Der Klavierpodcast mit Igor Levit und Anselm Cybinski - podcast cover

Der Klavierpodcast mit Igor Levit und Anselm Cybinski

Bayerischer Rundfunkwww.br.de
Der Klavierpodcast mit Igor Levit und seinem Freund Anselm Cybinski geht weiter! Nach dem großen Erfolg von "32 x Beethoven" dreht sich die neue Staffel um Igors Lieblingsform: Die Variation. Bachs Goldberg-Variationen sind der Ausgangspunkt, Beethovens Diabelli-Variationen das Herzstück. Variationen sind bunt. Und sie sind vielfältig: Alles wird anders in dieser musikalischen Verwandlungskunst. Igor Levit erlebt Variationen wie Reiseliteratur: "Es sind Berichte von Wegen, die von A nach B führen. Aber auch von Menschen, die als Person X aufbrechen und als Person Y ankommen." Über Mozart, Mendelssohn, Liszt, Schumann, Brahms und Reger geht die Reise bis zu Frederic Rzewskis "The poeple united". Wie ist die Musik gemacht? Was tun die Hände? Was hat das Leben der Komponisten damit zu tun? Was ist Igors persönliche Geschichte mit den Stücken? Und was gibt uns die Musik für unser Leben? Immer spontan, mit Spaß und mit Plan machen sich Igor und Anselm auf den Weg. Ein wilder Ritt durch musikalische Themen, Einflüsse und Epochen: Musik-Wissen als Hörgenuss, vermittelt von einem Künstler, der nicht nur redet, sondern auch spielt. Und das gern gleichzeitig.
Last refreshed:
Follow this podcast in the Metacast mobile app to refresh it and see new episodes.
Download Metacast podcast app
Podcasts are better in Metacast mobile app
Don't just listen to podcasts. Learn from them with transcripts, summaries, and chapters for every episode. Skim, search, and bookmark insights. Learn more

Episodes

#18 Das Ende ist ein Anfang: Bachs Goldbergvariationen (18/18)

Mit der "Aria" hat alles begonnen - und nach 30 Veränderungen, nach zahllosen Bildern und Geschichten, kehrt die magische Melodie zurück. Aber wer eine Reise gemacht hat, kommt als ein anderer heim - und kennt erst jetzt den Ausgangspunkt: Das Ende ist ein Anfang. Das gilt für Bachs Goldbergvariationen, das gilt fürs Leben - und auch für diesen Podcast. Danke fürs Zuhören sagen Igor und Anselm!

Jan 31, 202232 minSeason 2Ep. 18

#17 Nostalgie und Heimweh: Rachmaninows Corelli-Variationen (17/18)

Im Exil fern der russischen Heimat schrieb Rachmaninow seine sogenannten Corelli-Variationen op. 42. Tatsächlich stammt das Thema aber gar nicht von Arcangelo Corelli. Unter dem Namen "La Folia" war es im Barock ein weit verbreiteter, populärer Tanz. Folia heißt eigentlich Wahnsinn. Gemeint war damit überdrehtes, ausgelassenes Feiern. Viele Komponisten schrieben in der Barockzeit Variationen über dieses Thema, auch Corelli, von dem es Rachmaninow übernahm. Der aber macht aus dem barocken Tanz ei...

Jan 24, 202240 minSeason 2Ep. 17

#16 Gib mir mehr, gib mir alles: Max Regers Bach-Variationen (16/18)

Mit 14 hörte sich Igor Levit durch sämtliche Klavierwerke von Max Reger. Ziemlich nerdy. Und er beschloss, typisch Igor: Den dicksten Brocken will ich spielen. Die Bach-Variationen op. 81 sind Regers wichtigstes Klavierwerk. Vollgriffig und abenteuerlich. Gewaltig, wild und wunderbar. Tolle Musik, viel zu wenig bekannt!

Jan 17, 202252 minSeason 2Ep. 16

#15 Bunt: Die Händel-Variationen von Johannes Brahms (15/18)

So viele Charaktere: In den Händel-Variationen op. 24 holt Brahms aus einem barocken Thema romantische Klangfülle und große Freude. Es sind Vollblutvariationen, sagt Igor Levit, ein buntes Werk, das ihm sehr nah ist - obwohl er mit 14 fast daran verzweifelt wäre.

