KERN UX - podcast episode cover

KERN UX

Jul 19, 202546 minEp. 224
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Episode description

In dieser Episode des E-Government Podcasts sprechen Torsten, Isabell und Robin über KERN UX, einen UX-Standard für die deutsche Verwaltung. Sie erklären die Bedeutung von User Experience, die Rolle von KERN UX als Baukastensystem, die Integration in bestehende Systeme, die Wichtigkeit von Barrierefreiheit und der Deutschlandstack wird auch erwähnt.

Kommentare  unter:  https://egovernment-podcast.com/egov224-kern-ux/ 


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Transcript

Torsten

Ja, hallo und herzlich willkommen zur 224. Sendung des IGA-Wenden-Podcasts. Ich bin Thorsten Frenzel und ich habe heute wieder zwei Gäste bei mir im Studio. Einmal die Isabel, hallo Isabel, und einmal den Robin, ich grüße euch.

Isabell

Hallo, ja, danke, dass wir hier sein dürfen. Robin, magst du dich mal schnell vorstellen?

Robin

Genau, hallo, ich freue mich auch total, dass wir heute hier sein können. Genau, ich bin Robin Pfaff, arbeite bei der Staatskanzlei in Schleswig-Holstein und habe dort die Projektverantwortung für das schöne Projekt Kern, das wir heute, über wir heute ein bisschen erzählen wollen.

Isabell

Genau, und ich bin Isabel. Ich arbeite seit einigen Jahren bei Dataport, war vorher nochmal in der Privatwirtschaft unterwegs, habe relativ viel agile Produktentwicklungserfahrung und UX-Background und genau, habe so das Business Development Management bei Kern inne, hatte aber auch schon durchaus andere Rollen wie Product Ownership etc. Und ich verantworte so die strategische Produktausrichtung, die ganzen Roadmap-Themen, jetzt auch die Langfristigkeit.

Ich bin Teil des Koordinierungskreises der Dachmarke, um das vielleicht auch nochmal in den Kontext zu bringen und habe auch sehr viel bei der Dien-Spec und beim Service-Standard mitgewirkt in den Workshops.

Torsten

Ja, das ist sehr schön, dass ihr hier bei mir seid und ihr habt beide schon jede Menge Themen gedroppt, wo ich jetzt direkt drauf eingehen möchte. Als allererstes fangen wir mal an KernUX. Was ist das?

Isabell

Achso, ja, KernUX ist ein UX-Standard für die deutsche Verwaltung. Das ist ein Baukastensystem, mit dem man relativ effizient und schnell und mit einer hohen Qualität Online-Dienste etc. Bauen kann. Also es ist wirklich wie so ein Lego-Baukasten, man kann Dinge daraus bauen. Und drumherum haben wir eine riesige Community aufgebaut und auch eine riesige Marke und sind mittlerweile in einem sehr strategischen Level unterwegs.

Und genau, also wir haben wirklich als Endziel, dass die Verwaltung an sich nutzenderzentrierter entwickelt werden kann und man wirklich den Anforderungen auch skalierfähig begegnet und.

Torsten

Jetzt hast du direkt UX gesagt. Jetzt müsst du UX erklären.

Isabell

Ah ja, gerne. Ich habe ja einen langjährigen, also wirklich jahrzehnte UX-Background. Und UX steht für User Experience. Das kann man auf Deutsch als Nutzenderfahrung übersetzen. Und beschreibt zu der Gesamtheit aller Erfahrungen. die Nutzende bei der Interaktion, bei den Kontaktpunkten mit einem Produkt, einem digitalen Produkt, einer Dienstleistung oder generell so Systemen oder Räumen machen.

Also sehr weit gefasst, User Experience. An der Stelle schiebe ich mal kurz die Abgrenzung zu UI dazwischen. UI bedeutet User Interface und das konzentriert sich auf die visuelle Gestaltung der Oberfläche. Und UX betrachtet, wie gesagt, die gesamte Nutzenderfahrung.

Ist vor allem wichtig in der digitalen Produktentwicklung, weil man dort mit den Leuten auch nicht direkt interagieren und nicht flexibel reagieren kann, aber ist genauso wichtig eben auch in physischen Produkten, Dienstleistungen, Räumen etc. Genau, und UX stellt so Fragen nach Benutzendenfreundlichkeit, wie einfach, wie intuitiv ist die Bedienung, nach Barrierefreiheit. Also können wirklich alle das Produkt, den Service bedienen. Effizienz ist ein Thema. Also wie schnell komme ich ins Ziel?

Nach Emotionen und so Zufriedenheit generell mit der ganzen nutzenden Erfahrung. Aber welche Gefühle löst das auch aus? Also habe ich zum Beispiel, wenn ich mit der Verwaltung interagiere, ein Gefühl, denen kann ich vertrauen. Das sieht professionell aus. Das fühlt sich irgendwie sinnvoll an und sicher. Genau, das würde ich so als UX beschreiben.

Robin

Wenn wir uns jetzt einmal sozusagen in die Perspektive der Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen dieses schönen Landes versetzen und dann einmal so denken, wie interagieren wir eigentlich im Digitalen mit dem Staat und wie ist da unser nutzenden Erlebnis dann genau, egal eigentlich wohin man hinschaut, also wo in Deutschland man reinzoomt, hat man es eben mit extrem ungleichen Qualitätsstandards zu tun.

Also die Qualität dieser digitalen Angebote des Staates sind extrem unterschiedlich und sie sind eben miteinander überhaupt nicht konsistent. Also es gibt Designbrüche, wohin man schaut, wenn man sich Nutzerreisen anguckt, dann zwischen Serviceportalen und Online-Diensten, zwischen Online-Diensten und Basisdiensten.

Überall springt man als Nutzender eigentlich raus und dann gibt es plötzlich eine andere Navigation und andere Marke, die da plötzlich hintersteht und man denkt die ganze Zeit so, hä, wo bin ich jetzt gerade und wer ist jetzt der Absender und dann kommen diese ganzen kryptischen Adressen, URLs dazu, wo man auch nicht eindeutig sagen kann, okay, ich bin hier genau richtig und ich kann mir sicher sein, dass es sich um ein vertrauenswürdiges Angebot handelt.

