Hallo und herzlich willkommen zu Camperstyle, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele. Und ich bin Sebastian. Und heute geht's Narkosegas, Gefahr oder Mythos? Ein Thema, was in der Camping-Community sehr, sehr heiß diskutiert wird und wo auch viel, ich sag mal, sich gegenseitig beschimpft wird. Wir wollen heute mal dieses Thema ganz sachlich aufgreifen und mit einer Gästin sprechen, die sich mit dem ganzen Thema Narkosegase eben sehr, sehr gut auskennt.
Werbung. Hey, ihr lieben Vanlife-Fans da draußen. Habt ihr eigentlich schon von den sonnigen Deals von Ventura gehört? Ventura ist in der Camper-Szene für seine kompakten Camper-Vans bekannt und auch beliebt. Auch ein paar unserer Blogger-Kollegen sind damit unterwegs. Die modernen Kastwagen sind einfach ideal für alle, die Spontanität und Freiheit lieben und dabei keinerlei Kompromisse in punkto Stauraum und Komfort machen möchten. Perfekt für eure urbanen Abenteuer und das
ultimative Vanlife-Erlebnis. Und jetzt wird es richtig spannend. Bis Ende Juni gibt es nämlich einen Zuschuss von bis zu 5000 Euro. Ja, ihr habt richtig gehört, 5000 Euro beim Kauf eines neuen Venturas bei allen Händlern in Deutschland. Zusätzlich profitiert ihr derzeit von attraktiven Finanzierungsangeboten. Für Top-Fahrzeuge, die ab Werk in der Serienausstattung kurzfristig verfügbar
sind. Ob für den nächsten Campingurlaub oder spontane Trips und Citytouren, Ventour ist der perfekte Begleiter, der euch komfortabel überall hinbringt. Also worauf wartet ihr noch? Schnappt euch euren Ventourer und erlebt die ultimative Freiheit auf Rädern. Den Link zur Webseite mit allen Details zur Aktion sowie alle teilnehmenden Händler findet ihr wie immer in unseren Show
Notes. Werbung Ende. Und vielleicht noch ganz kurz diejenigen von euch abzuholen, die jetzt mit Narkosegas außer für eine OP nichts anfangen können. Also es gibt seit vielen Jahren Berichte davon, dass Camper vor allen Dingen auf Rastplätzen nachts überfallen werden und gar nichts mitbekommen und morgens mit Kopfschmerzen aufwachen, also ich hab das jetzt mal stark vereinfacht, und dann der Meinung sind, dass sie quasi betäubt wurden und überfallen und ausgeraubt
wurden. Also darum geht's. Und wie Nele schon gesagt hat, sehr kontroverses Thema. Die einen glauben dran, die anderen nicht. Und es gibt viel Diskussion und vor allen Dingen sehr viel Meinung und wenig Wissen. Und deswegen haben wir uns dem Thema mal angenommen, weil die Martina sich, unsere Gästin, aufgrund eines, einer Frage im Podcast bei uns gemeldet
hat. Und bevor ich jetzt lange weiterquatsche, lass uns erst mal Martina willkommen heißen oder lass uns willkommen heißen, Martina, und stell dich doch erst mal unseren Hörer und Hörerin vor, bitte. Ja, hallo Nele, hallo Sebastian. Freut mich, dass ich jetzt als treue Hörerin euch tatsächlich auch mal beim Podcast machen begleiten darf. Vielen Dank. Das ist eine ganz besondere Erfahrung, die ich heute zum ersten Mal mache. Ich neige dazu, wie Sebastian auch, wenn es was geht, schnell zu
sprechen. Und ich bitte die Zuhörenden im Zweifelsfall, wenn es zu schnell wird, dann die Abspielgeschwindigkeit im Podcastgerät eben anzupassen, dass es wieder komfortabel ist. Ja, also Ich bin nicht nur treue Hörerin, sondern ich bin unter anderem auch vom Berufswegen Fachärztin für Anästhesiologie und würde von mir selber sagen, dass ich ein vielseitig interessierter
Mensch bin und sehr neugierig bin. Und Ich gebe mich nicht so gerne mit Konjunktiven in einer pauschalen Antwort zufrieden, im Sinne von ja, könnte, vielleicht, sondern ich versuche so zwischen den Extrempolen in der Antwort im Sinne von ja oder nein, richtig oder falsch, diese Graubereiche, die es eben auch gibt, mit Wissen zu füllen, dann eben eine Tendenz zumindest zu haben, zu einer Antwort
hin. Und so bin ich eben auch an dieses Thema hingegangen. War zu Beginn, oder als ihr die Frage an mich gerichtet habt, ist das Mythos oder Wahrheit, Raubüberfälle und dazu Hilfenahme von Narkosegasen oder K.O. Gasen, wie auch immer man das nennen will, habe ich eben auch mich mal hingesetzt, bin in mich gegangen und habe überlegt, wie könnte ich an dieses Thema rangehen. Und es ist so viel, sage ich mal, Wissens- und Informationszuwachs dazu gekommen, dass ich das mit euch und den
Zuhörenden teilen möchte. Mit der Bitte, dass sich dann jeder eben selbst ein Bild davon macht, wie wahrscheinlich das ist oder nicht. Ja, wir haben dich ja angesprochen, weil du uns in anderen Zusammenhängen
geschrieben hattest. Wir waren ja schon öfter zu verschiedensten Themen in Kontakt. Vielleicht ist die Martina dem einen oder anderen von euch auch bekannt, weil wir eine sehr lange Mail von ihr vorgelesen hatten in unserem Hörer-Feedback-Podcast, wo es darum geht, dass sie sich in Vorbereitung für ihr Leben im Wohnwagen befindet. Das ist ein ganz anderes Thema. Vielleicht sprechen wir dazu auch
noch mal in einer anderen Folge. Aber was wir in den Vorgesprächen, die wir geführt haben, diskutiert haben oder besprochen haben, war einfach, dass es wirklich niemanden bisher gab. Wir recherchieren zu dem Thema immer mal wieder, schon seit einigen Jahren. Und wir hatten schon Kontakt, unter anderem mit der Kriminalpolizei, mit Versicherern, mit Ärzten, also Anästhesiologen, aber auch anderen Ärzten, ein Gefühl für dieses Thema zu bekommen. Wir haben ganz viele Infos
gekriegt. Wir haben aber von niemandem gehört, dass er bereit wäre, das eben on the records, also vor einer Kamera, vor einem Mikrofon oder auch nur für ein Zitat eben öffentlich zu sagen. Und du warst jetzt eigentlich die Erste, die sich sozusagen den Mut gefasst hat, bei so einem komplexen Thema dann zu sagen, okay, ich
mache das mit euch. Wir wollen aber auch im Vorfeld schon klarstellen, dass wir hier überhaupt keinen Anspruch auf die absolute Wahrheit erheben in diesem Podcast, sondern einfach jetzt mal ein ganz normales fachliches Gespräch über potenzielle medizinische und technische Möglichkeiten für den Einsatz solcher Gase diskutieren wollen. Wir haben auch
lange abgewogen, wie tief wir in das Thema einsteigen sollen. Ob wir zum Beispiel konkrete Stoffe benennen wollen, wie man mit den Stoffen jemanden betäuben könnte. Wir haben uns dann dafür entschieden, dass wir das so tief wie möglich heute machen. Auch wenn es ein bisschen länger dauert und wir es wahrscheinlich nicht in einer Folge schaffen. Weil wir denken, wenn man da sachlich aufklärt und Leuten erklärt, wie es funktionieren könnte, dass es dann auch einfacher ist, sich eine abschließende
Meinung für sich selbst zu bilden. Und wer was Kriminelles vorhat, der weiß sowieso, wie er oder sie an die Infos kommt. Also wir wollen umfassend informieren, dann euch auch zu ermöglichen, wenn ihr es für nötig haltet, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. So, das war mein Wort zum Samstag heute. Sebastian wollte auch schon lange
was sagen. Ja, nein, also letzten Endes für mich auch nochmal wichtig, viele oder wir Menschen suchen ja immer nach der einfachen, ultimativen Antwort und Lösung auf Dinge und in unserer komplexen Welt gibt es die selten. Es gibt viele Menschen, die das versprechen und viele, die für sich glauben, dass sie die richtige Antwort haben. Aber in Wirklichkeit gibt es die häufig einfach nicht. Und wie Martina auch schon gesagt hat, es gibt ganz viel. Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Es gibt
halt auch immer ganz, ganz viel Graubereich. Und deswegen, wir werden euch heute vermutlich nicht sagen, jo, es gibt Narkosegasüberfälle oder es gibt sie nicht. Aber wir werden euch, wie Nida das auch gerade schon betont hat, eben Informationen an die Hand geben, für euch, euch da eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen. Nehmt ihr das ernst? Nehmt ihr das nicht ernst? Und habt zumindest mehr Fakten bekommen, weil das, glaube ich, ist sehr, sehr wichtig, dass
wir Fakten sammeln, Informationen sammeln. Und auch das ist eben nur eine Seite der Medaille. Das ist die Seite, die Martina kennt und aus ihrer Sicht hat. Und da wird es sicherlich auch andere geben. Und vielleicht, wenn ihr auch was dazu sagen wollt, sei es nur persönlich als Gast oder hier bei uns im Podcast oder auch, dass ihr uns einfach eine Sprachnachricht schicken wollt oder einen Textnachricht schicken wollt, ob wir die vorlesen sollen oder nicht, sagt uns
dazu, schickt uns das auf den Kanälen. Wir haben in den Shownotes unten immer unseren WhatsApp-Link drin, da könnt ihr uns kontaktieren. Ihr könnt eine E-Mail an podcast.camperstyle.de schicken und lasst uns da gerne an euren Informationen teilhaben, wenn ihr dann noch was zu dem Thema zu sagen habt, weil wir wollen natürlich auch immer für viele Themen möglichst viele Perspektiven euch liefern, denn je mehr Perspektiven ich habe, desto besser kann ich mir halt auch eine
eigene Meinung bilden. Genau, das soll es zur Einleitung sein. Ansonsten, die Fakten auf unserer Seite hat bisher tatsächlich auch Nele primär gesammelt, weil sie das Thema für sich in der Recherche hatte. Ich bin heute mal wieder da, schlaue Fragen zu stellen. Und ich würde sagen, wir fangen mal mit der ersten Frage an und fragen mal, Martina, was sind denn eigentlich Narkose und K.o.-Gase?
