Die Kinder-Docs, der Podcast rund um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Stellen Sie sich vor, Ihre kleine Tochter steht vor Ihnen und hat eine Haarspange in der Hand, die sie sich gerade aus den Haaren gezogen hat. Sie bitten Sie ganz ruhig, Ihnen die Haarspange zu geben, aber anstatt das zu tun, steckt sich das Kind die Haarspange in den Mund und schluckt sie runter. Ich gebe zu, als mir das passiert ist, da war ich ganz schön überfordert.
Und ich habe mich später dann mit einigem Abstand auch gefragt, hätte ich das eigentlich verhindern können? Über dieses Thema reden wir heute. Letztes Mal ging es um Kindernotfälle und was man dann tun kann. Und heute sprechen wir über Prävention. Willkommen bei den Kinder-Docs. Mein Name ist Achim Leoni, ich bin Redakteur beim Hamburger Abendblatt. Und unser heutiger Gast kann mir sicher sagen, was die richtige Maßnahme damals gewesen wäre.
Sie ist examinierte Krankenschwester, sie war elf Jahre lang im Bereich der Notfallmedizin und in Notaufnahmen tätig und inzwischen ist sie, glaube ich, kann man schon sagen, eine sehr erfolgreiche Unternehmerin. Sie hat in Hamburg ein Schulungszentrum gegründet, Lütt und Safe heißt das und mit dem bereiten sie und ihr Team Privatpersonen, aber auch Einrichtungen und Praxen auf genau solche Notfallsituationen am Baby und am Kind vor. Hallo Juliane Kux, toll, dass Sie heute bei uns sind.
Hallo, ich freue mich sehr da zu sein. Ja, und wenn ich uns sage, dann meine ich natürlich auch unsere Kinder-Docs. Und das sind wie immer die Hamburger Kinderärztinnen Dr. Claudia Haupt. Hallo Claudia. Hallo. Und Dr. Charlotte Schulz. Hallo Charlotte. Ja, hallo. Ja, Juliane, Notfallsituation. Ja. Hätte ich damals eigentlich was besser machen können? Hätte ich das irgendwie verhindern können, dass es dazu kommt?
Ja, in der Situation fallen mir schon so einige Sachen ein. Vielleicht vor allen Dingen vorweg einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, um eben Unfallpräventionsmaßnahmen kennenzulernen und das Wissen dazu einfach zu erlangen und in so einer Situation vielleicht dann auch mitzunehmen, nicht überzureagieren. Weil in so einer Situation, du findest das Kind in dieser Situation, die du geschildert hast, vor und denkst, um Gottes Willen, Bloß nicht, dass es das noch runterschluckt.
Das war ja dann schon in deiner Situation passiert. Aber dass du dann in dem Moment die Ruhe bewahrst. Vielleicht erst mal auf Augenhöhe des Kindes runtergehst. Erst mal so ein bisschen auf das Kind eingehst, um zu versuchen, diese Situation zu lösen. In dem Moment, wo die Haarspange schon runtergeschluckt ist, ist natürlich der Drops schon gelutscht sozusagen. Da bleibt dann nicht mehr so viel übrig. Genau, die Haarspange. Aber ich habe ja mal einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht.
Naja, nicht ganz. Es hieß, glaube ich, damals, Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort. Das musste ich machen für einen Führerschein. Das ist, glaube ich, fast 40 Jahre her. Reicht das nicht? Nee, also ein riesengroßer Unterschied, würde ich vor allen Dingen erst mal sagen, wenn es um die erste Hilfe am Erwachsenen vor allen Dingen geht in dem Führerscheinkurs. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Also das unterscheidet sich da schon mal ganz immens.
Und deswegen, also so ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind oder für Kindernotfälle ist nochmal speziell und eben wirklich ganz wichtig, dass man den als werdende Eltern, aber vor allen Dingen auch als Eltern von kleinsten Kindern, aber auch von größeren Kindern absolviert. Vielleicht einmal rein da. Dein Erste-Hilfe-Kurs für Erwachsene für den Führerschein hat ja darauf abgehoben, dass du beigebracht bekommst, wie verhalte ich mich, wenn ich einen schwer verunfallten
am Unfallort finde? Wie rette ich den? Und Juliane Kux und ihr Team, die sind ja auch sehr darauf aus, Eltern von vornherein an die Hand zu geben. Wie vermeide ich gefährliche Situationen? Also schon auch noch ein Unterschied. Natürlich geht es bestimmt bei euch auch ums Retten, aber vor allem auch darum, das hast du ja vorhin gesagt, Prävention, wie verhindere ich denn, dass es zu solchen Notfällen kommt? Vielleicht kannst du, Juliane, uns einfach mal so aus deinem Repertoire berichten,
auf welche Situation ihr Eltern eigentlich vorbereitet. Und was ist so das Häufigste? Wir hatten in der letzten Folge mit Katharina Ritt über die häufigsten Notfälle im Kindesalter gesprochen. Dementsprechend werdet ihr das wahrscheinlich ja auch. Habt ihr da so ein Reportage oder Programm, was ihr da bearbeitet? Absolut. Also jedes Thema im Erste-Hilfe-Kurs beinhaltet immer die Unfallprävention. Ganz, ganz wichtig eben.
Und natürlich gibt es da verschiedene Themen, wo wir dann eben auch drauf eingehen. Und da geht es von Verbrennung, Verbrühung, Wasser, Vergiftung, das ganze Haus, Kinder sicher zu machen. Aber was mir vor allen Dingen sehr am Herzen liegt oder dem ganzen Team am Herzen liegt, ist wirklich den Eltern und werdenden Eltern und auch Großeltern mitzugeben. Begleitet eure Kinder, sie dürfen sich auch bitte gerne ein wenig ausprobieren.
Es soll nicht der Hochsicherheitstrakt, die Gummizelle zu Hause irgendwie kreiert werden, aber einige Dinge müssen definitiv wegsortiert werden und zwar wirklich außer Reichweite von Kindern.
Und wie du jetzt gerade eben schon gefragt hast, was natürlich so die gängigen Themen einfach sind, wenn ich jetzt mal so ein bisschen in die Thematik eingehe, ist natürlich das Thema Wasser vor allen Dingen etwas, was jetzt vielleicht im Winter nicht ganz so groß irgendwie besprochen wird, aber eben genauso wichtig ist, weil es geht ja nicht nur um Elbe, als da, wenn wir jetzt hier von Hamburg sprechen oder das große Gewässer, sondern eben auch die Badeunfälle in der Badewanne zu Hause.