Genau, und das ist letztendlich das, was wir mit Kern adressieren.

Torsten

Du hast gerade noch User-Reise gesagt. Wie kann ich mir das vorstellen, was das ist?

Robin

Genau, die Nutzer-Reise, die Nutzenden-Reise ist letztendlich die Interaktion oder die Reise des Nutzenden durch ein digitales Produkt, was verschiedene Oberflächen beinhalten kann und letztendlich das Erlebnis dieser gesamten Reise.

Torsten

Das ist das, was so schlaue Berater immer als User Journey verkaufen wollen.

Robin

Ja, wir haben tatsächlich oder wir versuchen tatsächlich sehr konsequent auf diese ganzen Anglizismen zu verzichten und sprechen dann tatsächlich eher von Nutzerreise meinen, aber User Journey, um es anschlussfähig zu machen an die Verwaltungssprache.

Torsten

Da müsste ja dann nicht CanUX heißen, sondern CanNE, Nutzererfahrung.

Isabell

Ja, also wir nutzen schon Anglizismen, wenn es etablierte Begrifflichkeiten sind und sich auch schwierig übersetzen lässt. Da wägen wir wirklich teilweise bei jedem Wort ab. Also wir hatten da wirklich schon Sessions, wo es so intensiv um Wordings auch ging, weil in der Tat, da schießt sich nämlich UX manchmal selber ins Knie, weil wir uns sehr unterschiedlich verkaufen, was so diese Bezeichnungen angeht.

Also man hat dann irgendwie User Research und UX und UI und das sind irgendwie alles so eben Anglizismen. Es sind irgendwie Dinge, die sind in den letzten zehn Jahren irgendwie groß geworden und wir zerschlagen uns da manchmal selber als Gewerk, weil ganz viele von uns können halt viele Facetten abdecken. Ganz viele nicht alles auf einmal. Das ist auch gar nicht gewünscht.

Also ich möchte auch gerne, dass ein UI-Designer wirklich sehr tief in diese visuellen Ebene arbeitet und gar nicht so oft auf diese strategische Ebene irgendwie kommt. Also das ist auch wichtig, da unterschiedliche Rollen zu haben, aber oft wird eben UI als UX verkauft oder man kommt als UXler rein und hat schon irgendwie einen relativ späten Stand. Und da wird halt oft nicht verstanden, wie früh UX schon relevant ist im Prozess zu betrachten.

Also das gehört ins Anforderungsmanagement da rein und UX kann eben auch diese Endanwenderinnen-Perspektive gut vertreten. Und das ist eben meine Schule, durch die ich gegangen bin, in der Privatwirtschaft, durch Agenturen, durch große Produkthäuser. Und das bringe ich halt bei Kern auch rein. Oder wir alle bringen das bei Kern rein. Fast alle von uns sind irgendwie Agenturkinder. Und das ist ein Erfolgsfaktor auch, den wir definitiv haben.

Torsten

Aber lass uns nochmal zurück zu Kern gehen, KernUX. Isabel, du hast vorhin gesagt, dass das ein Baukasten ist. Jetzt gehe ich mal in die Sicht einer Kommune. Kann ich das einfach nehmen und mir eine neue Webseite bauen damit?

Isabell

Ja, also einen Teil kannst du von uns bekommen. Die Frontend-Geschichte kannst du von uns bekommen. Und ansonsten haben wir relativ gute Chancen, deine bestehenden Systeme schon zu unterstützen oder relativ leicht uns in deine Systeme, also technischen Systeme, integrieren zu lassen. Also das ist, wenn du zum Beispiel dann irgendwie Typo 3 nutzt, dann haben wir jetzt gerade irgendwie schon erste Teams, die auch Typo 3, also Kern in Typo 3 umsetzen.

Wir sprechen da sicher später auch nochmal drüber, weil das eine ganz wichtige Skalierungsschicht ist für uns. Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit kommen wir in den nächsten Monaten an den Punkt, wo wir relativ nahtlos integrierbar sind und die Kommunen haben in der Regel technische Systeme, die sie bereits nutzen.

Also ich glaube nicht, dass irgendeine Kommune jetzt wirklich nochmal komplett neu startet und sagt, ich habe noch gar nichts hier und selbst wenn, dann gibt es ja auch Lösungen, Bürgerportal oder Sonstiges, um das dann auch relativ schnell zu kriegen und bei solchen Produkten sind wir eben auch gerade dabei, uns zu integrieren.

Robin

Und vielleicht, um die Frage zu beantworten, müssen wir vielleicht auch nochmal erklären, was eigentlich ein Design-System ist. Also dein Portal, das du gerne bauen möchtest, besteht ja aus Bausteinen, die überall anders auch vorkommen. Also irgendwie aus Buttons, aus Links, aus einer Navigation und so weiter und so fort.

Und das, was momentan passiert, wenn eine Kommune ein Portal beauftragt, dann kommt eine Agentur, ein IT-Dienstleister und baut dir ein Portal und mit Kern, wenn Kern genutzt wird, dann baut ein IT-Dienstleister ein Portal mit Kernbausteinen.

Das heißt, diese ganzen konzeptionellen Vorarbeiten, die da drin stecken, die können sozusagen, damit kann Geschwindigkeit aufgebaut werden, Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht werden und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Portalentwicklung dann sehr viel schneller geht und von einer sehr hohen Qualität ist, weil diese Bausteine, die wir zur Verfügung stellen, eben schon eine sehr hohe Qualität mitbringen. Die ist hoch.

Torsten

Jetzt habe ich ja auch mal so ein bisschen Webdesign und sowas gemacht. Kann ich mir CanUX vorstellen wie so ein Template, was ich benutze, um meine Webseite schick zu machen? Also in Typo3 gibt es so Template-Plugins, in WordPress gibt es so Template-Plugins, wo ich mir quasi das installiere und dann, Ist die Darstellungsoberfläche genauso, wie ich das gerne haben würde, mit ein paar Anpassungen.

Isabell

Ja, aktuell musst du dir dein Template noch selber zusammenbauen. Wir liefern quasi diese Grundbausteine. Das Bild selber musst du entwickeln und es ist auch sinnvoll, dass du das Bild entwickelst, weil die Informationsarchitektur von deinen Inhalten kennst du oder jemand, der wirklich ganz konkret auf deine Zielgruppe guckt und auf deinen Service. Der kann das viel besser leisten.

