Ja, hallo und herzlich willkommen zur 218. Ausgabe des E-Gaummen-Podcasts. Ich bin Thorsten Frenzel und ich habe heute einen Gast, der sitzt im Auto, was eigentlich ein super Ort ist für Podcastsaufnehmen. Hallo Lars.
Ja, hallo Thorsten.
Ja, vielleicht kannst du dich ganz kurz vorstellen.
Ja, ich bin Lars Hoppmann, Geschäftsführer, Vorstand der Vitaco, seit dem 1. Oktober letzten Jahres und war zuvor 22 Jahre beim kommunalen IT-Dienstleister beschäftigt, davon in den letzten sieben Jahren in leitender Funktion, sprich Geschäftsleitung.
Ja, und ich freue mich jetzt in Berlin angekommen zu sein und bedanke mich auch schon mal ganz herzlich bei dir, hier die Möglichkeit zu haben, auch in deinem Podcast, den ich echt super finde, den ich mir echt sehr, sehr regelmäßig auch anhöre, dann tatsächlich auch ein bisschen was über Mitako erzählen zu können und ein bisschen diese Verwaltungsdigitalisierung auch mit dir zu besprechen.
Ja, vielen Dank. Ich habe dich eingeladen, weil du bist, eigentlich, ich mache gerne mit Geschäftsführern, die nach 100, die neue Geschäftsführer sind von Organisationen, Nach 100 Tagen mache ich gerne mal so ein Gespräch. Bei dir sind es aus verschiedenen organisatorischen Gründen mehr als 100 Tage inzwischen geworden. Aber das ergibt ja keinen Abbruch deswegen.
Genau.
Und da wird man gleich mal einsteigen. 100 Tage Geschäftsführer der Vitaco, was hast du denn bisher alles so erlebt?
Ja, ich bin ja am 1.10. letzten Jahres angekommen. Tatsächlich, nachdem ich auch am 30.09. Meinen letzten Arbeitstag bei der Ostesverein-Lippe-IT hatte, wo ich halt auch herkomme. Und ja, es war gleich so, wirklich ging in die Vollen sozusagen. Wir hatten nämlich die Smart Country Convention dann letztes Jahr, wo wir auch institutioneller Partner sind als Vitaco und auch dieses Jahr wieder sein werden. Und das war natürlich schon das große Programm, was wir da aufgefahren haben.
Da war natürlich auch wahnsinnig viel los, von VIP-Besuchen, der Jim Edstomir, der bei uns war. Wir hatten lettische Delegationen bei uns, wir haben viel Vorträge gehalten, wir hatten das Schwerpunktthema KI. Das war natürlich schon mal wirklich super. Das war auch ein toller Einstieg nochmal. Ich bin zwar schon mehrere Jahre auch im Vorstand der Vitaco ehrenamtlich tätig gewesen, aber als Hauptamtler dann da zu sein, war natürlich immer was anderes.
War auch super hilfreich. Ja, wir hatten auch gleich Mitgliederversammlung noch im November. Da fand ich auch immer so ein Highlight auch für mich. Dann bin ich auch in verantwortlicher Position, da auch auf der Bühne zu stehen. Das war super. Hatten wir im April dann auch schon die nächste noch. Und natürlich, was mich so unglaublich auch beeindruckt hat Und was ich auch, wirklich auch Dank an alle, die ich bis jetzt treffen konnte, und das waren schon einige.
Dann wird ja auch so mit diesen offenen Armen und offenen Ohren überall auch empfangen worden zu sein, Gespräche zu führen, aber auch ganz viel natürlich wie Tarko und damit halt die kommunalen IT-Dienstleister.
Wir haben ja 58 Mitglieder, repräsentieren mit diesen 58 Mitgliedern, haben wir 10.000 Trägerkommunen von 11.000, also schon eine ganz schöne Bandbreite an der Stelle und das fand ich natürlich super, unsere, Unsere Ideen, unsere Ansätze und Konzepte auch in diesen Gesprächen dann auch immer wieder vorbringen zu können. Und nicht nur vorbringen zu können, sondern auch wirklich so dieses Gefühl zu haben, jo, wir haben ein bisschen was gelernt aus den letzten Jahren.
Alle gemeinsam irgendwie so nebeneinander her geht nicht. Es geht nur miteinander. Und das ist etwas, was mich in den letzten Monaten immer wieder und immer wieder so überzeugt hat, dass wir genau das Richtige tun und dass wir genau das Richtige tun wollen, das auch nur gemeinsam hinkriegen und zwar auf allen Fördereien-Ebenen. Das waren so die schönen Sachen, die ich natürlich erlebt habe und ich muss zugeben, das will ich jetzt auch mal in dieser Stelle nochmal loswerden.
Die Geschäftsstelle hat mich da super empfangen, auch in Berlin. Das muss ich auch sagen, das macht ganz viel Spaß und ist toll, mit den Kolleginnen und Kollegen dann auch tatsächlich zusammenzuarbeiten.
Du hast vorhin gesagt, dass du viele Gespräche geführt hast. Jetzt bist du ja schon eigentlich lange in der Vitaco auch verwurzelt. Trotzdem hast du eine Kennenlernreise gemacht zu den einzelnen Mitgliedern. Wie war es da, einmal quasi quer durch Deutschland zu fahren und die Mitglieder an dem Ort zu treffen, wo sie ihrem Geschäft nachgehen?
Ja, also erstmal ist die Kennenlernreise natürlich überhaupt noch nicht vorbei. Also das ist bei 58 Mitgliedern ist das ganz klar. dann ist das natürlich auch nicht einfach, alles hinzubekommen. Ich versuche natürlich immer mal so Termine dann auch mehrfach zu nutzen. Sprich auch, wenn ich, ich sage mal, in Rheinland-Pfalz war, war ich jetzt, dann habe ich natürlich auch gleich das örtliche Mitglied besucht da an der Stelle, dann versuche ich das miteinander zu verbinden.
