Hallo zusammen und willkommen zurück zu The German Podcast. Ich glaube folge 35 mittlerweile. Ich weiß es ehrlich gesagt ja, ich guck mal kurz nach ja folge 35 hab ich es doch richtig in Erinnerung gehabt und diesmal? Eine besondere Folge, meine Damen und Herren, ich bin nicht alleine, denn ich habe einen ganz besonderen Gast bei mir.
Eine Gästin muss ich eigentlich sagen, wenn man das schon so und sowieso, ja, es handelt sich um jemanden, den ich jetzt auch schon n paar Jahre kenne, kennen darf, wo ich mich immer wieder drüber freue und diese Person ist nicht nur Gast, weil sie einfach sehr nett ist, sehr sympathisch, sondern auch weil sie einen sehr interessanten Beruf hat. Die Rede ist natürlich von der fabelhaften Steffi Eka Ash Zahar Hi Halli. Hallo, schön, dass ich da sein darf. Ja, das freut mich.
Und du musst meinetwegen nicht gendern. Du kannst mich gerne Gast nennen. Gibt's Gästen überhaupt so wirklich? Das weiß ich nicht, aber ich würde das Wort nicht benutzen, selbst wenn es das gäbe. Das ja kann ich irgendwo gut nachvollziehen. Warst du eigentlich schon mal in einem anderen Podcast irgendwie zu Gast oder ist das jetzt eine Premiere für dich? Jetzt muss ich gerade tatsächlich überlegen, ob ich eventuell mit Alex schon mal irgendwie so eine Spielnachbesprechung oder sowas
hatte. Aber ansonsten, also wenn überhaupt, dann höchstens zum Thema Let's Play, aber anderweitig noch nicht nein. Ja, bin ich ja mal gespannt. Ja, ich hatte diese Folge tatsächlich schon auch länger im Hinterkopf, das sage ich da regelmäßig bei meinen Folgen, aber es ist tatsächlich so und jetzt hat sich es irgendwie ganz gut angeboten, dass wir mal über dieses Thema sprechen. Ist nichts Schlimmes, keine Sorge.
Wobei ja gut, ich sag mal, Steffi ist in einer komfortablen Lage was das angeht, andere Leute, die dort ja zu Gast sind um mal dabei zu bleiben, vielleicht nicht so ganz, die sind dann aber im Zweifel auch selbst schuld, die Rede ist von Steffis Beruf, der sich nämlich nennt. Justizvollzugsbeamten. Ja, das klingt doch schön, ne? Ja, länger als es notwendig wäre. Gibt es da eine, ähm, offizielle Abkürzung für.
Eigentlich nicht. Ähm, also man, man sagt ja, schließe, Werther, Wachtel und so weiter das sind aber abfällige Bezeichnungen, also auch Werther ist tatsächlich eine abfällige Bezeichnung, ähm. Es heißt offiziell Justizvollzugsbedienstete oder Justizvollzugsbeamter oder JVA. Beamter geht auch und. Also das das finde ich jetzt interessant. Wächter ist ne abfällige Bemerkung oder Werther. Werther.
Ja. Also Werte sagen wir also, da reagieren wir ein bisschen allergisch drauf, weil wir sind nicht im Zoo, also da tut man nicht nur uns unrecht, weil wir sind ein bisschen mehr als jemand, der irgendwie, ja, ich sag mal, die Fäkalien aus dem Käfig räumt, und man sagt ja auch im Zoo nicht mehr Werte, sondern Tierpfleger, und wir sind einfach nicht einfach nur Werte, und das wird sehr gerne häufig benutzt. In der Regel ist es auch gar
nicht böse gemeint, aber. Man sagt es einfach offiziell nicht. Man sagt ja auch zum Polizisten, nicht Bulle und ja. Das ist absolut richtig, stimmt ey, da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht, aber ich kann es absolut nachvollziehen, absolut. Aber ich nehm es niemandem übel, wenn er es sagt. Ich versuch das dann halt zu korrigieren, weil wie gesagt, das ist ja in der Regel nicht böse gemeint, die Leute wissen es halt oft nicht und dann kann man das ja gerne mal
berichtigen. Das heißt, mit anderen Worten, um es mal kurz noch mal explizit zu sagen, Du arbeitest in einem Gefängnis. So ist es in einer Justizvollzugsanstalt. Ich hab ganz früher tatsächlich als Kind, als ich die Abkürzung JVA gehört habe, hab ich immer gedacht, das ist eine Jugendvollzugsanstalt, aber. Dachte ich aber auch, bevor ich damit dann wirklich zu tun hatte, dachte ich das auch, ja. Das ist erst, ich weiß nicht, irgendwann in, als ich 1617 war, ist mir das dann mal klar
geworden. Oh Mist, hab ich jederzeit immer falsch verstanden ja ach ja. Übrigens für die deutschen
Zuhörer hier. Ich werde wahrscheinlich im Laufe des Podcasts auch noch mal ein 2 Begriffe, vielleicht noch mal etwas erklären, weil hier ja auch Leute zuhören, die zum Beispiel aus Amerika kommen und so und die, ich sag mal, jetzt JVA und solche Abkürzungen vielleicht nicht so ohne Weiteres kennen, das nur so als Info und auch an dich nicht wundern, nämlich ein anderes Wort für eine Justizvollzugsanstalt ist ja gemeinhin auch Gefängnis. Ja genau kann man sagen, die geläufige Bezeichnung.
Genau, das Gefängnis. Und halt, wenn man es ja, wo wir schon bei abfälligen Worten waren, der Knast. Ja, aber das ist mittlerweile tatsächlich dermaßen im Sprachgebrauch, dass wir das gelegentlich sogar selber
benutzen. Das Wort, also ich jetzt ehrlich gesagt nicht so sehr, aber ich habe dann auch schon mal mitbekommen, dass Kollegen dieses Wort so benutzt haben, von daher ja. Jetzt stellt sich mir die Frage beziehungsweise das war eigentlich so mit einer der ersten Fragen, die ich mir so überlegt hatte, wie kommt man auf die Idee in einem Gefängnis arbeiten zu wollen, wie kam das alles zustande bei dir? Also ja genau die. Die Frage ist nicht, wie kommt man drauf, sondern wie kam ich
drauf. Es gibt verschiedene Varianten, bei mir war es tatsächlich so, dass ich nie gesagt hatte, ich möchte im Gefängnis arbeiten, sondern mir ging es wie ganz vielen, ich war mit der Schule fertig und habe habe einen Job gesucht und es stand in der Zeitung und. Dass die Justiz eben Personal sucht für die mittlere Beamtenlaufbahn und im Strafvollzug. Und meine Mutter hat halt gemeint, guck mal, wäre das nicht was für dich und das ist doch ganz interessant und bewerb
dich doch mal. Und dann habe ich dann die Bewerbungsunterlagen angefordert und habe mich aber parallel natürlich auch noch bei anderen Stellen beworben und ich wusste noch überhaupt nicht so genau, wo es mit mir hingehen soll. Ich wollte studieren, das hat er nicht hingehauen und so weiter ich komme ja eigentlich aus einem anderen Bereich. Und ja, dann habe ich dann halt dieses Auswahlverfahren mitgemacht, ohne dass ich mir da große Hoffnungen gemacht habe.
Und ähm, dann haben sie mich genommen und dann war halt dieser Punkt da, wo du gesagt hast, da wusste ich überhaupt noch gar nicht, was ich in dem Beruf eigentlich zu tun habe. Also man hatte auch wirklich ganz wenig darüber ausbekommen vollsuchtbar was macht der eigentlich den ganzen Tag?
Und ja, aber dann ging es halt natürlich auch darum, das war ein ganz großes Argument. Die Beamtenlaufbahn und wenn du da einmal die Chance drauf hast und hängst da einmal drin in diesem ganzen Aufnahmeverfahren, ja, wir würden dich nehmen, dann überlegst du dir echt dreimal, ob du da wieder rausgehst, weil der Beamtenstatus einfach eine Sicherheit ist, die dir weniger andere Berufe. Bieten, das ist absolut richtig.
Ja, übrigens an dieser Stelle ganz, ganz liebe Grüße auch an Steffis Mutter natürlich, die sehr sehr nett ist. Mit der ich gerade noch telefoniert habe. Und ich soll dich auch ganz lieb gut. Ah ja, ich muss kurz noch mal sagen, ich glaube, es war Folge 24, in der ich ja auch schon ein bisschen über die Hochzeit von der lieben Steffi und dem Lieben Alex gesprochen habe.
Alex, Flattermann, 85 und Ashzahar und da habe ich nämlich Steffis Mutter auch tatsächlich kennengelernt und habe mich auch sehr, sehr gut mit ihr unterhalten und das war echt sehr, sehr schön, ja. Ja, sie fand ich auch sehr nett. Das freut mich zu hören. Also was? Was man vielleicht noch sagen kann ist, andere kommen auch aus
anderen Gründen zu uns. Wir haben einige mittlerweile Kinder von Kollegen, die auch schon bei uns arbeiten, die jetzt dann Anfang 20 sind, die haben das dann natürlich über ihre Eltern mitbekommen, wir haben Leute, die von der Bundeswehr zu uns gekommen sind. Also es gibt verschiedene Varianten, aber ich kenne tatsächlich keinen einzigen, der schon immer vollzugsbeamter werden wollte.
Also das ist nicht der klassische Traumjob, den man hat o. K also es ist tatsächlich, wenn man es jetzt anders ausdrücken würde, schon etwas, wo auch viele Quereinsteiger dann irgendwann. Die. Meisten, das liegt schon mal daran, dass du ein Mindestalter hast, wann du eingestellt wirst.
Ich weiß gar nicht, wo es momentan liegt, meistens irgendwo so bei um die 20. Das heißt, dass die in der Regel alle schon eine abgeschlossene Berufsausbildung haben und ja, wie gesagt, viele wollen ganz gerne Polizist werden oder Feuerwehrmann und aber es will eigentlich keiner von Kindheit an Vollzugsbeamter werden, deshalb ist es eigentlich eher was, wo man entweder zufällig hinkommt oder weil man jemanden kennt. Ich ich frag mich das
tatsächlich immer, also ich. Da gibt es wahrscheinlich auch irgendwelche psychologischen Gründe für und so. Aber wenn jetzt zum Beispiel Männer sagen, Ich möchte Frauenarzt werden oder weiß ich nicht, klar, könnte man natürlich sagen, ja, die wollen ja den Frauen helfen und denen was Gutes tun, klar, sicherlich, aber.
Ja, es ist ja aber. Es ist halt schon irgendwie, ich weiß nicht, also in manchen Konstellationen ist es schon irgendwie merkwürdig, oder ich weiß nicht, das ist da frag ich mich dann schon, wie kommst du da drauf? Es ist ja auch so, dass über den Beruf eigentlich, wenn man nicht damit zu tun hat, sehr wenig bekannt ist.
Also man, man wünscht sich ja nicht, einen Beruf zu haben, über den man gar nichts weiß und schon allein über die Polizei gibt es zigtausend Fernsehserien, und deshalb wollen alle Kinder Polizist werden, oder weil sie die in der Verkehrsschule schon den Polizisten so cool fanden oder so. Aber mit dem Strafvollzug hast du ja, wenn du Glück hast, überhaupt nichts zu tun in deinem Leben. Und dann denkst du gar nicht daran, dass es diese Sparte auch noch gibt.
Es ist dann heraus, also was dann eher vorkommt, ist, dass Leute, die so aus diesem Psychologiebereich kommen, Sozialarbeiter und so weiter, die von Haus aus im Studium schon mit dem Thema Straffälligkeit konfrontiert werden, die wollen dann vielleicht in diesen Bereich rein. Aber der Aufsichtsdienst, also man spricht beim uniformierten Dienst zum Aufsichtsdienst. Also das, was ich mache, das will eigentlich keiner im Sinne von Oh, ich wünsche mir diesen Job, da rutscht man zufällig
rein. Würdest du denn trotzdem sagen, dass du auch vor diesem Berufseinstieg, sage ich mal irgendwie. Eine Interesse an diesem Ganzen, an diesem ganzen Themenkomplex hat es also von wegen Verbrechensaufklärung im allgemeinen Sinne, sag ich mal. Ob es jetzt Polizeiarbeit ist oder Forensik, wie auch immer oder Krimi hieß zum Beispiel jetzt auch im weiteren Sinne auch vielleicht fiktional. Ja, auf jeden Fall. Bloß hat es damit überhaupt nichts zu tun.
Ich hab das auch nie damit in Verbindung gebracht, also dieser Ganze. Kriminologiebereich und und alles fand ich immer faszinierend, weil das, glaube ich, geht aber fast jedem so. Jeder interessiert sich doch irgendwo für bestimmte Verbrechen, Klischee mäßig die Serienmörder und so weiter viele Leute gucken gerne Krimis oder Ähnliches, schauen polizeiserien oder haben sie mal geschaut.
Das Interesse ist prinzipiell immer da, aber ich habe es nie mit dem Thema Strafvollzug in Verbindung gebracht. Und interessanterweise weiß natürlich das auch jetzt nicht, das sind komplett unterschiedliche Themen, weil wir haben was mit den Straftätern zu tun, das sehr wohl, und natürlich gibt es da auch Berührungspunkte, aber mit diesen ganzen interessanten Thema verbrechensaufklärung und so weiter tathergänge und so, damit haben wir gar nichts zu
tun. Also wir kriegen es dann natürlich mal zu lesen, den Haftbefehl und und die Akten und so weiter und lesen es dann auch teilweise, weil es für uns interessant ist und weil wir auch die Leute einschätzen möchten. Aber es hat nichts mit der alltäglichen Arbeit zu tun, die wir leisten. Okay also, wenn du wollen würdest, könntest du dann auch weitere Informationen, zum Beispiel mal zu gewissen Inhaftierten oder Fällen, dann auch einsehen. Ja. Beziehungsweise oder bekommst du
die ohnehin? Ich sag mal auf den Schreibtisch, wenn jetzt jemand Neues kommt, also neue Inhaftierte. Also wenn jemand, man muss jetzt dazu sagen, dass ich jetzt in einem Bereich arbeite, robler ich hoffe, das war jetzt nicht zu laut und ich hoffe, das hat man jetzt nicht gehört, weiß ich nicht. Also ich arbeite ja in einem Bereich, der außerhalb der normalen Bürozeiten auch dafür zuständig ist, neue Zugänge
aufzunehmen. Und dann bekomme ich natürlich diese Papiere auf den Tisch. Jetzt nicht alles im Detail, nicht die Ermittlungsakten oder so, aber man bekommt einen Haftbefehl und man kommt bekommt auch oft ein Protokoll von einer Vernehmung. Ich lese mir das in den seltensten Fällen komplett durch, sondern ich überfliege das und ziehe mir die Informationen raus, die ich
brauche. Da gibt es natürlich schon Sachen, die ich wissen muss, wie gefährlich ist er, ist er gewaltbereit oder gibt es vielleicht eine Drogenproblematik und so weiter das muss ich dann schon wissen, aber ich muss jetzt nicht im Detail genau wissen, was er wem in welcher Form angetan hat oder wem er übers Ohr gehauen hat oder so was. Ich kann theoretisch von jedem Inhaftierten, der bei uns in unserer JVA einsetzt, in die Akte reinschauen und kann gucken, was da so vorliegt.
Es ist so, dass man, wenn man in der Ausbildung ist, wo das ganze Thema sehr neu ist, da macht man das. Man ist ja in der Ausbildung auch unter anderem in der Verwaltung wochenweise eingesetzt, langweilt sich dort in der Regel zu Tode, weil man nicht viel tun kann, und vertreibt sich die Zeit damit, die ganzen Akten zu lesen.
Das gewöhnt man sich ganz schnell ab, erstens, weil es Zeit kostet, zweitens weil es, weil man da natürlich auch auf eine gewisse Weise abstumpft und weil man es manchmal gar nicht im Detail wissen möchte, wie gesagt, es ist immer ein Unterschied zwischen das, was muss ich wissen und. Und es gibt einfach Dinge, die muss ich wissen, wenn ich mit Leuten zusammenarbeite. Und was will ich wissen, und das
ist nicht dasselbe. Ich habe es auch schon gehabt, dass Akten unter Verschluss waren, dass ich die in der Ausbildung zum Beispiel nicht lesen durfte, allerdings, das war ganz, ganz selten der Fall. Eigentlich fällt mir auch nur ein spezieller Fall ein, das. Da durfte das aber keiner. Nicht nur die Auszubildenden, sondern es waren nur ganz wenige, die das lesen durften. Das hatte Sicherheitsgründe.
Ah, ich wollte. Ich wollte gerade Fragen, lag das dann an der Schwere des Verbrechens, oder? Ja, schon. Also das war jemand, der mittlerweile nicht mehr inhaftiert ist. Und das war auch in der Öffentlichkeit sehr bekannt. Ich kann das ja jetzt auch mal raushauen in Anführungsstrichen, nenne prinzipiell keine Namen, aber. Ich bin ja jetzt schon etwas länger in dem Beruf.
Ich mach den jetzt seit 99 und zu der Zeit war noch jemand von der RAF inhaftiert in einer JVA, in der ich zu der Zeit auch gearbeitet habe, und das war natürlich eine Akte, an die ist man nicht ohne weiteres rangekommen und ja. Krass. Das heißt aber.
Wenn ich das jetzt richtig verstanden hab, ist das so wie in vielen anderen Ausbildungen auch in anderen berufen, dass du quasi das ich ich in Anführungszeichen jetzt mal das komplette Unternehmen durchläufst und die verschiedenen Abteilungen und sowas, so ist das dann auch in der JVA. Das ist, wenn man die die komplette Ausbildung macht, ist das so. Also man ist vorrangig natürlich im Aufsichtsdienst.
Also auf den Abteilungen, wo die Inhaftierten untergebracht sind, aber auch in den Arbeitsbetrieben, in der Zugangsabteilung, im Besuchsbereich, also überall, wo die Inhaftierten eben auch sind, wo man mit ihnen zusammenarbeitet. Man ist aber auch im Verwaltungsbereich einige Wochen eingesetzt, um diese ganze
Verwaltung eben kennenzulernen. Man ist auch im Fachdienstbereich eingeteilt, das sind die Sozialarbeiter, die Psychologen und so weiter da schaut man mal so kurz mit rein, das muss ich jetzt aber dazu sagen, das ist jetzt in Bayern so. In anderen Bundesländern ist nicht überall, aber es gibt andere Bundesländer, da sind diese Ausbildungen gekoppelt, da ist der uniformierte Dienst und der Verwaltungsdienst ein und dieselbe Ausbildung, die dauert
länger und es werden beide Bereiche voll ausgebildet, sodass, wenn man damit fertig ist, in beiden Bereichen voll arbeiten kann. Bei uns sind das halt getrennte Laufbahnen. Ah ja, okay. Wenn ich jetzt richtig das in Erinnerung hab, bist du ja auch im uniformierten Dienst. Ja genau, das heißt, du musst dann auch dem Worte nach eine Uniform tragen, wenn du arbeitest. Oder gibt es eine gewisse Arbeitskleidung, die du einhalten musst?
Also es heißt offiziell Dienstkleidung und nicht Uniform, weil im Gegensatz zur Polizei wir bei uns jetzt ist auch Bundesland unterschiedlich, keine Dienstrangabzeichen, keine Schulterklappen haben und. Das müsste es haben, damit es eine Uniform ist. So, also so ist es mir mal erklärt worden. Es heißt bei uns Dienstkleidung. Natürlich kann man auch im normalen Sprachgebrauch Uniform sagen und jeder weiß, was gemeint ist.
Und wir korrigieren es dann auch nicht, aber wir haben im Prinzip die gleiche Kleidung wie die Polizei, bloß dass wir eben keine Schulterklappen haben und dass unser Wappen auf dem Arm ein anderes ist und dass halt auf der Brust nicht Polizei, sondern Justiz steht. Okay.
Haben wir da was dazu gelernt? Ich auch noch nicht, ich hab gerade überlegt vor der Aufnahme auch wann ich das erste Mal so mit einer JVA quasi ja in Berührung bekommen, klingt jetzt falsch, aber wann ich das erste Mal bewusst vielleicht von sowas wahrgenommen hab oder Notiz genommen habe von Gefängnissen, wir haben ja hier bei mir in der Gegend auch die JVA Werl, die unter anderem vielleicht ein bisschen bekannt sein könnte, weil da der Joe Bausch gearbeitet hat.
Oh ja, der ja seines Zeichens nicht nur ich glaube gefängnisarzt tatsächlich dort war aber auch halt im Tatort in dieser Rolle aufgetreten ist als Schauspieler. Genau. Und der läuft auch des öfteren mal hier bei uns durch die Fußgängerzone. Tatsächlich, ich wohne ja hier im Sauerland und den hab ich hier auch schon ein 2. Mal gesehen und n sympathischer Typ. Und das war so das erste Mal, wo ich von einer JVA so wirklich Notiz genommen habe.
Und dann weiß ich noch, da bin ich irgendwann vor n paar Jahren, das fand ich auch sehr eindrucksvoll als jemand, der damit jetzt nicht täglich zu tun hat, da sind wir also mein Vater und ich, wir haben glaub ich irgend n Möbelstück oder so gekauft online und das war hinter der JVA in Werl in so einer ja Wohnsiedlung. Und da sind wir halt um diese Gefängnismauern rumgefahren, und das ist schon sehr imposant,
muss ich sagen. Da bin ich dann immer ganz froh, dass ich nicht drin bin, sondern draußen. Das glaube ich. Ja, oder zumindest wenn ich drin wäre, dass ich wieder Rauskäme im Sinne eines Beamten zum Beispiel oder so und nicht im Sinne eines Insassen. Aber ja. Ja, das geht ja in der Regel fast jedem so. Es gibt ja relativ wenige, die gerne einsitzen. Ich sag jetzt bewusst nicht, dass es keinen gibt, aber. Es sind doch sehr wenige Mhm, die gerne. Ich hab es.
