Ja, hallo und herzlich willkommen zur Monatsschau, wie ihr schon im Intro gehört habt. Wir sind bei Sendung 229, also wir nähern uns schon langsam wieder einem Jubiläum bei der 250. Und heute habe ich wieder im Studio den Malte. Hallo Malte.
Hallo Thorsten.
Und den Peter. Grüß dich.
Hallo Thorsten, hallo Malte. Hallo.
Und wir sitzen hier zusammen und es ist Sommerloch. Wir haben alle nicht so viele Themen dabei. Trotzdem haben wir wieder ein paar lustige und interessante Sachen für euch gefunden. Und ich fange heute mal an. Und zwar möchte ich jetzt zitieren aus einem Interview, das unser neuer Digitalminister Carsten Wildberger gegeben hat. Wenn ich ein Faxgerät sehe, fliegt es raus.
Das erinnert mich irgendwie an unseren bayerischen Digitalminister, der auch dem Fax den Kampf angesagt hat, irgendwie schon 2023. Und ich will jetzt einfach mal mit euch darüber sprechen, ist Fax wirklich so schlimm oder ist es einfach nur ein Symbol, was jetzt immer wieder hervorgekramt wird?
Also erst einmal, als Technologie finde ich es wirklich schlimm und zwar deshalb, weil einfach, das war damals total faszinierend, das war damals wunderbar, aber die Zeiten sind einfach vorbei und das Zweite ist das, was mich halt so wahnsinnig aufregt, dass das Fax einen solchen Mythos hat, es wäre sicher und es wäre also dokumentenecht oder was weiß ich, was da alles zugesagt wird.
Und das Urteil, das da halt immer wieder zitiert wird, das geht halt von der Voraussetzung aus, dass das auf der einen Seite sozusagen reingeschoben wird und auf der anderen Seite rauskommt, zeitgleich. Und das ist halt bei Computerfaxen schon längst nicht mehr der Fall. Und deshalb ist das halt ein Mythos, dass das alles so funktioniert.
Deshalb regt es mich natürlich wahnsinnig auf. Auf der anderen Seite finde ich so faszinierende Technik, die damals ihren Zweck erfüllt hat, aber die man halt heute aus meiner Sicht nicht mehr braucht.
Rechts sicher nur mit Thermopapierfax, habe ich mal gehört.
Ja, nur wenn es zeitgleich rauskommt. Also wenn es auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder rauskommt.
Also Papier zu Papier?
So ist das Urteil. Ich habe mir das extra mal angeschaut. Ich habe mich lange damit befasst, weil mich das so aufgeregt hat.
Ja, also was mich ja ärgert ist, wir sprechen von Faxen und Faxgeräte stehen ja eigentlich wirklich kaum noch irgendwo rum. Und wir machen alles nur noch Computerfax, die dann per E-Mail ankommen. Also wir machen einen Computerfax beim Versenden, wir scannen irgendwas ein, schicken das an eine Telefonnummer oder eine Faxnummer und auf der anderen Seite hängt auch nur ein Computerfax, wo das dann hinten auch als E-Mail ankommt.
Da kann ich es auch direkt gleich per E-Mail schicken, weil das Dokument habe ich ja eh schon gescannt.
Ja, aber das hängt ja wie gesagt an diesem Mythos und den kriegst du nicht raus. Die Leute meinen einfach, wenn sie das per Fax schicken, dann wäre das rechtssicher.
Und du machst mit dem Fax nicht viel anderes, als wenn du einen PDF an der Mail anhängst. Und da sind wir eigentlich auch bei dem eigentlichen Problem, dass es keine strukturierten Daten sind. Aber es sind auch im Nachfolger, nämlich im Mail-Anhang, keine strukturierten Daten. Also insofern, Kritik am Fax ist doch durchaus gerechtfertigt. Aber haben wir uns jetzt so viel weiterentwickelt? Gut, wir fällen keine Bäume mehr.
Aber aus Sicht der Daten oder aus Sicht der Digitalisierung hat sich da so gigantisch nicht viel verändert. Jetzt liegen halt die ganzen Word und PDF und Excel-Dokumente irgendwo auf irgendwelchen Pfeilern. Vorher lagen die ganzen Papiere in irgendwelchen Ordnern.
Naja, ich könnte ja auch ein richtiges PDF verschicken per E-Mail, was maschinenlesbar ist, was OCR hat, wo ein XML mit dranhängt. Also das geht ja alles. Das kann ich ja alles verschicken per E-Mail. Und dann habe ich die Daten auch. Da habe ich die Daten maschinenlesbar.
Bekommen mit Passwort und allem drum und dran.
Genau, Verschlüsselung, Passwort, was ich auch mir wünsche. Wenn ich über mein E-Mail-Programm an ein Fax-Gateway eine E-Mail schreibe, was dann ein Fax an ein E-Mail oder ein Fax-Gateway schickt, was das dann wieder zu einer E-Mail macht an Empfänger, das ist doch Quatsch, das brauchen wir nicht mehr, das kann echt weg.
Ja, also die Berechtigung war halt früher aus meiner Sicht auch, dass ich extrem günstige Geräte hatte. Also so ein Faxgerät, das hat ja, weiß ich nicht, ein 100 oder was kostet, die ganz kleinen. Und das Zweite ist, dass es halt auch extrem einfach zu bedienen war. Du hast halt keinerlei, also das war halt so ein All-Inclusive-Gerät. Du hast es reingeschoben, hast die Nummer gewählt und hast es weggeschickt. Also insofern war das damals für seine Zeit eigentlich schon eine gute Idee.
Und deshalb ist es ja so, dass das in den Arztpraxen zum Beispiel halt immer noch ziemlich weit verbreitet ist, weil das eine ganz simple, primitive Technik natürlich ist, die dort auch ganz gut und robust funktioniert. Aber die Zeiten sind halt vorbei und ich habe schon vor 20 Jahren versucht, den Leuten klarzumachen, dass Fax ausgelaufen ist.
Apropos Arztpraxen. Die Technikerkrankenkasse, die hat eine App. Und wenn ich zum Arzt gehe und meine Gesundheitskarte vergessen habe, kann ich über die App ein Ersatzdokument schicken lassen. Also in der App wähle ich dann das Ersatzdokument aus, was geschickt werden soll und das wird dann per Fax an die Praxis geschickt.
