¶ Intro / Opening
Okej Charlot, berätta, vad är veckans ord för någonting? Alltså vår podd? Jag ser podden. Jo, veckans ord. Inte tv-programmet med Christian Lok, som gick i två säsonger. Nej, jag har också hört om det. Nej precis. Det är podden veckans ord. Där vi har med oss varsita ord från veckan som har gått och sen så brider vi och vänder på dem. Det lät inte jättekul om du sagnet. Jag vet inte hur man ska förklara den. Jag skulle förklara den här: In och lyssna på veckans ord. Finns det på det finns.
Gör sitt samarbete med E, Cas. Ja, den är jätterolig. Väckens ord.
¶ Der Glückszwang und seine Folgen
So wie du bist. Bist du ein mieses kleines Opfer? Du kannst aber ein Sieger werden, du kannst ein Hero werden, was schon als Bezeichnung so bekloppt ist. Und wenn du dann über die Tage hier unser Buch durcharbeitest und alles machst, was wir wollen, nämlich vor allem das nächste Coaching kaufen.
Dann wirst du irgendwann da oben ankommen. Das heißt, du wirst im Grunde im Gegenteil von dem gehalten, was dir versprochen wird. Du wirst nämlich in einem permanenten Unglück, in einer andauernden Unzufriedenheit gehalten, weil man dir vorhält, du bist ein Mängelwesen.
¶ Deutschlands Unglück und Schröders Suche
Es ist eines der großen Themen unserer Zeit, die Suche nach dem Glück. Warum jagen wir eigentlich ständig diesem schwer fassbaren Zustand hinterher und warum glauben wir, dass das nächste Projekt oder die nächste Selbsterfahrung uns endlich glücklicher macht? Die Deutschen sind im Vergleich zu anderen Ländern und Menschen in anderen Staaten tatsächlich erstaunlich unglücklich. Am glücklichsten in allen Umfragen der vergangenen Jahre sind die Finnen.
Also kommt noch die Frage hinzu Warum sind wir so besonders unglücklich? Florian Schröder, sonst eher bekannt für scharfe Pointen und politisches Kabarett, hat sich auf eine ganz andere Bühne jetzt einmal gewagt, nämlich die Suche nach dem Glück. Ist dieser Suche nicht nur theoretisch nachgegangen, er hat es ausprobiert. Meditation, Achtsamkeit, Entschleunigung, Selbstoptimierung. Es ist ein Selbstversuch zwischen Skepsis, Humor und echter Neugier, aber.
absolut relevant, denn dieses Thema ist gerade in Zeiten wie diesen, in denen viele glauben, ja, Dinge geraten ins Rutschen. Die Zukunft verspricht eher noch schwieriger zu werden als die Gegenwart, da ist dieses Thema für viele höchst recht. Und heute spreche ich mit ihm über Glück Florian Schröder. Herzlich willkommen.
¶ Glück vs. Zufriedenheit definieren
Mein lieber Florian. Mein lieber Konstantin. Ich freue mich sehr, heute mit dir zu sprechen über ein Thema, mit dem wir uns beide schon auseinandergesetzt haben und du dich ja jetzt nochmal sehr intensiv auseinandergesetzt hast. Das heißt aber auch, du sprichst dir heute mit einem. Mit einem Quasi-Experten und ich werde dich auch aufs Korn nehmen, denn du hast übers Glück geschrieben. Richtig. Beziehungsweise die Glückssuche.
Happy End heißt es. Und ich habe ganz neue Dinge über dich gelernt. Also, wir kennen uns ja so ein bisschen von ein Paar Treffen und sowohl
In Fernsehstudios, bei Aufzeichnungen als auch jenseits und haben auch ein paar Mal gequatscht. Und ich habe zu meiner großen Überraschung gelernt, dass du nicht glücklich bist. Schreibst du zumindest gleich zu. Wie kommt das? Ihr habt das ganz anders eingeschätzt. Ich hab dich alle jetzt sehr Als jemand erlebt, der auf mich einen recht glücklichen Eindruck macht, habe ich mich ja total getäuscht.
Hast dich total getäuscht und doch auch wieder nicht. Also, ich bin ein sehr zufriedener Mensch. Ich finde, dass mein Leben heute besser ist als es jemals war. Also, alle Phasen, in denen ich früher in meinem Leben war, waren definitiv schwieriger als heute.
Insofern ist, wenn man so sagen will, meine Glückskurve eine, die immer weiter ansteigt. Und das ist ja entgegen der Statistik, denn eigentlich weiß man ja, dass es die U-Kurve gibt, wo es gerade so in meinem, in unserem Alter mit Mitte 40 die große Krise gibt. Bei mir ist es genau umgekehrt. Und warum ich sage, ich bin nicht glücklich ist, weil ich den Glücksbegriff, so wie er heute verwendet wird und wie wir ihn ständig um die Ohren gehauen kriegen, also diesen Glückszwang.
vollkommen ablehne, darum geht es ja auch im Buch, weil ich den für kontraproduktiv für jedes Glück halte. Und deswegen sage ich ein bisschen provokativ und natürlich auch ein bisschen ironisch am Anfang, ich bin nicht glücklich und ich will es auch gar nicht sein. Mindestens nicht in dem Sinne, wie man es heute zu sein haben soll. Jetzt muss ich an der Stelle aussehen, ich habe ja auch mal ein Glücksbuch geschrieben, du hast ja auch geschrieben, mit 99 Prozent der Glücksbücher.
sind schrecklich und kannst du nicht ertragen. Also ich weiß gar nicht, ob du da auf Mainz anspielst oder auf Mainz das eine Prozent war, was die glänzende Ausnahme, die glänzende Ausnahme, man muss da auch nichts zu sagen, ist okay. Aber ich nenne grundsätzlich keine Namen.