Ja, also dazu möchte ich eigentlich tatsächlich, jetzt mal wirklich jeden auf seinem Wissensstand abzuholen und auch mit den Ideen oder den Assoziationen, die der einzelne Hörer, die einzelne Hörerin dazu hat, Grundlagen liefern. Also ich will jetzt mal anfangen mit dem Begriff, ja was bedeutet denn eigentlich Narkose? Man hat da so die Idee, man denkt an den OP vielleicht. Ich will aber da mal ganz
basal anfangen. Also der Begriff kommt ursprünglich aus dem Griechischen und heißt Narkosis und bedeutet Erstarrung, Lähmung und Betäubung. Vereinfacht gesagt ist die Narkose eine medikamentös herbeigeführte Bewusstlosigkeit, die dazu führt, dass ein Mensch ohne sich daran zu erinnern, ohne Schmerzen zu haben, operiert werden kann bzw. Sich höchst schmerzhaften, unangenehmen Prozeduren
unterziehen kann. Eine Narkose führt dazu, dass abhängig von der Tiefe der Bewusstlosigkeit auch Funktionen wie das Wegziehen der Extremität, also von Arm oder Bein, von einer Schmerzquelle oder Abwehrbewegungen im Allgemeinen, aber auch die Eigenatmung des Patienten oder der Patientin aufhört. Dazu kann man Medikamente verwenden, die eingeatmet werden, also unsere sogenannten Narkosegase, oder eben aber auch gespritzt
werden. Häufig wählt man eine Kombination aus beiden. Eine Kombination deswegen, weil die Einleitung einer Narkose mit Gasen sehr unangenehm ist und auch gefährlich für die PatientInnen, aber auch fürs Personal. Und unser Körper Durchläuft vom Zustand der absoluten Wachheit bis zur Reaktions- und erinnerungslosen Bewusstlosigkeit mehrere Phasen. Das ist nicht wie bei einem Lichtschalter ein oder aus, sondern das ist eher mit einem
Dimmer vergleichbar. Es gab einen amerikanischen anästhesisten Arthur Güdel, der in einer Publikation von 1920 beschrieb, dass es klinische Zeichen gibt, wie zum Beispiel die Atmung, die Pupillenreaktion, also sind die Pupillen eng oder weit, die Augenbewegungen und die Aktivität der Reflexe, Hinweis dafür geben können, wie tief ist denn ein Narkosestadium und wie kann man anhand dieser Zeichen eben dann auch die Narkose führen? Und da gibt es vier Stadien, die gelten aber nur primär mal für den
Äther. Den hat man damals verwendet. Und da gibt es Stadium 1 Amnesie und Analgesie, das heißt Vergessen und Schmerzfreiheit. Das Stadium 2 ist dann die Exzitation. Das ist das Erregungsstadium. Das ist sehr gefürchtet unter Anästhesisten. Das wird inzwischen so transferiert, auch auf unsere volatilen Anästhetika, die wir aktuell verwenden. Dann das Stadium 3 ist die chirurgische Toleranz und das Stadium 4 ist dann die Vergiftung.
Und den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, dass eben ein Mensch nicht mehr reagiert, nicht mehr erinnert, aber ohne dass er dabei gefährlichere Stadien berührt im Sinne von ungewollter Atemstillstand, Kreislaufbeschwerden oder andere schlimme Effekte. Das bedarf eben einer ganz präzisen Arbeit.
Und für einen Gasüberfall wäre ja dann vielleicht von TäterInnen das selbsterklärte Ziel, die im Fahrzeug befindlichen Personen so zu betäuben, man sagt in diesem Fall auch sedieren, dass sie eben nicht mehr reagieren, sich nicht erinnern, sich nicht wehren, aber weiterhin selbstständig atmen und auch zum nächsten Morgen dann wieder vollständig wach sind, ohne etwas Verdächtiges im Fahrzeug zu riechen oder wahrzunehmen.
Das ist so viel mal zum Thema Narkose. Das nächste, was ich dann vielleicht noch ansprechen möchte, wäre das Thema Atmung und Atemluft. Das möchte ich deshalb noch ansprechen, damit wir dann später auch schauen können, gibt es etwa Geschutz- oder Therapiemaßnahmen, die funktionieren könnten. Also unsere Einatmenluft, so in unseren Zimmern, entspricht der
Zusammensetzung der Luft eben in der Atmosphäre. Und die Einatmenluft ist ein Gasgemisch, also besteht aus mehreren Gasen Und zwar im überwiegenden Anteil nämlich zu 78 Volumenprozent aus Stickstoff, zu 21 Volumenprozent nur aus Sauerstoff, unser Gas des Lebens sozusagen, zu 0,97 Volumenprozent aus Edelgasen und zu 0,03 Volumenprozent Kohlendioxid, kurz CO2.
Und die Luft, die wir dann auch ausatmen, nachdem wir eingeatmet haben und der Körper sich das gezogen hat, was er braucht, diese Luft nennt man auch Expirationsluft, bestehen nur noch aus 17 Volumen Prozent Sauerstoff, also 21 beim Einatmen, 17 Volumen Prozent beim Ausatmen, dafür aber mit 4,03 Volumen Prozent Kohlendioxid, CO2, wird also quasi ausgetauscht. Der Stickstoff und der Edelgasanteil bleibt also
quasi gleich. Die Luft wird auf dem Weg zur Lunge dann auch noch erwärmt und befeuchtet und hat am Ende ungefähr 35 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von 95 Volumenprozent. Und die Luft, die wir eben ausatmen, vermischt sich wieder mit der Umgebungsluft und wir atmen wieder ein und so weiter. Der Stickstoff hat ja einen sehr hohen Anteil mit 78 Volumenprozent Und ist übrigens ein farbloses, geruchloses, nicht
giftiges und nicht brennbares Gas. Der Stickstoff heißt Stickstoff, weil er eben das Feuer oder eine Flamme nicht unterhält, sondern eine Flamme löscht. Im Lateinischen heißt er Nitrogenium und das Elementsymbol ist N. Ja, wie viel atmen wir denn in der Minute? Also man kann sagen, pauschal ungefähr sechs bis acht Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht, beziehungsweise man muss sagen Idealgewicht. Das sind beim Erwachsenen 4 bis 5 Liter in der Minute ungefähr. Wie viel Sauerstoff verbrauchen
wir? Das ist abhängig vom Alter, vom Gewicht, vom Trainingszustand und anderen Stellgrößen, liegt aber ungefähr bei 300 Millilitern Sauerstoff pro Minute. Zugleich produzieren wir das CO2, also das Kohlenstoffdioxid, und reichern ungefähr eben damit 4 Prozent der Atemluft an. Nele? Nele S.: Ich habe mal eine kurze Zwischenfrage. Die Werte, die du da nennst, also mit den Litern der Ein- und Ausatmung, gelten die gleichermaßen in Aktivität und in Inaktivität
oder ist es nachts dann weniger, wenn ich schlafe? Das ist eine sehr gute Frage. Das hängt von der Aktivität ab, natürlich. Aber die vier bis fünf Liter sind so ungefähr die Ruheatmung, die wir bei einer Narkose, wo ja ein Mensch nicht schläft, also Narkose ist nicht gleichbedeutend mit Schlaf, aber die der Mensch braucht, eben einen adäquaten Sauerstoffaustausch zu haben. Also das wäre quasi der Wert, der relevant ist für die Zeit, in der die Narkoseüberfälle potenziell
stattfinden könnten. Ja, ungefähr. Genau. Also da würde ich dann zum Beispiel eher sagen, ich nehme nicht die 8 Milliliter pro Kilogramm Idealgewicht, sondern die 6 Milliliter. Wobei man da auch sagen muss, dass ja all unsere Fahrzeuge, egal ob das jetzt Wohnmobil oder Caravan ist, Das sind ja nicht abgeschlossene Systeme, sondern die haben ja diese Zwangsbelüftung und sind ja auch, wie gesagt, da herrscht ja kein Vakuum.