Jan 10, 202241 minSeason 2Ep. 15

#14 Enge Kreise, tief drinnen: Schumanns "Geistervariationen" (14/18)

Kurz bevor er sich selbst in eine Heilanstalt einlieferte, begann Schumann sein letztes Werk: die "Geistervariationen". Das Thema, behauptete er, habe ihm der tote Schubert im Traum eingegeben. Dann wieder erzählte er seiner Frau von Geistern, Engeln und Dämonen, die es ihm vorgesungen hätten. Dabei stammt es von Schumann selbst. Für Igor Levit eine faszinierende, verstörende, aber auch tief berührende Reise ins Innere - und Anlass für einen Streifzug durch Schumanns Entwicklung als Klavierkompo...

Jan 03, 202239 minSeason 2Ep. 14

#13 Ein einziger Seufzer: Franz Liszts Variationen über "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" (13/18)

Nicht alle Variationen sind "Weltumrundungen": Franz Liszts Variationen über "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" sind sehr persönliche Ausdrucksmusik. Musik der Trauer: Zwei junge Menschen, die er liebte, waren verstorben. Schon der zugrundeliegende Chorsatz in Bachs gleichnamiger Kantate ist ein großer Klagegesang. Passenderweise hat bereits Bach selbst dieses Stück auch als "Crucifixus" in seiner H-moll-Messe verwendet. Liszt drückt dem Thema seinen ganz persönlichen Stempel auf: raumgreifend virt...

Dec 28, 202131 minSeason 2Ep. 13

#12 Avantgarde, die ins Ohr geht und mitten ins Herz: Frederic Rzewskis "The People United" (12/18)

Er war ein enger, wichtiger und schwieriger Freund. Und er war ein großer Komponist: Frederic Rzewski. Sein Tod im Juni 2021 war ein schwerer Verlust für Igor Levit. Der US-Amerikaner war Virtuose und Linker, Träumer und Macher, radikaler Einzelgänger und "the people's composer". Die 36 Variationen über den chilenischen Protestsong "El pueblo unido" waren für Igor ein Schlüsselwerk auf dem Weg zu sich selbst. Und sie sind für ihn eines der großartigsten Variationswerke für Klavier überhaupt. Nic...

Dec 21, 202149 minSeason 2Ep. 12

#11 Den Globus umrunden: Beethovens "Diabelli-Variationen", Teil 2 (11/18)

In Beethovens "Diabelli-Variationen" wird das Thema nicht nur verwandelt, sondern buchstäblich geschreddert. Mit bizarrem Humor baut Beethoven aus diesem Material eine Welt der überraschenden Ideen. Igor und Anselm begleiten den harmlosen Diabelli-Walzer auf seinem gezackten Weg durch die unendlichen Weiten von Beethovens Phantasie. Sie zeigen Euch den roten Faden im Labyrinth: Aus der maximalen Verfremdung kehrt die Musik immer wieder zum Ausgangspunkt zurück. Und alles endet überraschend leich...

Dec 13, 202141 minSeason 2Ep. 11

#10 Unendlich viele Bilder prasseln auf dich ein: Beethovens "Diabelli-Variationen", Teil 1 (10/18)

Als Igor Levit 15 war, sagte sein damaliger Lehrer Karlheinz Kämmerling: "Ich glaube, das wird Ihr Stück." Er hat recht behalten. Kaum ein anderes Werk hat Igor häufiger gespielt, und kein anderes weckt konstant so viel Neugier und Entdeckerfreude. Aus einem denkbar simplen Thema (einem etwas läppischen Walzer von Anton Diabelli) holt Beethoven ein Maximum an Ideen heraus. Bizarr, berührend, humorvoll. 33 Veränderungen, 33 kontrastierende Charaktere. Voller Überraschungen, Pathos, Gags, Schocks,...

Dec 06, 202141 minSeason 2Ep. 10

#09 Die Welt ist nicht genug: Ronald Stevensons "Passacaglia on DSCH" (9/17)

Kommt Ihr mit? Ronald Stevenson (1928 - 2015) war ein schottischer Komponist und Pianist. Seine "Passacaglia on DSCH" au dem Jahr 1962 ist eine 80-minütige Weltreise, eine pianistische Totalverausgabung und ein hypnotischer Trip: Ununterbrochen erklingen im Bass die vier Töne D-S-C-H, die Initialen von Dmitrij Schostakowitsch. Stevenson liebte Schostakowitsch. Und Igor liebt dieses mit nichts zu vergleichende Stück.