¶ Finnlands Zufriedenheit: Staatsmodell
Tief eingetaucht in die Glücksthematik, und du hast ja beide zentralen Begriffe, die auch gerne ein bisschen kreuz und quer gehen, gerade schon genannt: ist ja das Glück und die Zufriedenheit. Es sind ja zwei Dinge, die synonym verwendet werden, ja, aber eigentlich total unterschiedliche Sachen sind. Also die Unterscheidung machst du aber auch.
Unbedingt, das ist mir ganz wichtig. Also es gibt unterschiedliche Unterscheidungen in diesem Buch. Es gibt zum Beispiel eine Unterscheidung zwischen Glück haben und glücklich sein. Glück haben ist ja sowas wie Zufall. Also du hast gerade nochmal Glück gehabt. Das ist das, was wir häufig meinen, wenn wir von Glück sprechen. Und das andere ist dieses Glücklichsein.
Und dann kommt der ganze Wahnsinn, nämlich du kannst dich entscheiden, glücklich zu sein. Du allein hast es in der Hand, wenn du nur dein wahres Selbst suchst und hart an dir arbeitest. Das sind dann immer diese unsäglichen Formulierungen.
Das finde ich furchtbar und ich glaube, dass das, und das lässt sich auch an Studien zeigen, massiv ins Unglück führt. Die Zufriedenheit ist ja eine ganz andere Kategorie. Und das ist ja das, was man in der Psychologie, in der Forschung Subjective Wellbeing nennt, also subjektives Wohlbefinden.
Und die Zufriedenheit kann man bis zu einem gewissen Grad auch wissenschaftlich messen, die kann man skalieren. Also du kannst in etwa herausfinden mit bestimmten Fragen, wo sind die Menschen am zufriedensten? Meistens sind es natürlich Gegenden, in denen es ihnen auch gut geht, in denen es ihnen finanziell gut geht. Ich bin für mein Buch nach Finnland gefahren und habe da eine kleine Expedition hingemacht, um das mal zu untersuchen, weil es das glücklichste Land der Welt ist.
Während du Glück. Hat man denen das angesehen? Und sagen die das? Nee, genau, das ist nämlich der Witz. Die lachen drüber. Die lachen darüber, dass sie seit zehn Jahren im World Happiness Report auf Platz eins sind. Und man muss wissen, der World Happiness Report ist eine der seriösesten, die es gibt, weil der wissenschaftlich sehr gut belegbar ist. Die haben zwar auch eine bestimmte Art zu fragen, aber daraus kann man bestimmte Dinge ableiten.
Die Finnen lachen darüber und wenn du durch Finnland läufst, siehst du gar keine glücklichen Menschen. Die sind ziemlich zurückgezogen, die sind sehr für sich, die brauchen lange easy auftauen. Und ich habe ja dann dort einen Saunameister begleitet, einen Auswanderer aus Deutschland, der dort die älteste finnische Sauna in Tampere heilt.
Ich wollte diesem Thema Auswanderung auch ein bisschen näher kommen. Und der sagt: Du brauchst total lange, um hier in Kontakt zu kommen. Aber der Punkt, warum die Menschen zufrieden sind, ist. Es gibt einen Staat, der sehr freundlich ist.
Der die Menschen als Kunden sieht, der die Menschen nicht, wie hier oft in Deutschland, als Leute sieht, die Böses wollen oder die per se unter Verdacht stehen. Und es ist ein sehr funktionaler Staat. Das heißt, wenn du da Zug fährst, Bus fährst, Da funktioniert einfach alles und die Leute haben extrem hohe Steuern, höher als in Deutschland, aber sie sagen immer, wir zahlen die gern, denn wir wissen, wo das Geld hingeht.
¶ Kritik an Glückscoaches
Auch da geht es ja wieder um zwei Dinge: Glück und Zufriedenheit. Ich habe ja da mal, als ich dazu recherchiert habe, mit einem Neurowissenschaftler, einem Glücksforscher gesprochen, und für den war das irgendwie ganz, ganz klar. Und der würde dir, glaube ich, widersprechen. Der sagt,
Wenn man das Gehirn mit bestimmten Dingen anstupst, ja, also der Sonnenuntergang, das leckere Essen, Lachen, dann ist es einfach ein Automatismus, dass bestimmte Glücksbotenstoffe ausgeschüttet werden und man sich glücklich fühlt. Also der sagt,
In dem Moment, wo ich darüber nachdenke, bin ich glücklich oder nicht, ist es kein Glück, dann ist es eben was anderes. Dann ist es Zufriedenheit oder Reflexion. Aber Glück entsteht aus sich heraus. Das heißt, du glaubst, Aber du bist auch skeptisch, dass man sagt, wenn ich lache oder wenn ich Schokolade esse, dann entsteht einfach was, was mich in dem Moment glücklich macht.
