Die Kinder-Docs. Der Podcast rund um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Music. Weitere Podcasts finden Sie unter abendblatt.de slash podcast. Claudia, warst du mit deinen Kindern auch beim Babyschwimmen? Ja, tatsächlich war ich das. Das waren aber noch andere Zeiten. Ich war mit meiner großen Tochter damals beim Babyschwimmen, da war sie fünf Monate alt. Das hat ihr auch sehr viel Spaß gemacht. Dann gut anderthalb Jahre später war ich auch mit meiner Kleinen beim Babyschwimmen.
Und dann irgendwann später kamen so Sachen ans Licht, haben wir uns mit anderen Themen beschäftigen müssen, was das Babyschwimmen angeht. Und jetzt sehe ich es zumindest mal differenziert. Ja, ich war auch beim Babyschwimmen mit meinen Kindern. Ich fand es damals echt ganz schön. Und das Wasser war schön warm und ich war mit anderen, ja meistens Müttern muss man sagen, im Wasser und wir haben so ein bisschen geplanscht und gesungen und ich habe so mein Kind durchs Wasser gleiten lassen.
Also mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht. Ich hatte auch den Eindruck oder war sogar überzeugt, dass ich meinem Kind damit was Gutes tue. Aber habe ich das wirklich, ich weiß es nicht, ich habe gewisse Zweifel inzwischen und ist Babyschwimmen wirklich gut für die Entwicklung des Kindes oder hat es womöglich sogar negative Auswirkungen? Darüber sprechen wir heute bei den Kinder-Docs. Mein Name ist Achim Leoni, ich bin Redakteur beim Abendblatt und bei mir im Studio ist Dr.
Claudia Haupt. Sie ist wahrscheinlich Hamburgs bekannteste Kinderärztin und Vorsitzende des Landesverbands der Kinder- und Jugendärztinnen. Hallo Claudia. Hallo. Schön, dass du da bist. Ja, habe ich meinem Kind da was Gutes getan? Das wirst du sagen. Ja, ich denke, du hast deinem Kind was Gutes getan, weil ich gehe jetzt mal davon aus, dass dein Kind kein Asthma-Kind war oder zumindest nicht schwerer gefährdet, ich hoffe es.
Und es hat ein gemeinschaftliches Erlebnis mit dir gehabt, es hat sich da bewegt, hat ein neues Element kennengelernt und wenn es dabei sehr fröhlich und vergnügt war, dann gehe ich mal davon aus, dass du im Kind was Gutes getan hast zu der Zeit. Ich höre aber schon raus, man sollte nicht mit allen Kindern bedenkenlos zum Babyschwimmen gehen. Genau. Also ich fange erstmal mit dem an, was absolut notwendig ist, wenn ich darf.
Kinder kühlen sehr schnell aus, gerade Säuglinge. Und deswegen ist eine Voraussetzung, wenn man zum Babyschwimmen möchte, dass das Wasser im besten Falle sogar 33 Grad hat am Babybadetag. Mindestens aber 30 Grad. Man sollte also nicht zu irgendeinem Babyschwimmen gehen, wo es nicht so warm ist.
Dann gibt es so eine Grundregel, die sich ewig schon hält und die auch ganz vernünftig ist, dass nämlich ein Baby, das normal proper ist, sage ich mal so, etwa fünf Minuten pro Lebensmonat Wasserzeit, reine Wasserzeit haben kann. Das heißt ja dann, dass ein fünf Monate alter Säugling etwa 25 Minuten von den 40, 45 Minuten tatsächlich im Wasser sein kann. Von den 40, 45 Minuten, die so eine Babyschwimmstunde dauert. Genau.
Und also nicht etwa die ganze Zeit. Und dass da natürlich noch andere Bedingungen gelten müssen. Zum Beispiel, dass bitte nur Babys zum Babyschwimmen gehen, die schon ihre Rotavirus-Impfung hatten. Die gab es damals noch gar nicht. Genau, die gab es damals noch nicht. Rotaviren sind aber schon immer, also jedenfalls seit wir sie kennen. Der häufigste Grund für die Krankenhausbehandlung eines Babys gewesen.