Also, dass man den Eltern mitgibt, wenn Kinder in der Nähe und nicht nur im Wasser, sondern wirklich in der Nähe von Wasser sind, sollten die betreuenden Personen immer das Augenmerk auf den Kindern haben. Also Telefonzeitungen, alles zur Seite, Wasser läuft irgendwo ein, die Kinder wollen die Welt entdecken, nehmen alles wahr und versuchen natürlich alles auszuprobieren.
Und wenn wir dann nicht wirklich in Greifnähe sozusagen sind, dann kann es eben auch mal zu einem Notfall eben solch einer Art zu Hause kommen. Ja, ich erinnere eigentlich einen dieser schlimmen Notfälle, da ist ein sehr kleines Kind mit einem, mit so einem Schwimmring in die Badewanne gesetzt worden und Mama hat die Waschmaschine ausgeräumt und dieses Kind ist wirklich. Ja, ertrunken, muss man einfach so sagen.
Das hat auch noch was mit dem Schwerpunkt zu tun, ne, wenn der Kopf so schwer ist und das kippt das Kind, das kann sich ja nicht wieder aufrichten. Absolut nicht. Ich finde, das ist auch ganz toll. Ich würde auch gerne eine kleine Anekdote bringen, weil sie so deutlich macht, wie leichtfertig manchmal Eltern, ohne es zu wollen natürlich, Risiken eingehen. Aber ich hatte vor nicht so langer Zeit einen anderthalbjährigen mit einem schwer verbrühten Unterschenkel.
Und da hatte der Papi dieses Kind auf der Küchenablage spielen lassen, während der Schnellkocher für den Tee an war. Und da sind jetzt mehrere Sachen total übel eigentlich. Ein anderthalbjähriger hat auf der Küchenablage nichts zu suchen. Kochendes Wasser hat er schon mal gar nichts zu suchen, wenn der da ist. Und der Vater war noch nicht mal in der Nähe. Das Kind hätte genauso gut darunter stürzen können. Also es gibt so Sachen, wo man denkt, es ist gut, wenn Eltern nicht überängstlich
sind. Wir sprechen ja immer auch sehr viel darüber, dass Eltern mehr Vertrauen darauf haben sollen, dass alles auch nicht nur kompliziert ist und schwierig und gefährlich. Aber auf der anderen Seite zu unbedarft, es macht natürlich auch gar keinen Sinn. Absolut und vor allen Dingen, ich finde es immer so wichtig, dass die Eltern sich wirklich auch mal in die Rolle des Kindes sozusagen ein bisschen einführen, also die Welt sich von unten angucken.
Unser liebster Tipp für die Unfallpräventionsmaßnahmen zu Hause ist tatsächlich wirklich zu sagen, krabbelt mal einmal durch die Wohnung oder durchs Haus, guckt euch das alles mal von unten an. Wenn man dann auf deine Situation eingeht, also ein Kind da oben abzusetzen, wie du schon sagst, geht natürlich überhaupt nicht. Aber auch gerade, wenn du Küche jetzt gerade sagst, denke ich sofort daran an Henkel, an Pfannen, Pfannenstiel, die Henkel des Topfes eben. Die Kinder sehen das von unten.
Wir großen Menschen gucken von oben in die Bratpfanne und sehen das Spiegeleider brutzen. Das Kind, das ist dann irgendwie von unten, nimmt das wahr und denkt, Mama guckt gerade nicht, was brutzelt denn da so spannend. Also ist ja ganz klar, dass das Kind am Pfandstiel ziehen möchte. Weltentdecker halt eben, ist ja ganz klar. Ja, darum ist es auch schön, wenn man so Schränke hat, die das Kind ausräumen darf. Total.
Da sprichst du etwas, also das ist Alternativen schaffen. Das ist das, was wir wirklich in die Kurse auch immer mit reinnehmen und sagen, versucht Alternativen zu schaffen. Die kleinen Kinder kommen in unser Leben und möchten daran teilnehmen. Und sie möchten ein Teil davon sein.
Und sie sehen, ich habe immer das beste Beispiel von mir zu Hause, großer Badezimmerschrank, der Papa hatte ganz oben irgendwie sein Fach, dann unter hatte ich mein Fach, dann kam die Schwester, dann kam eigentlich, bis der kleine Sohnemann kam, die Klopapierrollen oder sonstiges. Und der krabbelte immer ins Badezimmer und guckte ganz neidisch, warum wir alle an den Schrank gehen durften. Und er hat das Fach leergeräumt Sachen reingetan, die nur fürs Badezimmer zu nutzen sind.
Und er war also sowas von stolz, dann eben an sein eigenes Fach zu gehen, dass er sich nicht mehr für Klobürste oder Ähnliches interessiert hat, sondern sein eigenes Fach hatte. Das ist wie der Tupper-Schrank, wo man sagt, okay, da kann das Kind ran. Genau. Vielleicht noch ein anderer Aspekt. Ich weiß nicht, ob das auch bei euch eine Rolle spielt. Aber wir haben ja auch das Problem, dass wenn die Umgebung, in der das Kind sich bewegt, Vielen Dank.
Sehr viele Gefahrenquellen oder zumindest mal Dinge sind, die nicht günstig sind, wenn das Kind sich frei bewegt. Also ich sag mal, die Stereoanlage, die unglaublich teure, ist im untersten Regal. Das wahnsinnig teure Designerlampe, die sofort umfällt, wenn man sie anguckt, steht da rum im Wohnzimmer. Irgendwelche Kristallvasen, die wahnsinnig schwer sind und so. Und das sage ich oder sagen wir den Eltern auch sehr häufig. Seht zu, dass ihr keine Nein-Umgebung schafft.
Und das hat dann noch den anderen Grund, nicht nur die Gefahr, sondern auch, dass es unglaublich nervig ist, wenn man einem Kind ständig sagen muss, nein, nein, nein, nein, nein, sondern lieber die Steckdosen sichern, die sind nein, den Herz sichern, der ist nein und alles andere so festmachen, so verräumen, so wegpacken, dass das Kind sich bewegen kann. Ich finde das auch wichtig, auch wenn es nicht nur um Gefahr geht.