Nov 30, 202139 minSeason 2Ep. 9

#08 Das kann nur Mendelssohn: Die "Variations sérieuses" op. 54 sind sein bestes Stück für Klavier solo (8/17)

Und das finden nicht nur Igor und Anselm: 11 Minuten maximal verdichtete Musik, die unwiderstehliche Sogwirkung hat. Musik, die im Flug vorbeirauscht und eigentlich zu kurz ist: Viele Variationen würde man am liebsten gleich nochmal hören. Musik, die einem gibt, sagt Igor: Ein paar Takte Mendelssohn - und aller Zynismus, der einen in diesen Tagen überkommen könnte, ist wie weggeblasen.

Nov 22, 202129 minSeason 2Ep. 8

#07 Die Verhältnisse zum Tanzen bringen: Beethovens "Eroica-Variationen" (7/18)

Ein ziemlich harmloser Tanz aus seinem Ballett "Die Geschöpfe des Prometheus" wird für Beethoven zum kreativen Spielfeld. Kein Stein bleibt auf dem anderen, Beethoven probt die revolutionäre Umgestaltung: Auch scheinbar festgefügte Strukturen lassen sich auf die erstaunlichste Weise verwandeln. Erst später verwendete Beethoven dieselbe Musik auch für das Finale seiner 3. Symphonie, der Eroica. Igor und Anselm werfen natürlich auch einen Blick auf die Symphonie.

Nov 16, 202132 minSeason 2Ep. 7

#06 Was ist schon normal: In den Variationen op. 34 dreht Beethoven am Tonarten-Rad (6/18)

Selbst in den wilden Diabelli-Variationen bleibt Beethoven fast immer in der Grundtonart. Daran kann man ermessen, wie buchstäblich ver-rückt sein op. 34 ist: "Sechs Variationen über ein eigenes Thema". Jede Variation rutscht in eine himmelweit entfernte Tonart - und so ändert sich jedes Mal schlagartig das musikalische Klima. Ein charmantes, auf fast beiläufige Weise revolutionäres Meisterwerk, das Großes ankündigt: Beethoven wird aus der Variationen-Form noch ein Maximum an Überraschungen hera...

Nov 08, 202121 minSeason 2Ep. 6

#05 Teamwork: In "Hexaméron" wetteifern Liszt, Chopin, Czerny und Kollegen um die aufregendste Variation (5/18)

Es war ein Benefizprojekt: Die sechs angesagtesten Starpianisten in Paris sollten je eine Variation über eine patriotische Opernmelodie von Vincenzo Bellini schreiben. Franz Liszt war Ideengeber und Redakteur. Viel irre schwieriges Virtuosenfutter, das Igor fluchen und Anselm grinsen lässt, dabei aber auch sehr viel Spaß und einige atemberaubende Momente: das Gemeinschaftswerk "Héxameron" ist ein lohnender Geheimtipp! Und: Hier könnt Ihr Igor mal Chopin spielen hören :) DIE Gelegenheit!

Nov 02, 202153 minSeason 2Ep. 5

#04 Ein emotionaler Ausbruch: Haydns f-Moll-Variationen (4/18)

Er gilt als ausgeglichenes und heiteres Gemüt. Doch in seinen f-Moll-Variationen sprengt Haydn alle Konventionen seiner Zeit. Ein Stück, das von Einsamkeit und Trauer erzählt - aber auch mit scharfen Kontrasten arbeitet. Variiert werden nämlich abwechselnd zwei ganz unterschiedliche Themen, eines in Dur, eines in Moll. Ein sehr ungewöhnliches Stück, das seiner Entstehungszeit weit voraus ist. Und für Igor in vielem schon Beethoven, manchmal sogar Liszt vorwegnimmt.

Oct 26, 202134 minSeason 2Ep. 4

#03 Freiheit auf engstem Raum: Mozarts "Duport-Variationen" (3/18)

Scheinbar ungetrübt ist die Freude am Spielen, alles ist hell - bis plötzlich, in der einzigen Moll-Variation, heftiger Schmerz spürbar wird. Mozarts "Duport-Variationen" wirken nur auf den ersten Blick harmlos. Igor und Anselm zeigen Euch, wie Mozart sich auf engem Raum unglaubliche Freiheit erobert. Und dass das Stück ziemlich schwer zu spielen sind, ohne dass es groß auffällt. Zum Glück gibt's Metronome.

Oct 18, 202140 minSeason 2Ep. 3

#02 Unterm Brennglas: Bachs Goldbergvariationen

Sie sind Kult, Gipfel der Kunst und Teil der Popkultur: Bachs Goldbergvariationen sollten die Schlaflosigkeit eines Grafen kurieren. Sie sind hypnotisch, meditativ, verspielt und sehr, sehr durchdacht. Wie der Bass alles strukturiert, wie tänzerische, brillante und kanonische Stücke sich abwechseln und wie das funktioniert mit den Kanons erklären Euch Igor und Anselm in einer ersten Annäherung an die Goldbergvariationen. Ganz am Schluss des Podcasts kommen sie nochmal dran - dann wird alles ande...