Ja, mich kennen natürlich schon alle Kolleginnen und Kollegen auch schon ziemlich lange und deswegen war es natürlich jetzt weniger eine Vorstellungsreise, sondern natürlich auch dieses Thema- oder Kennenlernreise. Sondern das war ja das Thema so, was gehen wir jetzt in Walguitark noch mal an? Wie können wir als Bitarko eure Bedarfe und eure Vorstellungen vor Ort noch besser unterstützen? Wo müssen wir noch mehr Schwerpunkte setzen?
Und das macht natürlich auch unglaublich Spaß, immer an diesem Punkt, was können wir jetzt noch besser machen, da natürlich auch zu arbeiten, aber auch Feedback zu bekommen von unseren Mitgliedern ganz oft, dass wir auch, gerade was unsere Sichtbarkeit angeht, das ist natürlich unsere Öffentlichkeitsarbeit, die wir auch machen, aber natürlich auch unser Wirken, in den Gremien und so ja auch vielen.
In Anführungszeichen politischen Gespräche, die wir natürlich auch gerade in Berlin führen, dass die natürlich auch dann so langsam fruchten. Das war schon echt super, dieses Feedback da auch zu bekommen und mit unseren Mitgliedern da auch zu sprechen, die auch ganz unterschiedlich sind, unsere Mitglieder. Wir haben eine Dataport als Riesenanstalt aus dem Norden, die ja neben vielen Bundesländern auch einen kommunalen Träger hat.
Und wir haben natürlich auch kleinere Mitglieder, die für eine Stadt, für ihre Stadt verantwortlich sind. Und das ist natürlich auch sehr interessant, auch die teilweise Unterschiede in der Aufstellung zu erkennen oder die Unterschiede auch in der Ausrichtung, in den Wünschen, Bedarfen, dann auch nochmal herauszukitzeln an der einen oder anderen Stelle und da auch dann unsere Tätigkeiten in der Vitaco drauf hinabzustellen.
Was ist denn, also neue Geschäftsführer von Organisationen bringen ja auch immer eigene Ideen mit. Was ist denn deine Vision und deine Mission für die Vitaco für die nächsten Jahre?
Ja, für die Vitaco und für unsere Gemeinschaft in der Vitaco ist es ganz, ganz wichtig, das habe ich am Anfang schon mal gesagt, dass wir natürlich zum einen diese Sichtbarkeit haben, sprich auch, dass wir auch dann auch Positionen, Meinungen, Stellungen, Stellungnahmen unserer Mitglieder einsammeln und wir auch an den richtigen Stellen dann auch tatsächlich vorbringen können.
Aber für mich ist natürlich noch viel wichtiger, dass wir ja Bitaco auch dahin entwickeln, dass wir wirklich als, Teil der IT-Gemeinschaft verstanden werden und dass auch gerade die anderen föderalen Ebenen, sei es insbesondere die Bundesministerien, Bundeseinrichtungen, dass spürbar wird, okay, Vitaco sind jetzt nicht die, die vielleicht nur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit machen und schöne Gespräche führen, sondern Vitaco.
Repräsentiert eine Gemeinschaft, die daran interessiert ist, Dinge umzusetzen und Dinge zu machen und zu tun, also sprich auch diese PS, die wir einfach jetzt auf der Straße brauchen, im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung, das anzugehen. Und das ist schon so der Punkt, wie TACO, wo entwickeln wir uns auch hin? Jetzt habe ich natürlich auch den Vorteil, wie gesagt, 22 Jahre beim kommunalen IT-Dienstleister gewesen. Ich kenne die IT so ein bisschen, um es mal so auszudrücken.
Und das bringt natürlich auch viele Vorteile, also mir jetzt auch insbesondere viele Vorteile bei meinen Gesprächspartnerinnen und Partnern, dass sie natürlich auch wissen, ich habe Expertise aus diesem Bereich, Und diese Expertise bringe ich natürlich auch ein und versuche dann auch innerhalb der Geschäftsstelle, in unseren Gesprächen, die wir haben. Diese Sicht auch nahezubringen, auch erklären zu können.
So, immer mit dem Ziel, gemeinschaftlich zu wirken und um dann im Endeffekt auch die Wirkung zu erzielen. Wir haben ja auch als wichtigster Partner, ist in unserer Satzung auch festgelegt, sind ja auch die kommunalen Spitzenverbände. Und da möchte ich auch nochmal ganz ausdrücklichen Dank an die Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen dort ausdrücken hier an dieser Stelle. Ich bin da sehr, sehr offen empfangen worden.
Wir sind ja zum Beispiel jetzt auch ständiger Gast im Digitalisierungsausschuss der Deutschen Städte-Gemeindebundes geworden und das ist schon mal ganz toll und zeigt auch immer mehr so ein bisschen den Schulterschluss aller Beteiligten. Und die Vision ist tatsächlich, dass wir Vitaco als Verband dahin entwickeln können, dass wir durch unsere Arbeit an den Umsetzungen der Maßnahmen noch besser mitwirken können. Also nicht nur.
Bis jetzt OZG-Umsetzung, da saßen wir ja nicht mal am Katzentisch, sondern wir saßen irgendwo, keine Ahnung, anderer Planet. Und das ist jetzt der Weg, dass wir da hinkommen, dass wir da auch wirklich mitgestalten können, nicht im Sinne von unseren Interessen durchzusetzen, sondern tatsächlich die Belange, wie kriegen wir denn die Sachen tatsächlich so maßgeschneidert für die Kommunen und die kommunale IT hin, dass wir auch wirklich Anwendungen finden vor Ort.
Und da möchte ich uns ganz gerne noch weiter hin entwickeln und da möchte ich, dass wir einfach noch besser werden.
Lass mich da gleich mal anschließen. Wie unterstützt denn die VITACO oder vielleicht die Mitglieder der VITACO die Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland?
Ja, also kommunale IT-Dienstleister machen ja schon, ich sag mal, seit 50 Jahren sind wir ja schon ein Bündelungs- und auch Konsolidierungspartner von Kommunen. Das war bis jetzt halt immer regional. Also ich sag mal, zum Beispiel, wo ich jetzt herkomme, aus der Svarnlippe, da war es halt so, da hat man sich da zusammengetan.