Also auch schon vor 20 Jahren. Sie sind es jetzt nicht mehr, weil wir die Babys regelhaft dagegen impfen. Aber es war wirklich ein sehr häufiger Grund für eine schwere Magen-Darm-Infektion bei jungen Säuglingen, die die auch oft dann ins Krankenhaus zwingt und an den Tropf.
Und wenn man Baby schwimmt, dann muss man sich ja dieses Setting vorstellen, das ist oft ein kleinerer Teil der Halle oder ein abgeteiltes Bassin oder so, wo dann ja auch nicht nur ein Baby, sondern viele Babys drin sind, die auch wenn sie eine Schwimmwindel tragen, sollen sie bitte alle unbedingt machen. Natürlich in diesem Element Wasser Pipi machen werden, weil Babys einfach unheimlich häufig Wasser lassen. Und schon erst recht, wenn sie ins Wasser kommen und sehr häufig auch Stuhl absetzen.
Und dann kommen natürlich diese ganzen, das sind ja Stoffe, eigentlich Abfallstoffe des Körpers, die geraten in, Das Wasser. Und damit natürlich auch unter Umständen Rotaviren. Und die sind halt sehr, sehr, sehr, sehr, sehr ansteckend. Wenn andere Babys dann mal ein bisschen Wasser in den Mund bekommen, dann reicht das schon aus, dass sie sich infizieren. Und man muss ja wissen, dass die Babybadetage so eingerichtet werden, dass nicht allzu viel Chlorid ins Wasser kommt.
Weil das eben auch unter Umständen giftig sein könnte, komme ich nachher noch drauf. Das heißt, da muss gefordert werden, dass das Bad extra für den Babytag das Wasser komplett austauscht und hinterher nach Möglichkeit sogar auch noch mal. Und dann wird es eben wahnsinnig stark aufgeheizt. Und dann kommen die Babys da rein und hinterlassen da alles Mögliche drin. Und ein Baby, das nicht geschützt ist, kann sich da tatsächlich so eine Darminfektion holen.
Das Nächste ist, dass ein Baby, das eine Rotavirus-Schluckimpfung gekriegt hat, für mindestens drei Wochen roter Viren ausscheidet. Wann bekommt man denn diese Impfung? Die erste gibt es mit sechs bis acht Wochen, wenn alles glatt läuft. Und die zweite gibt es dann so ungefähr mit spätestens 22 Wochen. Also meistens so mit drei Monaten. Und vorher sollen die Babys sowieso bitte nicht zum Babyschwimmen gehen. Das wollte ich gerade fragen.
Aber wann geht man denn zum Babyschwimmen? Du hast ja gerade gesagt, fünf Minuten. Da könnte ich ja sagen, ah, okay, mit einem zwei Monate alten Baby könnte ich also zehn Minuten ins Wasser. Das ist Quatsch.
Ja, das ist Quatsch. Also die Eltern, es ist so, die Bäder, die profilieren sich auch über diese Baby-Badekurse, das muss man schon sagen und jedes Bad, das was auf sich hält, muss eigentlich auch einen Babykurs anbieten, weil sonst kann es gar nicht konkurrieren und es wird auch sehr, sehr gern angenommen und aufgegriffen von den Eltern, die ja auch alle wie du nur das Beste für ihr Kind wollen und denken, das kann ja nur, also kann ja gar nicht früh genug anfangen.
Also angeboten wird meist, dass die Kinder mit drei Monaten schon kommen dürfen. Das ist aber aus Sicht der meisten Kinderärztinnen zu früh, weil die Kinder haben in den ersten drei, vier Monaten noch erhebliche Probleme. Sehr viele Reize auf einmal zu verarbeiten und sind sehr irritabel, können leicht aus der Ruhe gebracht werden. Dann ist das viel zu viel. Das ist da laut, das halt, das riecht komisch. Das ist ein neues Element, in dem man sich bewegt. Es ist sehr viel Unruhe da.
