Hör mal wer da hämmert - podcast episode cover

Hör mal wer da hämmert

Jan 25, 202656 minEp. 169
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Summary

In dieser True-Crime-Folge tauchen Anna und Christian in das kuriose Leben von Walburga "Dolly" Oesterreich ein, einer Frau, die ihren Liebhaber Otto Sannhuber über ein Jahrzehnt lang auf dem Dachboden ihres Hauses versteckt hielt. Die Geschichte nimmt eine düstere Wendung, als Otto Fred, Dollys Ehemann, tötet, während dieser im Glauben lebte, von Geistern verfolgt zu werden. Der Fall entfaltet sich durch mehrere Umzüge, Betrug und Verhaftungen, bis die Wahrheit ans Licht kommt und mit überraschenden Wendungen und Rechtsentscheidungen endet.

Episode description

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Dolly Oesterreich scheint eine perfekte Ehefrau zu sein: wohlhabend, charmant und natürlich immer elegant. Aber hinter den Mauern ihres Hauses verbirgt sie ein Geheimnis - ihren Liebhaber Otto. Er lebt jahrelang versteckt auf dem Dachboden vom Haus der Österreichs. Dollys Mann Fred hört natürlich ab und zu komische Geräusche, aber Dolly redet sich immer irgendwie raus. Irgendwann eskaliert die Situation aber und Dolly Doppelleben kommt ans Licht. Und das ist noch lange nicht das Ende ihrer Geschichte…


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Darwin gefällt das ist eine Produktion von Kugel und Niere.

Mit Anna Bühler und Christian Alt.

Recherche: Christian Alt

Produktion und Redaktion: Lina Kempenich

Audioproduktion: Joé Fleischhauer

Zum Team gehören außerdem Stefanie Buchholz, Pauline Claßen und Hanna Autenrieth

Intromusik: Robert Sladeczek

Cover-Art: Paul Grabowski


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Transcript

Der Umzugs-Wahnsinn und Hattie Greens Mentalität

Anna, also wir nehmen ja heute ohne Video auf, aus gutem Grund, weil meine Wohnung ist einfach ein einziges Chaos. Es ist einfach, es ist wirklich chaotisch bei mir. Also mehr als sonst. Ich wollte gerade sagen, es ist alles...

Nochmal eine besondere Situation, es ist sonst wahrscheinlich auch jetzt relativ chaotisch, weil mit Baby kann man ja auch nicht aufräumen. Achso, nee, ich dachte, du meintest meinetwegen, weil ich einfach chaotisch bin. Es ist einfach, es bist erstmal du. Das heißt, es ist schon mal ein Grundchaos.

Dann hat man ein Baby und hat gar nicht Zeit, da so ein bisschen was aufzuräumen. Das kommt noch hinzu. Jetzt kommt der Umzug noch, weil ich zieh bald um. Und Teil vom Umzug ist natürlich auch entrümpeln. Meine eBay Kleinanzeigen-App glüht heiß.

Weil ich einfach so viele Sachen da reinstellen muss. Ich denke mir immer, wenn ich bei ebahr Kleiner zeigen, was für einen kleinen Preis reinstelle, denke ich mir, hoffentlich kommt jemand, der sich einfach total freut. Der so sagt: Danke, die anderen bieten das für 20 Euro.

Genau, genau. Das ist ja nett. Ich komme, ich baue das selber ab, das ist ja ein tolles Angebot. Vor ein paar Jahren habe ich zum Beispiel mal so einen Monitorständer bei Eber Kleinanzang drin gehabt. Und dann kam eine Frau, die meinte: Vielen, vielen Dank, dass Sie es einfach verschenken. Mein Sohn wünscht sich das. Zu Weihnachten, ich beziehe Hartz IV, ich kann mir das nicht leisten. So das war echt schön, wo ich dachte: Ah, okay. Eine gute Tat. So.

Das ist so mein Ideal, wie so eine Interaktion abläuft. Ich stelle was zu einem echt guten Preis rein. Jemand kommt, der sich mega freut. Der vielleicht so nicht an diese Sachen rangekommen wäre. So, ich habe gestern meinen Fernseher bei Ebert Kleinerszeigen verkauft, der im Wohnzimmer stand. Das ist schon ein älteres Ding, ja. Habe ich für einen Huni reingestellt und dachte. Da kommt vielleicht jemand so ein Student.

Oder eine Studentin, der sich einfach freut über so einen Fernseher. Die Person kommt, ich sehe schon unten, ich gucke aus dem Fenster, wie so ein alter Mann. Sehe, wer kommt da? BMW X1 Alcantara-Ausstattung. Ein Typ steigt aus, der aussah wie, keine Ahnung, als wäre gerade gezeugt worden von zwei BWL-Justuses. Seine Frau kommt aber hoch. Sagt, ach ja toll, also immerhin, sie haben gezahlt, also alles gut, ja, auf der Seite, ich darf mich nicht beschweren, aber sie kommen hoch.

Da sagt sie, ach, perfekt, das ist genau der, den wir schon haben. Ich so, ach ja, dann ist eurer kaputt gegangen oder so. Nee, nee, nee. Den stellen wir in unser Ferienhaus. Und ich sagte so, oh, come on, ey. Denkt man sich so, ja, eigentlich egal, man ist froh, dass es weg ist, aber trotzdem so hätte es doch jemand anders getroffen. Dasselbe ist mir ein paar Tage vorher auch passiert, und zwar, wir hatten hier einen Kitchen-Aid-Eis.

Ecce Maker, den man so auf die Kitchen, obwohl du Eis zu Hause machen kannst. Warum hast du mich nicht gefragt? Aber einmal benutzt das Ding, leckt ein bisschen, ist es auch nicht so. So, haben wir verschenkt. Und auch da, der Typ kam, Starnberger Kennzeichen, mega fette Karre. So, und holt dieses Ding mit. Und ich frage mich jetzt einfach: Ist das, was mir fehlt? um wirklich in meinem Leben erfolgreich zu sein, so eine gewisse Mentalität von

Scheißegal, das ist ein guter Preis. Ich habe zwar schon Geld, aber ich drück jetzt nochmal so richtig. So fehlt mir so ein bisschen so eine High-Mentalität, mit der ich es durchs Leben gehen müsste, um auch wenn ich eigentlich schon Geld habe, Trotzdem noch bei Ebay Klein anzeigen, die zu verschenken Sachen mitzunehmen. Weißt du? Das weißt du, was im DGD-Kosmos einfach mal nennen würde? Ja. So, du musst die innere Hattie Green an dir channeln. Stimmt, ja.

Weißt du, diese Millionärin, über die wir hier mal eine Geschichte gemacht haben, die aber die knausrigste Frau der Welt war, die immer nur irgendwie in der Bäckerei, die Ausgetrockneten Leibe Brot gekauft hat, also nicht gekauft, sondern die die hat hergeschenkt wurden, obwohl sie die fucking reichste Frau der Welt war. Und vielleicht, Christian, wird man ja auch einfach nur so die reichste Frau der Welt. Das kann sein, ja. Indem du dir bei Kleinerzeigen das billigste Zeug schießt.

True Crime: Dollys geheimes Versteck

Und einfach nicht so einen harten Lifestyle fährst. Na gut, okay, ich denke mal drüber nach. Und lustigerweise, dass du Hattie Green sagst, es geht auch in der heutigen Geschichte um eine Frau, ähnlicher Zeit. Also es geht am Anfang des 20. Jahrhunderts. Und jetzt Story erzähl ich dir jetzt.

Herzlich kommen bei Darwin Gefällt hast, der Podcast über die Epic-Fans der Menschheitsgeschichte. Jeden Montag für euch in eure Ohren oder wenn ihr uns bei Sadie unterstützt, dann schon jeden Samstag und dann werbefrei. Vielen Dank für alle, die ein bisschen früher hören. Ja, ich habe es gerade schon gesagt, also heute geht es um...

Eine Frau Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Und ich muss dich gleich vorwarnen, wir begeben uns heute wirklich zu einhundert Prozent in die Territorien von True Crime. Es ist eine True Crime Story. Aber das ist doch was Gutes, oder? Also, ich höre nicht so viele True Crime Podcasts, aber. Wenn ich dann höre, dann bin ich schon immer ganz schön drin. Dann mag ich es irgendwie. Es ist eine absurde Kriminalgeschichte, die ich dir heute erzähle.

Mit einer absurden Frau. Und alles beginnt im Jahr 1923. Da ist der Anwalt Herman Shapiro. Der steht im Ankleidezimmer seiner Freundin Dolly. Die beiden gehen schon ein paar Monate miteinander aus. Er ist eigentlich schon.