Jetzt zum Schluss, nach der letzten Fusion, waren das 58 Mitglieder auch und haben gedacht, naja, es macht ja Sinn, IT, ich sage mal, an gewissen Stellen auch ein bisschen zentraler zu organisieren, zentraler zu machen. Es hat Wirtschaftlichkeitsgründe, es hat auch Qualitätsgründe und so weiter und so fort.
Und da haben unsere Mitglieder jetzt immer mehr diese Aufgaben natürlich in dem immer komplexeren Umfeld, also durch die ganzen Online-Services, die kommen, durch die starke auch interföderale oder die Zusammenarbeit auf allen föderalen Ebenen, ist es glaube ich so, dass wir dann noch mehr. Augenmerk draufsetzen müssen und noch mehr Schwerpunkte setzen, ist auch diese Bündelungs- und Konsolidierungsebene noch ein bisschen nach oben zu ziehen.
Also sprich auch dann auch zwischen den kommunalen IT-Dienstleistern oder durch Zusammenarbeiten, Kooperation, das alles noch weiter zu stärken und dieses Zusammenarbeiten, diese Bündelung dann auch tatsächlich zu forcieren. Und wir als Kommunal-IT-Dienstleister machen dann natürlich ganz klassisch von dem Spektrum, was wir haben, von technischen Services, von Netzwerksupport über kleinen Arbeitsplatzsupport.
Was wir machen seit Ewigkeiten ist natürlich dann auch Software as a Service, sprich auch wir stellen Fachverfahren mandantenfähig im Rechenzentrumsbetrieb zur Verfügung. Und natürlich sind wir auch dafür da, dass wir gerade diese Online-Services und das ist ja das, was so viel komplexer geworden ist in den letzten Jahren, dann auch gebündelt für Kommunen und dann auch bereitstellen.
Und ich glaube, diese Bündelung, das kann noch mehr werden, das kann noch besser werden, denn wenn ich mir so vorstelle, jetzt müssten 11.000 Kommunen losrennen und diesen Online-Dienst dann am besten alle zeitgleich zum gleichen Datum irgendwie anschließen, umsetzen, das will überhaupt nicht funktionieren, da brauchen wir auch noch mehr Bündelungspartner Und da müssen sich auch diese Partner, das sind die kommunalen IT-Dienstleister. Auch noch ein bisschen anders aufstellen.
Aber wir sind jetzt gar nicht so an dem Punkt, dass wir sagen, es ist alles super bei uns. Es gibt da sicherlich schon Potenziale, wo wir uns auch tatsächlich auch ein bisschen bewegen müssen, wo wir uns verändern müssen, damit wir genau diesen zukünftigen Aufgaben in dieser immer komplexeren Welt der kommunalen IT oder grundsätzlich vorzunehmen. Der Verwaltungs-IT dann auch gerecht werden können.
Ihr habt einen Zehn-Punkte-Plan zur Förderung der Digitalisierung in Deutschland aufgestellt. Ist das im Prinzip das, was ihr auch, oder was du jetzt gerade eben gesagt hast, was ihr vorhabt?
Genau, das sind ja die Forderungen. Wir haben ja im Vortab der Bundestagswahl dieses Jahr, haben wir diesen Zehn-Punkte-Plan aufgestellt. Die Forderung war eigentlich ein One-Pager zu machen, aber wie du das so kennst, das ist immer schwierig, weil man muss gewisse Schlüsselsätze oder Wörter natürlich dann auch nochmal ergänzen.
Und da gibt es schon so sehr zentrale Elemente und da gibt es Elemente, wo wir gesagt haben, naja, als Forderung an die neue Bundesregierung oder auch im Bundestagswahlkampf, das kann man sicherlich dann auch mal aufnehmen. Also was immer so ganz wichtig ist, dass die Kommunen und somit auch die kommunalen IT-Dienstleister bei der Gestaltung der Verwaltungsdigitalisierung noch mehr eingebunden sind.
Das ist eigentlich der Kernfokus oder die Kernaussage auch des Papiers, weil wir einfach das gesehen haben bei der OZG, Klammer auf, nicht, Klammer zu, Umsetzung, dass am Ende die PS nicht auf die Straße gekommen sind in ganz großen Teilen. Wir haben einige EFA-Leistungen, da hat das funktioniert, aber es ist wirklich in der Durchdringung, in der Wirkung, muss man ehrlicherweise sagen, war das sehr, sehr wenig.
Und natürlich ist das so ein Punkt, dass wir sagen, okay, wir bieten uns da jetzt wirklich an und wir wollen was machen, wir wollen es in Hand nehmen, um uns dann auch tatsächlich zu verändern und anzupassen und das auch umzusetzen. Bei dem Zehn-Punkte-Plan haben wir natürlich schon so eine wichtigste Forderung. Ist, wenn man aus der Sicht der Kommunen selber jetzt, sage ich mal, brauchen wir vor allem auch eine verlässliche Finanzierung.
Das ist so ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Und ich glaube, dieses Fördermittelprogramm, die Fördermittelprogramme der letzten Jahre, die waren für die einzelne Kommune und sicherlich auch für den einzelnen Auftragnehmer dahinter. Das waren zum Teil ja auch kommunale IT-Dienstleister, war das sinnvoll,
aber es hat halt nicht diese breite Wirkung entfacht. Und das ist für uns so eine Kernforderung, dass wir die kommunale IT, dass die von der Finanzierung her auf eigenständige Beine gestellt werden muss. Das kann nicht von Förderprogrammen, die auch unglaublich komplex in der Beantragung, mit komplexen Projektvorgaben, mit komplexen Abrechnungsmechanismen dahinter dann auch versehen sind. Das war für uns so ein Punkt, wo wir gesagt haben, das ist erstmal aus Sicht der Projekte.
Kommunen oder für die Kommunen, das sagen wir kommunale IT-Dienstleister, weil wir diejenigen sind, die ja oft das nachher auch machen müssen. Dann tatsächlich ganz wichtig. Was wir auch sagen ist, Kernaussagen auch mit, lasst uns mal wirklich über klare Governance sprechen. Also klare Governance in dem Sinne, dass wir fordern, nicht mehr alle machen alles und alle sitzen an einem Tisch und diskutieren so lange aus, bis man als Kompromiss den kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden hat.
