Digitale Marktplätze - podcast episode cover

Digitale Marktplätze

Oct 11, 202545 minEp. 235
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Episode description

In der Podcastfolge diskutieren Torsten Frenzel, Jana Janze, Matti Bolt-Richter und Marius Stadler die Rolle digitaler Marktplätze in der Verwaltungsdigitalisierung. Digitale Marktplätze sollen Transparenz, Vergleichbarkeit und Effizienz in der öffentlichen Beschaffung schaffen und klassische Vertriebsstrukturen ablösen. Sie erleichtern Kommunen den Zugang zu digitalen Lösungen und fördern Austausch und Nachnutzung. Ein zentrales Thema ist die rechtssichere, vergabefreie Beschaffung durch Inhouse-Modelle und standardisierte Produktlogiken. Ziel ist der Aufbau eines umfassenden Ökosystems, das Beschaffung, Information und Community intelligent verbindet.

Kommentare  unter: https://egovernment-podcast.com/egov235-digitale-marktplaetze/


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Transcript

Torsten

Ja, hallo und herzlich willkommen beim e-Government-Podcast. Ich bin Thorsten Frenzel und heute bin ich auf der SCON und in einer ziemlich coolen Podcast-Kabine. Und ich habe Gäste dabei und ich fange gleich mal zu meiner Rechten an. Jana, herzlich willkommen.

Jana

Ja, vielen lieben Dank, dass ich nochmal da sein darf. Ich war ja vor, ach Gott, zweieinhalb Jahren schon mal bei dir.

Torsten

Ach das stimmt, das ist ja schon so lange her.

Jana

Das ist schon ziemlich lange her, also es wird mal wieder Zeit. Genau, ich bin Jana, Jana Janze. Ich bin in der Tat, weiß gar nicht, ein Gewächs des Public Sektors. Ich beschäftige mich mit dem Thema Verwaltungsdigitalisierung seit relativ langer Zeit schon, seit über 15 Jahren. Und aktuell gerade ist ein Thema, was mich ganz stark umtreibt, das Thema Marktplätze. Deswegen sind wir ja auch hier.

Torsten

Und bam, schon wieder der Spoiler in der Vorstellung.

Jana

Oh Gott, Entschuldigung.

Torsten

Und dann haben wir noch den Mati dabei. Hallo, grüß dich, Mati.

Matthi

Ja, moin. Ich bin Matti Bolt-Richter. Ich bin der Geschäftsführer des ITVSH. Wir sind die als öffentlich-rechtliche Anstalt in Schleswig-Holstein, die Drehscheibe zwischen dem Land und den Kommunen. Und ich bin seit einem Jahr heute genau auf den Tag Geschäftsführer und das feiere ich heute mit euch.

Torsten

Ja, Glückwunsch zum Einjährigen quasi.

Matthi

Vielen Dank.

Torsten

Und dann haben wir noch den Marius dabei. Marius, stellst du dich auch nochmal ganz kurz vor?

Marius

Ja, hallo in die Runde. Mare Stadler, mein vollständiger Name. Ich bin Leiter der Stabstelle Strategie und Organisationsentwicklung bei der Baikommun und ich freue mich heute in der Runde dabei zu sein.

Torsten

Ja, und ich bin Thorsten Frenzel. Ich bin bei der Baikommun zuständig für die Produkt- und Projektmanagement und übergebe die Moderation ausnahmsweise an Marius, weil wir sprechen heute unter anderem über mein Produkt. Und wer kann das besser besprechen, als der, der für das Produkt zuständig ist? Marius, bitte übernehmen Sie.

Marius

Okay, danke für die Überleitung. Als Moderator habe ich mich natürlich inspirieren lassen von einem großen Vorbild, von Thorsten selbst. Und da gehört natürlich auch ein gewisser Einleitungstext dazu. Den habe ich vorbereitet. Ich habe ihn leider nicht auswendig gelernt. Ich muss ihn ablesen. Aber das ist sozusagen meine Anmoderation des heutigen Podcasts.

Torsten

Als Junior-Moderator ist das natürlich gestattet abzulesen.

Marius

Digitale Marktplätze sind das Betriebssystem der öffentlichen Beschaffung. Sie lösen den Widerspruch zwischen Vergaberecht und Flexibilität, indem sie Transparenz, Auditierbarkeit und faire Spielregeln standardisieren. Praktisch heißt das, weniger manuelle Aufwände, bessere Daten, bessere Rahmenverträge. Gleichzeitig öffnen Plattformen den Blick für Innovation und verankern Nachhaltigkeit.

Ich bin Historiker und als Historiker denke ich mir, der Marktplatz war immer Infrastruktur der Öffentlichkeit. Heute schreiben wir diese Infrastruktur als Software und damit entscheiden wir, welche öffentlichen Werte der Einkauf tatsächlich belohnt. Und das sind Transparenz, Wettbewerb, Fairness und Nachhaltigkeit. Und darüber diskutieren wir jetzt in dieser heutigen Podcast-Sitzung mit den Gästen. Ich habe ein paar Fragen mitgenommen zum Einstieg.

Ganz klassisch erstmal, was versteht ihr unter einem digitalen Marktplatz?

Jana

Jetzt musst du noch sagen, wer anfangen soll, oder?

Marius

Dann Jana. Du hast dich zuerst bewegt.

Jana

Okay, ich habe mich zuerst bewegt. Genau, ein Marktplatz, was ist das? Beziehungsweise was ist das für mich? Es ist der Dreh- und Angelpunkt. Das hast du ja gerade in der Einleitung schon so schön gesagt. Für mich ist es in der Tat aber auch wirklich eine Transparenz. Auch die hattest du schon angesprochen.

Ein Marktplatz, ich meine, wenn wir das kennen, Ich nehme mal nicht die großen amerikanischen Hersteller und die großen amerikanischen Marktplätze, die wir alle ganz gerne mal im Mund nehmen, sondern ich nehme mal den Wochenmarkt. Da laufe ich ja auch drüber, habe ganz viel Angebot und das, was einen Marktplatz für mich in der Tat auch ausmacht, ist bei einem Wochenmarkt, ich kann da Sachen auch wirklich einkaufen.

Ich kann sie mitnehmen, ich sehe ein Preisschild dran und ich bin in der Tat auch in einer Interaktion vielleicht mit den Personen um mich herum. Ich bin aber auch in der Interaktion mit den Anbietenden auf der anderen Seite, kann Nachfragen stellen und so weiter. Also sehr viel Transparenz, Dinge direkt mitnehmen, einkaufen,

das ist das, was für mich einen Marktplatz ausmacht. Und wenn ich es dann vielleicht ein Stückchen weiter denke, gerade aufs Digitale bezogen, auch ein Austausch zwischen unterschiedlichen Wirtschaftsteilnehmenden im Endeffekt. Ja, und am Ende ist das was, was uns als Deutschland vielleicht auch ausmacht, Marktwirtschaft fördert und so weiter und so fort. Ja.

Marius

Okay, danke für den Einblick. Matti, was ist ein digitaler Marktplatz für dich?

