666: Raus aus dem Hamsterrad - podcast episode cover
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Summary

In dieser Episode teilt Manuel seine Erfahrungen aus einem fünftägigen Vipassana-Schweigeretreat, bei dem er Achtsamkeit neu entdeckte und lernte, Präsenz im Alltag zu integrieren. Cari erzählt von ihrer herausfordernden Fahrradtour durch Deutschland, die sie an ihre körperlichen und mentalen Grenzen brachte. Beide Moderatoren reflektieren über die Wichtigkeit, die Komfortzone zu verlassen, intensive Gefühle zuzulassen und die transformative Kraft des Alleinseins zu erleben.

Episode description

Manuel ist zurück von einem Meditationsretreat, bei dem er fünf Tage lang geschwiegen und achtsam gelebt hat. Cari hat Deutschland mal wieder mit dem Fahrrad durchquert und berichtet über intensive Gefühle. Wir beide sind uns einig, dass es ab und an gut tut, ganz alleine zu sein. Zum Abschluss empfiehlt uns unser Hörer Andrzej ein Video über das Leben in der Großstadt.

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Das ist schön: Achtsamkeit (Manuels Vipassana-Retreat)

Das ist schön: Gefühle fühlen (Caris Fahrradtour)

Empfehlung der Woche

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Transcript

Podcast-Intro und Live-Events

Bevor wir anfangen, noch ein wichtiger Hinweis. Wir haben dieses Jahr zwei Podcast-Live-Events. Zweimal könnt ihr uns Live zuschauen beim Podcasten und sogar mitmachen. Und die erste Möglichkeit ist nächste Woche in Köln. Am 12. Juni nehmen wir unseren Podcast auf in Köln. Ihr könnt live dabei sein im Publikum. Tickets gibt's unter Abend. Easygerman.org slash meetup Wir freuen uns wahnsinnig, wenn ihr dabei seid und uns nächste Woche in Köln trefft. Hallo, Kari. Hoch! What was that?

Ähm, das ist unsere Intro-Musik, die kennst du doch. Ich wohl vergessen von letzter Woche, wie die klang. Und wie geht's dir heute? Sehr gut, wie geht es dir in dieser schönen Episode mit einer sehr ähm mit einer Schnapszahl? Ist das eine Schnapszahl? Ich glaube, 666 ist unter anderem unter anderem eine Schnapszahl. Und was ist eine Schnapszahl? Trinkt man da Schnapszahl?

Ich meine, das haben wir hier schon irgendwann mal erwähnt. Eine Schnapszahl. Nee, haben wir nicht, sagt meine Transkriptsuche. Eine Schnapszahl ist eine Zahl, die zwei oder mehr wiederholende Ziffern hat. Also die 44, die Yeah. Yeah Die ist in Deutschland unpopulär geworden. Wissen vielleicht aber nicht alle, wofür die achtundachtzig steht in Deutschland.

Ja, das ist so ein so eine Code-Zahl unter Neonazis, ne? Weil acht der achte Buchstabe im Weil das H der achte Buchstabe im Alphabet ist und 88 bedeutet dann sozusagen HH und das wiederum bedeutet. den Hitler groß. Genau. Und ich vermute immer, wenn ich irgendwo die achtundachtzig sehe, habe ich glaube ich schon mal irgendwann erzählt, wir haben ein Haarstudio achtundachtzig auf unserer Straße oder in der Nähe. Also ein Friseur.

Genau, und ich dachte immer, hä, wie kann man sich denn in Deutschland, also da kann man sich nicht unbewusst so nennen. Also entweder macht man das, weil man wirklich noch an die Nazis glaubt, Oder weil man einfach überhaupt nicht weiß, was es mit dieser Zahl auf sich hat. Die Idee ist, weil warum soll man das wissen? Das lernt man jetzt auch nicht in der Schule oder so.

Ich würde sagen, das ist schon etwas, was die meisten Deutschen wissen. Aber bei diesem besagten Haarstudio ist die Hausnummer auch 88.