Sondern es ist ganz wichtig da an der Stelle, dass man Verantwortung überträgt. Da muss dann eine personelle Ausstattung dahinterstehen, da müssen da finanzielle Ressourcen dahinterstehen und da muss man das auch umsetzen an der Stelle. Und das ist, glaube ich, ganz wichtig.
Das müssen nicht immer nur Kommunen, schrägstrich kommunale IT-Dienstleister sein, aber gerade wir kommunale IT-Dienstleister sagen auch ganz klar, dass wir bereit sind, dort auch noch mehr Verantwortung zu übernehmen, aber in einem klaren Rahmen, wo alle wissen, wer ist eigentlich für was verantwortlich und dass halt auch Entscheidungen nicht immer in Konsensverfahren getroffen werden, sondern auch ganz klar gesagt wird, okay, da so wird es gemacht und du hast jetzt den Hut auf dafür.
Ich wollte auch nochmal zurück ein paar Fragen stellen. Und zwar, du hast nochmal darauf verwiesen, auf die Nicht-OZG-Umsetzung. Da möchte ich jetzt erstmal kritisch nachfragen. Die OZG-Umsetzung haben zum Großteil die IT-Dienstleister in Deutschland gemacht. Nicht nur die kommunalen, sondern auch die öffentlich-rechtlichen IT-Dienstleister, sondern auch die wirtschaftlichen IT-Dienstleister. Also sind nicht die auch Mitschuld daran, dass es zu einer Nicht-Umsetzung gekommen ist?
Waren die Prozesse nicht vielleicht zu komplex, die man sich ausgedacht hat, gerade die Rollout-Prozesse?
Ja, also ich sage mal, wenn man sich diese Leistung anguckt, dann wäre es schon mal ganz gut gewesen, die auch wirklich mal Ende zu Ende zu denken. Und da rede ich jetzt gar nicht von einer echten Ende-zu-Ende-Digitalisierung, sondern einfach auch mal zu gucken, nicht nur, ich habe jetzt was fertig gebaut, ein Bundesland kann das jetzt einbringen oder bringt das jetzt ein, ich muss auch mal gucken, wie so ein Wallout funktioniert.
Also ich sage mal, es ist ja teilweise auch ganz oft so, dass immer nur so Teilverantwortung für einzelne Schritte dabei waren. Und wenn diese Gesamtverantwortung einfach nicht verortet war für eine wirklich. Ende zu Ende, also von der Planung, von der Entwicklung, vom Testen, von der Produktivsetzung, Betrieb, Betreuung, auch Vertrieb. Man muss den Leuten das auch mal nahe bringen, was sie dann für Vorteile haben durch diese Leistung.
Das ist nie so gesamtheitlich gedacht worden, weil man sich immer nur auf Teilbereiche fokussiert hat. Und dann haben Teilbereiche daran dann auch mitgewirkt oder eben auch nicht mitgewirkt. Also private ET-Dienstleister, hier insbesondere auch Databund, mal als Vertreter der mittelständischen Unternehmen, die halt kommunale Fachverfahren überwiegend dann auch bereitstellen und bauen.
Ja, die sind da zum Beispiel auch gar nicht angehört worden oder gar nicht mit an Bord genommen worden, wenn es nachher darum geht, tatsächlich über Schnittstellen oder wie auch immer die kommunalen Fachverfahren mal mit anzubinden. binden. Genauso wenig wie die überwiegende Zahl der kommunalen IT-Dienstleister eigentlich alle dann nicht dabei saßen.
Und das ist so das, was ich eben schon meinte. Das muss man halt wirklich mal von Anfang bis Ende durchdenken und es muss ganz klar sein, dass ich mich einfach dann nachher über so ein Wiederrollout funktioniert, wer das Kundenmanagement dann auch macht. Das muss vorher ganz klar definiert sein. Und das ist alles in ganz, ganz vielen Punkten einfach nicht der Fall gewesen. Und deswegen sage ich schon, dass das, glaube ich, wenn man das von naja, das ist ein Projekt.
Wenn man diese Projekte ganzheitlich angeht, ist das besser. Ja, natürlich waren auch wir in Teilschritten mit dabei, aber auch private IT-Dienstleister waren in Teilschritten mit dabei. Aber die Gesamtverantwortung hatte oftmals keiner so richtig. Weißt du, wie ich das meine? Das ist so, und das müssen wir einfach haben. Wir müssen die Gesamtverantwortung an einer Stelle haben und dann auch ganz klar sagen, der und der macht diese Teilschritte bis dann und dann. Wie man es vom Projekt erkennt.
Siehst du das neue Digitalministerium da als einen Schritt, um Gesamtverantwortung zu definieren?
Ja, auf der Bundesebene ist das, glaube ich, ist das definitiv schon der Fall. Was mir da auch gut gefallen hat, ist beim Digitalministerium auch bei dem Aufsetzen und wenn man sich den Koalitionsvertrag auch anguckt, dass natürlich auch das Digitalministerium schon in Auftrag bekommen hat, auch für die Länder und Kommunen den Vortritt der Verwaltungsdigitalisierung den Weg zu ebnen. Ich glaube schon, dass das ein Vorteil ist. Natürlich baut sich ein Ministerium jetzt auf, stellt sich auf.
Es ist ja viel aus anderen Ministerien, gerade aus dem Innenministerium, auch viel dorthin übertragen worden, auch an der Teilung, aber auch aus anderen Bereichen. Wir haben jetzt natürlich auch eine Phase des Aufbaus und des Setups untereinander. Das dauert ein bisschen. Man sieht es ja beim Bauministerium, das hat ja schon ein paar Jahre gedauert. Deshalb hoffe ich mal, dass das da schneller geht.
Aber ich glaube schon, dass wir mit diesem Digitalministerium Möglichkeit haben, weil tatsächlich auch personelle Ausstattung, ich glaube auch finanzielle Ausstattung und Kompetenz schon sehr, sehr deutlich darüber gegangen ist.