Matthi

Ich glaube, eigentlich hat Jana gerade den wesentlichen Punkt ja schon gesagt. Wir haben Transparenz auf einem Marktplatz, wir haben ein breites Angebot auf einem Marktplatz und wir haben sozusagen es leichter für die abnehmende Seite an Güter dran zu kommen. Und insoweit ist, glaube ich, das Marktplatzbild erstmal ein guter, ein gutes Bild. Und nichtsdestotrotz muss man, glaube ich, schon schauen, so kommen wir damit eigentlich tatsächlich zu dem Ziel, wo wir hinwollen.

Oder müssen wir nicht viel stärker vom Wochenmarkt wegkommen und dann doch eher in Richtung Dosen-Ravioli oder HelloFresh denken? Im Sinne von einem Angebot, was wirklich direkt bei den Leuten nach Hause kommt. Und ich glaube, da sind wir im Moment noch so gut verschiedene Marktplatzstrukturen, die wir gebaut haben, ja sind.

Und so einfach es auch ist, darüber Dinge zu beziehen, wir nehmen das bei uns, in unserem Bereich immer wieder wahr, dass Dinge bestellt werden, Dinge gekauft werden und dann kommen sie nicht zum Einsatz. Und ich glaube, da können wir tatsächlich auch mit unseren allen Marktplätzen, die es so gibt für die Verwaltungsdigitalisierung, noch besser werden.

Marius

Thorsten, was ist ein digitaler Marktplatz für dich?

Torsten

Ich wollte eigentlich fast ganz was anderes sagen, aber deine Anmoderation war so großartig, dass wir mit dem zentralen Platz für Austausch und letztendlich auch Ratsch und Ratsch für Neuigkeiten, die man sucht und dann kriegt man auch noch das richtige Produkt, was man braucht, inklusive Empfehlungen und nehmst du doch noch das dazu. Und ein digitaler Marktplatz muss für mich auch genau das können.

Und jetzt shameless self-plug, der digitale Marktplatz beziehungsweise der Digitalmarkt der Beikommun hat das ganze Ökosystem quasi mitgedacht.

Marius

Okay, großartig. Wenn du sagst, der Beikommun-Digitalmarkt hat dieses Ökosystem mitgedacht, dann kannst du mir auch ziemlich genau sagen, was braucht denn, warum braucht die Verwaltungsdigitalisierung diesen Marktplatz oder überhaupt diese digitalen Marktplätze?

Torsten

Wie ja alle Zuhörenden wissen, habe ich früher beim IT-Dienstleister gearbeitet und der IT-Dienstleister hatte einen ganz klassischen Vertrieb. Das heißt, die sind rausgefahren zu den Kommunen und haben die Kommunen beraten. Die haben Produktvertrieb gemacht, die haben diese ganze Palette, den ganzen Bauchladen mitgenommen und haben das alles vertrieben. Digitale Marktplätze laufen anders. Das ist nicht mehr Push, sondern es ist Pull.

Beim digitalen Marktplatz ist es so, ich habe eine riesengroße Auslage und dann suche ich mir aus, was ich brauche und das kann ich ganz einfach bestellen. Da brauche ich niemanden mehr, der mir irgendwie was aufschwatzt, sondern ich kann mir selber ein Bild davon machen.

Marius

Ist das also das Ende des klassischen Vertriebs oder ist es einfach eine andere Form, Jana?

Jana

Es ist eine ganz andere Form in der Tat. Ich glaube, dass auch gar nicht der klassische Vertrieb ausstirbt, was du jetzt vielleicht mit deiner Frage auch gemeint haben könntest. Ich glaube, den klassischen Vertrieb, den braucht es wahrscheinlich weiterhin. Es ist eine ganz andere Art von Interaktion. Es ist mehr, ich kann mich schon informieren darüber. Ich sehe eine Breite an Informationen.

Ansonsten, wenn ich einen klassischen Vertrieb habe, dann höre ich was über ein einziges Produkt oder vielleicht zwei, drei von einem Anbieter. Aber zumindest habe ich keine Vergleichbarkeit. Und das ist es ja, was einen digitalen Marktplatz auch ausmacht. Unterschiedliche Themen zu sehen, mit einer Fragestellung reinzugehen, zu sagen, ich suche ein bestimmtes Tool, was mir hilft.

Und ich sehe eine breite Palette an Dingen, an Produkten und kann mich dann davon vielleicht auch inspirieren lassen, Wir am Ende eins davon aussuchen.

Marius

Das ist ein tolles Bild. Stellt sich mir die Frage, wer ist die Zielgruppe, wer auf diesen Marktplätzen ist? Und woher weiß ich eigentlich, dass die Produkte, die ich auf diesem Marktplatz finde, das ist, was ich brauche? Oder wer kurvertiert die? Wer macht die Qualitätssicherung? Also auf einem analogen Marktplatz kann ich mir die Äpfel, die Birnen anschauen, gefallen die mir. Aber wie weiß ich oder wie kann ich das feststellen, wenn wir uns im digitalen Raum, im digitalen Marktplatz bewegen?

Jana

Ich fange mal an. Also in der Tat, ich glaube, dass wenn ich in einen Marktplatz reingehe, in einen digitalen Marktplatz, brauche ich natürlich ein großes Angebot. Ich gehe jetzt schon mal einen Schritt weiter. Wir versuchen gerade mit dem Marktplatz der Zukunft als Arbeitstitel einen großen Marktplatz in Deutschland herzustellen, über den ich unterschiedlichste Produkte von allen möglichen Stakeholdern im Endeffekt sehe.

Sowohl von den öffentlichen IT-Dienstleistern aus der Verwaltung heraus, unterschiedliche Produkte, die schon entwickelt wurden, die nachgenutzt werden können, aber eben auch Produkte von privaten Anbietern. Und am Ende gehört es natürlich dazu, dass ein Marktplatz auch diesen Raum schafft, dass sich diese Anbieter da auch ansiedeln können, einen eigenen Marktstand beispielsweise aufbauen, wenn ich in diesem Wochenmarktbild bleibe. Und auf der anderen Seite gehört es auch dazu, dass man schaut,

wer darf denn da alles drauf? Also das Kuratieren von Produkten. Was habe ich für Produkte? Wie kann ich diese Produkte auch eingruppieren, dass sie richtig gefunden werden? Wie kann ich da aber auch dafür sorgen, dass die passenden Produkte für eine Verwaltung da sind?

Matthi

Ich glaube, das ist letzten Endes genau der Punkt. Also wir haben bei uns in Schleswig-Holstein eine extrem zergliederte und vielfältige kommunale Landschaft. Wir haben Einzelkommunen mit einstelliger Einwohnerzahl. Wir haben dann Ämter, die diese Kleinstkommunen zusammenfassen mit 30, 40 Mitarbeitenden, die die komplette Palette der kommunalen Selbstverwaltung abdecken müssen. Und wir haben dann die Großstädte, wo einfach schon 30, 40 Leute nur für digitale Themen zuständig sind.

Und ich glaube, dass wir gerade die kommunale Ebene, mit der wir uns ja maßgeblich beschäftigen. Total überfordern mit der Vielfalt, die es heute an Angebot gibt.