Jetzt stelle ich mir vor, wir haben vielleicht auch Eltern, die zuhören, die ihr erstes Kind erst erwarten, sich noch gar nicht so recht vorstellen können, was so alles kommt. Was können die denn vorbereiten? Was an Utensilien sind denn sinnvoll? Also Steckdosen-Sicherung hatten wir jetzt gerade genannt. Was gibt es noch? Was gibt es noch? Was man vielleicht sich anschaffen könnte. Also natürlich, die Unfallgefahren gehen ja vor allen Dingen im Kindesalter los mit der Mobilität.
Aber genau wie du sagst, präventiv schon vorab einen Blick dafür zu haben, ist auf jeden Fall wichtig. Also wenn wir an die Wickelkommode zum Beispiel denken und diese Stürze vom Wickeltisch, sieht man ja eben auch in der Klinik eben auch immer mal wieder, dass man darauf guckt, dass so etwas Sicherheitskanten eben auch hat. Also dass der eben nicht nur platt ist, wo man sich eben auch sagt,
okay, also da kann ich mein Kind gut und sicher ablegen. Heißt aber natürlich nicht, einfach aus dem Zimmer zu gehen und mal schnell ein Handtuch zu holen oder sonstiges. Immer Hand am Kind. Und noch viel wichtiger wäre es eigentlich zu sagen. Okay, ich kann eine Wickelauflage auch auf dem Fußboden legen und das Kind auf dem Fußboden zum Beispiel wickeln. Das ist ja auch immer etwas, was vielleicht nicht rückenfreundlich ist, aber gut möglich ist.
Also das heißt, bei solchen Geschichten geht es ja schon los, Wickeltisch, die Babybettchen und so. Dass man sich ja überlegt, wenn es um das Thema Babyschlaf auch geht, wo kann mein Kind gut und sicher schlafen? Und wenn es dann nachher auch ein bisschen größer wird, dass man sich schon mal überlegt, okay, wenn ich jetzt ein Bettchen habe, wo die Ebene, wo die Mantratze zum Beispiel drinnen liegt, dass die frühzeitig auch wirklich runtergestellt wird.
Die Kinder von der Fallneigung, das, was ihr eben schon oder wir ja schon drüber gesprochen habt, mit dem Kopf und der eben so schwer ist, die Kinder fangen an, sich hochzuziehen. Und die sagen uns ja nicht, heute kann ich mich hochziehen und komme da rüber oder heute drehe ich mich auf den Bauch oder morgen auf den Rücken, sondern die machen. Und wir Eltern oder die Eltern müssen natürlich vorausschauend immer schon einen Schritt weiter gucken.
Und das heißt auch frühzeitig, nicht erst wenn das Kind sich hochzieht, diese Ebene nach unten zu stellen, damit es eben nicht zu einem Sturz über ein Bettgitter zum Beispiel kommt. Kann ich dir nochmal reingrätschen, weil ich das so, so wichtig finde mit der Wickelkommode. Es gibt sicherlich auch Eltern, die aufgrund eines Rückenleidens oder aus anderen Gründen das nicht unbedingt hinkriegen.
Ich denke, was so wichtig ist, auch an der Stelle mal zu sagen, du hast ja gesagt, die sagen nicht Bescheid. Also die allermeisten Kinder, das wird bei Charlotte ganz bestimmt genauso sein, die wir jede Woche bei uns in der Praxis sehen, weil sie von besagtem Wickeltisch gepurzelt sind. Die allermeisten sind im Alter von vier bis sechs Monaten und konnten bis dato nicht aktiv drehen.
Sie konnten sich noch nicht fortbewegen und die Eltern haben gedacht, naja, die erzählen mir ja was mit der immer Hand am Kind Geschichte. Die eine Millisekunde wird schon nicht so schlimm sein. Die ist es aber. Und was die Eltern auch oft nicht mit im Kalkül haben, ist, dass diese Kinder ja noch Massenbewegungen machen. Das heißt, wenn die sich erschrecken und eine Schreckreaktion haben, dann purzeln die auch runter.
Und was wir auch sehr viel sehen, ist, dass Kinder parallel zur Sturzkante liegen auf solchen Wickelkommoden. Das ist viel, viel gefährlicher, als wenn sie praktisch längst dazu ausgerichtet werden. Also es gibt so ein paar Sachen, die man ja auch beherzigen kann. Und glaubt uns, glaubt uns, diese Kinder fallen auch, wenn sie noch nicht mobil sind von Wickelkommoden. Sie fallen auch vom Bett, obwohl sie in der Bettmitte lagen.
Erstaunlicherweise. Sie kommen irgendwie an den Rand, was du sagtest, Massenbewegung, Robben, irgendwie schieben, machen und tun und ackern da rum. Und irgendwann putzen sie eben doch auch vom Bett runter. Und da reicht es ja wiederum aus, man muss ja wirklich nur mit einem Stückchen Kopf über die Bettkante rüber gucken und zack wird der ganze Körper hinterher gezogen mit der Fallneigung.
Und die, die aus dem Bettchen wollen, die sind ja auch noch im Schlafsack normalerweise, die können auch gar nicht gegensteuern. Und dann denkt man aber, das Kind ist doch im Schlafsack, das kann doch da gar nicht rüber und dann wundert man sich, was so ein Kind alles hinbekommt. Ja, stimmt. Jetzt hatten wir Küche ganz viel. Und Badezimmer hast du schon so angefangen. Gibt es im Badezimmer noch so ein paar andere Sachen, wo du denkst?
Also in jedem Fall, also viele bewahren ihre Medikamente ja im Badezimmer zum Beispiel aus, wo man auf jeden Fall von vornherein sagen sollte, erstmal Erwachsenenmedikamente und Kindermedikamente immer getrennt aufbewahren. Da geht es ja schon ums Thema Vergiftung, wenn man ein Medikament gewichtsadaptiert beim Kind gibt und es natürlich auch ganz andere Wirkstoffe nochmal gibt bei
den Erwachsenen als für die Kinder. Also, dass man das getrennt aufbewahrt zum Beispiel und Medikamente unerreichbar für Kinderhände. Dass man wirklich vielleicht einen Schrank oben nimmt und den vielleicht sogar nochmal extra verschließt, dass da wirklich auch kein Kind rankommt. Auch die größeren Kinder nicht auf die Idee kommen und sich sagen, naja, Mama nimmt doch da auch immer so eine Tablette mal raus, wird schon nicht so schlimm sein und so weiter.
Also Medikamente auf jeden Fall sehr, sehr gut wegschließen. Reinigungsmittel und Badreiniger oder sonstiges wird auch gerne mal im Badezimmer aufbewahrt. Also dass man da auch wirklich nochmal sagt, dass wenn es irgendwie geht, wirklich oben lagern oder wenn man es eben nicht anders kann, wie unter dem Waschbecken zum Beispiel, dass man wirklich gute Türsicherung und da auch gerne mal tiefer in die Tasche für greift.