Also es kann dann eben auch zum Beispiel eine Beratung sein, die einfach wirklich sehr stark nach Design-Thinking-Prinzipien arbeitet, wo wir auch ganz viele, also auch Dataport, aber auch irgendwie unsere Partner, Digital Service und so, die sind ja auch alle irgendwie in dem Rennen.

Also die können dir das dann am besten lösen. Und wenn sie dabei Kern benutzen, und das ist auch das Feedback, was wir gerade kriegen, also von unseren strategischen Partnern, die sagen dann einfach, ich habe noch nie so schnell einen Prototypen gebaut. Für einen EVA-Onlinedienst oder sowas. Also die sind einfach super schnell dann und können dann diese Ressourcen, die sie sparen, um immer wieder die gleichen Fragen sich zu stellen.

Wahrscheinlich hat sich mindestens 72 mal jemand in dem Verwaltungsauftrag die Frage gestellt, wie sieht eigentlich ein Button aus? Und das ist einfach wahnsinnig viel Steuergeld, das da mehrfach verbrannt wird. Und das können wir halt liefern. Also da ist irgendwie Barrierefreiheit dabei, da ist eine hohe UX-Qualität dabei und damit kannst du direkt starten.

Torsten

Jetzt kommen wir genau in die Richtung, wo ich hin will. Was sind denn die Bausteine oder die Bauelemente, die ihr in Kern-UX zur Verfügung stellt? Wir haben gehört, es können zum Beispiel Buttons sein.

Isabell

Genau, das können Buttons sein. Also das findet ihr immer direkt tagesaktuell auf der Website unter dem Punkt Komponenten. Da könnt ihr euch den kompletten Katalog angucken. Ihr könnt auch direkt aufs Code Repository gucken. Aber ich glaube, deine Frage ging nochmal in eine andere Richtung. Also was sind diese grundsätzlichen Komponenten oder auch so Foundations-Informationen und unsere Design-Prinzipien? Geht deine Frage so in die Richtung?

Torsten

Genau, also gern so erklärt, dass jemand, der kein Webdesign macht, es auch versteht.

Robin

Ja, letztendlich habe ich schon angefangen, es zu erklären. Also die ganzen Benutzeroberflächen, die ja so im, egal wo, aber auch eben im Kontext der Start im Digitalen zu finden sind, das sind eben diese kleinsten Komponenten wie Button und Link und so weiter. Die fügen sich aber zu größeren Organismen zusammen.

Wir haben so dieses Atomic Design Prinzip im Kopf, was letztendlich auf der kleinsten Ebene anfängt und dann zu größeren Konglomeraten sich zusammenbaut, bis hin zu ganzen Seitentemplates. Also wir haben sozusagen bei den kleinsten Elementen angefangen und gehen jetzt immer zu immer komplexeren Organismen über. Ein schönes Beispiel ist eine Suche, die besteht eben aus einem Kasten und einem Button und vielleicht einer Schrift.

Das ist dann etwas Komplexeres und auf allen diesen Ebenen kann ich eben standardisieren und wenn ich dann diese Bausteine einsetze und nutze, dann spare ich mir eben total den Entwicklungsaufwand, den Prüfaufwand am Ende, beziehungsweise die Wahrscheinlichkeit, dass ich dann weniger ausbessern muss nach der Barrierefreiheitsprüfung zum Beispiel, ist eben groß.

Und DesignerInnen können eben mit diesen Komponenten Entwürfe bauen, die können dann getestet werden und Kern liefert dann zusätzlich eben noch die technische Umsetzung dazu. Also zu jeder Komponente gehört dann auch noch Code und die EntwicklerInnen können dann mit den Entwürfen und dem Code dann wirklich die Benutzeroberflächen in echte Anwendungen umbauen. entwickeln.

Torsten

Und wenn ich euch richtig verstanden habe, ist eines der Ziele, dass, dass Angebote, die von der deutschen Verwaltung Bürgerinnen und Bürgern und vor allen Dingen auch Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, dass sie sich alle ähnlich anfühlen, dass es einen Wiedererkennungswert gibt, dass man sieht, mein Absenden-Button ist immer unten rechts und der hat immer folgende Form. Ist das richtig?

Isabell

Genau, in die Richtung soll es gehen. Also dass man auch, man hat dann vielleicht irgendwie in der Regel drei Kontakte mit der Verwaltung im Jahr. Aktuell ist es so, jedes Mal muss ich wieder neu, genau und Unternehmen haben ganz häufig Kontakt mit Verwaltung und es gibt mit Sicherheit irgendwie auch Phasen im Leben, wo es mehr Kontakt gibt und Phasen im Leben, wo es weniger Kontakt gibt oder kontextabhängig. Und aktuell muss man jedes Mal wieder neu lernen. Wie sieht das denn aus?

Wie fühlt sich das an? Wie sind da die Schritte? Womit kann ich da bezahlen? Womit kann ich mich da anmelden? Und wir fangen so im Kleinen an. Also wir fangen wirklich so in dieser Interaktionsebene mit den einzelnen Komponenten an und gehen eben weiter in Richtung irgendwie ganze Klickstrecken.

Das ist so die Vision für die nächsten Jahre, dass wir relativ schnell ganze Klickstrecken, Also, dass ich eigentlich nur noch sage, Payment-Strecke einfügen oder Registrierungsstrecke einfügen und ich baue nicht wieder vier Seiten neu auf.

Torsten

Das klingt mir ja ganz deutlich nach in Richtung Service-Standards und digitale Dachmarke Deutschland. Wie passt das denn irgendwie mit Kern zusammen?

Isabell

Ja, diese drei sollte man eigentlich immer miteinander nennen, so in Zukunft. Also wir haben da große Pläne zusammen und sprechen auch ganz viel. Also wie gesagt, wir sind ja Teil der Dachmarke, also wir sehen quasi flankierend eigentlich Service, Standard und Dachmarke ganz vorne.