Bei ihr eingezogen und Dolly, so dürfen sie eigentlich nur ihre Freundin nennen, eigentlich heißt diese Frau Walburga Österreich ist eine Amerikanerin, aber sie hat deutsche Wurzeln, also sie heißt eigentlich Walburga, aber Dolly dürfen sie eigentlich nur ihre Freunde nennen und Dolly braucht auch gerade einen Freund, weil Sie sitzt im Knast wegen Mordverdacht an ihrem. Und jetzt hat sie ihren neuen Freund Hermann um einen seltsamen Gefallen gebeten.

Er soll nämlich in ihr Ankleidezimmer gehen und dort gäbe es eine Falltür in der Decke Da soll er dreimal dagegen klopfen und mal schauen, was dahinter ist. Da kommt ein Gespenst raus oder was? Hä? Wieso dreimal dahinter klopfen? Ist da jemand versteckt oder was? Hörn weiß ich wieso, aber Dolly hat geweint und gefleht. Also steht er jetzt da hier in diesem Schlafzimmer und schaut mal oben zur Falltür.

Reiß dich halt mal so am Riemen und klopft und dann öffnet sich da eine Klappe und dann schiebt sich ein blasser Arm raus, dann ein Kopf und dann ein ganzer Mann. Und dieser Mann springt auf dem Regalbrett. Und dann mit dem zweiten Sprung steht er direkt vor Herman. Es ist ein junger Mann, Ende 20, große Ohren, schiefes Lächeln. Seine Haut ist blass wie Papier, als hätte er jahrelang kein Sonnenlicht gesehen.

Oh Gott, das ist Spooky, Christian. Und er streckt Herman die Hand hin und sagt: Hallo Herman, hab keine Angst vor mir. Wie geht es, Dolly? Herman ist wie er stark. Woher kennt dieser Fremde seinen Namen? Woher kennt er Dollys Spitznamen? Was macht er in Dollys Haus? Wie lange ist der schon da oben? Bevor Ali diese Fragen stellt, schaut er noch einmal in diese Öffnung und sieht dann, dass auf dem Dachboden so ein ganzes Leben eingerichtet ist. Da ist eine Matratze, da ist ein Schreibpult.

Das sind Leselampe, das sind Wassereimer, Konservendosen, elektrische Fußwärmer und so weiter und so fort. Und das ist eigentlich alles, was man für ein Leben braucht. Da oben ist im Grunde genommen noch eine Wohnung. Eine Wohnung, die du nie finden würdest, wenn du nicht wüsstest, wo du suchen musst. Und dass du dreimal klopfen musst. Genau. Dolly wird später sagen, dass der Mann hier oben ihr Halbbruder ist.

Ist er aber nicht. Denn dieser Mann heißt Otto Sannhuber. Er ist Dollys Geliebter und er wohnt hier. Und er wohnt seit zehn Jahren auf dem Dachboden. Nee. Ja. Aber dem hat also der Schrank nicht gereicht. Da tut man doch normalerweise seine Geliebten rein. Ja, dem hat der Schrank nicht gereicht, ja.

Dollys tragische Vergangenheit und Affäre

Dieser Mann ist Dollys Hausmann und wie sich später herausstellen wird, ein Mörder. Ach du Scheiße. Ich erzähle dir heute die Geschichte vom längsten Versteckspiel der Kriminalgeschichte von einem Mann, der zu einem Gespenst wurde. Und von einer Frau, die alle um den Finger gewickelt hat. Kannst du mir nochmal einen ganz kurzen Recap geben? Wen soll Dolly ermordet haben? Nicht ihr Lieb.

Ihren Ex-Mann. Ihren Ex-Mann, okay. Und dann gibt es aber noch einen geliebten und einen aktuellen Freund. Also wir haben jetzt schon drei Männer von Dolly im Schule. Oh, da kommen noch mehr. Da kommen noch mehr. Soll ich eine Liste anlegen? Du kannst ja mal eine Liste anlegen, ja. Okay.

Sie wird als Walburga Korschl geboren im Jahr 1880 als Tochter deutscher Einwanderer und sie wächst auf einer armen Farm auf im Mittleren Westen, aber alle nennen sie Dolly, also hätte ich ehrlicherweise auch gemacht. Rollt auch einfach in den USA leichter von der Zunge als Walburger. Walburger. Wally vielleicht sonst. Wally, ja.

Mit 13 muss sie arbeiten gehen. Ist einfach tough damals. Sie bekommt einen Job in einer Babymützenfabrik, weil ich einen sehr schönen Job finde. Irgendwie. Als ersten Job. Sehr specific irgendwie. Und mit 17 lernt sie dort. Fred Österreich kennen. Er ist drei Jahre älter. Sein Vater hat einen Schuladen in der Nachbarschaft.

Verlieben sich, heiraten, ziehen nach Milwaukee und da eröffnen sie einen kleinen Schuladen. Das Geschäft läuft, sie eröffnen dann auch dort eine Mützenfabrik und eine Schürzenfabrik. Und dieser Fred steigt einfach ins Textilgeschäft ein. Bis hierhin läuft alles super im Jahr 1900. bekommen Fred und Dolly einen Sohn, sie nennen ihn Raymond, und für ein paar Jahre ist auch alles gut. Die Fabrik wächst, das Kind wächst, die Familie ist glücklich, aber dann gibt es da einen Schicksalsschlag.

Im Alter von nicht mal zehn Jahren stirbt ihr Sohn, Raymond, am 15. Juli. Wir wissen leider nicht genau, woran er gestorben ist. Es heißt nur eine plötzliche Krankheit. Es war halt damals Auch die Zeit, es gab noch keine Antibiotika. Keine Impfungen und sowas wahrscheinlich auch. Dolly ist jetzt 30 Jahre alt und ist am Boden zerstört. Sie fällt wirklich in tiefe Trauer. Fred, ihr Mann, verarbeitet den Verlust anders.

Er greift zur Flasche jeden Abend, arbeitet noch mehr und wenn er nach Hause kommt, ist er betrunken. Und für Dolly hat er auch keine Kraft mehr. Die beiden driften so ein bisschen auseinander ab dem Jahr 1910. Und jetzt ist Dolly einsam. Sie trauert, sie hat niemanden, der für sie da ist. Und das Problem ist aber auch, Dolly hat auch körperliche Bedürfnisse. Die Ehe mit Fred läuft so schlecht, die kann niemand erfüllen. Mhm. Jetzt sucht sich Dolly ihre Befriedigung woanders. Mhm.

Es ist jetzt ein ungewöhnlich heißer Herbsttag im Jahr 1913. Und Dolly ruft in der Fabrik ihres Mannes an. ob Fred denn nicht mal jemanden vorbeischicken kann. Sie hatte auch, glaube ich, schon ihr Auge geworfen auf jemanden, der die reparieren kann. Sie wusste, dass Fred wahrscheinlich einen seiner Arbeiter schickt, nämlich einen 17-jährigen Nähmaschinen-Reparateur namens Otto Sannhuber. Wie gesagt, sie ist 33, er ist 17, so ein richtiges Boy-Toy.

Otto Sannhuber ist ein Waisenkind, wurde als Baby von einer Familie namens Sannhuber eben adoptiert. Der hat niemanden. So, der hat keine Eltern, keine Geschwister, keine Freunde. Seine Adoptiveltern sind, glaube ich, auch nicht mehr da. Er klopft jetzt eben mit 17 an die Tür der Österreichs, die inzwischen in einem echt großen Haus leben. Die Geschäfte laufen ja. Dolly macht auf und sie hat nur einen Seidenbademantel an und

Schweres Parfüm, sonst nichts. 16 Jahre Unterschied zwischen den beiden. Und ich sag mal so: niemand fasst an diesem Tag die Nähmaschine an. Aber. Ich wollte es gerade sagen, ich wollte es. Maschen werden schon gestopft, du.

Die Affäre fliegt auf, Otto versteckt sich

Den hast du dir reingeschrieben ins Skript, oder? Den habe ich ja reingeschrieben, der steht da. Der steht da, ja. Ja, da habe ich mich gefreut, als ich das getippt habe. Und Otto geht aber ab dann auch nicht mehr nach Hause, sondern der fragt so: Hey, hast du hier vielleicht sowas wie

Ein Kleiderschrank extended für mich. Na, pass auf, also die Affäre beginnt jetzt so langsam und am Anfang treffen die beiden sich noch in Hotels, aber das ist teuer. Fred könnte merken, dass einfach Geld fehlt, weil er ist ja ein Businessman. Es kann sein, dass er einfach checkt. Also fangen sie an, sich bei den Österreichs selber zu treffen, zu Hause und immer wenn Fred bei der Arbeit ist.

Aber auch hier muss man sagen, wir sind im Jahr 1913 im Mittleren Westen der USA, die Leute sind super konservativ, die Leute reden. Und die Nachbarn fangen dann irgendwann an, Fragen zu stellen. Also, wer ist denn der junge Mann, der da ständig vorbeikommt? Ja, der muss ja dann eigentlich mal.