Also nicht irgendwie eine Türsicherung nimmt, wo vielleicht noch so eine kleine Angel aufgeht, also ein Türspalt offen ist. Stecken die Kinder nämlich gerne mal die Finger rein und drücken mit der anderen Hand zu und dann haben sie eine gequetschte Hand. Also, dass wirklich die Türsicherung wirklich auch abschließbar ist. Es gibt mittlerweile ja tolle Sachen, die noch nicht mal sichtbar richtig sind und die wirklich gut sicher sind. Sprecht ihr über Treppensicherungen?
Absolut, absolut. Und vor allen Dingen auch, den Eltern mitzugeben, wie kann ich mein Kind an eine Treppe heranführen. Das ist ja auch, die Kinder stürzen ja oftmals gerne vorwärts Richtung Treppe und denken sich, ah ja, ich fange mal mit den ersten Händchen da runter. Das Kind wirklich auch immer wieder umzudrehen und zu zeigen, wie kann man gut und sicher eine Treppe gemeinsam, also das Kind dabei begleiten und anleiten. Und Treppensicherungen sind absolutes Must-Have zu Hause mit Kindern.
Denn Sturz von der Treppe ist natürlich wirklich nochmal eine ganz andere Geschichte. Ich muss dazu nochmal einmal kurz sagen, die lernen das relativ flott und dieses rückwärts runter, perfektionieren das, aber Kinder können ja in dem Alter, wo sie das lernen. Überhaupt noch nicht Tiefen einschätzen, Entfernung, das machen sie locker von der Wickelkommode auch rückwärts runter. Also so haben sie es ja jetzt schließlich gelernt. Total.
Und sie merken sich, dass das vorausschauende Gefahrenbewusstsein entwickelt sich ja erst im Kindesalter.
Das heißt, auch wenn ich meinem Kind immer und immer wieder sage und selbst wenn dann mal etwas passiert und sich ein Kind zum Beispiel, was weiß ich, die Finger an der Tür klemmt und natürlich sollte man dem Kind immer wieder darauf hinweisen und sagen nein und au und auch die Tonlage macht viel aus, dass das Kind das mitnimmt, merkt es sich aber noch nicht und kann ja auch noch nicht von der zerebralen Entwicklung die Folge also nochmal wieder herrufen, wenn es dann nochmal passiert.
Das merkt es sich ja noch nicht. Also deswegen, darauf darf man sich natürlich auch nicht verlassen. Aber der Aspekt, den du eben gebracht hast, ist auch so wichtig. Wir haben mal eine Folge über Sehen gemacht, über die Entwicklung des Sehens und Sehstörungen. Und war das, war es das nicht, vielleicht sogar du, Achim? Nee, da war nämlich unsere Moderatorin sehr überrascht, als sie gehört hat, dass man erst zwischen acht und zwölf Jahren einen tiefen Sehen entwickelt, das unserem ähnelt.
Und wo man dann abschätzen kann, so und so weit ist das von hier bis zum Boden oder dieses Auto wird mit der Geschwindigkeit vermutlich dann und dann bei mir sein. Das muss man ja auch berücksichtigen, dass Kinder diese Gefahren einfach nicht einschätzen können, auch aufgrund nicht nur von Erfahrungswerten, sondern weil ihnen einfach auch die nötige Sehtiefeneinschätzung fehlt.
Und weil wir gerade das mit dem Treppengitter haben, einmal noch ein Wort noch zu den Lauflernwegelchen, die eigentlich verboten sind, aber immer wieder von ambitionierten Großeltern verschenkt werden.
Ja, Lauf, Lernwagen, Tür, Hopser und es gibt ja Sachen, wo man wirklich sagt, also für die ganze physiologische Entwicklung ja einfach auch nicht gut und die Sturzgefahr ist einfach wirklich immens, dass man auf solche Sachen wirklich absolut verzichtet, dass man die Kinder vor allen Dingen auch nicht in ihrer Entwicklung vorgreift, sondern die machen ihren Weg und dass man die eben nicht in etwas reinsetzt sozusagen, wo einfach das Gerät sozusagen schon etwas macht, was das Kind noch gar nicht
selber steuern kann und die Verletzungsgefahr dann einfach so groß ist. Da wolltest du wahrscheinlich drauf händen. Und sagst du eigentlich in deinen Kursen oder sagt dir auch was... Zu Fenstersicherung, ist das völlig übertrieben? Ist das Hochsicherheitstrakt oder ist eine Sicherung eines Fensters eine sinnvolle Maßnahme? Ebenso wie so Rollos mit so diesen Schnüren an der Seite, wo man die so hoch und runter lassen kann. Sagt dir dazu was? Absolut.
Also Fenstersicherung, Fallneigung wieder mit dem Kopf und so weiter. Die Kinder kommen ja auf die tollsten Ideen. Irgendwelche Hocker sich irgendwo, wenn sie sich erst hochziehen können, hinzuschieben. Ist ja wie so ein Balkongitter und so weiter. Ja auch alles. Und dann hohe Höhe, Sturz aus hoher Höhe ist natürlich etwas, was wir absolut nicht erleben möchten. Also deswegen, Fenstersicherungen sollten auf jeden Fall sein. Und das finde ich ganz schön, dass du das gerade sagst mit den Schnüren.
Das ist das, was ich meine mit dem Unfallprävention wahrnehmen, durch auf dem Boden herumkrabbeln und die Welt von unten wahrnehmen. Denn dann fällt einem auf, dass am Plisier zum Beispiel diese dünnen Fädchen eben runterhängen und die Strangulationsgefahr natürlich auch da ist.
Kinder, gerade so in diesem Krabbelalter, fangen ja gerne mal an, sich Dinge wie ein Gürtel, der herumliegt, ein Bademantel, Gürtel vielleicht, der irgendwie an der Türklinke hängt oder eben auch so ein Plisee oder Rollo-Bändchen, was darunter hängt, um den Hals zu drehen und sich dann selber dann zu bewegen und da ist natürlich eine Strangulationsgefahr. Deswegen, das sollte natürlich dann eben auch hochgehängt werden.
Wie siehst du das denn, die Bernsteinketten, die die Kinder haben, zum Zahn sehr verbreitet? Also über die Wirkung möchte ich mich jetzt nicht umbinden. Nein, nein, wir sprechen ja hier nur über den Sicherheitsaspekt. Genau. Das finde ich schon mal sehr gut.