Dem würde ich auch gar nicht widersprechen. Ich glaube, das steht auch gar nicht in Widerspruch zu meiner These. Das sind neurowissenschaftliche Erkenntnisse, die ich so respektiere und davon ausgehe, dass sie ernst recherchiert sind. Der Punkt ist ja nicht der, dass es in unserem Körper gewisse Mechanismen gibt. Der Punkt ist, dass das, was uns heute als Glück versprochen wird,
ich als Glückstyranei bezeichne. Und damit ist nicht das gemeint, was in unserem Körper los ist, sondern damit ist das gemeint, was dir zum Beispiel die Schule des positiven Denkens erzählt oder was dir bei Live-Coachings erzählt wird. Oder was dir erzählt wird, wenn du auf Biohacking-Longevity-Messen gehst, wo ich war, oder auf Esoterik messen. Da wird dir im Grunde eingeblägt, dein Leben, so wie es jetzt ist,
Ist mangelhaft, ist unzureichend, du bist im Grunde ein Opfer deiner Kindheit, du bist ein Opfer deiner Geschichte und du holst das Maximum nicht aus dir raus. Und dann kommt meistens von diesen Leuten das Versprechen, wenn du uns folgst, Wenn du das tust, was wir dir sagen, dann wirst du es schaffen können. Und ich war drei Tage bei so einem Live-Coaching.
Im Grunde arbeiten die mit dem immer gleichen Mechanismus, nämlich so wie du bist, bist du ein mieses kleines Opfer. Du kannst aber ein Sieger werden, du kannst ein Hero werden, was schon als Bezeichnung so bekloppt ist. Und wenn du dann über die Tage hier unser Buch durcharbeitest und alles machst, was wir wollen, nämlich vor allem das nächste Coaching kaufen.
Dann wirst du irgendwann da oben ankommen. Und das heißt, du wirst im Grunde im Gegenteil von dem gehalten, was dir versprochen wird. Du wirst nämlich in einem permanenten Unglück, in einer andauernden Unzufriedenheit gehalten. Weil man dir vorhält, du bist ein Mängelwesen. Und wenn du gerade glaubst, jetzt bist du einen Schritt weiter, sagen die gleichen Leute: Nee, leider, leider wieder nix, es ist leider noch nicht genug, es reicht noch nicht. Und das ist es, was ich kritisiere.
¶ Warum Menschen Gurus folgen
Aber wie kommt es denn, dass es offenbar aus so fruchtbaren Boden fällt? Also, jetzt würde ich sowohl bei dir als auch bei mir sagen, also das könnte man mir lange erzählen. Ich würde sagen, du hast wohl eine an der Waffe, dein Coaching kaufe ich nicht.
Und dann kannst du nur bis zu einem bestimmten Punkt einreden. Also, wenn nicht die Annahme schon irgendwie da ist, dann würde es wahrscheinlich nicht fruchten. Wie kommt es denn, dass so viele Leute offenbar in dieser Grundstimmung sind, irgendwie fehlt mir was? Ich muss mich optimieren, verbessern und irgendwie Glück finden.
Also, das eine ist schlicht die Zeit, in der wir leben, in der uns seit Jahren erfolgreich eingeredet wird: Die Welt um dich herum ist schlecht und wir können nicht leugnen, dass sie das ja auch über weite Strecken ist. Das heißt, Kümmere dich nicht um all das, was auf der Welt los ist, kümmere dich um dich selbst.
Das heißt, so eine Art narzisstische Selbstsorge. Du musst dich um dich kümmern, der Rest der Welt ist egal. Das ist das unpolitische Gegenmodell zu dem, was uns jeden Tag in der Tagesschau und in anderen Nachrichtensendungen umgibt. Und aus dieser Überlastung heraus und aus diesem Gefühl heraus, alles, was ich haben möchte, muss jetzt da sein. Das ist ja auch so ein Terror der Gegenwart. Wir leben ja in so einer Zeit,
in der man Erfüllung, wenn dann sofort will. Warten ist nicht mehr unser Ding. Es ist ja auch alles sofort da. Die Nachricht ist sofort da. In den Social Media Kanälen ist immer alles sofort da. Und daraus entsteht, glaube ich, eine Erwartung, dass mein Leben muss sich ändern, und zwar schnell, am besten jetzt.
Und dann läuft man eben dorthin, weil man sich denkt, ein Wochenende, kompakt, da habe ich alles auf einmal verpackt, da kann man mir alles beibringen und danach gehe ich als besserer Mensch raus. Und das ist, glaube ich, ein wesentlicher Grund. Und es ist eine Suche nach Leuten, die eine Orientierung bieten. Und diese Life-Coaches sind ja wie Gurus. Also, die werden ja angehimmelt wie Götter.
Mittlerweile beschäftigen sich die Sektenbeauftragten der Verbraucherzentralen mit diesen Leuten, weil es so viele Menschen gibt, die sich dahin wenden, weil sie sagen, sie haben Angehörige dahin verloren. Also das Problem ist nicht mehr Scientology, sondern solche Leute. Da ist, glaube ich, bei gerade bei Menschen in Krisen, gerade bei Menschen, die auf der Suche sind, bei Menschen, die an einem kritischen Punkt in ihrem Leben stehen, kommen solche Leute genau richtig.
Würde ich mal sagen, das hat es ja früher auch gegeben, ne? Krisenkriege, Menschen, die verzweifelt sind. Üblicherweise waren es ja früher die Kirchen oder die Religion, die das irgendwie aufgefangen hat. Auch in der ähnlichen, ja, in der ähnlichen Weise und mit ähnlichen Versprechen natürlich gesagt haben: Ja kommt zu uns, hier findet ihr Lösung oder
oder Seelenheil oder oder ähnliches. Warum klappt das nicht mehr und warum suchen die Leute jetzt bei einem Glücksguru das, was sie früher vielleicht in der katholischen Kirche gesucht haben?