So strategisch würde ich ihm vorschlagen, mein Postauto zu nehmen, dann den Bofrostwagen auszuleihen, so als Gärtner verkleidet oder so, dass er halt irgendwie so verschiedene alte Egos hat. Ja, hier fängt sich schon an, ihre Lieblingslüge aufzutischen: nämlich, das ist mein Halbbruder. Der ist Landstreicher, der kommt halt manchmal vorbei, wenn er gerade in der Stadt ist und so. Und dann mit hochrotem Kopf verlässt er, um das zu hoffen.

Er muss da bestimmt irgendwie immer Holz stapeln oder irgendwas macht er für die bestimmt. Das Problem ist aber an einer anderen Stelle: Das Problem ist in dem Fall gar nicht die Nachbarn, sondern das Problem ist, dass Dolly immer sagt, du meine Ne-Maschine ist schon viel. Stimmt, die müssen den Typen ja irgendwie schicken. Fred denkt sich so: Warum ist diese Nähmaschine so oft kaputt? Das gibt es ja gar nicht. Jede Woche ist da irgendwie was Neues.

Sie fragt immer nach dem gleichen Reparateur, immer nach Otto Sandhuber. Also, er wird misstrauisch. Fred ist ein kluger Mann, er engagiert Privatdetektive. die seine Frau beschatten sollen.

Hier gehen sie auch mal in ein Hotel, die beiden, und die Privatdetektive folgen den beiden zu einem Hotel, merken, oh, die sind da drin und dann, ich weiß nicht, ob das USA ist oder ob das irgendwie die Zeiten sind, in denen wir spielen vor in 10er Jahren, aber in der Story, in den Quellen, die ich gefunden habe, steht die Detektive brechen die Tür auf, um die Inflagranti zu erwischen. Ja, okay. Und dann so Foto, Foto und dann gehen sie wieder raus. Ja.

Fred tobt, als er den Bericht seiner Detektive liest, ja, also er schreit Dolly an, droht mit Scheidungen, er droht sie mittellos auf die Straße zu setzen. Otto wird natürlich sofort entlassen. Und auch ihm wird gedroht, ihm wird gesagt, wenn du jetzt nicht sofort den Bundesstaat verlässt, dann bring ich dich um. Ja, bei dem hätte ich eh hätte auch schon gedacht, dass er nicht so gut davon kommt. Der ist ja wirklich.

Hängt er am allerletzten Ende der Kette. Das erinnert mich so ein bisschen wie so ein Sat-1-Film-Film mit Walter Sittler. Weißt du? Der Filmfilm am Mittwoch. Ja, genau. Irgendwie sowas. Aber auf jeden Fall, Walter Sittler. So sehe ich da einfach in dieser Rolle. Weil es wird in dieser Geschichte, kannst du das mal im Hinterkopf behalten. Eine Geschichte

Es sind noch so viele Wendungen, wo ich denke, oh mein Gott, das ist wie in einem schlechten Film, aber es ist wirklich passiert. Wo du gerade Walter Sittler sagst, ich muss ihn ganz kurz googeln, weil ich nicht sicher war, ist das der von Schwester Stefan? Ja, klar. Aber er ist der Oberarzt von Schwester Stefan, die bei dir gerade nämlich dieses Gesicht nicht.

Vor Augen habt, es passt perfekt, das stimmt. Also, Fred will den jungen Stecher rauswerfen, will ihn aus dem Bundesstaat werfen. Otto steht jetzt eben da mit gesenktem Kopf, er sagt nichts, ne? Was soll er auch sagen? Der junge Mann ist 17. Also, das ist eigentlich, ich weiß nicht, wie die Gesetzeslage in den USA ist, aber ich würde mal sagen, es ist mindestens problematisch. Gespielt von, lass nochmal ganz kurz, wer könnte es machen? Elias Embarek.

Ah ja, Elias im Barek ist super. Ich dachte aber auch an einen der Schüler aus Fuck You Goethe oder so. Ein bisschen zu alt ist er, ne? Ja, ein bisschen zu alt. Den kann man schon runterschminken. Ja, Matthias Schweiköffer spielt das auch noch mit 45. Eben. Immer junge, ja, absolut. Also, Otto steht da eben mit gesenktem Kopf. Er ist 17, er hat keinen Job mehr, er hat niemanden. Dolly weint, sie fleht.

Fred an Vergebung an, sagt, es wird nie wieder vorkommen und so weiter. Und sie sagt, okay, Otto wird verschwinden für immer. Es wird alles so wie früher, sagt sie zu Fred. Ist natürlich ein Fehler, weil Dolly hat nicht vor, Otto aufzugeben. Noch am selben Abend. trifft sie sich heimlich mit ihm und sagt, ich habe einen Plan. Also, du tust jetzt so, als würdest du die Stadt verlassen. Alle denken, du bist weg, aber in Wirklichkeit ziehst du bei uns ein.

So, Otto hat keine Ahnung, wie das gehen soll. Moment, also Fred wird mich sehen. Und sie ist so, nee, nee, nee, du verstehst nicht. Ich habe einen super Dachboden. Da geht Fred nie hoch. Du lebst da oben, den kann ich megamäßig verstecken. Und jeden Tag, wenn Fred auf der Arbeit ist, Kommst du runter zu mir? Und Otto, so ich soll auf dem Dachboden leben, wie ein Tier, wie ein Gefangener.

Und dann nimmt sie so sein Gesicht in ihre Hände und sagt so: Du bist die einzige Person, die mich wirklich liebt. Willst du mich wirklich verlassen? Also hochklartig manipulativ. Er als weißen Kind sagt, okay, ich mach's.

Das Dachboden-Leben und Freds Wahn

Er hat das ganze Leben, denke ich mir so, nach jemandem gesucht, der ihn so akzeptiert. Wie er ist, der ihn aufnimmt. Und hier ist jetzt diese Frau, die ist schön selbstbewusst älter, und sie will ihn. Und er sagt, okay. Aber du merkst mal, wie groß dieses Bedürfnis sein muss, weil ich habe so viele Fragen daran habe, wie das funktionieren soll. Weil, okay, ihr Mann ist vielleicht in der Arbeit tagsüber.

Aber er ist ja mindestens, wenn wir jetzt mal vom normalen Arbeitstag ausgehen, mindestens zwölf Stunden auch zu Hause. Und in diesen zwei Stunden muss Otto ja einfach ruhig sein, weil es ist ja wahrscheinlich auch ein älteres Haus, es knarzt, der kann ja nicht dann da oben. Ich mache ein bisschen Bodyweight Training heute. Oh, Anna, ich hab da da habe ich gleich ein paar Infos. Das ist sehr, sehr, sehr funny. Das ist krass.

Auf jeden Fall, also nachdem wir jetzt ja schon wissen, es klappt zehn Jahre, will ich wissen, wie. Es ist ein bisschen wie bei den Nicht-Lustig-Comics, wo der Typ in der Wand. Genau. Ja. Ja, also Otto richtet sich jetzt eben auf den Dachboden ein. Das wird auch mit so Teerpapier, wird diese Falltür verdeckt. Also Teerpapier wird heute nicht mehr benutzt, aber es ist so ein festes Material, das du praktisch über diese Falltür tun kannst.

Und die Quellen sagen zumindest, es ist sehr, sehr schwer zu sehen, dass da eine Falltür ist. Ja, aber eigentlich müsste das ja der Mann wissen. Das ist, weil das ist ja sein Haus. Ja, aber er geht anscheinend nie hoch und er trinkt viel. Naja. Ja, gut, was ist, wenn er jetzt zur Weihnachten ein elektrische Eisenbahngeschenk kriegt und denkt, ach geil, die baue ich jetzt halt um aus? Dann mache ich mir so einen richtig geilen Eisenbahnpark. Ja. Und dann sagst du: Nein, stopp!

Ich hab doch Teerpapier davor geklebt. Das geht nicht. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Also erstmal, wie diese Kammer da oben aussieht. Diese Kammer hat nur das Nötigste: da ist ein Bett drin, eine Schreibtisch, eine Lampe, ein Eimer mit Wasser, damit er sich waschen kann und auch Ich nehme an, defekieren. Die Reihenfolge ist aber wichtig. Ja. Aber das weiß er bestimmt. Dann gehe ich mal auf. 10 und nicht 7.

Dolly bringt ihm jede Woche neue Bücher aus der Bibliothek, Abenteuerromane, Seefahrergeschichten und Otto verschlingt diese Bücher. Nachts mal kerzenlich. liest er die und er fängt auch selbst an zu schreiben tatsächlich in dieser Zeit. Pulp-Fiction-Geschichten, also so Sex, Mord, Abenteuer-Stories.