Das ist interessant, dass du das sagst, weil ich hab tatsächlich vor, ich glaub ein 2 Wochen auch noch mal ne Doku geschaut auf Youtube über ein anderes Gefängnis in Deutschland und da wurde auch die Leiterin interviewt und ich meine sie hätte auch irgendwas gesagt von wegen es gibt wohl einen Fall der ihr jetzt bekannt wär, der wirklich explizit gesagt hat, er möchte da nicht mehr raus. Er möchte da nicht, also er möchte nicht mehr, quasi weil er jetzt auch schon wohl mehrere
Jahre lang dort sitzt. Er möchte halt nicht mehr in die ja mittlerweile vielleicht auch fremde Außenwelt, sag ich mal, mit vielen technischen Neuerungen und sowas, das finde ich ja sowieso sehr interessant, wenn ich mich wirklich mal in jemanden so ein bisschen zumindest hineinversetze oder versuche das zu tun, der jetzt wirklich 1520 Jahre lang oder so
gesessen hat. Der ja vielleicht im Zweifel auch viele Sachen, die wir jetzt als normal erachten, als die, die jetzt nicht einsitzen, vielleicht gar nicht so auf dem Schirm hat oder gar nicht so kann oder gar nicht so n Bezug dazu hat. Ne, also wir hatten den, ich hab ja auch mal in einem lebenslangen Gefängnis gearbeitet in der Ausbildung, aber wir hatten auch bei uns jetzt mal den Fall, da war auch einer sehr sehr lange länger als du es gerade genannt hast inhaftiert, der dann auch
entlassen wurde. Man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, wie man es im Fernsehen kennt. Dann geht die Tür auf, dann wird er vor die Tür gestellt und schau mal, wo du bleibst. Diese Entlassungsvorbereitung von lebenslang ist ein sehr langer Prozess. In dem Fall war es sogar noch länger als geplant, die gehen also es es fehlt jetzt ich, ich erklär das mal an diesem Fall.
Dann durfte er zum ersten Mal einfach nur mal raus in Begleitung. Da war eine Menge Personal dabei und er ist einfach nur ein 2 Stunden draußen spazieren gegangen, gar nicht in der Stadt, sondern ein bisschen außerhalb und er war danach schon fix und fertig, weil das eine totale Reizüberflutung ist. Also fix und fertig von er war wirklich körperlich erschöpft danach, der hat dann 2 Tage durchgeschlafen als er wieder drin war und weil das einfach
viel zu viel auf einmal ist. Wenn du wenn du fast oder dein halbes Leben wirklich in in so beengten Verhältnissen mit so wenig neuen Reizen verbringst, und dann bist du plötzlich draußen in der Natur, du siehst Menschen, du hast andere Gerüche, du hast Farben, du hast Licht, also nicht, dass es das bei uns nicht gibt, aber es ist alles neu, was er in dem Moment sieht, und dann steigert sich das nach und nach, dann werden diese begleiteten Ausgänge ein bisschen häufiger, ein bisschen
länger, dann geht es auch mal in die Stadt, dann geht es auch mal wirklich so, den ganzen Tag. Dann werden solche Sachen gemacht, wie ins Einkaufszentrum gehen, zum Bahnhof gehen, jetzt eine Fahrkarte kaufen, nicht mehr beim schaffen ne so wie früher, sondern mit den Automaten. Umgang mit Bargeld ist ja auch so ein Thema, was sie dann ganz
lange nicht hatten. Die ganze Technik, Handys und so weiter und das kommt dann so nach und nach und dann gehen sie mal übers Wochenende raus und dann wird es also zu Angehörigen, dann dann ist dann vielleicht auch keiner von uns dabei und das geht über einen ganz langen Zeitraum, das nennt man entlassungsvorbereitung und dann wird dann nach und nach an dieses Leben in Freiheit herangeführt, da gehört eine Arbeitsplatzsuche gegebenenfalls dazu, eine Wohnungssuche und und
natürlich haben sie bei uns, sie sind ja nicht von der Außenwelt abgeschnitten, die haben einen Fernseher. Wodurch man wahnsinnig viel mitbekommt, wie das Leben
draußen weitergeht. Sie wissen, dass es Smartphones gibt, sie haben vielleicht doch keins in der Hand gehabt und es benutzt, aber sie wissen, was es ist und wie es prinzipiell funktioniert und solche Sachen, also man darf jetzt nicht sich vorstellen, dass sie dann rauskommen und sich in der Welt nicht mehr ganz zurechtfinden, es ist ungewohnt, aber es ist nicht alles komplett unbekannt, weil man das schon an sie heranträgt, aber es ist natürlich schwierig, ganz klar.
Eine Frage, die ich mir jetzt im Vorfeld nicht überlegt hatte, die mir jetzt gerade spontan kommt. Ich weiß nicht, ob du dazu ne Meinung hast oder überhaupt was sagen kannst oder möchtest. Ich frag es aber einfach mal. Und zwar gibt es ja in den USA und ich glaub in Polen unter anderem ein Register für Sexualstraftäter, die wieder quasi auf freien Fuß kommen nach einer Zeit nach ihrer Strafe.
Wo man dann zum Beispiel einsehen kann, als Bürger OK, in der und der Gegend, in dem in dem Wohngebiet wohnt, jemand, der das begangen hat und dann entlassen wurde und so was hältst du von solchen Sachen? Ich frag mal n bisschen offener was was hältst du von sowas, dass man weil ich sag mal es gibt Leute die argumentieren natürlich, das ist natürlich schon n öffentlicher Pranger irgendwo. Ist es. Und es ist in Deutschland. Aus Datenschutzgründen glaube ich gar nicht denkbar.
Also deshalb für mich stellt sich gar nicht die Frage, ob es sinnvoll ist, weil ich eigentlich sehr sicher bin, dass das in Deutschland gar nicht durchgehen würde, ich würde da jetzt auch nicht mich ganz klar positionieren, es gibt definitiv Vorteile und Nachteile, ich kann die Bürger verstehen, die sich Sorgen machen, die Angst um ihre Kinder oder um sich selbst haben, brauchen wir gar nicht drüber reden, ich kann aber auch natürlich die verstehen, die sagen.
Vielleicht hat er gar keine Chance mehr, wenn man ihn jetzt derartig öffentlich darstellt. Und anders wird es vielleicht funktionieren. Die Frage ist ja natürlich, wozu macht man in Gefängnissen eine Resozialisierung, wenn man ihnen außerhalb des Gefängnisses diese Resozialisierung nicht ermöglicht, deshalb ich würde, weil das steht mir nicht zu mir, dazu eine Meinung zu bilden, ich bin weder betroffen.
Ich habe keine Kinder. Ich bin jetzt niemand, der in einem Wohngebiet wohnt, in dem so was vielleicht schon mal vorgekommen wäre oder ähnliches. Ich habe mit den Straftätern zu tun und ich glaube, es wäre falsch, wenn ich mir da jetzt ein Urteil darüber erlauben würde, ob es sinnvoll ist, auf Kosten einer Privatsphäre und eines Datenschutzes andere Personen wiederum zu schützen. Das ist ne Abwägung, die ich nicht treffen möchte. Ja, würde ich mich anschließen.
Also ich kann sowohl für also beide Aspekte beide Blickpunkte darauf irgendwo Argumente sehen und auch verstehen, also nachvollziehen. Zumindest gibt es im Gefängnis gewisse Stellen. In die man erst hereinkommt oder an die man überhaupt erst kommt, wenn man vorher eine andere Stelle im Gefängnis durchlaufen hat.
Also gewisse Aufstiegsstellen, also dass man zum Beispiel, ich sag jetzt mal, ich würd mir jetzt als Laie vorstellen, Gefängnisleitung, dass man vorher im Gefängnis was anderes begleitet haben muss und dann irgendwann in Anführungszeichen befördert wird zur Leiterin oder zum Leiter eines Gefängnisses. Also wir sind ja in Deutschland, und das ist ja alles sehr bürokratisch, und das ist n. Wir reden hier von Beamtenlaufbahnen, es ist ganz einfach so.
Gefängnis hat verschiedene Laufbahnen und die leitenden Positionen, und davon, da rede ich von Bereichen in der Verwaltung, die einen Leiter haben und natürlich von der Leitung einer JVA an sich, die setzen den höheren Dienst voraus, und also es gibt den einfachen, den mittleren, den gehobenen und den höheren Dienst. Mittlerweile heißen die gar nicht mehr so, das sind jetzt die die Kuh. Laufbahnen Q 1, q 2 und so weiter aber vielen ist halt noch das mit diesem mittleren Dienst
und so weiter geläufig. Der höhere Dienst, das sind die Abteilungsleiter und die Anstaltsleiter und das bekommt man nur mit einem abgeschlossenen Studium in Jura soweit ich weiß. Also das kommt schon mal für für uns kleines Fußvolk gar nicht in Frage.
Der der gehobene Dienst, das sind die kleineren leitenden Stellen wie zum Beispiel, aber auch die Dienstleitung, also die Leitung des uniformierten Dienstes und so weiter da gibt es theoretisch die Möglichkeit, wenn man im mittleren Dienst anfängt, so wie ich, dass man einen Verwendungsaufstieg macht, so heißt es, das ist dann so einer pro JVA, der dann in den gehobenen Dienst hochgestuft werden kann. Oder halt auch in der Verwaltung.
Kommt für mich auch nicht in Frage, der normale uniformierte Dienst, so wie ich ihn mache und meine ganzen Kollegen auch. Wir haben die Möglichkeit innerhalb der JVA in verschiedene Bereiche reinzukommen und in der Regel
ist es so, dass. Ja, man wird eingestellt für den Abteilungsdienst sag ich mal stationsdienst abteilungsdienst, so heißt das, das heißt, man ist in den Gebäudeteilen, in denen die Haftzellen sind in oder die Hafträume heißt es ja eigentlich, und wo man den ganzen Tag die Gefangenen versorgt, betreut, auch die Sicherheit gewährleistet, und das ist vorrangig unser Job. Dafür wird man eingestellt und man muss bereit sein, das zu machen.
Und man muss auch davon ausgehen, dass man das erstmal eine ganze Zeit macht und dann gibt es dann diese Ablegerbereiche, da gehört zum Beispiel die Besuchsabteilung dazu, die Torwache, die Zugangsabteilung, vielleicht verschiedene Arbeitsbetriebe, da gibt es also so verschiedene Bereiche, und die sind dann schon so ein kleines bisschen begehrter, weil die oft für sich arbeiten und eben nicht nur diesen ganzen Alltag, also diese Alltagsaufgaben haben.
Und da kann man dann reinrutschen, wenn man schon ein bisschen Erfahrung hat und kann dann eventuell auch Leiter von so einem kleinen Bereich werden. Das ist so diese Standard Karriere in Anführungsstrichen, die man im mittleren Dienst hat. Das heißt, im Prinzip hast du gerade schon eine andere Frage, die ich sonst noch gehabt hätte, schon mit beantwortet, ob du dir zum Beispiel vorstellen könntest, einen JVA auch zu leiten, also in leitender Position zum Beispiel, da auch
irgendwie tätig zu sein. Also. Mal abgesehen davon, dass ich es ja eben vom Abschluss her gar nicht kann, das würde ich nicht wollen. Okay. Ich würde es von der Arbeit her nicht wollen. Also mich interessiert die Tätigkeit einer JVA Leiterin nicht, nicht in der Form, oder was heißt, sie interessiert mich nicht, das wäre nichts, was ich machen wollen würde. Es ist interessant, aber ich
würde es nicht machen wollen. Das nächste ist wie gesagt, man braucht jetzt zum Beispiel ein abgeschlossenes Jurastudium.
Wenn ich jetzt ein abgeschlossenes Jurastudium hätte, würde ich nicht strafvollzugsdienst machen und ich würde nicht in die Richtung Anstandsleitung gehen, da hätte ich mit dem Studium was anderes gemacht, deshalb nein, also diese dieser Posten in einem, ich sag mal Büro hat durchaus seine Vorteile, ich mache ja eigentlich was ähnliches, ich habe ja auch eine Art Büro, aber. Nur in dieser Verwaltung zu hängen und diesen leitenden Job
von dort aus auszuführen. Und ich weiß, was da teilweise alles dranhängt, was ne Anstaltsleiter so zu tun hat, das wäre nicht mein Ding. Mhm, das würde mir glaub ich keinen Spaß. Machen genau also muss man noch mal vielleicht kurz erwähnen. Du arbeitest in der Torwache ja und gibt es denn jetzt formal oder auch praktisch sag ich mal
Leute, die dir. Unterstehen also den du quasi ich sag mal andere Bedienstete, die vielleicht irgendwie ich denk mal das wird halt alles maschinell und elektronisch gemacht, die das Tor irgendwie öffnen oder so oder irgendwelche Türen auf Kommando in Anführungszeichen oder auf Befehl, wie auch immer auf Anweisung oder wie wie läuft das genau? Ich öffne die Türen. Du, das wollte ich hören, das wollte ich hören.
Es ist so. Dass ich tatsächlich an der Stelle bin, wo Türen, die elektronisch gesteuert werden, oder sowas, dass ich die aufmache, also die Leute müssen zu mir sagen, mach mir doch bitte mal auf und und. Das machst du auch nicht, wenn die nicht bitte sagen.
Es kommt darauf an, ob ich einen guten Tag nein, also es ist natürlich so, dass so im Laufe der Jahre, dass du da schon mal, ja klar, dieses wie heißt das Bitte, heißt das und ja, natürlich, aber es kommt drauf an, also jetzt, wenn wenn einer schlecht drauf ist oder das Kind und Alarm fallen, dann mach ich
sowas natürlich nicht, nein. Unter anderem also ich habe ganz viele Aufgaben, es ist jetzt so, ich habe keine leitende Position in dem Sinne, aber wie gesagt, wenn die Büros nicht mehr besetzt sind, die Verwaltung nicht mehr da ist, die Dienstleitung und so weiter, dann ist es so, dass in der Regel die Torwache, so die sogenannte Schichtleitung hat, wenn auch der Hausdienstleiter nicht mehr da ist.
Das heißt aber jetzt nicht, dass ich meine Kollegen rumkommandiere oder denen Weisungen erteile, sondern das
heißt? Dass, wenn eine Entscheidung zu treffen ist, aus irgendeinem Grund, weil es einen Vorfall gegeben hat oder so. Und jetzt muss entschieden werden, was machen wir jetzt mit dem Gefangenen oder wie gehen wir da jetzt vor, dass dann letztendlich diese Entscheidung und die Verantwortung an mir hängt, aber das ist ein Unterschied zu, ich sag meinen Kollegen, was sie zu tun haben, das wäre auch völlig falsch, weil ich sitze da vorne in
meiner Torwache, die ist halt auch Sicherheitszentraler bei
uns. Aber meine Kollegen, mit denen ich arbeite, die sind hinten an der Front und hinten an der Front. Genau die sind im Haus an den Gefangenen dran, und ich werde einen Teufel tun und denen sagen, wie sie jetzt vorzugehen haben, weil da haben die gerade in dem Moment viel mehr Ahnung als ich, weil die sind in der Situation, aber wenn es dann darum geht, wird jetzt dieser Gefangene isoliert untergebracht oder muss der vielleicht ins
Krankenhaus oder sowas, da sind dann schon Sachen, die laufen dann über mich. OK, und da muss ich am Ende meine Unterschrift runtersetzen. Jetzt reisen wir mal so gedanklich ein bisschen in der Zeit zurück. Ich weiß, es ist lange her, aber wir sind ja beide noch jung. Kannst du dich noch an deinen allerersten Tag erinnern, den du dort gearbeitet hast? Beziehungsweise ich weiß ja nicht, ist es dasselbe, dieselbe JVA, dieselbe JVA, wo du auch die Ausbildung in dem Sinne durchlaufen hast?
Oder war das ne andere? Es ist dieselbe JVA, in der ich ausgebildet wurde. Es ist aber eine andere als die, in der ich jetzt bin, und also ich hatte insgesamt 4 JVA und 2 davon haben zu meiner Ausbildung gehört und die erste JVA, in der ich war, also mein erster Tag, das war im Oktober 99 und da war ich gerade 21. Nee, 20 war ich. Ich, ich war 8. Ich war, ich war 20, das war kurz vor meinem 21 Geburtstag so rum.
Also ich habe sehr früh angefangen, also jünger wäre gar nicht mehr gegangen und ja, ich kann mich richtig gut daran erinnern, ich war natürlich furchtbar nervös und es ist ganz viel passiert an dem Tag und ich weiß noch, dass ich total schockiert war, überrascht war. Dass ich an meinem ersten Ausbildungstag, ich war 20 Jahre alt, ich war 120 Jahre altes Mädel, komm das erste Mal in ein relativ großes Gefängnis rein und Krieg als Erstes einen Schlüsselbund, an dem Zellen
Schlüssel dran waren. Hui, und da war ich erstmal so, dieses ja, ich war geplättet, ich hatte einen kompletten Schlüsselbund, mit dem ich von einem Haftraum bis zum Ausgang durchmarschieren konnte und. Natürlich geht es dann nicht so, dass ich die jetzt einfach alle hätte laufen lassen können.
Da sind schon noch ein paar Sicherheitsvorkehrungen dazwischen, aber allein dieses, was trauen die mir hier eigentlich gerade zu. Ja, was glauben die denn, wer ich bin, ich komme hier gerade quasi frisch von der Schule, ich hatte nämlich keine Ausbildung vorher, ich habe Fachabitur gemacht und bin dann direkt von der Schule quasi in die JVA. Und habe noch nichts vom Leben gewusst.
Und dann drücken die mir einen kompletten Gefängnisschlüssel in die Hand. Da war ich erstmal total platt, aber ich war ja nicht alleine, wir waren glaube ich 16 Anwärter in dem Jahr, es war wie gesagt keine ganz kleine JVA und ja gut, dann hat man uns erstmal alles gezeigt, natürlich und danach wurde der Amtseid abgelegt, also man wurde direkt als Beamter vereidigt. Also sofort. Ich sag mal als Vollbeamter oder erst auf Probe oder wie ist das
auf Probe? Also erstmal bist du ja in der Ausbildung und danach hast du nach der Ausbildung noch eine Probezeit. Aber du wirst erstmal vereidigt und du bist also noch kein Lebzeitbeamter, aber du bist verbeamtet und es ist auch ganz wichtig, weil du mit diesem Wir haben ja keinen Arbeitsvertrag, also wir unterschreiben ja
nichts oder sowas ja, sondern. Also wir haben jetzt keinen Vertrag, in dem drin steht, was wir zu tun haben, wieviel Geld wir kriegen und so weiter das gibt es bei uns nicht. Wir werden vereidigt und mit diesem Eid. Bindest du dich an das Gesetz und das ist ganz wichtig, dass dieser Eid am ersten Tag abgelegt wird, weil damit wird
alles abgesichert. Damit kannst du dir nichts erlauben, weil sie dich damit sofort dran kriegen, weil im Zweifelsfall verstößt du gegen deinen Amtseid, wenn du nicht gegen irgendwelche Gesetze, Gesetze oder so verstößt, dann zumindest gegen den Amtseid und damit hast du einen Maileid geleistet, also also das ja, also das ist schon ganz wichtig, dass also, dass diese Amtszeit gleich am ersten Tag abgenommen wird. Und ja, und was dann kam, weiß
ich gar nicht mehr viele. Wir hatten dann erst mal 4 Wochen reine Theorie in einem Unterrichtsraum, wo wir erst mal an diese ganze Thematik auch rangeführt wurden, bevor es dann mal richtig in die Praxis reinging, aber da kann ich mich also an den ersten Tag kann ich mich noch wirklich richtig gut erinnern. Ist ne Frage die gerade so in mir aufkam, wo du das Erwähntest mit dem Schlüsselbund.
Ich weiß nicht ob man ob du da was zu sagen kannst oder ob du da irgendwie Erfahrung gemacht hast oder so. Ich könnte mir vorstellen, dass gewisse Leute, wenn sie diese Verantwortung bekommen, wie soll ich das ausdrücken, dass Sie das vielleicht n bisschen sehr aufgeilt, also dass sie das so n bisschen ausnutzen, dieses Machtgefälle zwischen. Ich sag jetzt noch mal Werther und Insassen.
Glaubst du, dass das durchaus des häufigeren schon mal bei manchen Leuten so sein kann, dass sie das, also ich, ich will jetzt nicht sagen, dass sie sich, dass sie sich freuen, wenn Sie jemanden zum Beispiel in die Zelle einschließen oder so, aber sowas in die Richtung, glaubst du, das gibt es in Gefängnissen solche Sachen? Ich wär jetzt blöd, wenn ich ausschließen würde, dass es das gibt.
Wenn du diesen Beruf machst und darin ausgebildet wirst oder in vielen Gefängnissen gearbeitet hast, lernst du entsprechend viele Kollegen kennen. Und da gibt es ja fast nichts, was es nicht gibt, so wie es draußen im Prinzip auch ist. Und ich glaube, dass für viele, die in diesen Beruf reinkommen, das erstmal komplett neu ist. Und das ist ungewohnt und. Ich würde jetzt gar nicht mal sagen, dass das jetzt schlimm oder unnatürlich ist. Wenn du dieses Gefühl hast.
Die Frage ist nur, Ah, wie schnell legst du es ab, wie schnell sagst du dir selber, hey, mach mal langsam. Das ist auch nur ein Mensch. Ja, also dieses Gefühl zu haben, ich Sperre jetzt jemanden ein, das muss dir auch am Anfang erst bei Bewusstsein, damit du lernst damit umzugehen, ähm.
Dass es jemanden aufgeilt ich kann nicht reingucken in die Leute. Ich kann mir vorstellen, dass es welche gibt, denen das so geht, weil ich habe im Ausbildungsverfahren oder im Auswahlverfahren, bevor die Ausbildung losging, da habe ich natürlich solche Sprüche auch gehört von Mitbewerbern, ja, Boah, voll cool, da kannst du die voll zusammendreschen und alles, ja, das sind Leute, die sind nicht genommen worden, aber die Tatsache, dass es Leute gibt, die so denken und die sich da bewerben.
