¶ Singapur: Anreise und Flughafen-Abenteuer
Halli, hallo, Manuel Salman. Guten Morgen, Kari. Nein, Moment, bei mir ist es morgen. Wie viel Uhr ist es bei dir? Bei mir ist es 17.11 Uhr, Manuel, denn ich bin schon in Singapur und Wie ist das bei dir? Bei mir ist 10.11 Uhr. Sieben Stunden Zeitunterschied. Unglaublich. Ja, guck mal, da haben wir den größten Teil unserer Zeitumstellung schon geschafft. Allerdings sind wir noch nicht ganz im Rhythmus, denn ich habe bis gerade geschlafen. Oje, Jetlag.
Ja, Jetlag und ich habe mir einen Schnupfen eingefangen. Kennst du das, wenn man in sehr feuchte Länder kommt und dann geht man rein in die Klimaanlage, raus aus der Klimaanlage, plötzlich ist alles trocken. Und dann hast du Halsschmerzen? Ja, Klassiker, generell auf Flugreisen, oder? Ist das nicht auch oft?
Die Klimaanlage im Flugzeug, durch die man sich erkältet? Ja, das ist, glaube ich, das Gefühl, was ich habe. Und heute, ich dachte, wir wären schon im Rhythmus, aber heute Nacht habe ich dann so schlecht geschlafen, bin mit Halsschmerzen aufgewacht. Und vier Stunden waren nicht genug. Da musste ich dann heute Nachtag noch mal. einen Powernap machen, wie Janusch sagt, und Janusch schläft auch übrigens noch im gleichen Zimmer. Vielleicht hören wir den gleich noch. Oh je.
Ja, erzählt mal, wie war die Reise von Berlin nach Singapur? Ich habe nur ein paar Fotos von euch erhalten, sonst weiß ich genauso wenig wie unsere HörerInnen. Es war perfekt. Ich muss sagen, es hat noch nie so smooth geklappt. Janusch, ich habe ja letztens über Janusch an der Sicherheitskontrolle gesprochen. Da habe ich noch erzählt, dass er gerne. Alles Mögliche aus Versehen mitnimmt. So Cremes, Wasser, Joghurts, Gurkengläser. Diesmal hat er tatsächlich es geschafft, keine.
Verbotenen Flüssigkeiten im Handgepäck zu haben, aber er wurde trotzdem in die Sicherheitskontrolle gerufen. Und nicht nur das, er hat sich ein neues Aufnahmegerät. Du kennst Janusch, er spielt gerne Gitarre. Und dieses Aufnahme- oder Effektgerät ist beim Sprengstofftest angeschlagen. Oha. Daraufhin hat dann der Zollbeamte die Flughafenpolizei gerufen. Die kam auch direkt mit Maschinengewehr in der Hand.
Und die haben dann mit Janusch ein kleines Interview gemacht und haben gefragt, was er denn da so dabei hat. Und das war ganz lustig, weil im Endeffekt waren die total gechillt und es war total nett. Und ich musste aber lachen, weil Janusch hat es wieder nicht geschafft, ohne Probleme durch die Sicherheitskontrolle zu kommen.
Am Ende haben sie noch einen Spruch gebracht, ähm, Janusch nimmt Medikamente täglich und hat sich die So ganz genau vorbereitet, und zwar hat er sich für alle Tage so sechzig kleine Tütchen mit Tabletten gemacht. Und diese 60 kleinen Tütchen waren in einer so einer großen, durchsichtigen Hülle. Also es sah schon Interessant aus, sage ich mal. Wie ein potenzielles Beweismittel. Genau, oder wie ein Drogenschmuggler. Und der Polizist hat dann diese.
Päckchen aufgemacht und meinte, was ist denn das? Und Ich meinte so, ja, das sind meine Medikamente. Und er meinte so ganz ungläubig, haben Sie sich die für jeden Tag vorbereitet oder wie? Und Janusch meinte, ja, ich bin 66, da muss man sowas machen. Und der Polizist meinte nur: Gestern war Arnold Schwarzenegger hier, der ist 78, der ist auch noch topfit. Und dann Hat er Janusch gehen lassen. Wie großartig. Wow, was für eine Story vom Flughafen.