Ist tatsächlich ja etwas Verschluckungsgefahr, wenn ein Kind nicht selber oder selber dran zieht und sich das Teil nicht von alleine öffnet durch diesen fehlenden magnetischen Verschluss zum Beispiel, ist das auch eine absolute Strangulationsgefahr. Man muss sich nur mal überlegen, das Kind liegt vielleicht im Kinderwagen, dreht sich und bewegt sich ein bisschen.
Die Eltern haben zwar ein Augenmerk oftmals auf die kleinsten Kinder ja noch fast durchgängig, aber da reicht ja nur eine kleine Bewegung. Dass sich diese kleinen Steinchen ineinander verhaken und schon haben wir Strangulationsgefahr.
Und das sind zum Beispiel auch so Sachen, das rücke ich so ein bisschen von der Strangulationsgefahr, wo wir auch immer wieder darauf eingehen, auch gerade den frischgebackenen Eltern auch mitzugeben, zum Beispiel auch auf Haare zu achten, auf Wickelkommode, ein Babybettchen und so weiter.
Das sogenannte Tourniquet-Syndrom, das heißt, wenn die Kinder ja da liegen, so ein bisschen strampeln, vielleicht in der Socke oder im Schlafsack Haare von der stillenden Mama, die hormonell vielleicht gerade auch besonderen Haarausfall hat, sich eben um die Endglieder wie Finger, aber eben auch Nase, Genitalien, Zehen. Und das sieht man ja auch immer wieder in der Klinik. Dann sich da rumwickeln, die Zufuhr eben nicht mehr richtig oder Durchblutung nicht mehr richtig gewährleistet ist.
Und es wirklich zu unangenehmen Strungen. Haben wir alle schon gesehen. Genau. Jetzt haben wir ja auch recht viele Gefahren aufgezeigt. Jetzt möchte ich vielleicht an der Stelle, weil es so gut passt zum Stürzen, Höhe, Wickelgemode und so. Einmal sagen, dass kürzlich eine sehr nette Reporterin vom Hamburger Abendblatt ein kleines Stück mit mir gemacht hat, wo sie mich gefragt hat zu einem neuen Trend.
Den hast du wahrscheinlich auch schon mitbekommen, wo es eine Werbung gemacht wird für Helme, die völlig gesunde Kleinstkinder zu Hause im heimischen Umfeld tragen sollen, damit sie keine Verletzungen erleiden. Das wird sehr gehypt. Das sind ganz stylische Dinge. Das Problem, das dabei zu... Also erstmal ist es natürlich Unfug, weil Kinder, die beim Spielen und Toben aus ihrer eigenen Körperhöhe irgendwo hinputzeln, tun sich nichts.
Das zweite ist, dass diese Kinder natürlich in ihrer Bewegungsfähigkeit, also der schwere Kopf wird noch beschwert, das kommt noch dazu, sie haben ein schlechteres Sichtfeld, sie können sich schlechter bewegen.
Es ist aus unserer Sicht auch für die Entwicklung eine Katastrophe, aber vor allen Dingen ist es auch so ein ganz schlimmes Signal für die übervorsichtigen Eltern, dass die noch mehr Angst haben und diese Kinder dann womöglich völlig daran hindern, überhaupt irgendwie ihre Umwelt zu explorieren. Hast du da auch eine Meinung zu? Ja, absolut. Und es gibt nicht nur die Häme, mittlerweile auch Kissen, die die Kinder als Rucksack auf den Rücken geschnallt bekommen.
Ja, nee, nicht so völlig absolut. Was wenn sie dann eben umfallen, auf einem Rücken landen, wo man sich denkt, also wo soll denn das Ganze noch hinführen? Also die werden buchstäblich in Watte gepackt. Ja, genau. Aber wie absurd, ne? Total. Und wenn du dir dann überlegst, was macht es denn auch dein Kind, was dann immer weich stürzt? Also das Stürzen, ich sage immer kleine Blessungen und Wollen gehören zur Kindesentwicklung ein Stück weit dazu.
Die großen Notfälle wollen wir natürlich nicht erleben, aber diese kleinen Dinge. Und wenn ein Kind immer weich fällt, das kann ja gar nicht mehr einschätzen, wie ist es denn eigentlich? Wie kann ich mich abrollen? Wie kann ich mich abstützen irgendwann, wenn es das eben auch schon kann mit den Händen und so weiter? Das fällt ja auch falsch dann. Und ganz ehrlich, dann noch eine Stunde irgendeinen
Quatsch auf dem iPad und dann hat dieses Kind überhaupt keine gute Entwicklungszeit mehr. Fürchterlich. Trotzdem, wenn wir über ältere Kinder sprechen, wir haben ja jetzt sehr viel über die kleinen Kinder, die ihre Umwelt so explorieren. Und es ist mir nur wichtig, dass wir hier nicht falsch verstanden werden, wenn unsere Kinder dann draußen auf diese, alles was fährt, alles was schnell fährt, alles was irgendwo runterrollert und so, da gehört natürlich ein Helm auf den Kopf.
Ja, ein Fahrradhelm beispielsweise. Ja, so meinte ich das. Aber nicht irgendwie natürlich, wenn die zu Hause irgendwie auf den Kissen umhapfen. Nein, um Gottes Willen. Genauso ist es ja auch, wenn es eine medizinische Indikation oder eine Helmtherapie ist. Also das ist ja nochmal was ganz anderes. Ja, oder die Kinder mit einer schweren Epilepsie. Das ist alles was völlig anderes. Aber wir reden hier über gesunde Kleinstkinder. Das ist wirklich absurd.
Aber auf dem Spielplatz zum Beispiel, wenn ein Kind dann mit dem Roller fährt oder so und dann lässt es den Roller liegen und rennt zum Klettergerüst. Sehr gut, dass das ansprichst, da freue ich mich sehr drüber. Das ist nämlich auch etwas, das ist so gut gemeint von den Eltern. Und ich kann, natürlich, man kann das ja auch verstehen, die wollen ihre Kinder schützen und die denken sich, okay, ich setze mein Kind auf die Schaukel, ich lasse den Helm lieber direkt auf.