Das ist schön. Das ist schön.
Okay. Naja, okay. Fax voll weg.
Aber wenn wir gerade so schön bei Faxen machen sind, ich habe auch ein paar Faxen gemacht. Und zwar habe ich das Behörden-Kummer-Fax eingerichtet. Das habe ich schon ein paar Mal erzählt. Jetzt gibt es dazu auch eine offizielle Webseite, behördenfax.de, natürlich mit OE.
Und wenn ihr eine Behörde seid und tatsächlich Digitalisierungskummer habt, und den habt ihr mit Sicherheit, wenn ihr ein Faxgerät am Schreibtisch stehen habt, Dann schreibt mir die Geschichten auf ein Blatt Papier, steckt das ins Faxgerät und schickt es mir, weil bei mir kommt auch nochmal richtiges Papier raus. Es wäre dann sogar rechtssicher, weil Papier zu Papier, wie wir gerade eben gelernt haben.
Und wer das wollt und den Spaß mitmachen wollt, schickt einfach einen Fax. Ich habe auch Spaß dran. Und was braucht ihr an der Website? Bitte?
Für was braucht ihr an der Website, wenn ihr Fax, Blatt und Fax schreibt?
Das ist für den Google Juice. Das ist nur für Google Juice.
Ja.
Und weil wir gerade so schön vom Digitalministerium und vom Digitalminister gesprochen haben, gibt es auch eine News aus Bayern, die ist quasi druckfrisch. Die kam gestern per PM. Das Digitalministerium aus Bayern, das STMD und das BMDS, das Bundesdigitalministerium, die arbeiten zukünftig zusammen.
Und zwar werden die im Bereich KI und Verwaltungsdigitalisierung hier pilothaft zusammenarbeiten und sich gegenseitig Informationen und Ideen austauschen und vielleicht sogar Technologien und ähnliches. Da bin ich gespannt, wie die beiden Digitalminister miteinander auskommen. Auch der Bundesdigitalminister wird zweimal nach Bayern kommen und sich das Ganze vor Ort anschauen.
Ich freue mich drauf. Ich warte, wie es weitergeht, weil ich arbeite ja ganz eng am Digitalministerium dran, am Bayerischen. Und werde das mit Sicherheit hautnah miterleben.
Naja, das klingt spannend. Ich meine, dort hat man natürlich jetzt schon, also man ist schon in der zweiten Legislaturperiode und man hat natürlich Erfahrungen gesammelt. Auf der anderen Seite weiß ich auch, dass das Bayerische Digitalministerium ganz froh wäre, wenn es die Kompetenzen hätte, die nach diesem Kanzlererlass dem Bundesministerium zugewiesen wurden. Also insofern, glaube ich, wird man sich dann auch dies wieder zum Maßstab nehmen und wird man sich daran orientieren, glaube ich.
Ja, wobei bei diesen Kompetenzen gibt es noch Interpretationsspielraum, denn die haben zwar jetzt den Vorbehalt, dass bei größeren IT-Projekten das Digitalministerium dabei sein muss, aber die Definition, was jetzt diese größeren IT-Projekte sind, die ist nicht mitgeliefert worden.
Ja, wie immer.
Ja, aber das ist doch, ich will gar nicht sagen, das ist doch immer so. In der Verwaltung irgendwann sind dann die Beharrungskräfte wieder da, die das Ganze wieder aussetzen nach dem Prinzip, mir doch egal, wer Minister über mir ist. Also von dem her habe ich so das Gefühl, das ist der ganz normale Fall und das muss halt dann politisch durchgesetzt werden.
Und klar, die Ministerien, die leiten ihre Macht natürlich aus diesen Kompetenzen und aus der Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und so weiter ab und das ist ein Machtkampf zwischen den Ministerien unterm Strich und das ist insbesondere, haben wir ja gesagt gehabt, immer schon die ganze Zeit, das ITZ ist ja zum Beispiel ein großer Kostenblock und dementsprechend eine große Budgetfrage und die Möglichkeit, auch die Dinge operativ umzusetzen, aber auch aus dem Operativen zu lernen.
Und das ist natürlich ein Pfund, das keiner gerne hergibt. Also da kann ich mir gut vorstellen, dass das Thema genauso interessant ist wie das mit dem Digitalforbehalt, also dass man da an einigen Stellen noch streiten wird.
Genau, das ist ein bisschen umgekehrt wie in der Wirtschaft. In der Wirtschaft wirst du Kostenblöcke loswerden und in der Verwaltung wirst du die Kostenblöcke natürlich behalten, weil dein Haushalt damit umso größer wird und damit die Macht. Aber das Thema schließen wir ab und ich gebe jetzt mal weiter an Malte, weil du hast auch noch ein bisschen was mitgebracht.
Ich habe mitgebracht den Pakt für den Rechtsstaat. Und zwar sollen 450 Millionen Euro fließen. Die Hälfte davon für Digitalprojekte. Und zwar, um den Rechtsstaat zu stärken, vom Bund an die Länder.
Ja, den Pakt für den Rechtsstaat, den gibt es schon etwas länger und das ist jetzt wieder die Neuauflage und damit verbunden sind eben auch eine Menge Personalkosten, also die Hälfte von dieser knapp halben Milliarde, also 240 Millionen Euro soll in den Personalaufbau fließen, beziehungsweise den Personalaufbau, der auch schon eine Weile läuft, verstetigen. Und das sollen zwei Raten ausgezahlt werden. 2026 und 2028 sollen die Bundesländer das abrufen können. Die müssen übrigens noch zustimmen.
Und ja, das gab es schon mal 2019. Und damals flossen 220 Millionen Euro. Also was ich da so ein bisschen interessant dran fand, war, dass die Ziele, nämlich zum Beispiel eine digitale einheitliche Schnittstelle zwischen Polizei und Justiz, dass diese schon in dem alten Pakt, für den Rechtsstaat drin standen. Und wisst ihr vielleicht, wie da so der Fortgang ist? Also im Sicherheitsbereich bin ich da nicht so firm.
Ich bin da auch nicht so firm, aber was ich immer so höre, Es wird immer geschimpft darüber, dass die Polizeien und die Justiz nicht wirklich Daten austauschen können.
