¶ Einführung in den Fall & Podcast
Eine junge Frau, die kam zu mir im schwankeren Zustand. Sie hätte eine Verdickung in der Achselhöhle und wollte gerne eine Drittmeinung hören. Sie sagte allerdings, dass sie nachts Schwitzattacken hätte und dass sie auch schon zweimal in der Nacht Fieber entwickelt hatte. Sie hatte das zwar auf ihre Schwangerschaft zurückgeführt, weil sie auch schon mal Schwitzattacken in der ersten Schwangerschaft hatte.
Aber das ist eigentlich untypisch. Ärztinnen und Ärzte sollen Leben retten. Sie sollen Krankheiten erkennen und Leiden heilen. Aber was ist, wenn sich eine Krankheit nicht so leicht erkennen lässt? Was, wenn rätselhafte Beschwerden es den Medizinerinnen und Medizinern schwer machen, die Ursache einer Erkrankung zu finden? Dann kann man nur hoffen, dass man Expertinnen und Experten an seiner Seite hat, die dranbleiben, die nicht nachlassen. bis sie sie endlich gefunden haben.
¶ Dr. Finkenstein und sein Fachgebiet
Ich bin Annika Geisler, Ärztin und Redakteurin und beim Stern für die Rubrik Die Diagnose verantwortlich. Hier erzählen Medizinerinnen und Mediziner von ihren ungewöhnlichsten Fällen. Mein heutiger Gesprächspartner ist Dr. Joachim Graf von Finkenstein. Er ist Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie und medizinischer Leiter der Praxisklinik in den Seeerkaden Starnberg.
Während seiner Facharztausbildung war er viel onkologisch-chirurgisch tätig. Das heißt, er hatte mit Patientinnen und Patienten zu tun, die an Krebs erkrankt waren. Dabei ging es um das Wegnehmen und das Wiederherstellen, wie er sagt. Die Chirurginnen und Chirurgen entfernten zum einen Tumore und stellten zum anderen die betroffenen Körperregionen plastisch-ästhetisch wieder her, so zum Beispiel bei Brustkrebspatientinnen. So kam er in die Wiederherstellungschirurgie.
Heute sprechen wir über eine schwangere Frau, die gar kein schönheitschirurgisches Anliegen hatte, sondern eine Auffälligkeit in der Achselhöhle. Aber bevor wir in den Fall einsteigen, beantwortet Joachim Graf von Finkenstein noch kurz die Frage, woran denken die Leute vor allen Dingen, wenn sie seine Berufsbezeichnung hören? Ästhetischer Chirurg? Die Frage, die er stellt, ist absolut berechtigt.
Weil man natürlich beim klassisch-ästhetischen Chirurgen an aufgespritzte Lippen und Riesenbrüste denkt von unnatürlicher Größe. Wir nennen die ganz frech dann immer die Airbags, die dann eingesetzt wurden. Das ist aber nicht die... Also wir haben weitaus weniger mit den Exzessen zu tun, von denen natürlich lieber auch medial berichtet werden, weil die natürlich ein bisschen sensationeller sind.
als mit Menschen, die eine Stellung haben, an denen sie sehr leiden. Man ahnt ja gar nicht, wie böse die Natur manchmal ist. Und Brust ist natürlich schon auch ein Organ, was so ein bisschen im Fokus meiner Tätigkeit steht. Man ahnt gar nicht. wie böse die Natur manchmal mit einigen Brüsten umgeht, übrigens auch bei Männern. Und da versuchen wir natürlich eine Form...
Herstellung wieder zu machen, sowohl wenn es zu klein ist, wie wenn es auch viel zu groß ist. Wir haben ja auch ganz junge Patientinnen, 13, 14 Jahre alt, die sich nicht mehr ins Schwimmbad trauen, weil sie so riesen... Brüste haben, dass sie sich schämen und sich niemandem zeigen. Und da ist selbstverständlich auch bei einer Nicht-
Volljährigen eine Operation gerechtfertigt, damit sie eine normale psychosoziale und psychosexuelle Entwicklung nimmt. Wenn man jetzt hört, dass Sie Leiter der Praxisklinik in den Seearkaden Starnberg sind, wie muss man sich das vorstellen? Wie viele Mitarbeiter haben Sie und was ist das ganze Spektrum an Patienten, das Sie versorgen? Also wir haben drei feste Mitarbeiter, die bei uns in der...