Okay. Okay. Und jetzt, den Bogen zu dir, Sebastian, zu schlagen zum Thema Narkosegas oder ich habe auch den Begriff genannt KO-Gas.
Also Narkosegase, korrekterweise als inhalative Anästhetika zu benennende Gase, sind zugelassene Medikamente, Ob sie nun primär flüssig oder schon von Haus aus bei reinem Temperatur gasförmig sind, komme ich nachher noch dazu, die in der Anästhesie dann auch eingesetzt werden, über die Einatmung in den menschlichen Organismus zu gelangen und dort eben eine Bewusstseinstrübung bis Bewusstlosigkeit auszulösen. Folglich würde ich persönlich
als K.O. Gas all die gasförmigen oder gasähnlichen im Sinne von leicht flüssigen flüchtigen Substanzen zusammenfassen, die kein oder hierfür nicht zugelassenes Medikament sind, aber die eben auch durch das Einatmen bewusstseinsverändernde Effekte haben. Davon gibt es wahrscheinlich auf dieser Welt unfassbar viele und Chloroform
würde ich da zum Beispiel auch dazuzählen. Also Chloroform ist eine Flüssigkeit, es dient als Lösungsmittel und ist aber so leicht flüchtig, dass wenn man das jetzt auf dem Boden plätschert, dass das sich schon zum Gas entwickelt. Aber es ist kein zugelassenes Medikament und deswegen auch kein Anästhetikum sozusagen für sich. Okay, ich überlege gerade. Also warte, ich muss meine Frage schlau formulieren. Jetzt hast du gesagt, es gibt nicht zugelassene Sachen, die quasi in
riesiger Menge existieren. Sind die, da schon mal ein bisschen reinzugucken, sind die aber für einen normalen Menschen auch in irgendeiner Art und Weise beschaffbar, sodass man sie quasi nutzen könnte, ein Fahrzeug zu fluten? Okay. Ja, ja. Und ich will da gar nicht so viel teasern, aber insbesondere diese Substanzen sind es. Und zwei davon greife ich auch raus und bespreche die, weil die sehr, sehr relevant sind. Auch alltagsrelevant. Also vielleicht
auch noch mal ganz kurz für euch da draußen. Wir machen extra einen relativ umfangreichen Unterbau für dieses Thema, eben dann später auch besser Dinge verstehen und ableiten zu können. Wir kommen noch mal zu den einzelnen Gasen, wie die funktionieren und alles. Da wird Martina dann nochmal ganz ausführlich referieren. Aber uns ist es wichtig, dass ihr einmal einen wirklich basic Einblick bekommt, weil es ja euch dann auch hilft, später das ganze auch für euch so ein
bisschen besser einzuordnen. Und uns hilft es übrigens auch, weil wir sind ja auch keine Profis in diesem Bereich. Und ich weiß nicht, wie es bei dir war, Sebastian Chemie in der Schule, aber bei mir eher ausbaufähig, so vorsichtig gesagt. Ich kann mich zumindest nicht mehr an Details erinnern. Also ich habe was über Chloroform und über Lachgas und CO2 und so weiter gelernt, aber großartig Details sind da jetzt auch nicht
hängen geblieben. Ich habe sie aber auch bis heute nicht wirklich großartig gebraucht. Ich hätte noch mal eine Rückfrage zu einem Punkt, den du vorhin gestreift hast. Und zwar hast du gesagt, dass die Inhalation von Narkosegasen relativ unangenehm ist und dass man deswegen mit einer Kombination arbeitet. Da würde mich noch mal interessieren, auch später die medizinische und technische Machbarkeit mit dir zu diskutieren,
was bedeutet denn unangenehm? Wenn ich jetzt ohne eine vorherige Injektion mit einem Narkosegas für eine OP zum Beispiel, ich nenne es jetzt mal leidenhaft, schlafen gelegt werden soll, was würde dann mit mir passieren? Komme ich gleich dazu. Okay, gut. Das habe ich damit eingefasst. Perfekt. Dann mach du erstmal weiter und dann
schauen wir uns den Punkt gleich an. Genau, also vielleicht, also mit der Theorie, mit den Basics bin ich soweit fertig und ich würde, wenn ihr einverstanden seid, jetzt schon mal so in medias res gehen. Es wird immer wieder auch Situationen oder Anteile geben, wo es nochmal ein bisschen theoretisch wird, aber ich versuche das so ein bisschen
immer im Bypass zu machen. Ich würde jetzt schon zum Punkt kommen, welche Narkosegase es denn gibt und wofür die in der Medizin eigentlich dann auch normalerweise eingesetzt
werden. Weil das ist es genau, glaube ich, auch, was Vorbefragte zu dem Thema aus dem ärztlichen Bereich so schwer finden, dass es eben den Spagat zu schaffen, zwischen dem, was wir unter standardisierten Bedingungen mit Indikationen eben in einem geschützten Rahmen unter Vollmonitoring tun, dass wir uns das nicht gut vorstellen können, wie das eben jemanden zweckentfremdet und missbraucht für räuberische Absichten.
Ja. Also die in der Anästhesie gängigsten Substanzen, landläufig eben als Narkosegase bezeichnet, sind gar keine Gase, sondern wie ich das vorhin schon ein bisschen angedeutet habe, Flüssigkeiten. Deshalb heißen sie korrekterweise volatile Anästhetika. Da will ich zum Beispiel das Sebufluran oder das Desfluran nennen. Oder man nennt sie auch dann als Überbegriff sozusagen Inhalationsanästhetika, weil sie eben über die Inhalation
dem Körper beigeführt werden. Es handelt sich halogenierte Kohlenwasserstoffe, das ist aber nicht relevant jetzt für uns. Was heißt denn Volatil? Also vielleicht denkt jetzt so mancher an den Refrain von dem Lied von dem Sänger Modugno, Domenico Modugno, Volare Cantare. Ich singe es jetzt nicht. Wir auch nicht. Besser so, sonst verlieren wir die Leute. Volare heißt fliegen. Also volatile Anästhetika
sind fliegende Anästhetika. Diese Flüssigkeiten brauchen spezielle, teilweise auch das Gemisch sogar erwärmende Vaporen, sie vom Flüssigen in den gasförmigen Aggregatszustand zu bringen. So ähnlich verhält sich es auch bei den E-Zigaretten mit den Liquids und den Verdampfern. Ich sage jetzt nur so ähnlich, aber dass man
sich das einfach besser vorstellen kann. Wenn die Flüssigkeit dann also durch den Vapor durchgegangen ist und im gasförmigen Zustand ist, wird die im Narkosegerät über ein Bypass-System der Einatemluft zugeführt. Diese Einatemluft besteht aus mehreren Komponenten, nämlich Frischluft, die über ein medizinisches System zugeführt wird. Man kann medizinische Frischluft sozusagen
käuflich erwerben. Es ist Sauerstoff mit dabei, gegebenenfalls zusätzlich Lachgas, komme ich auch noch, und dann eben dieses volatile Anästhetikum, wie zum Beispiel Sevofluran. Die Konzentration für die Narkosegase, für die Frischluft, den Sauerstoff und das CO2 und gegebenenfalls auch für das Lachgas in der Ein- und Ausatemluft wird ständig überwacht, es dann wirklich auf die Volumen pro Milliliter genau zu dosieren.