Das ist ja genau das, wo dieser Pakt anfassen soll und das verbessern soll. Hier steht einen medienbruchfreien Austausch zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft von Bund und Ländern sowie die Interoperabilität mit den Gerichten. Ja, also das kann man auch 16 Mal machen, so 16 Mal unterschiedlich. In allen Bundesländern eine eigene Schnittstelle zwischen der jeweiligen Polizei und der Staatsanwaltschaft.
Dafür gibt es ja die Pakte, es gibt ja den Digitalpakt Schule und was weiß ich, was es alles für Pakte gibt. Damit wird Geld zur Verfügung stellen, dass wir es 16 Mal machen.
Naja, also das Problem ist ja das, dass das eine natürlich auch aus der Innenverwaltung sozusagen ist und das andere aus der Justizverwaltung und die Justiz hat ja ihre eigenen Regeln quasi und da sind ja diese EGVP-Dinge, also besonderes Behördenpostfach, besonderes Anwaltpostfach und so weiter.
Da hat man ja komplett eigene Schiene aufgebaut für die Kommunikation und das ist natürlich wahnsinnig schwierig und die Verwaltungen ächzen ja auch unter dem, dass sie jetzt immer, wenn sie eine Bußgeldstelle haben oder Beteiligte in einem Verfahren sind, dann müssen sie ja auch so ein Behördenpostfach betreiben. Und da schimpfen alle, weil das in der Innenverwaltung natürlich eigentlich ein Exote ist. Und das ist halt aber das System, das die Justiz für sich gebaut hat.
Und das ist eine Insel und das ist halt alles wahnsinnig schwierig. Und da muss man zusammenbringen, das Zeug irgendwie.
Naja, der Gesundheitssektor hat mit der Telematik-Infrastruktur ja auch für sich selbst ein komplett eigenes System gebaut, wo die anderen Sektoren, bedacht wurden.
Könnte mal umgedreht genauso sagen, dass der Inland-Bereich genau das selber auch gemacht hat.
Ja, und da kommen wir gleich noch zu, da gibt es ja gewisse Basiskomponenten, zum Beispiel Identität, die man jetzt nicht für jeden Sektor einzeln bräuchte, sondern die man gemeinsam nutzen könnte.
Ich dachte, du bist jetzt voll der Überleitungsking, weil wir gerade von Gesundheit gesprochen.
Genau. Und zwar Da wollte ich darauf auch zu sprechen kommen. Dort gibt es eine kleine Anfrage von den Grünen in diesem Fall zum Thema Buchungsportale. Und da haben sie festgestellt, dass die Bundesregierung sich damit beschäftigt. Es geht um Termine bei Arztpraxen und dass die großen privaten Buchungsportale neben den Terminen für die Kassenärzte, wo ich mit meiner gesetzlichen Krankenkasse hin kann. Eben auch Termine bei Ärzten vergeben, die nur Selbstzahler bedienen.
Beziehungsweise es gibt ja auch viele Kassenärzte, die beides anbieten, wo man als Selbstzahler hingehen kann oder privat versichert und eben als Kassenpatient. Und dort gab es wohl Fälle, wo Personen, die eigentlich Kassenärzte sind, denen aber Termine angeboten wurden als Privatpatient oder Selbstzahler. Und da ist natürlich immer auch die Frage, inwiefern dort gesteuert wird.
Zum Beispiel, wenn ich ein Arzt bin, ob ich dann schnellere Termine anbiete, wenn die Leute privat versichert sind und inwiefern solche Portale dann nach finanziellen Interessen Patientensteuerung betreiben. Und ja, es gibt auch ein Vermittlungsportal von der Kassenärztlichen Vereinigung. Das ist die 116117. Gibt es auch als App. Und gesetzlich ist das so, dass dieses Portal auch eine Schnittstelle anbieten muss, damit die privaten Portale dort auch diese Ressourcen nutzen können, hintendran.
Und wenn sie das aber tun, dann haben sie auch gewisse Pflichten zu erfüllen. Und dann dürfen sie da viel weniger Steuerung machen. Aber grundsätzlich ist es so, wenn ich verschiedene Portale habe und nicht alle Ärzte bei einem Portal sind, muss ich als Patient immer mehrere Portale abgrasen und andersrum ist das für die Patientensteuerung jetzt nicht optimal.
Während wenn dahinter jetzt nur ein einziger Basisdienst, also eine einzige Basiskomponente sitzt von meinetwegen verschiedenen Interfaces, dann ist das wesentlich effizienter, als wenn alle praktisch komplett diese Schnittstelle nutzen und die Datenbank hinter 116, 117 nutzen würden.
Also bei mir am Ort gibt es einen einzigen Arzt, den ich über zum Beispiel DoktorLib buchen kann. Alle anderen kann ich nur anrufen.
Also ich habe da ganz andere Erfahrungen. Also in München ist es so, also in der Stadt selber, dass du wirklich unendlich viele Ärzte hast und du kannst auch relativ gut, wenn du einfach flexibel bist bei der Arztwahl, kannst du auch relativ gut inzwischen kurzfristig Termine bekommen. Auch als Kassenpatient und das war mein Kommentar nämlich an der Stelle.
Wir haben ja jetzt quasi eine geteilte Hörerschaft, weil die die Beamte sind, Die sind ja dann aus der Selbstzahler-Ecke oder Privatversicherten-Ecke mit Beihilfe und die Kassenpatienten jammern ja sehr wohl zu Recht, dass sie nie Termine kriegen und als Privatpatient wird man auf diesen anderen Plattformen durchaus bevorzugt.
Ich würde aber sagen, es ist nicht so, dass die Plattform das bevorzugt, sondern dass die Plattform das bietet, was ihre Kunden verlangen, nämlich dass die Ärzte ihr unterschiedliche Termine anbieten für Privatpatienten und für Kassenpatienten und du kannst dir den Spaß machen, wenn du ankreuzerst, ich bin privat, dann kriegst du innerhalb von drei Tagen einen Termin und wenn du sagst, ich bin Kassenpatient, dann kriegst du innerhalb von sechs Wochen einen Termin oder sowas.
Also das ist inzwischen gang und gäbe und das werden halt gerade diese privaten Vermittlungsportale ihren Kunden, nämlich den Ärzten, also die sind ja die, die zahlen, auch zur Verfügung stellen. Das ist ja völlig klar. Und das wird ausgeschlachtet bis zum geht nicht mehr.