¶ Glückssuche als Ersatzreligion
Das habe ich in meinem Buch fast wie so einen Nebenton, der immer mitläuft, weil man in ganz vielen Dingen der Glückssuche feststellen kann, dass das säkularisierte Versuche sind. Ein religiöses Moment wiederzubeleben. Also, das heißt, wir haben uns ganz viele Ersatzreligionen gesucht. Die Kirchen, so wie wir sie kennen, katholische Kirche, evangelische Kirche, haben nicht mehr die Bedeutung, haben natürlich auch aufgrund von Skandalen sehr viel Vertrauen verspielt. Das heißt,
Wir suchen das heute und das passt zu dieser narzisstischen Grunddiagnose. Wir suchen das in uns selbst. Also wenn du dir, wenn du dir die ganze Zeit einredest, ich bin für mich allein verantwortlich, ich allein muss mein Glück finden, ich allein muss es schaffen. dann glaubst du ja nicht an höhere Mächte, weil man dir ja die ganze Zeit sagt, nur du kannst es schaffen.
Also suchst du all das in dir. Du hast es aber auch in vielen anderen Bereichen. Wenn man ins Bergheim geht, wenn man in Clubs geht, sagen die Leute am Sonntag, die da hingehen: das ist für mich der Gottesdienst. Also es gibt sehr unterschiedliche Versuche. Das wieder zu reaktivieren und ein Versuch ist eben, sich die Götter in einem Coaching zu suchen und eben dort jemanden zu haben, der einen auffängt und der einem die eigenen Sünden vergibt und den Weg nach vorne weiß.
Und das spielen die übrigens auch aus. Also wenn man da mehrere Tage drin sitzt und das Geld bezahlt, das zu bezahlen ist, in meinem Fall fast fünftausend Euro. Dann merkst du auch, wie die die ganze Zeit damit spielen. Das, was war, das darfst du jetzt verabschieden, aber jetzt. Und im Grunde ist das so eine calvinistische, kalte, protestantische Ethik, die da vertreten wird.
Du hast ja ganz viel ausprobiert, du hast gerade schon das Bergheim angesprochen, wo du auch unterwegs warst mit den Glückssuchen, wenn man so will, dort. Eine Domina hast du aufgesucht, weil natürlich auch Sex als, wie soll man sagen, Ersatzreligion, um Glück zu finden, für viele sicherlich auch Teil der Suche eben danach ist.
¶ Florians Weg: Unglückliche Jugend zur Neugier
Vielleicht erstmal so grundsätzlich, weil du auch diese Coachings angesprochen hast. Ich war bei sowas noch nie, ich kann mir das gar nicht vorstellen. Also, wer geht denn da hin? Also, was sind denn auf was für Leute bist du vielleicht auch in dem Umfeld getroffen? Das hat sich komplett verändert. Also, man kennt so Motivationstrainer aus den 90ern. Damals gab es Jürgen Höller, das war der Prominenteste.
Und damals war das eine elitäre Veranstaltung für Leute aus der Mittel- bis Oberschicht, also das Top-Magement Leute, die man so Entscheider nennt. Und das hat sich komplett gedreht, sowohl hinsichtlich dessen, wer dahin geht, als auch wie es gemacht ist. Ich habe dort wirklich ganz normale Leute getroffen. Also neben mir saß lange eine Frau aus dem Schwäbischen irgendwo Kreis Tübingen, Reutlingen.
Die, was weiß ich, Mitte Ende 50 war und zwei Kinder hatte, die aus dem Haus waren, aber auf einer Suche war. Einfach auf einer Suche nach sich. Und interessanterweise sind das alles Leute, die auch Coaches werden wollen. Also die glauben auch, dass sie in diesem Sektor erfolgreich sein können. Was natürlich sehr schwierig ist. Das sind wenige, die das dann wirklich schaffen. Also das heißt, du hast bunt gemischte Leute von dreißig bis sechzig?
Die definitiv nicht aus den Eliten der Gesellschaft kommen. Also, das sind nicht unbedingt Akademiker, das sind nicht unbedingt Leute, die wahnsinnig viel Geld verdienen, sondern eher Menschen, die ja so ein bisschen Vielleicht so eine Art letzte Hilfe da suchen, weil sie schon sehr lange nach etwas gesucht haben, was sie offensichtlich nicht gefunden haben.
Und dann kommen sie zu jemandem, der ihnen sagt, ja, aber so wie du drauf bist, wirst du es auch nicht finden. Also dann geht's los. Dann werden sie erstmal niedergemacht, um dann wieder aufgebaut zu werden. Aber es klingt ja nicht so, als wären das per se irgendwie gescheiterte Persönlichkeiten. Nein, das auf keinen Fall. Gescheiterte Persönlichkeiten nicht. Es sind Leute, die, wie wir alle, das ja immer wieder sind, an Punkten ihres eigenen Lebens sind.
an denen sich Fragen stellen oder an denen Unsicherheiten aufkommen und an denen man auf der Suche ist, stärker als man es sonst ist. Jetzt hast du über das Glück geschrieben, aber ich habe ja auch so ein bisschen in Anspielung an die Einführung gefragt, bist du denn unglücklich? Aber wie ist denn das bei dir eigentlich? Heute offenbar glücklicher als früher? Das heißt, es gab Phasen, da warst du richtig unglücklich?
Ja, auf jeden Fall. Also, ich würde von mir sagen, dass meine Jugend Eine war, die ziemlich unglücklich war. Ich hab mir das zum Teil selber eingebrockt. Ich war einfach auch ich war sehr dick, ich hatte viele Pickel.
Ich konnte mit meinem eigenen Körper nicht umgehen. Sorry, da muss ich ja, dass ich da lache nicht so selbst eingebrockt, ob man viele Pickel hat, das kam man hier. Das recht, das ist auch sehr gut aufgepasst, sehr gut. Das habe ich absichtlich versteckt, um zu gucken, ob der Moderator zuhört. Nee, das natürlich nicht, aber so eine so so eine gewisse Behebigkeit.
