Hallo und herzlich willkommen zu Camperstyle, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele. Und ich bin Sebastian. Und heute gibt es einen Camping-Reisebericht aus dem Baltikum. Aber zuerst nochmal ein bisschen Werbung. Die heutige Folge wird von unserem Partner PinCamp Powered by ADAC präsentiert. Auf dem Campingplatzbuchungsportal des ADAC findest du über 12.000 Campingplätze in ganz Europa. Viele kannst du auch direkt online über die Plattform ganz bequem und mit nur wenigen Klicks buchen.
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nächsten Campingplatz. Wir bedanken uns bei PinCamp und den Sponsoren anderer Folgen. Durch Werbung wie diese hier ist es uns möglich, den Podcast auch weiterhin kostenlos für euch anzubieten. Werbung Ende. Ja, wir hatten ja Wünsche von euch bekommen, dass wir auch mal mehr Reiseberichte machen, nicht immer nur Ratgeber und das haben wir uns natürlich zu Herzen genommen. Wir haben ja schon
den Roadtrip aus Mexiko mit Nele gehabt in zwei Teilen. Wir hatten Skandinavien und zwar komplett mit dem Wohnmobil und jetzt vor kurzem habt ihr mit den beiden Jungs vom Nugget-Podcast das einmal Norwegen-Schweden-Mitkind und einmal Italien mit uns vielleicht gehört. Wenn nicht, dann schaut auch noch mal unter camperstyle.de slash podcast oder einfach da, wo ihr uns gerade hört in die vorherigen Folgen. Da könnt ihr das Ganze noch mal nachhören. Heute sind wir mal zur Abwechslung
wieder nur zu zweit in unserem virtuellen Studio. Nele und ich. Und Nele wird uns von ihrem Camping Trip 2019 durchs Baltikum erzählen und vielleicht auch das noch mal ein bisschen zu eurem Feedback. Ihr habt uns auch zu der Grill-Folge sehr positives Feedback gegeben. Wir haben ja gedacht, noch eine
Essensfolge, hoffentlich nervt euch das nicht. Und das Feedback war genau andersrum. Also das heißt, ihr werdet auch da noch mal von einem unserer Lieblingsthemen, das Kochen, Grillen, Backen beim Camping, sicherlich das eine oder andere noch auf die Ohren von uns bekommen. Und wir werden auch noch mal das Thema Neuseeland aufrollen, wo ich ja schon zweimal unterwegs war
mit dem Camper. Ich kann schon mal so ein bisschen teasen, meine Schwester ist gerade in Norwegen mit einem Zelt unterwegs, um sich da mal so ein paar Sachen nicht nur anzugucken, sondern vor allen Dingen auch aktiv ganz viel zu wandern und Dinge anzuschauen. Und ich habe sie schon mal für unseren Podcast verpflichtet. Ich hoffe, dass sie quasi sich daran noch erinnern kann, wenn sie wieder da ist. Also das heißt, wir sind zwar gerade so ein bisschen Skandinavien
lastig, das ist uns bewusst. Wenn es euch stört, ey, dann hört eine andere Folge an. Aber ich bin mir auch sicher, dass wir auch weitere Reisethemen in anderen Gebieten so nach und nach euch jetzt liefern werden. So, jetzt aber rein ins Thema. Nele, ihr wart 2019 im Baltikum unterwegs. Sag uns doch erstmal so ganz grob, was oder wie eure Reiseroute damals gewesen ist und wie lange ihr unterwegs wart. Also ich habe tatsächlich in der Vorbereitung zu dieser Folge überlegt, wie lange
wir unterwegs waren, denn ich kann es gar nicht mehr ganz genau sagen. Aber ich meine, es waren so um die zwei Monate. Man kann die Strecke aber auch in deutlich kürzerer Zeit schaffen. Wir nehmen uns halt immer so viel Zeit, um auch unterwegs arbeiten zu können. Bei uns sind es ja keine klassischen Urlaube, sondern so richtige Arbeitsreisen auch. Von daher brauchen wir
auch immer ein bisschen länger. Wir sind gestartet in Süddeutschland, in der Nähe meiner Eltern, also Ecke Augsburg, und sind dann über Tschechien, Polen nach Litauen, Lettland, Estland und dann zurück über die polnische Ostseeküste und Niedersachsen, weil wir da, also das war in erster Linie privat, da haben wir noch einen Cousin von Halil besucht, deswegen die komische Routenführung. War aber auch sehr schön. Und ihr wart in welchem, ich sage mal,