Ja, und das ist das Ergebnis, wenn eben öffentliche Daseinsvorsorge von privaten Plattformen betrieben wird.
Wer hätte das ahnen können?
Naja gut, die Ärzte, das sind Unternehmen, die verdienen. Und wir haben dieses duale System, also die privaten und die gesetzlichen Krankenkassen. Und das sind halt die Auswirkungen aus diesem System. Und ich kann mich erinnern, ich bin mein ganzes Leben lang schon auf der Beamtenseite. Auch durch, ich hätte beinahe gesagt erblich bedingt. Und ich weiß, früher war das ganz schlimm.
Also auch als Kind habe ich das schon immer kennengelernt, dass die Privaten in ein eigenes Wartezimmer kommen sind und sonst was. Dann habe ich aber das Gefühl gehabt, dass das ungefähr 20 Jahre lang gar nicht mehr so schlimm war. Und ich habe so den Eindruck, die letzten 10, 15 Jahre hat sich das wieder zunehmend verschärft. Und im Moment ist das also eine klare Zweiklassengesellschaft wieder.
Ja, auch wenn das von den Ärzten vielleicht immer schon so war, über digitale Werkzeuge lassen sich solche Sachen auch verstärken. Zwei Norm. Diese digitalen Plattformen, das kann dann noch wesentlich stärker dazu führen, dass Gruppen, die eben nicht so viel zahlen können, dann stärker an den Rand gedrängt werden.
Genau. Und am Ende zahlt immer irgendeiner die Rechnung und damit ist Peter jetzt wieder dran.
Ja, genau. Ich habe nämlich etwas zum Thema elektronische Rechnung mitgebracht. Hintergrund ist das, das ist eine Pressemitteilung gewesen des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung. Und die haben hier bekannt gegeben, dass Bund und Länder bei der E-Rechnung künftig kooperieren wollen. Jetzt ganz kurz als Hintergrund, weil das immer ein bisschen so zur Verwirrung führt. Was ist eigentlich mit E-Rechnung gemeint?
Und die E-Rechnung ist also halt nicht ein PDF oder eine Word-Datei oder eine Bilddatei oder ein gescanntes Dokument.
Sondern das ist eine strukturierte, maschinenlesbare Datei, die einen XML-Datensatz beinhaltet und die dann das ermöglicht, dass halt am Schluss die Rechnung nicht nur elektronisch ausgestellt, also durch ein Rechnungsschreibprogramm, sage ich einmal, ausgestellt werden kann, sondern auch elektronisch übermittelt, elektronisch empfangen und medienbruchfrei und automatisiert weiterverarbeitet werden kann und zur Auszahlung gebracht werden kann. Das ist die Idee der elektronischen Rechnung.
Eigentlich kommt es von der EU über die e-Envoisement-Richtlinie, oder wie das heißt. Und dahinter gibt es eine Norm, nämlich die DIN EN 16931. Muss man sich nicht merken. Aber da gibt es zwei Formate, die das Ganze abdecken würden. Einmal die sogenannte X-Rechnung, das ist ein reiner XML-Datensatz oder das Zugpferd, was ein hybrides Format wäre. Das ist also ein PDF mit einem Rucksack, sage ich immer, der da hinten dran hängt, als XML-Datei.
Und jetzt hat man sich also verständigt, dass man diese Plattformen, die es schon gibt, nämlich es gibt eine. Zentrale Rechnungseingangsplattform des Bundes und es gibt einen OZG-Rechnungseingang und die beiden Plattformen sollen jetzt vereinigt werden und da hat man sich mit verschiedenen Bundesländern. Zusammengetan und will also da Bund-Länder-übergreifend das Ganze auf die Reihe bringen.
Jetzt habe ich gerade ein bisschen gezögert, weil ich dachte, da sind die Bundesländer nämlich der Bund und Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen haben die Vereinbarung schon unterzeichnet und Mecklenburg-Vorpommern und Bayern sind gerade dabei, diese Vereinbarung zu unterzeichnen. Und dann sollen also diese Plattformen zusammengeführt werden und sollen partnerschaftlich weiterentwickelt werden. Was natürlich am Ende bedeutet, dass hier eine Bereinigung stattfinden wird.
Also es werden jetzt nicht die beiden Plattformen weiter so bestehen, die es bisher gibt. Aber es ist auch ein gutes Signal, weil man hier halt zusammenarbeitet und gemeinsam was macht. Das Ganze wird von der Stelle E-Rechnung im Beschaffungsamt des BMI koordiniert und der technische Betrieb soll bei der Bundesdruckerei liegen und wenn man weitere Informationen haben will, dann gibt es natürlich in den Show Notes natürlich Links auch ganz allgemein zur E-Rechnung. Warum spreche ich das Thema an?
Es ist auch aus einem Grund ganz interessant, nämlich weil seit Jahresanfang auch privatwirtschaftliche Unternehmen stufenweise Einführung, aber auch jetzt teilweise schon privatwirtschaftliche Unternehmen verpflichtet sind, E-Rechnungen zu stellen oder entgegenzunehmen und dadurch. Kriegt das Thema in der Wirtschaft eine ganz andere Bedeutung.
Also auch für den kleinsten Handwerker und für den kleinsten Selbstständigen haben jetzt diese ganzen Visobüro und wie sie alle heißen, haben also alle inzwischen die Möglichkeit, E-Rechnungen zu erstellen und dadurch wird das Ganze im Alltagsleben viel bedeutsamer und in der Verwaltung ist es schon seit einigen Jahren gang und gäbe, weil seit 2019 muss das eben durch die E-Invoicement-Richtlinie der EU bereits umgesetzt sein.
Aber jetzt ist halt das sozusagen eine breite Basis durch die gesamte Wirtschaft und die Behörden und deshalb hat das Ganze nochmal eine ganz andere Bedeutung bekommen die letzten Monate.
Also bei uns im Bund ist das schon eine Weile so. Seit 2020 sind die Lieferanten des Bundes bereits verpflichtet, elektronische Rechnungen zu stellen.