Und letzten Endes ist auch das, glaube ich, der Grund dafür, dass wir diese enorme Komplexität in ganz vielen Verfahren haben, dass wir jetzt hingehen müssen und beispielsweise einen riesengroßen Zoo von Fachverfahren wieder irgendwie zusammensortieren müssen und konsolidieren müssen, weil wir einfach in den letzten drei, vier Jahrzehnten Verwaltungsdigitalisierung letzten Endes nicht mit einem strategischen Anpack gemacht haben. Und ich glaube, da helfen eben solche Marktplatzmodelle.

Bei uns in Schleswig-Holstein ist es noch relativ einfach. In unserem OZG-Shop sind im Moment einfach EFA-Dienste. Die sind für Kommunen kostenfrei und rechtssicher nachnutzbar. Das ist für die auch schon ein großer Mehrwert, ähnlich wie in eurem Marktplatz.

Und ich glaube, dass wir eben an dieser Stelle einfach Komplexität reduzieren müssen für die abnehmende Seite, gerade an der Stelle oder gerade mit Blick darauf, dass wir ja in den Verwaltungen in den nächsten Jahren eine dramatische demografische Herausforderung haben werden, wo einfach sich auch irgendwann niemand mehr so richtig um diese Alltagssorgen sozusagen kümmern kann. Und dann braucht es eben eine übergeordnete Instanz, die diese Alltagssorgen ihnen abnimmt.

Torsten

Ja und gerade um die Komplexität zu verringern, ist eine Kuration genau wichtig und eine Kuration findet in den meisten Marktplätzen statt. Die findet ja prinzipiell auch auf dem Marktplatz in der Stadt statt. Da muss man sich an Regeln halten, dass man überhaupt mitspielen darf und man darf halt nur bestimmte Dinge verkaufen, Obst, Gemüse, was auch immer, da kann keiner hinkommen und sagen, ich verkaufe jetzt Töpfe, wenn Töpfe auf dem Marktplatz nicht erlaubt sind.

Und genau das machen die digitalen Marktplätze auch und die verringern dadurch die Auswahlmöglichkeit und dadurch auch die Komplexität, auch wenn das für einen Wettbewerb seltsam klingt, dass man die Auswahlmöglichkeit verringert. Aber wenn man eine schlaue Kuration macht, dann sind genau die richtigen zielgerichteten Produkte drin.

Marius

Das heißt also, beim Kuratieren des Angebots, bei der Auswahl des Bauchladens des Angebots, nimmt man ganz stark die Zielgruppe in den Blick. Was brauchen die eigentlich? Was ist für die wichtig? Also an den Bedarfen und Bedürfnissen der Zielgruppe orientiert. Deswegen mal auf die Seite geschaut, wer sind denn die Zielgruppe? Wir haben es schon gehört, bei uns kaufen Kommunen ein, es gibt große und kleine. Aber wer ist die Zielgruppe genau?

Torsten

Also ich würde sagen, es gibt nicht die Zielgruppe, sondern es gibt die Zielgruppen, weil wir, wenn ich mir anschaue, die aktuelle Landschaft der digitalen Marktplätze, die es in Deutschland gibt, hat jeder eine andere Zielgruppe und das ist auch richtig so. Es gibt ja auch nicht die Verwaltung, es gibt auch nicht die Kommunalverwaltung oder die Kommunen, sondern die. Für diese Zielgruppen muss einfach der Marktplatz auch passen.

Der muss genau das anbieten, was sie wollen, weil sonst haben wir Amazon-Modell, da gibt es halt alles. Da kann ich mir einen Schokoriegel kaufen, ich kann mir aber auch fast ein Auto kaufen, also so weit geht es ganz zum Glück noch nicht, aber ich kann mir Großgeräte kaufen, Waschmaschinen und die beiden Produkte haben überhaupt keine Beziehung zueinander.

Marius

Okay, aber dann heißt es doch auch, es geht nicht nur darum, dass man einfach Produkte auf diesem Marktplatz erwerben kann, sondern die Kommunen brauchen ja auch eine gewisse Orientierung, die brauchen Informationen. Das heißt also, dieser Marktplatz muss neben den Produkten auch Informationen für die Kommunen zur Verfügung stellen, was sie denn eigentlich brauchen und sie da ein Stück weit leiten und orientieren. Ist das richtig?

Matthi

Also ja, natürlich. Und ich glaube, wir müssen halt auch nochmal uns sehr genau anschauen. Das ist nicht nur eine Marktplatzfrage, sondern das ist insgesamt eine Frage fürs Projektmanagement. Warum werden bestimmte Produkte eigentlich gebraucht?

Also wir haben jetzt gerade bei unseren Kommunen eine Umfrage gemacht, wo wir abgefragt haben für das nächste Jahr, was ist der Bedarf an Online-Diensten und haben dazu dann aber auch unsere Prozesse hinterfragt und uns Antworten dazu geben lassen und haben beispielsweise die Frage gestellt, warum wollt ihr eigentlich einen bestimmten Online-Dienst digitalisieren oder einen bestimmten Dienst digitalisieren? Was sind für euch die maßgeblichen Kriterien?

Und dann hatten wir natürlich sowas wie Wirtschaftlichkeit, wir hatten Dätgrad E an und aber auch, und das haben 20, 30 Prozent tatsächlich auch so beantwortet, mein Bürgermeister will das gerade. Und ich glaube, in dieser Vielfalt von Motivationen bewegen wir uns am Ende des Tages auch und das sind natürlich auch die Mitarbeitenden in den Kommunen, die diesen ganzen unterschiedlichen Erwartungen und Anforderungen auch ausgesetzt sind.

Und ich glaube, da müssen wir sie auch entsprechend durchgeleiten, dass das funktioniert.

Jana

Ich würde da vielleicht nochmal so eine andere Perspektive mit reinbringen, weil der Marktplatz der Zukunft in der Tat ja eine etwas größere Zielgruppe hat. Der bewegt sich natürlich in Richtung der Kommunen, ja, total. Aber wir fokussieren uns auch auf Mitarbeitende in den Landesverwaltungen, aber eben auch auf den Bund selbst. Das heißt, es sind nicht nur Lösungen, die für die kommunale Ebene beispielsweise gedacht sind, sondern auch darüber hinaus gehen.

Dadurch wird natürlich das Spektrum, Thorsten hast du es gerade schon angesprochen, das Spektrum wird etwas breiter in einem Marktplatz, wo die Zielgruppe einfach nochmal eine andere ist. Dennoch gelten natürlich die gleichen Herausforderungen, die da sind. Also auch da gehört es dazu, Produkte zu kuratieren. Auch da gehört es dazu, vielleicht eine Vergleichbarkeit herzustellen.

Und was mir die ganze Zeit so ein bisschen im Kopf mit rumschwirrt, ist natürlich sowas wie, andere Kunden kauften auch, kennen wir alle, von den amerikanischen Anbietern oder den großen Marktplätzen, digitalen Marktplätzen, die da sind.