Und jetzt komme ich zu deiner Frage, Nele. Diese volatilen Anästhetika sind von einem markanten Geruch und führen zu einer mehr oder weniger starken Atemwegsreizung. Und ich versuche immer zu überlegen, wie könnte ich den Zuhörenden beschreiben, wie das riecht. Und ich habe leider keinen Vergleich. Es riecht sehr künstlich, nach Kunststoff eher. Es ist ein wirklich unangenehmer Geruch, der auch sofort auffällt. Jeder Laie würde merken, dass das was ist, was er noch nie gerochen hat und was
merkwürdig ist. Und dieses Gas riecht man auch wirklich in einem sehr verdünnten Zustand. Also die geschulten Nasen im OP-Saal, also ob das Operateure sind oder die OP-Pflege, die Anästhesie-Pflege oder so. Wenn man irgendwo eine Leckage hat, was manchmal vorkommt und dann halt sofort korrigiert werden muss, hat man das sofort in der Nase. Wie ist das denn beim Menschen? Wachen Menschen von solchen Gerüchen auf, wenn
sie schlafen? Das lässt sich ja wahrscheinlich auch nicht pauschal beurteilen, weil es ja verschiedene Schlafphasen gibt. Aber das wäre jetzt zum Beispiel als erstes spannend. Das heißt, wenn ich schlafe, wacht mein Körper davon auf, wenn er so was
Komisches riecht? Also Es ist so, wenn ich, und da schließe ich auch an Neles Frage an, wenn ich quasi eine Narkose einleiten will damit, also damit jemand von bewusstseinswachen, aufgeregten Zustand in eine Bewusstlosigkeit kommt, Das macht man ganz selten, sogenannte Masken-Einleitungen, also wo man nur dieses Gas gibt zum Einatmen und nicht spritzt.
Dann ist es erforderlich, dass man schnell und tief einatmet oder aber, dass man eben das Gas mit einer hohen Konzentration und mit einem hohen Luftfluss einbringt. Und es ist schon so, dass ich aus der Erfahrung sagen muss, das ist so atemwegsreizend, dass man da husten muss. Ja, also die wollen natürlich, also die wollten, Die TäterInnen haben natürlich nicht die Absicht, jemanden unter eine Vollnarkose zu setzen, sondern in eine
Bewusstlosigkeit oder in eine Sedierung zu bringen. Aber ich denke dennoch, dass das reichen könnte, aufzuwachen, zu husten. Es kommt natürlich auch auf die Schlaftiefe an. Aber zu dem Thema volatile Anästhetika, Unterraubüberfällen im Schlaf, komme ich nachher noch mal. Ich finde es, ich persönlich als Anästhesistin fand es immer sehr unangenehm. Ich habe ja dann eine Ruheatmung. Ich bin dem Gas ja nicht direkt ausgesetzt, sondern durch eine Leckage an der Maske.
Wahrscheinlich kommst du auch zu dem Thema noch. Aber es gibt ja auch diese sogenannten Schlafnarkosen. Ich weiß nicht, wie die in der Fachterminologie heißen. Die man zum Beispiel bekommt, wenn man kleinere Eingriffe wie eine Magenspiegelung, eine Darmspiegelung oder Ähnliches hat. Kannst du da vielleicht dann auch im Anschluss noch mal drauf eingehen, was das für Gase sind, ob die auch unangenehm sind? Weil ich zum Beispiel, ich hatte
das schon öfter und ich hab das nie als unangenehm empfunden. Das ist ja dann auch über die Inhalation, wird das ja induziert. Und ich habe auch das Gefühl, dass man da trotz allem sehr tief weg ist auch. Also Vielleicht dann auch zu einem späteren Zeitpunkt eine Einschätzung von dir, ob solche Gase eventuell sich auch eignen würden für so einen
Überfall. Aber das nur als Zwischenbemerkung, dass wir darauf vielleicht noch kommen, weil das kennen vielleicht mehr Leute als diese richtigen Narkosen für größere Operationen. Ja, also ich gehe da jetzt direkt drauf ein, weil sonst vergesse ich es hinterher und die Frage poppt ja bei dir nicht umsonst
aus und dann lassen wir es ja auch in diesem Kontext tatsächlich. Also für gewöhnlich ist es so, dass für so unangenehme Prozeduren wie Magenspiegelungen oder Darmspiegelungen, manchmal auch Bronchioskopien, eben solche Sachen, wird gar kein Gas verwendet, sondern man bekommt Sauerstoff vorgehalten, einfach den Sauerstoffgehalt im Blut des Menschen zu erhöhen, dass für den Fall, dass das, was man spritzt, sehr doll wirkt, dass man eben eine Sauerstoffreserve hat.
Je müder man ist oder je tiefer diese Sedierung ist, umso entspannter wird der Körper. Bei Menschen, die eine bestimmte Physiognomie haben, kommt es dazu, dass sie anfangen zu schnarchen. Oder wenn sie eine Schlafapnoe haben, dass sie Luft ziehen, aber es kommt gar nichts in der Lunge an. Da ein Sauerstoffdepot anzulegen, kriegt man Sauerstoff über die Maske. Es gibt aber auch Masken-Narkosen in der Geburtshilfe.
Es ist keine Masken-Narkose, sondern man kriegt ein Gas appliziert in der Geburtshilfe oder auch in der Zahnheilkunde und das ist dann das Lachgas. Aber viel gewöhnlich ist es so, dass für so Kuliskopien, also Darmspiegelungen, Magenspiegelungen, man das Medikament gespritzt bekommt. Das hat eine sedierende Eigenschaft. Wenn man davon nur genug spritzt, kann man damit tatsächlich auch eine Vollnarkose
machen. Und aber zusätzlich einfach als Sicherheitsschirm den Sauerstoff über eine Maske oder über eine Nasensonde. Das ist ja verrückt. Ich kann mich überhaupt nicht bei den verschiedenen Eingriffen an eine Spritze erinnern. Kann es sein, dass man da wirklich dann auch so von so etwas so Gedächtnislücken bekommt? Hast du einen Venenzugang gelegt bekommen? Nicht, dass ich wüsste. Eine Infusion. Ich
kann mich gar nicht erinnern. Meine Erinnerung an die zwei oder drei Gelegenheiten, wo ich Magen- und Darmspiegelungen hatte, ist, dass ich eine Maske aufbekommen habe und weg war. Ziemlich schnell sogar. Also der Standard ist es nicht, sondern man bekommt was gespritzt und die Medikamente, die wir sowohl spritzen als auch inhalieren, also die Volatilien-Anästhetika, machen auch eine retrograde Amnesie, also machen einen nicht erinnern können. Das ist ja im
Grunde genommen auch das Ziel, warum man die Menschen sediert. Dass man das möglichst, wenn positiv oder gar nicht in Erinnerung hat. Ach, verrückt. Und es ist halt eine Sedierung, wo gewünscht ist, dass der Mensch eben spontan weiteratmet, also allein selbstständig atmet. Ja, wieder was gelernt. Ja, okay. Also und so ist es tatsächlich auch in der Anästhesie, also wirklich für eine Operation. Die Narkose wird mit Medikamenten, die man über die Vene spritzt, eingeleitet.
Und dann in einem zweiten Schritt, wenn der Mensch bewusstlos ist, und zwar so tief, dass er nicht mehr selber atmet, platziert der Anästhesist einen Beatmungsschlauch in der Luftröhre, den sogenannten Tubus, oder eine besonders geformte sogenannte Laryngomaske, die im Bereich des Kehlkopfes
über den Mund hineingebracht wird. Und über dieses geschlossene System werden dann die PatientInnen mit einem Gasgemisch, wie ich es oben erklärt habe, eben auch mit dem vulvatilen Anästhetikum versorgt und die Narkose aufrechterhalten. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass man letztendlich die komplette Narkose bis zum OP-Ende auch über die Vene macht. Das nennt sich dann kurz Tiva. Das ist also die totale intravenöse Anästhesie, aber die spielt in unserem Fall jetzt keine Rolle.
Wenn also der Mensch Gas bekommt, also inhaliert und man die Gaszufuhr dann stoppt, dann wandert das Gas entlang von dem Konzentrationsgradienten bzw. Entlang der Partialdruckdifferenz vom Gehirn, wo das Medikament wirkt, ins Blut zurück, wird über einen Kreislauf zur Lunge gebracht und von der Lunge kommt es dann wieder zu einer Abgabe in die Alveolen, also in die luftgefüllten Lungenbläschen.
Und von dort atmen wir dieses Narkosegas, dieses volatile Anästhetikum, wieder nahezu unverstoffwechselt aus. Nur ein ganz ganz kleiner Teil wird über die Leber letztendlich verstoffwechselt und über die Niere ausgeschieden. Und wenn man an einem Menschen schnuppert, der letztendlich eine Gasnarkose hatte, dann riecht man das auch.