Praxis mitarbeiten, vom Empfang bis über den OP. Wir machen unsere Operationen allerdings in Krankenhäusern, in Kliniken, damit wir dort auch die Möglichkeit haben. die Patienten, sofern erforderlich ist, eine Übernachtung dort liegen zu lassen. Und es hat sich natürlich über die Jahrzehnte herumgesprochen, was so ein bisschen der Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist. Ich bin keiner, der gerne...
Falten unterspritzt oder ich bin auch keiner, der gerne Lippen aufspritzt. Das ist nicht so sehr mein Tätigkeitsfeld. Ich definiere mich über Skalpell. Ich habe gelernt, mit dem Skalpell umzugehen. Es geht bei uns darum, Operationen durchzuführen, wo wir zum Teil auch mit minimalinvasiven Eingriffen wieder Formherstellungen zustande bringen, die die Menschen dann glücklicher macht.
Und das ist dann nicht nur Schwerpunkt Brust oder vornehmlich doch? Wir machen also, Brust ist sicherlich ein Viertel, ein Drittel meiner Tätigkeit. Wir haben auch sehr, sehr viel. Patienten, die sehr viel Gewicht abgenommen haben. Das ist nicht nur dann, wenn man übergewichtig war, sondern auch nach Schwangerschaften. Das ist dieses neumodische Wort, was man gerne benutzt. Das heißt das Mommy Makeover.
Frau, die dann zwei oder drei Kinder hatte, nicht mehr die Formgebung ihres Bauchs und ihrer Brust hatte, wie es noch vor den Schwangerschaften war, dass man sie da wieder so... so hinmodelliert, wie sie vorher aussah. Aber wir haben auch das Lipödem und das Lymphödem. Das sind also wirklich krankhafte Verdickungen der unteren Extremität, die wir behandeln. Und genauso haben wir natürlich auch im Gesicht.
Wenn zum Beispiel jemand Schlupflider hat oder wenn jemand einen Facelift möchte, weil das Gesicht einfach älter aussieht, sind das natürlich auch etwas, was wir in unserem Portfolio mit anbieten.
¶ Erste Konsultationen und Symptome
Dann haben wir jetzt schon mal einen Überblick über Ihre Tätigkeitsgebiete. Heute sprechen wir über eine besondere Patientin. Können Sie... ein bisschen was zu der Patientin erzählen. Wie kam sie zu Ihnen, mit welchem Anliegen und was war das für eine Situation damals?
Ja, das war eine junge Patientin, eine junge Frau, die kam zu mir im schwangeren Zustand und ich war erstmal ein bisschen verwundert, was sie im schwangeren Zustand bei mir sucht, weil das ist eigentlich die absolute Ausnahme, dass jemand während sie schwanger schafft, zu einem Platz.
zwischen Chirurgen geht. Und da fragte ich sie, ja, sie hätte eine Verdickung in der Achselhöhle und wollte gerne eine Drittmeinung hören. Warum war sie zu mir gekommen? Sie war deswegen zu mir gekommen, weil ich... zwei Jahre zuvor ihr eine Narbe im Gesicht habe so beseitigen können, dass sie nicht mehr so sichtbar war. Und da hatte sich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut.
Und deswegen wollte sie eigentlich einen, wie es zunächst sagt, Fachfremden dazu konsultieren. So fachfremd war es nicht, weil natürlich eine Verdickung Lymphknoten immer... Eine Sache ist, die ich früher in der Onkologie auch gelernt hatte, das sollte man nicht auf sich beruhen lassen. Können Sie ein bisschen was zu dieser Verdickung sagen? Wie lange die bestand und was Sie vielleicht noch für Symptome?
Ja, sie war zuvor zu ihrem Hausarzt gegangen, hatte auf diesen Lymphknoten hingewiesen. Der hatte ihr gesagt... Ich würde jetzt mal keine übertriebene Bedeutung dem Lymphknoten beimessen. Sie sind ja schwanger. Vielleicht hat sich das im Rahmen der Schwangerschaft jetzt entwickelt. Vielleicht hatten Sie ihn auch schon vorher. Sie sagt allerdings, dass sie nachts Schwitzattacken hätte. Und dass sie auch schon zweimal in der Nacht Fieber entwickelt hatte.
