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Verena Kuni: „Subversive Stitching“

Jul 04, 2007
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„Subversive Stitching“ und „Revolutionary Knitting Circles“. Zwischen Kunst, D.I.Y.-Kultur und Aktivismus: Nähen, Sticken und Stricken im Zeitalter von Web 2.0 Mit Handarbeiten assoziieren die Wenigsten feministische Politik: Schließlich wurden die Nadelkünste traditionell nicht nur den „weiblich“ identifizierten Hausarbeiten zugeschlagen, sondern gehörten zudem zu einem Erziehungskomplex, mit dem es ein entsprechendes Rollenverständnis „learning by doing“ einzuüben galt. Dass Handarbeitszirkel schon früh als Ort nicht nur sozialer, sondern auch politischer Kommunikation fungierten, hat an dieser Perspektive lange Zeit ebenso wenig ändern können wie Vorstöße insbesondere seitens der feministischen Kunstwissenschaft, den ästhetischen Eigenwert von Werkstücken wider eine auch geschlechterspezifisch konfigurierte Hierarchie der Künste stark zu machen. In jüngerer Zeit scheint sich das Blatt jedoch zu wenden – wie sich insbesondere im Radius elektronischer Medien und Netzwerke feststellen lässt. Hier erwacht nicht nur die Tradition der „Revolutionary Knitting Circles“ zu neuem Leben. Auch über D.I.Y.-Gemeinschaften, die weidlich von den Potenzialen diverser Web-Applikationen Gebrauch machen, erfahren neben Selbstgebasteltem die klassischen Handarbeitstechniken eine regelrechte Renaissance. Damit nicht genug: Während „Craftivism“ und „subversives Sticken“ den einen bereits als Kulturtechniken einer digital vernetzten, aber im Realraum agierenden Culture Jamming-Avantgarde gelten, forschen andere, inwieweit Maschenwerk geeignet ist, als „philosophisches Spielzeug“ das Denken zu trainieren und inwieweit über seine Verfertigung – „learning by doing“ – Modelle für komplexe Konzepte der Mathematik und theoretischen Physik erstellt werden können. Bedeutet dies nun, dass die traditionelle Verortung von Handarbeit in einem von Geschlechterdichotomien geprägten Wahrnehmungs- und Wertungsraster nicht mehr greift? Wer und was sind die treibenden Kräfte bei einer etwaigen Umkodierung? Und welche Rolle kommt dabei den elektronischen Medien und Netzwerken zu?
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