Ja, dann haben wir noch etwas Schönes erlebt, Manuel. Ich glaube, das ist schön, zumindest war es sehr einfach. Bist du schon mal. Wie reist du normalerweise in ein Land ein, in dem es eine Passkontrolle und sogar vielleicht ein Visum oder zumindest eine digitale Einreise, Anmeldung vorher gibt. Was ist denn das letzte Land, wo du eingereist bist ohne Visum? Sagen wir mal so.
Äh, gute Frage. War das letztes Jahr Namibia? Ich weiß gar nicht mehr. Ich kenne das jedenfalls, dass wenn man in irgendeinem Land landet, außerhalb der EU, dass es dann meistens zwei Schlangen gibt, eine für Menschen mit der Staatsbürgerschaft des Landes und Menschen ohne die Staatsbürgerschaft. Und diese Schlange, also die Touristenschlange, nenne ich sie mal, ist dann meistens sehr viel länger. Da steht man dann sehr lange.
Und dann wird irgendwann der Pass und gegebenenfalls das Visum kontrolliert. Genau, von einem Menschen. Ja. Und in Singapur war das so, wie ich es nur kenne aus Europa, wenn ich einreise. Ich konnte komplett ohne menschlichen Kontakt einreisen. Man muss vorher in Singapur ein Online-Formular ausfüllen, geht recht schnell. Das stand sogar auf der Website, dauer fünf bis sieben Minuten. Und dann konnte ich einreisen und dann war da tatsächlich nur eine.
Also ich musste einmal meinen Pass scannen, ein Foto von meinem Gesicht machen und einen Fingerabdruck dalassen. Dann war das Ding abgeschlossen und ich habe eine E-Mail bekommen und in der E-Mail stand drin, wie lange mein Visum gilt. Das ist irgendwie verrückt. Also die KI, die Roboter kontrollieren dich bei der Einreise.
Und was ich aber fast am verrücktesten finde an der Story, ist, dass die Bestätigung per E-Mail kommt. Eine Technologie aus den Achtziger Jahren, Siebziger Jahren, wann wurde E-Mail erfunden? Und ja, tendenziell unzuverlässig, manche E-Mails landen im Spam-Ordner, und das ist dann der Nachweis, dass du eingereist bist. Ja, ich habe keinen Stempel bekommen, wurde von keinem Menschen gecheckt.
Die nächste Begegnung, die wir hatten im Flughafen, war von einem Putzroboter. Da gibt es auch keine Menschen mehr, die putzten. Das waren Maschinen, die da rumgefahren sind. Und insgesamt haben wir diesen Flughafen. Also, wir haben vom Aussteigen aus dem Flugzeug bis ins Taxi vielleicht 15 Minuten gebraucht, obwohl der Flughafen ja riesig ist. Also fand ich richtig entspannt in Singapur.
¶ Schulsysteme, Noten und die Rolle der Lehrkraft
Follow up. Kari, in der letzten Episode haben wir über unsere Schulfächer gesprochen und Auf Discord unter unseren Mitgliedern gab es sehr viel schönes Feedback zu dieser Episode. Und unter anderem. eine Frage von unserem Mitglied Claire zu meinem Austauschjahr. Wir hatten ja darüber gesprochen, dass ich ein Jahr in den USA war. Und zwar hat sie einmal zu den Kosten gefragt.
Da kann ich ganz grob sagen, dass das ziemlich teuer damals schon war. Und ich habe heute mal nachgeschaut. Also bei mir hat es damals, ich glaube. knapp 7.000 Euro gekostet. Heute kostet es 17.000. Über eine gemeinnützige Organisation wohlgemerkt. Also das sind nur die Kosten für Versicherung, Flug, Organisation, das ist nicht für die Gastfamilie und nicht für eine profitorientierte Organisation. Also, das ist natürlich schon ein Privileg, so etwas überhaupt machen zu können.