Okay, das ist ein vertraglich. Also das ist dann das andere, also die E-Invoice-Win-Richtlinie und die gesetzliche Umsetzung schreibt erst einmal nur vor, dass die Behörden das annehmen müssen. Also es geht nur um die Annahme. Aber man kann natürlich seine Vertragspartner verpflichten, dann auch elektronische Rechnungen zu stellen. Aber das ist nur eine vertragliche Verpflichtung. Also die gesetzliche Verpflichtung ergibt sich erst durch dieses Wachstumschancengesetz seit Anfang dieses Jahres.
Also für die Wirtschaft, Für die Wirtschaft, für die Verwaltung seit 2019, wie gesagt.
Genau. Und das ist tatsächlich ein Riesenthema. Also das ist eine Riesenänderung.
Ja, und da ist ein unheimliches Potenzial drin. Also über diese Plattform des Bundes sind allein 3,9 Millionen E-Rechnungen im Jahr 2024 eingelaufen. Also das ist keine Kleinigkeit. Und der Bund nimmt ja auch die Rechnungen unter der Bagatellgrenze an, also die nehmen alle quasi an, also auch unter 1000 Euro und haben das auch erklärt und damit ist da wahnsinnige Dynamik drin.
Das ist ja auch Wahnsinn, was dann da tatsächlich an Papier eingespart wird. Also das darf man auch nicht vergessen. Wenn ich mir die ganzen Poststellen anschaue, was kommt da hauptsächlich an? Da kommen hauptsächlich Rechnungen oder solche Geschichten an. Das ist ein Großteil von deren Tagesgeschäft, Rechnungen einzuscannen, das fällt jetzt alles weg.
Also das ist eine riesige Rationalisierungsmöglichkeit auch. Das ist halt nicht jetzt das, was die Bürgerinnen und Bürger vom Staat wahrnehmen, aber das ist halt auch die Möglichkeit für die Unternehmen, die Rechnungen einfach zu erstellen, einfach loszuwerden. Und die können sich auch das ganze Porto und alles Mögliche sparen. Also da ist ein gigantisches Potenzial dahinter.
Und wenn ich das E-Rechnungsformat richtig benutze, dann können sogar die Fachverfahren, die HKRs, die Haushaltsrechnungssysteme, die können dann direkt Überweisungen machen. Die müssen dann gar nicht mehr nochmal ein extra System rein, sondern Rechnung, Genehmigung, Überweisen, Thema durch.
Genau, weil das ein XML-Format ist, wo dann die Datenfelder definiert sind. Und dann könnte ich die maschinell direkt in mein System übernehmen. Das ist sehr fortschrittlich. Allerdings, bei den Edge-Cases ist das immer noch nicht so schön. Und zwar bei den Baurechnungen ist es so, dass da rechnungsbegleitende Unterlagen dazu gehören. Und das sind mitunter Dateien, die sehr, sehr groß sind. und die Größenbeschränkungen von diesen Portalen bisher alle sprengen.
Aber Edge-Cases gibt es immer. Wir werden niemals zu 100% alles sauber abwickeln können. Es wird immer Edge-Cases geben, wo ich vielleicht doch nochmal manuell nacharbeiten muss.
Ja, ist es halt nur schade, wenn man in einer Behörde arbeitet, die hauptsächlich solche Edge-Cases hat.
Ich könnte jetzt böse sagen, vielleicht seid ihr auch eine Edge-Case-Behörde.
Okay. Nicht, könnte man sagen, ja. Ja, wobei, Thorsten, auf der anderen Seite, Kommunen bauen jede Menge Schulen, Kindergärten. Das sind eigentlich öffentliche Bauten, das ist nicht selten.
Aber auch nicht fünf im Jahr.
Okay, ja, das mag sein, ja.
Ja, und also Baurechnungen gehen prinzipiell ja schon, die sind ja auch vorgesehen. Aber es gibt halt manchmal Baurechnungen, die halt, was weiß ich, wenn das solche Aktionen sind, wie man das mit der Autobahn in Berlin jetzt 20 Jahre gebraucht hat am Flüsterbeton zu. Also okay, ich würde gerne auf ein anderes Thema kommen, nämlich auf den Deutschland-Stack nochmal. Und der Thorsten hat ja vor einem Jahr ungefähr schon mal eine Sendung zum Gav-Stack gemacht.
Und das ist jetzt natürlich wieder ein aktuelles Thema, nachdem ja das neue Digitalministerium den Deutschland-Stack hier zum Hauptthema erklärt hat. Und jetzt ist halt das Interessante, dass an diesem GovStack bereits seit fünf Jahren gearbeitet wird, aber eben vom Entwicklungsministerium. Und worum geht es da? Also die Frage ist halt, wie viele Stacks braucht ein Land quasi? Das ist in einem Tagesspiegel-Background auch diskutiert worden.
Und da hat man halt gesagt, okay, es gibt ja da schon etwas und dann hat man das einmal ein bisschen genauer angeschaut und dann hat man festgestellt, dass also in dem Entwicklungsministerium an einem Baukasten gearbeitet wird und dieser Baukasten, um die Verwaltung effizient digitalisieren zu können, der ist in 25 Ländern bereits im Einsatz.
Jetzt zum Beispiel in Ägypten, Indonesien, Somalia, aber auch, und da wird es durchaus interessant, weil wir ja da von einer guten App auch unter anderem gehört haben, in der Ukraine. Und was aber das Lustige ist, also die Bundesrepublik. Ist zwar verantwortlich, zusammen mit Estland und der ITU, also der Fairmail-Union, zusammen diesen Stack zu erarbeiten und Deutschland ist da quasi in einer federführenden Rolle mit dabei.
Gleichzeitig gehört die Bundesrepublik natürlich nicht dazu, diesen Stack einzusetzen. Und das ist dann irgendwie schon ein bisschen mal gefragt worden und man hat also jetzt festgestellt, Also dieser GAF-Stack ist halt, sage ich mal, erst einmal ein Rahmenwerk, das die Komponenten beschreibt. Insbesondere Basiskomponenten, die halt als Anwendung immer wieder erforderlich sind, so wie ein Bezahldienst oder Identifikationslösungen oder sowas.