Nur wenn es runterfällt, dann tut es sich nicht weh und dann passiert nichts Schlimmes. Dass die dann natürlich dann vielleicht in dem Moment nicht darüber nachdenken. Eltern meinen es ja immer gut, ich bin selber Mama, also ich weiß ja, wie es ist. Aber dieses Hochklettern auf dem Klettergerüst zum Beispiel. Ein Kind mit Helm und rutscht ab, nasses Wetter und rutscht eben wie von diesem Klettergerüst ab.
Bleibt mit dem Helm und vor allen Dingen mit dem Verschluss im Klettergerüst hängen, auch wieder Strangulationsgefahr. Also deswegen, es gibt einige Spielplätze, fotografiere ich auch immer ganz gerne mal, um das so ein bisschen festzuhalten, wo eben ein Schild angebracht ist, Helm ab, also Kind mit Helm und das dann durchgestrichen ist, das sollte viel mehr eigentlich noch verbreitet werden, ja, wichtig.
Wenn die Kinder draußen so unterwegs sind und vielleicht irgendwie zu Hause oder bei den Großeltern oder im Park, irgendwie im Garten oder in der Natur unterwegs sind, ist ja auch immer ein Thema, die bunten Beeren, die so gegessen werden. Gibt es wirklich, also vielleicht kannst du hier nochmal so sagen. Bären, die besonders gefährlich sind oder sind wir da alle zu panisch? Also beim Thema Vergiftung ist es ja eigentlich so, die Menge macht es, muss man ja mal sagen.
Und die Kinder, ich bin ein absoluter Gartenfan, die Kinder sind kleine Waldkinder bei uns, auch bei mir zu Hause und die lieben das eben. Und ich finde es ganz schön, die Kinder zu begleiten. Auch wieder, Claudia, wie du sagtest, ja, Umgebung eben dabei zu sein und ausprobieren zu lassen. Aber ganz klar auch Gänzen natürlich zu setzen, die interessieren sich vor allen Dingen ja für die roten Beeren.
Da muss aber schon eine ganz schöne Menge von den meisten genommen werden, dass wirklich eine Wirkung, eine schlimmere Folge sozusagen daraus resultiert. Und die Kinder probieren meistens eine Beere und merken, Bitterstoffe schmeckt nicht und spucken es zum Glück wieder aus. Heißt nicht, dass ich mich in Sicherheit wiege. Ich würde trotzdem in jedem Fall, ist das Kind symptomfrei, zum Beispiel bei der Giftnutzentrale einmal
anrufen, mich nochmal vergewissern. dass ich nochmal sage, was da passiert ist. Aber an sich muss man ja wirklich sagen, vor allen Dingen die Milch in den grünen Pflanzen, und ein Kind setzt sich ja meistens nicht hin und buddelt das auseinander und saugt die Milch aus den Pflanzen, das ist ja das, was oftmals noch viel giftiger ist als die Beeren, beziehungsweise die Menge, die eben meistens zum Glück nicht groß genügend aufgenommen wird, als dass es wirklich zur Vergiftungserscheinung kommt.
Jetzt haben wir was vom Essen erzählt, Beerenessen. Und jetzt würde ich gerne nochmal, dass du was sagst zum Wo soll denn eigentlich gegessen werden? Das ist eins meiner liebsten Themen und auch eine totale Herzensangelegenheit für die Kurse, weil ich immer so ein bisschen appelliere an alle Eltern.
Ein wenig an die Kompetenz der Kinder mehr zu glauben, daran zu glauben, dass ein Mensch tolle Schutzmechanismen hat, die uns auch so ein bisschen den Weg weisen, bevor man in eine brenzlige Situation kommt. Aber auf deine Frage einzugehen, wo sollte das Kind sitzen beim Essen? Es sollte vor allen Dingen sitzen, egal eigentlich im Prinzip wo, aber es sollte sitzen oder stillstehen und eben nicht dabei rumhampeln,
wenn es ist. Denn Essen und überhaupt Dinge, die in den Mund gesteckt werden und Mobilität passt einfach nicht zusammen.
Und dadurch können wir so wahnsinnig gut präventiv eben vermeiden, dass ein Kind wirklich mal in so eine Situation kommt, dass es sich verschluckt oder gar die Atemwege blockiert werden oder gar eine Aspiration, also dass das Ganze in der falschen Röhre landet, eben auch geschieht, indem einfach wirklich die Kinder beim Essen begleitet werden, beobachtet werden und das Kind eben von Anfang an lernt, dabei zu sitzen.
Und das zu genießen und das hat auch noch einen anderen Aspekt, finde ich, dieses Schnelllebigkeit heutzutage, es wird immer überall gesnackt im Stehen und machen ja auch viele große Menschen, dass man den Kindern ein Vorbild ist und sagt, wir sitzen zusammen am Tisch, wir essen gemütlich, wir genießen das Ganze, wir probieren das, für die kleinsten Kinder ja auch ein haptisches Erlebnis, wenn sie Dinge in die Hand nehmen und die Augen-Koordination eben auch da ist
und dass alles erspürt wird und dass eben, genau, dass man einfach die Eltern dabei bleiben. Und dass man merkt, wenn man satt ist und dass man keinen Bildschirm dabei hat, weil man nämlich weiß, was man da gerade macht. Ganz genau, da sprichst du uns ja sowas von aus der Seele und ehrlich gesagt, wir sehen das ja sogar in den Praxen teilweise, wo eigentlich gar nicht gegessen werden soll, da haben wir auch große Schilder aus vielen Gründen, die auch hygienischer Natur sind.
Es gibt wirklich Eltern, die mit Häppchen hinter ihren durch die Gegend krabbelnden Kindern hereilen, um denen zwischendurch mal was zu essen zu geben, weil sie ja so schlechte Esser sind. Ja, die Not ist groß. Ich möchte das nicht irgendwie rechtfertigen. Ich kann, ich habe Verständnis dafür, aber aus ganz vielen Gründen geht das einfach nicht. Geht das nicht, genau.
Wir sollten vielleicht nochmal so ein bisschen überlegen, wenn wir über Prävention sprechen, was sollten Eltern zu Hause haben, vielleicht eher so bei Verletzungen, so als kleine Notfallapotheke, was ist sinnvoll? Und vielleicht auch für unterwegs, das würde mich auch interessieren.
Absolut, das ist total wichtig, finde ich auch, dass man auch nicht nur seinen eigenen Kindern, sondern eben auch anderen Kindern zum Beispiel mal helfen kann, Weil, also fangen wir jetzt erstmal zu Hause an, in der Hausapotheke, da sprechen wir jetzt ja nicht von den Medikamenten, sondern eher von den Verbandsgeschichten. Ich bin absolut kein Fan davon zu sagen, man braucht jetzt eine Riesenausstattung, denn was passiert denn meistens? Die Kinder fallen hin, sie haben eine Beule.