Oct 12, 202141 minSeason 2Ep. 2

#01 Ein Problem umkreisen: Variationen sind Musik der unbegrenzten Möglichkeiten (1/18)

Variationen sind Igors Levits Lieblingsform. In Variationen wird ständig alles anders. Und doch dreht sich‘s immer nur um das eine: das Thema. Egal, ob es im Bass liegt (wie beispielsweise bei Johann Sebastian Bachs "Goldbergvariationen" oder Ronald Stevensons "Passacaglia on DSCH") oder in der Melodie (wie etwa bei Mozart oder Liszt). In der ersten Folge geht es darum, was Variationen sind und wie unterschiedlich sie funktionieren können: Musik der unbegrenzten Möglichkeiten.

Oct 05, 202126 minSeason 2Ep. 1

Variationen: Alles wird anders (2. Staffel)

Nach dem Erfolg von "32 x Beethoven" startet BR-KLASSIK eine neue Staffel des Klavierpodcasts mit dem Pianisten Igor Levit und Anselm Cybinski. Unter dem Titel "Alles wird anders" geht es nun um die Lieblingsform von Igor Levit: die Variationen. Ausganspunkt und Ziel sind Bachs berühmte Goldberg-Variationen. Ab 5. Oktober überall, wo es Podcasts gibt.

Oct 02, 20214 min0

#32 Kein Abschied, sondern Aufbruch: Die letzte Sonate op. 111 (32/32)

Der Schlusstein in der Trilogie der drei letzten Sonaten beginnt dramatisch. Und endet magisch: Das "Arietta"-Thema verwandelt sich stetig, beschleunigt sich, bekommt Swing, macht zwischendurch Station beim Boogie-Woogie, bevor es sich - schwindelfrei über Abgründe kletternd - in Trillerketten verflüchtigt. Ein langer Weg geht zuende - Zeit für Igor Levit und Anselm Cybinski, zurück zu schauen und Danke zu sagen. Aber der Abschied ist Aufbruch - neue Podcast-Ideen stehen schon am Horizont.

Jul 20, 202041 minSeason 1Ep. 32

#31 Der Weg zurück ins Leben: Op. 110 (31/32)

Choral (erster Satz) und Gassenhauer (zweiter Satz), Rezitativ (Einleitung zum Finale), "klagender Gesang" und Chorfuge (Finale): Es geht um Gesanglichkeit in der vorletzten Sonate op. 110. Aber "gesungen" wird hier auf die denkbar unterschiedlichste Art und Weise. Und es wird dabei eine Geschichte erzählt: Beethoven war an Gelbsucht erkrankt. Im Finale seiner vorletzten hört man eine Erinnerung daran ("Klagender Gesang", "ermattend"). Ebenso wie die Genesung, den Weg zurück ins Leben: Der Schlu...

Jul 20, 202047 minSeason 1Ep. 31

#30 Improvisation und Variation: Op. 109 (30/32)

Der mittlere Beethoven schert sich nicht um Konventionen, sondern setzt seine eigenen Regeln. Der späte Beethoven geht einen Schritt weiter: Auch die eigenen, selbst gesetzten Regeln stehen jederzeit zur Disposition. Alles ist möglich. Die Musik ist voller Brüche und Collagen. Verfremdete Zitate von Altbekanntem und unerhörte Klänge stehen nebeneinander. Der erste Satz von op. 109 klingt leichthändig und schwebend, alles geht ganz schnell, nichts verfestigt sich, alles schwebt wie im Traum, sagt...

Jul 19, 202049 minSeason 1Ep. 30

#29 Hammerklaviersonate: Der komponierte Superlativ (29/32)

Ein Gebirge, eine Strapaze, ein komponierter Superlativ - und mehr, als ein Mensch in einem Menschenleben begreifen kann. Die Hammerklaviersonate op. 106, sagt Igor Levit, ist voller hysterischer Freude (1. Satz), übergeschnappt (2. Satz), verzweifelt (3. Satz), und in der abschließenden Fuge gerät die Welt aus den Fugen (4. Satz). Apokalyptisch. Klar, dass die längste Sonate auch die längste Podcast-Folge bekommt!