Kann ich ausschließen, dass es einer von denen vielleicht doch schafft? Ja, weil er halt im richtigen Moment weiß, dass er da jetzt besser die Klappe hält und bei der Praktikerkommission vielleicht doch nix sagt und dann eben genommen wird. Also es gibt überall. Arschlöcher, so kann man es, glaube ich, echt sagen und ich würde nie ausschließen, dass es die nicht auch in unserem Job
gibt. Und ich würde auch nie ausschließen, dass jemand da vielleicht Machtverhältnisse ausnutzt, aber ich kann sagen, dass die allermeisten Kollegen, mit denen ich zusammen arbeite, da doch sehr professionell mit umgehen und jeder kann am. Natürlich ist es für die Gefangenen schlimm, wenn ein ein Auszubildender solche Fehler macht, aber. Solange die Fehler in der Ausbildung macht und das dann ablegt und daraus lernt, ist nicht ausgeschlossen, dass es dem nicht mal n guter
Vollzugsbeamter wird. Eine. Frage, die daran vielleicht so n bisschen anschließt, die ich mir auch noch aufgeschrieben hatte. Würdest du eher befürworten, so rein gefühlt vielleicht auch oder so, dass es sowas gibt wie
eine Art Eignungstest vorab. Also es gibt ja zum Beispiel, es wird ja häufig auch bei Leuten gesagt, die Lehramt studieren wollen oder sowas, dass man, bevor die wirklich dann im praktischen Leben als Lehrer arbeiten, vielleicht dann ja wieso ein Wesenstest klingt ja immer so komisch, aber sowas durchlaufen sollten, also wir haben ja alle in dem Sinne nichts davon, wenn wir jetzt zum Beispiel Lehrer haben, die
keine. Ich sag mal, natürliche Autorität haben denen die Schüler auf der Nase rumtanzen und die kein Wissen richtig vermitteln können. Von der Art her ne. Und trotzdem gibt es diese Lehre überall. Richtig, es gibt diese Eignungstests. Ach, die geht nicht okay. Natürlich. Also es ist so, dieses Ausverfahren, das ich angesprochen habe, das ist auch nicht nur ein kurzer schriftlicher Test.
Da hängt ganz viel dran, aber. Es geht los, dass du erstmal schriftliche Tests Ablegst in deutschen Allgemeinbildung.
Du machst einen Intelligenztest, es werden deine Noten berücksichtigt in der Schule und so weiter das ist schon mal die erste Stufe, dann gibt es psychologische Tests, das geht los mit diesen tollen tintenklecks Leuten, aber forscher, ja genau, aber auch noch andere Sachen, es sind dann Sachen, die ich teilweise nicht nachvollziehen konnte, was die damit zu tun haben, so Bildergeschichten sortieren und solche Geschichten, aber man hat.
Hat auch Gespräche. Man hat Einzelgespräche bei Psychologen, man ist in einem Gruppengespräch, das mit anderen Bewerbern und mehreren Psychologen, man ist bei dieser also, wie ich es ja schon erwähnt habe, diese Praktikerkommission, das sind verschiedene Bedienstete aus JVA an den leitenden Positionen, da kann ein Psychologe dabei sein, da kann ein Dienstleiter dabei sein, also aus ganz verschiedenen Fachbereichen, die sich dann richtig ins
Kreuzverhör nehmen, also das wird alles durchlaufen, und wenn, und das ist immer so stufenweise, es wird dann immer
wieder was aus. Ist gesiebt und dann geht es zur nächsten Stufe und dann irgendwann wird man halt vielleicht genommen und dann kommt ja erstmal die Ausbildung und in der Ausbildung ist es und man ist auch wieder in verschiedenen Bereichen und bei jedem Bereich wird danach eine Beurteilung geschrieben und jetzt ist es aber natürlich so, dass der Ausbilder, der will dir ja nicht die ganze Zukunft verbauen, die Schreiben natürlich nicht unbedingt das in
diese. In die Beurteilung, wie es wirklich ist, sondern ja, ist halt diplomatisch. Aber theoretisch ist es so, wenn da wirklich jemand auffällig ist. Schon in der Ausbildung, im Umgang mit Gefangenen und so weiter, dann kann das auch passieren, dass es heißt, das ist wohl nichts für dich, jetzt mal besser, also diese Möglichkeit besteht, wenn erstmal einer in der Ausbildung ist, dann muss er sich schon relativ viel erlauben, dass er da wieder rausgekickt wird.
Es wird halt schon im Vorfeld versucht die Leute auszusieben. Aber ich habe das durchaus auch schon erlebt, dass Leute gegangen wurden in einer Phase, in der eben noch keine Lebzeitverbeamtung da war und wo das auch sinnvoll war. Du hast. Ja, gerade schon mal so ein paar Sachen genannt, die jetzt auch zum Beispiel abgefragt werden. Vorab. Gibt es bestimmte Eigenschaften, wo du sagen würdest, die sind unerlässlich für dieses Berufsfeld oder die sind besonders wichtig, besonders von
Vorteil? Die sollte man irgendwie mitbringen. Letztendlich kommt es immer darauf an, wo man am Ende landet und jeder Bedienstete hat seinen Stil, wie er mit Leuten umgeht. Und wenn jemand den Stil hat, dass er ein strenges Regiment fährt und alles permanent unter absoluter Kontrolle haben will, dann ist natürlich die Voraussetzung, dass ein autoritäres Auftreten hat. Allerdings ist es der Weg, den relativ wenige von uns gehen, jeder Mensch ist anders, ich sage, es ist also, ich glaube,
es ist von Vorteil, wenn man. Menschen einschätzen kann, und zwar dahingehend, dass ich sehr schnell merke, wie ich mit jemandem kommunizieren muss, damit ich einen Zugang zu ihm habe. Denn letztendlich genau das, darauf kommt es an. Ich muss mit den Gefangenen kommunizieren, damit es ruhig läuft bei uns, dass die Sicherheit gewährleistet ist und dass es nicht so ein permanenter Konflikt ist. Wer sitzt am längeren Hebel?
Und wenn ein Gefangener, ich muss einfach spüren, wie muss ich mit ihm reden, damit er mir auch vielleicht zuhört. Und wenn man das Problem, wenn man ein Problem hat, mit Menschen zu kommunizieren, auf eine Art und Weise, die nicht gleich in einem totalen Krieg endet, wenn man diese Fähigkeit nicht hat, dann wird man sich sehr schwer tun in dem Beruf, das ist schon mal das eine. Man sollte sich unter Kontrolle
haben. Ich sag jetzt mal, sollte weil es ist teilweise schwer, aber wenn einer von Haus aus sehr cholerisch ist, ganz schnell auf die Palme zu bringen ist, dann wäre das auch schwer. In dem Beruf haben allerdings nicht nur wegen den Gefangenen und ähm, es gibt natürlich dann auch diese Geschichte, körperliche Voraussetzungen, fit sein und so weiter da kommt es dann natürlich auch wieder drauf an welchen. Bereich man letztendlich landet
auch in welcher JVA. Es gibt ja auch verschiedene, es gibt Männer und Frauen, JVA, Jugendliche, Erwachsene, lebenslängliche und so weiter das offener Vollzug mit vielen Freigängern und je nachdem richtet sich da die Priorität, das sind Zugangsvoraussetzungen, die heutzutage abgefragt werden oder die geprüft werden. Ja also. Jemand, der der psychisch labil ist, übertrieben.
Wenn jemand sehr sensibel ist, ist es der falsche Beruf, wenn jemand von Haus aus unsicher, ängstlich ist, ist es mit Sicherheit der falsche Beruf, aber eben auch, wenn es das andere extrem ist. Wie gesagt, wenn jemand nur hau drauf, cholerisch und so weiter, der würde sich wohl durchsetzen, aber ich glaube dafür ist auch der falsche Beruf. Ich hoffe nicht, dass ich das jetzt vorhin schon mal irgendwie zumindest in anderer Form gefragt hatte. Ich frag es jetzt einfach noch mal.
Konntest du dir deinen jetzigen Posten in dem Sinne selbst mit aussuchen oder wurd er dir zugewiesen? Ab an einem gewissen Zeitpunkt? Ich hab ihn rausgesucht. Es ist also wie gesagt so, dass man halt standardmäßig auf die Abteilung geht und dazu muss man bereit sein, wenn man das nicht will, dann darf man diese Laufbahn nicht einschlagen und die anderen. Dienstposten wie im Besuchsbereich, Torwache und so weiter da ist es in der Regel so, dass man sich darauf bewirbt.
Je nach JVA kann das eine schriftliche Bewerbung sein oder auch einfach auch ich würde da auch mal gerne so ein Zwiegespräch mit dem Dienstleiter, man muss also mitteilen, man möchte da gerne arbeiten und dann wird halt zum einen geguckt, ist überhaupt Bedarf in diesem Bereich erfüllst du die Voraussetzungen, bist du dafür geeignet, also und dann. Kannst du da reinrutschen?
Es kann aber auch vorkommen, dass du dich auf nichts bewirbst oder so und dass dann irgendwann der Dienstleiter kommt und sagt du, wie schaut es denn aus, hättest du vielleicht Lust besuchsabteilung zu machen, da fällt dem nächsten Kollege raus, der geht in Ruhestand oder was auch immer.
Kannst du dir das vorstellen, du bist zum Beispiel vorgeschlagen worden das Team Besuch hätte dich gerne oder so oder du hast doch da mal was erwähnt oder so also es kann schon passieren, dass die auf einen zukommen, in der Regel ist es aber so bei uns jetzt zumindest, dass man sich für den Bereich bewirbt.
Wenn du eine sehr kleine JVA hast, dann ist es sowieso so, dass jeder alles macht, da hat sich das mit den verschiedenen Bereichen gleich erledigt, dann machst du alles und bei uns war es halt so. Die Torwache ist ein Bereich, da kommst du normalerweise nicht rein, wenn du noch wenig diensterfahrung hast. Ich habe das Mal gehört damals, als ich in der Ausbildung war, unter 10 Jahre diensterfahrung hattest du das vergessen, die Torwache, das war die JVA, in
der ich ausgebildet wurde. Ich hatte halt dann das Glück. Ich bin dann hierher gekommen und da wurde gerade eine neue JVA eröffnet und da waren viele Dienstposten zu besetzen, weil sich die JVA massiv vergrößert hat.
Die Alte war ganz klein und die Neue, die gebaut wurde, die war halt dann dreimal so groß, und dann gab es natürlich auch viel mehr Dienstposten zu vergeben und ich war dann schon in dieser alten JVA, habe dann noch ein gutes Jahr Dienst gemacht und dann durfte man sich halt für Posten bewerben und dann habe ich mich gerade anderthalb Jahre nach der Ausbildung. Für die Torwache beworben und ich weiß, dass sie da lange diskutiert haben, weil ich halt auch sehr jung war.
Und dann haben sie einfach gesagt, sie versuchen es, weil sie glauben, dass ich das hinkriegen könnte, und jetzt bin ich immer noch da. Krass, aber du hast ja dann in dem Sinne jetzt nicht irgendwie in, ich sag mal normalen Arbeitsverträgen jetzt eine Art Probezeit dann für den Posten, also dass man jetzt nach einem halben Jahr sagt, irgendwie, wenn du das geschafft hast, das halbe Jahr, dann bleibst du da auch fest, oder? Nee. Also feste Posten. Zusicherung gibt es bei uns
eigentlich gar nicht. Ich habe den halt, ich habe Glück gehabt, ja, wir haben ganz viele Kollegen in der Torwache, die nebenbei auch noch andere Posten haben, dann sind sie mal 2 Wochen auf der Abteilung, dann sind sie wieder mal eine Woche an der Torwache, dann sind sie mal wieder eine Woche woanders, also das gibt es genauso, dass jemand wirklich nur diesen einen Posten hat, das ist sehr selten bei uns, das ist halt einfach so passiert, das hat sich so ergeben im Laufe der Jahre und
da bin ich auch wirklich froh drüber, aber. Das ist auch in jeder JVA unterschiedlich. Das ist jetzt halt bei uns so geregelt und Probezeiten in dem Prinzip in dem Sinne jetzt nicht, aber wenn ich da jetzt total ungeeignet wäre und ständig Mist bauen würde, ich habe die ganze Sicherheitstechnik und so weiter wenn ich die permanent schrotten würde und damit nicht umgehen könnte, dann wäre ich ganz schnell wieder draußen, genauso wenn ich jetzt sagen würde, ey tut mir leid, ich.
Packt das einfach nicht mehr mit dem ganzen Geklingel die ganze Zeit. Also ich krieg das jetzt nervig nicht mehr auf die Reihe, dann kann ich auch sagen ich geh da raus. Ich, ich frag mal n bisschen ketzerisch. Glaubst du, dass es bei euch Leute gibt, die dich um deinen Posten beneiden oder die den gerne auch hätten oder wie? Wie ist das? Ich glaube, dass bei anderen Posten sehr viel mehr der Fall
ist als ausgerechnet bei meinem. Die meisten, die gerne diesen, also in dieser torwache Dienst machen möchten, machen inzwischen auch dort Dienst. Es gibt nicht allzu viele Bewerber für diesen Posten, entweder man will ihn unbedingt oder man will ihn auf gar keinen Fall und die Leute, die ihn auf gar keinen Fall wollen, das ist die größere Gruppe.
Es gibt immer einzelne und, äh, wenn die aber die beneiden jetzt nicht mich persönlich oder so. Also es gibt schon vielleicht auch Kollegen, die sagen, oh, ich würde auch gerne nur torwache machen, gar nichts anderes, die beneiden mich vielleicht, also meinen persönlichen Posten, aber wenn sie grundsätzlich gerne an die Torwache möchten, dann haben sie meistens auch die Chance, dorthin zu kommen. Es sei denn, sie sind wirklich total ungeeignet.
Also wir sind jetzt zum Beispiel auch die Vermittlungsstelle, wenn einer also haben wir jetzt nicht, aber wenn einer nuschelt, stottert, Dialekt spricht und keinen geraden Satz rausbringt, dann kann der da schlecht arbeiten, ja, aber ansonsten ziehen wir da die Leute schon durch und ja. Habt ihr da keinen mit dem dem tiefsten Urbayrisch oder so, der. Ja, wir haben schon ein Paar, die vielleicht ein bisschen mehr Dialekt sprechen als ich.
Aber also ich sag mal, die Leute, die wir mit dem schlimmsten Dialekt haben bei uns, die sind nicht an dieser Stelle, also die, die bei uns jetzt da an der Torwache arbeiten, die versteht man eigentlich schon. Kannst du ein bisschen was zu so deinen ich sag mal den den normalen täglichen Aufgaben sagen, die du so hast in der Torwache? Ja, sicher, also. Wie gesagt, es ist auch wieder speziell, wie es bei uns
aufgeteilt ist. Wir haben halt die Torwache und die Sicherheitszentrale in einem. Das ist eigentlich nicht üblich. Meistens sind es 2 getrennte Posten, bei uns ist es zusammengefasst. Ich bin vorrangig dafür zuständig, alles zu kontrollieren, was rein und rausgeht, das sind Besucher, die Gefangene besuchen, es sind Rechtsanwälte, die ihre Mandanten besuchen, es sind Polizisten, die bei uns die Gefangenen vernehmen. Das sind außerhalb der Bürozeiten die Polizisten, die Zugänge bringen.
Alles, was eben irgendwie rein und raus geht. Aber nicht nur Personen, sondern auch Anrufe. Wir haben die Hauptvermittlungsstelle, auch die Post. Das läuft alles über unseren Tisch, quasi oder an unserem Schalter vorbei, die Fahrzeuge die rein und raus fahren, die müssen natürlich kontrolliert werden, es muss alles permanent im Computer aktuell gehalten werden, wer ist gerade in der JVA und wer ist schon wieder draußen? Dann haben wir halt die ganze Sicherheitstechnik Kameraüberwachung.
Also da kann ich jetzt nicht im Detail drauf eingehen, aber wir haben sehr viel Sicherheitstechnik, alles was am Alarmen in einer JVA passieren kann, kommt bei mir an, ob das jetzt ein Feueralarm ist, weil irgendwo ein Brand ausbricht, oder ob es ein Alarm ist, weil irgendwo gerade einer aus dem Fenster klettert, überspitzt gesagt, also das ist alles bei mir und ja. Und ganz viel anderer Kleinkram,
äh, um den wir uns kümmern. Wir verwalten die Dienstfahrzeuge, die äh, jeden Tag mehrmals gebraucht werden, wir haben, ähm Zugriff theoretisch auf die Waffen, die wir bei uns führen, ähm, wir sind so eine Art Zentrale hm. Das das Gehirn. Ja, so ein bisschen, wenn jetzt
irgendwas passiert, dann ist. Erfahren wir das in der Regel, und zwar relativ zügig und müssen auch sehr häufig dann eben reagieren, wenn es brennt, rufen wir die Feuerwehr und organisieren das Ganze, was dann hinterher passiert, zum Beispiel. Also wenn man jeden Handgriff und wir öffnen natürlich Türen ohne Ende, Tür auf, Tür zu, Tür auf, Tür zu und ja. Wir haben dieses Hauptfunkgerät und alles, also ja, es ist das Gehirn.
Kann man tatsächlich so ein bisschen sagen, es hört sich wichtiger an, als es vielleicht ist? Weiß ich nicht, aber hm wir haben keinen festen Tagesablauf, wir sitzen und warten auf. Auf die Arbeit, die kommt, wenn es klingelt, reagieren wir auf das klingeln.
Ich kann jetzt nicht sagen, ich arbeite um 08:00 Uhr früh die Anwälte ab, die um 11:00 Uhr reinkommt, um 11:00 Uhr kommt keiner und die um 13:00 Uhr reinkommen, das kann ich nicht machen, ich kann nicht sagen, Oh, jetzt hab ich grad ne Stunde Zeit, schickt mir mal n paar Telefonate, das geht nicht. Gibt es, weil du das gerade sagtest. Um 11:00 Uhr kommen keine Anwälte.
Gibt es feste Zeiten, wann die kommen dürfen oder ist es einfach so, dass die um 11 ich sag jetzt mal lapidar keine Lust haben, so früh zu kommen? Nein, sie dürfen nicht. Ah OK. Da haben wir Mittag.
Rein auch eine JVA hat natürlich ganz normale Tagesabläufe und wir haben für Rechtsanwälte und Privatbesuche und so weiter also es gibt den Privatbesuch und den Rest, den nennt man Parteiverkehr, das sind Anwälte, Bewährungshelfer, Polizisten zur Vernehmung und so weiter alles was kein Privatbesuch ist, ist Parteiverkehr und dafür gibt es feste Zeiten, Öffnungszeiten und zu dieser Zeit kommen diese Personen rein und außerhalb dieser Zeiten kommen sie nicht rein, Mhm.
Und es ist ja, glaube ich, auch so, dass weil du ja in einem relativ ja prekär ist, vielleicht das falsche Wort, aber in einem sicherheitsrelevanten Raum tätig bist. Ich drück es mal so aus, kommt auch nicht jeder einfach mal so zu dir rein, der gerade reinkommen will, zum Beispiel ne. Also außer also es kommt nur Personal rein und die Reinigungskraft klingt jetzt albern. Das Gefängnis wird normalerweise von Inhaftierten gereinigt, das
ist einfach so, dass. Aber nicht unser Sicherheitsraum. Da haben wir eine externe Reinigungsfirma und das ist die einzige Person, die nicht zum Personal der JVA gehört, die diesen Raum betritt. Da kommt kein Besucher rein oder ähnliches ist nicht und normalerweise sollte es auch so sein, dass nur das Personal reinkommt, dass auch dienstlich gerade einen Grund hat, reinzukommen, also das ist jetzt nicht so, dass da permanent Tür auf Tür zu, das ist bei uns mehrfach gesichert, alles das
geht nicht so einfach. Und da hat man in der Regel schon einen guten Grund, wenn man zu uns möchte. Wie ist das denn, wenn du jetzt ist? Jetzt vielleicht ne blöde Frage, aber wenn du mal unpässlich bist zwischendurch, also wenn du mal austreten musst, gibt's da irgendwie. Kannst du das einfach so machen oder musst du dann irgendwie erst jemandem Bescheid geben
oder? Da streust du so viel Salz in eine Wunde. Also es ist mittlerweile ist es deutlich entschärfteres Problem. Es ist so, dass die Toilette unter der Torwache ist, im Keller quasi, aber die Torwache muss immer besetzt sein, immer wenn ich rausgehe, muss jemand anders dafür drin sein und wir machen zu zweit da drin Dienst.
Bis auf wenige Ausnahmen aber im normalen Tagesbetrieb sind wir zu zweit und wenn einer drin ist in der Torwache und an seinem Platz sitzt, dann kann der andere auf die Toilette gehen und das ist überhaupt kein Problem. Problematisch ist es, wenn ich alleine bin, dann muss ich mir jemanden holen, dann muss ich jemanden anfunken, anrufen und sagen, komm doch mal bitte vor zu mir, ich müsste mal kurz abgelöst werden und die Kollegen sind. Auch alle durch die Bank wirklich kollegial und die
kommen auch. Und wenn ich sage es ist eilig, dann kommen die auch wirklich schnell. Es ist aber unangenehm das zu sagen, natürlich. Ja, klar. Wir haben uns daran gewöhnt. Wir hatten halt früher eine ganz lange Zeit, da waren wir sehr viel alleine in der Torwache, weil wir nicht diese doppelte Personaldichte hatten, da war das schon sehr unangenehm, aber
es hat funktioniert. Es haben halt dann wirklich alle mitgemacht und wenn ich, ich habe noch nie erlebt, dass ich einen Kollegen gebeten hätte, löse mich mal bitte ab und er sagt Boah ne, also jetzt gerade nicht in einer halben Stunde vielleicht ne außer er sagt du ich kann gerade echt nicht weg, aber ich schicke dir jemand anders oder so also es hat immer funktioniert und ähm aber ich kann nicht einfach so rausgehen, das geht nicht hm. Wo wir gerade schon bei Kollegen
waren. Hm. Jetzt von deiner Erfahrung her könntest du dir andere Posten in dieser JVA vorstellen. Ich sag mal Tätigkeitsfelder, in denen du auch statt der Torwache arbeiten könntest oder wo wo du dir denken würdest. Das würde mir auch gefallen, oder? Das könnte ich glaube ich auch ganz gut. Ich bin an dem Posten, den ich am meisten wollte, und daran hat sich nichts geändert. Es gibt andere, wo ich sage. Ja, wenn es denn sein muss, so
ungefähr. Nein, also wo es okay wäre, aber ich habe meinen absoluten Lieblingsposten ich wollte früher ganz gerne im offenen Vollzug arbeiten, wo als die Freigänger untergebracht sind, die jeden Tag zur Arbeit rausgehen und so weiter das geht aber nicht, weil ich eine Frau bin. Und das hat das ist jetzt hat jetzt gar nichts mit Gleichstellungsproblemen zu tun oder sowas. Da müssen einfach körperliche Kontrollen durchgeführt werden und das darf ich bei Männern
nicht. Ich arbeite im Männervollzug, Wir haben nur männliche Gefangene und da kann ich in diesem Bereich einfach nicht arbeiten, da müsste ständig ein Kollege kommen und müsste mir bestimmte Tätigkeiten abnehmen und damit ist keinem geholfen und das hätte ich aber gern gemacht. Ich habe auch mal eine Zeit lang ein bisschen besuchsabteilung mitgemacht, das ist auch OK, das macht auch Spaß. Das könnte ich mir auch wieder
vorstellen. Ich habe auch natürlich auch auf der Abteilung gearbeitet und auch das hat mir Spaß gemacht, nur ich bin jetzt echt eine ganze Weile raus, ich bin das nicht mehr gewohnt, ich müsste mich da erst wieder reinarbeiten und meinen Lieblingsposten wie gesagt habe ich und ich lege es jetzt nicht darauf an, den noch mal zu wechseln.