Manuels Vipassana-Retreat Erklärt

Okay, wir begrüßen euch jedenfalls zu Episode sechshundertsechsundsechzig des Easy German Podcasts und wir haben viele schöne Themen mitgebracht. Kari, ich habe eure Episode gehört. Meinen Auftritt hier groß angekündigt. Ja, ich muss sagen, ich bin sehr gespannt, was jetzt kommt. Du warst weg, du warst ja gefühlt ein halbes Jahr im Schweigeretreat. Das stimmt, so hat es sich für mich auch angefühlt. Und wir wollen jetzt dringend wissen, wie es dort war, Manuel.

Ich weiß immer nicht, wo ich anfangen soll, wenn ich von dieser Erfahrung erzähle. Was denn? Chronologisch So gut oder war es so, wie es du dir vorgestellt hast? Fangen wir mal so. Genau, also in gut oder schlecht in solchen, in solchen einfachen Kategorien denke ich gar nicht mehr. Da hast du jetzt eine eine ein höheres Denken erreicht. Genau, ich sehe nur noch die Prozesshaftigkeit der Dinge. Ich schön. doch positiv, ne? Ja, auf jeden Fall. Okay, also ernster.

Es war ein fünftägiges Vipassana-Retreat, ein Schweige-Retreat, ein Meditations-Retreat. Ganz kurzer Background, vielleicht, für die, die das nicht so kennen. Vipassana, ist dir das ein Begriff? Nein, nur weil du das hier einmal erwähnt hast, nämlich als wir über unsere Ziele fürs neue Jahr gesprochen haben. Okay, also Vipassana kommt aus dem Buddhismus. bedeutet übersetzen.

In etwa Einsicht oder klares Sehen. Und in der, wie Passanamen, Meditation geht es um systematische Selbstbeobachtung. Also du beobachtest was in deinem Körper und auch in deinem Geist passiert, ohne die Dinge zu werten, als positiv oder negativ oder gut oder schlecht. Mm-hmm. Du beobachtest einfach nur, sehr achtsam. Und das Ziel, das langfristige Ziel, ist, dass man die Dinge so sieht, wie sie wirklich sind. Das ist im Kern

Vipassana. Vipassana ist im Westen sehr bekannt. Also erstmal ist das eine Praxis, die nicht an eine Religion. Gebunden ist. Also, man muss kein Buddhist sein, um das zu üben und übrigens auch nicht, um es zu lehren. Also, meine Lehrerin auf diesem Retreat ist jetzt auch keine Buddhistin gewesen. Aha. Und im Westen ist es sehr bekannt von diesen Retreats. Die der SN Goenca gestartet hat. Und da gibt es in auf der ganzen Welt gibt es so wie Passaner Zentren

wo man das nach seiner Lehre, das war also einer, ein führender Lehrer, üben kann. Und das ist aber eine sehr ich sag mal strenge und systematische Herangehensweise. Da müssen es immer zehn Tage sein und es gibt da, glaube ich, sehr, sehr Ein sehr, sehr durchstrukturierten Tagesablauf, sehr ganz klare Regeln, welche Schritte man wann macht. Das war auf meinem Retreat nicht so. Es war sehr viel

Flexibler, weicher. Wir hatten sehr viel unstrukturierte Zeit. Also wir mussten nicht Acht Stunden am Tag auf dem Meditationskissen sitzen, sondern wir konnten auch im Wald spazieren gehen, wir konnten auch auf dem Boden liegen. Ja, also meine erste Idee wäre, wenn ich jetzt die ganze Zeit, also fangen wir erstmal an mit dem, was da dann passiert. Das heißt, Schweigen heißt, du redest mit keinem. Gibt es Ausnahmen? Ja, gibt es. Das Schweigen hat vor allem den.

Die Funktion, dass es dir leichter fällt, dich selbst zu beobachten. Wir waren 25 TeilnehmerInnen und Wir waren oft auch in der Gruppe, aber ich musste mich nie auf die anderen fokussieren. Ich musste nicht guten Morgen sagen, ich musste nicht Smalltalk machen. Das ist ja toll. Das gefällt den Deutschen doch bestimmt gut.