Woran denken wir? Ans Kühlen. Nicht zu kalt natürlich. Da reicht auch gerne mal bei einer normalen kleinen leichten Beule einfach ein feuchter Waschlappen. Und das Kind kann dann eben selber, vielleicht sogar wenn es schon alt genug ist, mitkühlen. Wird mit eingebunden, fühlt sich dabei nochmal ganz groß, dass es ihm helfen kann. Also dass man sowas zum Beispiel zur Hand hat.
Sterile Kompressen und eine Mullbinde und auch gerne eine Mullbinde, die eingepackt ist, falls man mal so einen Druckverband machen sollte. Den sollte man aber auch lernen in einem Kurs. Da kann man auch so ein paar Dinge falsch machen. aber so ein bisschen Verbandsmaterial. Ich glaube, dass... Desinfektionsmittel? Desinfektionsmittel. Schleimhautdesinfektionsmittel.
Schleimhautdesinfektionsmittel auf jeden Fall. Ich nenne jetzt hier natürlich auch keine Marke oder so, aber Schleimhautdesinfektionsmittel insofern brennt halt nicht so doll. Und ich sage auch immer extra, sag den Kindern nicht, brennt gar nicht, bestimmt will ich nicht. Und es brennt leicht. Und wenn man das nächste Mal mit der Flasche um die Ecke kommt, dann hat man nämlich ein laufendes Kind und man kommt gar nicht mehr hinterher. Also Schleimhautdesinfektionsmittel finde ich auch eine sehr,
sehr gute und wichtige Sache. Aber ich glaube, was man tatsächlich ganz häufig mit Kindern zu Hause macht, sind einfach Kinderpflaster. Und da sind wir so beim Thema Placebo-Effekt. Das klingt immer so ein bisschen gemein. Ich finde es ganz wichtig, aber zu sagen, ich nehme mein Kind immer ernst.
Und wenn da eben nur der Nagel ein bisschen eingerissen wird und das Kind steht da und findet es ganz schlimm und ein Pflaster kann bestimmt helfen, dann klebe ich auch mal ein Pflaster auf eine Stelle, was jetzt nicht so schlimm aussieht, weil das die kleine Seele eben auch ein bisschen in den Momenten heilt. Genau. Und für unterwegs vielleicht nochmal ganz kurz. Da wurde ja eben auch nochmal gefragt.
So eine Tasche finde ich immer ganz gut dabei zu haben. Ich finde es auch gut, einfach einen Waschlappen mitzuhaben.
Eine Trinkflasche hat man meistens auch dabei, dass man den Waschlappen nass machen kann für eine Beule, zum Kühlen, ein Auge, wo dann vielleicht Sand, genau, wenn die sich mit Sand beschmeißen, was im Auge landet oder eben auch in der Wunde, dass man dann eben mit dem Waschlappen immer schön von außen nach innen, den Tränenfluss eben nutzend, das Auge auswischen kann zum Beispiel.
Und dass man dann eben auch Pflaster, Mullbinden, vielleicht sogar für den Sommer auch eine kleine Pinzette zum Beispiel zum Zecke entfernen, da geht es ja darum, schnellstmöglich eben auch die Zecke zu entfernen. Wobei da auch zwei oder vier Stunden noch reichen, keine Panik.
Nein, genau, aber wenn man es natürlich dabei hat und sich das traut, es ist ja kein Hexenwerk, muss man ja auch mal sagen, dass man nicht irgendwie rechts, links gerade ausdrehen muss, sondern Hauptsache das Teil geht raus, dass die gegebenenfalls Krankheitserreger, die im Darm eben hinten sind und sich durchs lange Ansaugen dann ja oftmals auch erst was übertragen können, schnellstmöglich halt einfach entfernt. Splitterpinzette finde ich auch immer, also ganz gut damit dabei zu haben.
Das sind eigentlich die wichtigsten Sachen. Im Hochsommer oder so August, ich hatte auch aus guter Erfahrung eine kleine Zwiebel tatsächlich mit auf dem Spielplatz. Toll, Insektenstich. Ja, genau. Also weil dann die Wespen zuschlagen und dann kann man damit schon mal sehr viel erreichen. Also total. Ja, finde ich auch total gut. Jetzt haben wir das alles gesagt. Ich könnte mir vorstellen, in deinen Kursen, da wird ganz, ganz viel über Prävention gesprochen und auch doch über Erste Hilfe.
Also wäre vielleicht jetzt noch ein ganz kleiner Ausblick, ohne Einzelheiten. Was macht ihr da so, wenn ihr Reanimationstraining macht? Wie müssen Eltern sich das vorstellen? Erstmal angstfrei und mutmachend. Das finde ich immer ganz, ganz wichtig, dass man nicht viel falsch machen kann, sondern es geht wirklich immer darum, dass man sich traut, in einer Situation zuzupacken.
Erste Hilfe sollte so einfach wie möglich gehalten sein und gar nicht verkompliziert werden und es geht nicht um Perfektionismus, sondern wirklich, dass jeder helfen kann und das schnellstmöglich eben auch versteht. Und das mit Wichtigste, finde ich, ist eben auch die Übung an Simulationspuppen, altesgerecht. Im Säuglingsalter haben wir Säuglingspuppen eben auch da und auch die kleinen Kinder, die Juniorpuppen, die wir mit dabei haben, dass auch alterspezifisch
nochmal unterschieden wird. Wie ist es bei der Beatmung nochmal anders, die besonders im Kindesalter besonders wichtig ist?
Kommt ein Kind in eine richtige Notfallsituation, ist es ja meistens respiratorisch, also über die Atemwege gehend, dass man eben da nochmal so ein bisschen unterscheiden kann, wie drücke ich dann nicht nur Frequenz, Schnelligkeit, Tiefe und so weiter, sondern eben auch, nehme ich jetzt bei dem einen Kind nur zwei Finger, bei dem anderen den Handballen oder wie auch immer, dass die praktisch üben können.
Und das dann auch praktisch geübt werden kann, nicht nur Reanimation, sondern auch verschluckter, eingeatmeter Fremdkörper. Das sind ja immer so Themen, die Thema Nummer eins für fast alle eben auch ist, dass man weiß, ich könnte so einen Rückenschlag oder eine Brustkompression in einem Notfall wirklich auch anwenden und ich würde mich auch trauen. Und dann kommen immer große Augen, gucken an einem an und dann, aber Juliane, wenn ich da so doll und so weiter, dann sind wir ja in der Situation.