Und das ist vielleicht wichtig zu wissen auch, das hat Sebastian auch vorhin erwähnt, diese Narkosegase haben eine häufigere Inzidenz, Also es kommt häufiger zu Übelkeit und Erbrechen nach der Narkose. Und man hat vielleicht auch Kopfschmerzen. Xenon, das will ich der Vollständigkeit hier auch noch nennen, ist ein Inhalationsanästhetikum. Also ist keine
Flüssigkeit, sondern per se ein Gas. Xenon ist ein Edelgas und ist sehr, sehr, sehr, sehr teuer und hat deswegen in der Anästhesie, in der Breite keine Anwendung. Und neben diesen volatilen Anästhetika, insbesondere hier das Devofluran, weil das weniger stark atemwegsreizend ist wie das vorher genannte Desfluran, gibt es eben auch ein paar Kandidaten von eben nicht hierfür zugelassenen Substanzen oder Medikamenten,
die sehr wohl dafür in Frage kommen. Und es gibt einen dritten Kandidaten, das habe ich auch schon angesprochen, das auch ein Inhalationsanästhetikum ist, aber nicht alleine verwendet wird, Und das ist das Lachgas. Und da würde ich jetzt als nächstes hinspringen, wenn es keine Fragen gibt. Ich habe bis dato keine. Ich auch nicht. Du darfst gerne direkt weiter mal weiter
galoppieren. Weiter galoppieren. Also das Lachgas hat das Sebastian vorhin auch schon im Eingangsgespräch erwähnt, ist ja eine Substanz, die in vieler Munde ist und die eben jenseits der Anästhesie leider auch immer mehr on woke ist. Sage ich gleich was dazu. Also Lachgas ist auch ein Inhalationsanästhetikum, aber eben kein volatiles Anästhetikum, weil es ein Gas ist. Es ist aber als Monosubstanz, also als alleiniges Narkosegas
in Anästhesien nicht geeignet. Aber in der festen Kombination mit Sauerstoff und für Vollnarkosen auch in zusätzlicher Kombination mit den volatilen Anästhetika wird es von manchen anästhesiologischen Abteilungen immer noch oder wieder eingesetzt. Lange hat das Lachgas keinen so guten Ruf, aber es erlebt gerade auch ein Revival. Lachgas ist ein im Blut sehr gut lösliches Gas. Es ist farb- und geruchlos. Manche beschreiben
eher so einen süßlichen Duft. Ich habe noch nicht daran geschnuppert, ich kann es nicht beurteilen. Und in der Medizin ist es besonders geschätzt, weil es sehr gute schmerzhemmende oder schmerzreduzierende Eigenschaften hat. Es wird dann eben wie gesagt immer als Sauerstoff-Lachgas-Gemisch eingesetzt und kann dann eben auch ohne eine Vollnarkose auszulösen in der Zahnheilkunde und Geburtshilfe eben wegen seines sehr, sehr guten schmerzhemmenden Charakters eingesetzt
werden. Lachgas hat aber eben auch ein paar sehr unangenehme Eigenschaften, nämlich Lachgas neigt wegen seiner guten Löslichkeit dazu, sich im Körper rasch in luftgefüllten Räumen entlang von dem Konzentrationsgefälle anzusammeln. Und die anderen Gase, insbesondere der Stickstoff, der ja an der Luft einen sehr hohen Anteil hat, ist nicht so gut löslich und kann nicht so schnell entweichen. Und insgesamt nimmt also dann das Gasvolumen zu. Und dieser luftgefüllte Hohlraum dehnt sich
aus. Und ja, wo haben wir im Körper luftgefüllte Hohlräume? Das ist einmal das Mittelohr zum Beispiel. Und wenn man jetzt eine Erkältung hat oder immer Schwierigkeiten hat mit der Tubenbelüftung, das ist ein Gang zwischen dem Mittelohr und dem Rachen. Und wenn diese Schleimhaut der Eustachischen Röhre, so heißt sie auf Schlau, geschwollen ist, dann ist letztendlich das Mittelohr ein luftgefüllter Hohlraum, der keinen Anschluss an das restliche Luftsystem im
Rachen hat. Und so kann dann Lachgas zu Ohrenschmerzen, Tinnitus oder auch Drehschwindel führen. Und im Darm haben wir auch sehr viel Luft. Das wissen wir alle spätestens dann, wenn wir auch Zwiebeln noch zusätzlich essen. Dann kann dieser Darm sich ausdehnen und es kann zu Bauchschmerzen führen. Und aber auch es kann nicht in natürliche, luftgefüllte Hohlräume im Körper geben, auf dem Boden von einem krankhaften Zustand, den man nicht
immer merken muss. Und wenn da Lachgas reinkommt und sich ausdehnt, dann kann das bisweilen sogar tödlich sein. Und Lachgas ist eben inzwischen in vielerlei Munde, weil es eben auch in der Party-Szene leider vermehrt eingesetzt wird. Und in den Niederlanden ist es inzwischen sogar auch dem Betäubungsmittelgesetz unterlegen. Die Substanz ist Kostengünstig, leicht verfügbar. Man kann es in Flaschen kaufen. Aber wie gesagt, die leihenhafte Anwendung ist extrem gefährlich. Ich kann davor
nur warnen. Und auch in der Warnung als Partygas ist Lachgas wegen seiner Auswirkungen auf den Vitaminstoffwechsel, die Blutbildung und die Nervengesundheit brandgefährlich. Also wirklich Vorsicht. Aber ich will auch sagen, Lachgas ist korrekt eingesetzt, ärztlich überwacht und auch Langzeitbetreutem, gutes, vor allem schmerzlinderndes Gas. Aber Finger weg von allen anderen Einsatzgebieten. Also jetzt haben wir die Inhalationsanästhetika abgearbeitet. Da haben wir die
volatilen Anästhetika. Das sind die Flüssigen, die in den gasförmigen Zustand gebracht werden durch einen Vapor. Wir haben theoretisch auch das Xenon, was sehr, sehr, sehr, sehr teuer ist. Und wir haben das Lachgas, was gut verfügbar und preiswert ist. Das wäre also schon mal ein potenzieller Kandidat, das Lachgas quasi. Ja, aus meiner Sicht würde ich sagen, wenn wir uns mit dem Regler Mythos Wahrheit, da schieben wir uns schon Richtung vom Mythos weg, in Richtung Wahrheit
oder denkbare Wahrheit. Ja, absolut. Und genau, man kennt das ja aus der Autoszene. Also alle, die die ganzen Drift-Serien angeguckt haben, kennen ja Lachgas auch aus dem Motortuning und dementsprechend kann es halt auch wahrscheinlich jeder irgendwie kaufen. Es sei denn jetzt in den Niederlanden, wo es das
BTM fällt, das Betäubungsmittelgesetz, dann nicht mehr so einfach. Aber ansonsten, ich habe auch gerade mal geguckt, also ich kann es jetzt hier online bestellen, relativ überschaubare Preise und damit wäre es natürlich schon mal ein erster Kandidat. Das können wir ja schon mal so ein bisschen zwischen festhalten. Ja, unbedingt.
Und Xenon würden wir wahrscheinlich dann erstmal für uns ausschließen, für unsere Diskussion, weil sich das dann schlichtweg auch nicht lohnen würde, mit diesem Stoff irgendwelche Überfälle zu begehen, dann da 50 Euro aus dem Geldbeutel abzustauben. Wenn wir jetzt mal von den offiziellen Anästhetika weggehen, also von den offiziellen Narkosemitteln weggehen, Du hattest vorhin schon mal den Stoff Chloroform genannt. Den kennt vielleicht der eine oder andere aus Krimis oder auch aus
alten Serien wie Tim und Struppi. Da wird ja auch gerne mal mit Chloroform betäubt. Da sprechen die immer von Lappen, die in Chloroform getränkt werden und einem auf den Mund gepresst werden. Da würde mich interessieren, ob es da noch andere Möglichkeiten gibt. Das war auch ein Stoff, der mir von der Kriminalpolizei genannt
wurde. Was hättest du sonst noch so auf dem Schirm an Substanzen, die eventuell einen narkoseähnlichen Zustand hervorrufen können, die aber jetzt nicht in der Anästhesie benutzt werden? Ich will jetzt noch mal kurz zum Chloroform zurückkommen. Also das Chloroform war auch mal ein offizielles Anästhetikum. Also man hat das in der Anästhesie verwendet, aber das ist schon lang out. Man könnte das Chloroform eben durch ein direktes Auflegen eines Tuches letztendlich
beibringen. Da könnte man sich davor schützen, indem man eben den Zugang zum Reisemobil sichert im Sinne von einer Alarmanlage, dass die anspringt, bevor derjenige mir das Tuch vor das Gesicht halten kann und vorstellbar werde, ohne dass ich das jetzt irgendwie in
meinem Haus-Chemielabor heimlich versucht hätte. Aber ich könnte mir vorstellen, dass man das Chloroform letztendlich, weil es ja so leicht flüchtig ist, dass man es eben irgendwie auf einen Frischluftträger draufbringt oder das damit verbindet und dann als Aerosol letztendlich in das Fahrzeug einbringt. Aber für mich ist das Chloroform, und das ist wirklich eine eigene Einschätzung, eher unwahrscheinlich, weil es gibt noch zwei viel interessantere
Kandidaten. Und auf die würde ich jetzt zu sprechen kommen. Und diese beiden Kandidaten sind nämlich auch wichtig und da gehe ich noch mal ein bisschen in die Grundlagen, weil sie wirklich auch, wie ich das vorhin erwähnt hatte, alltagsrelevant sind für uns als Camper. Und ich fange mit dem Kohlenmonoxid an. Das ist das CO. Das wird in der Anästhesie wie gesagt nicht verwendet, aber es begegnet dem Notfallmediziner häufiger und das sollte unbedingt angesprochen werden.