in welcher Jahreszeit unterwegs? Wir waren im Sommer unterwegs. Wir sind, wenn ich es richtig erinnere, im Juni gestartet. Und da war auch tatsächlich der erste Teil der Route sehr, sehr heiß, also es war ein richtig heißer Sommer. Deswegen werdet ihr auch gleich hören, dass wir da an manchen Haltepunkten gar nicht so wahnsinnig viel unternehmen konnten, weil wir auch immer unseren Hund dabei haben, also es war brutal teilweise. Und dann im Baltikum hat
es leider sehr viel geregnet. Also es war eine bunte Mischung aus vielen Klimalagen, die uns halt die ein oder andere Unternehmung dann auch so ein bisschen versaut haben. Aber trotzdem haben wir viel gesehen, haben viel gemacht und ich hoffe, dass ich heute ein paar spannende Einblicke und auch Tipps geben kann. Okay, dann lasst mal eintauchen. Ihr seid Richtung Tschechien gefahren. Wie oder was war sozusagen euer erster Stopp dort? Der erste Stopp war Prag tatsächlich.
Halil wollte das gerne kennenlernen, die Stadt. Ich war selber schon mehrfach da und fand es immer wieder richtig toll. Das ist eine wunderschöne Stadt. Wir haben da einen ganz tollen Campingplatz außerhalb der Stadt gefunden, aber mit einer sehr guten Anbindung über den ÖPNV. Also wir sind dann
zum Beispiel mit dem Zug reingefahren. War eine Sache von, ich glaube, 20 Minuten. Und der Campingplatz, also ich muss jetzt gleich dazu sagen, bevor ich jetzt hier anfange, irgendwelche mit irgendwelchen Namen um mich zu werfen. Ich kann keine der Sprachen der besuchten Länder, deswegen kann ich heute bei der Folge aussprachetechnisch leider nur verlieren. Ich spreche einfach alles so aus, wie ich meine. Und wer Tschechisch, Polnisch, Lettisch, Estnisch kann, soll bitte weghören und
dann anschließend in die Shownotes gucken. Da verlinke ich euch alle Campingplätze und Orte auch noch mal. Dann könnt ihr das dort nachlesen. Also der erste Campingplatz heißt Camping Pragt Spahn und ist relativ naturnah. War ein bisschen was los. Da war wie so ein kleines Festival auf
dem Platz mit Musik und Essen. Ich denke aber normalerweise ist der wahrscheinlich eher so ein ruhigerer Platz und in der unmittelbaren Umgebung gibt es auch ganz schöne Spazierwege und einen See, wo man halt dann auch an den heißen Tagen, wenn man im Sommer reist, da auf so einer Zwischenstation mal ins Wasser hüpfen kann. Ja und Prag selber weiß ich jetzt nicht, wer es von euch kennt. Also es sind natürlich sehr viele klassische Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel
die Karlsbrücke und die diversen architektonischen Sehenswürdigkeiten. Aber was ich halt immer besonders schön finde, ist so ein bisschen sich in den kleinen Gassen zu verlieren und zwar in jeder Stadt, ob das ist Venedig, ob das ist Barcelona. Jede dieser touristischen Hotspots
hat ganz tolle kleine Sträßchen, wo man wirklich viel entdecken kann. Und da es bei uns so wahnsinnig heiß war und ich teilweise auch den Hund tragen musste, weil die einfach nicht mehr konnte, es waren, glaube ich, über 37 Grad an dem Tag, haben wir es dann eben so gemacht, dass wir viel auch am Flussufer entlang spaziert sind, wo es so ein bisschen kühler war und dann auch ganz lecker haben wir Eis gegessen. Also auch da wieder die Verbindung zu den kulinarischen
Spezialitäten. Ich kann euch auch ein paar Restaurants empfehlen, die wir unterwegs besucht haben. Die werde ich aber alle in den Shownotes verlinken, weil da habe ich wirklich auch keine Ahnung, wie man die ausspricht. Gerade die tschechische Küche ist sehr nah an dem, was ich sehr liebe, nämlich deftig und reichhaltig. Und da haben wir uns natürlich auch gütlich getan in den unterschiedlichen Städten, auch in Polen. Sehr, sehr leckere Küche, alles wahnsinnig üppig.