Du hast vorhin schon mal ein bisschen über verschiedene JVA Arten gesprochen, also für Männer, für Frauen, offenen Vollzug, geschlossenen Vollzug, lebenslängliche und solche Sachen. Wie ist das in Deutschland?
Also ist das in jedem Bundesland mehr oder weniger gleich strukturiert oder gibt es da wirklich auch oder vielleicht auch von der Art der JVA, vom Aufbau, welche, ob sie, ich sag mal jetzt so isolationszellen oder sowas gibt es da irgendwie gravierende Unterschiede von Bundesland zu Bundesland? Weißt du da irgendwas zu? Oh. Ja, Oh ja, ja, es gibt wahnsinnig viele Unterschiede. Es fängt schon mal damit an, dass das Strafvollzugsgesetz.
Ein Ländergesetz ist es gibt das bayerische Strafvollzugsgesetz, aber in einem anderen Bundesland gibt es eben ein anderes. Und da steht nicht zwingend dasselbe drin. Das heißt, die Art des Strafvollzugs ist schon mal anders, was dürfen Gefangene, was dürfen sie nicht, was dürfen wir, was dürfen wir nicht, was Kontrollen und so weiter angeht. In den meisten fast allen Bundesländern, wahrscheinlich außer Bayern, dürfen Gefangene telefonieren, so oft sie
möchten. Das geht bei uns nicht, der Besuch ist anders geregelt und so weiter also es ist schon mal ein ganz großer Unterschied, was den Vollzug an den Vollzug an sich angeht, es heißt immer, Bayern hätte den strengsten Strafvollzug, ich glaube, das stimmt auch, das ist schon mal der erste Unterschied, dann ist es zum Beispiel so in in Bayern gibt es relativ viele JVA. Eine ganz große München Stadelheim, das ist vielleicht viel ein Begriff.
Die Zweitgrößte ist dann glaube ich, Nürnberg und es gibt aber auch viele kleine und mittlere JVA, und das sind über 30 insgesamt glaube ich in ganz Bayern, in anderen Bundesländern gibt es viel weniger JVA, die sind aber dafür sehr viel größer, ja, da gibt es nicht so viele kleine Gefängnisse, gibt es auch, es gibt auch Bundesländer, die das auch haben, Baden Württemberg geht, glaube ich auch so ein bisschen in die Richtung. Aber in vielen Bundesländern ist
halt so. Es gibt wenige große JV AS und dann sind die natürlich auch ganz anders strukturiert und dann gibt es natürlich die verschiedenen Zuständigkeiten, wenn du viele JVA an hast, so wie jetzt eben in Bayern, dann gibt es halt halt frauengefängnisse
jugendgefängnisse. Wir haben jetzt in Bayern zum Beispiel 3. JVA Die Jugend Strafvollzug machen und diese 3 sind nach Alter sortiert, da gibt es einen für die kleinen sag ich mal 14 bis 16, dann gibt es die JVA für die mittleren Jugendlichen, da gibt es dann halt bis 18 und dann gibt es noch eine für die Heranwachsenden bis 21 zum Beispiel, dann gibt es natürlich einen Unterschied zwischen Strafgefangenen und Untersuchungsgefangenen, dann gibt es noch die Abschiebegefangenen.
Es gibt Sozialtherapien, also da gibt es verschiedene JVA Arten von der Unterbringung her und dann auch von der Haftdauer her. Es gibt JVA für lebenslange und es gibt welche für sogenannte Kurzstrafige in einer in einem Bundesland mit wenigen großen JVA ist es meistens so, dass eine große JVA. Diese ganzen Bereiche in einzelne Abteilungen untergliedert, da gibt es dann höchstens noch diese diesen Unterschied Männer und Frauengefängnis.
Aber innerhalb der Männer und Frauengefängnisse gibt es dann meistens eben die U. Haft Abteilung, die Jugendabteilung und so weiter Mhm. Ich finde es kurz noch mal was sprachliches, finde das sehr interessant. Es ist mir vorher eigentlich nie so bewusst gewesen. Du hast jetzt die ganze Zeit ja JVAN gesagt, also mit einem n am Ende im Plural, was ja auch
eigentlich richtig ist. Weil es ja die Justizvollzugsanstalten mit einem und ich hätte jetzt immer gefühlt gesagt, die JV as das ist, aber ich glaube dasselbe wie wenn wenn Deutsche zum Beispiel Lkws sagen, was ja auch falsch ist, das ist, finde ich sehr interessant, ist mir gerade so aufgefallen. Ehrlich, kennst du jemanden, der Lkw sagt? Nö. Also es gibt schon viele, auch die JV as sagen ich tu's halt
nicht. Aber ich glaube, mir fällt es, glaube ich, noch nicht mal auf, wenn es jemand macht, weil ich kann ganz viele, die das machen, aber ich mach es halt nicht, ich
hab es mir halt nie angewöhnt. Hat sich bei vielen Glaube ich so angebürgert ja, ja, könntest du denn jetzt auch in diesen anderen JVA Typen auch ohne weiteres Arbeiten oder gibt es für, ich sag mal wenn es jetzt zum Beispiel um jugendliche Täter geht oder so, gibt es dann auch dann speziellere Anforderungen, damit man in solchen JV as arbeiten kann oder darf oder? Oder ein VA was? Habe ich gesagt, Gefaas ja, das ist.
Also gerade was den Jugendbereich angeht, gibt es eine sogenannte Jugendzusatzausbildung oder Jugendlehrgang. Das heißt, theoretisch kann ich mit meiner Ausbildung dort arbeiten, man würde aber doch sehr darum bitten, dass ich noch diese Jugendzusatzausbildung mache, damit dieser erzieherische Aspekt eben auch noch mit ausgebildet wird. Wir haben bei uns eine kleine Jugend u. Haft Abteilung.
Wir haben ja keine jugendlichen Strafgefangenen, die kommen dann halt eben in diese Jugendgefängnisse, aber wir haben eine kleine Jugend u Haft Abteilung und die Kollegen die dort Dienst machen, die haben auch diese Zusatzausbildung gemacht, diesen Jugendlehrgang und wenn man in einer JVA für Jugendliche arbeitet, dann ist es dann auch so, dass die Kollegen, die dort Dienst machen, auch diese Zusatzausbildung noch mitmachen. Das ist aber auch, glaube ich,
eher gut. Dann gibt es natürlich noch den Bereich der Sozialtherapie, das ist aber was sehr, sehr spezielles, da gibt es auch noch zusatzlehrgänge, aber ansonsten kann man eigentlich überall, also egal ob jetzt kurzstrafig oder lebenslang, das ist egal, das lernt man dann halt in der Arbeit, was es da für Besonderheiten gibt. In Bayern und ich glaub das ist sogar deutschlandweit so, aber
da bin ich mir nicht sicher. Aber in Bayern ist es so, Frauen dürfen in Männeranstaltendienst machen, aber umgekehrt nicht. Also es gibt zwar männliche Justizvollzugsbedienstete in Frauengefängnissen, aber diese Frauengefängnisse haben dann eine kleine Männerabteilung und. Ja Oh da, da fällt mir jetzt was. Ja, manche würden sagen, was Trashiges ein hinter Gittern der Frauenknast. Ja. Ich wusste, es muss ja
irgendwann. Ja. Es ist ja nicht mal ein unwichtiges Thema, denn das habe ich ja vorhin so ein bisschen ausgespart, weil es mir ja peinlich war, als ich mich beworben habe. Zu der Zeit habe ich hinter Gittern geguckt, ich habe mir noch nie eine Serie so schnell abgewöhnt, also. Ich glaube, nach Ausbildungsbeginn habe ich vielleicht noch 2 folgen geguckt und dann war Ende Gelände.
Ich habe aber einen Kollegen, der suchte das total bis heute also oder hat die Staffeln auf DVD daheim okay, weil er meint Nein, also erstmal. Ich versuche mich ja immer rauszureden, ja es spielt ja in Berlin, ich glaube in Berlin und da ist ja alles anders als bei uns, aber ey zeig mir diese, zeig mir hinter Gittern der Frauenknast 5 Minuten und ich finde 20 Fehler. Das geht gar nicht. Und nein, ne, geht aber tut. Das Leid, das, das braucht dir
gar nicht leid tun alles gut. Ich hab das damals tatsächlich auch so ein 2. Mal geschaut und da gab es ja den Ach, wie hieß er denn, ist n fiesen Wärter, jetzt hab ich schon wieder n Wärter gesagt. Ja, der die halt auch immer so drangsaliert hat und solche Sachen und so. Und weil das passt eigentlich gerade ganz gut zu dem, was du gerade meintest. Von wegen, dass Männer halt eigentlich deines Wissens nach zumindest nicht in Frauengefängnissen so arbeiten dürfen.
Also ich weiß jetzt wirklich nicht, wie es in anderen Bundesländern ist. Ich denk aber, dass das sehr ähnlich ist. Nein, also ich hab auch schon im Frauengefängnis gearbeitet, sowohl in einem kompletten Frauengefängnis als auch auf einer Frauenabteilung in einem Männergefängnis. Und da war es immer so, dass wenn ein männlicher Bediensteter in den Frauenbereich reingegangen ist, wo die Gefangenen sind, dass der nie
alleine war. Da musste immer eine Kollegin vom vom Vollzugsdienst auch mit dabei sein, damit der nicht alleine mit den Gefangenen ist. Und.
Und zwar auch zu seinem Schutz. Das muss man ja auch sagen zu seinem Schutz und zum natürlich auch zum Schutz der Gefangenen im Prinzip, aber da geht es natürlich auch darum, dass man ihm nichts anhängen kann, und ohne jetzt dann zu sagen, die die Weiber, die hängen den Männern immer 1 an, nee, es geht wirklich um beide Seiten, in dem Fall, und dass es da überhaupt nicht erst zu einer Situation kommt, die in irgendeiner Form
fragwürdig ist oder so und. Die Männer arbeiten eben nicht im Frauenvollzug, die können durchaus in der Verwaltung, da zum Beispiel arbeiten oder sowas, aber nicht im direkten Kontakt mit Gefangenen, sodass ein männlicher Bediensteter mit den Frauen alleine wäre. Ja OK, jetzt hab ich ne Frage. Jetzt ist mir gerade der Empfang, jetzt soll ich noch mal kurz überlegen Ach so genau du meintest ja du hast ja aktuell arbeitest du ja ich sag jetzt mal lapidar in einem
Männerknast. Du hast aber auch schon mal in einem Frauenknast gearbeitet, deiner Erfahrung nach, sofern du da was zu sagen kannst, gibt es Unterschiede zwischen also von der Art der Gefangenen in dem Sinne, dass also ich wie Frauen zum Beispiel als Gefangene, als Inhaftierte drauf sind, sag ich mal, oder wie Männer drauf sind, also gibt es vielleicht, ich sag jetzt mal so ne These, dass Frauen sich vielleicht eher mit
dieser. Neuen Realität abfinden als Männer und Männer vielleicht länger dafür brauchen oder so, kannst du da irgendwie was zu sagen. Gibt es da was? Ich, also ich sag mal, es gibt definitiv Unterschiede und es gibt auch Unterschiede, die ich auch ganz klar bemerkt hab. Allerdings habe ich sehr, sehr viel länger im Männervollzug als im Frauenvollzug gearbeitet. Und um das wirklich vergleichen zu können, müsste ich da wirklich mehr Erfahrung im direkten Kontakt mit beiden über
mehr Jahre haben. Frauen habe ich für mich festgestellt, da empfindet vielleicht auch jeder anders, Frauen gehen mit uns als Personal anders um, die sind
emotionaler sind. Sie erwarten auch teilweise mehr Verständnis. Also für mich als Frau, ich bin, ich weiß jetzt ja nicht, wie es männlichen Kollegen gehen würde, die arbeiten ja nicht im Frauenvollzug deshalb also ich als Frau habe festgestellt, dass weibliche Gefangene von mir mehr Verständnis erwarten, erhoffen zum Beispiel so nach dem Motto, Ich habe Kinder und Sie wissen doch, ich meine, ich habe zwar keine, aber das wissen die ja nicht, ja, sie sind.
Vertrauensseliger ist jetzt übertrieben, sie reden eher über ihre Probleme, habe ich das Gefühl, es sind auch teilweise teilweise zugänglicher oder gar nicht. Du hast also das Arbeiten in einem Frauengefängnis ist definitiv anders als in einem Männergefängnis, aber. Aber ich würde nicht sagen, dass es schlimmer oder schlechter ist
oder unangenehmer. Es ist nur anders, ganz viele, die meisten Frauen im Vollzugsdienst möchten nicht in einem Frauengefängnis arbeiten, die wollen im Männergefängnis arbeiten und es ist interessant, es ist ganz spannend, weil man als Frau immer, wenn man sich bewirbt, gefragt wird, ob man auch bereit wäre, in einem Männergefängnis zu arbeiten und 90% sagen, ich will ja gar nicht zu den Frauen.
Ja, es ist. Also das überrascht mich tatsächlich so ein bisschen, weil ich meine, man kennt es ja sicherlich auch aus anderen Fällen, ich habe ja ganz am Anfang der Folge schon von Frauenarzt gesprochen, ich könnte mir vorstellen, das weiß ich jetzt natürlich als Mann wiederum nicht, dass es bei Gynäkologen und so sicherlich auch viele Frauen gibt, die nur von Frauenärztinnen untersucht werden wollen und nicht von einem Frauenarzt, einem Mann zum Beispiel. Oder umgekehrt.
Ja, gibt es, gibt es wahrscheinlich auch, aber das finde ich tatsächlich interessant. Also. Also ich, ich wag jetzt mal die These, vielleicht hat es was mit guten Bissigkeit zu tun, ich
weiß es nicht. Nein, zum einen ist es so, wenn du als Frau in einem Frauengefängnis arbeitest, hast du auch nur weibliche Kolleginnen hm du arbeitest nur mit Frauen den ganzen Tag, wenn du im Männervollzug arbeitest hast du beides, du hast Kolleginnen und Kollegen und du hast männliche Gefangene. Das ist schon mal das eine. Es ist aber auch so und die Erfahrung hab ich für mich
selber gemacht. Ich hab auch immer gesagt, ich will nur in in Männervollzug ich will auf gar keinen Fall zu den Frauen, zack wo stecken sie mich in der Ausbildung hin, natürlich in Frauenknast. Und ich habe festgestellt, nein, es ist nicht Schlimmes, ist anders und es ist nicht schlimmes, würde mir nichts ausmachen jetzt.
Mittlerweile bin ich wirklich so weit, dass ich sage, das ist für mich, ich bin zwar, glaube ich, einen Tick lieber im Männergefängnis, aber nur, weil ich es gewohnt bin und weil ich halt auch gerne ein paar männliche Kollegen um mich rum habe. Ich mache gerne derbe Witze und so weiter schwarzer Humor und da bin ich bei Männern einfach besser aufgehoben, aber prinzipiell vom Vollzuglichen
her. Frauen, die schon mal im Frauengefängnis gearbeitet haben und sich damit irgendwann arrangiert haben, glaube ich, die haben nicht mehr so diese extreme Priorität. Aber ich kann da echt für mich sprechen und für die Kolleginnen, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe, und ich kenne viele, die auch in der gleichen Ausbildungsanstalt waren wie ich.
Die dann auch gesagt haben, ja, es war eigentlich gar nicht so schlecht, wenn sie es schlecht fanden, dann nur, weil sie auch in einer anderen Abteilung waren, die eh einen schlechten Ruf hat, so ungefähr aber ja, wie gesagt anders, aber nicht nicht schlimmer jetzt. Fällt mir gerade noch ne Frage ein, die wahrscheinlich auch ein bisschen merkwürdig ist, aber ich weiß auch nicht, ob du dazu überhaupt was sagen kannst oder ob es da irgendwelche Regelungen für gibt.
Gibt es wahrscheinlich, aber ich sag mal jetzt so. Ja, ich sag mal so Spezialfälle. Es gibt ja Leute, die jetzt weder also biologisch, vielleicht auch weder Mann noch Frau sind. In welchem Gefängnis landen die denn dann? Einzelfallentscheidung. Ich hab selber ein einziges Mal gehabt, das war auch in meiner Ausbildung und da muss man jetzt dazu sagen, die ist halt 20 Jahre her, da war dieses Thema noch nicht so.
Präsent, wie es jetzt ist. Es war so langsam am Aufkommen und ich glaube, dass es damals noch so war, dass es einfach nach den äußerlichen anatomischen Merkmalen geht, wo die jetzt wirklich im Vollzug landen, wenn die männlichen Geschlechtsorgane noch oder schon da sind, wie auch immer das. Dann männervollzug, ansonsten frauenvollzug. Aber ich glaube es ist es ist mit Sicherheit immer eine Einzelfallentscheidung, wo es viele Gespräche gibt, auch mit dem Inhaftierten selber
natürlich. Ich könnte mir vorstellen, das wäre jetzt so diese Überlegung, die ich hätte, ich weiß jetzt nicht, ob das in irgendeiner Form praktiziert wird, es gibt, wie gesagt Gefängnisse, die beides haben, Männer und Frauen, und vielleicht wäre es gar nicht so dumm.
Personen, wo das eben nicht ganz so klar ist, wie man sie es unterbringt oder wo sie sich vielleicht wohler fühlen oder weniger Probleme haben oder so, äh, in diesen gemischten Gefängnissen zum Beispiel unterzubringen, dass man zum Beispiel sagen kann, okay, ähm, ist vielleicht, äh untergebracht in der Frauenabteilung, arbeitet aber im Männerarbeitsbetrieb
oder sowas und ähm. Ich, ich bin mir fast sicher, dass es da keine klare Regelung gibt oder höchstens so eine Empfehlung, eine Vorgabe, dass dann aber immer im Einzelfall entschieden wird. Es ist ja auch ein Unterschied, ob das jetzt eine eine oh Gott, ich will, ich will da jetzt echt
nichts falsches sagen, weil ich. In dem Thema echt nicht fit bin muss ich wirklich sagen ja alles gut, aber es es ist glaube ich ein Unterschied ob das hier für jemanden ein Identitätsproblem im Kopf ist oder ob da die körperliche Veränderung auch schon oder noch mitspielt. Ja ich sag jetzt mal jemand der. Also ich hoffe jetzt wirklich, dass ich dann jemandem auf den Schlips trete, wenn ich mich da jetzt unbeholfen ausdrück.
Aber wenn ich, wenn ein Mann sagt, ich fühle mich gerne mal als Frau, ich trage gerne Frauenkleidung und so weiter, aber ich bin nicht so weit, dass ich mich jetzt operieren lassen würde, mir reicht das so, der würde ziemlich sicher im Männervollzug landen, glaube ich schon. Wenn es aber wirklich darum geht, dass eine eine Geschlechtsumwandlung angedacht ist, vorbereitet wird, das ist ja ein Prozess, der Recht lange geht mit den ganzen Hormonen und
so weiter. Dass man da dann schon drüber nachdenkt, irgendwann dann in den Frauenvollzug zu wechseln. Aber das ist reine Spekulation, wie gesagt. Ja, alles gut, das war so ne spontane Frage, die aufkam. Jetzt mal allgemein gefragt und weniger speziell, wonach richtet sich wer in welches Gefängnis kommt, also ist das hauptsächlich wo etwas frei, also wo Kapazitäten frei sind oder hat es auch damit zu tun wo die.
Ich sag mal, das Gericht ist wo es verhandelt wurde oder wo die Straftat begangen wurde, in welchem Bundesland, in welcher Gemeinde vielleicht oder was sind da so die Kriterien. Da kommen mehrere Sachen zusammen, wo Platz ist. Das ist tatsächlich das, was am wenigsten interessiert. OK, wo kein Platz ist, wird Platz gemacht. Ganz selten, dass man also die Zeiten sind Gott sei dank momentan rum, dass man gegen Überfüllung in andere Gefängnisse ausweicht. Das ist mal vorübergehend aber
egal. Es gibt einen sogenannten Vollstreckungsplan, und da steht ganz klar drin, wer welche JVA für was zuständig ist. Es richtet sich nach dem Gericht, das Halt quasi dieses Verfahren, ja geurteilt, abgeurteilt hat und das. Das wiederum ist meistens zum
einen. Wo war die Straftat und wo ist auch der der Wohnort des jeweiligen Inhaftierten und dann schaut man halt danach okay welches Gericht war denn jetzt zuständig, dann geht es danach, also es ist dann eigentlich eine Tabelle, in der guckt man dann halt nach, erstmal der der generelle Zuständigkeitsbereich in Form vom Gericht und dann Männer oder Mann oder Frau, dann wie lange. Wie, wie lang ist die Freiheitsstrafe, die er absitzen muss und dann bei Jugendlichen noch das Alter?
Und dann gibt es noch den Unterschied zwischen erst und regelvollzug, ob jemand eben erstmalig inhaftiert ist oder eben schon mehrfach inhaftiert war, wobei aber einer Gewissenhaftdauer geht er automatisch in Regelvollzug und. Das ist also schon mal das eine. Dann gibt es natürlich diese Sonderformen wie Sozialtherapie und also danach richtet sich das
dann. Es kann auch mal ein Gefangener abweichend vom Vollstreckungsplan irgendwohin verlegt werden, es gibt zum Beispiel JVA, die bilden Ausbildungen an oder Schulabschlüsse, und wenn sich da ein Gefangener drauf bewirbt, dann wird er in diese JVA verlegt, in der das Angeboten wird, damit er diese Ausbildung oder diesen Schulabschluss machen kann. Wenn dem Ganzen zugestimmt wird, das wird dann natürlich auch
immer im Einzelfall geprüft. Ist er geeignet und so weiter kommt es Bedarfsdauer hin, aber im Wesentlichen gibt es also einen ganz klaren Plan, wer wann wohin kommt und in Ausnahmefällen kann ein Gefangener mal beantragen, dass er abweichend vom Vollstreckungsplan irgendwo hingelegt wird oder auch wenn es Probleme gab in einer JVA, dann sind es halt Einzelfallentscheidungen. Vielleicht eine etwas komische Frage, aber.