Und wir sehen, dass wir da irgendwie so ein UX-Layer in die Verwaltung mit einbringen können mit diesen zwei initiativen Produkten, Projekten, wo wir dann auch in einer Architektur vorgesehen sind, die es irgendwie gerade aufzustellen gilt, also wo wir wirklich sagen, Und die Nutzenentzentrierung kommt da mit rein und hat ganz viele Facetten und auch ganz viele konkrete Werkzeuge und Angebote, die schon nutzbar sind.

Und das ist auch das Feedback, was wir ständig erhalten. Wann seid ihr denn noch konkreter? Wann gibt es noch mehr irgendwie von euch direkt frei Haus geliefert mit hoher Qualität? Und der Service-Standard wird ja ganz stark nochmal dieses Methodische und Prozesshafte mit dem Service, mit den Inhalten des Service-Handbuchs begleiten und auch da diesen ganzen Methodikbereich, den schieben wir an den Service-Standard.

Also da machen wir auch keine Parallelarbeit, sondern wir kontributen, wir mitwirken am Service-Standard. Wir schieben unsere Templates für User-Journeys und Service-Blueprint darüber.

Robin

Vielleicht nochmal einen Schritt zurück. Genau, also die Dachmarke, von der du sprichst, du sagtest, die ist vielleicht nicht selbsterklärend. Genau, und dazu, also ich als Bürgerin, als Bürger, ich muss mich relativ aufwendig authentifizieren, wenn ich staatliche Leistungen digital in Anspruch nehmen will. Der Staat andersrum macht das momentan nicht.

Das heißt, ich habe eigentlich überhaupt keine Qualitäts- oder keine Vertrauenssicherung, wenn ich digitale staatliche Leistungen in Anspruch nehme. Ich muss irgendwie hoffen, dass es sich um ein vertrauenswürdiges Angebot handelt. Die Dachmarke schließt diese Lücke, also die setzt eben vier Kennzeichnungselemente und die allerwichtigste ist eben die Domain.gov.de, die eben aufräumen soll mit diesem wirklich dem Kuddelmuddel an Domains.

Der Banner, der bekannt ist aus der Europäischen Union oder auch USA, das ist eine offizielle Website der Bundesrepublik Deutschland und eben ein Bildzeichen. Und als vierte Säule ist es eben das Designsystem, Letztendlich die ganzen vier Elemente zusammen sorgen dafür, dass die staatlichen Leistungen eindeutig wiedererkennbar sind.

Also ich kann mir als Nutzer eben wirklich sicher sein, dass es sich um ein vertrauenswürdiges staatliches Angebot ist und wenn das Angebot auch mit Kern umgesetzt ist, dass es eben konsistent zu anderen Angeboten ist, die auch mit Kern entwickelt wurden.

Torsten

Also ich habe mal ein paar Seiten verlinkt, vor allen Dingen auch den Service-Standard, also die Webseite des Service-Standards. Und wenn ich mich täusche, ist dort die Dachmarke eingebaut und es ist auch Kern-UX komplett eingebaut. Und natürlich geht es um den Service-Standard. Also alles dreist auf einem Haufen. Also guckt euch die Seite an. So oder so ähnlich werden zukünftig offizielle Webseiten der Bundesrepublik Deutschland ausschauen.

Robin

Ja, hoffentlich. Wir haben es noch nicht referenziert. Also unser großes Vorbild ist ja Guff UK. Die haben 2018 ja schon ein Designsystem ins Leben gerufen. Das finde ich ist, da kann man sich vorstellen, was dann passiert, wenn so ein System etabliert ist. Alle oder ein Großteil der Leistungen, die die Briten in Kontakt nehmen, sind eben mit diesem Designsystem gebaut. Und das hat zur Folge, dass der Start letztendlich konsistent wahrgenommen wird.

Also wenn ich zwischen verschiedenen Leistungen hin und her wechsle, dann finde ich mich eben immer zurecht. Und durch den Service-Standard, der auch dort etabliert ist, ist die Qualität eben sehr hoch von diesen Angeboten. Genau, und gleiches versuchen wir mit Kern hier für das föderale System eben nachzuziehen.

Torsten

Genau, jetzt muss ich einfach mal ganz kurz abschweifen. Ich weiß nicht, inwieweit ihr zur Dachmarke Auskunft geben könnt. Was mich interessiert, wird es bei dieser digitalen Dachmarke auch Möglichkeiten für Länder und Kommunen geben? Oder wird es, die jetzt ganz groß oben drüber, offizielle Webseite der Bundesrepublik Deutschland und es ist natürlich auch der Bundesadler drauf, wird es da auch quasi Abwandlungen für Länder und Kommunen geben?

Isabell

Also es ist nicht der Bundesadler, sondern es ist der föderale Adler.

Torsten

Bundesadler, ähnlicher Adler.

Isabell

Genau, aber auch das ist in dem sehr nutzenden, zentrierten Prozess entstanden. Also das BPA hat da wirklich eine Studie machen lassen und hat auch ganz viele andere Möglichkeiten irgendwie eruiert. Es gab auch irgendwie Workshops und Kickoffs dazu. Da waren auch viele begeistert von dem großen D, also das hätte es auch werden können. Das ist jetzt der Adler geworden oder der föderale Adler, der aus 16 Elementen besteht und damit auch Länder und damit auch die Kommunen repräsentiert.

Zusammen mit dem Bund ist wirklich eine Entscheidung, die die Leute da draußen getroffen haben. Und genau, also wir sehen das als großen Erfolg, aber es ist ein bisschen schade, dass die Länder und Kommunen sich da teilweise doch nicht so ganz wiederfinden, obwohl wir versucht haben, die wirklich sehr stark in den Prozess auch zu integrieren.

Torsten

Ja, aber das sind 16 Elementen, das ist mir gar nicht aufgefallen.

Isabell

Ja, wir müssen viel mehr Markets, also wir müssen uns viel besser erklären. Das ist leider, der Koordinationskreis hat sehr lange mit sehr wenig Ressourcen auskommen müssen. Wir haben erst jetzt irgendwie ein bisschen Verstärkung vom Digital-Service bekommen. Und jetzt geht da auch was los, aber es kommt halt wie immer in diesen innovativen Geschichten zu spät. Es kommt einfach zu spät.

Torsten

Ja, Design ist so ein heimlicher Fable von mir und das ist mir echt nicht aufgefallen, obwohl die Dachmarke schon echt schick ausschaut. Also finde ich schlicht und gut erkennbar.