Und tatsächlich werden auch ein paar von denen veröffentlicht unter Pseudonymen. Nee. Mhm. Geil. Und tagsüber ist er einfach Dollys Geheimnis und ihr Hausmann. Also, sobald Fred morgens zur Arbeit geht, klettert er runter. Und dann wird gekocht, dann wird geputt. Dann macht er die Betten, dann wäscht er ab. Wir leben in der Zeit der Prohibition. In der Badewanne kocht er Gin für seine Frau und er hat Sex mit Dolly.

Klar, er ist eher persönlicher Satisfier. Hier sind sich die Quellen uneins, angeblich bis zu acht Stunden am Tag oder achtmal am Tag. Nee. Ziemlich viel Sex, und immer wenn Fred nach Hause kommt, verschwindet Otto wieder nach oben, wie ein Gespenst. Ich werde an der Stelle noch kurz was sagen. Wir kennen diese Story sehr, sehr gut aus Zeitungsberichten der damaligen Zeit.

Und diese Berichte sind alle von Männern geschrieben, die die Story spannend finden und jetzt nicht unbedingt von Leuten, die Dollys Psychologie verstehen wollen. Deswegen fehlt so an dieser Stelle die Innensicht so ein bisschen. Ich finde so ein bisschen, dass Boah, die hatten acht Stunden am Tag Sex, klingt ein bisschen wie männliche Projektionen und einfach so, boah, es klingt ein bisschen aufgebauscht. Ich finde es eigentlich so problematisch aus Sicht.

von Otto, also der macht das ja nicht freiwillig. Es ist ja eindeutig ein Machtverhältnis, was hier irgendwie stattfindet. Und das ist ja eigentlich schon, also das heißt ja eigentlich, wir sprechen hier schon von Missbrauch. Auf jeden Fall. Wahrscheinlich würde Dolly aber sagen, ich habe da jemanden gefunden, den ich wirklich liebe, auch wenn ihr diese Liebe total verabschiedet.

Fucked up ist und für alle Seiten irgendwie schwierig. Ja, wahrscheinlich ist das ihre Innensicht. Die Frage, die du eben schon gestellt hast: Hört man das nicht, wenn da jemand im Dachboden wohnt? So, ist die große Frage eigentlich an dieser Story? Hört man das nicht? Wenn bei dir jetzt oben jemand einziehen würde in deinem Haus, würdest du das nicht hören? Klar hört man das. Natürlich hört man das.

Dollys Ehemann Fred hört andauernd Geräusche. Okay. Husten, rascheln, Schritte über seinem Kopf, manchmal sieht er einen Schatten durchs Haus gehen, seine Zigarren verschwinden ständig. Einmal hat er abends seine Rippchen nicht aufgegessen und am nächsten Morgen sind sie weg und dann fragt Fred Dolly, was ist in meinem Räbchen passiert? Sagt sie so.

Schatz, du was betrunken, du hast sie selbst gegessen. Und er so, okay, vielleicht war ich wirklich betrunken. Sie gesselt ihn auch noch. Ohne Ende. Er hatte aber wirklich ein Alkoholproblem zu der Zeit und denkt sich, okay, vielleicht habe ich wirklich zu viel getrunken. Aber dann gibt es Sachen, die kann er sich einfach nicht erklären. Zum Beispiel steht er irgendwann mal im Garten und er schaut hoch zum kleinen Dachbodenfenster und dann steht da jemand.

Eine Silhouette von einem Mann und er schreit so: Da ist jemand. Und sie sagt zu ihm, Nee, da ist niemand. Du halluzinierst, du trinkst so viel, du sollst zum Arzt gehen. Und wenn er dann manchmal auf den Dachboden guckt, ist alles irgendwie aufgeräumt.

Und der Mann ist nicht da. Also, da ist niemand. Also, irgendwie scheint es Story dann doch zu schaffen, irgendwie zu antizipieren, wann Fred diesen Dachboden betreten will, um dann das alles so aussehen zu lassen, als wäre niemand da. Crazy. Sie sagt zu ihm, du solltest zum Arzt gehen. And Fred? Geht tatsächlich zum Arzt, weil er hat Angst.

den Verstand zu verlieren. Ihm geht es psychisch nicht gut, weil er andauernd Gerosch hört in seinem eigenen Haus. Aber er ist ja auch hier gebunden. Er hat hier seine Fabrik um die Ecke. Umziehen ist das nicht so einfach. Aber er versucht es trotzdem. Diese Frau macht mich jetzt schon. Also, das ist ja echt ein übeler Fall. Also, so diese Missbrauchs.

Geschichte auf der einen Seite, dann, wie sie ihren Mann manipuliert und in die Verzweiflung treibt, der sich selber hinterfragen muss, bin ich noch, habe ich irgendwie noch alle Latten am Zaun? Und sie sitzt einfach da und

Geisterjagd und Umzüge nach Kalifornien

Versucht irgendwie, weiß ich nicht, einfach nur zu ihrem Besten zu leben und nutzt alle um sich rum übelst aus. Also mich beruhigt ein bisschen, dass sie am Ende auf jeden Fall im Knast landet. Zumindest in Untersuchungshaft, ne? Ähm. Okay. Naja, aber okay. Also Fred, dem geht es echt nicht gut. Und er macht das, was jeder wahrscheinlich machen würde. Er denkt,

Ich glaube, diesem Haus spukt es einfach. Er zieht um. Der kauft ein neues Haus, ein paar Straßen weiter, in der 13th Street. Hauptsache weg aus diesem verfluchten Haus. Das Ding ist so, auch dieses Haus hat einen Dachboden und Otto zieht mit? Otto soll sich eine Wohnung suchen. Nee, kann er natürlich nicht. Er hat ja wahrscheinlich überhaupt keinen freien Willen mehr.

Kann doch nicht sein. Ja, also ein paar Wochen ist dann Ruhe, ne? Fred atmet auf, aber dann fängt es wieder an. Jemand hustet nachts. Sind Schritte über dem Schlafzimmer zu hören, das Essen verschwindet und so weiter und so fort. Und bevor sie umgezogen sind, ist Otto vorausgegangen und hat sich im Dachboden neu eingerichtet, ja.

Und als Fred und Dolly angekommen sind und eingezogen sind, war er schon da. Wie so ein Gespenst, das am Haus klebt. Wissen wir ein bisschen was aus Ottos Perspektive, weil irgendwie denke ich die ganze Zeit sofort, das ist echt irgendwie krass problematisch, dieser Fall. Weiß nicht, wenn er geschrieben hat, hat er vielleicht Tagebuch geschrieben. Nee, er hat Abenteuergeschichten geschrieben. Otto sagt später, er war der Sexsklave. Ja, also das ist ja wirklich.

Ein ganz furchtbarer Fall eigentlich. Ja, aber Otto ist da nicht eingesperrt. Er könnte jederzeit gehen. Ja, gut, das sagt man ja immer so, ne? Aber Diese psychische Abhängigkeit ist, glaube ich, ja, da dann denkt er. Ja, ja, total. Und da hat er wahrscheinlich einfach doch nicht die Möglichkeit, so frei zu handeln, wie man es ihm jetzt zuschreiben würde. Genau. Also, er ist vielleicht nicht eingesperrt im Sinne von, da hängt kein Schloss vor der Tür, aber im Kopf ist er ja schon eingesperrt und

Es ist ja genau dieses Machtverhältnis, das zwischen den beiden ja offensichtlich herrscht. Dass sie halt sagt, Du kannst ja gehen, aber ich liebe dich ja so sehr, ich brauche dich, ohne dich wäre ich nichts. Keine Ahnung, was ich mir jetzt gerade überlege, was sie ihm wahrscheinlich sagt, um irgendwie auf seine.

verwundbare Stelle auch genau zu treffen. Wenn er halt eine Geschichte hat, wo er abgestoßen wurde oder seine Eltern haben ihn irgendwie ins Waisenhaus gegeben, dann ist das ja ein verletzlicher Moment für ihn. Und dann erreichst du ihn wahrscheinlich genau da. Das heißt, so frei wie wir jetzt tun, ist er halt natürlich nicht.

Total, da kommt auch später noch eine Sache, die diese Theorie von dir sehr unterstützen würde. Okay. Jetzt ist er aber halt in einem neuen Haus, Fred geht's schon wieder nicht gut. Was machen sie? Sie ziehen nochmal um. Aber es passiert schon wieder dasselbe. Drei Vier Jahre geht das so. Fred geht zum Arzt, er wird verrückt, er denkt, er arbeitet zu viel und er weiß, er braucht jetzt einen größeren Cut. Er hält es nicht mehr aus in Milwaukee. Er will weit weg.