Ein Nicht-Klarkommen mit meinem eigenen Körper und auch wenig Ehrgeiz, das zu ändern. Ich war dann schlecht in Sport und hab dann eher eine Show daraus gemacht, dass ich darin schlecht war. Ich war so ein klassischer Außenseiter, der mit sich selbst eigentlich nicht so wirklich klarkam. Da gab es schon einfach Zeiten, in denen ich so in der Schule sehr gelitten habe. Dann kann mein Dick sein hinzu, darüber schreibe ich ja auch im Buch.
Wie das so war. Und deswegen war das, glaube ich, so die schwierigste Phase. Und je mehr ich dann rausgelassen wurde aus dieser Zwangswelt, wo man bestimmte Fächer hatte, wo man bestimmte Dinge zu absolvieren hatte. Also als ich dann anfing, früh beim Radio zu arbeiten mit 15, 16,
Meine Rolle dann fand und dann auch immer mehr der Klassenclown wurde, dann wurde es immer besser. Und dann kam das Studium, das hatte ich mir auch selbst ausgesucht. Und so gab es dann schon eine Linie nach oben. Aber ich würde schon sagen, dass es bei mir so ist, Je älter ich werde, desto mehr Raum habe ich selbst, um Dinge auszuprobieren. Also je älter ich werde, desto jünger werde ich eigentlich. Also ich wäre mit Mitte 20.
Niemals ins Bergheim gegangen. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich da soll. Heute gehe ich natürlich für das Buch dahin. Da ist es eine gezielte Recherche, aber ich kann dann Teil dessen sein, ohne nur Beobachter zu sein.
Und dafür brauchte ich, glaube ich, eine gewisse Entwicklung, die vielleicht umgekehrt verläuft zu vielen anderen, die sagen: Hey, jetzt ist man Mitte vierzig, jetzt muss man auch mal, jetzt muss man auch mal ruhig werden. Und ich werde eigentlich immer neugieriger und immer staunender und immer offener.
¶ Die U-Kurve des Glücks und Dankbarkeit
Das kann ich tatsächlich aus meiner Sicht aber auch nachvollziehen oder das unterschreiben persönlich. Was ja eben interessant ist vor dem Hintergrund, du hast es schon erwähnt, dass es ja diese berühmte U-Kurve des Glücks gibt.
Dass nämlich rein statistisch gesehen die Menschen, also oben anfangen, irgendwann in der Jugend, wenn man sie fragt, wie glücklich bist du? Und dann geht es runter. Und statistisch ist der Tiefpunkt so bei Anfang Mitte 40er erreicht, da sind die Menschen am unglücklichsten. Und dann geht es wieder hoch, und interessanterweise sind statistisch gesehen die glücklichsten Menschen die Alten.
Genau. Das ist total interessant, weil ich habe das auch in meinem Buch Happy End verarbeitet und hab da mit Tobias Esch gesprochen, der ja seit vielen Jahren zu diesem Thema forscht, gerade zu Glück im Alter. Und das war sehr interessant, was der erzählte, nämlich dass die Menschen im Alter, die er untersucht, wissenschaftlich. Allesamt große Einschränkungen haben. Also Einschränkungen, die man sich in unserem Alter jetzt mit Mitte vierzig
gar nicht vorstellen kann, wie die sein werden, weil sie natürlich noch sehr weit weg sind. Das heißt, sie haben Krankheiten, die können vieles nicht mehr, was man als jüngerer Mensch kann. Und trotzdem sind sie allesamt glücklicher. Als sie es früher waren. Und der Punkt, warum das so ist, und das leuchtete mir auch ein, als ich mit meinem Protagonisten Günter Krabbenhöft unterwegs war, das ist ein 80-jähriger Influencer.
Der eben auch vieles Berg angeht, mit dem ich dort war, der sagte das auch. Das Glück würde er für sich selbst sagen, hat er erst im Alter gefunden. Und zwar, weil eine gewisse Gelassenheit hinzukommt, die man vorher nicht mehr hat. Also oder vorher noch nicht hat. Also dieses Gefühl, ich muss nicht mehr kämpfen, ich muss nicht etwas Bestimmtes tun, um ich zu sein, oder es muss mir jetzt etwas gegeben werden von außen, was ich verdient habe. Und Krabbenhof sagte immer so schön,
Der schlimmste Satz ist doch zu sagen, jemand hat das Glück verdient. Das Glück hat man sich, das kann man sich nicht verdienen. Das kommt, und er sagte das sehr schön, in einer Form von Dankbarkeit. Und das ist ein Gefühl, was er erst kennt, seit er älter ist. Früher kannte er das nicht. Mit Anfang 20 meinte er, kennst du keine Dankbarkeit? Und das stimmt. Das würde ich für mich auch sagen. Das ist ein Gefühl, das ich wahrscheinlich in der Tiefe auch nicht habe, wie das ein älterer Mensch hat.
Aber es fängt bei mir an, aufzukommen. Und ich merke, ich bin für bestimmte Dinge dankbar und auch demütiger. Und das macht tatsächlich viel aus.
¶ Erfülltes Leben statt Perfektion
Für so ein Glückseligkeitsgefühl im Alter. Wofür bist du dankbar? Ich bin dankbar für die Möglichkeiten, die ich habe. Ich bin dankbar dafür, dass ich bei guter Gesundheit bin. Da versuche ich natürlich auch was für zu tun, aber ich tue auch Dinge, die dem nicht entsprechen, weil ich natürlich auch diese Gesundheitstyranei kritisiere, so wie sie heute häufig als einziges Allheilmittel dargestellt wird.