Isabell

Genau, aber eins möchte ich noch anfügen. Und das geht halt in Richtung vierte Säule. Also wenn wir über die Dachmarke sprechen, sprechen wir halt auch über Kern. Und was wir für Kommunen und auch für Länder jetzt anbieten, Also das ist jetzt schon technisch möglich und es beschäftigen sich auch schon Kommunen und Länder damit. Da geht es darum, die Dachmarke zusammenzubringen mit einer spezifischen Identität und mit einem spezifischen Corporate Design, den das Land oder die Kommune besitzt.

Also auch zu diesen eigenen Wiedererkennungswert nicht verloren gehen lassen irgendwie. Also ich kann da auch zum Beispiel München nennen. Mit denen arbeiten wir auch schon ganz lange. Also da hatten wir auch schon Leute, die waren lang dabei, bevor es Kern als Projekt gab.

Die waren in Mittagessenrunden dabei vor ein paar Jahren. Und die setzen jetzt solche Sachen mit Kern um und die arbeiten mit uns zusammen und sagen, wir glauben auch seit Anfang an an diese Lösung und an diese Vision und wir tragen die mit und wir gucken, wie wir sie bei uns irgendwie einsetzen können. Also die nutzen dann unser sogenanntes Theming. Da können wir vielleicht später nochmal darauf zurückkommen.

Das ist ein bisschen technischer gelagert. Aber im Grunde kann man da Farbinformationen, typografische Informationen und eigene Stilelemente reinbringen. Das sind dann so die, die schon eine eigene gute Marke haben, was wir für die Kommunen wirklich anbieten. Das kommt so auf diesen Fall zurück, den du vorhin beschrieben hast.

Die können dann zum Beispiel irgendeine Wappenfarbe nutzen und dann irgendwie so eine Linie einfärben oder so ein paar Flächen einfärben und dann wirklich sagen, ich habe gar nicht so eine große Corporate Identity geschaffen. Ich hatte da gar nicht das Geld dazu, das zu investieren und entwickeln zu lassen. Oder ich habe irgendwie auch was, was gut funktioniert und die Leute erkennen mich an einem gewissen Blau oder eher an einem Wording zum Beispiel.

Vielleicht gibt es irgendwie ein markantes Wording, was eigentlich besser funktioniert. Und dann können die bei uns so Brand-Komponenten nutzen. Das sind nicht funktionale Elemente. Jetzt beschreibe ich es doch schon so im Detail. Sorry, ich... Skippen wir es später.

Also es werden nicht mehr Buttons wild umgefärbt, sondern auch irgendwie sich nicht nochmal den Kopf zerbrochen, über welche Typografie entspricht eigentlich die Normen, die Typografie im Web irgendwie benötigt, sondern man kann dann wirklich out of the box sich bei Kern den Teil ziehen, der wiedererkennbar sein soll und der eben Verwaltung signalisiert.

Und dann kann man ganz viel Eigenes reinbringen in Form von Farben und Möglichkeiten und eben eigene Wordings, die mich dann als Kommune zum Beispiel auszeichnen, als Absender. Und dann habe ich noch meinen Wappenheader oben drin. Das ist ja eh immer das Markanteste eigentlich.

Torsten

Robin, du wolltest vorhin schon was ergänzen.

Robin

Naja, genau. Also es gibt auf allen, der Bund, aber auch auf Länderebene und bei den Kommunen, es gibt Akteure, die haben eine sehr, sehr starke Marke und die haben eine sehr starke Identität und die sind wichtig und die sollen geschützt werden. Also das ist wichtig zu sagen. Die haben auch eine Funktion. Also ich als Bürger möchte der, der föderalen Ebene, die mir am nächsten ist, der ordne ich mich zu, die möchte ich sofort erkennen, mit der möchte ich irgendwie gut interagieren.

Das ist die eine, das ist die eine. Anforderungen letztendlich. Die andere Anforderungen sind die vielen Vorteile der Standardisierung. Also dieses nicht immer wieder von vorne anfangen müssen. Mich schnell zurechtfinden, auch wenn ich Bausteine aus dem föderalen System zu mir importiere.

Also wenn ich eine Leistung aus Baden-Württemberg bei uns in Schleswig-Holstein importiere und in unsere Architektur einbauen möchte, dann ist es das Interesse, dass es eben auch dazu passt und auch funktional dazu passt. Und das müssen wir in Einklang bringen. Die vielen Vorteile der Standardisierung auf der einen Seite und auf der anderen Seite den Wunsch nach Markenidentität und über das Theming lässt sich das tatsächlich gut bewerkstelligen.

Und die Frage ist, wo brauchen wir dann überhaupt die Marke? Also bei so touristischen Angeboten, bei Landingpages, da ist Marke unheimlich wichtig. Bei einem Online-Dienst, den ich vielleicht über eine Suchmaschine finde, da ist vielleicht Marke gar nicht so wichtig, sondern eher das Vertrauen und Absender und Dachmarke. Und so fügt sich das ganz gut zusammen.

Torsten

Jetzt gibt es Kern ja schon eine ganze Weile und ich glaube, ich hieß es früher mal anders oder das ganze Projekt hieß mal anders Und ich kenne das auch schon eine ganze Weile, das ganze Projekt. Wie habt ihr es geschafft, so präsent und vor allen Dingen so reif zu werden?

Robin

Genau, vielleicht dazu, bevor wir offizielles Projekt wurden, also das Mandat von Hamburg und Schleswig-Holstein bekommen haben, Kern für den EVA-Gedanken für alle föderalen Ebenen zu entwickeln, Deswegen haben wir mit so einer kleinen Mittagspausenrunde gestartet, wo wir uns wöchentlich getroffen haben und ganz früh angefangen haben zu erzählen, was wir machen und auch auf die Suche zu gehen, gibt es dort jemanden, der etwas, wir kannten Gav UK und haben auch früh angefangen

zu fragen, gibt es jemanden, der etwas ähnliches entwickelt für den deutschsprachigen Raum? Und das gab es nicht. Wir haben mittlerweile, glaube ich, 30, 35 Designsysteme identifiziert, die mit und für die öffentliche Verwaltung gebaut sind. Die waren aber entweder alle hinter hohen Mauern oder auf eine bestimmte Technologie ausgerichtet, aber sozusagen das, was wir eigentlich brauchen, nämlich Technologie agnostisch, Open Source, Community zentriert, das gab es nicht.