Gibt es im Gefängnis ja. Wie soll ich jetzt sagen, so so, Phasen also ich sag mal vielleicht typische Monate, wo immer mehr Gefangene ankommen als. In an zu anderen Jahreszeiten vielleicht. Oder gibt es da irgendwie was, was du beobachtet hast? Also ich sag mal jetzt, dass das ist.
Es gibt ja in manchen anderen Berufsfeldern gibt es ja zum Beispiel so Art Sommerloch oder sowas, wo vielleicht einfach auch von den Gerichten weniger verhandelt wird und das dann erst irgendwie erst im Herbst verhandelt wird oder so gibt es da sowas? Also es heißt immer, dass es so ist. Das in. Gefängnissen die Kurzstrafige haben.
Also ich sag mal so bis zu also so ein paar Monate halt bloß, dass die im Winter immer ein bisschen voller sind, weil das heißt, dass halt Leute, die auf der Straße leben, sich doch lieber über den Winter einsperren lassen, dann haben sie ein Dach über dem Kopf, es ist warm und sie haben was zu essen, als dass sie auf der Straße leben, und es gibt diese Fälle, aber ich unterstelle mal. Nicht in dem Ausmaß, dass sich das auch eine Gesamtgefangenenzahl bemerkbar
niederschlägt. Was man eher hat, ist, dass es zum Beispiel nach bestimmten Großereignissen, dass da die Uhrhaft mal ganz gerne voll wird. Ja, äh, wenn irgendwo viel randaliert wird oder so, äh, dann kommt es häufig zu Straftaten und dann wird die U.
Haft voll. Was wir gemerkt haben war verstärkte Grenzkontrollen, das haben wir ganz deutlich gemerkt, ja in dem Moment, wo es verstärkte Grenzkontrollen gibt, äh, werden natürlich viele Leute kontrolliert, gegen die ein Haftbefehl vorliegt und dann zack rein, ja und die werden ansonsten natürlich noch lange draußen rumgelaufen, eventuell. Also an Jahreszeiten würde ich es nicht koppeln, aber an solche
Situationen schon. Wir hatten es jetzt natürlich im Zuge der Pandemie, da gab es dann eine längere Phase im letzten Jahr, da sind die Gefangenenzahlen ganz deutlich runtergegangen, weil Geldstrafen und so weiter ausgesetzt wurden oder Ladung zum Strafantritt, dass sich jemand stellen muss bei uns, um eine Haftstrafe zu verbüßen, dass das aufgeschoben wurde und so weiter und da. Hatte ich teilweise wirklich eine Woche, da habe ich einen Zugang gehabt.
Ui okay. Das ist nicht viel, ja, und das war aber natürlich coronabedingt und jetzt mittlerweile läuft das wieder alles ganz normal. Aber wir hatten Phasen, wo wir echt auch überbelegt waren, das war aber auch nicht an die Jahreszeit gebunden, das war dann so vor 1015 Jahren, da waren wir knallevoll und überbelegt, mittlerweile sind wir richtig gut. Drunter, unterm, Unterm Schnitt.
Das ist aber eher so n so n Bayern oder was sogar bundesweites Phänomen, dass da insgesamt die die Haftzahlen runtergegangen. Sind also ich weiß jetzt nicht, wie es den Zuhörern geht, aber ich fand es tatsächlich n bisschen überraschend, als du sagtest, dass das am wenigsten nach der Belegung des Gefängnisses irgendwie geht.
Also. So voll wie ein Gefängnis ist auch so leer, dass dann irgendwie, dass man dann sagt, Nee, hier ist jetzt gerade nichts frei, sondern dass du, wie du sagtest, dass dann Platz geschaffen wird, eher. Ja, bis zu einer gewissen Grenze natürlich.
Also es gibt, es kommt schon die Situation vor, dass ein Gefängnis voll ist und jemand immer aufnimmt, aber mittlerweile kaum noch, und es ist einfach so, ein Gefängnis hat immer eine Belegungsfähigkeit und dann hat es eine zweite Zahl, das ist dann die sogenannte Notbelegung. Und bevor da nicht das Limit erreicht ist, wird aufgenommen.
Ja, und das ist ja schon so konzipiert, ein Gefängnis oder diese Zuständigkeit richtet sich ja schon nach der Größe auch von Gefängnissen. Ja, also wenn du jetzt in einem in einem Gebiet bist, wo es halt nur kleine Gefängnisse gibt, dann steht halt im Vollstreckungsladen Plan von Haus aus schon, dann nehmen die halt wirklich nur die Kurzstrafigen und alles was länger strafig ist, geht dann halt ein bisschen weiter weg, zunächst größer.
Im Gefängnis, das ist alles schon berücksichtigt und ausgewogen, sodass du eine ausgewogene Belegung hast. Dass nicht meinetwegen in Nordbayern alle Gefängnisknalle voll sind und im Süden räkeln wir uns in den leeren Haftzellen oder so. Also das passiert dann in der Form nicht und wenn es wirklich mal so ist, dass ein Gefängnis voll ist und ein Aufnahmestopp da ist, dann geht es halt weiter
zum nächsten. Dann regelt das aber noch nicht mal das Gericht, sondern dann kommt halt die Polizei und stehen halt vor der Tür. Wir haben ja einen Zugang und dann Nö, wir nehmen nichts, wir sind voll, schaut wo ihr bleibt so ungefähr und dann telefonieren sie halt rum bei den ganzen umliegenden Gefängnissen und fragen halt, wer nimmt mir ab und ja. Aber. Es ist tatsächlich nicht das, woran sich es vorrangig richtet. Das ist dann halt eine situationsbedingte Entscheidung,
aber. Es ist jetzt nicht so, dass n Urteil gefällt wird und dann ruft der Richter erst mal die Gefängnisse an und fragt, Wer hat denn Platz. Da schicke ich ihn hin, sondern da gibt es schon erst mal ganz viele andere Kriterien, nach denen das geht. Ganz kurz noch mal Zurückgesprungen zum Thema Serien und Filme gibt es da aus deiner realen Erfahrung her zu urteilen oder danach zu urteilen? Gibt es da besonders realistische Exemplare, die das
wirklich ganz gut irgendwie. Dargestellt haben oder auch welche, die es vielleicht komplett, also unrealistisch irgendwie darstellen. Kannst du da irgendwie ein paar Sachen nennen oder ist dir da irgendwas aufgefallen? Es ist ganz, ganz schwierig. Also die meisten gefängnisfilme sag ich jetzt mal, sind keine deutschen Produktionen und ähm, dann kann ich auch nicht dazu sagen, wie realistisch das ist, wenn man jetzt. Ich kann jetzt zum Beispiel ein weltklasse Film ist The Greenmind.
Ja, genau. Aber ich habe nie in einem amerikanischen Gefängnis gearbeitet. Ich habe nie in einem Todestrakt gearbeitet, ich kann nicht mal ansatzweise sagen, wie gut der Film ist, was diesen Realitätsbezug angeht, also ich meine, im Rahmen der Möglichkeiten, wenn wir von einem Stephen King Film reden, ja, aber ich meine jetzt, was diese Örtlichkeit und das Setting angeht. Ich habe festgestellt, das
klingt jetzt ganz bescheuert. Es gibt deutsche Serien, Kriminalserien und so weiter eine Lieblingsserie im Namen des Gesetzes und ja, wo in manchen Folgen, weil so einzelne Szenen in Gefängnissen spielen, und die sind meistens okay, meistens die Serie hinter Gittern. Nee, es tut mir leid, Nein, geht gar nicht, da brauchen wir gar nicht drüber diskutieren, geht gar nicht und ich kenne ansonsten nicht sehr vieles, gibt natürlich den Film, das Experiment und ich gebe zu, dass
ich ihn nicht gesehen habe und von daher, ich kenne tatsächlich nicht sehr viel und schon gar nicht viel im im deutschen Bereich, sodass ich es überhaupt beurteilen könnte.
Ich weiß aber kann ich mal ganz kurz erkennen, es gibt da so eine kleine Anekdote, die ich nicht selber erlebt habe, von der mir aber ein Kollege erzählt hat, das ist schon ganz, ganz lange her, da hat er noch in einer anderen JVA gearbeitet, und da hat bei ihm mal ein Fernsehsender angerufen, die wollten ein paar Sachen wissen, weil sie eine Folge zum Bullen von von Tölz gedreht haben, in dem ein Polizist plötzlich im Gefängnis eingesperrt werden sollte, weil er einer
Tatverdächtigt war. Und sie wollten dann halt wissen, wie sie bestimmte Sachen umsetzen konnten, könnten. Und ja, weil der Polizist, der muss, unbedingt in seiner Uniform dann im Hofgang sein, damit man ihn als Polizist erkennt. Und der Kollege hat auch gesagt, Nein, das geht überhaupt nicht, das würde niemals passieren.
Und Nein, das, aber sie müssen das unbedingt drin haben, das steht so im Drehbuch und alles die drehen sich das, die recherchieren zwar teilweise, das Schau mal nach, aber letztendlich machen sie dann doch was sie wollen, weil es steht halt so im Drehbuch und sonst kriegen die ihre Story nicht so hin, wie sie es gerne hätten und.
Ja, das Ach das das das find ich sowieso immer n bisschen schwierig ist jetzt n anderes Thema, aber es gibt ja den Bohemian Rhapsody Film über Queen zum Beispiel. Ja, und da haben sie aus dramaturgischen Gründen auch einiges abgeändert, was nicht der Realität entspricht, wie es vorgefallen ist und so, und das ist sowas find ich dann immer so n bisschen so. Na ja, muss das sein, also. Ja, ich mein, ich kann es verstehen. Sie machen Unterhaltungsfertig. Ja klar, letztendlich ist es
das. Aber ich, ich kann ja mal kurz als Beispiel erwähnen, ich lese unglaublich gerne Andreas Gruber. Mhm, die Todesreihe und Andreas Gruber ist ein österreichischer Autor für diejenigen, die mich kennen und ich, die Todesreihe, ist eine eine hervorragende Thrillerreihe und da gab es aber auch Szenen im Gefängnis. Ja, und ich hab das gelesen und ich konnte es nicht lassen.
Ne, ich bin dann auch bei Andreas Gruber auf den youtube Kanal gegangen und musste ich ihn echt mal kritisieren was ich nicht gerne tue weil ich finde ihn hervorragend und ergibt sich unglaublich viel Mühe bei der Recherche. Das Problem war nur er hat für sein Buch in Österreich recherchiert, die Szene spielt in einem deutschen Gefängnis. Und ich war total verwirrt, weil er hat dann.
Die Österreicher haben ganz andere Dienstdrangbezeichnungen, die haben zum Beispiel einen Major, das gibt es bei uns nicht, ja, und solche Sachen, und ich war dann da gesessen, ich, oh nee, wie kann ihm denn so ein Fehler passieren, er ist doch sonst so gewissenhaft in der Richtung, ja, und auch so bestimmte Vorgänge, die er dann beschrieben hat, ja, die waren wichtig, und die hätte er jetzt auch schlecht anders schreiben können, aber es hat halt nicht ganz gepasst.
Ja und aber ich habe es ihm verziehen, dafür sind seine Bücher zu gut. Hat er da irgendwie drauf reagiert? Oder so? Nee, leider nicht, aber irgendwann schaffe ich es vielleicht mal zu einer Lesung oder sowas von ihm zu gehen, oder? Ich war diejenige, die. Übrigens, sie haben da einen Fehler gemacht. Nein, ich bin halt furchtbar Klugscheißerisch unterwegs, ich kann dann meine Klappe nicht halten, aber vielleicht sollte
ich es in dem Fall besser tun. Man darf aber an dieser Stelle durchaus auch mal sagen, dass du ja auch selber Autorin bist. Ja, hobbyautorin, aber das. Ich habe unglaublichen Respekt davor, wenn Leute viel recherchieren, weil das ist das, was mich am meisten abschreckt. Ich schreibe gerne, weil ich das Gefühl beim Schreiben gerne habe und tippe vor mich hin, das ist für mich so eine seelische Befreiung und da kann ich nicht nebenbei noch ewig recherchieren.
Ich schreibe für mich aus Genuss und nicht als, um damit Geld zu verdienen, weil wenn ich damit Geld verdienen will, dann muss ich dafür viel Arbeit leisten, was diese Recherche angeht, und das packe ich nicht. Mhm, kann ich gut nachvollziehen. Ja, ich bin ja selber auch n Schreiberling und ja schreibt man. Am besten Fantasy, da kannst du die Recherche nämlich. Ja, ja. Das ist so.
Ich würde lieber andere Sachen schreiben, aber ich schreibe dann meine längsten Bücher sind Fantasy Bücher, weil da brauch ich nichts nachgucken. Also wenn du möchtest, kannst du auch gern mal sagen, wie deine Bücher heißen.
Ähm, ja gut, also die die Reihe ist als ebook verfügbar und heißt Sichelland. Ähm und das ist auch die einzige Reihe, die ich veröffentlicht habe, aber ähm, unter dem Pseudonym Christine oder Christine Boy oder Christine Boy, aber ähm, da habe ich jetzt auch schon einige Jahre nicht mehr weitergeschrieben und die anderen Sachen die ich schreibe, das ist für mich, da schreibe ich buchentwürfe Passagen, Kapitel, Handlungsstränge. Und speichere das auf meinem
Computer ab und lese das ab und zu, wenn ich Bock hab. Aber das ist dann nicht für andere. Hast du denn, um zum Hauptthema zurückzukehren oder vielleicht ne Brücke zu schlagen? Ich drück es mal so aus. Hast du denn in den Büchern auch teilweise zumindest Anekdoten oder in in homöopathischen Dosen irgendwas auch mit reingeschrieben verarbeitet, was du im Alltag im Knast, im Gefängnis, in der JVA erlebt hast?
Nee, OK. Ich habe ganz häufig den Satz gehört, ah, das musst du mal aufschreiben, das ist so witzig, wenn ich dann irgendwelche Geschichten mal erzähle, so im Freundeskreis, wo es halt wirklich unter uns bleibt und so, und dann sage ich dann, Hey, Anekdoten aus meinem Berufsalltag zu schreiben, das geht nicht ohne weiteres, man muss unglaublich viel erklären, damit die Leute überhaupt erst mal verstehen, worum es geht, weil die dieses ganze
Hintergrundwissen nicht haben, es ist ja doch sehr speziell bei uns und in dem Moment, wo du es erklärst, ist der GAG weg. Also da fängt es ja schon mal an, dann bin ich jemand.
Ich kann nicht gerade humorvoll schreiben, das, äh, ich habe das Talent einfach nicht, ich hätte es gerne, aber ich habe es nicht und dann ist es auch so, dass ähm, ganz viele Sachen, die kann ich gar nicht raushauen, weil das geht echt keinen was an, ja klar und äh da geht es teilweise mal um sicherheitsrelevante Sachen und vor allem ist es extrem peinlich für Betroffene teilweise und ich habe dann mal für mich. Mal ein 2 Anekdoten versucht zu schreiben.
Wie würde ich das denn schreiben, damit es vielleicht witzig ist, damit es die Leute verstehen und ich will ich habe eine, habe ich mal aufgeschrieben und die wollte ich mal Alex zum Lesen geben, damit der einfach sieht tut mir leid, das klingt einfach blöd wenn man das schreibt, aber ich habe es geschrieben aber er hat es noch nicht gelesen, aber das ist glaube ich nichts was ich in irgendeiner Form es hat mir auch gar nicht besonders viel Spaß gemacht das zu schreiben muss
ich auch sagen. Also ich als wir zusammen saßen und so, da hast du ja auch mal ein 2 lustige Geschichten erzählt mit Anekdoten, da waren ja auch also die Geschichte mit dem Apfel. Genau das ist genau die, die ich aufgeschrieben habe für Alex. Genau die ist es und du kennst die Geschichte, ich möchte es jetzt auch ehrlich gesagt, weil das ist wirklich peinlich, auch für den Betroffenen, aber stell dir vor, wie ich die schreiben würde und wie sich das lesen
würde und das wäre nicht lustig am Ende. Weil es geht ja letztendlich nur um einen Satz, den er rausgehauen hat. Und da müsstest du so viel Drumherum erklären, um am Ende zu diesem einen Satz zu kommen, der dann einfach nicht mehr witzig ist. Oder diese Geschichte mit den Fahrzeugen, um es mal so auszudrücken. Mit den Fahrzeugen jetzt, oh jetzt weiß ich gerade überhaupt nicht was du machst, ehrlich gesagt. Zustände von Fahrzeugen. Ach so, ja, ja, okay. Ne.
Ja, ja. Also es, es gibt schon auch Anekdoten, die die man. Erzählen kann und die dann in dem Moment vielleicht auch witzig sind und so weiter ähm, also die mit dem Apfel gehört jetzt echt die die ganzen. Dinge also, die fand ich super, die fand ich richtig gut, ja.
Aber ne, das ich darf ja auch nicht vergessen, ich erzähle das jetzt nicht dir hier unter 4 Augen, das ist ja was was andere hören und da würden sie vielleicht wenn es der falsche hört, würde der sich vielleicht angesprochen. Haben ja, das wollen wir auch nicht, das wollen. Wir auch nicht. Ich mein, falls dir spontan was einfällt, was jetzt nicht so verfänglich ist.
Irgend ne muss ja auch, ich sag mal, muss ja nicht unbedingt was lustiges sein, aber irgendwas kurioses oder irgendwas überraschendes was dir so in den was du in den Jahren so erlebt hast, falls dir irgendwas einfällt. Ja, wir hatten jetzt zum Beispiel mal, weil ich hatte mir ja da auch n bisschen mal Gedanken gemacht, weil das ist ja ne Frage, die auch ganz gerne kommt.
Also wir hatten zum Beispiel mal den Fall, das ist jetzt schon einige Jahre her, da haben wir mal ne Gruppe relativ junger Gefangener bekommen. Da hat es ein großes Ereignis gegeben, da haben ein paar Leute randaliert und dann sind halt viele von diesen jüngeren, äh, dann mal in Untersuchungshaft gekommen. Ja und ähm, die saßen dann alle bei uns und die kamen alle aus relativ gutem Elternhaus
eigentlich und dann, ähm. Hat bei mir abends das Telefon geklingelt, da hat einer angerufen und ja, er ist also der Vater von einem dieser Inhaftierten und ja, er hat da jetzt vom Gericht also Bescheid bekommen, dass sein Sohn bei uns ist und aus dem und dem Grund, und da hat er wohl ziemlich Mist gebaut und er könnte jetzt wohl einen Geldbetrag hinterlegen. Kaution ist ja so der der landläufige Begriff dafür, damit die u Haft eben aufgehoben wird und sein Sohn nach Hause kommt.
Und ich habe mir schon gedacht, Oh, da ist immer mit sehr viel Arbeit verbunden, wenn abends einer kommt und so einen Haufen Geld dabei hat. Und das sind so viele Quittungen, die man ausstellen muss und so ich so, ja können Sie machen, dann müssen sie halt vorbeikommen. Also nein, Moment mal. Moment mal, kann ich meinen Sohn auch einfach noch 4 Wochen bei ihnen lassen?
Nein. Und ich also jetzt ernsthaft ich so ja natürlich, wenn sie es nicht bezahlen, bleibt er bei uns, dann melde ich mich in 4 Wochen noch mal. Geil, geil, er. Hat seinen Sohn erst nach 4 Wochen ausgelöst. Geil. Weil er gesagt hat, sonst lernt er es nie. Ja, ist ja wahrscheinlich auch irgendwo richtig, konnte man sagen. War. Auch an dem Tag, da als der Sohn dann entlassen wurde.
Der hat sich nicht so gefreut in dem Moment seinen Vater zu sehen, das war keine sehr herzliche Begrüßung, aber das war super, das war klasse, also da muss ich echt sagen, ich meine ich verstehe, für den Sohn war das die Hölle auf Erden, ganz klar, aber manchmal denken wir, da gibt es noch ein paar andere Fälle, da hätte das demjenigen auch nicht geschadet. Ja genau da würd mich mal interessieren.
Auch ne Frage die ich jetzt nicht im Vorfeld so aufgeschrieben hatte, aber gibt es wie soll ich sagen Rückfallquoten die man weiß, also wie häufig es oder wie wahrscheinlich es ist, dass jemand der entlassen wird dann wieder zurückkehrt oder ist das auch sehr straftatenabhängig, dass es gewisse Straftaten gibt, wo das einfach öfter passiert oder also. Ich kann keine Zahlen raushauen.
Weil ich die echt nicht weiß. Es ist auch ganz, ganz schwierig, das zu berechnen, denn wie wie möchtest du es denn berechnen? Rückfall nach 5 Jahren nach 10 Jahren nach 20 Jahren sein Leben lang, wann hörst du auf zu zählen, wann hörst du auf zu warten ob er rückfällig wird? Verstehst du ein Gefangener der aus dem Gefängnis entlassen wird und nach einem halben Jahr Drogentod unter der Brücke
liegt? Der ist dann vielleicht nicht rückfällig geworden, aber das heißt noch lange nicht, dass er erfolgreich. Sozialisiert wurde. Ja, also es ist ganz schwierig, das zu sagen. Wir haben natürlich sehr viele Gefangene, die immer wieder kommen, oft sind es so Sachen Drogengeschichten, das sind eigentlich potenzielle Wiederkehrer in dem Moment, wo sie auch selber Konsument sind, vor allem.
Und dann auch so Körperverletzung, so Gewaltstraftäter, wo es einfach mit dem Charakter zusammenhängt, dass sie vielleicht schnell austicken oder sowas. Also ich sage jetzt nicht, dass alle gewaltstraftäter charakterlich so veranlagt sind, dass sie schnell austicken. Ja, es gibt ja auch immer andere Situationen, aber innerhalb der, ich sage mal körperverletzer diejenigen, die sich schwer unter Kontrolle haben, vielleicht mit Alkohol, das sind auch welche, die eher mal wieder kommen können.