Das ist tatsächlich für eine bestimmte Zeit dann mal sehr schön, dass man überhaupt keine sozialen Pflichten hat, sondern sich einfach nur auf sich selbst fokussiert. Man darf mit der Lehrerin sprechen. Oder zumindest war das in meinem Retreat so. Und wir hatten auch mehrere

Einstündige Gruppen, wo wir dann unsere Erfahrung geteilt haben. Also, alle zwei Tage hat man sich einmal in der Gruppe mit der Lehrerin über die Erfahrungen ausgetauscht, hat auch Fragen gestellt und so. Also es geht nicht darum, dass man. Auf gar keinen Fall nie etwas sagen darf. Wir haben auch eine Stunde pro Tag achtsam gearbeitet, also geputzt und

oder was? Genau, solche Sachen. Und wenn man sich da jetzt dringend absprechen musste, wo ist der Staubsauger, dann ging das schon auch. Ich wurde auch von zwei Easy German-Fans, äh Erkannt. Die waren nicht Teilnehmende, die waren da zu Besuch. Die kamen aus der singalesischen Community und waren da zu Besuch. Das war nämlich im buddhistischen Haus in Berlin. Und da habe ich natürlich dann auch.

Kein Selfie gemacht, aber kurz Hallo gesagt und dann gesagt: Ich kann jetzt nicht viel reden, aber das war jetzt kein Bruch meines Schweigegelübdes oder so. Also ein Gelübde musst du nicht ablegen. Was ist ein Gelübde? Ja, das kommt so aus der Religion, aus von so Mönche, ne? Die legen ein Gelübde ab, dass sie Viele Leute legen ein Gelübde ab. Müssen Polizisten nicht auch ein Gelübde ablegen? Das ist ja mal ein Schwur, oder?

Ja, ein Schwur ist säkulär. Gelübde dachte ich immer, dass das वेलिग्यूस्वेर Ich frag mal meine AI. Also, Ordensleute. Sie legte das Gelübde der Keuschheit ab. Ja, okay. Der etwas feierlich verpflichtet, aber es ist, glaube ich, ich schreibe mal, muss das religiös. Life Research, wenn man das so nennen kann. Ich genau. Ich gucke nochmal nach. Nein, ein Gelübde muss nicht religiös sein. Okay, also Du war ja auch nicht. Heiratsgelübde zum Beispiel.

Ah, interessant. Ja, ein schwieriges Wort, mindestens C2-Niveau. Kommt das von Geloben? Ich gelobe, also ich verspreche echt. Stimmt, ich gelobe Besserung, das sagt man im Alltag. Also du hast versprochen, nicht zu sprechen. Genau. Außerdem gab schon auch noch ein paar andere Regeln, zum Beispiel, dass man sich enthält, Leben zu nehmen oder Lebewesen Schaden zuzufügen. Was ich auch sehr gut finde. Das bedeutet auch, dass zum Beispiel das Essen größtenteils vegan, zum Teil vegetarisch war.

Also du musstest besch schwören, dass du niemanden tötest, während du da bist. Ja, zum Beispiel auch keine Insekten oder so.

Herausforderungen und Durchbrüche in Achtsamkeit

Ah, okay. Verzicht auf unnötiges Essen nach zwölf Uhr. Das war bei uns nicht ganz so hart. Wir hatten abends immer noch eine Suppe, sonst wäre es auch echt schwierig geworden. Es gibt auch Retreats, wo es nach zwölf Uhr wirklich gar kein Essen mehr gibt. Und Verzicht auf berauschende Mittel, auf Ablenkung, auf mediale Unterhaltung. Es geht darum, dass man dort ist.

Kein Handy, kein Bier, kein Was darfst du denn machen? Also, du durftest ja auch nichts schreiben, wie ich. Also, das ist, glaube ich, das, was mich weswegen ich das nicht attraktiv für mich finde. Ich glaube, wenn ich sowas machen würde, wäre es für mich am wertvollsten, dass ich das mit mir selber verarbeite und zum Beispiel darüber schreiben darf. Also tatsächlich war das in meinem Retreat nicht so streng wie in anderen. Es gibt Retreats, wo man auch nicht