Und die andere Frage, die Claire hatte, war aber bezogen auf die Noten, die man haben muss. Und da war es tatsächlich bei mir so, dass ich ziemlich mittelmäßige Noten hatte vor meinem Austauschjahr. Ich war nicht so ein guter Schüler. Nein? Nee. Und dann habe ich aber in den USA richtig krass Ambitionen entwickelt. Und ich war in den USA. Extrem guter Schüler. Also, ich hatte überall sehr gute Noten. Das lag auch daran, dass der Unterricht an der Highschool, wo ich war,
mir nicht so schwer vorkam. Aber was ich nochmal interessant fand und hier jetzt anmerken wollte, ich habe im Nachhinein auch das Gefühl, dass es ein bisschen auch was mit dem Mindset vielleicht zu tun hat oder dem der Atmosphäre. Denn in Deutschland, zumindest damals und zumindest in meinem Umfeld so war es War jemand, der sehr, sehr gut war in der Schule, wurde manchmal Streber genannt? Kannst du das Wort erklären?
Streber, das ist jemand, der strebt nach mehr. Und das Schimpfwort dafür, wenn jemand mehr will und mehr macht als alle anderen, Ist Streber. Das ist tatsächlich in Deutschland, ich glaube, in anderen Sprachen gibt es so ein Wort auch. Für jemanden, der vielleicht zu. zu viel macht und dann auch den anderen quasi ja dadurch zeigt, dass sie auch mehr machen könnten.
Und die anderen, also das ist so ein bisschen ein Wechselspiel, ne? Die Person macht ganz viel und zeigt ganz viel Interesse gegenüber den Lehrern und zeigt oft auf und hat viele Antworten. Und die anderen haben dann das Gefühl. Boah, schalt mal einen Gang runter, sei nicht so ein Streber. Ja, genau. Es ist im Grunde so ein bisschen ein anti-akademisches Schimpfwort. Jemand, der gute Noten schreibt, ist nicht cool. Und in den USA war das
Überhaupt nicht so. Also, da konntest du sehr gute Noten haben, sehr gut in der Schule sein, akademisch und trotzdem cool sein. Das hat sich nicht widersprochen. Und Vielleicht hat es auch ein bisschen was damit zu tun, dass ich dann auf einmal Bock bekommen habe, mich anzustrengen. Und ein anderes Follow-up, was mir noch eingefallen ist, oder als ich unsere Episode nochmal gehört habe, Unser Segment hieß ja Top oder Flop Schulfächer. Also, wir haben Schulfächer bewertet. Aber
Später ist mir aufgefallen, eigentlich haben wir unsere Lehrer bewertet. Weil eigentlich kam dabei raus: immer wenn wir einen richtig coolen Lehrer hatten, war es top, egal welches Fach. Und da wollte ich einfach noch mal sagen an dieser Stelle ein Hoch auf alle engagierten, enthusiastischen, empathischen LehrerInnen da draußen.
Weil darauf kommt es am Ende an, wie viel Spaß die Schule macht. Ja, hast du absolut recht. Und ich habe in meinem Leben viele nette und engagierte LehrerInnen kennengelernt. Wir haben ja nicht nur einzelne LehrerInnen bewertet. Wir haben ja schon manche Schulfächer mehrere Jahre gehabt und manche. Also es ging auch schon um die Fächer. Ich würde nicht sagen. Dass es nur um LehrerInnen ging, aber du hast recht, ein
Positer Schulaufenthalt steht und fällt mit den richtigen LehrerInnen. Und das ist etwas, was ich jetzt in meiner Rolle bei Easy German, aber auch schon vorher als in unserer NGO, wir haben ja auch viele Schulprojekte gemacht. Immer wieder gelernt habe. Es gibt solche guten LehrerInnen, die sich so engagieren, die so ein Herz haben für das, was die Schüler erfahren.