Das ist alles viel zu viel für so ein ganz kleines Baby. Und eigentlich so die meisten, da gibt es keine wirklich klare Regel, Aber die meisten sagen so, ab fünf Monaten sind die Babys schon ein bisschen stabiler, emotional, können sich ein bisschen besser regulieren, sind gesettelter, haben schon mal was erlebt. Und da können sie dann unter Umständen schon mit viel Spaß teilnehmen. Und die Rotavirus-Impfung ist dann durch? Davor gewesen.
Und das, was du vorhin hast gesagt, dass geimpfte Babys dann diese Viren ausscheiden und damit immer noch zu einer Gefahr sind. Wie lange nach dieser Impfung? Ja, so drei Wochen nach der Impfung. Also das sind absolute Raritäten, dass da noch nennenswerte Mengen abgesetzt werden danach.
Also das wäre uns natürlich ein Anliegen, dass diese hygienischen Bedingungen eingehalten werden seitens der Bäder, dieser Wassertausch zum Beispiel für den Babytag, dass die Temperatur stimmt und dass die Babys alle eine Schwimmwindel tragen und dass sie möglichst alle roter geimpft sind. Dann haben wir schon so mal ein paar Voraussetzungen erfüllt. Ist die Lufttemperatur auch wichtig?
Eigentlich ergibt sich das dadurch, dass man das Wasser auf 33 Grad erhältst, dass die Temperatur da drüber ist, auf jeden Fall sogar noch wärmer. Das glaube ich ist nicht das Problem. Es ist aber wichtig, dass die Babys und die Eltern sich alle, alle, bevor sie in dieses Wasser gehen, abspülen. Und warum, das werde ich gleich noch erläutern. Es gibt ja nämlich einen Grund, warum Babyschwimmen für eine bestimmte Gruppe von Kindern vielleicht gar nicht so empfehlenswert ist.
Und da spielt das auch mit rein. Also alle müssen sich... Bevor sie ins Wasser gehen, weil sie sonst alle möglichen Stoffe, die mit dem Chlor im Wasser reagieren können, mit ins Wasser verbringen. Hinterher sowieso. Ja, auf jeden Fall. Ja, das ist Pflicht. Und möglichst schnell, genau. Und egal, die Kinder so schnell auskühlen, müsste man auch wirklich zackig mit warmem Wasser abspülen und schnell einmummeln in ein, wenn es richtig gut läuft, vorgewärmtes Handtuch.
Du hast vorhin Baby-Badetage erwähnt, das war mir gar nicht so klar. Also ich habe gedacht, es gibt ja in Hamburg mehrere Thermalbäder oder Bäder mitten im Thermalbecken. Dann könnte ich doch eigentlich mein Baby schnappen und sozusagen mein eigenes Babyschwimmen da organisieren. Das ist keine gute Idee. Nö, weil die Bedingungen, die ein Babybadetag, das hatte ich ja eben erzählt, kompletter Wassertausch vorher.
Und dass dann eben wirklich auch ein geschützter Raum entsteht und dann nicht irgendwie jeder Mensch, der, was weiß ich, wie verdreckt und verschmutzt ist und was da, also ich finde schon, dass es wichtig ist, dass man am Babybadetag, wo, wie gesagt, aus anderen Gründen nicht so massiv geklort werden darf, dass man da jetzt nicht einfach sagt, ich gehe in ein Normales. Übrigens, was du natürlich machen kannst mit jedem gesunden Säugling, wenn Hochsommer ist, das darf ja auch mit ins Freibad.
Das wird natürlich nicht lange in diesem kalten Wasser bleiben können, aber es dürfte rein. Und es dürfte auch in Badesee und es darf auch ins Meer. Es geht bei dem, was ich gleich erzählen will, eigentlich mehr um diese Hallensituation. Ja, weil ich habe vorhin ja auch schon was rausgehört, als du gesagt hast, naja, deine Kinder hatten ja wahrscheinlich kein Asthma. Warum ist Asthma ein Thema beim Babyschwimmen? Ja, das hat man erst im Laufe der Zeit rausgekriegt.