Gar keine Notizen machen soll oder darf. Bei uns war das nicht so strikt, aber die Idee oder der Hintergrund, und das gilt galt bei uns schon auch, ist, von deiner Achtsamkeit abzulenken. Oder hilft es dir? Und wenn es dir hilft, dann ist es okay. Grundsätzlich ist alles okay, was dir in dieser Praxis hilft. Aber die Achtsamkeitspraxis, die wir da gelernt und geübt haben,

Die hat mit Gedanken eigentlich nicht so viel zu tun. Also, eigentlich haben wir die ganze Zeit geübt, Wenn wir uns in Gedanken verlieren, wenn wir über Dinge nachdenken, wenn wir planen oder in der Vergangenheit sind, dass wir zurückkommen in unseren Körper, in unsere Sinne, was sehen wir, was hören wir, was fühlen wir, was riechen wir. Und die Gedanken wieder loslassen. Und deswegen gibt es eigentlich auch nicht viel aufzuschreiben, weil die Idee ist nicht, dass du

Okay. Was ist, wenn du jetzt denkst, mein Herz schlägt zu schnell? Ist das noch im richtigen Rhythmus? Ja, das sind solche Gedanken kommen dann auf. Du achtest dann zum Beispiel auf dein Herz, auf deinen Bauch und nimmst die dann zum ersten Mal. Viel intensiver war. Generell wird alles intensiver. Also, erstmal kann ich vielleicht berichten, der erste Tag war der absolute Horror für mich. Ja, Horror. Du hast dir das doch gewünscht. Ich habe mir das vorgenommen.

Ach so, es war gar nicht dein Traum, das zu machen. Also meinen Traum würde ich jetzt nicht sagen, aber ich hatte das Gefühl, dass Das hilfreich sein könnte für mich. Und der erste Tag, ich habe gleichzeitig noch. Weil ich ehrlich gesagt dachte, es gibt da keinen Kaffee, weil das auf den meisten Retreats auch so ist. Ich hätte sogar Kaffee trinken können dort. Es gab dort Tee und Kaffee. Aber irgendwie hatte ich mich dann mental darauf vorbereitet und wollte das dann auch.

Und warum hast du doch nicht ein paar Tage vorher mit dem Kaffee aufgehabt? Das war mein Ziel, aber ein paar Tage vorher habe ich noch gearbeitet und hat nicht geklappt. Yeah. Und dann saß ich da in diesem ersten Tag mit einem unglaublichen Kopf, Kopfschmerzen. Yeah. Und die Zeit, wenn du. von schnelles Leben, wie wir es manchmal haben, zu du stehst um 5.45 Uhr auf und gehst um 9.30 Uhr ins Bett und dazwischen passiert

Nichts. Also du sitzt und meditierst und es gibt ein paar, also ein bisschen Input von der Lehrerin natürlich. The time goes very, very slowly. Dann hattest du aber deine Gedanken noch nicht losgelassen. Definitiv nicht, das hat das hat gedauert. Und das habe ich natürlich auch nicht, also das. Ist der Sinn oder das Ziel nicht, dass man irgendwann keine Gedanken mehr hat, sondern dass man.

Immer wieder festzustellen, hey, ich hab mich hier verloren und zurückzukommen in seine Achtsamkeit. Das hat bei mir ab dem zweiten und dritten Tag dann schon viel besser funktioniert. Und am Ende, dritter, vierter, fünfter Tag, Da wurde mir wirklich klar, zum ersten Mal in meinem Leben, was Achtsamkeit ist. Uh. Deutlich über zehn Jahren meditiere ich.

Jeden Tag zehn Minuten, lese Bücher zu diesem Thema. Und ich habe durch diese intensiven fünf Tage zum ersten Mal das Gefühl, dass ich verstanden habe, worum es überhaupt geht.

Retreat-Lektionen in den Alltag Integrieren

Und? Worum geht es? Es geht darum, dass das Leben so viel schöner ist. Wenn man präsent ist. Ja. Wenn man da ist. Das Essen dort, obwohl es einfaches Essen war: Haferflocken mit Früchten zum Frühstück. War unglaublich lecker. Es war immer unglaublich lecker. Die Sonnenuntergänge waren unglaublich schön. Die Spaziergänge durch den Wald. waren fantastisch. Wie gesagt, es geht nicht darum, Dinge zu verändern.