Daraufhin wäre sie zum Gynäkologen gegangen und der hat den selben Blümpfknoten dann auch diagnostiziert, hatte auch eine Ultraschall. Untersuchungen durchgenommen. Er war drei Zentimeter groß und ein Zentimeter breit. Und hatte ja auch gesagt, jetzt warten Sie die Schwangerschaft erst mal ab, aber wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann können wir den ja mal punktieren und versuchen herauszufinden, was dahinter steckt.
Diese Punktion war ihr ein sehr unangenehmer Gedanke, weil sie schon mal sich hatte die Brust punktieren lassen. Das war sehr unangenehm und schmerzhaft und das wollte sie sich in der Schwangerschaft nicht antun. Deswegen kam der eben zu mir, um zu fragen, was soll ich tun? Der Hausarzt soll nichts tun und der Gynäkologe sagt, ich soll eine Punktion eventuell machen. Was mich so ein bisschen skeptisch stimmte, war die Tatsache,
dass sie Fieber hatte und dass sie so Schwitzattacken hatte. Sie hatte das zwar auf ihre Schwangerschaft zurückgeführt, weil sie auch schon mal Schwitzattacken in der ersten Schwangerschaft hatte, aber das ist eigentlich untypisch. Ich fasse noch mal kurz zusammen. Die Patientin hatte seit einiger Zeit einen verdickten Lymphknoten in der Achselhöhle. Sie war beim Hausarzt gewesen, sie war beim Gynäkologen gewesen. Sie war jetzt bei Ihnen für eine Drittmeinung.
Wie sah denn diese Achselhöhle aus, als Sie sie untersucht haben? Was haben Sie da gefunden? Man konnte diese Verhärtung in der Achselhöhle sehr schön tasten, weil er direkt unter der Haut lag. Das war... So fühlte es sich wie eine Bohne an, wie eine verhärtete Bohne, die direkt unter der Haut lag. So, dass man sich eine gute Vorstellung machen konnte, wie es lag. Und glücklicherweise war das nicht sehr in der Tiefe vergraben. Knorpelig.
Ja, der Begriff wie eine Bohne ist gar nicht schlecht. Und was haben Sie der Patientin gesagt, wie es weitergehen sollte? Was haben Sie ihr geraten bei diesem ersten Mal? Da sie Fieber hatte und von Schwitzanfällen berichtete, war mir da die Schwangerschaft als Begründung nicht ausreichend. Ich habe ihr gesagt, kommen Sie doch in zwei, drei Wochen noch mal vorbei. Dann schauen wir uns mal.
diesen Lymphknoten oder gehen Sie zuvor nochmal zum Gynäkologen, dass er den nochmal ausmisst im Ultraschall und dann schauen wir, wie Ihre Symptome geworden sind. Und dann kam sie auch nach drei Wochen wieder.
¶ Die Sorge wächst: Fieber und Knoten
obwohl sie gar nicht mehr kommen wollte, denn sie hatte kein Fieber mehr. Sie hatte zwar noch hin und wieder Schwitzanfälle, aber Fieber hätte sie nicht mehr gehabt. Und auch ihr Blutbild wäre jetzt zunächst einmal unauffällig gewesen. Eigentlich wollte sie gar nicht kommen. Aber aus Treue zu mir hätte sie es dann doch gemacht. Und in der Ultraschalluntersuchung ist dann herausgekommen, dass er vielleicht ein Tick größer geworden ist. Und das war für mich der Anlass, ihr dann zu sagen,
Dabei sollten wir es jetzt nicht belassen. Sie haben ja vorhin gesagt, dreimal ein Zentimeter, jetzt sogar ein Tickchen größer geworden. Das ist ja gar nicht so klein, wenn man sich das mal so mit den Fingern vor die Augen hält. schon ein ordentlicher Befund. Absolut. Wobei man natürlich sagen muss, es gibt genügend Menschen, die völlig harmlose Lymphknoten in der Achselhöhle haben, die einfach nur eine reaktive Entzündung beantwortet haben, die jetzt keinen bösartigen...