Und die Software wird in diesem Projekt eigentlich nicht entwickelt. Und im Deutschlandstack geht es aber darum, auch tatsächlich Softwarelösungen und fertige Implementierungen zu schaffen. Also zum Beispiel Cloud-Infrastruktur auf die Füße zu stellen oder sonst was. Also insofern ist es nicht ganz das Gleiche, aber man könnte sagen, man könnte ja schon ein bisschen was davon lernen.
Und es ist durchaus spannend, wie weit also jetzt Deutschland sich an dem, was wir sozusagen allen anderen zugutekommen lassen und wie gesagt, wir arbeiten da mit Estland zusammen, Schlagwort X-Road oder eben mit einer UN-Sonderorganisation und so weiter und die Digital Impact Alliance und so weiter arbeiten da zusammen und beglücken also viele andere Länder und wir tun so, als hätten wir gar nichts.
Und in dem Zusammenhang hat man im August ja auch wieder einiges Neues gehört zu dem Deutschlandstech. Und da gibt es ja jetzt also eine Zero Mission, das ist also sozusagen die Basisarbeit. In der festgelegt wird, was passieren soll. Und dann gibt es fünf Missionen, die also die Definitionen des Deutschlands sechs übernehmen sollen. Die ersten zwei Missionen sind schon gestartet. Die eine befasst sich mit Logout, die andere mit KI.
Und die Local-Plattform soll also bereits bis Ende des Jahres schon beschafft werden und aufgebaut werden und erprobt werden. Also da ist man ziemlich ehrgeizig. Und die KI-Plattform soll also die KI-Plattform des ITZ-Bund verwendet werden. Und auch hier hat man eigentlich die Idee, das bis zum Jahresende fertig zu haben. Ob das aber zu halten ist, ist man sich nicht ganz so sicher. Und dann gibt es nur drei weitere Missionen.
Die eine ist also Identitäts- und Zugangsmanagement, also Identity- und Access-Management für die Techniker und wo quasi die Zugangsberechtigung für bestimmte Personen zu bestimmten Organisationen und Systemen gedacht ist. Und dann kommt noch ein, ich sage jetzt mit meinen Worten, so eine Art Workflow-Plattform dazu, also eine Ende-zu-Ende-Plattform für Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung. Das ist das Projekt H2KI, das beim Bund gerade geführt wird und die fünfte Mission
wäre dann die Standards zum Deutschland-Stack. Also man hat inzwischen mehr Vorstellungen. Trotzdem, wenn man dann genauer nachfragt, dann hält man sich immer wieder sehr zurück und sagt durchaus, da ist noch einiges zu klären und das weiß man noch nicht so genau und so weiter.
Also im Moment sind wir bei dem Deutschlandsekt ziemlich stark auf Gerüchte angewiesen, aber es gibt ja im Herbst ein paar neue Konferenzen oder jetzt in nächster Zeit ein paar Konferenzen und da werden wir ja vielleicht wieder an der einen oder anderen Stelle was rausbröseln hören.
Genau, da bin ich auch sehr gespannt, was da rauskommt. Und mal sehen, also ich verspreche, dass sobald es jemanden gibt, der über den Deutschland-Stack sprechen kann, den kralle ich mir und versuche den hier im Podcast auszuquetschen.
Dass der GAF-Stack im Rahmen der Internationalen Fernmeldeunion entwickelt wird, du hattest ITU gesagt, das wusste ich gar nicht, das ist sehr interessant. Also die Internationale Fernmeldeunion ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Das ist ziemlich ideal angesetzt. Also das wäre toll, wenn das funktionieren würde. Allerdings, wie es bei allen Standards ist. Das eine ist der theoretische Standard und das andere ist der gelebte Standard.
Es wäre schön, wenn sie übereinstimmen, also wenn sich auch Deutschland an diesen Standard halten würde, den sie selbst mitentwickeln. Und du hattest auch gefragt, wie viele Basiskomponenten brauchen wir eigentlich? Ich würde sagen, pro Geschäftsbereich einen und pro Bundesland einen. Das wären dann ungefähr so viele wie, und da waren wir auch schon in einem Podcast bestimmt, wie der TILAC mal gezählt hat in Deutschland mit der Agora Digital.
Die haben das mal durchgesucht und sind ungefähr auf so viele gekommen, glaube ich. Oder?
Und auch hier fällt mir immer wieder das Gleiche ein. Wir haben alles, um die Verwaltung digital zu machen. Wir setzen auch alles ein, aber jeder hat was anderes.
Und ich wollte auch noch mal ganz kurz darauf zu sprechen kommen, warum so ein standardisierter Stack so interessant ist aus technischer Sicht, dass ich das vielleicht mal von einer anderen Ecke her aufrolle. Und zwar... Wenn ich so einen Stack mir technisch anschaue, also im Sinne von Betriebssystem und Anwendung, dann habe ich ganz unten das Betriebssystem, vielleicht darunter noch die Hardware-Plattform und darüber dann Bibliotheken und dann irgendwann meine Anwendung.
Und je mehr ich da standardisiert habe, wenn ich praktisch nur eine einzige betreiben muss, dann brauche ich dafür weniger Ressourcen. Ich brauche dafür weniger Art Administration. Für jeden Stack, den ich betreibe, brauche ich eine eigene Umgebung. Ich brauche Leute, die sich damit auskennen. Und das ist für eine Behörde oder für jegliche Art der Organisation ist eine Standardisierung beim technologischen Stack unglaublich hilfreich.
Ich weiß, das ist immer schwierig, weil der Markt soll ja frei sein und man soll sich technologisch nicht festlegen. Ich will den Argumenten nicht grundsätzlich widersprechen. Ich gebe lediglich zu bedenken, dass das unglaublich hilfreich sein kann und sehr viele Ressourcen sparen kann. Und das von dem technologischen Stack, wo ich das als, ja, weil ich aus der Ecke komme, irgendwo sehr gut verstehen kann, gilt das natürlich auch weiter oben für weitere Komponenten vom GAF-Stack.
Es ist günstiger, es funktioniert besser, es ist kompatibler miteinander, denn ich muss ja immer als Anbieter, muss ich mal schauen, wie viele muss ich entwickeln. Wir nehmen ein ganz einfaches Beispiel, wir nehmen die Handys. Dort gibt es das iOS, also das iPhone von Apple und es gibt das Android. Und momentan muss ich als Anbieter immer zwei Apps entwickeln. Wenn es da nur ein Handybetriebssystem gibt, dann bräuchte ich nur eine App
entwickeln. Und meine Entwicklungskosten würden sich gleich mal halbieren. Und das ist der Netzwerkeffekt bei den Plattformen. Also ich objektiere davon, dass es möglichst wenig Plattformen gibt.
