Government an der Universität zu Lübeck und ich bin im Vorstand des NEGZ.

Torsten

Schon wieder gespoilert, worum es heute geht. Christian?

Moreen

Ach, sorry.

Christian

Ja, gehört dazu.

Moreen

Gute Tradition.

Christian

Ja, also Christian Ressem seit bald einem Jahr bei PwC als Director und davor bei anderen Unternehmungen, aber seit 2010 in der Digitalisierung der öffentlichen Hand unterwegs, seit 1998 insgesamt in der IT. Und ja, ich bin, jetzt ist es ja gespoilert, seit 2019 auch im erweiterten Vorstand des NEGZ. Dem bin ich treu geblieben, auch seit ich mich dabei bin, zweimal den Arbeitgeber gewechselt habe. Und das hat Gründen.

Torsten

Sehr gut. Fabian, magst du weitermachen?

Fabian

Ja, gerne. Fabian Nagel, ich habe Politik und Verwaltungsgesundschaft in Konstanz und in Estland studiert. Und hätte es damals schon den Lehrstuhl von Morin in Dübeck gegeben, hätte ich sicherlich meinen Master gerne in Dübeck gemacht. Das habe ich dann IT-Match in den Niederlanden angeklaufen. weil, oh Wunder, oh Wunder, was habe ich 2005, 2006 in Essen erlebt, Bewaltungsdigitalisierung und zwar von Anfang an von den Menschen gedacht und Open-Source basiert.

Und das ist etwas, was mich halt inzwischen die letzten anderthalb Dekanen fast umtreibt. Und im NGZ bin ich aktiv als Sprecher im AK Low-Code, wo wir sicherlich später auch drauf sind.

Torsten

Ja, und last but not least Basanta.

Basanta

Genau, Basanta Tappa, mein Name. Ich bin seit jetzt bald drei Jahren Geschäftsführer des NEGZ, damit auch der Letzte erraten kann, worum es heute gehen wird und war vorher viele Jahre in Forschung und Denkfabriken zur Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung unterwegs und bin jetzt vollends auf die schiefe Bahn geraten und mache jetzt hier so ein Fachnetzwerk.

Torsten

Ja, also schön, dass ihr alle da seid und jetzt müssen wir überlegen, worüber wollten wir heute nochmal sprechen. Ich glaube, NEGZ war das Thema und wir steigen gleich mal an. NEGZ ist eine schöne Abkürzung, aber was bedeutet das und was ist der NEGZ?

Moreen

Ja, das NEGZ ist ein Kompetenzzentrum, im Prinzip ein Vernetzungsort für Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Da treffen wir uns seit Jahren regelmäßig, tauschen uns aus, finden immer wieder zusammen und versuchen, die Verwaltungsdigitalisierung voranzutreiben. Das ist so die zentrale Idee dahinter. Und die Abkürzung, die kommt vom nationalen E-Gowonment-Kompetenzzentrum, das ist die ursprüngliche.

Torsten

Und ihr habt euch jetzt ein bisschen umbenannt, oder?

Moreen

Ja, richtig.

Basanta

Genau, wir sind jetzt das Kompetenznetzwerk Digitale Verwaltung. Seit dem 1. Januar 2025 haben wir den Namen geändert. Ich konnte den Vorstand überzeugen mit dem Argument, dass ich ständig erklären muss, dass wir halt nicht so ein Kompetenzzentrum sind, wie es sehr viele gibt, wo irgendwie so ein Haufen Wissenschaftler sich von der Regierung gehalten wird, die man dann anrufen kann als Ministerium, wenn man mal Fragen hat.

Und genau, das hat viele Erwartungen produziert, weil das NGZ halt genauso was nicht ist, sondern wir sind ein Verein, wir finanzieren uns im Wesentlichen aus Mitgliedsbeiträgen und die Expertise, die kommt bei uns von den Mitgliedern.

Es gibt zwar eine Geschäftsstelle, aber die orchestriert eigentlich nur und die inhaltlichen Fragen, die leiten wir eigentlich immer weiter an unsere Mitglieder Und deswegen haben wir dann gesagt, wir sind weniger ein Kompetenzzentrum als ein Kompetenznetzwerk, um das auch direkt im Namen deutlich zu machen.

Torsten

Als ich das gelesen hatte, das ging ja durch die Presse, ich habe gedacht, hä, die haben sich ihren Namen geändert, aber die heißen doch noch gleich. Die heißen doch immer noch NEGZ.

Moreen

Wenn eine Marke geprägt ist, dann muss man die natürlich so halten. Und die Abkürzungen, die kennen jetzt irgendwie alle und da mussten wir dabei bleiben.

Torsten

Okay, jetzt gehen wir vielleicht ein bisschen tiefer in das NEGZ rein. Wie groß ist das NEGZ überhaupt? Ein Netzwerk, das klingt schon mal großartig.

Moreen

Ja, wir sind auch groß. Wir sind knapp 300 Leute inzwischen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, aus der Wissenschaft, Unternehmen, Verwaltungen, wie gesagt, und da eben auch die ganze Breite, also von kleinen Kommunen bis zu den größeren. Und das macht uns auch aus. Und das ist eben auch das Besondere, dass wir so offen und niedrigschwellig sind, sodass da auch alle dabei kommen.

Ich glaube, auf unserer Seite steht das auch so schön vom Staatssekretär bis zum Erstsemestler, der irgendwie Verwaltungsinformatik gerade anfängt zu studieren. Also die sind alle willkommen und man kann hier einfach eintreten. Man kann einen Mitgliedsantrag stellen, ganz formlos und dann ist man dabei.