Das ist aber sicherlich auch etwas, was natürlich für die kommunale Ebene total wichtig ist, zu sagen, ich bin vielleicht die kleine Kommune, von der du gerade gesprochen hast, meine anderen Kommunen in meiner gleichen Klasse, in Anführungszeichen, oder in der gleichen Größenordnung kaufen dann vielleicht auch andere Produkte, die so ähnlich sind. Und vielleicht kann ich die dann auch bündeln. Wenn ich auf einer Landesebene unterwegs bin oder auch auf Bundesebene,

kann das ganz anders aussehen. Deswegen, ja, es sind unterschiedliche Zielgruppen. Und ich glaube, das ist auch vielleicht so ein kleiner Unterscheidungspunkt zwischen den lokalen Landes-Digitalmärkten im Vergleich zu dem Marktplatz der Zukunft.

Marius

Wie macht der Digitalmarkt der Beikommunen das? Reines Produktangebot oder auch Informationsangebot?

Torsten

Wir haben in erster Linie ein Produktangebot, aber unsere Produkte sind sehr, sehr ausführlich beschrieben. Wir bieten hauptsächlich EFA-Leistungen an und Leistungen aus den Bayern-Packages und da haben wir sehr, sehr viel Informationen in einzelnen Diensten und wir haben die Dienste zusätzlich auch noch entsprechend klassifiziert. Für welche Art einer Kommune ist dieser Dienst notwendig?

Und damit wir auch diese Austauschgedanken hinbekommen vom Marktplatz, haben wir zusätzlich noch unser Baikonet. Und im Baikonet haben wir Austauschmöglichkeiten und da haben wir auch Möglichkeiten, dass sich die Kommunen austauschen über diese Angebote, die wir im Digitalmarkt haben. Also welche Erfahrung hast du mit dem Dienst gemacht? Ich habe Probleme bei der Einrichtung. Wie hast du das gelöst? Und da gibt es ganz viel gegenseitige Unterstützung aus den Kommunen.

Und das finde ich großartig.

Marius

Also das heißt, neben dem Digitalmarkt auch das Baikonet, die beiden Produkte muss man zusammendenken.

Torsten

Genau, also ich hatte ja schon gesagt, Ökosystem, also wir haben, ich nenne das jetzt mal als Frontend, das Frontend, da haben wir diese beiden Komponenten, die sich wunderbar ergänzen und wir haben natürlich zu dem Ökosystem gehört ja auch noch ein Backend dazu und durch dieses Backend kommen wir in einen ganz, ganz hohen Digitalisierungsgrad.

Jana

Ich finde das übrigens total mega, was ihr mit den ganzen Community-Features drumherum macht. Wir haben uns da ja schon ein paar Mal dazu ausgetauscht. Ich finde das wahnsinnig gut und einen sehr, sehr, sehr charmanten Weg, da nochmal anders in eine Interaktion zu gehen, weil auch da, auch das kennen wir sehr häufig, dann gibt es mal in einem App-Store, in einem whatever-Store, die wir von den Handys kennen oder von den mobilen Telefonen kennen, gibt es da irgendwie so eine Sterne-Bewertung.

Ich glaube, das funktioniert mit der Verwaltung nicht unbedingt. Das ist nochmal eine ganz andere Herangehensweise. Und ich finde, das ist ein sehr, sehr, sehr charmanter Weg, wie ihr das gelöst habt.

Marius

Was würdest du sagen, Jana, braucht es dann noch von den Digitalmärkten? Also welche Funktionalitäten müssen die abbilden? Okay, einmal vielleicht Kommunen in deiner Größenordnung kauften auch das oder der Dienst ist so und so gut bewertet. Auch, wir haben ja gerade gehört, das Community-Angebot drumherum. Sind das alle Funktionalitäten oder was muss so ein Digitalmarkt eigentlich dann bieten?

Jana

Aus meiner Sicht muss der auch eine Einkaufsfunktion haben. Auch das ist sicherlich nochmal ein kleines Ticken anders im Vergleich zu den Landesdigitalmärkten. Weil bei euch, zumindest so wie ich es bisher verstanden habe, bekommen die Kommunen etwas, ich sage mal an Anfangszeichen for free, es ist vielleicht eher so eine Art All-Inclusive-Paket. Ich zahle einmal und kann dann nutzen. Bei dem Marktplatz der Zukunft wollen wir in der Tat auch dafür sorgen, dass Dinge eingekauft werden können.

Also die Vergabe, die Beschaffung, die drumherum stattfinden muss, damit eben auch abzubilden und da auch andere Wege zu finden, weil ansonsten habe ich ein plaines Schaufenster. Das ist ziemlich unbefriedigend aus meiner Sicht, wenn ich irgendwie, keine Ahnung, sonntags durch die Stadt laufe und dann kann ich da irgendwie im Schaufenster sehen, was da für coole Sachen drin sind. Ist doch viel schöner, wenn ich in den Laden reingehen kann und die Sachen dann direkt mitnehmen kann.

Und deswegen, ein digitaler Marktplatz muss genau das auch anbieten. Ich muss Dinge auch einkaufen können. Ich muss das bezahlen können. Ich muss da eine Rechnung dafür bekommen. Ich muss aber auch einen Preis sehen. Vergleichbarkeit und so weiter hatten wir schon gerade drüber gesprochen.

Marius

Matti, wie macht ihr das in Schleswig-Holstein?

Matthi

Es ist bei uns tatsächlich ganz ähnlich gelagert wie auf dem bayerischen Marktplatz. Bei uns ist es halt so, wie Jana gerade schon sagte, for free. Es gibt auch einzelne Entwicklungen aus einzelnen Kommunen, die über den Shop zur Verfügung gestellt werden. Die werden, sagen wir mal, unterschiedlich stark nachgefragt, weil sie auf sehr unterschiedlichen Technologiebasen funktionieren und so weiter. Also da hängen noch so ein paar Schwierigkeiten dann mit dran.

Ich glaube, aktuell ist sozusagen auch das, womit wir gut vorankommen und das, was wir brauchen. Auf der anderen Seite müssen wir aber natürlich über diesen Tag auch hinausdenken. Und wir sehen einfach im Moment in der Praxis schon, dass Kommunen beispielsweise sich bei uns über den Shop einen E-Verdienst bestellen. Wir sind da übrigens auch gerade dabei, unser Informationsangebot nochmal deutlich zu überarbeiten, weil eben je mehr Infos man zur Verfügung stellt, desto besser.

Letzten Endes, genau wie auf dem klassischen Marktplatz, wenn ich sagen kann, der Apfel schmeckt so, der Apfel schmeckt so, dann kann sich halt der Kunde auch für den richtigen Apfel entscheiden. Wir planen im Moment halt dabei daran, dass wir ein Konzept entwickeln, um quasi die Implementierung in der Kommune mehr oder weniger zu automatisieren.

Und insbesondere, das ist im Moment unser großer Painpoint und vor allem auch für die Kommunen die Schwierigkeit, die Anbindung an die internen Prozesse, die Anbindung aber auch an sowas wie einen Zuständigkeitsfinder, dass eben ein Dienst, der ausgerollt ist, dann auch gefunden wird. Und je kleiner eine Verwaltungseinheit ist, desto größer werden auch solche vermeintlich kleinen Probleme.