Aber wenn man einfach da ist und die Dinge so wahrnimmt, wie sie gerade sind in einem selbst, hat das Leben eine andere Qualität. Und das hat mich wirklich, es hat wirklich etwas in mir bewegt. Ich bin jetzt natürlich zurück im Alltag und der Alltag ist auch im größten Teil im Großen und Ganzen so, wie er vorher war. Aber ich habe so richtig Lust, das jetzt zu integrieren und zu üben. Und Und wie machst du das jetzt im Alltag? Wirst du jetzt zum Beispiel dein Handy zu Hause lassen?

Ja, auch. Öfter Also achtsamer die Dinge benutzen. Also das Handy nicht aus Gewohnheit anmachen oder draufschauen, sondern schauen, was passiert mit mir in dem Moment, wenn ich das mache. Will ich das machen? Den Tag ein bisschen anders planen, ein bisschen weniger vollpacken. Das war eine Erkenntnis. Wir haben über verschiedene Themen gesprochen. zum Beispiel das Thema Gier, und da hat die Lehrerin erklärt, dass zum Beispiel auch eine zu volle Tagesagenda ein

ein Symptom oder ein Weg sein kann, wie sich dir zeigt, wenn du zu viel willst von einem Tag. Und eben einfach immer wieder so diesen Moment zu üben. Ich bin wieder bei mir. Einmal kurz reinfühlen, Bodyscan, einmal schauen, wie geht es meinem Körper. Das übe ich. Das habe ich vorher auch schon geübt, aber es hat jetzt eine andere Qualität. Dadurch, dass ich das nicht aus einem Buch gelernt habe oder aus einer App, sondern durch die Erfahrung.

Aber was wirst du konkret in deinem Tagesablauf jetzt ändern? Also, wie wirst du dafür sorgen, dass du das nicht alles in drei Wochen wieder voll vergessen hast? Konkreter kann ich dir das nicht sagen. Das, alles, was ich gerade gesagt habe, das ist die Praxis. Das ist etwas, was Du musst nicht irgendetwas, was du vorher gemacht hast, jetzt Du darfst jetzt kein Handy mehr benutzen oder keinen Computer.

Aber zum Beispiel 25 Prozent deiner Termine in der Woche killen, das wäre doch eine Praktikation. Ja, die, also die Tagesplanung ein bisschen leichter gestalten gehört bei mir auf jeden Fall dazu. Aber man kann diese Praxis auch mit einem vollen Tag machen. Also es geht einfach darum. Sich die Zeit zu nehmen und in sich reinzuspüren. Schön. Also bist du froh, dass du es durchgezogen hast?

Unglaublich froh. Ja, es war wirklich, wirklich eine tolle Erfahrung. Und falls ihr auch mal Lust habt auf so etwas, es gibt wie gesagt diese Zentren von Goenka. Für mich war es genau richtig, etwas ein bisschen Flexibleres, etwas Kürzeres zu machen. Und ich verlinke gerne mal das buddhistische Haus in Berlin. Das kann man übrigens auch einfach so besuchen auf einer Fahrradtour. Kann man jederzeit reingehen. Da leben auch ein paar buddhistische Mönche. Faratoa?

Weil das so am Mauerradweg mehr oder weniger in Frohnau liegt. Also kann man gut verbinden. Da kamen am Wochenende auch viele Besucher so rein spaziert. Und ich verlinke auch das Institut, was das Seminar veranstaltet hat, für diejenigen, die vielleicht in Deutschland oder in Berlin leben.

Caris Fahrradtour: Ziele und Reise

Wow. So, jetzt nochmal, was ist schön. Manuel, das ist lustig, weil deine Erfahrung ähnlich emotional wie meine Erfahrung war. Wir haben ja beide unsere. Unsere Zielungen. unsere Jahresziele ungefähr zur gleichen Zeit umgesetzt, denn während du meditiert hast, war ich auf meiner Fahrradtour. Ich habe darüber ja schon berichtet vor zwei Wochen jetzt oder anderthalb Wochen. Ist auch egal wann. Ich bin jetzt seit einer Woche zurück und ich muss sagen, die Fahrradtour war richtig schön.