Torsten

Und es sind auch Unternehmen bei euch mit dabei oder hauptsächlich Privatpersonen?

Moreen

Nee, auch Unternehmen. Das ist auch wichtig für uns. Bei Santa kann er bestimmt ein bisschen mehr zu erzählen.

Basanta

Genau, wir sind, ich glaube, jetzt so 80, 90 institutionelle Mitglieder. Das heißt, juristische Personen, davon ist, glaube ich, die Hälfte ungefähr, sind Unternehmen, die für unsere Finanzierung am wichtigsten sind.

Und die andere Hälfte ist so ein Mischmasch aus Forschungseinrichtungen, Behörden jeglicher Couleur und auch Verbände, Zivilgesellschaft, genau, die in unserem Verständnis ist es dann auch so, dass alle Angehörigen dieser Institutionen die gleichen Rechte haben, wie Einzelmitglieder mitzumachen, sodass zum Beispiel bei Moren an der Universität zu Lübeck dann auch jeder Studi zum Beispiel Beiträge, auf unsere Herbsttagung einreichen kann, was so eins dieser Mitgliederprivilegien

ist, von denen wir nicht sehr viele haben.

Torsten

Wenn du gerade über Mitgliederprivilegien sprichst, was habe ich denn als Mitglied davon, Mitglied bei euch im NEGZ zu sein?

Moreen

Naja, also es ist ja schon richtig gut, wenn man nicht Mitglied ist und das NEGZ kennt, weil dann kennt man den vielen Input, den wir liefern, die vielen Impulse, die wir bearbeiten, da brauchen wir nur auf der Seite stöbern, wirklich viele tolle Impulspapiere und wenn man drin ist, dann kann man die ja mitgestalten, das ist ja der Vorteil.

Also dann muss ich nicht lesen und mich ärgern, dass eine bestimmte Facette vielleicht nicht ausreichend berücksichtigt wurde, sondern dann kann ich da eben mitgestalten und mich austauschen und kriege vielleicht auch eine ganze Menge mit von anderswo. Also ich aus der Wissenschaft freue mich ja immer, wenn ich mit der Praxis in Kontakt bin. Sonst kann ich natürlich meine Forschung auch so am Schreibtisch machen für mich allein.

Das dauert dann irgendwie ein paar, naja, es dauert so lange, wie es dauert und dann wird es irgendwie veröffentlicht in irgendwelchen sprachigen Journals oder auf Konferenzen und mal gucken, wann die Praxis davon was mitkriegt. Oder ich kann eben zur Praxis gehen und mich treffen und da ist das NEGZ eben ideal, weil ich da so vielfältige Kontakte knüpfen kann.

Und ich kann also nicht nur was geben, sondern kriege da auch viele Impulse für die eigene Forschung und Möglichkeiten, mit der Praxis zusammenzuarbeiten.

Torsten

Ich kann mich noch dunkel erinnern, als ich das erste Mal Kontakt gesucht habe zum NEGZ, da gab es auch das N3GZ, dieses Jugendnetzwerk. Wie geht es denn da voran?

Basanta

Ja, unser Nachwuchsnetzwerk gibt es weiterhin. Es hat natürlich einen Generationswechsel inzwischen durchgemacht, seitdem du da deine Fühler ausgestreckt hast, Thorsten. Auch deine Nachwuchstage sind vielleicht vorbei.

Torsten

Schon ein bisschen, ja.

Basanta

Genau, aber unser Nachwuchsnetzwerk zeichnet sich ja schon immer dadurch aus, dass das, so wie inzwischen auch die anderen Arbeitskreise, die nachgezogen haben, selbstorganisiert funktioniert. Das heißt, mal passiert da mehr, mal passiert da weniger. Aber so der feste Posten im Kalender in jedem Jahr ist da die Frühjahrstagung, was so ein großes Barcamp-Format ist, was sich so über zwei, drei Tage zieht, wo wir so klassenfahrtmäßig uns dann in irgendeine Bildungsstätte oder so zurückziehen.

Und am ersten Tag weiß niemand, was er da soll und was er mit den anderen reden darf. Und am letzten Tag sind alle Freunde und haben sich die Geschäftsgeheimnisse erzählt. Und man hat sehr viel Verständnis für andere Branchen bzw. Andere Nischen innerhalb unserer Branche gewonnen und natürlich auch nützliche Kontakte.

Und das ist, glaube ich, so ein bisschen, was das Nachwuchsnetzwerk auch insgesamt ausmacht und was wir dann inzwischen auf die anderen Arbeitskreise eigentlich auch übertragen haben.

Torsten

Jetzt nochmal zurück zum Netzwerk generell. Du hast gerade Arbeitskreise genannt. Wie ist denn das Netzwerk aufgebaut und was macht ihr im Netzwerk?

Moreen

Ich kann ja mal starten. Also wir haben unsere Mitglieder, das ist die breite Basis natürlich. Dann gibt es einen Vorstand, wo wir ja auch gerade ein paar Gesichter sehen und eine Geschäftsstelle und das ist so der Kern. Aber darüber hinaus passiert ja noch viel mehr und das meiste eigentlich in den Arbeitskreisen. Also wir sind thematisch strukturiert.