Und lernen und sich richtig Mühe geben. Und das ist einfach toll. Und ich lerne auch immer wieder tolle LehrerInnen kennen und stimme dir da voll zu.
¶ Bücher, Hörbücher und der Buchclub
Manuel's manual. Kari, in der Schule muss man viele Bücher lesen. Nach der Schulzeit darf man es. Man muss nicht mehr in der Regel. Aber ich habe in mir aktuell gerade wieder richtig. Ambitionen und Lust entdeckt, wieder mehr zu lesen. Wie ist das bei dir drin? Du Streber. Genau, das ist komischerweise gilt das manchmal auch für Leute, die gerne lesen. Ist doch irgendwie komisch, oder? Dass man die dann Streber nennt.
Ja, total. Das stimmt natürlich. Ich freue mich für dich. Ich muss sagen, Lesen ist eine der. wenigen Sachen, die ich gerne können würde, aber es geht einfach nicht. Ich bin einfach nicht Weiß ich gar nicht, was mir fehlt, aber ich kann das einfach nicht. Wenn ich ein Buch lese, ob es jetzt digital ist oder ähm, In der Hand. Was ist nochmal das andere? Physisch, ein gedrucktes Buch. Physisch, ein gedrucktes Buch.
Ich kann mich nicht konzentrieren und ich schlafe sogar ein mitten am Tag, nachdem ich irgendwie zehn Seiten gelesen habe und empfinde das nicht als schönen Prozess. Habe aber jetzt entdeckt, dass ich Audiobücher hören kann. Das ist dann ja eigentlich wie ein sehr, sehr langer Podcast.
Und das geht. Und jetzt sind mir dann doch, ist die Welt der Bücher mir doch zugänglich geworden. Das freut mich so sehr, Kari. Genau auf dieses Thema Audiobücher wollte ich zu sprechen kommen, denn ich lese zwar sehr gerne auch. gedruckte Bücher oder auf meinem E-Reader, aber ich habe immer schon das Problem, dass ich einfach langsam bin, weil ich nicht so viel Zeit habe am Tag. Ich lese
Ein paar Seiten vor dem Schlafen gehen, aber da schafft man einfach nicht viele Bücher. Und jetzt höre ich seit Einem Monat ungefähr, auch ganz aktiv Hörbücher und habe damit zum Beispiel ein Buch, was ich schon mein ganzes Leben lang lesen wollte, was auch eher anstrengend ist. In zwei Wochen durchgeschafft. Und ich hatte mit Sti aus unserem Team eine Diskussion darüber. Ob, wenn man ein Hörbuch gehört hat,
man dann sagen kann, man hat das Buch gelesen. Und sie und einige andere Menschen sagen nämlich, nein, du hast das Buch nicht gelesen, du hast das Buch gehört. Und ich finde, das ist Quatsch. Man hat das Buch trotzdem gelesen. Also lesen bedeutet für mich nicht, Dass man die Augen benutzt hat, dann könnten ja auch blinde Menschen nicht lesen. Also, das ist ja Quatsch. Also es geht ja darum, dass man die Informationen ins Gehirn transportiert hat, die halt schriftlich vorliegen.
Und deswegen freue ich mich, dass du jetzt auch einen Weg gefunden hast, mit dem du gerne Bücher liest. Ich würde trotzdem sagen, ich lese nicht. Ah, du bist also in dem Team der Menschen, die sagen, das ist nicht gelesen, wenn man die Augen nicht dafür benutzt hat.
Ja, ich bin da generell nicht so streng. Aber wenn ich jetzt von mir selbst sprechen würde, würde ich auch sagen, ich habe ein Audiobuch gehört. Macht das Sinn? Ja, vielleicht ist das die deutsche Korrektheit, so wie wir ja auch sagen. Ich bin in den Urlaub geflogen oder gefahren, je nach Verkehrsmittel. So wollen wir vielleicht mit den Büchern auch Korrekt sein. Präzise, immer sehr präzise. Also, Kari, das Schöne am Bücherlesen ist, dass man viele neue Informationen bekommt. Es macht Spaß.