Also wenn ich mir auch mal diesen, wenn wir anschaue, dass mit Ausnahme des Bundesfinanzministeriums alle anderen Ministerien eigentlich ihre IT-Vorhaben, dass es da nochmal so ein Letztentscheidungsrecht, nenne ich das jetzt mal, dann auch vom Digitalministerium gibt, das finde ich schon sehr sinnvoll. Also ich hoffe mir ja schon vieles von.
Du hast vorhin erwähnt, dass ihr bei dem ganzen Thema OZG eher am Katzen-Kindertisch saßt. Wie sieht es jetzt aus mit dem nächsten großen Ding, was wirklich wichtig ist für die Verwaltungsdigitalisierung und zwar der Registermodernisierung? Seid ihr da mit dabei?
Also bei der Registermodernisierung, das muss man jetzt wirklich sagen, also schönen Gruß an alle, auch von FITCO an der Stelle. Wir werden da sehr, sehr stark eingebunden und wir werden sehr stark, mit uns wird sehr, sehr stark gesprochen, weil wir uns ja auch sehr, sehr früh auch die Unterstützung und die Hilfe in dem Projekt auch angeboten haben. Beispielhaft sind wir jetzt, es gibt diesen Registerbeirat, dort sind wir aktiv. Wir reden sehr, sehr viel mit der FITGO an der Stelle.
Wir versuchen da unsere Themen der kommunalen IT-Dienstleister auch dann einzubringen. Das war jetzt ins Wohin das letzte Mal, wo es irgendwie, wie konfiguriert oder wie baut man eigentlich oder wie konstruiert man eigentlich diesen sicheren Anschlussknoten. Das neben den Nudes in der Mitte brauche ich ja sichere Anschlussknoten.
Da haben wir uns schon sehr, sehr gut einbringen können. Und das muss ich wirklich sagen, da sind wir auch wirklich gehört worden und da hat man diese Problematiken auch erkannt und an denen arbeitet man jetzt.
Das ist schon gut, da haben wir wirklich eine ordentliche Stimme an der Stelle, auch wenn man natürlich dieses Riesenprojekt Registermodernisierung aufgrund der Komplexität, die dahinter steckt, auch deutlich nicht unterschätzen und natürlich auch immer wieder gerne sehen würden, wenn man das ein oder andere vielleicht noch einfacher gestalten könnte an der Stelle, ohne dass ich jetzt so sagen kann, hey, ich kann jetzt einen gorischen
Knoten da durchschlagen, aber es ist wahnsinnig komplex und es wäre sehr viel zu tun da. Aber wir führen uns da schon gehört und aufgenommen in dem Projekt oder in dem Programm. Kann man nicht anders sagen.
Wenn du jetzt mal so fünf Jahre zurückschaust und auch deine früheren Positionen, wie hat sich das verändert, dass die IT-Dienstleister mit eingebunden werden oder überhaupt gehört werden?
Ja, also beispielhaft möchte ich jetzt an der Stelle sagen, dass wir ja auch wirklich Mitglied in dem Standardisierungsbord des IT-Planungsrates sind. Also über die FITCO natürlich dann auch gesteuert und auch gelenkt. Und dort mit Ben Schlömer und Dennis Alt als die entsprechenden Vorsitzenden ja auch ein starkes Verständnis für kommunale Belange da haben. Das muss man wirklich sagen. Und dort sind wir wirklich Mitglied.
Das heißt, da sind wir stimmberechtigt, da können wir unsere Themen einbringen. Und das ist etwas, was sich schon verändert hat. Also ich glaube, viele haben gemerkt, es nützt nichts, wenn wir schöne Papiere machen, wenn wir schön noch ein Pogmo hinterher machen, einen kleinen MVP bauen oder irgendwas in der Richtung oder vielleicht sogar einen kompletten Eva-Dienst bauen. Das muss ja auch ankommen, was ich eben gesagt habe.
Und das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt jetzt aktuell, dass wir dort auch als, Partner auf dem Weg dahin jetzt aufgenommen und angesehen werden und man uns auch tatsächlich dort auch einbezieht. Das Standardisierungsboard ist da wirklich ein Paradebeispiel dafür. Wir bringen dort auch eigene Initiativen ein. Wir wollen uns nochmal dieses Themas damit befassen. Wie kann man eigentlich so einen Metadatenstandard?
Wir trauen uns da gerade nochmal dran, dieses Thema. Muss ich jetzt eigentlich noch 150. Datenstandards entwickeln, damit wir auch alle wissen, was wir im einzelnen Fachsilos so machen, sondern haben wir nicht auch die Chance, nochmal das Thema anzugehen, so einen Metadatenstandard zu entwickeln beziehungsweise auf den vorhandenen Standards den so zu bauen, das halt für ganz, ganz viel gilt.
Das haben wir eingebracht auch dort als Vitaco, da sind wir gerade in so einer Unterarbeitsgruppe unterwegs und das finde ich einfach sehr, sehr gut und ich glaube, daran merkt man auch, dass wir nicht diejenigen sein wollen, die da nur am Tisch sitzen und dann, ich sage mal, ein bisschen, naja, kluge Sprüche von der Seite machen wollen, sondern wir haben tatsächlich großes Interesse auch bei Themen und bei Projekten dann auch in der Umsetzung
mit dabei zu sein und diese auch tatsächlich auch verantwortlich zu übernehmen. Das merkt man da schon. Das hat sich schon verändert und ich habe es eben ganz am Anfang schon mal gesagt, ist auch die Offenheit der Gespräche, die geführt werden. Das muss man wirklich sagen. Also weil alle daran interessiert sind, wir müssen dahin kommen, dass die Maßnahmen, die wir machen in der Verwaltungsdigitalisierung, dass sie eine Wirkung entfalten.
Und das ist doch das Interesse von allen. Das Interesse von allen politisch Tätigen, von allen, die in den Ministerien unterwegs sind. Wir wollen doch, dass das, was wir machen, auch was bringt. Und deswegen hat sich das schon geändert. Weil alle gemerkt haben, in den letzten Jahren mit der OZG-Umsetzung, dass wir das zeitliche Ziel dann vielleicht nicht ganz erreichen oder erreicht haben.