Wo es das Kind droht zu ersticken und wenn wir den Fremdkörper nicht rausbekommen, dann müssen wir da auch mal ordentlich eingreifen. Also genau, so kann man sich das vorstellen. Und es ist immer ein sehr, sehr schöner Austausch auch zwischen den Eltern untereinander, um sich auch ein bisschen die Ängste zu nehmen und ganz klar auch zu sagen, zum Glück sind die Reanimationsfälle im Kindesalter.
Gerade bei besonderen Kindern eben auch bei gesunden Kindern eben besonders selten, dass man da gar nicht so eine große Sorge vorhaben muss. Und Übungen hilft und Wissen macht sicher. Und macht ihr eigentlich auch Schulungen, so Anaphylaxie-Schulungen, wenn man ein Kind mit einer Erdnussallergie in die Kita gibt?
Das ist ja immer die große Panik. Das Kind selber weiß eigentlich Bescheid, die Eltern wissen natürlich Bescheid, aber die anderen Kinder nicht und die bringen dann die Sachen womöglich unbedarft, unbewusst mit. Total. Und das ist nicht nur ein Thema, was in den Kursen besonders mir am Herzen liegt. Ich habe ein Kind mit Anaphylaxie und reagiert auf Spuren von Nüssen. Eben auch mit Adrenalin-Penn und immer mit einer Bauchtasche und dass das eben immer dabei ist.
Und Genausschulung, das bieten wir auch an, um vor allen Dingen auch die Ängste zu nehmen, dass so ein Adrenalin-Penn wirklich auch gerne großzügig bitte gegeben wird und nicht erst rausgezögert wird und gewartet wird, was da alles noch passieren könnte. Sondern dass man einfach Mut bekommt.
Dann hat man ein Übungspennen, wo man eben auch ohne Nadel, also dieser Penn ist ja etwas, was man eben in den Oberschenkel injiziert, wo ein Medikament dann eben in die Haut eingeführt wird, in den Körper, in den Organismus, dass man mit einem Übungspennen einfach nochmal ohne Nadel üben kann, damit man mal weiß, wie doll muss ich denn da eigentlich wirklich in den Oberschenkel reinhauen sozusagen und auch halten und genau danach die anderen Medikamente
zu durchsprechen Und dann eben, wie du richtig sagst, zu sensibilisieren, dass das Umfeld wirklich auch nochmal weiß, okay, hier sollten wir wirklich mit Nüssen vorsichtig sein. Wie reagiert das Kind? Sollte vielleicht in der Klasse darauf geachtet werden, dass keine Müsli-Riegel mit Nüssen vielleicht dabei sind auf der Klassenfahrt und so weiter. Das ist eine meiner schöneren Geschichten.
In der Kita wurde eine Nusswoche gemacht und jeden Tag wurde eine neue Nuss ausprobiert und den Kindern vorgestellt und der Baum gemalt, bis die Erdnuss kam und dann war die Nusswoche vorbei. Ja, da haben wir alle möglichen Anekdoten dazu. Aber mit dem Adrenalin, da muss man vielleicht jetzt an der Stelle sagen, alle, die von uns einen Adrenalin-Pen verordnet bekommen, bekommen ja dieses Demo-Gerät.
Und da wird ihnen auch immer mit auf den Weg gegeben, macht das am Anfang jede Woche, sonntags einmal alle als ganze Familie, rammt euch das Ding durch die Hose in den Oberschenkel, damit ihr die Hemmungen davor verliert. Und es gibt auch ganz tolle Videos, die Eltern sich angucken können, die sogar als Zeichentrickfilm animiert sind, wo das dann gar nicht so schrecklich aussieht und so ein bisschen niederschwellig auf so einer Parkbank.
Und ach Mensch, guck mal, der sieht so komisch aus, rein mit dem Ding. Also ich übertreibe es jetzt ein bisschen. Aber es ist ja wichtig. Und ehrlich gesagt, so ganz besorgten Eltern kann man ja durchaus auch sagen, wissen Sie, wenn Sie das reintun und hätten es nicht gebraucht, dann hat Ihr Kind einmal einen sehr roten Kopf, fühlt sich sehr heiß, hat eine sehr schnelle Herzfrequenz und es passiert sonst gar nichts bei einem herzgesunden Kind.
Also diese Ängste zu nehmen, das finde ich total toll, dass wir da irgendwie alle sozusagen in die gleiche Trompete oder in das gleiche Horn hinein tuten. Absolut. Und dass man natürlich auch in dem Moment vermittelt, großzügig den Notruf abzusetzen, keine Sorge dabei zu haben, sondern das ist dann wirklich auch angesagt.
Okay. Gut, ich glaube, das war ein guter Überblick über die Dinge, die die Eltern präventiv tun können, dass sie wissen, es gibt Möglichkeiten, sich zu schulen, die Großeltern zu schulen, die Kita, Erzieher zu schulen, die Schule, in der Schule, die Lehrer zu schulen, also alle, die mit den Kindern vertraut, betraut sind. Genau, wir können nur aufrufen dazu, machen Sie so einen Kurs. Wir wissen, dass die Eltern sich danach besser fühlen, besser und sicherer.
Ja, und wir freuen uns auf alle, die da kommen. Auf jeden Fall. Genau, das Leben der Kleinen ist voller Gefahren, auch großer Gefahren, aber es besteht kein Anlass, Angst zu haben. Man kann sich darauf vorbereiten und man kann auch präventiv sehr, sehr viel machen, um diese Gefahren zu reduzieren. Vielen, vielen Dank an Juliane Kucks. Wer mehr über Sie und Ihr Unternehmen
erfahren möchte, unter lüttunsafe.de. Dort kann man auch alle Kurse und Beratungsangebote finden, die es in Hamburg und Schleswig-Holstein, glaube ich, in Präsenz gibt. In, glaube ich, über 20 Standorten mittlerweile schon, aber auch online. Ja, um die Anekdote, die ich am Anfang erzählt habe, vielleicht aufzulösen. Also die Haarsprange meiner Tochter, die habe ich am nächsten Tag in der Windel wiedergefunden. Sehr schön, eine sehr schnelle Mangdarm-Fastage.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Kinder-Docs, bei Juliane Kux und bis zum nächsten Mal. Vielen Dank, dass du da warst. Dankeschön auch. Tschüss. Tschüss.