Aber es ist natürlich gerade beim Sprachenlernen total wichtig. Es gehört einfach zum Sprachenlernen dazu, dass man auch in der neuen Sprache liest. Und deswegen organisieren wir jetzt schon zum. Ich weiß gar nicht. Vierten Mal, fünften Mal einen Book Club mit unseren Mitgliedern. Kannst du erklären, wie das abläuft? Ja, wir lesen zusammen ein Buch. Das heißt, wir wählen vorher ein Buch aus.
Und dann helfen wir euch allen, dieses Buch zu kaufen oder manchmal auch kostenlos zu bekommen als E-Buch, E-Book, wie nennt man das? Digitales Buch. Und dann lesen wir das Schritt für Schritt. Jede Woche lesen wir ein oder zwei Kapitel. Es gibt Aufgaben dazu und wir sprechen auch darüber in einem gemeinsamen Community Call. Genau. Also E-Book und E-Buch geht beides. E-Buch und E-Book steht beides im Duden. Ich würde allerdings immer E-Book sagen, tatsächlich.
Und du hast es genau richtig beschrieben. Wir lesen jetzt ab dem 16. Februar ein Buch von Angelika Bohn, die schreibt spezifisch für deutschlernende Bücher. Und das Buch, was wir jetzt lesen werden, heißt Café Leo und ist spezifisch Für das Niveau B2 und höher geschrieben. Also eigentlich perfekt für die meisten Leute, die hier zuhören. Es ist nicht super einfach, aber man kann es gut verstehen in einem Intermediate Level. Und
Alles, was ihr machen müsst, um mitzumachen, ist ein Easy German Mitglied zu werden. Dann bekommt ihr alle Infos von uns, ihr bekommt das E-Book über unsere Membership-Plattform und dann lesen wir jede Woche zwei Kapitel. und diskutieren gemeinsam darüber. Und es gibt auch noch ein paar Aufgaben zur Übung.
Und wir treffen auch die Autorin, ist das richtig? Stimmt. Und jeden Freitag während des Book Clubs gibt es einen Zoom-Call, wo wir noch persönlich in kleinen Gruppen über das Gelesene diskutieren. Und in ein bis zwei dieser Zoom-Calls Kommt auch die Autorin dazu und dann kann man ihr auch noch persönliche Fragen stellen. Wie ist das denn jetzt, wenn ich Niveau A2 habe oder B1 und ich mir unsicher bin, ob ich schon, ja, ob mein Deutsch gut genug ist? Dann würde ich
Probier es einfach mal aus. Also, man kann das natürlich trotzdem probieren. Es ist dann ein bisschen schwieriger. Oder du wartest noch ein paar Monate, denn wir planen tatsächlich. In ein paar Monaten einen weiteren Book Club, spezifisch für Anfänger. Und auf easygerman.org slash Book Club Findet ihr alle Infos, wie es genau funktioniert, welches Buch wir lesen, der Zeitraum und so weiter: easygerman.org slash Book Club
¶ US-Politik und globale Besorgnisse
Manuel, ich habe heute mal wieder eine kleine Reportage mitgebracht. Du weißt, ich gucke gerne Reportagen. Ja. Am liebsten. von ATE, dem Fernsehsender, oder auch in der ARD oder im ZTF. Wir haben ja in Deutschland einen hervorragenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das heutige Video oder die Reportage, die ich mitgebracht habe, kommt vom Weltspiegel. Das ist ein Format. Der ARD, ähm, des ersten deutschen Fernsehens und
Sie berichten regelmäßig über andere Länder. Heute das Video heißt Eis greift zu, wie Trumps Abschiebepolitik Migranten in New York in Angst versetzt. Darüber müssen wir auch mal sprechen, Manuel, oder zumindest können wir euch mal ein deutschsprachiges Medium dazu empfehlen, das diese ganze Thematik beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven.