Also ich könnte mal sagen, du siehst einen Trend, dass nicht mehr Bund, Länder und die kommunalen Spitzenverbände alles untereinander ausmachen, sondern dass jetzt auch tatsächlich die Praktiker und Techniker mit an den Tisch kommen.
Ja, genau. Die Chance sehe ich schon. Hier muss man auch ganz klar sagen, wie gesagt, die kommunalen Spitzenverbände sind ein wichtigster Partner da auch für uns. Und die auch mit uns gemeinsam mitzunehmen, das ist, glaube ich, ein ganz, ganz wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Denn auch nur die kommunalen IT-Dienstleister wird auch nicht ausreichend sein. Dort muss man auch die Kommunen, da muss man die Verwaltungsspitzen mit an Bord haben. Dann muss man die Fachleute vor Ort mit einbinden.
Ich glaube, dass das ganz wichtig ist, wenn wir diesen gemeinsamen Schulterschluss gut hinkriegen, dann schaffen wir es auch. Und dann schaffen wir auch die Umsetzung in vielen Bereichen, die ja dann auch natürlich unsere Gesellschaft irgendwie auch mal was Gutes tun wird.
Genau, und das bringt mich zu einem Thema, das hatten wir, wir hatten eine tolle Idee und eine schöne Diskussion vor Beginn dieser Aufzeichnung. Es ging um Verwaltungsdigitalisierung und Demokratie. Da hast du erst neulich mit auf einem Panel gesessen und gesprochen. Krieg mal erst die Kurve dahin. Wie sichert die Digitalisierung, die Verwaltungsdigitalisierung und die Demokratie? Oder tut es das überhaupt?
Ja, genau. Also das war auf NRW letzte Woche, wo ich dann eine Keynote halten durfte. Und da habe ich mich natürlich im Vorfeld, aber schon in den letzten Jahren, intensiv mit diesem Thema befasst. Ich habe immer so das Gefühl gehabt, wenn wir darüber diskutiert haben, naja, die Verwaltungsdigitalisierer, die überhöhen mal ihre Wichtigkeit. Weißt du, wie ich das meine? Also wir sind die, die die Demokratie erhalten und nur mit uns geht das.
Ich habe das immer so ein bisschen kritisch gesehen, die Diskussion eigentlich bis vor einiger Zeit. Und da habe ich mich da mal so ein bisschen mit befasst. Und wenn man sich das mal ein bisschen genauer anschaut, ist das ja alles kein holles Gewäsch. Sondern tatsächlich, wenn man mal einen Blick auf die Wirtschaft macht und wenn man mal guckt, was haben die denn für Anforderungen?
Da gibt es eigentlich zwei Zahlen aus der Bitkom-Studie, sagen schon 83% der Unternehmen, dass die fehlende oder nicht stark ausgeprägte Verwaltungsdigitalisierung mittlerweile internationaler Standortnachteil ist. Und 94% sagen, und das ist eigentlich fast das Schlimmere, dass es auch ein Hemmnis für ihre eigenen internen Verwaltungsdigitalisierungsthemen sind. Also wenn ich mit einer Behörde nicht digital zusammenarbeiten kann, dann sind meine Prozesse im Unternehmen ja auch nicht digital.
Also das ist so der Punkt. Und da ist natürlich ganz klar auch die Aussage, eine gut funktionierende Wirtschaft, ein von sozialer Marktwirtschaft geprägter und durchdringter Staat und mit einer gut funktionierenden Wirtschaft ist auch immer ein Punkt, dass ich dadurch natürlich auch die Demokratisierung, ich sag mal auch, erhalte. und auch, das ist der andere Blick, der Bürgerinnen und Bürger, ich sage mal, der Zivilgesellschaft an der Stelle.
Demokratieerhaltend und demokratiestärkend ist, dass Vertrauen da ist. Das ist das Wichtigste. Die Bürgerinnen und Bürger müssen einfach das Vertrauen in den Staat haben und sagen, jo, gefällt mir nicht alles, was die machen, vielleicht entscheiden sie auch mal gegen mich, aber das funktioniert. Insgesamt, weil der Staat einfach. Leistungsfähig ist und auch mein Leben ein bisschen leichter macht. So, und wie macht der Leben leichter? Leben leichter mit dem Verwaltungs...
Themen unter anderem natürlich auch immer digital anbietet und komplett digital anbietet, sodass ich wirklich dieses Bild von, ich mache meine ganzen Anträge, die ich habe, schön einfach vom Sofa aus und zwar nicht nur vom Sofa aus, sondern ich muss mir auch nicht 50 Sachen vorher einscannen und dann da irgendwie als PDF dran fügen und das am besten noch in 10 verschiedenen Prozessen muss ich es 10 Mal machen, sondern dass ich zum Beispiel auch,
mit dem Once-Only- nicht nur Gedanken, sondern mit Once-Only-Ansatz, dann tatsächlich durch Freigaben auch alles digital schnell machen kann. Wenn das da ist, dann ist es eindeutig und auch empirisch nachgewiesen, dass dadurch natürlich auch das Vertrauen in die Demokratie besser wird. Und ich sage auch mal, das Vertrauen in den föderalen, in unseren föderalen Staatsaufbau, den wir haben.
Denn das habe ich da lange so ein bisschen Befürchtungen, dass das teilweise so ein bisschen in manchen Diskussionen, wenn bei Verwaltungsdigitalisierung sowieso ist, so guckt, einfach weggeht und so ein bisschen verschwindet und sagt, wenn der föderale Staat nicht wäre, dann wären wir längst viel weiter bei Verwaltungsdigitalisierung. Nee, bin ich nicht dabei. Würde ein paar Sachen einfacher machen, ja. Aber wir haben alle Mechanismen. Eigentlich trotzdem Verwaltung digitalisieren zu können.
Es ist ein bisschen komplexer, ein bisschen schwieriger, aber wir kriegen das trotzdem hin.