Weil er hat wirklich Angst, dass er verfolgt wird von Geistern. Es ist auch Spookie. 1918 beschließt er: Dolly packt deine Sachen, wird sie nach Los Angeles. Hauptsache weit weg. Vielleicht auch ein Neuanfang für ihn und seine Frau raus aus dem kalten Milwaukee in die warme kalifornische Sonne. Sonny? In die warme kalifornische Sonne. Dolly sagt: Okay, mach ich, aber nur unter allen Bedingungen. Das neue Haus. ...moss... ...ein Dachboden haben. Ja.

Ja, jetzt Fred. Komm Fred. Ich hab Vertrauen in dich. Komm, du findest es raus. Ja. Zähl eins und eins zusammen. Sie finden ein wunderschönes Haus oberhalb des Sunset Boulevard mit Dachboden. Zwei Wochen bevor Fred und Dolly umziehen, schickt Dolly Otto mit dem Zug voraus. Er soll sie schon mal einrichten, macht sie schon mal gemütlich. Und als Fred und Dolly am Bahnhof von Los Angeles ankommen, ist Otto schon da.

Dieser Dachboden ist sein viertes Zuhause in fünf Jahren. Und tatsächlich, es ist ein super hübscher Dachboden. Abends fällt die kalifornische Sonne durch das kleine Fenster. Otto hat genug Zeit zu schreiben und zu lesen, ihm geht's gut. Und Fred.

Geht es auch besser? Ihr hört jetzt nicht mehr so viele Geräusche, sieht keine Schatten mehr. Ich habe ja an der Stelle gedacht: vielleicht liegt es auch nur daran, dass dieses Haus ein bisschen weniger geräuschempfindlich ist als das alte. Es ist irgendwie besser gedämmt oder so. Und der atmet auf. Er eröffnet eine Fabrik an der Westküste, das Geschäft läuft gut.

Und Dolly hat für einen kurzen Moment alles, was sie will. Und einen reichen Ehemann, der sie in Ruhe lässt, einen Liebhaber, der immer für sie da ist, ein schönes Haus am Sunset Boulevard, und vier Jahre lang geht das so, dass eigentlich. Auf dem Papier und so, wenn man so einfrieren würde, alles okay ist. Aber die Ehe zwischen Fred und Dolly wird einfach nicht besser. Denn auch wenn dieses Haus weniger geräuschempfindlich ist, wenn man wirklich viel weniger von Otto hört.

Fred hat seine Probleme in den letzten Jahren in Alkohol ertränkt und das hinterlässt jetzt Spuren. Also Fred trinkt in Kalifornien immer mehr, sondern Alkoholismus bricht sich einfach Bahnen, die Streitereien werden häufiger und heftiger. Und manchmal hört Otto von oben, wie Fred Dolly anschreit. Er hört Dinge, die ihn beunruhigen. Also Fred ist kein sanfter Mann. Der ist jähdzornig, der ist aufbrausend. Wenn er getrunken hat, wird er handgreiflich.

Und dann liegt Otto dann oben auf der Matratze, und bald die Fäuste und darf sich nicht bewegen und kann nichts tun. Weil, wenn er sich zeigt, ist alles vorbei. Also wartet er und hört zu und hofft, dass nichts eskaliert. Oh Gott, was für eine schreckliche Situation. Und Dolly hat auch Angst. Eines Tages zeigt sie Otto, wo sie zwei Pistolen versteckt hat, nur für den Notfall. Sie sagt,

Kaliber 25, kleine Waffen. Die Polizei wird später sagen, das waren Frauenwaffen. Das war die Zeit damals noch. Und alle hoffen eben, dass man diese Waffen nie braucht.

Freds Tod und vertuschter Mord

Das ist der zweiundzwanzigste August neunzehnhundert. Zweiundzwanzig. Fred und Dolly sind bei Freunden gewesen, die kommen spät nach Hause, beide sind angetrunken und sie streiten halt mal wieder. Worüber genau, wissen wir nicht, aber die Ehe ist eigentlich am Ende.

Fred ist ein Wrack, der trinkt jeden Tag. Otto liegt auf seiner Matratze, der hört die Stimmen von unten. Fred schreit. Dolly schreit zurück. Dann hört Otto einen Schlag. Dolly schreit auf und Otto springt auf und sagt, okay, ich muss das machen. Was, wenn Fred Dolly etwas antut? Sie ist alles, was er hat, ohne sie hat er niemanden. Und Otto zieht die Waffen aus dem Versteck, öffnet die Pfeiltür, klettert runter und rennt die Treppe runter ins Wohnzimmer. Und da steht da.

Der Ehemann Fred dreht sich um und sieht Otto, diesen Jungen, den er vor Jahren aus seinem Leben geworfen hat. An der Stelle ist es, glaube ich, schon neun Jahre her. Und Fred erkennt ihn sofort: fragt: Was machst du hier, du dreckiger Ratte? Und in diesem Moment. Das ist ja alles, was die letzten Jahre passiert ist. Die Geräusche, die Schatten, die Rippchen und so weiter und so fort. Er war nie verrückt. Dieser Junge war die ganze Zeit da. Er schaut ihn so an und flüstert nur.

Fred ist sofort auf Angriff. Er stürzt sich auf Otto. Die beiden kämpfen. Ein Schuss löst sich, der geht in die Decke. Fred lässt aber nicht los. Noch ein Schuss. Diesmal trifft Otto. Noch einer, noch ein Schuss. Drei Kugeln treffen Fred. Zwei in die Brust, eine in den Kopf. Fährt Österreich, fällt zu Boden und er ist sofort tot. Ja, jetzt steht Otto da. Die Pistolen in der Hand. Vor ihm liegt der Mann, den er gerade getötet hat.

Dolly kommt die Treppe runter. Sie sieht Fred am Boden, das Blut, sie sieht Otto. Für Panik ist jetzt keine Zeit. Die Nachbarn haben die Schüsse gehört. Und sagt, schnell, das muss aussehen wie ein Einbruch. Ah, jetzt check ich, okay. Otto nimmt Freds diamantbesetzte Taschenohr ab. Die werfen ein paar Stühle um, schieben die Teppiche durcheinander, öffnen ein Fenster. Hãy subscribe cho kênh La La School Để không bỏ lỡ những video hấp dẫn

Hier ist der Wandschrank, da sperrst du mich jetzt ein. Otto, so, hä? Was? Nee, nee, wenn ich eingesperrt bin, kann ich es nicht gewesen sein. Hab ich meinen Mann nicht umgebracht. Und dann schließt du die Tür ab und lässt den Schlüssel auf den Boden fallen. Und dann gehst du wieder zurück auf den Dachboden. Bis dahin okay, aber an Otto Stelle würde ich nicht auf den Dachboden gehen. Ich auch nicht. Maybe that's just me. Otto zieht die Falltür hinter sich zu und wartet.

Hört auch schon die Sirenen. Die Nachbarin ist vom Lärm aufgewacht, die hat die Schüsse gehört. Und sie hat was gesehen, durch das Fenster der Österreichs einen Schatten, ein Mann, der durchs Haus rennt. So, sagt sie der Polizei. Die Beamten brechen die Haustür auf, sie finden Fred, auf dem Wohnzimmerboden, in der Lache aus Blut, auf dem Boden liegen vier Patronenhülsen, Beamten schauen sie um, die Türen sind zu, Fenster sind zu, nur eines steht offen, das muss der Fluchtweg gewesen sein.

Und dann hören sie Schreie von oben, gedämpft, sie rennen die Treppe hoch. Die Schreie kommen aus einem Wandschrank, der ist abgeschlossen. Und von dem Schrank ist eben der Schlüssel. Und Dolly ist eine gute Schauspielerin, muss man sagen. Also sie kommt da weinen und zit dann raus und sagt, mein Mann, mein Mann, erzählt dann ihre ganze Story. Sie ist gerade nach Hause gekommen, würde gerade ihren Mantel aufhängen und danach hat sie einen Schlag gehört.

Sie dachte, ihr lieber Fred ist über den Teppich gestolpert. Aber nein, dann die Schüsse. Sie wollte runterrennen, aber jemand hat sie in den Schrank gestoßen. Die Tür ist abgeschlossen worden und dann ist er verschwunden. Der Einbrecher, es müsste ein Einbrecher gewesen sein. Ja. Also, die Polizei ist ein bisschen skeptisch. Die Tatwaffe ist ein Kleinkaliber, also ungewöhnlich eigentlich für einen Brecher, die haben normalerweise größere Dinger dabei.

Fred hatte Bargeld in der Tasche, das wurde nicht gestohlen. Im Haus liegt überall teurer Schmuck. Der wurde nicht gestohlen. Es ist nur die Taschenruhe, die fehlt. Und dann ist jedoch die Frage, Wie sind die Einbrecher hier reingekommen und wieder raus? Alle Türen waren zu, die Fenster, bis auf das eine offen stand, aber es wurde auch nicht aufgebrochen und so weiter und so fort. Der leitende Ermittler heißt Detective Klein.