Was sagst du denn dazu, was da gerade in deinem Beloved America passiert? Ja, du weißt ja, was ich dazu sage. Das ist natürlich absolut erschreckend und Ich weiß nicht, ich glaube, wir schütteln hier alle nur kollektiv den Kopf und machen uns große Sorgen, was da passiert. Und ich habe auch eine Empfehlung mitgebracht, die gut dazu passt. Und zwar gibt es einen neuen Podcast, ebenfalls von der ARD. Die machen ja auch Podcasts mittlerweile. Mhm. Und dieser.
Podcast heißt Amerika Verstehen mit Volker Depkutt. Kommt dir der Name bekannt vor? Der war gerade erst bei uns zu Gast im Podcast. Genau, Episode 617 ist das noch unser Amerika. Der Professor Volker Depkart ist ja Amerikanist, Historiker, kennt sich sehr, sehr gut aus mit der US-amerikanischen Geschichte und ist selbst. US-amerikanischer und deutscher Staatsbürger und hat eine sehr interessante und
Differenzierte Sicht auf die Dinge. Und in diesem Podcast, jetzt in der aktuellen Episode, geht es natürlich auch um diese Abschiedbehörde Eis. In Amerika und was da jetzt gerade passiert. Und in Deutschland wird ja oft oder generell werden jetzt oft so Vergleiche gezogen. Zum Nationalsozialismus und zu europäischen historischen Ereignissen. Und er sieht das etwas differenzierter und hat in dem Podcast dann eher.
Anknüpspunkte oder Vergleiche aus der US-amerikanischen Geschichte. Er sagt, dieser Vergleich zur europäischen oder deutschen Geschichte. Ist in der Regel eigentlich nicht besonders hilfreich. Also, ich hatte das Gefühl, ich lerne da was Neues und bekomme eine interessante Sicht auf die Dinge von einem Historiker. Kann ich empfehlen, diesen Podcast.
¶ Maria Kalesnikavas inspirierende Geschichte
Ja Manuel, in dieser Kategorie sind Dinge, die irgendwie... In keine andere Kategorie so richtig reinpassen. Und ich dachte, es passt. Sehr gut zu dem Segment, was wir gerade besprochen haben, was ja eigentlich vor allem traurig ist und was mich zumindest immer sehr stark in so einer, Ja, in so eine Stimmung versetzt der Hoffnungslosigkeit, wo ich denke, jetzt was passiert alles in der Welt?
Was können wir dagegen tun? Und ich finde, wir alle können etwas dagegen tun. Wir müssen sogar etwas dagegen tun. Und ich meine jetzt nicht nur das, was in den USA passiert, sondern auch das, Was bei uns allen passiert. In all unseren Gesellschaften haben wir verschiedene Tendenzen. In Deutschland haben wir auch einen riesigen Rechtsruck.
viel Angst verbunden, was passiert, wenn die AfD vielleicht irgendwann an die Macht kommt, was gar nicht so unrealistisch ist, wenn man sich jetzt einige Landtagswahlen anguckt, die in Deutschland bevorstehen. Und ich finde es aber sehr gut, wenn man auch nicht nur auch, sondern vor allem dazu kommt, über positive Geschichten und positive Menschen zu reden. Und da bin ich Auf unserer Reise jetzt am Wochenende.
Über die Geschichte von Maria Kalesnikova gestolpert, die ich schon früher verfolgt habe, aber die jetzt sehr stark wieder in den Medien ist. Hast du schon von ihr gehört, Manuel? Ich glaube nicht, also zumindest Fällt mir zu dem Namen jetzt gar nichts ein. Wer ist das? Sie kommt aus Belarus und war dort oder ist dort in der Opposition aktiv. Doch, ja. Jetzt habe ich ein Bild von ihr gesehen. Hast du ein Bild von ihr gesehen? Sie war auch schon oft in den Nachrichten.