Und da bin ich über das Thema gekommen und da muss man natürlich sagen, wenn wir sagen, okay, es gibt gute Online-Services, Digital-Services, wo wir kommunalen IT-Dienstleistern natürlich auch ein ganz wichtiger Player sind, dass diese die Wirtschaft, also die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat fördert, ja, dann ist das doch auch nochmal ein ganz anderer Ansatzpunkt oder nochmal ein riesen Motivationsschub,
sich dort auch noch mehr anzustrengen und vielleicht auch diese beiden Sichtweisen, diese beiden Perspektiven immer mal so im Vordergrund unserer Themen haben und nicht so, um uns selber vielleicht so viele oftmals rumzudrehen, sondern wirklich diese beiden Perspektiven wirklich immer vor uns her tragen und immer sagen, was können wir eigentlich für unsere Bürgerinnen und Bürger tun und was können wir für die Wirtschaft tun, damit wir...
Besser laufen, wir zwar am besten nicht mehr ins Amt laufen müssen, sondern tatsächlich das auch online alles machen können.
Jetzt habe ich noch eine ganz, ganz leichte Frage an dich. Und zwar geht es um nicht mehr und nicht weniger als die Erfolgsformel. Was brauchen wir auf dem Weg dahin?
Also ich sage mal, jetzt im Thema Verwaltungsdigitalisierung und Demokratie, da können wir, oder war jetzt eher so auf Online-Services und Leistungsfähigkeit bezogen.
Also Verwaltungsdigitalisierung, wir machen die Verwaltung so, dass sie für Bürger und Unternehmen funktioniert, wie sie funktionieren soll.
Ja, genau. Also da gibt es erstmal drei Schwerpunkte. Das sind natürlich auch Vitaco-Schwerpunkte in unseren Arbeitsthemen. Das eine ist Souveränität. Ich habe jetzt mal bewusst das Wort digital davor weggelassen, weil Souveränität natürlich noch viel, viel mehr Facetten hat als eigentlich nur digital.
Aber natürlich ist digitale Souveränität unser Schwerpunkt. Das heißt also, wir müssen diese Handlungsfähigkeit, wir haben ja auch letztes Jahr intensiv einen sehr guten Vortrag von Admiral Oberstegg auf unserer Mitgliederversammlung gehabt und da geht das ja sogar bis zur Verteidigungsfähigkeit hoch. Das ist jetzt nicht unser Job als kommunale IT-Dienstleister, aber es ist ein Job, was die Souveränität eines Staates angeht. Man muss also handlungsfähig sein in allen Facetten.
Und das Gefühl müssen wir unseren Bürgerinnen und Bürgerunternehmen auch immer geben wird. Und ja, wir sind handlungsfähig. Es heißt aber auch, das ist neben der Souveränität kommt das Nächste, das ist das Thema Einsatz von modernen neuen Technologien.
Das heißt, wir müssen jetzt nicht immer nur dem letzten heißen Scheiß sofort hinterher rennen, aber wir müssen das, wo wir selber merken, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft, dass wir da besser vorankommen, dass wir schneller kommen. Ich denke einfach nur an Prozessautomatisierung, RPA, ich denke auch an KI und an solche Themen. Da müssen wir gemeinschaftlich viel schneller werden, diese Themen auch gewinnbringend und effektiv, am besten auch effizient.
KI, da kann man ja sehr, sehr lange darüber diskutieren, ob diese sehr ressourcenhundrige Technologie immer gut ist. Eigentlich nicht, aber das Thema Prozessautomatisierung ist ganz wichtig. Da müssen wir hinkommen, damit wir halt gute, schnelle, digitale Services bereitstellen können. Ja, und ganz drumherum ist, das ist die Baseline, die natürlich auch immer schwieriger wird und immer mehr auch angegriffen wird.
Das ist natürlich die Informationssicherheit, IT-Sicherheit oder Cybersicherheit, sucht da eine der drei Begriffe aus. Aber das ist natürlich unsere aller Aufgabe, da auch eine Basis zu schaffen, ein Rahmenwerk zu schaffen, tätig zu sein, da auch. Die neuesten und guten Technologien auch zur Abwehr oder zur Detektion und so weiter einzusetzen, dass wir das einfach gewährleisten können.
Und dass alle wissen, die mit der Verwaltung zu tun haben, die digital unterwegs ist, hey, ich brauche mir keine Sorgen über die Verwendung meiner Daten zu machen. Ich weiß, dass sie dort sicher sind vor Ort. Und ich weiß aber auch, dass sie eben nicht nur sicher sind, sondern dass sie auch verfügbar sind.
Also sprich auch, wir müssen auch vermeiden tatsächlich, dass wir durch Hackerangriffe, durch Verschlüsselungsthorianer, durch was auch immer dann ganze Verwaltungseinheiten, und ganze Verwaltungen Tage, Wochen oder Monate lang nicht arbeiten können, das funktioniert nicht und da müssen wir auch arbeiten. Das sind eigentlich diese drei Blöcke, die aus der Sicht, aus unserer Sicht, aus meiner Sicht tatsächlich die relevantesten sind.
Also das ist Souveränität herstellen oder behalten, das ist dann Innovation, neue Technologien, um den Anforderungen gerecht zu werden und dann natürlich das alles auf der Baseline einer sehr stark und sehr, sehr guten Informationssicherheit.
Ja, kann ich voll mitgehen. Ich persönlich habe noch eine Version, die noch ein ganzes Stück weiter geht. Und zwar, ich würde gerne die Verwaltung komplett, wegvirtualisieren, sodass Bürgerinnen und Bürger und auch Unternehmen mit der Verwaltung eigentlich nur noch proaktiv in Kontakt treten.
Also die Verwaltung wendet sich an die Unternehmen beziehungsweise an die Bürger und sage, guck mal, das könntest du jetzt beantragen, klick einfach ja oder nein, willst du oder willst du nicht, weil alles andere haben wir von dir schon. Und auch Unternehmen oder Bauanträge, also sowas braucht man eigentlich nicht. Wenn ich ein Grundstück kaufe, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich da was hinbauen will, ziemlich groß.