Und ich muss sagen, dass ich viele, obwohl wir was ganz anderes gemacht haben, hatte ich viele ähnliche Erfahrungen wie du. Und das eine Ding, was Also sag nochmal, du bist ganz vom Westen in Deutschland in den Osten gefahren, quasi von Grenze zu Grenze. Ja, nicht so glatt, sondern es war an der Donau entlang. Wenn ihr guckt, wie die Donau fließt, also die fließt nicht qu gerade quer durch Deutschland, sondern

Die fließt wie so ein Bogen um München herum, kann man quasi sagen. Also, ich würde schon behaupten, ich habe einmal Deutschland durchquert, aber es war nicht exakt von Grenze zu Grenze. Und es ging auch, also ja, ich. Ich wollte schon grob ein Ziel setzen. Das kann ich vielleicht noch direkt damit abhandeln. Das habe ich nämlich... Auch noch als Thema aufgeschrieben. Also, dieses überhaupt dieses Ziel zu haben, war für mich unglaublich wichtig.

Weil ich konnte mich dann darauf vorbereiten. Das Ziel war aber so ein bisschen abstrakt. Es ist nicht so, dass ich mir immer gewünscht habe, einmal an der Donau entlang zu fahren, sondern nachdem ich das letztes Jahr gemacht habe, war mein Ziel eher. Dass ich dieses Jahr einmal ungefähr diese Strecke...

Ohne ein E-Bike schaffe. Also es war ein körperliches Ziel und es war auch ein mentales Ziel. Also, letztes Jahr war das ja gleichzeitig die erste Reise, die ich alleine gemacht habe seit vielen Jahren. Wir alle erinnern uns an die Szenen im Blog, wo du geweint hast auf dem Fahrrad. Richtig, und das war richtig toll, und dieses Jahr, ähm

Mittlerweile habe ich schon mehrere Reisen allein gemacht. Nicht so ganz allein. Das will ich noch weiter intensivieren. Auch diesmal war ich nicht ganz allein. Ich hatte die ersten vier Tage. Begleitung von einer ehemaligen Zuhörerin. Und Easy German Summer School Teilnehmerin. Und das war... Wieso ehemalige Zuhörerin? Sie hört uns nicht mehr zu. Sie hört nicht mehr aktiv. Deswegen kann ich ja jetzt keine Grüße ausrichten. Aber falls du es hörst, Anne, liebe Grüße, genau. Sie.

Wir waren einfach in Kontakt geblieben und haben uns immer über das Thema Fahrrad ausgetauscht und wollten einfach mal zusammen Fahrrad fahren. Bisschen zufällig, aber als ich dann die Route geplant habe, habe ich gesagt: Hey, wenn du Bock hast, weil sie wohnt in der Schweiz, komm ein paar Tage mit und das hat sie dann auch gemacht. Und das war total schön zusammen.

Gerade auch am Anfang, aber es war auch für mich das Wichtige, dass ich danach alleine war, fast eine Woche. Und das Tolle dabei ist, Was auch was mir, also die zwei schönen Aspekte davon waren einmal dieses Ziel zu haben und daran eigentlich jetzt auch monatelang zu arbeiten, weil ich habe mich auch ein bisschen darauf vorbereitet.

Ich bin den ganzen Winter Fahrrad gefahren. Nicht immer. Ich habe auch mal drei Wochen Pause gemacht, als wirklich überall Eis lag und man gar nicht in den Wald fahren konnte, ohne Unfallgefahr. Aber ich hatte halt dieses Ziel und dachte, okay, ich kann jetzt nicht vier Monate kein Fahrrad fahren, dann wird das nichts mit der Tour. Ja. Und das andere war.

Komfortzone Verlassen und Emotionen Erleben

Dass du einfach, also das ist vielleicht eine generelle Überzeugung, die ich mittlerweile habe, dass man regelmäßig seine Komfortzone verlassen muss. Und das hast du ja gewisserweise auch gemacht, ne? Absolutely. Also, wenn man nie was ändert an der Routine am Alltag, dann ändert man sich auch selbst nicht. Und Routinen sind wichtig.