Der glaubt Dolly nicht. Aber er hat ein großes Problem. Er kann es nicht beweisen, weil sie war ja im Wandschrank eingesperrt. Und dieser Wandschrank lässt sich nur von außen abschließen und der Schlüssel lag draußen. Das heißt, Dolly kann es nicht gewesen sein. Jemand anderes muss sie eingesperrt haben, aber wer? Wo ist diese Person? Sie durchsuchen das Haus, jeden Raum, jeden Schrank, jeden Winkel, sie finden aber nicht. Was mir auch zeigt, dass diese Falltür an der Decke zum Dachboden

echt gut versteckt sein muss. Also hat jemand, glaube ich, ganze Arbeit geleistet, diese Tür zu verstecken, dass Otto einfach auch diese vier Jahre, die sie in diesem Haus leben, einfach nicht auftaucht. Otto, während diese ganzen Sachen passieren, liegt auf seiner Matratze, hört jeden Schritt, hört jedes Wort, er hört die Polizei, denkt sich fuck, fuck, fuck, fuck, fuck, fuck, fuck. Aber sie gehen wieder. Sie finden ihn nicht.

Die Polizei hat eine starke Vermutung, dass irgendwie Dolly da drin hängt, aber sie haben keine Beweise, sie haben Toten, sie haben eingesperrte Witwe und keine Erklärung. Der Fall wird als ungelöst zu den Akten gelegt und Dolly erbt jetzt alles, die Fabrik, das Haus, das Vermögen. Und was macht eine reiche Witwe, die gerade ihren Mann verloren hat? Klar, sie zieht um, natürlich, weg von diesem Haus, in dem ihr Mann ermordet wurde, zu viele schlimme Erinnerungen, sie kauft ein neues Haus.

In Hollywood, in North Beachwood Drive, schicke Adresse und weiß, was das Haus auch hat. Nee, aber das braucht sie doch jetzt nicht mehr. Was ist das? Oder kann der ist es irgendwie nicht erlaubt für ihn, dass er einfach ein normales Zimmer bekommt? What's going on? Irgendwas ist da. Sie glaube ich eine psychosexuelle Abhängigkeit zwischen den beiden. Auf jeden Fall, sie will, dass Otto auf den Dachboden zieht und er macht's. Nee, jetzt ist Schluss, Dolly. Hör auf. Stop.

Dollys neue Liebe und schwerwiegende Fehler

Warum? Was ich vielleicht noch verstehen könnte, dass sie vielleicht Angst hat, dass wenn ein Otto auftaucht, Leute Fragen stellen könnten. Aber Ja gut, es ist ja nicht verboten, wenn ein Mann stirbt, dann irgendwann einen neuen Freund zu haben. Mal. Ja, hat sie auch dann, weil die ganze Story wird jetzt noch absurder. Nämlich Dolly langweilt sich. Sie hat einen Liebhaber auf dem Dachboden, aber es reichte nicht. Sie braucht auch einen Mann an ihrer Seite, mit dem sie rausgehen kann.

Also jemand, den sie vorzeigen kann. Vielleicht hat sie auch gedacht, das ist kein adäquater Mann an meiner Seite, weil ich bin ja schon jetzt eine Frau Anfang 40. Hier so einen 27-Jährigen zu haben, ist so ein bisschen doof. Und ihr erster neuer Freund, den sie anschleppt, ist praktischerweise auch ihr Anwalt. Der Anwalt, der sie aus dieser ganzen Sache mit ihrem Manda rausgeboxt hat. Hermann Shapiro heißt er.

Den haben wir am Anfang schon kennengelernt. Ja, ja, der dann den Dachboden finally öffnet. Genau, der verwaltet ihr Vermögen und bald verwaltet er auch ihr Schlafzimmer. Und ja, auch diesen Joke habe ich hier ein Skript geschrieben. Nee, Masche eben. Super gelandet. Herman zieht bei Dolly ein. Er schläft in ihrem Bett, eine Etage unter Otto. Und jetzt sind die schon wieder zu dritt in dem Haus.

Sie braucht es einfach, ne? Sie braucht irgendwie dieses Geheimnis, dass ihr Lover auf dem Dachboden ist. Oder? Man kann es ja nicht anders erklären. Ja, ich glaube auch. Es kann ja nicht sein, dass sie mit ihm zusammen sein und zusammenleben will, weil sonst hätte sie. Den Tod ihres Mannes hätte sie ja die Chance dazu gehabt, aber sie nutzt die Chance nicht. Sie braucht es einfach, dass dieser Typ da versteckt, lebt wie ein Tier. Ja.

Und Otto ist auch ganz okay, happy. Er kennt es ja nicht anders, er schreibt da oben seine Geschichten, ne, kommt dann runter, Pimper, dann geht er wieder hoch. Ja, und Dolly hat nicht nur Herman, sondern sie hat noch einen anderen Liebhaber, nämlich einen Mann namens Roy Klamm.

Der ist Geschäftsmann und mit dem trifft sie sich, wenn er mit Arbeiten geht. Ja. Also, sie hat drei Männer, einer am Dachboden, einer im Schlafzimmer und einer so für zwischendurch. Und es ist ein bisschen wie Mambo Number Five. Also so. Herman and Roy and Otto. Doddy jongliert die alle miteinander, aber dann fängt sie an Fehler zu machen.

Ihr erster Fehler, und da frage ich mich wirklich, wie kann sowas passieren? Das ist so dumm. Sie schenkt Herman die diamantbesetzte Taschenohr. Oh, die geklaut wurde, eigentlich. Genau. Schlecht. Ja. Ganz schlecht, Dolly. Herman ist ihr fucking Anwalt. Der Typ, der diese Story der Polizei erzählt hat.

Aber das ist doch Freds Uhr, die die Einbrecher mitgenommen haben und sie so, ach ja, die, die habe ich unterm Sitzkissen gefunden, die muss doch runtergefallen sein. Ich hab's einfach vergessen der Polizei zu sagen. So doof ist doch Dolly nicht. Das ist ja. Und Herman so, ach ja, okay. Naja, gut.

Behält einmal die Uhr. Naja, wir beobachten das mal, denkt er sich wahrscheinlich. Doch, ich zweiter Fehler, die Mordwaffen. Es gibt zwei Pistolen, die müssen weg. Also bittet sie Roy Klamm um Gefallen. Und sagt, ey, ich habe eine Pistole, die genauso aussieht wie die Mordwaffe, zufällig, ja. Ich mache mir Sorgen, dass, wenn die Polizei die findet, mich verdächtigt, kannst du dich bitte für mich loswerden.

Roy ist total verliebt und fragt nicht nach und er nimmt sie Pistole dann und wirft sie in die Teergruben von LaBrea. Die kennt man auch aus so alten Hollywood-Filmen. Das sind diese Teergruben, die so blubbern immer. Da kann man einfach Sachen reinwerfen und das loswerden. Tolly ist irgendwie auch wirklich nicht die hellste Kerze auf der Torte, ne? Warum macht die das nicht alles selber? Genau. Nämlich, das Problem mit Liebhabern ist, Irgendwann ist die Liebe vorbei und dann wird es hässlich.

1923, knapp ein Jahr nach dem Tod von Fred, trennt sich Dolly von Roy Clum, ihrem Lover, und Roy ist gekränkt. So gekränkt, dass er zur Polizei geht. Und sagt, pass mal auf. Da ist was komisches passiert. Diese Pistole, ich hab da so eine Pistole weggeworfen. Ihr habt doch so im Cold Case. Wollt ihr nicht vielleicht einmal aufmachen? Polizei fährt hin und tatsächlich findet sie die Waffe und Dolly wird verhaftet.

Es gibt nur ein Problem. Die Pistole aus diesen Teergruben, die ist völlig verrostet. Man kann nicht beweisen, dass sie die tödlichen Schüsse abgefeuert hat. Und dann ist ja immer noch die Sache mit dem Wandschrank, ja? Also irgendwie, hm, mmm, komisch, komisch, komisch. Trotzdem, Dolly sitzt jetzt in Untersuchungshaft und wartet auf ihren Prozess und dann macht sie sich Sorgen.

Nicht um sich selbst, sondern um jemanden. Der nicht alleine rauskommt, nämlich Otto, ja, der gar nicht vielleicht auch weiß, was los ist. Jetzt sind wir an der Szene vom Anfang. Bei dem Besuch nimmt sie eben Herman, ihren Geliebten, zur Seite, der ja auch ihr Anwalt ist und sagt: Pass auf, du musst mir einen Gefallen tun, geh zu meinem Haus.