Und das könnte ich als Verwaltung schon so weit automatisieren, dass dann schon alle Informationen gesammelt werden und dann zum Käufer quasi hingehen und sagen, nur noch links und rechts klicken, da noch die Skizzen einreichen, fertig läuft.
Also ich glaube auch, dass man natürlich diese proaktive Verwaltung in ganz, ganz vielen Bereichen noch extrem stark ausbauen kann. Also das schönes Beispiel ist ja einfach Last of the Eltern, das Elferprojekt da aus Bremenau. Man kann ja so weit kommen, das Kind wird geboren und am nächsten Tag vielleicht nicht unbedingt, aber vielleicht fünf Tage später habe ich automatisches Kindergeld auf dem Konto.
Also dass das einfach automatisiert läuft und dass man da gar nicht so viel machen muss und nicht tausend Anträge stellen muss, da bin ich ganz bei dir. Aber ich sage auch mal, also meine Wahrnehmung, wenn ich mal in eine Verwaltung gehe oder wenn ich mal so Themen hatte mit der Verwaltung, ich habe dort auch immer ganz viel persönliche Hilfe und Unterstützung mitbekommen.
Also ich glaube auch, dass wenn wir die Verwaltung in die Lage versetzen, sich auch vom Ballast von automatisierbaren Prozessen mal loszuwerden, dass sie sich noch viel mehr auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger auch in Vorortgesprächen, auf die Entwicklung der Stadt oder der Gemeinde dann über andere Dinge unterhalten kann, über denen da mehr Raum geben, dann wird das glaube ich noch besser. Ich bin nicht derjenige, der sagt, ich brauche keine Verwaltung vor Ort.
Ich glaube, eine Kommunalverwaltung ist immer auch eine Repräsentanz unseres Staatsgebildes. Und ich habe da jemanden, mit dem ich sprechen kann, der mir vielleicht nicht immer die besten Nachrichten ermittelt, aber der mir vielleicht auch Sachen direkt erklären kann. Und ich glaube, dass das ganz wichtig ist. Ich bin nicht ganz so weit, dass ich die gar nicht mehr haben will.
Also so weit bin ich jetzt nicht, sondern ich glaube schon, dass eine Kommunalverwaltung als der wahrnehmbare Teil des Staatsgebildes in Deutschland auch weiterhin eine sehr, sehr wichtige Rolle haben wird. Aber die Rolle wird sich ändern. Sie muss mehr dahin gehen, dass sie sich auf die Sachen konzentrieren kann, wo sie wirklich die Stadt, die Region weiterentwickeln kann, wo sie die Bürger und Bürger noch besser unterstützen kann, wo sie noch mehr
Hilfestellung bieten kann. das wird sich dann schon ändern müssen. Da bin ich dann bei dir, aber abschaffen wollte ich sie definitiv überhaupt nicht, sondern ich glaube, das ist ein ganz, ganz wertvoller Teil, den wir haben bei uns.
Ich glaube, da hast du mich falsch verstanden. Ich will die auch nicht abschaffen, weil die Verwaltung ist wichtig und ich sehe das genauso. Die Verwaltung muss genau die Dinge tun, die das Leben für Bürgerinnen und Bürger und auch für die Unternehmen einfacher macht. Und da müssen diese ganzen Nervthemen, wie Dinge beantragen oder So, Mülltonnen beantragen. Ich ziehe eine neue Wohnung und muss eine Mülltonne beantragen.
Das ist Quatsch. Das muss ich nicht. Das könnte mir einfach so die Verwaltung Zettel mitgeben, willst du es haben? Ja oder nein? Fertig.
Nein, also da gebe ich dir recht. Ich habe jetzt auch deine Meinung ein bisschen überspitzt in die andere Richtung umgekehrt, um einfach diesen Punkt nochmal loszuwerden, dass eine Kommunalverwaltung einfach unglaublich wichtig ist. Aber die muss sich verändern und du hast recht, gerade die Sachen, die ich automatisieren kann, die alleine laufen, ja, hummel der Gott, Dafür brauche ich nicht mehr irgendwo hinlatschen. Das ist schon richtig.
Okay, jetzt haben wir schon ganz schön viel geredet. Haben wir noch Themen vergessen oder brennt dir noch was auf den Nägeln, was du unbedingt loswerden möchtest?
Mir brennt immer viel unter den Nägeln, in Anführungszeichen. Das ist gar keine Frage. Nein, ich glaube, wir haben da schon ein ganz, ganz weites Spektrum hier gefasst.
Abschließend kann ich nur sagen, dass wir eigentlich insgesamt so eine gute Gemeinschaft haben oder Gemeinschaft auch haben können insgesamt, um die Sachen auf die Straßen zu kriegen, weil die Aufgaben, die wir haben, die öffentlich-rechtlichen Aufgaben, die Weiterentwicklung der Verwaltungsdigitalisierung damit, da tun wir einfach den Bürgerinnen und Bürgern was Gutes mit.
Das muss man ehrlicherweise sagen. Und deswegen macht mir dieser Job auch so viel Spaß, weil ich immer weiß, es ist komplex, es ist schwierig, man muss immer viel diskutieren, man hat viel Konsensentscheidung. Aber ich sage mal, irgendwo ist der Punkt, wir tun was Gutes für unsere Bürgerinnen und Bürger. Und deswegen macht eigentlich Verwaltungs-IT und vor allem kommunale IT einfach richtig Spaß. Das kann niemand loswerden.
Das gebe ich dir vollkommen recht. Verwaltungsdigitalisierung ist für mich auch eines der spannendsten Themen unserer aktuellen Zeit. Ja, Lars, vielen Dank, dass du da warst. Noch ein ganz kurzer Hinweis für die Zuhörerinnen und Zuhörer. Lars sitzt zwar im Auto, aber das Auto steht. Also er ist nicht gefahren, während wir hier gesprochen haben. Nicht, dass irgendjemand das Ganze falsch versteht. Ja, Lars, vielen Dank, dass du da warst. Liebe Zuhörer, liebe Zuhörerinnen.
Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Ich danke dir. Alles klar, Thorsten, besten Dank.
Tschüss.
Tschüss.