Also man muss sich das so vorstellen, ich glaube man kann sich das auch gut vorstellen, dass dieser Bereich, der da abgeschlossen ist, ist er ja, also Babybadetag findet ja nicht draußen statt. In so einer Halle, meist sogar noch in einem extra Teil des Schwimmbads, weil man nicht das Riesenbecken auf 33 Grad aufwärmt. Und dann kommen diese ganzen Babys da rein und alle, alle Babys, ich glaube, ich hatte es eben schon mal gesagt, machen natürlich Pipi im Wasser.
Und viele Babys machen auch andere Geschäfte. So, jetzt haben sie eine Schwimmwindel an, es gelangt also jetzt nicht alles ins Wasser, aber der Urin auf jeden Fall. Und im Wasser reagieren dann diese harnpflichtigen Substanzen, mit dem Chlor, das im Wasser ist. Und es entstehen diese Trichloramine. Und Trichloramine sind Reizstoffe. Und wenn die entstehen, dann wabern die praktisch in der Luft über der Wasseroberfläche. Und je kleiner das Kompartiment ist, desto mehr reichert sich das an.
Das würde z.B. im Freibad nicht so doll entstehen. Und dann haben wir diese Situation, dass sehr viel Pipi im Wasser und viel Chlor und viel warmes Wasser, Wenn das Wasser jetzt 28 Grad hätte, wäre der Effekt geringer. Und stehende Luft. Und stehende Luft, genau. Und dann kommen diese Reizstoffe, die wabern da über dem Wasser rum.
Und wir wissen heute, dass Kinder, die ein besonders empfindliches Bronchialsystem haben, also Kinder aus Familien, in denen es Asthma gibt, oder Kinder, die selbst eine bronchiale Überempfindlichkeit haben. Dass das Risiko sich erhöht, wenn die solchen Reizstoffen ausgesetzt sind, einmal in der Woche. Dass das die Asthma-Wahrscheinlichkeit doch erhöht. Kann ich das vorher testen? Nee, weil dafür gibt es keinen Test. Aber du weißt ja, ob die Eltern des Kindes
Asthma hatten als Kind oder selbst Asthma haben. Das ist der erste Punkt. Und der zweite ist, Eltern wissen auch, ob ihre Kinder häufig eine Bronchitis hatten und dafür Medikamente inhalieren mussten. Das wissen die ja.
Und das sind wirklich viele Kinder inzwischen. Und Kinder, die das hatten oder die zum Beispiel vor der Möglichkeit der Immunisierung eine RS-Virus-Infektion durchlaufen haben und dann auch ja für lange Zeit bronchial überempfindlich sind, denen würde man diese Babyschwimm-Settings nicht in den ersten zwei Lebensjahren empfehlen. Und das ist manchmal ein bisschen enttäuschend für Eltern. Und danach ist es ja auch kein Babyschwimmen mehr.
Nö, danach ist es kein Babyschwimmen. Aber um ganz ehrlich zu sein, weil du auch vorhin gesagt hast, wir wollen ja alle, dass unsere Kinder, dass sie Spaß haben, aber auch, dass sie sich gut entwickeln. Und das scheint ja auch wirklich, so vom Babyschwimmen stellt man sich das so vor, dass es doch bestimmt entwicklungsfördernd ist.
Das ist auch nicht von der Hand zu weisen. Aber weißt du, ob du jetzt mit deinem Kind zum Baby-Turnen oder Baby-Massage oder weiß ich nicht was gehst, zehn kleine Krabbelfinger machst mit deinem Kind, das ist eigentlich völlig egal. Weil bei Erwachsenen ist es ja schon ein Unterschied. Wassergymnastik wird ja sehr, sehr geschätzt, weil es ja eben durchaus belastend ist und anstrengend und so, aber eben gelenkschonend, aber das spielt bei Babys keine Rolle.