Aber Abwechslung ist für mich auch extrem wichtig. Und das habe ich dieses Jahr so richtig gemerkt, wie wichtig das ist. Ich war dieses Jahr, glaube ich, von den fünf Monaten gerade mal vielleicht anderthalb Monate in Berlin oder vielleicht zwei. Und ansonsten habe ich sehr viel erlebt, und das ist toll, weil gefühlt

War meine Zeit in Australien, war das letztes Jahr, weil ich so viel erlebt habe und diese Reise war mit einer der intensivsten Erfahrungen und jetzt kommt der Clou. Auf so einer Radtour nimmt man Gefühle. Viel intensiver war, wenn ich manchmal so eine Woche zu Hause arbeite, ganz normalen Alltag habe. Hab ich teilweise

manchmal gar nichts, was ich so abends in mein Tagebuch schreibe oder morgens und wo ich dann denke: Ha, heute hast du was Besonderes erlebt. Also nicht nur inhaltlich, sondern vor allem emotional habe ich das Gefühl, ich bin einfach nur So, in diesem Hamsterrad und arbeite meine Dinge ab. Und auf so einer Tour, da hast du halt plötzlich Erstens Zeit, so eigene Gedanken zu haben, und dann auch Weiß nicht. Traum die Gefühle zu führen.

Genau, als würde man plötzlich, also wo kommen die ganzen Gefühle plötzlich her? Ich mache ja eigentlich nichts Besonderes. Ich fahre nur mit dem Fahrrad. Das ist ja auch wieder dann eine Routine, die man entwickelt. Morgens die Sachen packen, abends wieder Wäsche waschen, tagsüber sechs Stunden fahren. Und trotzdem kommen da plötzlich total krasse Gefühle. Ja, die waren wahrscheinlich schon da und die haben dann plötzlich Raum oder sie werden plötzlich gehört.

Und das muss ich sagen, das alleine ist es total wert. Und man muss natürlich auch dann damit umgehen können. Aber das Tolle ist, du hast sowohl. Ich hab sowohl Frustrationen gefühlt, die irgendwie viel stärker waren als sonst, weil Es ist fast lächerlich zu erzählen, aber die ersten Tage war es kalt, ich war eigentlich nicht so gut vorbereitet.

Und ich habe die Tour auch nicht so genossen, so ein bisschen ähnlich wie bei dir, weil wir mussten sehr genau planen, wann hat überhaupt ein Café auf, damit wir uns zwischendurch aufwärmen können, weil Wir sind fast jeden Tag acht Stunden gefahren und bei fünf Grad ohne Sonnenschein ist das extrem kalt, vor allem wenn es da noch zwischendurch regnet und du nicht fahren kannst, dann verliert der Körper ja an Wärme. Und dann, ähm, ja, das war teilweise.

Sehr frustrierend und da habe ich irgendwie gedacht: Warum mache ich diese ganze Scheiße hier überhaupt? Und dann aber am Ende, wenn du weißt, okay, ich hab's die letzten zwei Tage solche Glücksgefühle gehabt, wie ich sie auch lange nicht mehr gefühlt habe.

weil ich wusste, okay, ich habe es jetzt geschafft, ich könnte jetzt sogar noch weiterfahren, ich fühle mich fit und ja, das war einfach wahnsinnig schön. Also wenn ihr intensive Gefühle fühlen wollt, Geht an ein Schweigeretreat, fahrt bitte Fahrradzehntage oder macht irgendwas anderes, was euch aus eurer Komfortzone rausholt.

Was unsere beiden Erfahrungen ja wirklich verbindet, ist, dass wir einfach allein mit uns waren. Also ich glaube, das ist das verbindende Element. Und selbst wenn ihr nicht gern Fahrrad fahrt und euch niemand zu einem Meditationsretreat auch nur zerren kann. Also wenn das beides nichts für euch ist, Sucht euch einen Moment oder irgendetwas, wo ihr mal so richtig alleine seid, weil da lernt man dann doch eine ganze Menge über sich.