Alle, die Lust haben, ein bestimmtes Thema zu bearbeiten, können sich organisieren und können den Arbeitskreis gründen und können aus diesem Arbeitskreis heraus dann eben auch Inhalte vorantreiben und auch mal ein Impulspapier veröffentlichen, eine Veranstaltung bereichern mit irgendeinem Inhalt. Und da passiert dann die eigentliche Arbeit. Also wir im Vorstand und in der Geschäftsstelle ermöglichen das eigentlich nur und setzen so den Rahmen und

vielleicht ein paar strategische Pfeiler. Das ist so eigentlich der Kern.

Torsten

Wo ich ja sehr gern dabei bin, das sind diese Brownback-Meetings. Könnt ihr dazu was erzählen?

Basanta

Genau, die Browning Meetings ist so ein bisschen unser Brot-und-Butter-Format. Läuft bei uns unter der Kategorie Bühne bieten. Das heißt, wo das NDGZ eine Bühne hinstellt und dann Mitglieder diese Bühne nutzen können, um ihre Expertise zu teilen. Die Browning Meetings sind ein im Idealfall wöchentlicher Online-Vortrag. Das ist immer so die Idee, so 20-30 Minuten Vortrag, 20-30 Minuten Diskussion.

Je nachdem, wie sich das zeitlich ausgeht, was man Freitagmittag, so in der Mittagspause, während man seine Suppe löffelt, sich anschauen kann, wenn man es live anschauen will. Wir zeichnen die Sachen in den meisten Fällen auch auf, dann kann man es sich auch hinterher angucken. Genau, und da sieht man eigentlich ganz gut so die Bandbreite der Themen, die bei uns verhandelt wird, die von unseren Mitgliedern bespielt werden.

Genau, und ist für uns auch immer wieder gut, um so neue Zielgruppen zu erschließen. Wenn zum Beispiel es um Digitalisierung der Steuerverwaltung geht, wo man dann auf einmal in so Kreisen sich bewegt, die sich halt nur mit Steuerverwaltung beschäftigen und auf einmal Leute, die irgendwie Text und Finance in der E-Mail-Signatur stehen haben, sich für die Sachen anmelden, die sonst vielleicht nicht zu unserer Kernzielgruppe bisher gehörten.

Torsten

Nochmal zurück auf die Arbeitskreise. Das scheint ja auch ein großes Thema zu sein im NEGZ. Was gibt es für Arbeitskreise und was wird da konkret gemacht?

Moreen

Naja, ich glaube so der ursprüngliche Arbeitskreis ist ja der AFP, wenn man das so sehen will. Das ist so der eigentliche Kern, von dem alles mal ausging. Also der Ausschuss für Forschung und Projekte ist das. Und da ist ja dann auch so der Zweck des Vereins sozusagen verwurzelt, dass man eben Wissenschaft auch befördert in dem Kontext. Und da gibt es dann eben auch verschiedene Projekte, die regelmäßig gefördert werden.

Und aus dieser Erfahrung heraus haben sich dann aber andere Arbeitskreise gebildet. Und Basanta, vielleicht willst du ein paar noch nennen?

Basanta

Genau, wir sind jetzt glaube ich, es werden aktuell sehr viele Arbeitskreise gegründet, weil wie Moren schon gesagt hat, dass es zwar diesen Ur-Arbeitskreis mit dem Forschungsausschuss gibt, aber wir eigentlich erst seit so 2022, 2023 dieses Format der Arbeitskreise richtig systematisch im NEGZ nutzen. Das heißt, es gibt noch viele Themenfelder, die noch nicht so richtig beackert werden.

Und wir sind jetzt genau bei, ich glaube, so 13 bis 15 Arbeitskreisen ungefähr von Design Thinking in der öffentlichen Verwaltung über Cloud. Es gibt einen Arbeitskreis zu Diversity-Fragen. Es haben sich jetzt gerade gegründet, einer zur IT-Security, einer zur künstlichen Intelligenz in der Verwaltung und einer zur Registermodernisierung. Wir haben auch einen sehr aktiven Arbeitskreis zu E-Government-Rechts, weil es anscheinend dazu keine juristische Fachgesellschaft gibt.

Genau, und den AKL Low-Code, den haben wir ja auch mit Fabian hier in der Runde vertreten.

Torsten

Genau, ich komme gleich mal auf den Fabian, aber vielleicht nochmal eine Frage, was wollt ihr mit diesen Arbeitskreisen erreichen, beziehungsweise was wollt ihr als Netzwerk erreichen noch?

Moreen

Na, man kann sich dann eben mal konzentriert in einer eigenen Struktur mit einem Thema befassen. Sonst passiert das ja in den verschiedenen Formaten, die wir haben, in der Herbsttagung oder in den Brownbacks. Und das ist ja dann so ein bisschen veranstaltungsorientiert. Was so passiert in den Veranstaltungen, das kann man dann auch machen.

Wenn man aber außerhalb der Veranstaltung an einem Thema konzentriert arbeiten will, in einem bestimmten kleineren Kreis, der nicht geschlossen ist, der ist ja auch offen, da können ja auch andere mitmachen, dann ist so ein Arbeitskreis, auch wenn es vielleicht vom Namen her, da kennt man ja auch seine Witze dazu, aber dann ist so ein Arbeitskreis eben sehr sinnvoll, um sich auch Ziele zu stecken und um zu sagen, wir wollen in den nächsten zwei

Jahren Folgendes erreichen und dann macht man sich mal einen Plan und so kann man eben sehr schön selbst organisiert auch die Mitglieder teilhaben lassen am Netzwerk.

Torsten

Und was habt ihr für Ziele als Netzwerk?