Also es ist nichts für jemanden, der jetzt unbedingt auf Diät ist und auch für Vegetarier und Veganer nur sehr bedingt geeignet. Aber ja, auf jeden Fall sehr empfehlenswert, da auch mal in die Restaurants zu gehen und zwar bevorzugt in die, die jetzt nicht als erstes bei Google erscheinen, sondern in die, die so ein bisschen weniger touristisch sind. Und der Campingplatz war außerhalb. Seid ihr mit dem Auto reingefahren oder seid ihr mit ÖPNV
reingefahren? Nein, wir sind mit dem Zug reingefahren, also ÖPNV. Das hätte sich nicht … Wie lange wart ihr da unterwegs? Ich meine, so zwanzig Minuten. Okay. So um den Dreh. Ich habe es mir nicht so ganz genau gemerkt, aber es war eine sehr kurze Strecke und man war auch gleich zu Fuß an der, an der Station. Was ein bisschen tricky war, war tatsächlich der Ticketkauf, weil wir da nichts verstanden haben. Aber das hat dann
alles irgendwie ganz gut funktioniert. Okay, cool. Also kann man quasi Auto stehen lassen. Ist ja immer großstadtnervig. Musst einen Parkplatz finden, einen Haufen Verkehr, dann kostet es Parkengeld. Dann ist meist irgendwie entspannt mit ÖPNV reindüsen der ruhigere Weg. Deswegen würde ich auch diesen Campingplatz sehr empfehlen, weil man eben außerhalb der Stadt ist, aber trotzdem in einer guten Entfernung, um dann einen Tagesausflug zu
machen. Okay. Wo hat es euch nach Prag hin verschlagen? Danach sind wir Richtung Breslau gefahren. Das war eine Stadt, die mich ganz besonders interessiert hat. Ich kann gar nicht genau sagen, warum, aber manchmal habe ich das, dass ich so eine Anziehung habe für bestimmte Namen, für bestimmte Orte. Und Breslau war mir eben Begriff aus der Familiengeschichte von Freunden von mir, wo die, ja, da sind die Großeltern dort geboren und die Eltern. Und
die haben mir damals schon immer erzählt, dass das eine ganz schnuckelige kleine Stadt ist. Und ich kann das einfach nur bestätigen. Also wir sind da reingekommen. Auch an diesem Tag war es sehr, sehr heiß. Da kam uns dann zugute, dass es so ein paar Brunnen gab, auch so Wasserspiele, wo das Wasser wirklich aus dem Boden rausschießt. Da bin ich dann mit dem Hund ein paar Mal durch gerannt, weil man es wirklich anders kaum aushalten konnte. Aber die Stadt an sich ist
sehr, sehr, wie sagt man immer so schön, sehr pittoresk. Also ganz viele so auf dem Marktplatz, so bunte Häuschen mit ganz schicken, ja, historischen oder alten Fassaden, aber schön hergerichtet. Die haben auch ein ganz tolles Tourismuszentrum, wo man sich Tipps holen kann, was man sich alles anschauen sollte. Und wir haben uns dann Spaß gemacht und sind auf die
Jagd gegangen nach den Zwergen. Da sind nämlich überall in der Stadt an verschiedenen Stellen Zwerge versteckt und da kann man wie so eine Art Schnitzeljagd machen, um die zu finden. Okay. Ja, und auch in Breslau wieder wie immer gut gegessen natürlich. Und wir haben da einfach so ein bisschen entspanntes Sightseeing in der Stadt gemacht. Wir hatten gar keine bestimmten Hotspots, die wir unbedingt sehen wollten, außer eben diesen Marktplatz mit den Häuschen,
sondern wir sind einfach durch die Stadt gelaufen und haben die Atmosphäre aufgesaugt. Und was uns da besonders gut gefallen hat, war, dass man wahnsinnig viele junge Leute gesehen hat. Also die, da ist, da ist sehr viel Leben in der Stadt, obwohl die sehr klein ist. Okay, für alle, die so ein bisschen die Route mitverfolgen wollen,