Und da arbeiten wir eben gerade an einem Konzept, dass wir solche Prozesse halt auch automatisiert bekommen.

Marius

Jetzt wäre so ein bisschen die Frage, weil du gesagt hast, man kann dort E-Verdienste bekommen und auch andere Produkte, die die Kommunen brauchen. Jetzt bin ich eine Kommune und melde mich in diesem Marktplatz an, registriere mich, werde Mitglied. Und wie ist es dann eigentlich vergaberechtlich? Kann ich mich dann völlig frei in diesem Marktplatz bewegen? Muss ich das vorher irgendwie klären oder bin ich allein, dass ich dadurch Mitglied

werde, schon vergaberecht sicher? Gibt es da Unterschiede? Wie geht es zusammen, Vergaberecht und digitaler Marktplatz?

Torsten

Das ist die Frage aller Fragen. Ich kann die jetzt nicht für ganz Deutschland beantworten, ich kann die für Bayern beantworten. Der Digitalmarkt in Bayern ist so ausgestaltet, dass eine bayerische Kommune hier vergabefrei bestellen kann. Das ermöglichen wir durch verschiedene Dinge. Zum einen gibt es die Baikommun. Die Baikommun gehört zu 50 Prozent dem Freistaat Bayern und zu 50 Prozent den bayerischen Kommunen. Dadurch ist eine Inhouse-Fähigkeit in alle Richtungen vorhanden.

Es geht also los, dass der Freistaat Bayern die EFA-Leistungen einkauft. Und jetzt kommt ein ganz, ganz furchtbares Wort, Umklappverfahren. Oder Umklappverträge, also die Juristen da draußen, die sich das ausgedacht haben, haben echt tolle Wortschöpfungen. Auf jeden Fall ist durch diese Umklappverträge es möglich, dass die Beikommun die Leistungen den bayerischen Kommunen zur Verschwörung stellen kann.

Das heißt, die Kommunen können hier kostenfrei bestellen. So ganz kostenfrei ist es natürlich auch nicht, weil die bayerischen Kommunen zahlen 50 Prozent der Kosten über die bayerische Digitalumlage. Die anderen 50 Prozent übernimmt der Freistaat komplett.

Jana

Ich versuche mal die Bundesrespektive so ein bisschen zu ergänzen und möchte da ganz gerne auch nochmal einen Punkt mit reinbringen. Also ja, das Thema Umklappverträge oder ich habe letztens irgendwie Schwesterverträge gehört. Das wird ja immer lustiger. Das wird immer lustiger, ne? Ja, ja, ja, absolut. Sag ich übrigens als Nicht-Juristin, ganz, ganz, ganz wichtig dabei.

Genau, das ist natürlich eine Möglichkeit, eine Möglichkeit, die wir auch aus dem Eva-Marktplatz kennen oder eben auch aus dem Cloud-Service-Portal, was aktuell in der deutschen Verwaltungs-Cloud noch angesiedelt ist. Aber das sind die Varianten, die natürlich relativ schnell Inhausfähigkeit ermöglichen. Auf der anderen Seite bewegen wir uns ja auch in Zeiten, wo wir über Vergabebeschleunigungsgesetze beispielsweise sprechen.

Wir reden darüber, dass Vergabegrenzen auf 100.000 Euro angehoben werden, deutschlandweit beispielsweise. Ich hoffe wirklich, dass es kommt. Einige Bundesländer sind da ja schon ziemlich weit vorangegangen. Auf der anderen Seite, wenn ich genau das ermögliche, muss ich auch wissen, was eine Lösung kostet, um dann entsprechend einen Preis über einen bestimmten Zeitraum zu berechnen oder auch um zu sagen, wenn fünf Nutzende einen bestimmten Cloud-Service nutzen, dann kostet mich das XYZ-Euro.

Wenn ich dann unter einer Vergabegrenze bin, kann ich da natürlich einfach auch über andere Möglichkeiten, über Direktverträge beispielsweise, nachdenken. Dafür muss ich aber die Preise von einem Produkt kennen. Und da wäre in der Tat so ein bisschen mein Glädoyer vielleicht auch an alle Zuhörenden. Wir müssen darüber nachdenken, was ist ein Produkt, was ich anbiete.

Da müssen wir in eine Produktlogik hineinkommen, auf allen Seiten, auch auf Seiten der Anbietenden, weil da sind wir heute sehr häufig in Situationen, wo dann Personalverkaufe, Beratungsleistungen verkauft werden und so weiter. Eine Person, ich hoffe, da widerspricht mir jetzt hier hoffentlich keiner, eine Person ist kein Produkt. So, ich kann jetzt nicht sagen, ich kaufe mir einen Thorsten, ich kaufe mir einen Matti, ich kaufe mir einen Marius.

Das funktioniert nicht. Auf der anderen Seite muss ich dann eben genau in diese Produktlogik viel stärker reinkommen, um ein Preistech dran zu setzen. Weil wenn ich dieses Preistech habe, dann kann ich auch über andere Möglichkeiten der Vergabe nachdenken. Ich würde mal behaupten, dass viele Lösungen von GavTech-Startups beispielsweise eben unter den 100.000 Euro liegen, sodass dann wieder eine Direktvergabe möglich wäre, wenn wir das alles wissen. Das gehört aus meiner Sicht auch noch mit dazu.

Matthi

Ich glaube, das ist genau der Punkt. Also. Also nicht nur das Vergabeverfahren selbst, sondern auch insgesamt. Die Produktvielfalt ist so groß, dass sie halt viele Abnehmende, viele Kommunen auch insbesondere überfordert.

Und insofern ist es nicht nur eine Frage von Marktplatz und von Vergabefreiheit, sondern es ist auch eine Frage oder eine Arbeitserleichterung ist es schon, wenn wir beispielsweise Markterkundung zentral machen und dann eben sagen können, wir haben uns die 30 Produkte angeguckt, davon sind zwei gut. Und der Rest ist nur Zeug, was euch teuer verkauft wird und sucht euch frei aus den Zweien aus zu den und den Bedingungen. Also dann hätten wir schon eine gewisse Erleichterung.

Das sind natürlich jetzt Mechanismen, wo schon eher freier Markt berührt wird. Das, was wir, Thorsten, und was ihr in Bayern macht, was wir in Schleswig-Holstein machen, das ist im Grunde genommen natürlich noch nicht richtig echtes Marktumfeld.

In unserem Fall ist es so, wir sind als ETVSH 100 Prozent kommunal getragen, haben eine Vereinbarung mit dem Land, dass immer, wenn wir einen Bedarf sehen in den Kommunen, das Land einen Nachnutzungsvertrag mit dem bereitstellenden Land macht und das dann über uns zur Verfügung steht. Die Kommunen kostet das nichts, weder direkt noch indirekt, noch sonst irgendwie. Das wird jetzt eure bayerischen Hörerinnen vielleicht motivieren, auch mal aufs Digitalministerium zuzugehen.

Also da haben wir eine große Unterstützung. Aber das ist natürlich noch nicht der klassische Beschaffungsprozess, weil EVA-Prinzip heißt halt, es gibt eins, was alle kriegen.