Moreen

Naja, wir wollen die Verwaltungsdigitalisierung vorantreiben. Das steht groß in der Satzung. Das haben wir, glaube ich, alle unterschrieben. Und das kann man ja über ganz verschiedene Wege machen. Also wir wollen natürlich die Impulse aus der Wissenschaft in die Praxis bringen. Wir wollen aber auch die Anforderungen aus der Praxis aufnehmen und gucken, wie wir die verarbeiten können und was man tun muss, um Verwaltungsdigitalisierung

eben zu beschleunigen. Also das ist es so abstrakt und am Ende geht es dann eben im Detail in den Arbeitskreisen um konkrete Handlungsfelder. Also inwiefern können wir nun KI denn tatsächlich vorantreiben, welche Erfahrungen haben wir da jetzt schon oder was kann man zum Thema Kompetenzen und Lernen machen. Also das ist dann viel konkreter und dann kann man eben überlegen, brauchen wir da irgendwie neue Maßnahmen und dann kann man auch mal ein Impulspapier schreiben zum Beispiel.

Torsten

Jetzt stelle ich mal eine Frage direkt an Christian. Was will denn das NEGZ besser machen und vor allen Dingen wie?

Christian

Naja, kennt ja alle das berühmte Wimmelbild des Normenkontrollrats. Da kann man sich ja fragen, wozu brauchst du denn jetzt das NEGZ? Meine Antwort darauf ist und warum ich jetzt auch seit 2019 fest dabei bin. Dass man hier einen beschleunigten Erkenntnisgewinn hat, so wie Morena sagte, auch zu Themen, die man manchmal in den eigentlichen Rollen, die man hat, ob nun in der Forschung oder in der Verwaltung oder aber auch in den Unternehmen, nicht bis zum Schluss beantworten kann.

Also für mich ist die hohe Attraktivität des NEGZ eben darin, dass ich sehr viele Erkenntnisse, die ich habe, diskutieren und überprüfen lassen kann und dass ich umgekehrt viele Fragen, die ich über den Feierabend hinaus habe, wie funktioniert denn dieser Staat, wie funktioniert Digitalisierung, wie hängt das mit Gesetzgebung zusammen, wie kriegen wir denn jetzt beispielsweise die Registermodernisierung gänglich auf die Reihe Oder das ist die Rolle des CDOs, es gibt auch ein CDO-Roundtable,

da heißt es mal nicht Arbeitskreis, es gibt ein CDO-Roundtable, also vom NEGZ organisiert, dass wir die CDOs der Kommunen maßgeblich auch zusammenholen und mit denen darüber diskutieren, wie ist da eigentlich eure Rolle, um Digitalisierung erfolgsurksam voranzubringen. Und das gelingt schlicht und ergreifend durch den persönlichen Austausch.

Enorm schnell. Ich kriege Fragen schnell beantwortet. Ich kriege andere Perspektiven, die ich mir sonst nur anlesen könnte oder indem ich Einzeltermine mache. Hier treffen wir geballt auf viele Kolleginnen und Kollegen, die sich publik grundsätzlich beschäftigen.

Ja, und das glaube ich, das gibt eine gute Chance, dass wir da ein Kompass sind zu einzelnen Fragen, also über Positionspapiere, über die Brownback Meetings, in denen wir ja auch sehr niederschwellig ganz vielen Menschen, die sich mit diesen Fragen der Digitalisierung der Verwaltung befassen, die Antworten oder die Ideen, die wir dazu entwickelt haben, auch zugänglich machen. Und so ein letzter Punkt, der dabei auch immer spannend ist.

Das machen wir unter Ablegen zum Teil der Firmen- oder Universitätszugehörigkeit oder Verwaltungszugehörigkeit. Und das streitet sich schlicht und ergreifend auch manchmal sehr gut. Also die Rolle ändert sich ja einfach, wenn man als NEGZ-Mitglied, da gehören wir alle zum selben Verein im wahrsten Sinne, wenn man Themen diskutiert, da gibt es eben nicht die Manschette, dass ich ja gerade mit dem potenziellen Kunden mal eine andere Meinung habe, sondern das hält dieses Netzwerk im NEGZ aus.

Das ist, glaube ich, ein Riesenwert, sodass wir dann auch, wenn wir wieder nach Hause gehen in die Unternehmen oder die Universitäten, mit einfach einer persönlichen Bereicherung und größerem Wissen unsere Jobs dann auch wieder machen.

Torsten

Jetzt gibt es ja in unserer Branche der Verwaltungsdigitalisierung oder generell in der Verwaltung, gibt es ja diverse solche Netzwerke. Es gibt die Initiative D21, es gibt die Vitacos, es gibt den Databund, es gibt noch viel, viel mehr, die ich jetzt gerade noch nicht genannt habe. Aber wie unterscheidet sich denn das NEGZ von denen?

Moreen

Na, ich würde schon sagen, dass wir hier mit diesen drei Säulen Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft in dieser Form schon einzigartig sind. Auch in der Offenheit und Selbstorganisation, wie wir hier agieren. Ich glaube, das ist schon ein Alleinstellungsmärkt. Und wir sind eben wirklich ganz nah dran am engen Themengebiet E-Government, Verwaltungsinformatik, wie auch immer man das heute bezeichnen will, digitale Transformation im öffentlichen Sektor.

Nicht zum Selbstzweck natürlich, sondern wir wollen ja auch damit Fortschritte und Vorteile schaffen. Aber dass also diese drei Säulen, dass die so ausbalanciert dabei sind, ich glaube, das unterachten wir auch wirklich immer drauf in allen Lebenslagen, dass das so ist. Das ist extrem wichtig.