Gedanken, Breslau ist dann schon Polen gewesen. Also das heißt, ihr seid quasi relativ schnell durch Tschechien gerast, ist das falsche Wort, schnell sozusagen durchgedüst, habt in Prag Zwischenstopp gemacht und seid dann quasi nach Polen weitergedüst. Und hatte das auch mit der Hitze zu tun oder einfach auch mit der, mit der sozusagen Länge der Tour, dass das halt einfach nicht, nicht anders funktioniert hätte sonst? Es hatte zum einen damit zu tun, dass unser
eigentliches Ziel ja Baltikum war, also Litauen, Lettland, Estland. Zum anderen aber auch damit, dass sich jetzt die kleinen Zwischenstops, wo wir nichts gemacht haben, außer irgendwie vor dem Camper im Schatten rumgehangen, die habe ich jetzt mal ausgelassen, weil die sind natürlich jetzt für die Hörerinnen und Hörer nicht so spektakulär, weil ich dazu gar nichts erzählen kann. Also wir hatten da Zwischenstationen schon noch mal gemacht in, in Tschechien noch mal,
irgendwo in kleinen Örtchen und in Polen auch. Aber da war wirklich nur chillen angesagt, weil man es einfach mit der Hitze nicht aushalten konnte. Aber gut, dass, dass du es noch mal angesprochen hast, weil das kann ich mir jetzt nämlich gut vorstellen, dass da der eine oder andere Hörer und Hörerin da draußen sitzen und denken, okay, mache ich jetzt nach, jetzt düse nach Prag und dann düse nach Breslau. Und das, das klingt furchtbar stressig, weil das ja schon
relativ lange Strecken sind, die man fahren muss. Und mit der Info, dass es also auch noch Zwischenstops gab, die jetzt halt einfach chillig waren und demzufolge nicht mit stattfinden hier im Podcast, also die ist, glaube ich, doch noch wichtig. Also generell, wenn, wenn ihr so eine, so eine Reise auch nachfahren wollt, ist aus meiner Sicht eine gute Empfehlung, also zwei gute Empfehlungen. Die eine ist, guckt, was ist eure Reisegeschwindigkeit und baut euch das
entsprechend zurecht. Also wenn ihr jetzt hier hört, Prag, Breslau, das ist eine relativ lange Strecke. Ich kann mal ganz kurz im Routenplaner gucken, wie viel das, wie viel das ist. Das sind klicke, die klicke, die klick. Ja, das sind durchaus 300 Kilometer, das geht noch, sind so viereinhalb Stunden, fünf Stunden, wahrscheinlich fünfeinhalb mit rund sechs. Kann man auch machen, aber wenn euch das zu stressig ist, dann baut halt immer Zwischenstops ein. Und das andere,
seid auch ein bisschen dynamisch. Wetter kann sich ändern, es können Dinge dazwischen kommen und dann reagiert auch einfach darauf und plant ein bisschen Sachen um. Das ist natürlich, wenn man vorausgebucht hat, schwierig, aber ansonsten noch ein wichtiger Tipp, versucht es dann auch nicht auf Teufel komm raus. Das wird dann manchmal gar nicht so cool und seid dann ein bisschen dynamisch. So, aber jetzt wieder zurück zu Nele. Breslau,
wo habt ihr übernachtet? Da haben wir auf einem ziemlich hässlichen Campingplatz übernachtet, den ich mir auch gar nicht bei Google Maps markiert hatte. Den suche ich nochmal raus. Das war also gar nichts Besonderes. Der hatte auch wahnsinnig schlechte Bewertungen zum damaligen Zeitpunkt. Uns war das egal, weil wir da eh nur übernachten wollten. Und es war jetzt, also es war jetzt auch nicht irgendwie so furchtbar, aber es war halt ein bisschen dreckig