Torsten

Also wir haben natürlich auch noch Ideen, andere Sachen in den Digitalmarkt reinzubringen. Also wenn man ehrlich ist, der Digitalmarkt, den wir in Bayern haben, ist als Krücke entstanden. Aber dieser Digitalmarkt hat sich so weit entwickelt, dass der so ein zentraler Punkt ist bei der Digitalisierung in Bayern, dass wir viele, viele Möglichkeiten schon auf dem Schirm haben und die auch nach und nach mit einbauen werden. Es wird auch irgendwann möglich sein, dass ich da was kaufen kann.

Marius

Also der Startschuss war sozusagen der E-Verdienst oder dass wir einfach in Bayern die E-Verdienste an die Kommunen weitergeben können. Aber höre ich da richtig raus, ist nur der erste Entwicklungsschritt. Viele weitere können kommen. Wohin kann sich so ein Digitalmarkt entwickeln?

Torsten

Naja, also wir kennen die ganzen amerikanischen Vorbilder. Amazon zum Beispiel, ich will jetzt nicht sagen, dass wir ein bayerisches Behörden-Amazon nachbauen, aber prinzipiell die Ideen sind alle da. Wir können in diesen Digitalmärkten Dienstleistungen anbieten, wir können Software anbieten, wir können Fachverfahren anbieten, wir könnten sogar Rahmenverträge anbieten. Der Freistaat Bayern hat wahnsinnig viele Rahmenverträge geschlossen, die auch für die Kommunen verwendbar sind.

Die kann man da auch wunderbar mit reinbringen, sodass die Kommunen direkt über den Digitalmarkt abrufen können.

Marius

Jetzt bin ich eine Kommune, ich mache mir jetzt keine Sorgen mehr über Vergaberecht, weil digitaler Marktplatz und Vergaberecht, habe ich jetzt gelernt, ergänzen sich super, sind kein Widerspruch. Jetzt habe ich da ein Produkt auf dem analogen Markt, schmeiße ich das einfach in meinen Warenkorb oder in meine Einkaufstüte, gehe nach Hause. Wie läuft das, wenn ich im digitalen Marktplatz was bestellt habe? Also zum Beispiel im digitalen Markt, Thorsten, die Kommune hat jetzt da was

in seinen Warenkorb geschmissen, einen Online-Dienst, einen E-Verdienst. Was passiert dann?

Torsten

Ich glaube, alle drei, wie wir hier am Tisch sitzen, das sind die Mechanismen nach der Bestellung eine andere. Also bei uns ist es so, wenn eine EFA-Leistung zum Beispiel bestellt wird, dann läuft bei uns ein Automatismus ab im Backend, dass die Dienstleister, die die EFA-Leistung ausrollen, benachrichtigt werden. Die Kommunen werden benachrichtigt. Es werden alle Informationen zusammengesammelt, die wir brauchen für den Rollout der EFA-Leistungen.

Und wir sind sogar dabei, daran zu arbeiten, dass wir im nächsten Jahr eine Leistung vom Digitalmarkt tatsächlich auch vollautomatisiert ausliefern. Das heißt Bestellung, kurze QA, Automatisierung des Deployments, das heißt bestellt und der Dienst ist verfügbar. Da arbeiten wir dran, da sind wir sehr, sehr zuversichtlich, dass das funktioniert. Da fehlen noch ein paar juristische Themen, die zu klären sind, aber ansonsten technisch ist das schon wunderbar machbar.

Marius

Also das heißt, der Wunsch wäre, das Zielbild, ein vollautomatisierter Bestellprozess. Ich gehe in den Digitalmarkt als Kommune, bestelle meinen E-Verdienst und dann läuft alles hinter den Kulissen weiter.

Torsten

Genau, ich bestelle und kann sofort damit loslegen.

Marius

Jana, wie ist das beim Marktplatz der Zukunft?

Jana

Beim Marktplatz der Zukunft ist das in der Tat noch nicht so, aber du hattest ja vorhin gefragt, was denn ein Zielbild ist. Für mich ist genau das das Zielbild. Ich nutze quasi den Marktplatz der Zukunft als eine Art Handelsplattform, als eine Plattform, wo ich die Angebote sehe, aber dann müssen die Dinge auch automatisiert laufen.

Das ist jetzt in der Tat natürlich so ein bisschen komplexer, wenn ich unterschiedliche Anbietende habe, wenn ich nicht nur sage, das ist eine Lösung, die von einem, beispielsweise einem öffentlichen IT-Dienstleister zur Verfügung gestellt wird, sondern vielleicht auch von einem privaten Anbieter. Aber es gibt einfach da unterschiedliche Gänge oder unterschiedliche Wege, wie diese Dinge gemacht werden sollen.

Aber das Ziel aus meiner Sicht zumindest, perspektivisch für den Marktplatz der Zukunft, sollte auch sein, ich klicke an und ich kann es dann, das muss man noch klären, über welchen Weg auch immer, aber auch wirklich lauffähig nutzen. Am Ende sind es alles irgendwie Cloud-Anwendungen, es sind alles irgendwie so SaaS-Anwendungen oder wegen mir auch PaaS oder Infrastructure as a Service. Aber am Ende muss ich das irgendwie nutzen können.

Ich muss da irgendwie einen Griff dran bekommen, weil ansonsten kaufe ich das ein, habe es irgendwie super lange in meinem Warenkorb liegen oder in meinem, keine Ahnung, in meinem normalen Korb, in meinem Einkaufswagen und fahre damit lange rum und kann es aber dann doch nicht nutzen. Das ist ja nicht so befriedigend für alle Seiten. Deswegen sollte das das Ziel sein.

Marius

Matti, wie ist es bei euch, wenn ich auf Bestellung abschließen klicke? Was passiert dann?

Matthi

Dann jetzt kriegst du nach Bestellung abschließen erstmal ein ganzes Bündel an Informationen, die du eigentlich, und das ist die nächste kleine Entwicklungsstufe, vor der Bestellung schon haben solltest. Das ist bei uns, vorhin fiel einmal das Stichwort Krücke, natürlich ist auch unser OZG-Shop ein Stück weit als Krücke zwischen dieser ganzen Produktvielfalt und dem Vergaberecht und allem, was man als öffentliche Institution noch so beachten muss, entstanden.

Und das führte unter anderem dazu, dass diverse Produktinformationen, Produktdatenblätter erst hinter der Bestellung liegen. Das ist historisch so gewachsen. Das ist für alle Beteiligten total blöd. Für die Kommunen ist es blöd. Für uns ist es auch ein Problem, weil es uns letzten Endes auch die Statistik versaut, weil wir eine recht hohe Zahl von Bestellungen haben, die zu nichts führen. Und deswegen, das ist jetzt der direkte Schritt, was sich nach der Bestellung in Zukunft ändern wird.

Was sich nicht ändern wird, ist, dass auch bei uns interne Prozesse ausgelöst werden, es eine sehr enge Begleitung der Kommunen gibt, es eine Nachricht an das Roll-in-Team von Dataport gibt. Wir sind ja als ITVSH auch Träger der Dataport und entsprechend arbeiten wir da auch mit den Teams sehr eng zusammen, was die technische Anbindung angeht.