Und das war dann letztendlich unser Auftrag für Kern, diese Anforderungen umzusetzen. Diese Faktoren würde ich letztendlich im Rückblick auch als die Erfolgsfaktoren bezeichnen. Also technologieunabhängig heißt, wir müssen letztendlich an alle technologischen Systeme anschlussfähig sein. Das Open-Source-Prinzip, wir finden vollständig auf Open-Code statt. Wir sind vollkommen transparent, machen eine Kooperation auf allen föderalen Ebenen möglich.

Also wir kommen durch dieses Open-Source-Prinzip total schnell in die Zusammenarbeit mit anderen wichtigen Akteuren. Und das Community-Zentrierte, wir bauen ein Produkt, was nützlich ist für diejenigen, die es am Ende benutzen sollen und wollen. Und ja, genau, dadurch schaffen wir, glaube ich, einfach ein Produkt zu bauen, was einen großen Nutzen erzeugt.

Torsten

Jetzt hast du Open Source schon erwähnt, dass ihr vollständig Open Source seid. Wie weit geht das Ganze mit der Community-Arbeit? Nehmt ihr Pull-Requests an oder wie sieht es da aus mit Community-Aufbau beziehungsweise wer arbeitet überhaupt mit?

Robin

Genau, wir haben ja drei Zielgruppen. Das sind Projekt- und Produktverantwortliche, DesignerInnen und EntwicklerInnen, sowohl bei öffentlichen Auftraggebern als auch bei IT-Dienstleistern. Also das sind die drei Gruppen, die wir ansprechen. Und wir haben jetzt gerade mit Kern 2, dem neuesten Release, viele verschiedene Mitwirkungsmöglichkeiten geschaffen. Das findet ihr alle auch auf der Website im Bereich Mitwirken.

Und das fängt an von, ich gebe einfach ein Feedback über, ich habe eine Anforderung, die ich definiere, bis hin zu, ich habe eine Komponente, die mir fehlt, die ich selber nach den gesetzten Qualitätsanforderungen beisteuere. Und was dazu kommt, ist die Übersetzung in Code.

Wir selber konzentrieren uns auf PlainCSS HTML als wichtige Schicht und gemeinsam mit der Community diese ganzen technologischen Ableitungen in alle anderen möglichen Frameworks wie Vue, React, Angular, Typo3, die entwickeln wir eben auch gemeinsam mit der Community zusammen.

Isabell

Genau und was ich da noch ergänzen möchte, also die Vision ist, dass wirklich die Community das komplette Backlog priorisiert. Also dass wir wirklich so viel Interaktion mit der Community bekommen, auch in Form des Ticketsystems, dass wir wirklich sagen können, irgendwie hier sind Sachen 17 mal hochgevotet, natürlich nehmen wir die im nächsten Sprint auf.

Oder es haben Leute nochmal irgendwie kommentiert, ja, gerne diese Art von Komponente, aber mit folgender Anforderung, sodass wir irgendwie auch schon eine Version 1, 2, 3 auf die Roadmap legen können und auch irgendwie wissen, in welchen Kontexten werden die benutzt und Leute auch miteinander wieder in Kontakt bringen. Weil wenn die die gleiche Komponente fordern, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass die auch andere Themen haben, über die sie sich vielleicht austauschen könnten.

Torsten

Aber kann ich auch selber beitragen? Also wenn ich jetzt.

Isabell

Ja, du kannst ganz konkret in diesen Community-Repositories, kannst du wirklich Code beitragen, kannst du Code reviewen, kannst du Code refactoren, du kannst Anforderungen stellen, du kannst auch Anforderungen an uns stellen, aber wir müssen natürlich immer gucken, dass wir halt diesem Standard gerecht werden und wir müssen natürlich auch gucken, dass wir unserer Roadmap gerecht werden.

Und es gibt halt leider manchmal Geschichten, die zum Beispiel an unserem Fokus liegen, dass wir halt zum Beispiel Fachverfahren aktuell noch runter priorisieren müssen, weil es auch andere Lösungen für Fachverfahren gibt. Und wen wir halt aktuell hauptsächlich adressieren mit unseren Frontend-Komponenten, sind halt wirklich diese Public-Facing-Interfaces. Also jemand, der wirklich irgendwie Sozialleistungen beziehen muss, um die Existenz zu sichern.

Die sind die Zielgruppen, die am meisten leiden aktuell. Oder irgendwie natürlich auch die Verwaltung. Also die Sozialbehörden, die sind alle mega überlastet. Also ich habe mit denen ganz viel Kontakt auch gehabt. Also das ist überhaupt kein böser Wille, dass das wirklich langsam vorangeht, auch mit Digitalisierung. Aber die haben natürlich ganz andere Themen auf dem Tisch teilweise.

Das können wir uns dann, glaube ich, in unserer Bubble auch manchmal gar nicht vorstellen, was eigentlich die Prüfaufgaben der Verwaltung teilweise umfassen.

Torsten

Ja, Verwaltungen sollen ihren Job machen und nicht nebenher digitalisieren. Dafür gibt es Profis, die kann man beauftragen. Aber nochmal zurück zum Thema Standards. Ihr habt ein Designsystem entwickelt und wir sprechen in der öffentlichen Verwaltung inzwischen von einer Pflicht für Barrierefreiheit. Wie ist das berücksichtigt?

Isabell

Ganz breit, also schon von Anfang an. Wir haben halt eine eingebaute Konformität auf gewisse Standards. WCRG, BitV, das halten wir alle ein oder an diesen geltenden Standards, die auch gesetzlich vorgeschrieben sind, orientieren wir uns. Dass bereits in der Konzeption besichten andere Designsysteme, die die schon erfüllen. Wir gucken uns wirklich Lösungen an.