und die Anlage nicht gepflegt. Und wir hatten den ausgewählt, aber weil der eben auch sehr stadtnah war und haben dann da zweimal, dreimal übernachtet, glaube ich, also auch gar nicht, gar nicht jetzt auf einen Langzeitaufenthalt ausgelegt. Ich gucke nochmal, ob ich den nochmal wiederfinde. Wenn nicht, habt ihr nichts verpasst, dann sucht euch einfach irgendeinen Platz raus, weil ich gehe davon aus, dass die anderen auch nicht schlechter sind, die da so um die Stadt
herumliegen. Alles klar. So, dann, wie ging es weiter? Dann sind wir weitergefahren Richtung Warschau. Da war aber die Stadt Warschau gar nicht unser Ziel, die kannte ich nämlich schon, sondern wir wollten da so ein bisschen außerhalb uns umgucken. Und da sind wir auf einem ganz süßen, kleinen Camping- oder eher fast Stellplatz gelandet, nämlich dem Camping Frog Farm Paradise, also Froschfarmparadies. Die nennen sich auch bei Google tatsächlich auf Englisch so wahrscheinlich,
weil man den polnischen Namen noch nicht mal schreiben, geschweige denn sprechen kann. Das war so ein, ja, so eigentlich eine, so ein Agrikultur-Campingplatz, wie man das auch von den privaten Stellplätzen teilweise kennt, die wir auch immer wieder empfehlen. Und es war so ein kleiner Bauernhof dabei. Ich weiß gar nicht, ob die noch aktuell irgendwie Tierhaltung oder sowas hatten. Da rannten halt ein paar Hühner und ein Hund rum. Und der Stellplatz lag direkt am
See. Also man kann sich das jetzt nicht vorstellen wie einen klassischen Campingplatz, wo an jeder Parzelle irgendwie ein Stromanschluss ist, sondern da braucht man dann schon ein Kabel, was ein paar Meter länger ist und vielleicht nicht mehr der deutschen DIN-Norm entspricht. Aber man, also wir hatten Strom auf jeden Fall. Und das Schöne war, wir waren komplett alleine. Da war also wirklich kein einziger anderer Camper die ersten Tage irgendwie neben uns. Und man konnte
dann immer über so eine kleine Böschung runter zum See, konnte da auch baden. Der Hund konnte auch da baden. Also es war total schön und erholsam. Und da konnte man auch eben die wahnsinnig
drückende Hitze ganz okay aushalten. Deswegen sind wir da, wie gesagt, zwei, drei Tage geblieben und haben da eigentlich, außer ein bisschen die Gegend zu erkunden, das war so normale Landschaft, also jetzt keine besonderen Naturparks oder Ähnliches, aber wir sind halt da ein bisschen spazieren gegangen über die angrenzenden Felder und gab auch ein paar Wälder, sind einkaufen gegangen, so um ein bisschen die Gegend kennenzulernen. War sehr nett und ruhig,
aber nichts, wo ich jetzt sagen müsste, das muss man jetzt unbedingt gesehen haben. Aber diesen Stellplatz, den wollte ich auf jeden Fall empfehlen. Und was mit den Fröschen? Frösche wahrscheinlich im Teich, vermute ich. Also die waren jetzt nicht irgendwie besonders gekennzeichnet. Ich denke aber, dass sich da so einige tummeln, weil es war doch ein etwas größerer Teich, von daher können wir davon ausgehen, dass die da Namensgeber sind.
Okay, das könnten wir jetzt hier machen. Wir haben jetzt, glaube ich, irgendwie 30 Frösche auf unserem Grundstück, die sich überall … Oh, haben die sich vermehrt? Ja. Oh, schön. Und die haben sich in die Hundepools und überall quasi eingenistet im Laufe der Zeit. Und was sagt Inge dazu? Und mittlerweile sind sie ihr egal. Am Anfang fand sie sie spannend, hat auch ein bisschen Jagd auf Frösche gemacht, war nicht so erfolgreich damit, aber mittlerweile sind sie ihr egal.