Das heißt also im Grunde genommen, wir stehen an einem ähnlichen Punkt, wo die Beikommunen mit ihrem digitalen Marktplatz auch steht und stehen auch vor der Herausforderung, wie kriegen wir das hin, einerseits das bestmöglich zu automatisieren und ich glaube andererseits müssen wir aber auch noch schauen, also die Dienstleister im E-Commerce, die wir kennen, funktionieren ja idealerweise auch dadurch, dass sie eben noch

eine enge Begleitung der Kundinnen und Kunden nach dem Bestellprozess auch gewährleisten. Das heißt also, wir denken sehr stark darüber nach, natürlich auch, wo kann man automatisieren, aber wir denken eben auch sehr stark darüber nach, wie kriegen wir das hin, dass wir Kommunen, die wir einmal hatten, die wir einmal mit einem Dienst zum Beispiel beglücken konnten, dass wir die einfach weiter betreuen, dass wir sie auch über Entwicklung auf dem Laufenden halten und so weiter.

Also dieses Serviceangebot, ich glaube, da können wir durchaus auch an der einen oder anderen Stelle noch lernen.

Marius

Das heißt also, der digitale Marktplatz als Einstiegspunkt für die Kommune sozusagen in ein Full-Size-Service-Angebot?

Matthi

Genau, Full-Size-Service-Angebot natürlich innerhalb der Restriktionen, die wir als öffentlicher Träger auch immer haben. Das heißt also, wir können nicht beliebig unsere, was weiß ich, Callcenter irgendwo auf der Welt hochskalieren, wenn wir gerade eine größere Menge an Anfragen haben. Solche Dinge sind nicht so einfach. Aber natürlich, wir wollen eine möglichst enge Begleitung unserer kommunalen Träger auch auf die Dauer gewährleisten und einfach auch niemanden verlieren auf der Strecke.

Jana

Darf ich vielleicht auch eine Frage stellen an euch beide mit euren digitalen Märkten? Ihr habt ja wahrscheinlich sehr ähnliche Produkte, die da zu finden sind, wenn nicht gar vielleicht sogar wirklich eins zu eins die gleichen. Habt ihr eine gleiche Datenbasis?

Torsten

Ich glaube, da müssen wir nochmal drüber reden. Okay, wir können das jetzt hier anstoßen. Das wäre sehr schön, dass wir die gleiche Datenbasis hätten. Da wäre vielleicht sogar drüber nachzudenken, ob man nicht zentral für diese EVA-Leistung sogar eine standardisierte Datenquellen schafft. Haben wir nicht. Gibt es nicht.

Matthi

Gibt es nicht und das ist also ja teilweise noch ein bisschen absurder dadurch, dass wir eben mehrere verschiedene parallel geführte und teilweise widersprüchliche Register haben. Welche Leistung gerade in welchem Feld im Leistungskatalog steht, mit welcher Kennung und so weiter. Also nicht nur das Angebot zu schaffen, sondern eben auch den Single Point of Truth zu schaffen.

Das ist, glaube ich, noch eine große Herausforderung. Die kriegen wir aber auch nicht auf Landesebene oder auf kommunaler Ebene erst recht nicht gelöst, sondern das braucht dann schon auch eine übergeordnete Koordinierung. Gute Idee, machen wir.

Torsten

Genau, wir rufen auf zu X-Marktplatz.

Jana

Ja, vielleicht müssen wir in der Tat darüber sprechen, weil wir auf dem Marktplatz der Zukunft gibt es ja auch EFA-Lösungen, die angeboten werden. Dann hätten wir schon den dritten Marktplatz und es gibt ja noch ganz viele weitere. Von daher, warum das nicht mal zusammenzudenken? Vielleicht ist der Podcast der gute Auftakt.

Torsten

Gut, dass du gerade zusammen sagst. Ihr seht mein Gekritzel, was ich hier sehe. Und da steht Marktplätze verknüpfen. Also ich sehe hier auch noch ganz, ganz großes Potenzial. Also es gibt Spezialleistungen für jedes Bundesland. Die sollten natürlich auch nur im Bundesland verfügbar sein. Aber es gibt natürlich auch Leistungen wie zum Beispiel die EVA-Leistungen.

Die könnten ja an einem zentralen Marktplatz verfügbar sein oder von einem zentralen Marktplatz auf die lokalen Marktplätze quasi vererbt werden.

Jana

Also dann doch ein X-Marktplatz, X-Dal. Irgendwie sowas in der Richtung. Genau, wir brauchen X-Marktplatz. Eine große Datenbasis, auf die unterschiedliche Länder und Kommunen darauf zugreifen können.

Torsten

Lasst uns eine Arbeitsgruppe X Marktplatz gründen und wieder auf 50 bis 60 Personen aufblasen.

Jana

Bitte nicht. Vielleicht bleiben wir noch eine Stunde länger hier und dann ist das fertig.

Marius

Thorsten, du hast gerade einen interessanten Gedanken geäußert, Marktplätze vernetzen. Jetzt hätte ich da nochmal eine Frage aus einer anderen Perspektive. In der analogen Welt gibt es so ein natürliches Maß an Marktplätzen, das eine Stadt verträgt. Man kann nicht beliebig viele Marktplätze machen. Im Digitalen scheint dieses Gesetz so ein bisschen ausgehebelt zu sein. Marktplätze skalieren wunderbar. Wer sagt denn, was denn so eine Obergrenze

für digitale Marktplätze ist? Brauchen wir den 20., 25. Digitalmarkt oder Marktplatz? Wie schätzt du das ein? Wie siehst du das?

Torsten

Da antworte ich mit einer Gegenfrage. Gibt es denn eine Obergrenze für Webseiten?

Marius

Touché. Das heißt also, Marktplätze gerne, so viele es geht, so viele nützlich sind. Das wird der Markt schon regeln, solange sie miteinander vernetzt sind. Und, Herna, du hast es gerade angesprochen, auf einheitliche Standards setzt, wird sich das schon finden.

Jana

Ich weiß gar nicht, ob es eine Obergrenze geben sollte oder wie auch immer. Jetzt komme ich mit einer eher marktwirtschaftlichen Perspektive drauf. Ich glaube, da setzt sich dann das beste Angebot am Ende durch oder müsste sich natürlich durchsetzen. Auf der anderen Seite, ich gehe mal eher auf die Sicht der privaten Anbieter, die haben ja auch keinen Bock irgendwie tausendmal ihr Produkt in den nächsten Marktplatz nochmal einzupflegen und da werden nochmal andere Daten angefordert.

Das ist ja auch das Ziel des Marktplatzes der Zukunft zu sagen, also auch laut Beschluss des IT-Planungsrats, wir konsolidieren die föderalen Marktplätze. Wie auch immer, das dann genau ausgestaltet ist, aber in dem ersten Schritt ist es ja wirklich eine Zusammenfassung des Eva-Marktplatz, des Cloud-Service-Portals. Es gibt in dem Beschluss des IT-Planungsrats auch noch weitere Marktplätze, die genannt werden, zum Beispiel Deutschland Digital als Smart-City-Marktplatz.