Torsten

Okay, dann lass uns doch mal direkt in so einen Arbeitskreis reinschauen. Fabian, du bist verantwortlich für den Arbeitskreis Low-Code, No-Code. Wie sieht da die Arbeit aus?

Fabian

Nicht ganz, ich bin einer von sechs Sprechern für den Arbeitskreis. Genau hier stellt sich das auch wieder dar. Wir haben Vertreter aus der Wirtschaft, wir haben Vertreter aus der Verwaltung und eben tatsächlich aus der Wissenschaft, die als Sprecher fungieren, also alleine schon, die das Ganze koordinieren, sind interdisziplinär aufgestellt. Und das zeichnet sich dann auch eben in der Arbeit im Teilnehmerkreis aus.

Und das ganz Spannende ist, dass hier, Christian hat es gerade so schon gesagt und Maureen unterschrieben, im Grunde genommen jeder seine Thesen mitbringen kann und sie einfach mal in einem freien Raum zirkulieren lassen kann, was davon verhaftet wirklich. Also einen Realitätscheck einfach zu unterziehen. Richtig schön fand ich es in einer der allerersten Sessions, wo es umgeht, so...

Tatsächlich das aufzubauen, was brauchen wir für Skills und wie kriegt man die Personen auch dorthin, die man womöglich hat, als auf einmal eine sehr große Bundesbehörde und kleine Kommunen im gleichen Raum saßen und einfach ganz unterschiedliche Lebenswelten aufeinanderbreiten.

Also die Kommunen, die halt einfach ein riesengroßes Leistungsspektrum haben, aber gar nicht die Ressourcen in der Form wie eine 30.000-Mann-starke Bundesbehörde, die halt sich ganz anderes IT-Personal und Know-how einkaufen kann, sei es als feste Mitarbeiter oder eben als Externe und dann aber trotzdem doch eigentlich alle vor der gleichen Fragestellung stehen. Wie können wir Verwaltungsdigitalisierung erfolgreich gestalten und wie können wir dafür low-code nutzbar machen?

Und das ist total spannend, weil die Sichtweisen einfach füreinander und das Verständnis füreinander und die Problemlagen einfach dadurch entsteht und auch wenn dann einfach mal Vertreter von RZs auf Behördenvertreter stoßen und das eben in einem neutralen Raum, also nicht gleich in einem Kunden-Lieferanten-Verhältnis. Die Landes- und Kommunaldienstleister oder auch Bundesdienstleister haben halt vor allem das Thema Betriebssicherheit als eine der obersten Prioritäten.

Das ist nicht unbedingt für jeden Mitarbeiter in einer Behörde sofort ersichtlich. Sie fragen sich halt häufig nach Digitalisierungsgraden in ihrem konkreten Fachbereich. Und das ist sehr spannend, dass es hier diesen neutralen Raum gibt. Wie ist das Ganze aufgestellt?

Wir haben als Arbeitskreis verschiedene Unterarbeitsgruppen, die sich Themenschwerpunkte gesetzt haben und in diesen Themenschwerpunkten finden dann regelmäßig alle drei Wochen Remote-Meetings statt mit unterschiedlicher Teilnahmestärke. Wenn man ein sehr spezielles Thema hat, können es auch einfach nur drei, vier Leute sein, aber teilweise mit sehr, sehr guten Diskussionen.

Da siegt dann tatsächlich einfach das fachliche Interesse. Und dann haben wir auch Sessions halt mit mehreren Dutzend Teilnehmern. Und neben diesen Remote-Terminen haben wir dann noch hybride Tagungen, die bisher zweimal stattgefunden haben und wo wir auch tatsächlich so eine Art Reise durch Deutschland machen wollen. Die erste Tagung hat in Berlin stattgefunden, die zweite im Westen, um halt eben auch den Leuten sozusagen nochmal einen Offline-Zusammenkommen zu ermöglichen.

Torsten

Und wenn ich jetzt nicht Mitglied bin im NEGZ, kann ich in diesen Arbeitsgruppen trotzdem mitarbeiten?

Fabian

Also das Spannende ist, du kannst in den Arbeitsgruppen mitarbeiten. Das Einzige, was zumindest in unserem Arbeitskreis dir dann für wert wäre, ist ein Schuss zusätzlicher Arbeitsvolumen auf dich zu nehmen, indem du Sprecher des Arbeitskreises gewählt werden kannst. Das ist dir dann untersagt. Also mit anderen Worten, du kannst komplett partizipieren und jeder der Zuhörer ist eingelernt, sich einen der Arbeitskreise auszuschauen und teilzunehmen.

Torsten

Ja, und wie kann so eine Teilnahme Post sehen? Also einfach nur dabei sein, oder?

Fabian

Einmal Kontakt gibt es über die NGZ-Homepage, da ist jeder Arbeitskreis verlinkt mit der Funktions-E-Mail-Adresse, die dann die Sprecher dann kriegen. Und wir laden dann halt eben, also in unserem Fall tatsächlich, alle drei Wochen haben wir zu jedem Unterarbeitskreis Remote-Sessions. Da kann jeder mitkommen, ohne dass er vorher eine Session besucht hat, kann sich einbringen.

Es gibt einen Moderationsleiter und der führt dann in mehr oder weniger strukturierter Form, je nachdem, was auch der Inhalt der Diskussion ist, Protokoll, um das Ganze dann auch im Nachgang zu verschriftlichen. Das Ziel ist es, dass wir in unterschiedlichen Formaten die Informationen, die wir hier verdichten, dann auch konsolidieren und strukturiert dann zur Verfügung stellen. Wie Morin gesagt hat, dann teilweise auch auf Kongresse gehen, die Arbeit vorstellen.