Kohlenmonoxid, eben kurz die Bezeichnung CO, das steht für Kohlenstoff und Sauerstoff, entsteht unter anderem, wenn Kohle, Gas, Holz oder Benzin unvollständig verbrennen. Das kann also in Heizungsanlagen, in Holzpelletlagern, in verstopften Schornsteinen, Kaminen oder auch in Shisha-Bars vorkommen. Und Gasgrills und Hefepilze in geschlossenen Räumen stellen auch eine Quelle dar. Was viele nicht wissen, ich finde es total abgefahren, das Gas kann Wände und Decken durchdringen. Es macht auch vor
Stein und Beton keinen Halt. Und es ist geruch und farblos. Kohlenmonoxid ist auch ein Industriegas und wird in Gasflaschen zum Kauf angeboten. Vielleicht noch mal ganz kurz zur Einordnung. Der eine oder die andere Camperin hat das vielleicht auch schon mal gehört, dass es ja leider durchaus auch schon Fälle gegeben hat in der Vergangenheit. Es kommt immer wieder mal vor, dass Menschen in ihren wohnmobilen Wohnwagen oder auch in Wohnungen versterben
wegen Kohlenmonoxidaustritts. Weil es vielleicht eine Leckage gibt, weil eine Flamme ausgegangen ist, die irgendwie nicht ausgehen hätte dürfen. Also das ist ein ganz, ganz wichtiger Stoff, auf den wir dann später auch bei den Präventionsmaßnahmen nochmal ein bisschen ausführlicher eingehen wollen. Nur ganz kurz vorweg, Wir sagen ja immer, wenn uns Leute fragen, Gaswarner, ja, nein, ist immer unsere Empfehlung, dass auf jeden Fall ein Kohlenmonoxid- und eventuell ein Kohlendioxid-Warngerät
sinnvoll wäre an Bord zu haben. Vielleicht noch mehr als andere Warnsysteme. Das nur mal vorweg geschickt, aber wie gesagt, da kommen wir dann voraussichtlich in Folge 2, wenn ich auf die Uhr gucke, nochmal ein bisschen ausführlicher dazu. Also du hast es auch gesagt, dass Menschen da zu Hause versterben. Im Jahr 2015, das ist jetzt schon ein bisschen älter, aber ich fand es trotzdem wichtig, das mal zu nennen. Allein in Deutschland sind 648 Menschen in diesem Jahr damals an einer
Kohlenmonoxid-Vergiftung verstorben. Bei Hausbränden handelt es sich häufig Mischintoxikationen, also Mischvergiftungen im Sinne von einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid und Cyaniden, die dann auch entstehen und anderen giftigen Substanzen. Okay, jetzt hätten wir ein Gas, aber was macht es bei uns? Also Wir atmen das Kohlenmonoxid mit der Luft ein und über die Lunge kommt es dann ins Blut.
Und der rote Blutfarbstoff, das Hemoglobin nennt sich das, bindet dieses Kohlenmonoxid und zwar mehr als 200 Mal stärker als den üblich über die Lunge gekommenen Sauerstoff. Also Kohlenmonoxid und das Hämoglobin, dieser rote Blutfarbstoff, der dazu da ist, eben unseren Sauerstoff ins Gewebe zu transportieren, bindet mehr als 100 Mal so stark wie unser Sauerstoff.
Und es kommt letztendlich dann, weil der Sauerstoff, also das Taxi, das Sauerstoff-Taxi, ist quasi schon besetzt durch den Kohlenmonoxid, kommt zu einem Sauerstoffmangel im Blut und dann auch im Gewebe. Und das Kohlenmonoxid hat auch die Eigenschaft, die Atmung auf
Zellebene zu hemmen. Und eben wegen dieser hohen Affinität, nennt man das, also dieser Vorliebe des Hämoglobins für das Kohlenmonoxid, reicht schon eine Kohlenmonoxid-Konzentration von 0,1 Prozent in der Einatmenluft aus, ungefähr 50 Prozent von diesem Gesamthämoglobin, also 50 Prozent unserer Gesamttaxis mit Kohlenmonoxid zu besetzen. Und ein Carboxy-HB-Gehalt, also das carboxylierte, also mit Kohlenmonoxid besetzte Hämoglobin, ein Carboxy-HB-Gehalt Im Blut von 25 bis 35 Prozent führt schon zu
Ohnmachtsanfällen. Und 45 bis 55 Prozent zu Bewusstlosigkeit und bei längerem Einwirken auch zum Tod. Und das Fatale am Kohlenmonoxid, du hattest es vorhin so kurz angesprochen, ist ja, dass es geruchlos ist und dass es offensichtlich auch nicht so reizend ist für Atemwege und so weiter wie andere Gase, sodass man es schlichtweg auch nicht merkt. Also man schläft dann quasi einfach ein, vielleicht so mit so einer bleiernden Müdigkeit und wacht nicht mehr auf
richtig. Genau. Vielleicht auch hier noch die Info an die Camper da draußen. Das ist auch eine der Gründe, warum eure Campingfahrzeuge eine sogenannte Zwangsbelüftung haben. Das bedeutet, dass Fenster und Dachluken eben immer ein bisschen Luft durchlassen, weil das
Kohlenmonoxid entsteht, vor allen Dingen, wenn der Sauerstoff knapper wird. Das heißt, wenn nicht mehr genügend Sauerstoff da ist, dann kommt es zu einer unvollständigen Verbrennung von den Stoffen, die Martina gerade angesprochen hatte. Und das ist eben die große Gefahr, wenn ihr dann quasi im Wohnmobil, im Wohnwagen seid, Gasheizung anhabt, die häufig auf Innenluft angewiesen ist. Nicht immer,
aber häufig. Genauso wie eben den Gasherd zum Beispiel anhabt und dann aber alles dicht verrammelt habt und vielleicht auch noch vor die Türen irgendwie alles abgedichtet habt, dann kann es eben genau dazu kommen. Deswegen ist es wichtig, wenn ihr halt Heizung Und auch den Herd benutzt, gasmäßig, dass ihr entsprechend dafür sorgt, dass Frischluft reinkommt. Und die große Gefahr ist, wenn ihr einschlaft, verbraucht ihr auch noch Sauerstoff, alles ist dicht. Also das ist genau die
große Gefahr. Und aus diesem Grunde gibt es unter anderem eben diese Zwangsbelüftung. Vielleicht das auch nochmal zur Information, warum die Dinge sinnvoll sind und warum es die quasi gibt. Und deswegen nehme ich an, ist auch immer die Vorschrift, wenn man im Wohnwagen mit Gas kocht, also über den normalen Gasherd zum Beispiel, dass auch immer darauf hingewiesen wird, Fenster zu öffnen oder für irgendeine Belüftung zu sorgen, oder? Genau,
das ist einfach nochmal ein Sicherheitsmechanismus. Also du hast einmal die Zwangsbelüftung, die eigentlich dafür sorgen sollte, aber falls da was schief geht, hat man quasi einfach noch eine zweite Geschichte, also ein leicht geöffnetes Fenster oder ähnliches, einfach auf Nummer sicher zu gehen. Ihr kennt das ja, es passiert hundertmal nichts und beim hunderten ersten Mal ist eben dann doch was passiert und das ist halt blöd und deswegen gibt es genau auch diese Empfehlung, macht ein
Fenster so ein bisschen auf, damit einfach auch nochmal Frischluft reinkommt. Und das Ganze kann auch zu Hause, was gerne passiert, dass der Schornstein zum Beispiel nicht richtig ausgekehrt wurde oder einfach verstopft ist. Und dann kommt es eben auch dazu, dass das Abgas nicht mehr weg kann. Das kann euch in einem Wohnmobil auch passieren. Da müsstet ihr aber schon extrem lange und extrem schlecht heizen. Und dann wird das Feuer sozusagen ein bisschen angestickt, sag ich mal, nicht
völlig erstickt. Und dann kommt es eben auch wieder zu einer erhöhten Kohlenmonoxid-Freisetzung. Also seid da bei Wärmequellen, die mit verbrannten Dingen sozusagen arbeiten, ein bisschen vorsichtig und sorgt dafür, dass genügend Frischluft da ist. Ich habe jetzt gerade noch mal den Carboxy-HB-Gehalt, also den Wert von dem mit Kohlenstoffmonoxid besetzten Hämoglobin im Blut in pathologischen, also in krankhaften Bereichen genannt. Aber es gibt auch einen
Referenzbereich, was noch als normal anerkannt wird. Der liegt bei 0,4 bis 1,6 Prozent. Und jetzt muss ich nochmal ärztlich auch plädieren. Bei Rauchern sind Erhöhungen von 3 bis 10 Prozent noch als normal zu betrachten. Also letztendlich ist ja Zigarettenkonsum oder Tabakkonsum im Allgemeinen ja auch eine unvollständige Verbrennung.