Wie viel warst du jetzt in dieser Sendung Netzwerkstack gesagt? Letztes Mal war es viel, diesmal war es nicht ganz so viel.
War 5 Euro in der Schweineinkasse wird trotzdem geteilt das ist schon klar, Aber ja, es gibt ja 14 dieser Komponentenbaupläne schon und auf der Basis dieser 14 Komponentenbaupläne gibt es da 19 Softwarelösungen. Da gehört unter anderem die Verwaltungs-App aus der Ukraine, von der man ja immer wieder hört, also die DIIG heißt die, die gibt es ja, die wird ja auch an verschiedenen Stellen gelobt und so weiter. Also es gibt ja fertige Softwarelösungen, die auf diesem GavStack dann auch aufbauen.
Und der Vorteil ist halt das, du hast jetzt gerade den Vorteil aus der technischen Seite und aus der Anbieterseite genannt. Aber der Vorteil ist natürlich aus meiner Sicht auch auf der Kundenseite, weil auch die Bürgerinnen und Bürger haben ganz egal mit wem sie es zu tun haben, dann immer mit denselben Themen zu tun.
Also wenn ich eine Identifikationsplattform habe, wenn ich ein Terminbuchungssystem habe, wenn ich einen, also es gibt auch zum Beispiel einen Komponentenbauplan für digitale Register und so weiter, deshalb X-Road und Estland, wird gesagt, mit an dem Thema dabei und so weiter. Also an der Stelle gibt es wirklich ganz viel, was den Bürgerinnen und Bürgern dann auch am Ende hilft, einen Wiedererkennungswert auch wieder zu haben dann in der Anwendung.
Und von dem her ist das aus meiner Sicht schon eine riesengute Idee. Und mal schauen, ob es jetzt da wieder Konkurrenz unter den verschiedenen Ministerien gibt oder ob sie die mal endlich auf etwas einigen können.
Ich habe auch noch ein Beispiel, wenn man sich so die IT-Dienstleister anschaut, die öffentlich-rechtlichen. Jeder beschwert sich, dass die so teuer sind. Und warum sind die so teuer? Weil die zig verschiedene Software-Stacks betreiben müssen, weil Fachverfahrenshersteller natürlich jeder seinen eigenen Software-Stack hat. Das heißt, die Rechenzentren sind vollgepumpt mit topmodernen Stacks und mit uralt Systemen, die immer noch gewartet werden müssen. Und da gibt es die ganze Bandbreite drin.
Ja, und das Argument, dass man technologieoffen sein muss, dem kann ich zumindest zum Teil so ein bisschen widersprechen, denn wenn ich einen Open-Source-Stack wähle, dann kann ich ja als Unternehmen diesen Open-Source-Stack auch mit supporten. Ich kann den ja als Komponente verwenden. Und das findet in der freien Wirtschaft bei einer wichtigen Komponente schon längst statt. Also die gesamte IT-Wirtschaft hat sich fast vollständig auf den Linux-Körnel geeinigt.
Und das ist eine Basiskomponente der Technologie, den alle nutzen. Und da fragt keiner mehr nach oder da beschwert sich auch keiner mehr so richtig, dass das nicht technologieoffen ist und nicht andere Kernels irgendwie verwendet werden. Und warum soll man da im Stack nicht ein bisschen weiter nach oben gehen und auch ein paar Bibliotheken standardisieren?
Jetzt hat auch noch der letzte FDP-Hörer abgesagt, geschaltet. Aber ja, ich würde sagen, wir machen mal weiter.
Wir haben nämlich, wir haben tatsächlich, gibt es ein Sommerloch, ich weiß nicht, was ihr dazu sagt, also, aber im Sommerloch ist immer so, dass man sehr viel Zeit hat, um Podcasts zu hören und das habe ich auch getan im Urlaub und ich habe ein paar echt interessante Podcasts gehört und unter anderem hat ein Podcast, den ich regelmäßig abonniert habe, der heißt auch Interessant, der hat zwei Sendungen gemacht über Verwaltungsdigitalisierung oder besser gesagt,
aus Sicht eines Bürgers oder von Bürgern ging es um die Passbilder. Die Passbilder gehen ja jetzt nicht mehr digital, die kann man jetzt nicht mehr selber mitbringen, sondern die kann man entweder vor Ort machen lassen oder man geht zu einem speziell.
Zertifizierten Fotografen und die werden dann irgendwie geschickt und die haben sich diesen ganzen Prozess mal angeschaut, haben auch geguckt, ob da irgendwo was fishy ist an dem ganzen Prozess und ist ganz gut weggekommen und auch Kosten für Personalausweis haben sich drüber unterhalten und das haben sie direkt in der nächsten Sendung gleich nochmal aufgegriffen, weil natürlich jede Menge, Feedback kam aus der von den Hörern.
Also der Podcast heißt auch interessant und das sind die beiden Sendungen vom 24. und vom 28.8. Also hört euch das gerne mal an. Und dann habe ich noch eine Podcast-Serie wiederentdeckt. Also der eine oder andere erinnert sich vielleicht an den Vorfall, den Cyber-Vorfall bei der Westfalen IT im letzten oder vorletzten Jahr war das.
Letztes Jahr.
Genau. Und da hat der Deutschlandfunk eine mehrteilige Podcast-Serie daraus gemacht, wo man den ganzen Prozess miterlebt und wie das Ganze vorangeht. Also das ist auch nochmal sehr empfehlenswert. Den hatte ich, glaube ich, schon mal gehört, aber den habe ich jetzt wieder entdeckt im Urlaub. Und was ich auch noch empfehlen kann, ist aus der ARD Mediathek eine Story Digitale Ohnmacht Deutschland im Bann von Big Tech. Da schaut sich tatsächlich ein ARD-Team das ganze Thema Abhängigkeit von Big
Tech nochmal genau an. Also ihr wisst ja, mein Thema digitaler Souveränität und das ist auch eine Empfehlung zum Anschauen. Und Peter, du hast auch noch was gebracht.