Charakter haben müssen und die können manchmal sogar auch noch größer sein. Gleichwohl, dieses war doch in der Summe aller beschriebenen Symptome etwas, was man nicht auf sich beruhen lassen konnte, denn man muss wissen, man kann selbstverständlich auch an einem Krebs erkranken, wenn man schwanger ist. Und das galt es natürlich sicher herauszufinden.
Was Sie hier besonders hellhörig gemacht hat, war die Erzählung von den Schwitzattacken und von dem Fieber. Können Sie da nochmal zwei Sätze zu verlieren, warum das so war? Es gibt Erkrankungen des Lymphsystems, die... typischerweise genau diese Symptome machen. Nun war das Ganze überlagert von der Schwangerschaft und diese Schwangerschaft, die drohte so ein bisschen die Symptomatik zu entschuldigen.
Aber wie der Lymphknoten ein Tick größer geworden ist, meinte ich, dass wir doch handeln mussten. Denn die Schwangerschaft war, weiß Gott, noch nicht am Ende. Die hatte noch einige Wochen bis zur Geburt. Und deswegen mussten wir irgendwie eine Lösung finden, um ihr da herauszuhelfen. Der Gynäkologe hatte ja schon vorgeschlagen, dass man eine Punktion machen könne. Das wollte die Frau nicht. Wie haben Sie weitergemacht?
¶ Diagnose und Behandlung des Lymphoms
Da der Lymphknoten direkt unter der Haut lag und die Patientin verständlicherweise keine Vollnarkose wünschte für ihr Ungeborenes, hatte sie Sorge, dass es davon Schaden nehmen würde, hat die ihr dann vorgeschlagen, Dass man diesen Bereich lokal anästhesiert, das ging sehr schön, weil es eben so schön unter der Haut tastbar war und man sicherlich diesen gesamten Bereich hätte wunderbar lokal anästhesieren können.
Es hat ja noch etwas Überzeugungsarbeit gekostet. Ihr Ehemann ging den Weg glücklicherweise dann auch mit. Und daraufhin haben wir uns dann dazu entschieden, in Lokalanästhesie diesen Knoten sozusagen zu entfernen. Und das haben wir dann auch gemacht. Und wie macht man das, wenn Sie da den Verdacht haben oder im Hinterkopf haben, das könnte auch in eine bösartige Richtung gehen, da muss man ja auch ein bisschen Abstand lasten und nicht so eng wahrscheinlich an dem Knoten schneiden.
Haben Sie es dann relativ großzügig entfernt? Also glücklicherweise ist die Achselhöhle ja nicht so, dass es ein Gewebe ist, wo man in der Muskulatur oder im Bindegewebe sonst noch große andere Strukturen herausholen. Wir haben den kompletten Lymphknoten, der glücklicherweise mit der Umgebung auch noch nicht verwachsen war, sehr, sehr problemlos herausstellen können und haben den dann...
tief aus dem Untergrund auch entsprechend abgeklemmt, sodass wir dann ein sehr probates Gewebestück hatten, um das einzuschicken. Man muss natürlich wissen, bei der Verdachtsdiagnose eines... Das ist die bösartige Erkrankung vom Lymphsystem. Da ist es mit der Entfernung des Knotens nicht gemacht, denn das ist ja generalisiert. Nur ist das eines der Bereiche, wo es zum Vorschein kam. Wir haben das tatsächlich eingestellt.
Und der Verdacht, den wir hatten, der bestätigte sich dann, die Patientin hatte ein sogenanntes Hodgkin-Lymphom, eine klassische Erkrankung des Lymphdrüsensystems. Eine klassische bösartige Erkrankung des Lymphdrüsensystems. Und da die Schwangerschaft schon fortgeschritten genug war, haben wir sie dann in die Onkologie, in die Universitätsklinik geschickt und dort...
Wusste man, dass es heute Präparate gibt, die man der Patientin verabreichen kann, die nicht durch die Plazentarschranke gehen? Ab einem gewissen Zeitpunkt der Schwangerschaft ist das eine Art Schranke. die das Kind dann quasi in Ruhe lassen. Insofern hat sie dann tatsächlich eine onkologische Therapie vor ihrer Geburt bekommen. Darf ich da ganz kurz einhaken? Plazentarschranke, das müssen Sie bitte nochmal erklären.