Das Gelenkschonen spielt bei Babys überhaupt keine Rolle. Und wenn man mit dem Baby, weil es eben nun mal bronchial empfindlich scheint oder andere gesundheitliche Probleme hat und besonders gefährdet scheint durch das Babyschwimm-Setting. Wenn man das nicht machen kann, dann kann man so viele andere tolle Sachen mit dem Baby machen.
Da braucht man sich keine Sorgen machen um die Entwicklung. Eine andere Sache, die dem Babyschwimmen so ein bisschen zugute geschrieben wurde, zumindest, ich weiß nicht, ob es heute noch so ist, kannst du ja gleich aufklären, also Wassergewöhnung. Also ein Kind, was Babyschwimmen gemacht hat, ist vielleicht später weniger wasserscheu. Hat da weniger Ängste ins Wasser zu gehen, stimmt das? Die Vermutung finde ich total naheliegend. In Praxis ist es so, dass das nicht immer so ist.
Aber es kann schon die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein Kind nicht wasserscheu ist. Aber es kann es nicht hundertprozentig verhindern. Es gibt auch Kinder, die können gar nicht zum Baby schwimmen, weil die so hysterisch werden, wenn die mit Wasser in Kontakt kommen sollen, dass die Eltern gar nicht auf die Idee kommen, mit ihnen zum Baby schwimmen zu gehen.
Die müssen ihre Wassergewöhnung später machen. Das erspart den Eltern natürlich auch manchen Stress, das muss man ja auch fairerweise dazu sagen, dass es schon manchmal anstrengend sein kann. Okay, Wassergewöhnung ist das eine. Wie lange macht man denn diese Babyschwimmen? Das ist ja, wie der Name schon sagt, für Babys. Irgendwann ist es ja vorbei.
Ja, also in den meisten Kursangeboten werden die Kinder so bis ein Jahr genommen, aber es gibt auch durchaus Babyschwimmkurse, wo die Kinder auch über den ersten Geburtstag hinaus dann bleiben können. Und die meisten Eltern machen ein, vielleicht zwei Kurse.
Also, als meine Kinder noch ganz klein waren, da hieß es manchmal, das tut den Kindern gut, wenn man sie einmal, also wenn sie noch ganz, ganz klein sind, wenn man die einmal so unter Wasser taucht, weil die dann so einen Reflex haben, der sie davor schützt, Wasser zu schlucken. Ah, da bin ich aber froh, dass du das ansprichst. Ja, ich habe es nie gemacht, weil ich davor auch wirklich Skruppel hatte. Sehr schön. Aber ja, okay, also es war eine gute Idee, das nicht zu machen.
Das war eine sehr gute Idee. Weil? Gibt es diesen Reflex nicht? Doch, den Reflex gibt es. Es gibt ja, es gibt mehrere Reflexe. Mit denen wir geboren werden und der Tauchreflex und der Stimmritzenreflex, dass wir zum Beispiel, wenn wir unter Wasser gehen, dass die Stimmritze sich schließt, das bleibt uns erhalten, ein Leben lang.
Aber der Atem-Anhalte-Reflex, der dafür sorgt, dass ein Kind, ein nicht schwimmendes Kind, wenn es unter Wasser gerät, nicht versucht einzuatmen, der ist extrem variabel. Der ist bei manchen Kindern mit vier Wochen weg. Und wenn man jetzt ein Kind, man weiß es ja nicht so hundertprozentig, ich würde es auch nicht bei jedem Kind immer einmal in der Woche ausprobieren wollen, ob es denn noch so ist. Das ist ja für das Kind ein traumatisches Erlebnis, wenn er nicht mehr da ist.
Naja, du dukast dann das Kind unter, es hat aber diesen Reflex nicht mehr und versucht panisch einzuatmen. Und dann ist es wie ein kleiner Ertrinkungsunfall. Das wünscht man doch nun wirklich keinem Kind. Und ist es auch nicht irgendwie sinnvoll? Ich meine mich so zu erinnern, es hieß damals so, Also macht das, dann ist dein Kind später, keine Ahnung, kann besser schwimmen.