Ohne das jetzt zu verallgemeinern, aber ich muss ja Beispiele nennen, während jetzt zum Beispiel jemand, der vielleicht im Affekt seinen Vater getötet hat, der ihn ein Leben lang misshandelt hat, da ist wahrscheinlich die Rückfallgefahr, wenn er irgendwann rauskommt, das ist was völlig anderes, das kann man nicht damit vergleichen mit demjenigen, der seinen Lebensunterhalt durchs Drogendeal finanziert. Ja, und deshalb?
Ich hatte schon Gefangene, wo ich gesagt habe, ach Gott, das dauert nicht lange, dann sehen wir den wieder und er kam nie wieder und hat es geschafft, passiert und es gibt welche, die erlässt. Entlässt man tatsächlich mal mit einem guten Gefühl und denkt sich, das könnte was werden und dann stehen sie nach einem halben Jahr wieder auf der Matte. Es ist ganz schwer. An erfolgreiche Resozialisierung zu glauben, wenn man sieht, wie
viele dann doch wiederkommen. Aber es gibt halt auch genügend, die nicht wiederkommen und deshalb ganz schweres Thema, du wirst auch ganz schwierig, da Statistiken da zu finden, das glaube ich, es ist ganz schwer zu berechnen, eben dieses, wann rückfällig, ja, du kannst vielleicht sagen, so und so viele Prozent der Gewaltstraftäter werden nach 10 Jahren rückfällig, innerhalb von 10 Jahren rückfällig, das kannst du sagen. Aber dieses generell rückfällig
werden ist ganz schwierig. Wie ist das? Ich weiß nicht, ob dir das jetzt schon mal passiert ist und wenn ja, ob du darüber irgendwie reden möchtest. Aber gibt es oder gab es bei dir auch schon mal so diesen Gedanken, was passiert, wenn ich jemanden im Alltag irgendwie treffe, der bei uns vor allem Knast war, der entlassen wurde, der quasi in Anführungszeichen ja auch resozialisiert ist? Im besten Fall. Wie reagiere ich dann oder gab es sowas schon mal? Ja, gibt es schon.
Also man darf ja nicht vergessen, die Leute, die bei uns inhaftiert sind, die kommen ja auch häufig aus der Region, und dann kann es natürlich passieren, dass du einen beim Einkaufen triffst oder irgendwie sowas. Sprechen die dich dann auch an oder ignoriert man sich gegenseitig dann irgendwie? Ich bin ja jetzt nicht unbedingt jemand, der sehr extrem viel Kontakt zu Inhaftierten hat.
Den Posten einfach. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, wenn ich jemanden kenne und der sieht mich, dann haben die eigentlich immer gegrüßt. Nicht so, dass sie kommen, auf die die ziehen oder das natürlich jetzt nicht, aber die Grüßen und gehen weiter und genau das mache ich auch. Grüßen ist dann für mich, das ist auch eine Frage der
Höflichkeit. Ich habe tatsächlich den Inhaftierten, von dem ich vorhin erzählt habe, der so lange bei uns lebenslang und dann nach ganz langer Zeit rausgekommen ist, den habe ich tatsächlich mal dann draußen auch gesehen und kommt auch immer wieder mal vor. Und da kann man schon, ah, wie geht es ihnen denn, und wenn keiner dabei ist, weil ich will ihn jetzt ja nicht in die Verlegenheit bringen, dass jemand daneben steht, der vielleicht nicht weiß, dass er inhaftiert war und dann aus dem
Gespräch das Raushört, also. Wenn wenn der mir jetzt auf der Straße beging, ist kein Zuhörer dabei, dann kann ich dann schon mal fragen, wie geht es ihnen denn?
Das ist aber ein spezieller Fall, aber ansonsten man grüßt sich und geht weiter und ich versuche jetzt auch wenn ich jetzt ich hatte das auch mal das von einem Bekannten von mir dessen Bekannter der war auch mal bei uns inhaftiert, das wusste ich auch nicht und dann haben wir uns dann mal gesehen und dann habe ich dann zu meinem Bekannten eben auch gesagt, ich suche es auf. Weil der wusste das dann auch.
Da möchte ich keinen Kontakt und wenn wir jetzt uns irgendwo treffen oder irgendwo hingehen, dann möchte ich nicht, dass der da ist und nicht, weil ich jetzt sage, ich kann da nicht leiden, also ich will gar nicht erst diesen, diese Konfrontation und diesen Kontakt haben, und das war dann auch überhaupt gar kein. Problem kann ich auch gut nachvollziehen. Aber auch keine so enge Freundschaft, dass es da jetzt permanent Probleme gegeben hätte oder so. Ja, ja, schon.
Allgemein muss ich wirklich sagen, ist ein sehr interessantes Thema, gerade auch jetzt für mich als Außenstehenden, der jetzt auch selber nie bisher toi, toi, irgendwie was mit einem Gefängnis im Ansatz zu tun hatte. Ich bin mir nicht sicher, es kann sein, dass wir damals, das war glaube ich, so, da war ich
irgendwie 5.6. Klasse, da gab es, glaube ich mal, so eine Art Tag der offenen Tür oder so eine Führung, das war aber glaube ich dann nicht im, also im Gefängnis, sondern das war, glaube ich, in der Polizeistation bei uns, wo man auch ein paar Zellen hat und. Und ich glaub, die konnten wir uns mal angucken. Aber das war es dann auch wirklich. Ja bei 5.6. Klasse glaub ich auch nicht, dass es n Gefängnis war.
Dann Polizei kann ich mir ja gut vorstellen, aber Gefängnis bei so Jungen machen wir das eigentlich nicht. Ja, ich hab es vor, ja ich eher zum Beginn der Folge schon mal kurz angesprochen. Stichwort Isolationszellen was? Ja, ich, ich klingt jetzt doof, wenn man so formuliert, aber was muss man tun, um da reinzukommen?
Und wie, also wer entscheidet darüber, wie richtet was oder anders ausgedrückt, wonach richtet es sich, wie lang jemand da drin bleiben muss und wie also oder muss das vielleicht sogar erst richterlich richterlich angeordnet werden oder wie, wie läuft das ab? Das sind jetzt ganz. Viele verschiedene. Ja, das war journalistisch nicht schlau gemacht, ich weiß. Nicht.
Also erstmal ist es so, dass man unterscheiden muss, weil also oder was ist Isolation, es gibt ja dieses Land, landläufige, der Bunker. Der Bunker. Da gibt es ja schon mal 2 Varianten.
Es gibt erstmal die Arrestzellen, das ist eine Disziplinarmaßnahme, ein Gefangener hat Mist gebaut in der JVA, keine Ahnung, hat vielleicht sich mit jemandem ein bisschen geprügelt oder hat einen Beamten beleidigt, ja beleidigt, vielleicht noch nicht, aber ja, also hat halt irgendwie ein bisschen Mist gebaut und dann kriegt er eine Disziplinarstrafe und dann muss er 2 Wochen den Arrest. Meinetwegen ja, das ist dann eine.
Haftraum mit sehr reduzierter Einrichtung hat er auch keinen Fernseher und so weiter darf nicht am Freizeitprogramm teilnehmen und so weiter da sagen viele Gefangene schon, ich habe 2 Wochen Bunker gekriegt, das ist aber jetzt nicht das, was du mit Isolationszelle meinst. Die Isolationszelle also. Bei uns heißt es, besonders gesicherter Haftraum ist ein Raum, in dem Nichts ist.
Da ist eine Matratze drin mit einer mit einem speziellen Überzug, der reißfest ist und den man auch abspülen kann und so weiter und dann ist eine im Boden eingelassene Toilette drin und das war's, da ist kein Tisch drin, kein Stuhl, keine Bettwäsche, keine Bettdecke, nichts. Ja, der Raum ist natürlich beheizt mit Fußbodenheizung und so weiter und er bekommt auch sein Essen.
Er bekommt was zu trinken und so weiter er darf dann auch unter Aufsicht zum Duschen und so, aber das ist also dieser besonders gesicherte Haftraum und der ist auch kameraüberwacht, da kommt man aber natürlich nicht ohne weiteres rein und schon gar nicht willkürlich, das ist gedacht, das ist eine besondere Sicherungsmaßnahme und es ist für Gefangene, die sich oder andere.
Gefährden, körperlich gefährden, das heißt, er hat entweder jemanden angegriffen, einen Bediensteten oder oder auch einen anderen Gefangenen oder so, also wirklich körperlich angegriffen, ist gewalttätig geworden, ähm, dann kommt er da rein, ähm, bis er sich, ich sag mal beruhigt hat und und und das ganze sich wieder ein bisschen ja deeskaliert ist und so weiter. Oder aber auch zum Beispiel, wenn er einen Selbstmordversuch unternommen hat.
In diesem Haftraum ist ja nichts drin, womit er sich selber irgendwie gefährden könnte, da ist kein Gürtel drin, da ist nichts, womit er sich weh tun könnte, keine scharfen Kanten und nichts, das ist aber keine Gummizelle oder so, ja, also das gibt es nicht und also dieser besonders gesicherte Haftraum ist dafür gedacht, wenn kein anderes Mittel. Möglich ist, um eine Gefahr von Gefangenen oder für andere
abzuwenden. Und so ist es auch vom Gesetz her vorgeschrieben und der Aufenthalt dort Aufenthalt hört sich jetzt ein bisschen sehr diplomatisch an, soll nicht länger als nötig stattfinden, das heißt, wenn ein Gefangener Daueraggressiv ist. Jedes Mal, wenn wir da reingehen, um zu fragen, wie er dann drauf ist und so weiter können wir da erstmal drin bleiben.
Wenn er dann aber langsam sagt, Okay habe mich wieder beruhigt und so weiter man redet da natürlich ein paar Mal mit ihm, achtet auch darauf, dass das jetzt nicht nur gespielt ist und so weiter dann kommt er da auch wieder raus und das soll sich auf auf möglichst kurze Dauer beschränken. Das kann mal, es können mal ein oder 2 Tage sein, das können auch mal 45 Tage sein, wenn eine also wir haben schon auch welche. Da ist dann echt alles zu spät.
Ja, und man glaubt es nicht, wie die dann teilweise abgehen da drin und das hört sich dann furchtbar an, wenn es heißt, Oh da ist 5 Tage in diesem Raum drin, das hat aber auch echt seinen Grund, wir machen das ja nicht zu unserem Vergnügen und wenn das ein Strafgefangener ist, dann ist es so, dass in der JVA, dass die Anstaltsleitung entscheidet bei Gefahr im Verzug. Kann das jeder?
Ich kann jetzt nicht abends um 10:30 Uhr erst mal die Chefin anrufen und fragen, ob es ihr denn genehm ist, ob wir jetzt diesen Gefangenen in einen besonders gesicherten Haftraum legen, wenn er gerade mit dem Stuhlbein um sich schlägt und die Kollegen verprügeln will, ja dann geht er erst mal da rein und danach rufe ich dann an und sage, Hey, ist das okay und dann muss ein Arzt zustimmen, und zwar umgehend, nicht irgendwie am nächsten Tag, dann rufen wir einen Arzt und der schaut sich
das Ganze an. Im Rahmen der Möglichkeiten untersucht er den Gefangenen, spricht mit dem, dass auch gesundheitlich nichts dagegen spricht, dass er da drin untergebracht ist und das ganze, diese ganze Unterbringung in diesem besonders gesicherten Haftraum, ist auch unter ärztlicher Aufsicht. Das heißt, der Arzt, der schaut sich den auch jeden Tag an. Ist das dann der Anstaltsarzt oder ein. Auto wenn er da, wenn er da ist, ist es der Anstaltsarzt, wenn der nicht da ist, dann wird halt
ein externer Arzt dann. Geholt. Und wie ist das jetzt in? Ich sag mal wirklich extrem krassen Situationen, wo es vielleicht 2 oder 3 Kandidaten gibt, die gleichzeitig so aussticken, dass sie eigentlich alle da rein müssten. Also. Erstmal haben wir nicht nur einen besonders gesicherten Haftraum. Ah okay. Aber es kann natürlich, wenn es blöd läuft, auch mal so sein, dass. Ja, da mehr Bedarf ist, als wir Platz zur Verfügung haben, dann wird natürlich erstmal geschaut.
Müssen die wirklich alle untergebracht werden oder ist vielleicht einer schon so weit, dass man den vielleicht mal rausnehmen kann, weil es für den nächsten Tag sowieso geplant war oder so. Wenn es da aber keine andere Möglichkeit gibt, dann wird da halt dann unter entsprechenden Sicherungsmaßnahmen in eine andere JVA gebracht, die Halt eine freie Isolationszelle hat. Ich frag mal etwas, ich vielleicht in Anführungszeichen verklausuliert, aber ich.
Hat es dich positiv oder negativ überrascht, wie häufig oder wie nicht häufig diese Zellen belegt sind? Da ich, bevor ich bei der JVA angefangen habe, gar nicht genau wusste, dass es das gibt und also ja, aus dem Fernsehen halt. Aber Fernsehen ist ja kein Maßstab, weder noch, weder noch. Ich hab das von Anfang angelernt. Den Umgang mit diesen Zellen und habe auch von Anfang an festgestellt, sie werden belegt, wenn es notwendig ist. Und wenn es nicht notwendig ist, werden sie nicht belegt.
Es gibt Phasen, da ist man überrascht, dass gerade mal wieder komplett ausgebucht ist. Über einen längeren Zeitraum, da bin ich dann aber nicht, also dann denkt man sich, was ist denn momentan los, es gibt diese Wellen. Ja, wo einfach jeder irgendwie am Rad dreht.
Ja, das passiert. Und dann gibt es auch wieder Phasen und denkt ja Gott, das ist das letzte halbe Jahr, da ist ja gar nichts gewesen, alles so ruhig und entspannt und so, dann wundert man sich mal kurz, sollte man aber nicht, weil spätestens am nächsten Tag ist dann wieder so weit, aber dass ich jetzt überrascht wäre, wenn wenn damals als mir als bevor
ich angefangen habe. Wenn jemand das Ganze erklärt hätte, was es damit auf sich hat und mir das mal gezeigt hätte und hätte mir dann gesagt, was ich da teilweise zu sehen kriege, dann wäre ich schockiert gewesen, nicht so sehr über die Menge, sondern wie extrem das teilweise ist, was da passiert, wie die teilweise drauf sind. Ja, das hätte mich überrascht, aber so bin ich halt so langsam reingewachsen in diese ganze Geschichte. Interessant.
Interessant was ich teilweise aus Serien und Filmen auch mitgenommen habe ist, dass es so eine innere Hierarchie unter den Gefangenen wohl häufig gibt, also dass gewisse Straftaten die Leute begangen haben. Ich sag jetzt, das klingt blöd, aber manche sind irgendwie besser angesehen als andere, sag ich mal. Ist das so? Ja, das ist so definitiv. Ich würde jetzt nicht so weit gehen, dass ich da jetzt 100% wirklich sagen kann. Nach folgenden Strukturen wird das beurteilt, weil ich muss es
noch mal erwähnen. Ich arbeite ganz wenig nur noch im direkten Kontakt mit Gefangenen und das sind dann die Art von Kontakt, ist ein anderer, als wenn ich jetzt nur
auf der Abteilung bin. Aber es ist natürlich so, und das ist, glaube ich, auch hinlänglich bekannt, dass Sexualstraftäter, gerade wenn es um Bereich Kinder geht, natürlich ganz ganz unten stehen auf dieser Hierarchiestufe, und dass zum Beispiel Betrüger oder sowas meistens doch relativ gut dabei sind, vor allem, wenn andere Gefangene nutzen draus haben. Ja, ich sag mal, viele, die Betrugsdelikte haben oder oder. Ja, wirtschaftliche Delikte, sag
ich mal. Die sind meistens auch nicht ganz blöd, die können sich auch meistens ganz gut ausdrücken, äh und können dadurch anderen Inhaftierten helfen, indem sie ihnen die Anträge schreiben, indem sie irgendwelche Beschwerdeschreiben für andere verfassen, zum Beispiel, ähm, die kommen meistens ganz gut weg, also im Vergleich zu anderen, äh. Also insbesondere wenn dann das Delikt natürlich auch bekannt wird.
Und also, wir sagen es den anderen Gefangenen nicht, aber wenn die dann selber damit rausrücken es. Es wird also durchaus Inhaftierten, die bestimmte Delikte haben, auch nahegelegt, damit jetzt nicht hausieren zu gehen und ja. Eine Frage, die ich natürlich bei einem solchen Thema stellen muss. Hast du? Schon mal einen Fluchtversuch miterlebt oder gab es sowas schon mal in der Zeit wo du dort gearbeitet hast? Und wenn ja, kannst du da was zu sagen? Überhaupt sagen wir es mal so.
Das ist tatsächlich gar nicht so leicht zu beantworten. Weil was ist denn ein Fluchtversuch, also ein Fluchtversuch, dass jemand versucht hat, aus unserer JVA auszubrechen? Und dann wirklich abzuhauen über die Mauer oder sowas habe ich es persönlich noch nicht in der Form gehabt. Es gibt immer so dieses, das inhaftierte Grenzen an testen wo du dann dahinter kommst, dass sie versuchen da irgendwas zu manipulieren oder so.
Wie ernst gemeint es dann wirklich ist, steht immer ein bisschen in den Sternen, weil das ja dann meistens ja doch
relativ frühzeitig auf aufliegt. Ich habe noch nicht zugeschaut, wie einer über die Mauer gekettert ist das jetzt nicht, man darf auch nicht vergessen, Flucht und Ausbruch ist nicht dasselbe, Flucht kann zum Beispiel auch sein, wenn jemand draußen zum Arzt oder ins ins Krankenhaus gebracht wird, weil wir ihn in der JVA nicht behandeln dürfen oder können, nicht dürfen, sondern nicht können.
Und dann haut der ab. Das ist eine Flucht, ähm, eine Entweichung oder ein Ausbruch ist aus dem Bereich aus dem umfriedeten Gelände heißt es so schön, also innerhalb der Mauer rauszukommen, und das ist was ganz anderes, da müssen ganz andere, da ist eine ganz andere Motivation dahinter. Ähm, so ein schnelles Weglaufen aus dem Krankenhaus oder sowas, das kann so eine Impulshandlung sein.
Oh, Gelegenheit ist günstig. Ich probiere das jetzt und dann einfach los, zum Beispiel dieses ich, ich fasse einen Plan, ich breche aus, ich beschädige vielleicht gitterwände Türen, was auch immer oder noch Schlimmeres das da da steckt was ganz anderes dahinter mir. Fällt gerade. Viel mehr Energie dahinter. Mir fällt gerade ein Film ein.
Ich glaube, der ist nicht so ganz bekannt, der heißt Desperate Measures. Mit Michael Keaton, ich glaub Ende 90er oder so, die hab ich ewig nicht gesehen, aber es kommt mir gerade tatsächlich wieder in den Sinn, weil also Kinder nicht zu Hause nachmachen und so, aber da es ja halt ein ja öffentlicher Film ist oder so, kann ich das sicherlich kurz erwähnen, der wird nämlich auch glaub ich ausgeführt, der hat glaub ich auch irgendeine Untersuchung oder so ich weiß
nicht ob das bei einem Arzt oder irgendwas was aus einem Krankenhaus glaub ich sogar. Und halt mit Handschellen und alles. Und der ist letztendlich entkommen, weil er sich den ich glaub den Daumen ausgerenkt hat oder so und es so irgendwie. Dann hat er sich dann befreien können. Aus der Hand fesseln? Wahrscheinlich. Das war sehr interessant, muss ich sagen. Ich. Weiß nicht, wo Andreas Gruber geklaut hat. Ah okay. Ja, also. Wie gesagt, ich habe von vielen Sachen gehört.
Ich würde mal unterstellen, dass solche Sachen wie aus dem Krankenhaus oder aus einer Arztausführung raus, das kommt durchaus vor aus einem aus der geschlossenen Anstalt heraus, das ist bedeutend seltener. Und da, wo ich arbeite, da stehen wir sehr gut da. Was das alles angeht. Das hört man gerne, das wollte ich hören. Ich würde sagen, so langsam kommen wir zum Ende, ich habe aber noch ein 2 Fragen, wenn das für dich okay ist.
Das ist völlig okay. Super, das wollte ich hören und zwar auch ne Frage, wo ich nicht genau weiß, ob du wenn überhaupt was dazu sagen darfst. Und das ist natürlich auch ein bisschen schwammig formuliert, in dem Sinne aber passiert es relativ häufig, dass Sachen unbemerkt in eine JVA
geschmuggelt werden. Also ich sag jetzt mal irgendwie, es gibt ja Klischees, die wahrscheinlich jeder kennt, so, ich sag mal so ne Feile in so nem Kuchen so oder Drogen im Hintern versteckt oder keine Ahnung, irgendwie sowas. Also. Erstmal ist es ja ein Widerspruch, um sich zu fragen, ob es häufig vorkommt, dass was unbemerkt passiert. Ja weiß ich es ja nicht.
Ja nein, ich sag mal Pfeile im Kuchen nein, Drogen im Hintern, ja. In der Reihenfolge hatte ich mir das auch vorgestellt, ja. Ich denke, dass Drogen wahrscheinlich mit das häufigste sind, was geschmuggelt wird. Und dazu kann ich auch gar nichts sagen, weil das wahrscheinlich in vielen Fällen wir nicht erfahren. Ja, es kommt natürlich vor, dass das gefunden wird. Ich, ich wollte gerade genau ich.
Ich formuliere es vielleicht mal ein bisschen um und drehe es ein bisschen um, passiert es häufig, dass so etwas aufgedeckt wird, oder ich sag mal, vielleicht regelmäßig, dass man so regelmäßig solche Sachen hat, die gefunden werden, oder ist das eher was selteneres? Da möchte ich jetzt gar nicht so extrem ins Detail gehen, aus nachvollziehbaren Gründen. Absolut. Aber ich glaube. Dass man sich jetzt nicht der Illusion hingeben sollte, dass
JVA Drogenfrei sind. Und ähm, es gibt auch andere Dinge, die gerne mal geschmuggelt werden. Drogen sind natürlich die eine Sache, wahrscheinlich wird Bargeld geschmuggelt, ähm, Briefe, damit sie nicht durch die Kontrolle laufen, zum Beispiel solche Sachen, ähm, wir versuchen das natürlich zu unterbinden. Wo es nur geht, das ist auch das ist immer wieder auch in einem Punkt, wie unterschiedlich die Bundesländer arbeiten.