Es wird auch noch zusätzlich der Marktplatz der KI-Möglichkeiten, der Markey genannt, der allerdings auch eher in Richtung eines Transparenzregisters geht, was auch total notwendig ist in der Tat, wo wir aber auch schauen, was davon ist denn wirklich ein Produkt, was auf einem Marktplatz angeboten werden kann. Und ich komme dann eben immer wieder schnell zu dem Punkt und sage, ich möchte es halt auch kaufen.

Ich möchte es nicht nur sehen, ich möchte nicht nur sagen, oh ja, es ist ganz schön, wenn ich da ein Produkt sehe, sondern ich möchte es dann auch haben.

Marius

Matti, du hast vor wenigen Minuten gesagt, du siehst den Marktplatz auch ein Stück weit als Single Point of Truth oder Single Point of Information. Wie passt das zusammen, wenn wir jetzt plötzlich ganz viele Marktplätze haben oder auch keine Obergrenze für Marktplätze? Haben wir dann ganz viele Single Point of Truth oder wie behält die Kommune, die Zielgruppe, die Orientierung, den Überblick bei diesen ganzen Angeboten?

Matthi

Das ist letzten Endes genau die Frage, vor der wir ja im Moment stehen. Ich glaube, man muss unterscheiden ein Stück weit. Also es gibt ja zum einen das, was wir im Moment bei uns in Schleswig-Holstein mit dem OZG-Shop machen, was ihr in Bayern mit dem Digitalmarkt macht. Das sind ja in dem Sinne keine Marktplätze wie Marktplätze, wo man halt wirklich in echt sozusagen hingeht und Sachen einkauft, sondern das ist einfach nur eine Zwischenlösung zwischen der alten Beschaffung

und sozusagen der neuen Welt. Ich glaube, wenn wir... Uns das vor Augen führen, für sowas werden wir höchstwahrscheinlich maximal 17, nämlich 16 Länder plus 1 Marktplätze haben. Da gibt es schon eine natürliche Obergrenze. Für alles andere wird man sehen müssen, aber ich würde an der Stelle auch so ein bisschen auf die Magie des Internets und der Netzwerkeffekte vertrauen, dass es da immer Plattformen gibt, die sich am Ende durchsetzen.

Und leider waren das in den letzten Jahrzehnten selten die öffentlichen Angebote, obwohl man es immer mal wieder versucht hat. Und ich glaube, dass wir an der Stelle aber halt zielgruppengerecht und immer mit Mehrwert denken müssen.

Und dann kann das auch durchaus funktionieren, dass sich da einzelne, wenige oder vielleicht auch sogar wirklich nur eine Plattform am Ende des Tages durchsetzt als die zentrale Stelle, wo ich zumindest weiß, was ich kriege und dass ich das Richtige kriege, wenn ich da was bestelle.

Marius

So, ich schaue gerade mal auf meinen Fragenzettel und ich sehe, dass wir an allen Fragen eigentlich schon vorbeigekommen sind, die ich stellen wollte. Wir haben darüber gesprochen, was für euch digitale Marktplätze sind. Wir haben darüber gesprochen, warum die Verwaltungsdigitalisierung Marktplätze braucht, wer dort einkaufen kann, was man dort einkaufen kann und was passiert, wenn man ein Produkt in den Warenkorb schmeißt.

Gibt es noch eine Frage, die ich nicht gestellt habe, wo ihr sagt, ich warte die ganze Zeit drauf, dass diese Frage kommt, dass ich es endlich sagen kann oder haben wir alles abgeräumt?

Torsten

Also Felix würde jetzt sagen, ich muss unbedingt nochmal über das Baikonnet reden. Bis auf den Hinweis, dass unser Marktplatz natürlich so gut funktioniert, weil halt dieses Ökosystem dran hängt.

Marius

Jana, Matti, von euch passt.

Jana

Das passt in der Tat für mich. Ich hatte ja schon eure Community-Arbeit gelobt. Von daher, das ist in der Tat für mich auch einer der Erfolgsfaktoren, die Menschen mitzunehmen, dafür zu sorgen, dass eben Lösungen angeboten werden. Denn wie gesagt, Vergabe, Beschaffung und so weiter ist aus meiner Sicht einfach ein sehr, sehr, sehr großes Thema, was uns als digitale Marktplätze am Ende auch gleiten wird.

Was vielleicht auch wirklich aber ein Punkt ist, der sich nochmal abhebt von anderen Marktplätzen, die auch aus einer Privatwirtschaft oder so heraus angeboten werden, wirklich den kompletten Zyklus mit zu begleiten von einer Markterkundung. Mati, du hattest es angesprochen, da gibt es ja auch nochmal andere Marktplätze, andere Gedanken.

CoInno hat ja quasi auch nochmal einen Marktplatz, der wirklich sehr stark in Richtung Markterkundung geht, wo ich eine Frage hineingeben kann und sich Anbietende dann darauf bewerben.

Da schaut man nochmal ganz anders auf eine Markterkundung, als wenn ich jetzt einfach nur in ein Suchfeld irgendwas eintippe und dann, keine Ahnung, jetzt irgendwie ein Tool suche zum Thema Bürgerbeteiligung und dann irgendwie 50 Tools finde und dann ist vielleicht doch nicht genau das dabei, was ich suche, sondern dann wirklich ganz speziell nochmal eine Frage quasi in die Welt hinaus geben kann, bis hin zu wirklichen EFA-Leistungen,

EFA-Lösungen, die angeboten werden, aber eben auch die Anbindung von privaten Anbietern. Am Ende müssen wir für alles irgendwie eine Art von Einkauf finden.

Marius

Das ist richtig. Ich nehme mit, dass die Marktplätze viele Gemeinsamkeiten haben. Die DigitalMATS-Marktplätze, die vorgestellt wurden aus Schleswig-Holstein, aus Bayern und von der FITCO, der Marktplatz der Zukunft, gleichzeitig auch viele Unterschiede aufweisen, gerade auch im Reifegrad. Ich glaube, wir haben alle einen Einblick davon bekommen, wo die Marktplätze gerade stehen und wo die Reise hingehen kann. Da ist mit Sicherheit noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Und vielleicht sitzen wir in einem Jahr hier wieder in dieser Podcast-Zelle zusammen und erfreuen uns darüber, welchen Weg die Marktplätze gegangen sind, wo sie dann schon stehen, was sie dann schon können, was sie dann schon anbieten. Und da freue ich mich drauf. Vielen Dank an die Runde, dass ihr euch eingebracht habt mit euren Wortmeldungen. Danke.

Torsten

Ja, dann übernehme ich mal wieder. Marius, vielen, vielen Dank für diese hervorragende Moderation. Also ich glaube, ich muss bei dir in die Lehre gehen, nicht umgekehrt. Und euch da draußen, ich würde euch ja aufrufen zu klatschen, aber das hört man hier drin nicht, deswegen, wir sehen, wie da draußen den Klatschverlangen sind.

Schön, dass ihr alle mit hier wart und euch diesen Podcast live angehört habt und natürlich auch an meine hervorragenden Gäste, vielen Dank, dass ihr dabei wart und euch, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank fürs Zuhören, und bis zum nächsten Mal.

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