Jun 29, 20201 hr 3 minSeason 1Ep. 29

#28 Vom Suchen und Finden: Der Auftakt zum Spätwerk (28/32)

Zwei Sätze suchen, stellen alles in Frage - das Finale findet eine Antwort. Der erste Satz scheint zu schweben - alles fühlt sich an wie im Traum. Der zweite: ein vertrackter Marsch, zu dem kein Mensch marschieren kann und jede Kompanie ins Straucheln käme. Doch dann, sagt Igor Levit, herrscht endlich Klarheit: Alles zielt aufs Finale. Und damit öffnet sich eine neue Welt: Beethovens Spätwerk.

Jun 29, 202046 minSeason 1Ep. 28

#27 Die Intime: Zwei Sätze (27/32)

Mal wahnsinnig karg, dann, nur drei Takte später, emotional ausufernd: Der erste Satz von op. 90 ist ein rätselhaftes Stück. Ein Wechselbad der Gefühle, mal stolz und extrovertiert, mal ganz nach innen gekehrt. Aber immer passioniert, sagt Igor Levit. Und darauf antwortet der wohl gesanglichste aller Sätze in Beethovens Sonaten. Getragen von einer der schönsten Melodien, die Beethoven erfunden hat.

Jun 28, 202031 minSeason 1Ep. 27

#26 Das Lebewohl: Les Adieux (26/32)

Beethoven erzählt eine Geschichte: Der Abschied (erster Satz) eines geliebten Menschen ist schmerzhaft, die Postkutsche verschwindet mit Hörnersignalen und Pferdegetrappel am Horizont. Die Abwesenheit (zweiter Satz) ist eine Zeit der Trauer. Die Rückkehr (dritter Satz): explodierende Freude. Und doch, sagt Igor Levit, gibt es nicht nur eine einzige Geschichte: Jeder hört eine andere. Denn Musik ist tönende Luft.

Jun 01, 202030 minSeason 1Ep. 26

#25 Deutsch, aber witzig (25/32)

"Presto alle tedesca" - eine Presto auf deutsche Art: In seiner G-Dur-Sonate op. 79 ließ sich Beethoven von einem Jugendwerk inspirieren, der Musik zu einem Ritterballett für ein höfisches Fest in Bonn, bei dem man in "altdeutscher Tracht" erschien. Aber diese witzige und vor Ideen funkelnde Musik pfeift auf alle Klischees. Sie ist leicht, geistreich, sie kommt auf den Punkt und ist blendend gelaunt. Für Igor Levit der Beweis, dass sich alle 32 Sonaten lohnen, gerade auch die weniger bekannten. ...

Jun 01, 202018 minSeason 1Ep. 25

#24 Brüchige Idylle und Etüde auf Speed (24/32)

Ein Kleinformat, aber extrem gehaltvoll: Die Fis-Dur-Sonate op. 78 hat nur zwei Sätze. Und die haben es in sich. Im ersten darf sich das Klavier aussingen: Beethoven, der Melodiker. Auch wenn immer wieder kleine Temperamentsausbrüche die Idylle stören. Der zweite Satz stürzt sich in einen schwindelerregenden Geschwindigkeitsrausch: eine Etüde auf Speed. Ziemlich abgefahren, findet Igor Levit.

Jun 01, 202017 minSeason 1Ep. 24

#23 Apokalyptisch: Die Appassionata (23/32)

Der erste Satz ist existenziell, mit unerbittlich festgehaltener Spannung vom ersten bis zum letzten Takt. Der zweite Satz täuscht einen Scheinfrieden vor, bevor er in die fatalistische Dunkelheit des Finales mündet. Beethovens Sonate f-Moll op. 57 wurde berühmt als "Appassionata", die Leidenschaftliche. Für Igor Levit ist sie ein einzigartiges Gesamtkunstwerk, gnadenlos konsequent in ihrem schwarzen Fatalismus.

Jun 01, 202049 minSeason 1Ep. 23

#22 Die Skurrile: Inspirierend unnormal (22/32)

Ein charmantes Menuett wird von wütenden Triolen zerfetzt: Im ersten Satz von op. 54 lässt Beethoven zwei maximal kontrastierende Abschnitte aufeinanderprallen. Nichts, aber auch gar nichts haben sie miteinander zu tun. Zuerst. Doch die Begegnung verändert die Musik. Und am Schluss, oh Wunder, verbinden sich die Gegensätze. Das Finale ist dann ein einziger Bewegungsrausch, schweißtreibend, schwindelerregend, euphorisch und hysterisch. Eine von Beethovens eigenwilligsten und inspirierendsten Sona...

May 04, 202032 minSeason 1Ep. 22
For the best experience, listen in Metacast app for iOS or Android