In Bayern wird in der Hinsicht sehr, sehr viel kontrolliert und in anderen Bundesländern eher weniger, allerdings jetzt nicht, weil die keine Lust haben, sondern die haben halt andere Prioritäten, die gehen halt halt dann sehr auf Privatsphäre und und so weiter und ähm, wir sagen halt, die Sicherheit geht vor, also möchte ich jetzt gar nicht groß auf die Unterschiede nochmal eingehen, ähm. Ja, es es wird geschmuggelt und
es wird auch gefunden. Und dadurch, dass Kontrollen, Durchsuchungen und so weiter zu unseren Haupt oder zu unseren absolut alltäglichen Aufgaben gehören, was wir ständig machen. Kann man sich natürlich auch denken, dass da ab und an mal auch was auftritt. Sehr häufig sind es einfach nur Kleinigkeiten, die eigentlich gar nicht sicherheitsrelevant sind, da wollen sie halt mal wieder austesten, wo gucken wir hin und so weiter aber es kommt natürlich auch mal vor, dass was
anderes auftaucht. Hat das denn dann, ich sag mal direkte Auswirkungen auf ja gut fachdauer und sowas müsste wahrscheinlich wieder dann n Richter oder n Gericht dann anpassen oder klären oder wie wird das dann geahndet in dem
Sinne? Ja, es kommt immer drauf an was das ist, ne. Also wenn das jetzt Drogen sind, dann ist es natürlich eine Straftat und dann wird das Ganze zur Anzeige gebracht, das ist klar, das ist dann ja BTM Besitz oder was auch immer, je nachdem was es ist und wieviel es ist. Also das dann schon wenn das jetzt was ist was wirklich im Gesetz nicht verankert ist. Sondern was, was internes ist, weil er eine interne Hausregel quasi umgangen ist oder so.
Ja ähm dann äh, wird das mit einer Hausstrafe, also im Disziplinarverfahren geahndet, das kann dann eben sowas sein wie der Arrest, den ich vorhin angesprochen habe, das kann aber auch sein, dass er jetzt einen Monat nicht zusätzlich einkaufen darf, oder oder dass er seinen Fernseher abgenommen bekommt für einen Monat oder nicht an Freizeitveranstaltungen
teilnehmen darf oder sowas, ähm. Also das sind diese Hausstrafen, diese Disziplinarmaßnahmen. Das ist halt für Internetsachen in dem Moment, wo es ne Straftat ist, wird die Straftat auch zur Anzeige gebracht. Wie ist das allgemein? Vielleicht noch mal gefragt, können die Gefangenen sich mit Arbeit im Gefängnis Geld verdienen oder wie ist das organisiert? Es gibt Arbeitsbetriebe in den Gefängnissen, je nach Gefängnis, Größe und so weiter gibt es
verschiedene Möglichkeiten. Es gibt Gefängnisse, die haben Eigenbetriebe, sowas wie Schreinerei, ne schlosserei, ne Metzgerei. Natürlich gibt es die oder in den meisten Gefängnis in der Küche und so weiter da arbeiten Inhaftierte auch im Reinigungsdienst. Und dann gibt es noch sogenannte Unternehmerbetriebe.
Da werden dann Fremdfirmen beschäftigt, große Firmen, die man auch von draußen kennt, von denen man vielleicht auch Produkte einkauft, die dann im Gefängnis kleinere, einfachere Arbeiten anfertigen lassen, Sachen ein also eintüten, also verpacken oder Zusammenschrauben, zusammenbauen oder sowas und. Da können Gefangene arbeiten.
Es ist so, dass Strafgefangene zur Arbeit verpflichtet sind, sofern ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht, und die meisten möchten eigentlich auch ganz gerne arbeiten. Zum einen haben sie dann eine Beschäftigung und zum anderen haben sie ein bisschen zusätzliches Geld, sie verdienen bei uns sehr, sehr wenig im Vergleich zu draußen, das darf man nicht vergleichen, aber ein Gefangener hat ja auch haftkosten, also er verursacht ja kosten, er ist bekommt
Kleidung, das Personal kostet. Das Gebäude kostet das Inventar, der Strom und so weiter und das wird auf jeden Inhaftierten umgelegt, dass man ungefähr weiß, wieviel kostet ein Gefangener am Tag und deshalb verdienen die jetzt natürlich nicht so sehr viel Geld, weil ein Teil von dem, was sie quasi erarbeiten, sich auf diese Haftkosten dann natürlich, das wird dann umgerechnet und also das ist der Grund, warum sie so
wenig verdienen. Ja, und aber mit dem, was sie verdienen, können sie sich dann halt zusätzlich zu dem, was sie von uns bekommen noch Sachen kaufen.
Also sie bekommen bei uns natürlich eine warme Mahlzeit am Tag und auch Frühstück, Abendessen, Sie bekommen Kleidung, Hygieneartikel, aber alles im im bescheidenen Rahmen, also keine Luxusartikel, wenn sie dann natürlich Ihre speziellen Kosmetikartikel wollen oder auch Tabak, Kaffee oder sowas Schokolade, das müssen Sie sich dann selber kaufen von dem Geld das Sie bei uns verdienen. Wenn du jetzt gerade nicht eine Podcast Episode über dieses
Thema Aufnimmst, wie ist das? Ich sag mal nach Feierabend fällt es dir leicht den Hebel umzulegen, wenn du dann Feierabend hast oder nimmst du auch manche Sachen irgendwie mit nach Hause, ungewollt oder vielleicht auch gewollt oder so, weil du interessiert bist oder wie wie handhabst du das? In der Regel. Fällt die Tür hinter mir zu und damit ist mein Arbeitstag beendet.
Es kommt vor, wenn besondere Ereignisse waren, dass man dann daheim noch mal überlegt, wo habe ich wirklich alles, also hängt auch mit meinem Posten zusammen. Wir hatten vor einiger Zeit einen Brand und da habe ich dann natürlich sehr, sehr viel zu tun, um zu organisieren und dann geht man natürlich nach Hause und überlegt noch mal. Habe ich wirklich an alles gedacht? Habe ich äh, alles richtig gemacht?
Habe ich vielleicht irgendwo Mist gebaut oder ähm, hätte ich vielleicht auch irgendjemandem was mitteilen müssen oder sowas?
Ähm, das ist aber selten, ähm, normalerweise nehme ich da nichts, es ist jetzt nichts was mich dann belastet, was wo ich mir daheim noch groß Gedanken mache oder so, es sind dann eher so organisatorische Sachen. Und das ist wahrscheinlich so, wenn jemand in einem Büro arbeitet und er geht nach Hause, dann überlegt auch, habe ich meinem Kollegen eigentlich den Ersatzschlüssel gegeben oder so sowas in der Art, also jetzt nicht im Sinne, dass mich das jetzt seelisch permanent
beschäftigt, das kommt eigentlich nicht vor, und dass ich mich mit irgendwas noch interessensmäßig auseinandersetze, das war vielleicht am Anfang so, aber jetzt mittlerweile nicht mehr. Also ich kann da eigentlich sehr gut abschalten, das. Ich weiß nicht, ob die Frage zu allgemein ist und deswegen schwer zu beantworten.
Wenn überhaupt. Aber gibt es vielleicht auch da noch mal vor dem Hintergrund deiner Erfahrung im im Praxisalltag in einem Gefängnis oder so und in der gut, du musst ja selber keine Haft verbüßen, zum Glück aber ne, gibt es
bestimmte Gesetze, oder? Ja, Tradition ist natürlich schwieriges Wort in dem Zusammenhang, aber es gibt ja manchmal so inne ungeschriebene Regeln, zum Beispiel auch vielleicht in Gefängnissen oder so, die sich so eingebürgert haben im Laufe der Jahre. Gibt es da bestimmte Sachen, die dich stören, oder vielleicht auch, wenn man es mal sehr allgemein, fast vielleicht zu einem deutschen Justizsystem, also wie diese Abläufe sind, wo du sagst, das müsste man
eigentlich mal erneuern, das ist nicht mehr zeitgemäß, oder das fand ich immer schon doof. Sowas in die Richtung. Ja, das ist nicht so einfach. Ähm, ich bin kein Jurist. Und weil ich kein Jurist bin, Maße ich es mir nicht an, über Gesetze zu urteilen oder über die Umsetzung von Gesetzen. Ähm, was ich nicht was, was mir nicht gefällt, aber das ähm, wird man schwer umsetzen können, weil ich leben Fall in einem echten Bürokratiestaat, das ist so.
Manche Sachen dauern wirklich lange und das ist sehr unangenehm. Teilweise also nur mal als Beispiel, wenn jemand zu uns kommt. Gerade ein Untersuchungsgefangener, also Untersuchungsgefangener, ist jemand, der quasi festgenommen wird, weil er gerade eine Straftat begangen hat, und dann ist er in Haft, bis die Ermittlungen mal fortschreiten und vielleicht eine Verhandlung anberaumt wird oder sowas.
Also der hat noch keine Strafe, der wartet noch drauf und da ist es also so, dass die Zuständigkeit beim Gericht liegt. Das heißt, jeder Besucher, der ihn besuchen möchte, muss erst vom Gericht eine Erlaubnis bekommen. Jeder Brief, den der Gefangene bekommt, muss erst ans Gericht, dort wird es kontrolliert und dann kommt er zu uns zurück, da machen wir gar nichts, das liegt alles beim Richter und das ist was, was immer sehr schwierig ist. Jemand kommt zu uns.
Der ist noch keine halbe Stunde da, dann rufen schon die Angehörigen an. Oh, die Polizei hat mich verständigt, mein Mann ist bei ihnen und jetzt will ich wissen, wann kann ich ihn sehen, wann kann ich ihn sprechen, was ist los, wie lange muss er dableiben und dann musst du dieser aufgebrachten Frau oder oder wem auch immer verklickern, dass sie jetzt echt mal eine Woche 2 Wochen sich zurücklehnen kann, weil da passiert jetzt gar nichts. Sie kann ihn nicht ohne Weiteres sprechen.
Da muss erst ganz viel passieren in Sachen Organisation. Sie kann ihm einen Brief schreiben, aber bis er den kriegt, das dauert ein paar Tage und bis er dann antwortet, dauert es auch wieder ein paar Tage, weil das ganze ja übers Gericht gehen muss und so weiter und das ist was ich habe da auch nicht wirklich eine Lösung dafür, aber das ist was, wo ich fast täglich merke, dass das ganz schwierig ist, damit umzugehen und das den Leuten auch zu vermitteln.
Ähm. Ja, vor allem ich könnte mir vorstellen, dass dann auch manche Leute dann, ich sag mal auf dich zum Beispiel irgendwie sauer reagieren, obwohl du ja nichts dafür kannst. Also. Ja, ja, sicher, aber das gehört halt dazu und. Ich bin auch nur ein Mensch. Es kommt auch immer darauf an,
wie die auf mich zukommen. Also ich bin eigentlich schon jemand, der versucht, es den Leuten zu erklären, weil nur ich hab, das ist so meine Grundphilosophie, wenn jemand versteht, warum wir etwas machen, kann das auch akzeptieren und es nützt mir nichts, wenn ich immer nur sage, so ist es. Finden Sie sich damit ab und ich sag jetzt zum 10. Mal Nein und jetzt lege ich auf, das kann ich auch machen, ja ähm.
Aber das bringt mir nichts. Ich setz mich lieber ne halbe Stunde mit jemandem auseinander und bete ihm das alles vor, bis er es mal begriffen hat. Dann hab ich danach aber auch meine Ruhe, weil ich weiß, der ruft nicht noch mal an, ja. Aber also die dieses, dass es einfach lange dauert, dass es alles sehr bürokratisch ist. Es müssen 1000 Anträge gestellt werden für jeden scheiß, sag ich mal. Und auch wir kämpfen extrem mit der Bürokratie.
Du glaubst gar nicht, wie viele Formblätter wir jeden Tag ausfüllen müssen, für jeden Scheiß und für jeden Scheiß muss der andere, wenn du ihm was erklärst, unterschreiben, dass du ihm das erklärt hast. Also nein, das ist es ist
grausam. Das behindert uns in der Arbeit, das kann man niemandem erklären, das verschwendet Unmengen an Papier, das braucht kein Mensch, aber man muss sich natürlich in allen Punkten permanent absichern, und hier muss noch eine Unterschrift drunter, und das ist schon was, das ich habe keine Lösung, weil ich in jedem Einzelfall verstehe, warum man das in diesem Fall so macht, aber in der großen Masse. Ist es eine unglaubliche Belastung und also, die dieses
lange, zähe. Es heißt ja auch immer, die Mühlen der Justiz mal langsam, ja, wenn sie nicht gerade stehen bleiben und und die Bürokratie, das ist vor allen Gesetzen und so weiter das, wo ich sagen würde, das würde ich mir wirklich wünschen, wenn sich da mal was tun würde, aber ich kann es mir nicht vorstellen und wie gesagt, ich habe auch gar keinen
besseren Vorschlag, leider. Hm kann ich sehr gut nachvollziehen, ja. Ja, eine Frage, die ich mir zwar aufgeschrieben hatte, die ich mir aber, glaube ich, sparen kann. Bist du mit deiner Stelle zufrieden, würdest du dieselbe Stelle noch mal antreten?
Das ist ja, das ist die Frage, ne, Ich bin mit meinem Posten, den ich habe zufrieden und würde diesen Posten jederzeit wieder nehmen, wenn man mich jetzt fragt, ob ich noch einmal im Strafvollzug anfangen würde zu arbeiten, mit dem Wissen, das ich habe, will ich es nicht machen. Oh okay. Das hat aber gar.
Nichts mit der Arbeit zu tun. Es hat viele, viele Vorteile, Beamte zu sein, aber es hat halt nicht nur Vorteile und das weißt du natürlich, weil du unsere privaten Voraussetzungen kennst. Ich habe einen ganz großen Nachteil dadurch, dass ich Beamte bin. Ja, und das ist ein Nachteil, der. Nicht alles aufwiegt und ich habe, ich hätte lieber andere, ich hätte lieber einen anderen
Beruf gehabt. Es gibt viele Berufe, die ich lieber gemacht hätte, an denen ich mehr Spaß gehabt hätte, jeder hat so seine Traumjobs und ich hätte, glaube ich, und das ist jetzt gar nichts gegen die Justiz, das ist ein guter Job, ich, äh, sag jetzt nicht, dass der, dass der schlecht ist oder so, aber wenn ich nochmal die Wahl hätte mit dem Wissen, das ich jetzt habe, ich habe, glaube ich, sehr lange bereut, dass ich nicht mehr daran gesetzt habe aus meinem Leben.
Irgendwas anderes zu machen. Ich hätte studieren sollen, ich glaube, das wäre besser gewesen für mich. Hättest du denn dann aber auch, ich sag mal jetzt gefühlt in der Justizrichtung irgendwas studieren wollen, Rechtswissenschaften oder so oder was ganz anderes? Also ich habe in der Ausbildung festgestellt, dass mir Strafrecht unglaublich Spaß gemacht hat. Das war mein bestes Fach. Allerdings habe ich das erst in
der Ausbildung festgestellt. Ich hätte vor der Ausbildung, bevor ich bei der Justiz war, glaube ich jetzt nicht Jura studiert, weil mich das damals nicht so gereizt hat.
Ich hätte was im Bereich Kunst, Kunstgeschichte studiert, das wäre mein Ding gewesen, oder oder vielleicht im Bereich Journalismus, aber wahrscheinlich hätte ich es versucht mit Kunstgeschichte. Also ich sag mal was ich mir zum Beispiel gleichzeitig so. Sehr interessant, aber auch ich glaube sehr verstörend vorstelle, ist Gerichtsreporter. Ich habe tatsächlich mal eine erlebt und ich weiß nicht, ihr Name nicht. Ihr Nachname ist Friedrichs und Gisela. Gisela Friedrichsen.
Vom Spiegel war sie, oder? Das ist, das ist vom Spiegel, glaube ich, das ist, glaube ich, mit die bekannteste deutsche Gerichtsreporterin. Ich war neben ihr gesessen.
Ach geil. Ja, ich war mal bei einem Inhaftierten, tatsächlich in der Urteilsverkündung und im Plädoyer. Das hat sich über mehrere Verhandlungs, über viele Verhandlungstage gestreckt, und ich bin zum Plädoyer gegangen und zur Urteilsverkündung, weil mich das juristisch sehr interessiert hat, was sie aus dem Fall machen, und da war sie neben mir im Zuschauerraum gesessen, und ich habe mir auch danach die Berichterstattung angehört, wo sie auch interviewt wurde und so weiter und äh.
Ich würde mich jetzt, ich würde jetzt mir nicht erlauben, ihre Arbeit zu urteilen, weil da kenne ich zu wenig. Ich habe wirklich nur diese wenigen Interviews mit ihr gesehen, da hat sie auf mich einen Eindruck gemacht, wo ich gedacht hätte, wenn alle gerichtsreporter so wären, dann könnte ich Journalismus in diesem Bereich ernster nehmen.
Ich mag nicht diese reißerischen Artikel und da sie hat dann schon immer versucht, das ganze halbwegs objektiv darzustellen, in diesem Fall, ich kann ja nur diesen Fall beurteilen und. Gerichtsreporter stelle ich mir interessant vor, aber ich habe mal ein Praktikum meiner Zeitung gemacht und war da auch bei ein paar Gerichtsverhandlungen dabei.
Und Ey, das war echt öde. Also da hockst du dann in so einem kleinen Amtsgericht in einer Kleinstadt und hörst dir so eine einstündige Verhandlung an und es ist immer der gleiche Müll und dann musst du da irgendwie einen guten Artikel draus machen, das kannst du vergessen, die großen Prozesse, ja das kann interessant sein, aber bis du da als Journalist hinkommst, ist das ein ganz ganz, ganz weiter weg. Konntest du mit ihr denn auch direkt sprechen?
Dann irgendwie darüber oder hat sich das nicht ergeben? Ich hätte vielleicht mit ihr sprechen können, aber da hatte ich einfach keinen Grund dafür. Ich, ich hatte einen Grund, warum ich an dem Tag da war und es es war noch jemand beim Gericht, mit der ich mich dann unterhalten habe, das ist war eine, die bei uns regelmäßig zur ehrenamtlichen Arbeit in die JVA kommt, die war auch da und die kannte ich und mit der habe ich mich dann auch über den Fall unterhalten und so.
Ich hatte jetzt kein Interesse, mich mit ihr zu unterhalten und man muss natürlich auch sehr aufpassen, wenn man vollzugsbedienstete ist, dann gehst du nicht auf die Presse zu. Unter ja klar also. Das ist ganz, ganz, ganz schwierig. Was man also zu konkreten Fällen oder so was äußern wir uns da
sowieso nicht. Und auch wenn die Presse jetzt bei uns anruft, dafür haben wir Pressesprecher, eine Anstaltsleitung und so weiter, da geben wir jetzt keine Auskunft oder so. Wenn jetzt keine Pandemie oder irgendwelche Meteoriteneinschläge oder sowas gerade passiert, habt ihr einen Tag der offenen Tür. Ja und Nein. Also für Leute die.
Ja, ja, also es ist so. Ich hatte ja erwähnt, ich war vorher in der alten JVA und dann sind wir in die Neue umgezogen, bevor die belegt wurde, hatten wir komplett Tag der offenen Tür, da war echt die JVA offen an anderthalb Wochenenden, also Samstag, Sonntag und dann noch mal an einem Samstag glaube ich und es waren, kann ich sogar sagen, ich glaube 30000 Leute da, boah. Und. Ich glaube, ich habe von jedem eine Frage beantwortet.
Also so hat sich es angefühlt, das war die Hölle, und da konnten, weil da konnten sie sich das neue Gefängnis anschauen, sie konnten Hafträume angucken und die ganzen Arbeitsbetriebe, und alles, da durfte jeder kommen, und es ist auch jeder gekommen. Mittlerweile ist es so, dass wir das natürlich nicht mehr machen, wir sind voll belegt, das geht natürlich nicht, wir haben zum einen die Möglichkeit, dass wir Führungen veranstalten für Gruppen, allerdings mittlerweile
nur noch. Gruppen, also Berufsbezogen, Assessoren, Jurastudenten, Sozialpädagogik, Studenten oder solche Sachen, auch mal höhere Schulklassen oder so. Das wird jetzt momentan natürlich nicht durchgeführt und das ist aber halt nur eine normale Führung, da kann man jetzt als Einzelperson nicht kommen und dann gibt es halt noch was, das ist aber sehr speziell jetzt bei uns, dass so
ungefähr alle. 2 Jahre, vielleicht 3 Jahre, gibt es den Tag der offenen Tür für Freunde und Angehörige von Bediensteten. Und da dürfen wir als Bedienstete unsere eigene Gruppe, ob das jetzt eine Person ist oder 20, das ist egal. Wir müssen die alle kennen und auch dafür sorgen, dass alle, die mit uns reingehen, auch wieder mit uns rausgehen und dann? Können die sich bestimmte
Bereiche anschauen? Es gibt dann immer ein paar sehr nette Gefangene, muss ich dazu sagen, die dann bereit sind, ihren Haftraum zu zeigen, die Räumen dann ihren Haftraum, aufräumen alles weg, was sie nicht zeigen wollen und sind dann halt beim Arbeiten in der Zeit und erlauben, dass dann wirklich diese ganzen Leute in ihren Haftraum reingehen und sich das mal angucken und wer das nicht möchte, der macht seine Tür zu und dann geht da auch keiner rein, also das ist
immer, das sind wirklich freiwillige Gefangene, die sagen ja. Alles in Ordnung, könnt ihr machen und dann kann man auch ein bisschen die Arbeitsbetriebe anschauen. Die Sporthalle, die wir natürlich auch haben. Ein bisschen so Sicherheitsbereiche im Rahmen der Möglichkeiten, und da hat man schon einen sehr guten Einblick, aber man muss halt dann wirklich jemanden kennen, der dort arbeitet, der einen
dahin dann mitnimmt. Ja, also ich sag mal so, also ich frag auch nicht ganz uneigennützig. Lädst. Du dich mit dazu ein, ja. Ja, also im Moment. Und ist es pandemiebedingt noch nicht raus, wann wir sowas wieder machen? Das wird wohl noch eine Zeit dauern, aber ich werde versuchen, das dann so hinzukriegen, dass wir da mal zusammen hingehen und es ist halt jetzt nicht gleich der nächste Weg, von dir aus gesehen. Das kriegt man schon irgendwie hin.