Eine Sprecherin, Kollegin war jetzt vor kurzem bei eNRW, den Kongress in Nordrhein-Westfalen, um dort unsere Arbeit vorzustellen und damit auch wiederum A, Werbung für die Inhalte zu machen, die wir dort bearbeiten und gleichzeitig auch öffnen, für andere mitzuwirken und ihre Ideen, ihre Fragestellungen mit einzubringen. Ja, also gerne auch ganz konkret ihren Use Case einzubringen. Ist etwas mit Low-Code machbar?

Oder auch die Frage zu stellen, wie nähere ich mich dem ganzen Thema Low-Code eigentlich, wenn ich als Organisation bisher nur, ich sag mal, die allgemeinen Heilsversprechen von Low-Code habe? Und, Was ist davon realistisch?

Torsten

Jetzt habt ihr mich richtig heiß gemacht, Mitglied zu werden im NEGZ. Basanta, wie mache ich das?

Basanta

Man geht auf unsere Webseite, sucht den Knopf Mitglied werden und füllt das Online-Formular aus. Und dann muss der Vorstand noch einmal grünes Licht geben, was er in 99 Prozent der Fällen tut. Und dann ist man dabei und kann sich dann ausschauen, wo man als erstes mitmachen will, in welchen Arbeitskreis man mal reinschnuppern möchte, welches Brownback-Meeting man als erstes halten möchte.

Genau, da ist man dann ganz leicht dabei. Und man kann, wie gesagt, auch viele von den Sachen oder eigentlich alles kann man sich schon mal anschauen, auch als Nicht-Mitglied, dann zumindest irgendwie auf den Publikumsbänken dann mal schauen, wie funktioniert das, wie ist das hier, lohnt sich das eigentlich für mich und meine Interessen.

Torsten

Jeder von euch hat jetzt gesagt, dass ihr eine Webseite habt, aber keiner von euch hat bisher die URL gesagt.

Basanta

Www.negz.org ist die Webseite und da findet man eigentlich die wesentlichen Informationen, hoffentlich mit wenigen Klicks.

Torsten

Die Links sind natürlich auch alle in den Shownotes. Ich glaube, Christian, du wolltest gerade noch was sagen.

Christian

Ja, zu diesem Punkt, das ist vielleicht auch noch ganz wichtig. Das ist alles sehr einladend und dass man da wirklich von einer Menge partizipiert. Gerade die Brownback Meetings, die sind ja freitags sehr erfrischend. Man kann seine Semmel oder Suppe essen, was trinken und spannenden Vorträgen zuhören, ja meistens auch geprägt davon, dass man zum einen eine Ergebnispräsentation einer Studie hat, die dann aber immer auch mit den direkten Anwendern,

also sprich Verwaltungsmitarbeitenden da gemacht werden. Das macht es eben sehr lebendig. Und damit man aber die Chance kommt, irgendwas konsumieren zu können, muss ja auch was produziert werden. Da würde ich vielleicht auch nochmal sagen, also die Einladung ist herzlich, dass all die Public-Enthusiasten hier mitmachen.

Aber mitmachen ist das Entscheidende. Und das ist auch dann wiederum nicht zu unterschätzen, wenn man in so ein Thema wie Arbeitskreis einsteigt oder wenn man sagt, ich hätte Lust, das Thema eines Positionspapiers mal zu übernehmen, dann ist das nichts, was irgendwie in zehn Minuten gemacht ist.

Eine Menge Arbeit, aber eben mit tollen Menschen, die man dabei kennenlernt, also ich habe das vorhin schon gesagt, die da immer multiperspektivisch eine Dimension reinbringen, sodass wir, glaube ich, jetzt, ich hatte es vorhin, wo ist auch der Unterschied zu anderen. Dass wir eben multiperspektivisch da ein Bild entwickeln, was ziemlich abgerundet ist aus Forschung, Verwaltung und auch von Unternehmen und Beratungshäusern, die, ja, das ist ja eher typisch für diese Szene.

Wir sind ja alle dann doch, wenn wir einmal diesen Virus in uns haben, dem Markt treu geblieben und stellen uns ja nun die Frage, wie funktioniert es wirklich? Gut hin, aber für Arbeit. Vielleicht kann ich ja nachher mal erzählen, wie so ein Positionspapier zum Beispiel auch entsteht und was da alles hintersteckt.

Torsten

Müssen wir nicht bis nachher warten, dann kannst du direkt machen.

Christian

Ja, also um da mal ein Bild zu geben, klassischerweise starten wir das, um da so einen interdisziplinären Blick reinzubekommen mit dem Roundtable. Da überlegt sich der oder das Team, was jetzt ein Positionspapier, weil das Thema einfach schon unbeantwortet oder in den Nägeln brennt seit Monaten oder Jahren. Überlegt sich das Team, was sind denn da geeignete Positionspapier als Gesprächspartner, um dann erstmal multiperspektivisch eine Idee davon zu bekommen, wie Menschen dazu denken.

Ich hatte 2020 mal mit einem Kollegen, Dr. Roland Heuermann, die Aufgabe übernommen, so ein Roundtable zum Thema Blockchain in der öffentlichen Hand zu organisieren.