Ja, ich habe ja letztes Mal von dieser Initiative für einen handlungsfähigen Start erzählt und die Julia Jäckel, die da als CEO von Gruner und Jahr mal agiert hat, die war jetzt auch in verschiedenen Podcasts unterwegs und hat quasi ein bisschen Werbung gemacht für das Ganze.
Und eine der Versionen, die aus meiner Sicht mit am gelungensten ist, ist Lanz und Brecht gewesen, wo sie in dem sogenannten Sommergespräch, also das ist ja bei den Podcasts so, dass da aufgezeichnete Sendungen im Sommer ausgestrahlt werden. Und in diesem Sommergespräch hat sie also ihre Vision für eine Reform des deutschen Staates dargestellt. Und das ist wirklich hervorragend, sich das anzuhören, weil da wird so viel Wahres gesprochen. Und das ist schön.
Malte, du wolltest noch was sagen?
Ja, weil du von einem Cyberangriff gesprochen hast, der in einem Podcast verarbeitet wurde, wollte ich einen anderen Podcast empfehlen in englischer Sprache und zwar von der BBC, The Lazarus Heist. Und die Lazarus Gruppe, Lazarus Group, ist eine nordkoreanische Hackergruppe und die hat einen Angriff auf eine Zentralbank verübt. Und das hat die BBC zu einem sehr spannenden und wirklich gut produzierten Podcast verarbeitet. Und der ist auch sehr schön recherchiert. Und den verlinken wir dann auch.
Genau. Wie immer findet ihr alle Links in den Shownotes. Und den höre ich mir auf jeden Fall nochmal an. Ich habe schon einen deutschen Podcast über dieses Lazarus-Projekt gehört. Und den höre ich mir auch nochmal an von der BBC.
Also das ist aus verschiedenen Sichten interessant. insbesondere deshalb, weil dort eine staatlich unterstützte Hacker-Truppe.
Nicht gleich alles spoilern, weil du möchtest ja, dass das angehört wird.
Aber es ist wirklich, wenn man in der IT ist oder von IT abhängig ist, dann ist das zum Gruseln.
Genau. Aber es ist schön, dass wir diesmal alle Podcast-Empfehlungen dabei haben und ich würde jetzt direkt weitergehen zu den Veranstaltungen. Und zwar im September geht es wieder richtig los, weil man merkt, es wird Herbst und die ganzen Konferenzen kommen. Wir fangen an mit Fokusstunde Künstliche Intelligenz im Verwaltungsalltag die besten Tools im Praxiseinsatz. Am 2. September online. Dann hat die Agora Digitale Transformation am 3.
September IT-Zustimmungsvorbehalt echte Steuerungskompetenz fürs BMDS. Am 4. September bis zum 6. September ist das OER-Camp in Hannover. Am 11. September ist Nordländer Digital im Maritimhotel in Magdeburg. Am 11. September außerdem eine Online-Veranstaltung Open Code Connect September F13 erklärt, der einfache Weg zur eigenen KI in der Verwaltung. Am 15. September bis zum 17. September gibt es eine Schulung vom BSI.
Materieller Geheimschutz, einschließlich VSIT, in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik. Kann man sich auch mal antun, wenn man in dem Bereich arbeitet. Am 17. bis 18. September ist wieder Ministerialkongress in Berlin. Am 18. September ist Forum OKR in München. Vielleicht könnt ihr mich da sogar antreffen auf dem Forum OKR. Am 18. September ist wieder eine Online-Veranstaltung von der Agora Digital.
Blühende digitale Landschaften, wie kluge Förderpolitik gute Lösungen in die Fläche bringen. Am 24. September ist das SCS Summit. Kleiner Seiteneffekt, da werde ich einen Live-Podcast aufzeichnen. Am 25. September ist ein Crashkurs Allgemeines Verwaltungsrecht für Nicht-Juristen. Eine Online-Veranstaltung. Am 25. September ist die zweite Konferenz Public Data. Besser mit Behördendaten umgehen beim Fraunhofer Fokus in Berlin.
Am 29. September gibt es den GovTalk 2025, das Netzwerkevent zum digitalen Start von der Initiative D21. Und am 30. September bis zum 2. Oktober ist die Smart Country Convention. Das ist eine unserer größten Leitmessen in unserem Bereich und da werdet ihr mich auf jeden Fall treffen. Der Malte, den habe ich letztes Mal auch da gesehen, der wird da wahrscheinlich auch über die Gänge laufen, an einem oder zwei Tage. Und ja, das war's für September.
Vielleicht den Hinweis ganz kurz, das muss man sich alles nicht merken, sondern da kann man einfach bei dir auf der Homepage den Kalender abonnieren und dann kriegt man das in seinen eigenen Kalender schön eingetragen und hat da die ganzen Termine drin und braucht überhaupt nichts mehr machen. Ich genieße das so sehr und ich schätze das so sehr. Und deshalb wollte ich das bloß nochmal erwähnt haben.
Ja, danke nochmal für den Hinweis, weil auch ich habe da schon tatsächlich von Unternehmen gehört, dass sie diesen Kalender als Unternehmenskalender im Outlook abonniert haben, sodass jeder darauf zugreifen kann. Das finde ich großartig. Ich finde das, wenn es das nicht gäbe, müsste man es erfinden.
Genau.
Dann möchte ich mich wie in jedem Monat ganz, ganz herzlich bei meinen Unterstützerinnen und Unterstützern bedanken. Und zwar ist es Ralf, Malte, Claudia, Heiko, Florian, Michael, Nils, Kalli und Heinz. Und wenn auch ihr den e-Government-Podcast unterstützen möchtet, findet ihr alle Informationen dazu natürlich als Link hier in den Shownotes unter e-Government-Podcast.com slash Unterstützung, Unterstützung natürlich mit UE.
Ja, und damit sind wir am Ende der Sendung. Es seid um Malte, Peter, ihr habt noch was?
Nein.
Nein, wir haben heute ausnahmsweise eine kurze Sendung gemacht, das heißt ausnahmsweise, ich hatte ja schon gesagt, wir haben nicht so viel dem. Aber auch eine kurze Sendung hat mir sehr viel Spaß gemacht. Dankeschön Peter, danke Malte und euch, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Ich bedanke mich auch.
Danke, macht's gut. Tschüss.