Ja, ich denke auch, und da lässt sich mit Sicherheit irgendwas machen. Und aber, wie gesagt, da ist momentan noch nichts in in Sicht. Also ich glaube letztes Jahr oder was wäre theoretisch wieder n Termin gewesen, aber da war natürlich nicht dran zu denken. Ja, falls du möchtest oder so. Wenn sich das noch mal ergeben sollte, demnächst irgendwann, dann sag dir mal Bescheid, dann können wir ja mal schauen, weil das würde mich tatsächlich auch
sehr interessieren. Ja, da habe ich nur die schlechte Nachricht, also Fotos und Filmen kannst du da. Vergessen? Nee, Ach das, das brauche ich auch nicht. Also das ist dann nicht erlaubt, aber du kannst dann drüber reden. Ja, das würde ich wahrscheinlich dann auch machen.
Dann würde ich dann noch mal ne Episode oder so zu machen, mal gucken ne, aber das das würde mich sehr freuen tatsächlich, falls sich das irgendwie ergibt, demnächst irgendwann mal wenn es mal wieder stattfindet sehr gerne ja, behalte mich im Hinterkopf. Wie könnte ich dich vergessen? Ach, das ist ja so schön. Ja, absolut, ich hab noch 2 Fragen. Ja. Die eine Frage könnte man eigentlich auch als letzte. Frage nehmen, weil sie ein bisschen philosophisch
vielleicht ist. Aber, und das das eignet sich immer so schön, als letzten weiß ich nicht als Schlusssatz, aber ich frag sie einfach mal. Hat sich dein Menschenbild durch die Arbeit in der JVA im Vergleich zu der Zeit davor verändert und wenn ja, inwiefern beziehungsweise warum? Ich glaube nicht, dass ich darauf eine Antwort geben kann, die gut für mich ist, weil ich blöderweise, ich glaube, dass ich was, was das angeht, ein relativ ehrlicher Mensch bin.
Und ja, hat es. Ich frag mal oder ich ich also ich könnte mir vorstellen, dass jemand, der nicht im Gefängnis tätig ist, dass das eher die Regel sein könnte. Mit den Erfahrungen, die man da, weil es einfach auch alltäglich dann irgendwann ist, natürlich im Arbeitsalltag. Ich weiß nicht, ob es was damit zu tun hat. Ich habe mit 20 angefangen und ich glaube, dass jemand, der mit 30 anfängt und schon 10 Jahre irgendwo in der freien Wirtschaft gearbeitet hat, da schon viel weiter ist.
Sein Menschenbild gefestigt zu haben, als ich es damals war. Ich glaube, ich bin sehr durch den Beruf geprägt worden noch und. Ich wäre nicht der Mensch, der ich jetzt bin, wenn ich einen anderen Beruf gehabt hätte.
Das muss ich ganz klar sagen, auch im Umgang mit anderen Menschen, und ähm, ich glaube, dass ich misstrauischer geworden bin und kritischer geworden bin, was also vor allem bin ich misstrauischer geworden, das glaube ich schon, ähm, ich glaube auch, dass ich mehr Vorurteile habe, weil das klingt jetzt bescheuert, aber das ist mein Job, Vorurteile zu haben. Hm also nicht falsch verstehen, aber es kommt jemand und ich
habe ein paar Daten über den. Ja es kommt ein Neuzugang und ich habe ein paar Daten und Du schiebst den automatisch in eine Schublade. Du musst schon mal einschätzen, könnte der gefährlich sein, könnte der selbstmordgefährdet sein und solche Sachen du hast noch gar nicht mit ihm gesprochen. Ja, einfach aufgrund der Papiere, die du bekommst, musst du den schon in irgendeine Schublade, zumindest bis zum nächsten Tag erstmal reinschieben, damit bis zum nächsten Tag erstmal nichts
passiert. Ja und also ich schiebe keinen Gefallenen in die Schublade, ich meinte jetzt das denken in die Schublade schieben, ne also und und dann gewöhnt man sich das auch ganz schnell an das ständig zu tun, aber ich glaube, dass ich. Ich bin kein sehr großer Menschenfreund und ich weiß nicht, ob ich das vorher war, aber auf jeden Fall bin ich es jetzt noch sehr viel weniger. Ich versuche zwar mit Menschen gut umzugehen, also wer mich kennt, wird das jetzt bestreiten, aber.
Nö, nö. Ach komm. Also ich sag mal, äh, ich bekomme häufig gesagt, dass ich zu Besuchern und so weiter sehr viel netter bin als zu meinen Kollegen. Das mag ja durchaus sein, also ich versuche halt diese Unbeteiligten, also Besucher und Rechtsanwälte oder so was, ja die, äh als als als Kunde oder oder als Fragesteller zu mir kommen, da versuche ich schon die gewisse Höflichkeit zu wahren und so weiter und da bemühe ich mich schon, das macht mir auch Spaß und insgesamt habe
ich glaube ich, äh, ich bin. Ich glaub mein Charakter hat der Job nicht gut getan. Ja, können wir mal so stehen lassen. Also ich kann da wie gesagt, dass ich mag dich so wie du bist und danke, weißt du was das zu schätzen? Jetzt kannst du mich auch nicht mehr ändern. Hättest du Jahre früher kommen müssen? Ja, das. Ist wahrscheinlich richtig neu, aber ich finde das passt so. Aber ich ich kann das schon verstehen was du so sagst und wie du auch darauf kommst, dass es so ist.
Eine Frage, die mir jetzt gerade mal spontan einfiel, die schieb ich jetzt noch mal kurz ein, die hast du in gewisser Art und Weise schon mal vorhin kurz angesprochen und zwar ging es darum, dass ich glaub für den Bullen von Tölz es gedreht werden sollte, dass ein Gefängnis. Ein Polizist war im Gefängnis wegen Tatverdacht. Genau. Kennst du Fälle oder gab es sowas schon mal in deiner Laufzeit dort? Dass jemand tatsächlich vom. Seiten gewechselt hat.
Ja. Ja. Ui, war das jemand, den du persönlich kanntest oder von dem du auch oder dem du das irgendwie ja zugetraut ist? Jetzt klingt blöd, aber. Oder hat es dich überrascht, dass es passiert ist? Oder eher nicht? Also es ist es gab es in in mehreren Variationen. Ich hatte den Fall, also ja, ich, ich will da ja gar nicht zu viel. Nee, wenn nicht, dann musst du auch nicht alles. Gut, es ist schon passiert.
Man darf jetzt auch nicht vergessen, wie viele 1000 vollzugsbedienstete es alleine in Bayern gibt und das unterschätzt man ganz gerne und sehr viele kennen sich untereinander. Wir waren alleine in meinem Lehrgang 165 Auszubildende, die sich dann auf verschiedene Anstalten verteilen, zu denen man dann wiederum Kontakt hat, ich habe, ich habe in 4 Anstalten gearbeitet, Kollegen lassen sich versetzen und so, man kennt unglaublich viele.
Ja, und dass dann auch mal einer dabei ist, der da mal ein bisschen daneben schießt, gerade vielleicht so in der Anfangszeit des Berufs oder sowas, das passiert und auch, dass mal ein Kollege in eine Sache reinrutscht, die am Anfang gar nicht so dramatisch war und die sich dann wie ein Teufelskreis weiterentwickelt hat und deshalb, es waren ganz, ganz, ganz, ganz, ganz wenige Fälle, aber es war auch nicht nur einer und es. Kam auch vor, also dass ich die
Person gekannt habe. Nicht, dass ich jetzt eng mit diesen Personen befreundet war oder so. Es gab einen Fall, da war ich überrascht, aber das war auch ein Fall, wo ich diese betroffene Person. Zu der hatte ich sehr, sehr lange keinen Kontakt mehr. Nur ganz am Anfang mal und ganz am Anfang hatte ich einen ganz anderen Eindruck von dieser Person als das, was dann viel, viel später daraus geworden ist. Und da liegt ganz, ganz viel Zeit dazwischen und ich weiß nur aus Gerüchten und aus der
Presse, was da vorgefallen ist. Ich weiß nicht, wie es zustande gekommen ist und deshalb kann ich auch nicht sagen, ob das zu erwarten war oder ähnliches. Gibt es denn theoretisch gesehen auch die Möglichkeit, dass das andersrum passiert, also dass jemand zum Beispiel, der seine Strafe abgesessen hat, der Resozialisiert ist, dann irgendwie im Laufe der Zeit die Beamtenlaufbahn einschlagen kann und dann, das ist ausgeschlossen, wahrscheinlich ne. Das ist in dem Fall ausgeschlossen.
Ja Ah OK, dachte ich mir schon, ja. Zu guter Letzt, bevor du gleich noch was dazu sagen kannst, falls dir da was einfällt, möchte ich ganz gern auch noch einen Tipp in eigener Sache abgeben. Und zwar es gibt auf Youtube generell, gerade auch vom WDR, aber auch NDR und den anderen öffentlich rechtlichen Sendern ziemlich viele gut gemachte Dokumentationen über verschiedenste Themen, unter anderem auch über bestimmte
Kriminalfälle, die. Die wirklich sehr, sehr gut gemacht sind, gut gedreht, gut recherchiert und sehr, sehr spannend. Mir ist eine Dokumentation tatsächlich besonders in Erinnerung auch geblieben, wo es um den Fall Beate Zschäpe geht, NSU, der wurde ja, glaube ich, in München verhandelt, und der hat sich ja auch über mehrere Jahre gezogen, ich glaub jetzt mittlerweile ist da ja wieder neue Bewegung reingekommen, nee. Jetzt nicht mehr.
Ja, doch, ich hab glaub ich vor ein 2 Wochen hab ich noch irgendwas gelesen, dass da jetzt wieder oder? Doch sie hatte noch mal Widerspruch oder sowas eingelegt und das ist jetzt endgültig vom Tisch. Jetzt ist es endgültig durch. Und das ist im Prinzip ne Doku, die wurde über ich glaub 456 Jahre lang gedreht vom WDR.
Und die da hat n Kamerateam und ne Reporterin die 3 Hauptverteidiger von Beate Zschäpe mit den wunderschönen Namen Herr Speer und Sturm. Ja, es ist also ich sag auch, was ist das denn, wir haben die 3 halt begleitet im Laufe des Prozesses und wer sowas mag und das geht dann halt auch wieder so n bisschen in Richtung so ja halt. Gerichtsprozesse bekannter Leute und solche Sachen.
Aber wer sowas mag, dem kann ich die wirklich sehr ans Herz legen, die geht glaube ich anderthalb Stunden lang, aber es lohnt sich jede Minute, die ist wirklich echt gut gemacht und liefert auch noch mal so einen gewissen Einblick, zumindest in solche Gerichtsprozesse und was die Anwälte auch zu solchen Sachen teilweise sagen und wie die sich halt auch im Laufe der Zeit ja verändern, sagen wir es mal so, auch gewisse Meinungen und solche Sachen. Das kann ich sehr empfehlen.
Und um den Ball jetzt noch mal zu dir zu geben. Zu guter Letzt hast du irgendwelche besonderen ich sag mal Buchtipps, filmtipps, Serien, Dokus, die müssen jetzt gar nicht speziell zum Thema Gefängnis sein, aber ich sag mal jetzt vielleicht mal allgemein Thema Justiz. Oder Verbrechen. Oder ich weiß nicht Serienmörder irgendwie, sowas hast du da irgendwas, was du besonders gerne geschaut hast, was du besonders gut findest, was du den Zuhörern empfehlen kannst oder möchtest?
Empfehlen kann ich auf jeden Fall Bücher von Stefan Harbort. Der muss jetzt auch sein. Stefan Harbort ja, ein ich sag mal Profiler und der der sehr gute. Äh, Bücher zum Thema Serienverbrechen und so weiter schreibt sehr ähm ja ähm, derb auch teilweise ähm, wer sich für dieses Thema interessiert, dann ähm. Ach, den kenne ich, glaube ich. Ja, du kennst doch Stefan Harbor, denn Stefan Harbor Smiley, das ist der Punkt, ah.
Ja, genau, dann. Natürlich muss ich jetzt auch Andreas Gruber empfehlen, weil und zwar die Todesreihe, die Martin S. Snyder Reihe, aber ich möchte jetzt ganz noch ein Buch empfehlen, ja schon ein bisschen, und ich weiß leider jetzt gar nicht mehr, wie es heißt, aber ich kann sagen, von wem es ist.
Und er hat nicht sehr viele Bücher geschrieben, ich glaube, das war nur 1 oder 2. Und zwar heißt der gute Herr Stefan Lukas. Stefan mit PH und Lukas mit C und er ist Rechtsanwalt und man kennt ihn vielleicht als Staatsanwalt Lukas aus Richter Alexander Hold und. Ach, der ist das ja klar. Der Rechtsanwalt Lukas kommt regelmäßig in unsere JVA. Der ist ja tatsächlich Rechtsanwalt und ab und zu hat er ein Mandanten bei uns. Ich muss auch sagen, dass er sehr nett ist.
Das ist ein ganz, ganz, ganz höflicher Mensch, mit dem wir auch schon viel Spaß gehabt haben und so weiter ist ein ganz netter und der hat ein Buch geschrieben über seine Arbeit als Rechtsanwalt und ich habe das Buch gelesen, weil mich das interessiert hat. Warum wird jemand Rechtsanwalt und nicht Staatsanwalt, zum Beispiel, weil ich immer für
mich gesagt habe, ich. Ich wäre doch nicht Rechtsanwalt, da muss ich ja jeden Mandanten nehmen, damit ich Kohle reinkriege als Staatsanwalt, da kriege ich meine Fälle, dann prüfe ich ja, der Angeklagte ist, und wenn ich nicht dahinter stehe, muss ich ihn ja nicht anklagen, das war immer so mein naives, mein naives denken, ja, und mich hat halt interessiert, warum wird jemand Rechtsanwalt, aber du hast doch ganz viele moralische Widersprüche und deshalb habe
ich sein Buch gelesen, weil er dieses Thema gut aufgreift und auch sehr gut differenziert, was es für ihn heißt, Rechtsanwalt zu sein, das heißt ja nicht zwingend, dass er von jemandem die Unschuld beweisen. Lesen will, sondern nur, dass er dafür sorgt, dass er seine Rechte wahrnehmen kann. Und das ist ein kurzweiliges Buch, das ist leichte Kost.
Da muss man nicht tiefer in der Materie sein, das ist was für die breite Masse. Deshalb war ich vorhin auch so ein bisschen zurückhaltend, was so dieses Ah, es ist ein richtig gutes Buch, ne, es ist leichte Kost. Ich hätte mir gerne noch tiefgehender gewünscht, aber. Aber dann wäre es halt jetzt nichts für für jedermann wahrscheinlich gewesen. Aber ich kann es empfehlen, weil es ist eine interessante Perspektive und ja man auch als ebook und zieht es euch ruhig mal rein.
Es ist nicht besonders umfangreich, das hat man an einem entspannten Nachmittag auch durch. Ich habe gerade mal nachgeschaut, und zwar hat er 2 Bücher wohl geschrieben bisher. Das eine heißt auf der Seite des Bösen. Und das war das. Das ist von 2012 meine spektakulärsten Fälle als Strafverteidiger. Und dann gibt es noch, garantiert nicht strafbar von 2017. Das habe ich noch nicht gelesen. Also ich kenne nur dieses eine und das von 2012 eben und ja, das.
Mich hat es einfach mal auch interessiert, weil er halt wie gesagt auch ab und zu bei uns ist und es ist immer interessant, Bücher von jemandem zu lesen, die man kennt und wobei ich hatte. Ich hatte leider jetzt noch nicht die Gelegenheit, mit ihm darüber zu reden. Ich würde gerne mal wissen, ob er es wirklich selber geschrieben hat oder ob er nur den Inhalt geliefert hat und jemand anders hat hat es in Worte gefasst. Das weiß ich nicht, aber es klingt ein bisschen so, als
hätte er es selber geschrieben. Ja, das das finde ich ja auch generell interessant und das noch mal kurz zu erwähnen, es gab ja also Anfang der 2000 er sehr sehr viele Gerichtssendungen im deutschen Fernsehen und einige, von denen, ich glaube, die Barbara Salesch und der Alexander Hold ist ja wirklich Richter, das sind ja keine Schauspieler, ne.
Also ja, ja, das schon. Also Alexander Hold war unser Richter hier bei uns, bevor er zum Fernsehen gegangen, ach nein, der ist hier sehr, ich habe ihn über fast überfahren.
An einem Tag. Mir war der Tag der offenen, Ich war am Tag der offenen Tür, genau da bin ich, dann hab ich mich ganz schnell aus dem Staub gemacht, ich hatte nämlich Dienst und hatte dann Feierabend und ich fahr vom Bedienstetenparkplatz Weg und bin etwas zügig aus der Ausfahrt raus und hab ihn fast über den Raufgefahren weil er kam da gerade aus der JVA raus weil er sich die JVA angeschaut hat, das ist ja auch ein ganz netter und aber der ist bei uns sehr sehr
bekannt und also ich sag mal so die die Anwälte die bei der Sendung Richter Alexander Hold waren, die sind ja. Alles aus dem Raum oder viel aus dem Raum München, Augsburg und so weiter und also Bayern eben. Und die kommen bei uns dann
doch. Einige von denen kommen da doch regelmäßig rein, während jetzt Barbara Salesch mit in Köln oder wurde in Köln gedreht und die Anwälte, die da aufgetaucht sind, die zu denen hatte ich jetzt noch keinen persönlichen Kontakt. Ja, liebe Steffi, Ich möchte mich bedanken, dass du dir die Zeit genommen hast. Ja, vielen Dank, dass du dich dafür so interessiert hast, ja. Also ich mir werden wahrscheinlich im Nachhinein auch noch 20 weitere Fragen einfallen, die mir jetzt vorab
nicht eingefallen sind. So ist es meistens bei Podcastfolgen bei mir, aber ich sag mal, sollte ich noch mal 50 Fragen oder so zusammen kriegen, dann können wir ja vielleicht noch mal ne Nachfolge Episode machen, wenn du Lust hast. Muss ich mir ein freies Wochenende suchen, glaube ich, weil das war ja jetzt doch etwas länger gerade. Ja, es tut mir leid, ich hoffe, es war okay. Ja, für mich schon. Alex wartet halt, aber das Macht
nichts. Ja, nein, hat wirklich großen Spaß gemacht und ja, ich hoffe, dass ich jetzt die Justiz nicht in zu schlechtes Licht gerückt habe und. Ach nein, alles gut also bei mir zumindest nicht. Ja, das ist ja gut. Ich.
Ich hoffe halt auch, dass es vielleicht also ich klar für, ich sag mal Deutsche, die das jetzt hier gehört haben, aber vielleicht auch für Leute aus anderen Ländern, die diesen Podcast hören, aus keine Ahnung, Japan oder Amerika oder so, die finden das Thema ja vielleicht auch interessant und vergleichen das so mit ihren Gefängnissen und wie das da alles
strukturiert ist. Falls Sie da was zu wissen ich also ich könnt mir vorstellen, dass das auch, also es ist für alle wahrscheinlich sehr interessant und es ist halt auch n Thema, was man jetzt auch nicht jeden Tag mal irgendwie bespricht beziehungsweise. Du bist auch das wird dich wahrscheinlich nicht wundern, die einzige Person, die ich kenne, die in einem Gefängnis arbeitet.
Ich glaub, so viele Berührungspunkte haben viele Leute damit halt auch nicht persönlich, weswegen es halt umso interessanter ist, dass du mal so n bisschen erzählt hast aus dem Arbeitsalltag und ja wie gesagt, vielen lieben dank und falls ihr die Steffi übrigens mal abseits des Gefängnisses oder dieser Folge auch ein bisschen aktiv.
Akustisch zumindest. Auch erleben möchtet ihr beim Spielen zuschauen möchtet, dann könnt ihr das auch gerne tun auf Youtube. Da hat sie nämlich auch einen Let's Play Kanal. Der nennt sich Ash Zahar, also ASHZAHA Doppel r. Ich hoffe ihr habt das jetzt richtig buchstabiert, ich glaube ja, das ist nämlich immer das ist wenn ich irgendwas buchstabiere, dann denke ich mir immer, so habe ich das jetzt richtig gemacht und da Let's Play die Steffi auch ganz ganz tolle Spiele von älteren Sachen
zu neueren Sachen, Harry Potter, Tomb Raider. Und so weiter und sofort. Da ist vieles für euch dabei, also schaut euch gerne mal das an und ich finde übrigens auch wenn ich das mal so sagen darf, du hast, ich weiß nicht ob ich dir das schon mal erzählt habe, aber wenn nicht, dann sage ich es jetzt einfach mal. Du hast eine sehr angenehme Stimme und du hast auch eine sehr angenehme Art Sachen zu
erklären. Also ich könnte mir tatsächlich auch vorstellen, dass du auch selber zum Beispiel ganz guten Podcast haben könntest. Du hast es mir mal gesagt, es war beim allerersten Skypen. Siehste ja, und es ist auch so.
Mir ist da was eingefallen. Ich habe tatsächlich, das war kein Podcast, aber ich habe mal ein Video gemacht, wo man ab und zu mal hinschauen kann oder über das Thema Synästhesie und das ist auf meinem Kanal. Also wenn jemand sich für das Thema Synästhesie interessiert, da ist tatsächlich was, aber ich möchte auch gar nicht viel Eigenwerbung machen, weil momentan mache ich nicht viel auf dem Kanal, kommt aber wieder und hatte da technische Probleme und.
Und ja, vielen Dank auf jeden Fall für die Werbung und für das Kompliment. Gerade eben noch. Sehr gerne in beiden Fällen und ihr findet natürlich auch alle einen Link zu Steffis Kanal. In der Beschreibung dieser Podcast Folge ist ja klar, also wie gesagt, vielen Lieben dank auch an euch fürs dabei sein, vielen Lieben Dank an Steffi und ich hoffe wir hören uns beim nächsten Mal wieder, also dann macht's gut. Und Tschüss, Tschüss. Euer Dave.