Und da hatten wir dann mit Professor Roman Beck, der über zehn Jahre in Kopenhagen Blockchain-Lehrstuhl hatte, jetzt in Boston ja lehrt, mit Professor Engel von der Stadt Köln, mit Jakob Boos, Jörn Riedel als CIO der Freien Hansestadt Hamburg, Morin mit dir und mit Florian Mattes von der Technischen Uni Berlin und von Carsten Rosche aus dem Bundesinnenministerium, einen ziemlich bunten Kreis zusammen und alleine den vorzubereiten,

zu moderieren, auch zu dokumentieren über Stunden, diese doch sehr intensiven Gespräche, das war super. Übrigens inhaltlich war genau das Ergebnis hier, wie man es von MGGZ erwarten kann. Wir haben schon wirklich diametrale Auffassungen zu den Firmen Blockchain da sammeln können. Und jetzt ist aber das Positionspapier nicht durch ich protokolliere so ein Roundtable, sondern man muss ja diese Meinung dann irgendwie auch methodisch systematisieren.

Und dazu gehört dann auch nochmal tatsächlich Literaturrecherche, Positionspapiere aus der Forschung verstehen und das Ganze einzuordnen. Und dann geht es auch darum, so 20 Seiten mal zu schreiben. Also da geht auch gerne mal, gehen da drei Monate ins Land mit einer Menge Arbeit, die man vielleicht noch ein Stück während der Arbeit oder aber auch mal am Abend und am Wochenende.

Torsten

Also wenn ich mal zusammenfasse, ihr seid ein Netzwerk, was davon lebt, zu diskutieren, Meinungen zu zentralisieren, nicht zu zentralisieren, sondern zu Papier zu bringen, diese zu veröffentlichen und so zum Diskurs in unserer Branche beizutragen.

Moreen

Ja, das kann man so zusammenfassen, ja. Und dann auch einen Dialog zu eröffnen, oder? Sorry, genau. Also das steht ja dann nicht nur da, sondern dann wird man angesprochen, dann kommen Fragen, dann erklärt man sich, dann gibt es vielleicht auch mal was Überarbeitetes. Also das ist ja dann nur der Startpunkt eigentlich, so ein Papier.

Fabian

Beziehungsweise in den Arbeitskreisen, also Morin Absolut, also im Grunde genommen, Diskurs zu initialisieren, also um es mal so konkret zu machen. Citizen Developer im Low-Code-Bereich, Mythos oder Realität? Ganz spannend. Viele Fassaden, die man da beleuchten kann und ganz unterschiedliche Sichtweisen. Tatsächlich halt auch immer, je nachdem, aus was für einem Fachbereich ich komme, was für einen Use-Case ich im Hintergrund habe. Oder auch die Diskussion, die wir hatten.

Eine Low-Code-Plattform, mehrere Low-Code-Plattformen. Ich meine, kleinere Organisationen werden sich vielleicht gar nicht mehrere Low-Code-Plattformen leisten können. Für größere ist das vielleicht tatsächlich ein brauchbarer Schritt, um einen Vendor-Login zu vermeiden oder vielleicht auch für unterschiedliche Anwendungszwecke, sich den geeigneten Low-Code-Plattform zu entscheiden.

Oder, das wurde durchaus sehr kontrovers auch diskutiert, muss ich bei der Entscheidung für eine Low-Code-Plattform eine Exit-Strategie mitdenken? Und was muss ich dabei mitbedenken? Also, was sind die Artefakte, die ich aus einer Low-Code-Plattform dann hinüber retten will? Und da sind ganz viele Denkanstöße und da muss man sich dann entscheiden.

Aus welcher Organisationsebene komme ich, was brauche ich für meine Organisation oder was ist auch das Bedürfnis meiner Organisation, um das eben in diesen Raum geben zu können? Und wie gesagt, damit halten wir ja nicht hinterm Berg, sondern wir gehen raus, wir öffnen das Ganze, beziehungsweise es ist von Anfang an offen. Also es gibt hier keine Mitwirkungsschranke. Und das finde ich tatsächlich das

Spannende an diesem Raum. Und das wurde eingangs gesagt und ich glaube, das ist aber einfach nicht zu hoch einzuschätzen. Es ist ein neutraler Raum, auf dem intensiv inhaltlich gestritten werden kann, die Menschen danach einfach richtig viel Spaß haben und wenn es halt ein Offline-Meeting ist, gerne nochmal gemeinsam Abendessen gehen. Das ist wirklich richtig charmant und das ist das, was uns weiterbringt.

Das ist nicht das, dass wir uns einfach nur bestehende Meinungen um die Ohren hauen auf den bekannten Kongressen, die häufig, sagen wir mal, schon ein sehr klares einzelnes Sendungsbewusstsein haben, sondern tatsächlich die Idee haben, hier unterschiedliche Sichtweisen zusammenzubringen, synthetisieren, wo eine Synthese möglich ist, vielleicht aber dort aufzuzeigen, wo unterschiedliche Pole vorhanden sind. Und das nicht als per se Schlechtes zu sehen.

Torsten

Ein Thema, was ich auch immer sehr genieße, haben wir noch ganz vergessen. Das sind die Netzwerktrunke. Die immer irgendwie um verschiedene Kongresse und Veranstaltungen stattfinden. Also ich finde, das ist immer eine sehr, sehr gelungene Veranstaltung, weil die Leute also wirklich, so wie ihr es hier auch beschreibt, ganz entspannt aufeinander zugehen, Dinge diskutieren, auch hart diskutieren, aber keine bösen Worte fallen, sondern hier an der Sache gearbeitet wird.