Aber das ist ja nicht selbstverständlich. Was machst du denn nicht, was gesund ist? Was ist die Sünde? Naja, die Sünden sind ich trinke Alkohol, ich esse Schokolade, ich ernähre mich nicht immer wahnsinnig gesund. Ich mache auch Nächte durch, ich lebe insgesamt ein ungesundes Leben, in dem ich abends und nachts arbeite, ich schlafe zu wenig. Aber ich denke dann immer, okay.
Man kann natürlich häufig jetzt zum Arzt gehen, der sagt: Der Schlaf vor Mitternacht ist der Wichtigste, ich schlafe nie vor Mitternacht. Oder man kann sagen: Ach, ist das nur? Das höre ich zum ersten Mal. Der Schlaf vor Mitternacht ist am wichtigsten.
Ich nagel mich nicht drauf fest. Das ist jetzt wirklich ein Gerücht. Ich sage nicht, dass das wissenschaftlich so ist. Ich habe es nur immer wieder mal gehört von Ärzten, die sagten, das ist das Wichtigste, vor Mitternacht zu schlafen. Oder von mir aus wenigstens sieben, acht Stunden.
Das darauf komme ich nicht. Aber gleichzeitig merke ich, ich bin ja bei voller Energie und ich brauche es auch nicht, weil ich bin sowieso vorher wieder wach. Und da denke ich dann, okay, das mag jetzt objektiv nicht das Gesundeste sein, aber. Es geht eben um Erfüllung eines Lebens. Und im Glück würde man sagen, schlaf deine neun Stunden jede Nacht, dann wirst du ein langes, gesundes Leben haben. Und ich sage, nee, ich möchte ein erfülltes Leben und das erfüllte Leben besteht darin, dass ich.
während eines Podcasts morgens um zehn mit dir nicht einschlafe. Also scheint es mir so schlecht nicht zu gehen. Aber heißt das auch, dass vielleicht manchen der Glücksuchenden, die du da getroffen hast, dass denen vielleicht auch wie Inhalt fehlt, ist es auch eine Suche nach also weil
So schätze ich dich ein und so erkenne ich das von mir auch. Also ich habe ja gar nicht Zeit, auch über Dinge nachzudenken, weil es passiert so unglaublich viel. Ich denke manchmal auch, wenn man mich jetzt einen ruhigen Raum setzen würde und ich hätte aber wahnsinnig viel Zeit, vielleicht würde ich auch noch mehr andere Gedanken machen. Also ist Erfüllung auch eine Frage von Ausfüllung der Zeit, die die wir haben?
Ja, auf jeden Fall. Also ich bin ein bisschen zurückhaltend, weil natürlich leben wir beide ein besonderes und in einer gewissen Hinsicht auch privilegiertes Leben. Wir haben offensichtlich beide nicht gewisse Dispositionen. Es gibt Menschen Keine Ahnung, die ja, die Depressionen haben oder ähnliches, die haben gar nicht die Möglichkeiten, so frei zu denken, wie wir das jetzt gerade tun.
Und ich war ja auf einem LSD-Retreat und habe da auch LSD genommen in einer Gruppe mit Leuten, wo sehr viele Menschen waren, die harte, wirklich sehr harte Biografien hatten, die mich sehr mitgenommen haben und bewegt haben. wo es wirklich zu schlimmen Kindheitserfahrungen kam und die dort einfach auch eine Form von Heil gefunden haben und gesucht haben oder von Heilung, nicht Heil, Heilung. Da habe ich schon gesehen, da stand ich auch daneben und das war so ein Moment auch von Dankbarkeit.
Wo ich so daneben stand und dachte, hey, wow, krass, was diese Leute hinter sich haben. Und für die stellt sich nicht die Frage, wie voll ist unser Tag, haben wir Zeit, über irgendwas nachzudenken? Sondern für die stellt sich das aus einer ganz anderen Perspektive als für uns auch nicht. Weil sie einfach erstmal an einen Punkt kommen müssen, überhaupt so viel Licht zu sehen, dass sie den Luxus haben, überhaupt darüber nachzudenken. Und das hat mich sehr, sehr, sehr demütig gemacht.
Weil ich das immer wieder gesehen habe. Als ich bei der Kuschelparty war, sah ich Menschen, die lange keine Zärtlichkeit erlebt haben. Und natürlich ist es lustig, was da passiert. Ich beschreibe es ja auch sehr ironisch. Aber ich sehe trotzdem Menschen, die dort seit Monaten zum ersten Mal eine Umarmung erlebt haben. Das macht demütig und dankbar, aber in so einer ganz liebevollen und heiteren Art.
Das heißt, es ist doch nicht alles Humbruck oder es ist nicht alles sinnlos, weil wir haben natürlich jetzt eingangs sehr kritisch über Glück auch als Geschäft gesprochen, aber es kann auch Menschen offenbar dann. zumindest wirklich individuell doch irgendwie helfen. Also ich meine, wenn es denen dann besser geht, ist doch gut.
Das ist ja auch das Entscheidende. Also, das, was sie tun, muss ihnen gut tun. Und dann zählt das. Also du kannst Auf eine Esoterikmesse gehen und dir irgendwelche Tarotkarten legen lassen. Ich finde das lustig, ich halte das für absoluten Humbug. Aber natürlich ist es zu respektieren, wenn jemand sagt, da legt mir jetzt jemand die Karten und vier Wochen später kam das Leben genauso, wie der die Kartenlegerin das gesagt hat.