Genau, und sie war auch vor allem in Deutschland schon oft in den Nachrichten, weil sie auch lange Zeit in Deutschland gewohnt hat und Deutsch spricht und ist deshalb, glaube ich, auch für deutsche Medien eine der Ansprechpartnerinnen, wenn es um die Geschehnisse in Belarus geht. Sie kommt nämlich aus Belarus und ist dort Teil der Opposition. Und ja, vielleicht wissen das nicht alle, ich schätze, die meisten wissen es schon, aber in Belarus gibt es auch einen. sehr krasses autokratisches Regime.
dass ähm unter anderem auch Russland gegen oder innen mit den Kriegsverbrechen in der Ukraine Schützt, dass das eigene Volk unterdrückt und das eigene Volk steht schon seit vielen Jahren dagegen auf, und sie war eine der Personen, die 2020 große Proteste angeleitet haben, als nämlich bei den letzten Wahlen ja, die fast alle Oppositionspolitiker im Gefängnis gelandet sind. Sie selber ist dann auch ins Gefängnis gekommen. Man hat dann.
gesagt oder man hat angekündigt, dass man sie aus dem Land rauswirft. Das wurde damals mit mehreren OppositionspolitikerInnen gemacht, die sind dann zur Grenze gefahren worden. also pff verschleiert, man wusste nicht, wo sie hinfahren, und dann wurde nach der Grenze einfach gesagt Hier, tschüss, du bist jetzt in der Ukraine zum Beispiel. Und sie hat das schon vorher gehört und hat dann oder sie hat das gehört, dass das anderen OppositionspolitikerInnen passiert ist.
Hat es irgendwie geschafft, kurz vor der Grenze ihren Pass zu zerreißen? Und dann haben sie sie wieder mitgenommen. Sie hat also freiwillig Es in Kauf genommen, dass sie zurückgeht ins Gefängnis und war dann fünf Jahre in Belarus im Gefängnis, bevor sie jetzt.
Vor kurzem zusammen mit, glaube ich, ungefähr 100 anderen Oppositionellen freigekommen ist nach Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung. Was irgendwie verrückt ist, Weil die amerikanische Regierung die zu Hause das eigene Volk und die Meinungsfreiheit so stark unterdrückt, wie wir es jetzt
In Minneapolis, aber auch in anderen Städten sehen, sorgt sich oder kümmert sich in anderen Ländern darum, dass Oppositionelle freikommen. Das ist erstmal irgendwie verrückt, oder? Ja, das ist verrückt, das stimmt. Ja, und Das, was wirklich bewundernswert ist, ist, wie sie. mit der Situation umgegangen ist. Sie ist jetzt seit
etwas mehr als vier Wochen frei und hat jetzt ihre ersten Interviews gegeben in deutschen Medien. Unter anderem habe ich ein Interview bei der Zeit gelesen, das ich euch mal in den Shownotes verlinke. Und ich habe ein Interview gesehen, Um bei Maischberger, was ist das? Äh, das ist so eine T Talkshow, ne? Ich glaube Also, ich kann die nicht gucken, weil die so spät abends kommt im Fernsehen. Schade. Aber da Maisberger ist: Es gibt ja mehrere solche Politik.
Talkshows und die Maisberger, wie heißt sie mit Vorname? Sandra. Sandra Maisberger ist eben eine von den sehr bekannten und talentierten Talkshow-Hosts, die dann in der Regel sehr hochkarätige bekannte Gäste hat und dann interviewt. Genau. Im Grunde ein Podcast im Fernsehen, würde ich mal sagen. Kann man das so sagen?