Und das bedeutet, dass Raucher ihrem Körper dauerhaft auch die Möglichkeit nehmen oder vorenthalten, maximal viel Sauerstoff zu binden, weil eben manche Sauerstoff-Taxis schon mit Kohlenstoffmonoxid bzw. Zigarettenrauch besetzt sind und verhindern damit oder enthalten damit ihrem Körper die Möglichkeit, maximal viel Sauerstoff zu Herz, Hirn und allen anderen Körperzellen zu transportieren. Wie könnte man das merken, dass man eine Kohlenmonoxid-Vergiftung hat oder dass der
Kohlenstoffmonoxid-Gehalt im Körper zu hoch ist? Also Das ist leider ganz, ganz unspezifisch. Das kann man nicht genau fassen. Da gehören so Symptome dazu wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl, Übelkeit, im Zweifelsfall auch Erbrechen. Aber das sind ja so Symptome, die kann man auch mal haben, wo man sagt, vielleicht habe ich mit dem Magen verdorben oder das Wetter
schwingt oder so. Schwere Vergiftungen führen dann zu Verwirrtheits- Sehstörungen, Bewusstseinsstörungen mit Ohnmacht, Krampfanfälle aber auch, Angina pectoris, also die Brustänge über dem Herzen, Herzrhythmusstörungen oder sind Zeichen des Sauerstoffmangels im Gehirn oder auch im Herzen. Atemnot, Atemstillstand und Kreislaufversagen sind dann im Grunde
genommen das Endergebnis und damit auch der Tod. Das Gemeine ist, dass Vergiftete, wenn man da jetzt als Notfallmediziner an den Ort kommt oder wenn man einem begegnet, der mit Kohlenstoffmonoxid vergiftet ist, dass die Menschen total rosig aussehen. Und ein Mensch zeigt normalerweise ja mit einem Sauerstoffmangel blaue Lippen, blaue Ohrläppchen, vielleicht eine blaue Zunge, blaue Fingerspitzen. Da könnte man ja sagen, ja, wenn man Sauerstoffmangel hat. Ich habe noch
von Corona habe ich noch so ein Fingerclip zum Sauerstoffmessen. Auch diese Fingerpulsoximeter können nicht zwischen, also die meisten zumindest, nicht zwischen Sauerstoff und Kohlenstoffmonoxid beladenem Hämoglobin unterscheiden. So wie lange dauert es denn, wenn jetzt unser Taxi mit Kohlenstoffmonoxid besetzt ist, bis alle ausgestiegen sind sozusagen? Also wie ist die Halbwertszeit eines mit Kohlenmonoxid beladenen
Hämoglobin-Moleküls? Also die Halbwertszeit, also wo sich der prozentuale Anteil halbiert hat, liegt bei etwa 4 bis 5 Stunden. Und es braucht also 5 Halbwertszeiten, also 20 bis 25 Stunden, bis der COHB-Gehalt dann im Blut wieder normalisiert ist. Also verdammt lang. Ja, sagen wir mal so, also wenn wir jetzt sagen, wir gehen davon aus, 25 bis 35 Prozent Carboxy-HB-Gehalt im Blut brauchen wir, Ohnmachtsanfälle zu haben, bewusstlos zu sein, dann haben wir nach vier bis fünf
Stunden noch 12 Prozent. Und nach acht bis zehn Stunden, also nach einer ganz normalen Nacht, sind wir schon in dem Bereich, wo ein Raucher wieder im Referenzbereich ist, nämlich bei 6,25 Prozent. Also eigentlich, also, habe ich eine Frage noch mal ganz kurz. Also wenn ich jetzt irgendwie, was weiß ich, in meinem Wohnmobil sitze und ich heize und ich habe das Gefühl, ich kriege Kopfschmerzen. Und ich habe unter Umständen jetzt ein bisschen viel Kohlenmonoxid
eingeatmet. Wird es dann reichen, einfach mich auf eine Fenster zu setzen und richtig ordentlich durchzuatmen, dass ich wieder quasi in Gang komme? Würde das schon auf die Schnelle reichen? Also, das ist eine gute und auch eine ganz praktikable und berechtigte Frage. Komme ich später auch noch mal dazu, was man bei einer Kohlenmonoxidvergiftung tut, aber Es ist auf jeden Fall sinnvoll. Letztendlich ist es ja wie ein Gerangel an der Grenze zwischen Lunge und Blut,
zwischen Sauerstoff und dem Kohlenstoffmonoxid. Und ich kann dieses Gerangel letztendlich zugunsten des Sauerstoffs begünstigen, indem ich mehr Sauerstoff wieder anbiete sozusagen. Und man kann sich das vorstellen wie beim Fußball. Also wenn halt nur einer auf das Tor schießt und da steht ein Torwart drin, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Ball reingeht, nicht so hoch wie wenn da irgendwie zwölf Mann stehen und aufs Tor halten. Und also auf jeden Fall lüften oder an die
frische Luft gehen. Das auf jeden Fall. Und letztendlich eben auch tief einatmen. Also jetzt nicht hyperventilieren. Also bitte nicht, weil dann hat man anderes Problem, aber einfach gucken, dass man wieder an die frische Luft geht. Genau, also die Therapie ist eben im Idealfall, aber das haben wir halt nicht, rein in Sauerstoff zu atmen. Aber wenn wir Kopfschmerzen haben, dann sind wir auch noch nicht in einem potenziell bedrohlichen
Zustand. Je nach Symptom Schwere, und da gehen wir jetzt in die Notfallmedizin, Also wenn der Mensch eben schon bewusstlos ist oder so bzw. Eben bewusstseinsgetrübt ist, ist es manchmal erforderlich, dass die Menschen in so eine Überdruckkammer kommen. Das habt ihr vielleicht aus der Tauchmedizin schon irgendwie mal irgendwo aufgeschnappt. Das ist letztendlich, da wird mit reinem Sauerstoff eben in der Überdruckkammer der Sauerstoff den
Menschen zugeführt. Und das führt dazu, dass eben das Hämoglobin vom Kohlenmonoxid schneller ablässt. Und also die Zeit, die Halbwertszeit wird dadurch oder die Zeit, bis das Hämoglobin wieder befreit ist vom Kohlenstoffmonoxid, wird dadurch kürzer. Und wie passiert das? Wir helfen unserem Körper, Sauerstoff aufzunehmen, indem wir den Anteil des physikalisch gelösten Sauerstoffs erhöhen. Also nämlich pro Liter Blutplasma sind normalerweise nur ungefähr drei Milliliter von Sauerstoff physikalisch
gelöst und der Rest ist chemisch eben an dieses Hämoglobin gebunden. Und wenn wir jetzt in der Überdruckkammer sind, erhöhen wir den Anteil des physikalisch gelösten Sauerstoffs und überbrücken damit auch unser Gewebe mit einer Sauerstoffversorgung. Ich habe nochmal eine kurze, wahrscheinlich blöde Frage zum Thema. Blöde Frage gibt es nicht. Es gibt nur blöde Antworten, habe ich mal gelernt. Ich gucke mal, ob ich das hören kann. Behaupten wir auch immer, aber das
ist jetzt, was ich jetzt frage, ist schon ein bisschen abstrus. Aber du hattest ja vorhin angesprochen, dass Kohlenmonoxid auch durch Baustoffe gehen kann, also Holz, Beton, was weiß ich. Und gelangt es in den Körper dann tatsächlich nur über die Atmung oder auch über die Haut? Weil die Haut ist ja ein sehr aufnahmefähiges Organ. Trinkt es da auch dann in die Zellen ein? Du sagst es richtig, die Haut ist ein ganz wichtiges
Aufnahme- und Ausscheidungsorgan. Das wird leider viel zu häufig unterschätzt in der Kosmetikindustrie. Und das ist sicherlich so, dass ein Kohlenstoffmonoxid auch über diesen Weg dann in die Kapillarbetten gelangt. Also das kann ich mir sehr gut vorstellen.