Basanta

Genau, das sind ja so Kneipenabende im Endeffekt, wo wir einfach nur sagen Ort und Zeit und wir machen noch ein bisschen Moderation, dass wir irgendwie so Icebreaker fragen und ab und zu die Leute zwingt, sich umzusetzen, dass man nicht den ganzen Abend mit den gleichen drei Sitznachbarn streitet. Aber genau, es ist eigentlich sehr wenig Aufwand. Und auch da eigentlich kommt alles von den Leuten, die da sind. Wenn da spannende Menschen an dem Kneipenabend teilnehmen, dann hat man da anregende

Gespräche. und das NEGZ hat eigentlich nicht viel mehr getan, als zu sagen, trefft euch hier und diskutiert. Das ist quasi die Minimalvariante von dem, was das NEGZ tun möchte.

Torsten

Haben wir noch was vergessen? Liegt euch noch irgendwas oder brennt euch noch irgendwas auf den Nägeln, was wir vielleicht noch besprechen sollen?

Basanta

Ich glaube, was wir bisher noch ein bisschen stiefmütterlich behandelt haben, ist dieser Bereich, Forschungsförderung ist den Mund ein bisschen vollgenommen, aber es ist ja eines der ältesten Formate des NEGZ und das, was viele Leute auch kennen, sind unsere Code-Studien, die, glaube ich, so seit 2014, glaube ich, die älteste, erscheinen. Es wird immer so eine Handvoll pro Jahr produziert und die werden auch gefördert durch das NEGZ.

Genau, und es ist also was, wo Mitglieder Vorschläge einreichen. Der Forschungsausschuss wählt das dann aus. Aus unseren Mitgliedsbeiträgen versuchen wir da immer ein paar zu finanzieren. Sind da auch offen für Sponsoren. Das hat in den letzten Jahren ein paar Mal geklappt, dass da tatsächlich dann auch externe Finanzierungen dazugekommen sind. Und, die auch, also die von vielen Leuten gelesen werden. Also das ist oft so der erste Berührungspunkt mit dem NGZ, wenn man mit Leuten spricht.

Dann sagen die, die und die Kurzstudie, die habe ich gelesen, als ich irgendwie folgendes Problem auf den Tisch bekommen habe. Und dann war das die einzige Publikation, die sich damit irgendwie im Kontext Deutschland mal beschäftigt hat. Genau. Und es gibt, wir haben auch sowas wie den Science-Dialog zum Beispiel. Das war eine Weile, war das so ein Preis für besonders gute praxisorientierte Forschungsprojekte zur Verwaltungsdigitalisierung.

Und das haben wir jetzt umgebaut dieses Jahr zum ersten Mal. Es ist eher so eine Förderung von Wissenschaftspraxis-Dialogprozessen. Genau, da hat jetzt gerade den Zuschlag bekommen, die FHVD in Schleswig-Holstein, ein Projekt, wo sich die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, dieses Instrument, sehr genau anschauen wollen, halt zusammen mit Leuten aus der Praxis, zusammen mit Menschen aus der Forschung.

Genau, das zeigt vielleicht auch nochmal das, was Moren meinte, das NEGZ wurde ganz ursprünglich mal gegründet, um diesen Dialog zwischen Praxis und Forschung zu befeuern und aber auch um Forschung in dem Bereich zu befeuern. Jetzt mobilisieren wir da nicht die gigantischen Summen, die da ganze Lehrstühle an Universitäten pflanzen, aber mit den Mitteln, die wir haben, setzen wir da glaube ich auch unsere Impulse in die Debatte und die Sachen werden immer noch gelesen.

Torsten

Christian, du wolltest noch was ergänzen?

Christian

Ja, das ist nochmal ein anderer Aspekt, was die Motivlage betrifft, was das NEGZ vielleicht auch nicht ist. Also, Bei all der Vernetzung mag ja vor allem in manchen Industrievertreter oder Vertreterinnen das Wasser am Mund zusammenlaufen, dass das ja eine tolle Plattform ist, eigene Lösungen und Produkte zu verkaufen. Dafür ist weder Zeit noch Platz.

Also das ist wirklich, alle, die da zusammenkommen, haben viele Fragestellungen aus der Beschäftigung mit der öffentlichen Hand und haben da einen Raum, diese Fragen übergreifend und umfassend zu lösen und Antworten zu geben, die, ich glaube, uns alle ziemlich voranbringen.

Torsten

Also es ist keine Vertriebsplattform.

Christian

Natürlich passiert, dass man sich vernetzt. Und so Streitigkeiten, die sind ja im besten Sinne dann auch, wenn man sich da mit dem einen oder anderen CIO oder Verwaltungsmitarbeiten oder der Universität gestritten hat oder dem Unternehmen, dann schafft das ja auch ein Vertrauen, was, wenn man den NEGZ-Raum verlässt, auch mal durchaus Bestand hat. Also natürlich beschleunigt das Netzwerk insgesamt.

Das ist sicherlich ein Nutzen, den man da mitnimmt. Aber wer da meint, eine Produktpräsentation machen zu können in PowerPoint, der wird keinen Beamer finden.

Torsten

Okay, dann wirkt das für mich, als wären wir am Ende. Ich bedanke mich, dass ihr bei mir wart. So eine große Menge an Gästen hatte ich schon lange nicht mehr. Vielleicht noch ein Disclaimer, ich bin ja Mitglied im NEGZ, auch schon eine ganze Weile. Und danke, dass ihr da wart. Danke, dass ihr den NEGZ vorgestellt habt. Und euch, liebe Zuhörerinnen und Hörer, danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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