Halt so ein paar Lebensmittel kaufen, stell die ab, ja, wie bei so einer Katze. Wenn du die Katze füttern musst beim Nachbarn, dann sagst du, für wen soll ich die Lebensmittel denn kaufen? Ja, mein Halbbruder, der ist auf dem Dachboden. Ja, klopf einfach dreimal und dann in meinem Ankleidezimmer, da ist der Falltour in der Decke und dann kommt er raus. So. Otto Sandhuber, nachdem er geklopft wurde, ist überglücklich. dass jemand praktisch geklopft hat und das geheime Klopfzeichen benutzt hat.

Zum ersten Mal seit über zehn Jahren spricht er mit einem anderen Menschen. Oh mein Gott, das ist so schrecklich alles. Ja, er kann nicht aufhören zu reden, erzählt Herman einfach alles, was los war die letzten zehn Jahre. Wie er Dolly kennengelernt hat, die Nähmaschine, der Seidenbartmantel, wie er auf den Dachboden gezogen ist, die Jarren in Milwaukee, die Umzüge und so weiter und so fort.

Und Herman kann es nicht fassen. Er erzählt auch, dass er Fred erschossen hat. Also, oh fuck. Oh fuck, oh fuck, oh fuck. Und Herman dachte tatsächlich, er wäre der Einzige in Dollys Leben und ist auch jetzt plötzlich.

Gekränkt. Und anscheinend gab es noch einen Typen namens Roy, von dem mir Otto jetzt erzählt. Ja, ja. Also er fühlt sich richtig verarscht. Ja. Herman wird schlecht. Also dieser Mann ist kein Halbbruder, der ist ein Mörder und ein Liebhaber. Und dann trifft er in eine Entscheidung, er sagt, okay.

Ottos Flucht und Hermans Racheakt

Du verschwindest jetzt, sofort. Wenn ich dich wiedersehe, gehe ich zur Polizei. Ja, ähnliche Situation wie vorher, aber mit einem anderen Impetus. Also er will ihn jetzt beschützen, praktisch. Du verschwindest jetzt einfach. Otto packt seine Sachen und geht, und zum ersten Mal seit zehn Jahren verlässt er jetzt ein Haus durch die Haustür.

Ja. Er weiß ja nicht wohin. Also fährt er nach Kanada, ändert seinen Namen. Den Namen hat ihm Herman auch noch besorgt. Also Herman kümmert sich jetzt so ein bisschen um ihn. Okay. Und tatsächlich, die nächste Zeit läuft auch alles ganz okay für ihn. Er findet eine Frau. Mathilde heißt sie, die heiraten. Und er erzählt dir nichts von seiner Vergangenheit und er sagt dieser neuen Frau: Du, ich hab Amnesie, ich kann mich an nichts vor 1924 erinnern.

Also das ist wirklich wie in so einem Film jetzt. Aber Christian wäre auch also es gibt ja auch so Fälle von so einem Vergessen von traumatischen Erlebnissen. Ich glaube ja natürlich nicht, dass er die letzten zehn Jahre vergessen hat, aber wenn du sowas erlebt hast, dann vergisst man vielleicht auch so Dinge extra, damit dein Kopf das nicht weiter durchmachen muss, weißt du? Stimmt, das kann auch sein.

Otto führt jetzt ein Leben in Kanada mit seiner Frau, ist glücklich, anscheinend. Und Dolly sitzt immer noch in Untersuchungshaft, aber Dolly hat sehr gute Anwälte. Herman verteidigt Dolly nicht in diesem Prozess. Aber er bleibt tatsächlich an ihrer Seite. Was? Erzählt er ihr das, was mit Otto passiert ist? Er erzählt, was mit Otto passiert ist, ja.

Aber er bleibt, weil es gibt ja jetzt nur noch einen. Und anscheinend ist Dolly so ein guter Fangen, dass er bleiben will. Aber er ist doch selber voll gekränkt. Also ich denke mir jetzt so, wann zahlt das ihr heim? Vielleicht später. Dolly wird dieser Prozess gemacht, aber es ist immer noch super schwer. Es gibt keine wirklichen Beweise. Die Anklage wird fallengelassen. Sie war auch im Wandschrank eingesperrt und so weiter und so fort. Sie ist schon wieder frei jetzt.

Aber Herman weiß jetzt alles. Also er weiß, dass Sie einen Mörder beschützt hat. Er weiß, dass Dolly mit Drogen hat, aber er bleibt eben. Und Hermann Dolly bleiben jetzt sieben Jahre zusammen, tatsächlich. Es ist ein bisschen wie bei ihrer ersten Ehe, sobald so diese erste Zeit des Verliebtseins zu Ende ist, wird es dann auch irgendwie schwierig. Sie streiten sich öfter, es geht um Geld.

Herman hat Dollys Vermögen verwaltet und Dolly will Belege sehen, sie vertraut ihm nicht mehr. Herman ist total gekränkt nach allem, was er für sie getan hat, was er weiß, was er verschwiegen hat. Soll er jetzt hier irgendwie so schlecht behandelt werden? Und über diesen Streit übers Geld zieht er aus und dann liest er in der Zeitung. Da geht es um Code Cases.

Und zwar Murder Mystery zu miträtseln und einer dieser Fälle ist der Mord an Fred Österreich. Und die Zeitung fragt, wer ist schuldig? Wenn Sie Informationen haben, melden Sie sich. Perman liest das, ist gerade voll im Rage-Mode, nach sieben Jahren mit Dolly und denkt sich, Fuck it. Jetzt ist sie fällig.

Ich erzähle einfach alles: Dachboden, Otto, Waffen und so weiter und so fort. Und er gerät tatsächlich auch an denselben Detective, der damals das Haus durchsucht hat, Detective Klein. Und den hat dieser Fall auch nicht losgelassen. Seit sieben Jahren versucht, dieses Ding zu lösen. Der hört zu, der hat jeden Winkel abgesucht und jetzt erfährt er, dass die ganze Zeit ein Mann über seinem Kopf gelegen hat.

Klein ist außer sich, aber er hat endlich die Antwort. Am 7. April 1930 wird Dolly verhaftet. Und tatsächlich, Hamm verrät auch Otto und sagt, Otto ist nach Kanada gegangen, aber ich weiß inzwischen, nach sieben Jahren, Otto ist zurückgekommen. Otto hat es in Kalifornien gut gefallen und Otto ist mit seiner Frau unter einem neuen Namen nach L.A. zurückgekommen und hat sich bei Hermann gemeldet, weil er ist die einzige Person, die er gekannt hat. Und meinte so: Hey, ich bin übrigens zurück, also

Ich weiß nicht genau, was sie besprochen haben, aber vielleicht sowas wie, wenn du mal ein Bier trinken gehen willst, melde dich mal, ja. Okay. Vor allen Dingen wollte er auch wissen, wie es Dolly geht. Das hat Otto dann schon sehr interessiert. Krass, okay. Deswegen weiß Herman, wo Otto ist. Otto ist Hausmeister in einem Apartmentgebäude, führt ein normales Leben. Damit wird er aufgegriffen und die Polizei findet ihn bei der Arbeit und sagt: Hallo Herr Sannhuber.

Wir wollen ein paar Worte mit drehen und Otto wird blass und er weiß, fuck, jetzt bin ich geliefert. They're coming for you, Sharon.

Der sensationelle Prozess und Ottos Freispruch

Bisschen so wie dieses Meme. Dieser Fall. Sobald er einmal geklärt war, wird es zur absoluten Sensation, ne? Klar. Die Zeitungen stürzen sich auf die Geschichte. Sie nennen Otto den Batman von Los Angeles, weil er in der Höhle lebt. Den Vilamasmann. Sie nennen ihn auch das Gespenst aus der Dachkammer oder den Dachbodenliebhaber. Ja, Leute. Also so eine Sensibilität für eine Person, die

Irgendwie ja schon gegen ihren Willen festgehalten wurde, gibt's also überhaupt nicht. Nee, gibt's nicht. Nee. Dolly wird als Farm fatal beschrieben, als schwarze Witwe und Scharen von Zuschauern wollen diesen Prozess jetzt sehen. Otto wird zuerst angeklagt wegen Mordes an Fred Österreich. Sein Anwalt versucht eine Verteidigung. Er sagt, Otto war ein Sklave. Dolly hat ihn kontrolliert, Dolly hat ihn manipuliert.

Er hatte keine andere Wahl. Otto sagt selbst vor Gericht aus: Er beschreibt sein Leben im Dachboden, die Einsamkeit. Sagt, ich war ein Sexsklave. Und plötzlich kommt es hier auf den letzten Metern noch eine neue Facette in dieser Story hinzu. Noch mehr Satz 1 Filmfilm, noch mehr Walter Sittler, nämlich. Otto sagt, ich habe sie geliebt, wie ein Junge seine Mutter liebt, denn vor Gericht Gibt Otto folgendes an. Erinnerst du dich noch an Raymond?