Wir gehen da relativ hart mit uns immer wieder ins Gericht, haben ein Team aus super erfahrenen, seniorigen DesignerInnen, FrontendlerInnen, ArchitektInnen, die immer wieder in Kontakt sind mit unserem Barrierefreiheitsteam. Wir lassen uns auch regelmäßig prüfen und müssen da auch regelmäßig Sachen nachbessern. Genau, wir nutzen Tools, um uns zu überprüfen und ja, also was wir erfüllen, ist auf jeden Fall das AA-Level nach BitV 2.0. Das können wir quasi garantieren.

Genau, also aktuell auch alles, was im Service-Standard abgefragt wird, da sind wir konform. Und das nennen wir ganz gerne barrierefrei by Design, by Code, dass das so eingebaut ist. Genau, und dann haben wir auch ganz viele Informationen rund um Barrierefreiheit. Das wollen wir aber wirklich noch deutlicher ausbauen. Also wir haben jetzt auch ganz gute neue Kontakte. Wir sprechen da mit dem Digital-Service zum Beispiel auch viel drüber.

Die entwickeln dann zum Beispiel coole Sachen wie Plugins für den Browser oder haben dann selber auch teilweise so Tools bei sich auf der Website, wo man sich mal ausrechnen kann bei einer nutzenden Zahl von 5.000, wie viele Leute haben da eigentlich irgendwie eine Sehschwäche oder eine Beeinträchtigung. Und dann muss man ja auch noch sagen, dass Barrierefreiheit ja nicht nur die bleibenden Einschränkungen oder erworbenen Einschränkungen betrachtet, sondern auch kontextuale.

Also ich habe einfach eine starke Sonneneinstrahlung und brauche einen hohen Kontrast irgendwie, um Sachen inzupassen zu können. Oder ein Baby auf dem Arm. Oder einen gebrochenen Arm, die dominante Hand kann ich irgendwie zwei Wochen nicht benutzen.

Robin

Genau, das heißt, wenn ich Kern benutze und damit Oberflächen baue, dann spare ich mir nicht den Prüfaufwand am Ende. Also die Barrierefreiheitsprüfung muss ich am Ende doch noch machen, aber die Bausteine haben eben eine sehr, sehr hohe Qualität auch in Bezug auf Barrierefreiheit.

Durch das Vorgehen, dieses schnellen Prototyp bauen, testen, was der Service-Standard vorgibt, da kann ich ganz viele Fehler reduzieren und genau am Ende werden dann nach der Prüfung der Ausbesserungsaufwand wirklich sehr, sehr drastisch sinken. Und da gibt es auch schöne Zahlenstudien, dass die Kosten eben sehr, sehr, sehr, sehr viel höher sind, wenn ich die in einem bestehenden Produkt ausmerzen muss, als wenn ich das auf Design-Ebene mache.

Also dieses Schnellentwürfe bauen, Schnellprototypen bauen, die ich mit echten Nutzenden, mit echten Menschen testen kann, das ist ja so auch eines der Versprechen, die wir geben mit Kern, dass das sehr schnell möglich ist und in diesem Prozess eben Barrierefreiheit ganz zentral mitgedacht.

Torsten

Also das, was ich von euch jetzt gehört habe und was ich auch erlebe, ist, dass dieser Dreiklang aus Kern-UX, digitaler Dachmarke und Service-Standards, es klingt für mich wie eine runde Sache, die uns in Deutschland richtig nach vorn bringen kann. Und jetzt noch eine Frage, ich hatte ja vorhin schon gesagt, dass die Webseite zum Service-Standard schon quasi konform ist zu allem, was ich gerade genannt habe.

Gibt es noch mehr Seiten, die ihr vielleicht nennen könntet, die wir dann auch in die Shownotes mit reinbringen?

Isabell

Also BAföG kommt noch. Das dauert noch ein bisschen. Genau. Ansonsten ist ein Teil der OSI-Plattform durchaus schon mit der Dachmarke und diesen sogenannten Dachmarken-Theme ausgestattet. Also das ist gemeinsam online vom OSI-Portal. Aber jetzt auch die Ländermandanten, die folgen jetzt auch gerade.

Torsten

Was ist denn die OSI-Plattform?

Isabell

Das ist jetzt Dataport-Werbung, also das ist die Online-Service-Infrastruktur, die Plattform von Dataport. Genau, da laufen hauptsächlich zwei Technologien drauf. Das ist einmal AFM von CIT IntelliFORM, mit denen wir sehr früh jetzt schon die ersten Implementierungen machen auf dieser besagten USI-Plattform. Und dann gibt es noch eine .NET-Ausprägung und dann gibt es noch viele Gedanken irgendwie zur Zukunft und da sind wir natürlich auch.

Also wir unterhalten uns bei Datapod intern natürlich auch. Was kann irgendwie Kern schon mitliefern? Das erwarten unsere Kunden auch. Schließlich Weststadt und Hamburg möchten das auch gerne, dass das auch mitgeliefert wird.

Und deshalb sind das natürlich auch ganz frühe Stakeholder gewesen und es ist fantastisch wirklich, wie motiviert alle auf jeder, Veranstaltung oder irgendwie auch teilweise die Gespräche, die wir zwischendurch führen, wie schön man dann immer so von diesen Willigen und auch Fähigen, adoptiert wird und die teilen wieder die Visionen, bringen ihre eigenen Perspektiven und Aspekte damit rein und, Wir bringen uns so gegenseitig alle nach vorne. Also nicht nur der Dreiklang mit Service-Standard.

Da hängen so viele von unseren strategischen Partnerschaften mittlerweile mit dran. Also diese Community entwickelt sich so organisch und so schön.

Torsten

Also wenn ich es richtig sehe, ist auch die Webseite des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung auch schon nach all diesen Standards aufgebaut.

Robin

Der Dachmarker auf jeden Fall. Kern ist da glaube ich noch nicht integriert.

Isabell

Es gibt da so ein Schrittmodell, so ein Reifegradmodell, was wir auch darstellen.

Robin

Genau, also auf gaff.de kann man sich auf jeden Fall immer die, kannst du ja auch teilen, die genau die Dachmarke anschauen. Da kommen jetzt, da stehen viele Schlange, da kommen jetzt immer mehr Webseiten dazu, die damit eben auch umgesetzt sind. Und mit Kern, wir haben tatsächlich, hier haben wir jetzt erst Kern 2 veröffentlicht. Viele Akteure haben darauf gewartet, dass wir jetzt auch eine stabile Version haben. Und da wissen wir schon von vielen Dingen, die gerade in der Mache sind.