Ja, und das ist auch schön. Also vor allem freue ich mich, also ich habe unglaublich viel so Selbstsicherheit. Dadurch gewonnen. Früher habe ich sehr viel Zeit. damit verbracht zu denken, dass ich gar nicht alleine sein kann und will. Aber das stimmt ja eigentlich gar nicht. Und ich muss sagen, wenn ich zurückblicke, ich schreibe seit vielen Jahren jedes Jahr meine Ziele auf. Das Ziel alleine zu verreisen, habe ich, glaube ich, seit 2018 oder 2019 auf meiner Liste gehabt, hab' dann 2013.

25 zum ersten Mal gemacht. Also, das braucht dann auch immer noch Zeit, bis man so ein Ziel umsetzt. Aber manchmal ist es gut, irgendwas einfach zu machen, auch wenn man sich dabei unwohl fühlt. Ja, und nicht gleich am ersten Tag aufgeben, sondern erstmal durchhalten. Genau. Man lernt auf jeden Fall etwas.

Also wenn, also natürlich kann man Sachen abbrechen, wenn es jetzt wirklich an die wenn es jetzt wirklich gefährlich ist oder man kurz vor dem Zusammenbruch steht. Aber mal so ein bisschen Unbequemheit aushalten. Das machen wir ja in unserem Alltag viel zu selten. Absolut. Schön. Das freut mich richtig, dass wir da beide so eine tiefgründige Erfahrung hatten.

Großstadt vs. Kleinstadt & Outro

Du bist auch richtig am Strahlen, Manuel. Ja. Manuel, eine kurze Empfehlung noch zum Abschluss. Du hast ja letztens Hier schon Panik verbreitet, dass du aus Berlin wegziehen möchtest, weil da gab es einige Kommentare bei uns. Wirklich? Den habe ich gar nicht gesehen. Doch. Auf Discord in unserem Podcast Channel. Ja, doch, die habe ich gesehen.

Als Mitglied könnt ihr mit uns chatten und viele andere schöne Dinge machen. Und unter anderem Wurde in unserem Podcast-Kanal auf Discord, gab es einige weinende Smileys, die gesagt haben: Manuel, du darfst nicht aus Berlin weggehen, dann ist der Podcast kaputt. Was ja nicht so wäre, aber gut. Ja, aber wir haben beide darüber gesprochen, dass wir Berlin sch also es ist eine Hassliebe. Auf der einen Seite lieben wir die Stadt mit allen Möglichkeiten und Facetten.

Auf der anderen Seite stresst uns diese Stadt. Sie ist laut, dreckig und kann überfordern. Und genau dazu gibt es aus einer meiner Lieblingsserien, die ich hier schon mal empfohlen habe, die heißt Unhappy mit Ronja von Rönne auf Ate. Das ist eine richtig tolle Doku-Serie. Alle Episoden sind empfehlenswert. Aber unser lieber Zuhörer Anj und auch Experiment,

Summer School-Teilnehmer. Der hat das extra für uns gepostet, als es rausgekommen ist, und meinte: Kari Manuel, ihr müsst euch dieses Video unbedingt ansehen. Es geht um große Städte und kleine Orte. Das ist im Hinblick auf euer Gespräch über Müdigkeit mit Berlin super interessant. Und dieses Video möchte ich dir empfehlen.

Auch allen anderen, die diese Gedankenexperimente haben und überlegen, ah, Großstadt, Kleinstadt, da gibt anderem gibt es da eine Familie, die sind aus Berlin weggezogen, haben dann gemerkt, boah, das nervt uns völlig hier auf ein Dorf und sind wieder zurückgezogen. Schön, eine Abwechslung, da ist sie wieder die Abwechslung. Wir sprechen noch ein bisschen darüber in unserer Aftershow gleich, Manuel. Wo kann man die hören?

Als Mitglied von Easy German könnt ihr euch einfach auf der Membership-Plattform einloggen und dann den Members-Only-Feed abonnieren. Da habt ihr nach jeder Episode noch eine kleine Aftershow. Und falls ihr noch kein Mitglied seid, www.easygerman.org Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr uns supportet und wir euch dann bald bei Discord sehen und Empfehlungen von euch bekommen. Dankeschön, Manuel, für diese schöne Episode. Danke dir, Kari. Bis bald.

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