Und da ist jemand zufrieden damit. Also, was hilft hat recht? Oder wer hilft, hat recht? Solange es nicht am Ende zum Schaden dessen ist, der glaubt, dass er Hilfe bekommen hat. Und das würde ich immer respektieren. Und ich glaube, das ist der wichtige Unterschied. Die Glückssuche des Einzelnen.
Die ist nie der Punkt, über den ich mich lustig mache. Das sind nie die Menschen, die ich angreife. Das hat niemand verdient. Die Glückssuche des Einzelnen wird in jeder Sekunde auf jeder Seite wertgeschätzt. Aber was ich kritisiere, sind bestimmte Arten und Weisen des Glücksversprechens heute und einer Dichotomie, die dir sagt: Auf der einen Seite du kannst alles schaffen, das ist dieses positive Denken.
Aber auf der anderen Seite sagt, du bist ja nur das Opfer deiner Umstände. Das ist das, was häufig in der linken Soziologie behauptet wird. Also du kannst nichts dafür. Die Umstände sind schlecht, du bist das Opfer und wir müssen erstmal die Umstände ändern. Interessanterweise sind aber die Leute, die immer sagen, wir müssen die Umstände ändern, gar nicht die, die den Einzelnen bemächtigen, das auch zu tun. Das ist ein interessanter Widerspruch im linken Denken.
Und solange aber nur diese beiden Pole dastehen und die stehen im Moment sehr deutlich da als Lebensalternativen, solange kann man eigentlich nur dazwischen untergehen und verlieren. Da versuche ich das Ganze ein bisschen optimistischer anzugehen, ohne irgendwelchen Schulen zu folgen.
¶ LSD, Demokratie und das Wohlbefinden
Jetzt muss ich mir nochmal ganz kurz sagen, wie ist denn das eigentlich mit den Drogen? Du sprichst ja mit einem komplett Unerfahrenen. Ich wüsste nicht mal, dass ich meinem Leben... jemals gekifft habe, ich glaube nicht. Ich habe ein paar Mal ein paar Mal geraucht. Ja, das war also meine größte Sünde. Okay, das hat man gar nicht.
Wahrscheinlich werde ich jetzt komplett ausgelacht, wenn man diesen Podcast hört, aber ich bin wirklich vollkommen unerfahren. Also, so LSD, dann fliegen die rosa Elefanten durch die Luft, oder wie ist das? Also LSD ist eine eine sehr besondere Substanz. Die nicht vergleichbar ist mit, mit, mit anderen. Also es ist völlig anders, zum Beispiel.
als Kokain-Speed oder MDMA, weil es am Serotonin andockt, nicht am Dopamin. Dennoch ist es sehr wichtig, dass man, bevor man das macht, sich vorher beraten lässt, dass man das mit anderen zusammen macht, dass man das nicht alleine macht. Entscheidend ist Set und Setting, das heißt, wo findet es statt und mit welchen Leuten findet es statt.
Deswegen gibt es auch bei LSD-Trips sogenannte Tripsitter, die das Ganze auch überwachen. Und es gibt bestimmte psychische Krankheiten, bei denen man das nicht machen sollte. Aber es gibt auch eine sehr gute, jetzt wieder aufgenommene Forschung zu LSD. An der Uni Mannheim gibt es eine große Studie, die auch von der Bundesregierung finanziert wird, wo es darum geht, LSD wieder als Therapeutikum einzusetzen. Insbesondere gegen Depressionen gibt es da sehr erfolgsversprechende Meldungen.
Das zu erleben ist wirklich sehr besonders. Der Trip geht ja lange, acht bis zwölf Stunden, je nachdem wie viel man nimmt. Und du erlebst im Grunde drei verschiedene Phasen. Die erste ist so die intensivste. Ich habe Fahrten durch den Weltraum gemacht, so wie ich ihn mir vorstelle, mit irren Farben. Dann kamen aber auch Bilder aus der Kindheit wieder auf, die ich längst vergessen hatte. Das war sehr intensiv.
In der zweiten Phase kann man sich dann ein bisschen bewegen, während man in der ersten nur liegt und meistens so eine Schlafmaske auf hat und Musik hört, was die Wirkung massiv verstärkt. In der zweiten Phase kannst du dann vielleicht mal rumlaufen oder so und siehst die Welt wirklich ganz neu. Also siehst Farben viel intensiver. Es gibt Leute, die werden dann ganz traurig. Es gibt andere, die lachen die ganze Zeit.
Und dann in der dritten Phase, und das ist eigentlich die wichtigste, wenn du dann so langsam wieder runterkommst, dann kommst du an die entscheidenden Punkte. Also ich zum Beispiel kam tatsächlich wieder an Punkte der Angst. Ich bin ja ein Kind, das mit sehr viel Angst groß geworden ist. Existenzangst, aber auch Verlustängste. Das weiß ich, das habe ich auch für mich bearbeitet, aber da kam ganz viel wieder hoch. Also wirklich so eine existenzielle Angst, so eine Angst des Kontrollverlust.
Und das hat mir viel über mich erzählt. Und es war interessant, diese Dinge nochmal zu fühlen. Deswegen war es aber überhaupt kein Bad Trip, das gehört ein bisschen dazu. LSD bringt dich eben zu dir selbst und bringt dich nicht weg von dir selbst. Andere Substanzen bringen dich ja weg. Also, wer die Haftbefehl Doku gesehen hat, Kokain ballert dich zu und dann bringt dich entweder in eine Leistungsfähigkeit oder in eine Wachheit.