Und vielleicht nochmal, um es zu unterscheiden. Wir haben tatsächlich, ich setze einen bestimmten Use Case, ein bestimmtes Produkt, eine bestimmte Oberfläche mit Kern um. Das ist so der eine Fall. Und der andere Fall ist wirklich die langfristige Integration in ein technisches Framework oder in ein Produkt. Genau, AFM wurde genannt, eine Low-Code-Plattform.

Dort wird Kern momentan voll integriert. Das heißt, alle Dienste und in Schleswig-Holstein sind das über 100, die damit gebaut sind, können eben auf einen Schlag von der Qualität her angehoben werden, kernkonform, dachmarkenkonform umgebaut werden. Genau, also da versprechen wir uns tatsächlich sehr viel von. Und diese Integration in Bestandsprodukte, das ist eben auch so eine große Herausforderung, weil es lange Entwicklungszyklen sind.

Man muss an der richtigen Stelle sozusagen reinkommen. Das ist einfach ein längerer Prozess, der aber an vielen Stellen begonnen wurde.

Torsten

Eins interessiert mich jetzt noch brennend. Ich habe in meiner letzten Monatsshow gerätselt über den Deutschlandstack. Heute kam von der Agora Digitale Transformation eine große Studie raus zum Deutschlandstack. Wie schaut ihr auf das Thema Deutschlandstack? Wie passt das auch mit Kern zusammen?

Robin

Also Thorsten, du warst ja auch beim Zukunftskongress und wenn man da mal so reingehört hat, so Schlagworte, digitale Souveränität war ein großes Schlagwort, Konsolidierung war ein großes Schlagwort, was oft genannt wurde und eigentlich so die Frage, na wie kann ich...

Dieses, die föderale Architektur zukünftig aufbauen und dieses Schichtenmodell, das den der Deutschlandstack beschreibt, welche Schichten der konkret umfasst, da hat jetzt die Agora ja auch schon zugeliefert und da tauschen sich sehr viele schlaue Menschen geradezu aus, was das denn eigentlich zu bedeuten hat. Und wir denken, dass der Deutschland-Stack, egal wie er technologisch umgesetzt wird, irgendwie eine visuelle Schicht braucht.

Also wie sieht der denn eigentlich aus, wenn ich mit dem Staat zu tun habe und diesem Deutschland-Stack, wie wirkt der denn? Und wie ist der in ganz konkrete Angebote, digitale Angebote übersetzt? Und da sehen wir tatsächlich total die Dachmarke. Das ist für uns die Dachmarke inklusive Kern und es ist als Qualitätssicherung und als Qualitätsstandard der Servicestand.

Also die Frage, wie werden eigentlich Dinge entwickelt? Und letztendlich, Service-Standard ist gesetzt jetzt ja auch durch die Standardisierungsverordnung. Die Dachmarke wird sich auch zeigen, wie die sich jetzt weiter dort breitmacht. Aber das wäre für uns tatsächlich so. Wir sprechen von UX-Layer, also die Schicht, die den Deutschland-Stack dann visuell verwendet. Sichtbar macht.

Isabell

Nicht nur visuell natürlich, sondern auch funktional, also auch hochfunktional und genau, also nochmal so dieser Unterschied zwischen UI, UX zum Abschluss. Wir können eben viel mehr als nur diese visuelle Schicht, sondern wir können wirklich diese Zufriedenheit, wir können diese Emotionen adressieren, wir können die Barrierefreiheit adressieren, wir können dieses nicht immer wieder neu lernen müssen, wie fühlt sich denn Verwaltung an irgendwie digital.

Das können wir liefern und das, genau, das nennen wir so UX-Layer für uns insgeheim und sind da eben auch im Austausch mit Service-Standard an der Stelle und haben da ein relativ gutes einheitliches Verständnis. Also wir haben auch so einen Punkt jetzt gerade erreicht, wo ganz viele mit diesen Kompetenzen, die es halt lange irgendwie nicht hatte in der Verwaltung, die jetzt wirklich da sind.

Also wir haben so eine kritische Masse erreicht Und wir beflügeln uns gegenseitig und wir können auf Augenhöhe miteinander sprechen, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Aber diese große Vision, wirklich Nutzen und Zentrierung hochzuhalten, zukünftig in der Verwaltung und Verwaltung mehr als in so einer Servicerolle auch eher zu betrachten, das wird wirklich, das Rad hat angefangen zu rollen. Und ich glaube nicht, dass wir das so in der Form nochmal stoppen werden.

Also auch viele, die vielleicht irgendwie noch nicht so bereit sind, so viel zu transformieren oder so neu zu denken. Wobei ja vieles auch gar nicht neu ist. Das Designsystem ist auch wirklich nicht neu. Wir tun hier auch nur Dinge in einem anderen Kontext oder in einem föderalen Kontext, was viele andere schon lange etabliert haben und bewiesen haben.

Torsten

Ja, das klingt alles nach einer guten Zusammenfassung. Vielleicht noch haben wir irgendwas vergessen, brennt euch noch was auf den Nägeln.

Robin

Vielleicht als Abschluss oder in Ergänzung zu dem, was Isabel gesagt hat. Design ist ja nicht, wie etwas aussieht, sondern wie etwas funktioniert. Das hat, glaube ich, Steve Jobs mal ganz gut beschrieben. Und für mich ist tatsächlich der funktionale Staat, also die Aufgabe des Staates, das Vertrauen der Bürgerinnen wieder zurückzugewinnen. Und wir werden einfach sehr, sehr viele Kontaktpunkte im Digitalen haben in Zukunft.

Und dort tatsächlich der Start, der wirklich gut und einfach und für alle easy funktioniert, genauso wie ich auch bei Amazon was bestelle, mein Ticket bei der DB App oder wo auch immer, das ist letztendlich der Referenzrahmen. Daran müssen wir uns orientieren. Und das schaffen wir im staatlichen Kontext auch.

Torsten

Ja, vielen Dank Isabel, Robin, dass ihr da wart und euch, liebe Hörerinnen, vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Sendung.

Isabell

Danke, ciao.

Robin

Vielen Dank, dass wir da sein durften.

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