Den Sohn von Dolly, der gestorben ist? Ach ja, der Zehnjährige, ja. Otto sagt vor Gericht: Ich und Raymond waren Freunde. Otto kam nicht erst 1913 zur Nähmaschinen-Reparatur, erkannte die Familie schon vorher. Er war Raymonds Freund, er kam regelmäßig vorbei, dann ist Raymond gestorben, Dolly war am Boden zerstört und Dolly hat dann in ihm einen Sohn gesehen.

Mit dem sie naja. Ja, die Grenzen sind verschwommen. Aus Trost wurde Nähe, aus Nähe wurde dann eben mehr und so weiter und so fort. Und eben, ich habe sie geliebt, wie ein Junge seine Mutter liebt. Stimmt diese Geschichte, dass er den Sohn kannte? Das ist eine große Frage, ja. Also es ist total unklar, ob das stimmt. Weil die Timeline geht nicht ganz auf, weil Otto ist sechs Jahre älter als Dollys Sohn.

Und die Frage, auch damals war schon, sind Vierzehn-Jährige wirklich Best Buddies mit Achtjährigen? So, leben die nicht irgendwie in getrennten Welten? Also so, wie sehr waren die wirklich befreundet? Ist so ein bisschen die Frage, die man stellen muss. Oder ist es eine Schutzbehauptung? Wir wissen es nicht genau, aber das ist die Seite von der Geschichte, die Otto zumindest erzählt. Für die Presse ist es auch total egal, weil die interessiert dieses

Gefühlsduselige überhaupt nicht. Die interessiert die Variante mit dem Sexsklaven. Die verkauft sich auch besser. Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Ich glaube schon, dass die beiden eine total fucked up Beziehung irgendwie zueinander haben. Also wirklich, da ist einiges im Argen. Aber okay.

Zurück zum Prozess. Die Jury berät sich, sie glaubt Ottos Version nicht ganz, aber am 1. Juli 1930 fällt das Urteil. Schuldig, aber nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags. Otto atmet auf. Weil Totschlag bedeutet maximal zehn Jahre Gefängnis. Und dann passiert was Unerwartetes. Sein Anwalt steht ganz plötzlich auf, sagt: Euer Ehren, ich beantrage die sofortige Freilassung meines Mandanten. Alle sind verwirrt. Wieso? Der Anwalt lächelt.

Der sagt nämlich: Totschlag verjährt nach sieben Jahren. Der Mord geschah am 22. August 1922, heute ist der 1. Juli 1930. Fast acht Jahre, die Tat ist verjährt. Wenn man dann kann nicht verurteilt werden.

Der Richter prüft die Akten, der Anwalt hat recht. Otto Sandruber wird zwar verurteilt, aber er ist ein freier Mann. Er steht auf, geht aus dem Richtsaal, Reporter stürzen sich auf ihn. Und Otto sagt nur einen Satz: und zwar: Das Einzige, worüber ich mir jetzt Sorgen mache, ist, wie ich das meiner Frau erklären soll.

Dollys Freispruch und Fallanalyse

Ja, ja, stimmt. Jetzt ist Dolly dran, ihr Prozess steht noch aus. Sie wird angeklagt wegen Verschwörung zum Mord. Die Anklage sagt, Dolly hat Otto angestiftet, sie hat die Waffen gegeben, sie hat den Mord geplant, sie hat die Vertuschung organisiert. Dolly erscheint vor Gericht, sie ist jetzt 50 Jahre alt. trägt man einen kurzgeschnittenen Bob, schwarzes Kleid.

Mit Hals hat sie einen weißen Pelz. Sieht aus wie die unschuldige Person. Und ihr Anwalt ist Jerry Gieser, der ist damals einer der berühmtesten Strafverteidiger Hollywoods. Der wird später Errol Flynn verteidigen, Charlie Chaplin, Maxi Siegel, also die Stars und so. Aber jetzt ist aber Dolly dran. Und der ist wirklich gut. Er nimmt Dolly in den Zeugenstand und sie ist einfach eine gute Schauspielerin und eine gute Manipulateurin. Sie weint, sie schlucht.

sagt, ich habe meinen Mann geliebt, Otto hat aus eigenem Antrieb gehandelt, ich wusste von nichts, ich war im Wandschrank eingesperrt, ich bin das Opfer, die Staatsanwaltschaft ruft jetzt Otto als Zeugen auf und Otto soll aus sagen, dass Dolly den Mord geplant hätte. Aber Otto sagt, nein, wir haben nie darüber gesprochen, Fred zu töten. Das ist einfach passiert. Er beschützt sie nach allem, was passiert ist. Und auch hier, die Jury, Tag.

Drei Tage lang. Die können sich nicht wirklich einigen. Neun Stimmen, eine Stimme für schuldig, zwei für unschuldig. Und das Verfahren endet eben ohne Urteil, weil sich die Jury nicht einig werden kann, wie damit umzugehen ist. Und Dolly ist frei. Krass. Ja. Was ist mit Otto? Der verlässt jetzt endlich Los Angeles wirklich mit seiner Frau Mathilde. Er geht nochmal zurück nach Kanada. Die bleibt bei ihm, sie liebt ihn trotz allem. Und Dolly?

Dolly macht weiter, sie findet einen neuen Mann, der heißt Ray Bird Haddrick. Die beiden sind dann 30 Jahre zusammen, 30 Jahre ohne Heirat. Weil sie wahrscheinlich dachte, nochmal heiraten, bis oben oder so. Bis zum 24. März 1961, da heiratet Dolly ihren Ray. Sie ist 81 Jahre alt. Zwei Wochen später stirbt sie an Krebs. Manche sagen auch, sie wollte einfach nur noch mal heiraten, bevor es zu spät ist.

Sie hinterlässt dann ein Vermögen von über einer Million Dollar ihrem Ehemann und hat ein Haus am Silver Lake. Das steht heute noch und man kann es heute noch, wenn du in Los Angeles mal bist. Vielleicht fährst du ja zu WM hin. Sure. Oder zu Olympia. Kannst du es bei einer True Crime Tour von Hollywood noch besichtigen? Wirklich, wow. Das Haus, in dem Fred gestorben ist, das Haus mit dem Dachboden. Boah. Ja. Also mich.

Dass sie nicht ins Gefängnis kam, lebenslang Ende. Ja. Boah, tricky irgendwie. Also, mir fällt es so ein bisschen schwer, diesen Teil, wo sie ihn so lange im Dachboden hält. Das ist so krass, oder? Das ist wirklich ganz schlimm. Also, diese Figur ist. Also spannend, kurios. Aber der Teil der Geschichte macht mir auf jeden Fall in Bauchschmerzen. Es ist ja einfach fuck ab. Ich finde es aber so interessant, dass du zehn Jahre in einem Dachboden leben kannst und niemand checkt.

Doch, der Mann hat es ja gecheckt, aber auch der wurde so heftig von dieser schlimmen Frau manipuliert. Dass er A. weiter in seine Sucht getrieben wurde, b an seinem eigenen Verstand gezweifelt hat. Dolly, ähm Dolly gefällt mir nicht. Dolly ist mir echt gar nicht sympathisch, Christian. Ich sag's wie es ist. Oh, it's a hottag. Das ist ja überraschend. Absoluter Hottag. Ja, krass. Aber ich würde gerne diese True-Crime-Tour machen, allein auch um weitere.

Crime-Felle aus LA irgendwie kennenzulernen. Weil das bestimmt, ja, bestimmt ist das, aber dann traust du dich ja gar nicht mehr da durchzugehen, weil es ist bestimmt, es passiert da. Ich würde es jetzt einfach mal vermuten, dass da deutlich mehr Scheiße passiert als in einer anderen Großstadt. Ich glaube auch. In Mannheim oder Hannover.

Oder so. Bielefeld. Bielefeld. Ja, nächste Woche, glaube ich, weniger True Crime. Aber. Sie haben gerade eine Stimme gespielt. Jetzt werde ich aber auch vor Christian hier. Irgendwas hat hier gerade Hallo gesagt. Okay, ich glaube, es ist mein Kind. Aber die Tür ist nicht aufgegangen, deswegen bin ich total verwirrt. Scheiße. Okay, wir müssen jetzt Schluss machen. Seit einem halben Jahr lief. Wir müssen Schluss machen, du musst das Dach durchrechnen. Ich mach die Credits. Ja, bitte. Ciao.

Da mir gefällt es, ist eine Produktion von Kugelonniere mit Anna Bühler und Christian Alt. Produktion und Redaktion Nina Kempenich. Audioproduktion Joe Fleischauer. Zum Team gehören außerdem Steffi Buchholz, Hannah Ortenried und Pauline Klaasen. Intro-Musik Robert Sladec. Sana und Christian.

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