Oder eben irgendwann auch in eine furchtbare Welt. Und das ist bei LSD alles nicht der Fall. Und dann hast du es gemacht und das ist gut geführt, zwei, drei Tage, und dann kann man da sehr viel Für sich mitnehmen. Also, ich habe da auch Teilnehmer getroffen, die wirklich auf Dauer sehr viel in ihrem Leben danach verändert haben, weil ihnen Dinge klar geworden sind. So, und zu guter Letzt jetzt.
Ganz große Frage, nein, aber weil du es eingangs so nebenbei erwähnt hast, aber es spielt in deinem Buch ja auch durchaus eben eine Rolle. Also inwieweit, ja, wie soll man sagen, die politische Zuspitzung und Polarisierung in der Gesellschaft auch dazu führt, dass Dass wir alle unglücklicher werden. Ist das so? Und wie gehen wir damit um? Ich hab in diesem Buch auch ein Kapitel geschrieben, das heißt Macht die Demokratie eigentlich noch glücklich? Also ist es noch die Staatsform, die wir wollen?
Da habe ich lange Dorothee Beer begleitet als Forschungs- und Weltraumministerin und auch Kevin Kühnert, die Zwei sehr unterschiedliche Politikertypen sind. Dorothe Bär als jemand, der wirklich am Ort des Glücks angekommen ist, weil sie das immer wollte. Und Kil Kühner, der gescheitert ist an dem System. Also, ich würde sagen, das, was da im Moment passiert, also diese Zuspitzung, diese Radikalisierung,
Und auch die Bedrohung demokratischer Werte ist etwas, was schon eher zum Unglück beiträgt. Also es gibt spannende Studien, vor allem aus der Schweiz, dass Demokratie tatsächlich zufriedener macht, muss man sagen. Da ist es wieder. Also, je mehr Menschen mitbestimmen können und je mehr sie mitreden, desto zufriedener sind sie. Da gibt es spannende Studien von einem Schweizer Ökonomen, Bruno Frey.
Der ist bezogen auf die Schweiz. Da ist natürlich viel direkte Demokratie untersucht. Aber das lässt sich schon zeigen. Auf der anderen Seite, glaube ich, sind wir heute an einem wirklich entscheidenden Punkt hinsichtlich einer Dialektik zwischen Glück und Freiheit. Und eigentlich haben wir ja gelernt: Die Voraussetzung des Glücks ist Freiheit. Also wir sind frei, wenn wir Lebenswege wählen können, wie es in der Demokratie ja möglich ist.
Also wenn uns eine größtmögliche Freiheit geboten wird und wir aus einer Reihe von Möglichkeiten wählen können. Und im Moment scheint es so zu sein, dass aufgrund der dieser neo-autoritären Bewegungen, die wir ja in vielen Ländern des Westens beobachten, Dass Systeme sagen, du kannst dann glücklich sein, wenn wir dir ein Stück deiner Freiheit nehmen. Das ist das, was wir in den USA im Weibschift erleben, nämlich wir versprechen Freiheit.
Meinungsfreiheit, mehr Meinungsfreiheit, aber gleichzeitig unterdrücken wir alle Meinungen viel radikaler, als es die Woken je konnten. um dann eigentlich zu sagen, wir geben dir Freiheit, aber faktisch ist diese Freiheit eine Unterdrückung. Und das halte ich für ein ganz großes Problem, und ich glaube, dass wir da in etwas reinlaufen, was wir sehr, was wir sehr ernst nehmen sollten. Glück für ein großes Thema.
Mit sehr vielen unterschiedlichen Ebenen. Das haben wir ja versucht hier zu besprechen, politisch, individuell. Glücksmessen, Gurus und so weiter. Also ich kann nur jedem empfehlen, das nochmal nachzulesen en Detail. Es hat großen Spaß gemacht und war auch inspirierend zu lesen, in der Tat. Und man merkt das ja auch im Gespräch mit dir, es ist ja sowohl Natürlich der übliche Satiriker, den wir da raushören, aber auch kluge, tiefe Gedanken, eine sehr gelungene Mischung, wie ich finde.
Florian, vielen Dank für das Gespräch. Freut mich sehr. Was machst du heute, um noch glücklich zu sein? Gibt es da irgendwas, wo du? Also irgendwas gut du sagst, das ist rettet den Tag immer, egal was passiert. Ich bin jetzt auf Tour mit meinem Jahresrückblick, Schluss jetzt, und ich bin gerade in der Preview-Phase. Das heißt, ich probiere gerade aus, ich fahre über kleine Bühnen. und probiere die Show aus, mit der ich dann bis Ende Januar in die großen Hallen gehe.
Und ich mag diese Ausprobierphase total gerne, weil du einfach jeden, du kennst das ja sicher von der Bühne, es ändert sich einfach jeden Tag so viel, du schmeißt raus, du änderst, dir fallen neue Dinge ein. Du kommst gar nicht hinterher mitschreiben mit den ganzen Ideen und das finde ich ziemlich geil. Und das mache ich heute Abend und da freue ich mich sehr drauf. Vielen Dank, dann viel Spaß auf der Tour und bis ganz bald. Konstantin, danke dir für die Einladung. Alles Liebe.
Das war mein Gespräch mit Florian Schröder über das Glück. Mich würde interessieren, was ihr davon haltet: von der Suche nach dem Glück, von Selbstoptimierung, den Ersatz Religion, die es ja gibt. Was macht euch glücklich? Und
Welchen Tipp habt ihr vielleicht auch an andere? Einfach mal glücklich sein zu können. Gibt es da einen Kniff? Würde mich sehr interessieren. Ansonsten würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ihr den Podcast abonniert und freue mich schon auf die nächste Folge. Bis dann!