Aber dafür haben wir jetzt einen Haufen Kuhreier und Störche, die halt jetzt nach den Fröschen gehen. Oh Gott, das ist schön. Das wird ein totaler Zoo bei euch. Also vielleicht sollte man das Verständnis halber noch mal sagen, Inge ist Sebastians Hund. Seine Frau heißt Stefanie. Ach ja, Inge ist eine unserer Hunde, genau, und die fand das halt ganz spannend. Die wilde Inge, ja. Das Schöne war ja auch, dass sie, gerade wenn es heiß ist natürlich, zum Fröschejagen auch
im Hundepool rumstapfen muss. Das heißt, sie dann auch ein bisschen Abkühlung hat, weil generell haben sie jetzt unsere Hunde mit Wasser nicht so. Und so war das eigentlich ganz gut. Und vor allen Dingen war sie dann auch mal ein bisschen leise, weil Inge ist ansonsten immer dabei, das Grundstück zu verteidigen, was sie sehr lautstark tut. Und wenn sie dann auf Froschjagd
ist, dann ist sie leise. Das war natürlich sehr angenehm. Und da sie auch, ich glaube, sie hat in drei Monaten einen Frosch erwischt, nicht so erfolgreich war, war das sozusagen eine sehr schöne Beschäftigung für sie. Aber sie hat ein bisschen die Lust dran verloren. Die Arme. Okay, aber wieder zurück zu deinen Fröschen beziehungsweise zu eurer Reise Richtung Baltikum. Jetzt seid ihr ja quasi fast angekommen. Wie ging es dann sozusagen nach der, nach der Froschfarm weiter?
Also, nach der Froschfarm haben wir uns ein bisschen gewundert, dass das Navi uns für eine, ich sage jetzt mal, relativ überschaubare Strecke nach Litauen eine sehr lange Zeit vorgegeben hat, bis wir dann auf den entsprechenden Straßen gelandet sind, die also aus Polen herausführen und nach Litauen rein. Das war, also das darf man wirklich nicht unterschätzen. Wir kamen da durch, durch sehr, sehr kleine Dörfer auch, wo absolut keine
Infrastruktur ist. Ich weiß nicht, ob sich das jetzt in den, ja, bald vier Jahren geändert hat, wahrscheinlich eher nicht, weil das sind so diese abgehängten Regionen, wo man auch wirklich sieht, dass, dass die Menschen dort noch bitterarm sind und entsprechend natürlich die Straßen auch nicht unbedingt die Priorität haben. Und da kommt man teilweise dann nur im Schneckentempo voran, vor allem, wenn man halt mit einem größeren Wohnmobil oder auch mit einem Gespann,
so wie wir, unterwegs ist. Also da haben wir dann für die Ausreise aus Polen etwas länger gebraucht und sind dann aber letzten Endes gut und ohne weitere Beschädigungen an den Fahrzeugen in der litauischen Stadt Kaunas gelandet. Wir haben dort Station gemacht auf dem Camping- und Stellplatz Kaunas Camp Inn. Der war auch verkehrstechnisch ganz gut gelegen. Von dort aus konnte man nämlich
mit dem Rad dann in die Stadt fahren. Das haben wir zweimal gemacht. Einmal mit Hund im Anhänger, wo der Hund dann so gepöbelt hat, dass wir uns einfach nur noch geschämt haben, weil die Menschen auf der Straße sich umgedreht haben, weil der Hund eine halbe Stunde nur gebrüllt hat in diesem Fahrradanhänger. Und das andere Mal ist einer am Wohnwagen geblieben, also derjenige, der am Wohnwagen geblieben ist, war der Halil. Und ich bin dann mit dem Fahrrad nochmal reingefahren, um
noch in Ruhe ein paar Fotos zu machen. Und ja, Litauen, also Kaunas in erster Linie, ist eine sehr spannende Stadt aus meiner Sicht. Auch da viele junge Leute, ähnlich wie in Breslau. In Kaunas gibt es mehrere Unis. Und was uns da sehr fasziniert hat, weil wir eigentlich von der Stadt bisher nichts wussten, war, dass es da eine sehr hohe Wertschätzung für Kultur gibt. Also die haben eine Menge Galerien. Es gibt Festivals, unter anderem auch ein Festival für Textilkunst, wofür Kaunas