Aber das ist auch sicherlich schwierig jetzt zu gucken, wie schnell ist, also wie groß ist das Verhältnis der Malen, also der Haut verknüpften Aufnahmen im Vergleich zur Inhalation, weil wir natürlich die vier bis fünf Liter, die wir in der Minute da einatmen, das ist natürlich auch schon ganz schön großes Volumen. Aber das spielt sicherlich auch eine Rolle. Okay. Und es hält sich hartnäckig der Irrtum, dass Kohlenmonoxid schwerer ist als Luft. Ich
weiß nicht, ob euch das auch schon mal begegnet ist. Das stimmt nicht. Die molare Masse und die Dichte von Kohlenmonoxid ist etwas kleiner als die der atmosphärischen Luft. Aber weil es eben immer leichte Luftverwirbelungen gibt, ist das Kohlenstoffmonoxid letztendlich der Raumluft beigefügt oder mit der Raumluft vermischt. Und diese Irrtum beruht, glaube ich, auf der Verwechslung mit dem Kohlendioxid, also CO2. Das ist nämlich schwerer als Luft. Und Kohlenmonoxid ist auch leicht brennbar und
entzündlich. Okay, also das wäre das Kohlenmonoxid. Es ist etwas, was bewusstlos macht, Bewusstseinstrübungen herbeiführen kann. Es ist leicht verfügbar, preiswert und hat den Effekt. Also von meiner Sicht her ein Kandidat. Halten wir also auch mal als Option quasi fest. Genau, also sind wir schon bei 2. Slaggas, sagen wir mal, Kohlenmonoxid und volatile Anästhetika noch Fragezeichen. Ich sage jetzt mal
noch. Das dritte und das letzte Gas, das ich dann ansprechen möchte, ist also das Kohlendioxid. Das CO2 ist ja jetzt auch mit dem Klimawandel schwer in aller Munde. Also Kohlendioxid entsteht in unserem Körper ganz normal als Reaktionsprodukt der Energiegewinnung auf Zellebene und wird über die Lungen dann ausgeatmet. Ist die Abatmung von CO2 behindert, sammelt sich das Gas im Blut an und kann auch
Bewusstseinstrübung und Bewusstlosigkeit machen. Und Gleiches gilt nicht nur für den Fall, dass wir es nicht abatmen können, sondern wenn in der Raumluft zu viel CO2 vorhanden ist, dann macht es uns auch bewusstlos. Ich habe ja ganz zu Beginn gesagt, dass normalerweise 0,03 Volumenprozent CO2-Anteil an unserem Gesamtgasgehalt vorhanden ist. Wenn wir jetzt ein Gasgewicht gemischt mit einem CO2-Anteil von 5% oder mehr haben, führt das dann schon auch zur Bewusstlosigkeit.
Ja, wie entsteht CO2? Einerseits durch die Zellatmung, aber auch in Gärprozessen, zum Beispiel in Jauchegruben. CO2 ist auch farblos, geruchlos, reizt nicht die Atemwege, ist nicht brennbar und ist wie gesagt schwerer als Luft. CO2 wird in der Medizin auch heute noch genutzt, aber nicht für Narkosen, sondern zum Beispiel für Darmspiegelungen oder auch so minimalinvasive Operationen, also Laparoskopien, den Darm oder aber eben die Bauchhöhle aufzublasen.
Die Symptome von der Kohlendioxidvergiftung sind leider genauso unspezifisch wie die der Kohlenmonoxidvergiftung und eben auch ähnlich. Jetzt haben wir also alle potenziellen Kandidaten herausgearbeitet, die Volatilen Anästhetika, hier insbesondere dann das Sevofluran, weil es von allen Gasen das am wenigsten, am wenigsten, wirklich unter Strichen Fett geschrieben, Kursiv, Ausrufezeichen, das am wenigsten atemwegsreizende Volatile
Anästhetikum ist. Dann das Inhalationsanästhetikum Lachgas und das narkotisierende Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid. Wow, das war jetzt wirklich ein Ritt über sämtliche wichtige Grundlagen. Ich fand es super, super spannend. Ich Würde aber mit Blick auf die Ursagen, dass wir die anderen vielen Fragen, die wir noch haben, also zur medizinischen und technischen Einsatzmöglichkeit für solche
Überfälle, über die wir hier sprechen. Dann auch zu gucken, wie die öffentliche Diskussion vielleicht ein bisschen geführt wird und auf diese Punkte einzugehen, also auf die Argumente, die man da immer wieder liest. Warum es bisher offenbar noch zu keinen Todesfällen bei solchen Überfällen gekommen ist, vielleicht auch noch mal zu besprechen, wie deine Einschätzung ist und was sagen denn die Kriminalstatistiken
und vielleicht auch die Versicherung zu diesem Thema. Also solche Fragen haben wir noch ganz viele auf dem Zettel, die würde ich aber jetzt ungern in diese Folge noch mit rein quetschen, damit wir dem Ganzen auch gerecht werden, weil ich glaube, das sind auch jetzt ganz wichtige Fragen, die die Leute da draußen beschäftigen. Ja, sehe ich auch so. Genau, das finde ich auch sinnvoll. Und ich meine, es war jetzt auch sehr viel Neues. Also ich wusste nahezu nichts von den Dingen, die du
gerade alle erklärt hast. Das sind so ein paar Basics. Und ich glaube, Da ist es auch schlau, wenn wir die Leute jetzt erst mal sozusagen damit nach Hause schicken. Jetzt könnt ihr noch ein bisschen darüber nachdenken. Ich habe, glaube ich, eine ganze Menge über Narkose, Narkosestoffe gelernt, wie sie wirken. Ihr habt gleichzeitig noch ein paar wichtige Camping-Sicherheitsregeln
mitgenommen, hoffe ich. Und ich kann schon mal teasen, dass es da auf jeden Fall in der nächsten Folge von diesem Thema noch eine ganze Menge mehr geben wird, weil darum geht es uns ja vor allen Dingen, was kann man tun, sich potenziell zu schützen.
Und wenn ihr hierzu noch Fragen habt, schickt die uns gerne auf den Kanälen, die wir in unseren Show Notes drin haben, also E-Mail-Adresse podcast.campus.de oder ihr nutzt einfach unseren WhatsApp-Link, da könnt ihr uns eine Sprachnachricht oder einen Textnachricht über WhatsApp ganz einfach schicken. Und Wir werden die Fragen auch an die Martina dann noch weiterleiten, wenn wir sie
nicht beantworten können. Und wir werden die quasi, die uns nicht sagen, dass sie geheim sind und sie nicht vorgelesen werden sollten, auch in einer entsprechenden Folge nochmal mit eurem User-Feedback vorlesen. Ganz wichtig vielleicht, wir zeichnen die nächste Folge jetzt direkt im Anschluss auf. Das heißt, Fragen, die zur ersten Folge zeitnah bei uns eingehen, werden wir nicht schon in der zweiten Folge beantworten können. Und
zu dem, was Sebastian gesagt hat mit euren Rückmeldungen. Natürlich, wenn jemand von euch von so einem Überfall potenziell schon betroffen war, würde uns das sehr interessieren, da mal einen Erlebnisbericht anonym oder nur für unseren Hinterkopf zu bekommen. Weil es ja doch so, was man immer so liest, eine sehr einschneidende Erfahrung sein muss. Und auch da würden
wir gerne mal mit euch in Kontakt gehen. Und ihr müsst auch überhaupt keine Angst haben, dass da irgendjemand drüber lacht oder sonst was oder euch sagt, ja, das habt ihr zu viel getrunken am Abend vorher oder Ähnliches. Ähm, weil unsere Einschätzung, so viel kann ich jetzt schon nach der ersten Folge auch sagen, ist, dass es durchaus im Bereich des Möglichen liegt, dass es solche, ähm,
ja, solche Vorkommnisse gibt. Und uns würde einfach mal interessieren, nicht aus dritter oder vierter Hand was zu lesen, was der Cousin des Onkels mal erlebt hat, sondern vielleicht auch von Direktbetroffenen einen Erfahrungsbericht zu bekommen. Gut, dann hoffe ich, dass ihr auch so viel mitnehmen konntet wie wir aus dieser Folge und dass ihr nächste Woche wieder einschaltet. Klickt gerne den Abonnieren-Button, damit ihr auch die Folge 2 dieses spannenden Themas nicht verpasst.
Und Martina und Sebastian, wir sehen uns gleich in ein paar Minuten wieder. Und liebe Hörerinnen und Hörer, wir hören uns in einer Woche. Bis dahin, danke euch. Tschüss. Bis dann. Tschüss. Tschüss!