Ja, das ist aber totaler Humbug. Ja, natürlich. Und es kann sogar dabei rauskommen, dass das Kind so ein schlimmes Erlebnis hat, dass es ganz besonders wasserscheu sein wird. Und zwar sehr, sehr lange Zeit. Also das ist was, das finde ich total gut, dass du das angesprochen hast. Das wird auch in allen offiziellen Empfehlungen, also nicht vielleicht von irgendwelchen selbsternannten Experten, aber zumindest vom DLRG.
LRG, die haben eine medizinische Sektion und von den Kinderpulmologen, Kinderallergologen, auch von unserem Berufsverband ganz klar empfohlen, dass die keine Untertauchübungen machen sollen, die Kinder in Babyschwimmkursen. Jetzt haben wir viel über Gefahren gesprochen und so weiter. Aber du hattest ja eingangs gesagt, da würde ich gerne nochmal drauf zurückkommen, dass es ja auch was Schönes ist. Ist das was, was ich theoretisch jeden Tag machen kann, mit meinem Kind zum
Babyschwimmen zu gehen? Ja, das könntest du. Nur dass im Winterhalbjahr du dann ein Kind hast, das niemals gesund ist. Weil das natürlich schon so ein Setting ist, wo die Kinder meistens irgendwann so ein bisschen kalt werden. Dann versucht man sie ganz schnell abzuspülen und ganz schnell warm zu kriegen. Und dann haben sie vielleicht, naja, Babys haben jetzt noch nicht so lange Haare. Aber es ist schon so, dann geht es raus ins Kalte. Und vorher war man extremst aufgeheizt und so.
Das ist schon, und viele Menschen kommen zusammen. Es kann schon sein, dass die Kinder dann, und das ist übrigens belegt. Kinder, die zum Babyschwimmen gehen, auch wenn sie es nur einmal die Woche tun, haben etwas häufiger Atemwegsinfekte und haben deutlich häufiger Magen-Darm-Infekte. Das ist tatsächlich in Studien belegt. Aber es wäre trotzdem, finde ich, kein Grund für einen quietschvergnügten Säugling, der viel Spaß daran hat, da mitzumachen.
Es gibt ja auch Kinder, die, wenn sie früh in die Krippe kommen, haben auch mehr Infekte als ihre Altersgenossen, aber die würde man ja deswegen auch nicht aus der Krippe nehmen. Ist es für die Haut ein Problem, jeden Tag mit Chlorwasser in Berührung zu kommen? Nein, es gibt ganz wenig Kinder, die eine Chlorwasserallergie haben. Ganz, ganz wenige. Und die meisten, wenn die wirklich gut und schnell abgespült und dann sehr rasch eingecremt werden.
Also selbst Kinder, die Eczeme haben, wenn die vorher dick Fettsalbe draufkriegen und hinterher rasch abgespült und dann wieder eingecremt werden, kann man es fast immer machen. Ich würde es mal so zusammenfassen, also Babyschwimmen kann man machen, muss man aber nicht und in bestimmten Fällen sollte man es auch gar nicht machen.
Ja, aber ich will es nicht verteufeln, aber es ist absolut so, dass man Regeln einhalten muss, nicht zu früh und dass es bestimmte Gruppen von Kindern gibt, wo es nicht empfehlenswert ist. Aber wie ist denn das, wenn die Kinder dann älter werden? Also ab einem bestimmten Alter ist es ja schon sinnvoll, sie ans Wasser zu gewinnen. Definitiv. Und diese Asthma-Regel gilt auch nicht mehr nach dem zweiten Geburtstag. Und danach ab ins Schwimmbad. Ab ins Schwimmbad. So auch wie möglich.
Ja, Claudia, vielen Dank. Das war eine interessante und sehr informative Folge. Ich habe jetzt sehr viel gelernt, wie immer. Und ich freue mich auf die nächste. Ja, ich auch. Danke, tschüss. Tschüss dann, tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.