Plazenta ist ja der Mutterkuchen. Und warum sozusagen in einem Teil der Schwangerschaft da Sachen doch durchgehen und ein bisschen später nicht? Muss man sich das so vorstellen, dass dann wirklich ein Schutz für das Kind besteht? Genau. Wenn nachher die Organe angelegt, wenn das Kind nicht nur mehr aus ein paar Zellen, sondern...
Wenn man die richtige Silhouette des Kindes im Ultraschall auch erkennen kann, dann bildet sich so ein Schutz im Mutterkuchen, um nicht alle Medikamente oder alle Substanzen, die die Mutter einnimmt, die möglicherweise für... die Wertung der Organe einen Schaden anrichten könnten, die werden da entsprechend herausgefiltert, sodass es eine richtige Schranke ist. Und da weiß man glücklicherweise heutzutage, dass eben auch...
onkologische, also Krebsmittel, das Kind schonen. Deswegen war es vergleichsweise ungefährlich für das Kind jetzt eine... onkologische Maßnahme, eine Chemotherapie zu beginnen, die das Kind zunächst einmal jetzt nicht in Mitleidenschaft gezogen hat.
¶ Erfolgreiche Therapie und glücklicher Ausgang
Und wie ging das weiter? Wie vertrug die Frau die Chemotherapie? Wie ging das mit dem Kind weiter? Ich muss gestehen, dass ich natürlich dann nicht mehr so tagtäglich mit ihr zusammen war, sondern ich habe nur von der Happy End Geschichte gehört. Sie hat dann, glaube ich, drei Monate später ihr Kind völlig gesund geboren. hat danach noch ein paar weitere Zyklen bekommen und das Hodgkin-Lymphom ist geschmolzen wie Schnee in der Sonne und sie ist...
dann eines normalen, weiteren Lebens hat sie dann teilnehmen können. Das war eigentlich eine sehr, sehr schöne Happy-End-Geschichte. Und ich freue mich, dass ich da auch entsprechend unnachgiebig geblieben bin, die Sache durchzuziehen. Das war ja ein großes Glück, wenn man das im Nachhinein betrachtet, dass sie sie vorher schon kannten aus einer anderen Vorgeschichte und sie dann so viel Vertrauen hatte, dass sie sie nochmal um die dritte Meinung gefragt hat.
So ist es. Und vor allen Dingen, dass Sie auch einen klassischen Chirurgen, der ja zunächst einmal sicherlich nicht im Ruf steht, Lymphknoten zu untersuchen, dass Sie sich diesem Vertrauen hingegeben haben, dass ich das machen konnte. Aber ich war ja glücklicherweise...
aus einer onkologischen Schule, sodass das sicherlich nicht das erste Mal war, dass wir so etwas durchgeführt haben. Und der zweite glückliche Umstand war ja, dass Sie gesagt hatten, kommen Sie mal in drei Wochen wieder. Und dann war Nachtschweiß zurückgegangen bei der Patientin und sie dachte,
na, eigentlich muss ich jetzt da gar nicht mehr hingehen. Und sie hat es ihnen aber versprochen und ist doch aufgetaucht. Wenn sie das nicht gemacht hätte, hätte sie einen anderen Ausgang nehmen können. Ja, ich hatte sie allerdings auf Wiedervorlage gelegt. Also ich glaube, wenn sie nicht von sich aus gekommen wäre, hätten wir sie nochmal angerufen.
und sagen, lasst ihn uns doch einfach mal anschauen, um auf Nummer sicher zu gehen. Denn ich hatte ja auch schon die Laus ins Ohr gesetzt. Wissen Sie, niemandem ist damit geholfen, wenn Sie jetzt plötzlich doch etwas... was bösartig ist. Das könnte auch ihr Kind in Mitleidenschaft ziehen. Nur möchte man sowas natürlich in der Schwangerschaft nicht hören. Aber Vogelstrauß-Politik ist da sicherlich nicht die richtige Vorgehensweise. Und wie gesagt, wir gucken jetzt nach vorwärts.
Wir haben den Patienten danach auch nochmal gesehen. Ihr geht es gut und ich freue mich, dass alles so seinen positiven Lauf genommen hat. Das war die Diagnose. Ich bin Annika Geißler. Bleiben Sie gesund. Bis zum nächsten Mal. Die Lage in der Ukraine bewegt uns gerade alle sehr.
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