Kann man sagen, ich habe sie sogar schon mal auf der Straße getroffen, als ich Interviews gemacht habe in Berlin. Und dann habe ich gesagt: Entschuldigung, kann ich Ihnen eine Frage stellen? Sie dreht sich um und ich erstarre, weil ich denke, ich kenne ja das Gesicht. Und dann
Meinte sie nur, sie hat nur direkt signalisiert, dass sie keine Zeit hat, und ich meinte, na, sie haben wahrscheinlich andere Dinge zu tun. Sie waren nämlich gerade auf einem Dreh unterwegs. Aber Manuel, ich habe gute Nachrichten für dich. Die Sendung doch gucken. Die gibt es nämlich auch bei YouTube und in der Mediathek natürlich. Und da habe ich dann auch das Interview gesehen, das Maria Kalesnikover bei ihr gegeben hat. Und ich muss sagen, das ist etwas, was mich so beeindruckt hat.
Diese Frau ist so positiv, so charismatisch. Macht so viel Hoffnung. Ich denke wirklich, ich möchte euch allen empfehlen, ist eigentlich auch eine Empfehlung der Woche, dieses Interview zu gucken und mal zu überlegen, was diese Frau in ihrem Leben. geopfert hat für die Freiheit ihres Landes, für ihre eigene Überzeugung. Wie sie damit umgegangen ist, dass sie fünf Jahre im Gefängnis war, und zwar nicht nur fünf Jahre im Gefängnis, davon mehrere Jahre in Isolationshaft, ohne irgendwelchen Kontakt.
Und es ist einfach nur beeindruckend, wie sie damit umgeht. Und sie sagt im Interview: Ich habe keine Angst. Ich hatte keine Angst. Und ich habe auch keine Angst. Jetzt und auf die Frage, ob sie nicht einsam war im Gefängnis, hat sie gesagt, also sie hatte vielleicht auch Glück, sie durfte Bücher lesen, sie sagte. Ich habe in den fünf Jahren 700 Bücher gelesen und ich habe mir das als Zitat aufgeschrieben. Sie hat geschrieben, wenn man Shakespeare, Montagne.
Schiller und Goethe liest, dann isst man nicht allein. Und sie hat einfach so einen starken Kopf und so eine starke Überzeugung, dass das, was sie macht, richtig ist. Und sie hat auch so eine Art, Ja, damit umzugehen, das zu erzählen, sie war immer freundlich, auch zu den Menschen im Gefängnis, und hat auch dann manchmal ein Lächeln zurückbekommen, solche Sachen, die man sich irgendwie nicht vorstellen kann.
Dass man zu den Menschen, die einen einsperren, auch noch freundlich ist und dann auch im Gefängnis etwas verändert im Mitarbeiter, im Miteinander. Völlig beeindruckend. Guckt euch unbedingt dieses Interview an. Und das Interview war auf Englisch? Nein, auf Deutsch. Das ist auch noch das Krasse. Viele von euch können das nachvollziehen, dass man vielleicht auch Angst davor hat, Deutsch zu sprechen, wenn man in einer deutschen Fernsehsendung ist. Und sie hat es aber auch gemacht.
Also wurde gar nicht drüber gesprochen, aber sie, ihr Deutsch ist jetzt noch nicht auf muttersprachlichem Niveau, sie musste auch oft nach Wörtern suchen, oder manchmal war die Grammatik nicht korrekt. Macht ihr gar nichts aus? Ich würde fast denken, so eine Frau, die so einen so einen starken Kopf, so ein positives Mindset hat, die lässt sich
Die lässt sich nicht von dem Gefängnis unterkriegen und die hat auch keine Angst davor, Deutsch zu sprechen. Absolut bewundernswert. Eine tolle Frau, die mir Mut macht und die euch allen Mut machen kann. Was für eine Inspiration. Kari, ihr seid Jetzt noch in Singapur, wo sprechen wir uns am Samstag in der nächsten Episode?
Heute Nacht geht's weiter nach Sydney. Und da sprechen wir uns dann am Samstag. Wow, da bin ich gespannt auf die nächsten Reiseberichte und wie die nächste Sicherheitskontrolle verlaufen ist mit Janusch. Das werde ich dann berichten. Bis bald. Bis bald, Kari. Ciao.