halt auch berühmt war. War auch, ich meine, im letzten Jahr Kulturhauptstadt Europas. Und die haben in ihrer Tourismusinformation und auch in den Broschüren, die auf dem Campingplatz, zumindest auf unserem Auslagen, ganz viele verschiedene thematisch sortierte Führer und Karten. Also zum Beispiel auch einen für urbane Kunst, was mich total fasziniert hat, weil man damit in so einer kleinen Stadt, die ja keine Metropole in dem Sinne ist, wie jetzt Madrid oder so, rechnet man damit
eigentlich gar nicht. Und die Altstadt war auch wunderschön. Und was ich halt immer toll finde, wenn so viele Cafés und Restaurants so eine Stadt einfach beleben und man da überall so ein bisschen durchbummeln und sich mal reinsetzen kann und ein bisschen gucken kann. Architektonisch auch ganz spannend. Und dann für Geschichtsbegeisterte gibt es natürlich auch mittelalterliche Zeitzeugen, wie zum Beispiel die bekannte Burg. Tolle Museen auch. Die haben zum Beispiel eines der größten
Freilichtmuseen Europas mit historischen Gebäuden. Aber was für uns und insbesondere für mich noch viel berührender war, war eben das Neunte Fort. Das ist eine Gedenkstätte außerhalb der Stadt für die vielen tausend Menschen, die während der deutschen Besatzung ums Leben kamen. Also man, die offiziellen Zahlen sprechen von bis zu 50.000. Die geringste Schätzung liegt bei 18.000 bis 20.000. Also das sind Summen von toten Menschen, die kann man sich überhaupt nicht
wirklich vorstellen an einem so einem kleinen Ort. Und dieses Fort ist eben so aufgebaut, dass die historischen Teile erhalten geblieben sind. Also man, das sieht schon fast so ein bisschen aus wie so ein Konzentrationslager auch. Und angeschlossen gibt es dann noch ein Museum, wo man sich dann eben die ganzen Hintergründe anschauen und erklären lassen kann. Okay. Ja, es ist kein schöner Teil der Geschichte, gehört ja leider auch dazu. Und es ist sicherlich
auch spannend, sich damit mal zu beschäftigen. Es muss nicht den ganzen Rollab sein, das macht sicherlich auch sehr melancholisch, aber auch darüber sich zu informieren, was da so passiert ist, ist, denke ich, zwischendrin immer mal eine schlaue Geschichte. Ja, gerade auch auf so Touren wie dieser, weil also geschichtlich haben wir Deutschen ja sowohl in Tschechien und Polen als auch im Baltikum einiges angerichtet und nichts ist so weniger,
wird man dort wahnsinnig freundlich und offen empfangen. Und ja, also finde ich, ist dann das Minderste, dass man sich auch so ein bisschen damit beschäftigt, was da so passiert ist. Okay, dann wieder Richtung, also wieder zurück zum Trip. Das war jetzt Litauen. Wie viele Stops habt ihr in Litauen gemacht? Also, liebe Hörer und Hörerinnen da draußen, ich weiß schon, dass der nächste Stop dann der nächste große Lettland ist.
Ja, richtig, du kannst hell sehen. Aber wie viele Stops habt ihr dann in Litauen insgesamt gemacht? Weißt du das noch? Ich glaube, das waren auch nur zwei tatsächlich. Die Länder sind ja relativ klein und man kommt da ganz gut durch. Zwei oder drei und dann eben auf der Rückreise noch mal, aber jetzt auf dem Hinweg meine ich zwei oder drei. Okay. Und dann, ich habe es schon verraten, ging es weiter nach Lettland? Ja, also, da kommt jetzt mein erstes größeres Ausspracheproblem. Ich glaube,
die Stadt heißt Daugavpils. Ganz interessant, weil es die größte Stadt Lettlands mit einer mehrheitlich russischsprachigen Bevölkerung ist. Wir haben uns dann einen ganz kleinen Campingplatz direkt am See gesucht, aber wir hatten dort zwei, drei Tage Dauerregen. Das heißt, wir sind da wirklich ziemlich schnell weitergezogen. Wir haben einen Arbeitstag eingelegt, weiß ich noch,
und einen Fototag, bei dem wir versucht haben, mal so eine kleine Regenpause zu erwischen. Wir haben also nicht wahnsinnig viel gesehen, aber was ich auf jeden Fall so als Eindruck mitgenommen habe, waren diese irrsinnigen Wälder. Also, man fährt da wirklich und fährt und fährt und man weiß gar nicht, wo Anfang und Ende von dem Wald sein soll. Da haben wir auch tolle Bilder gemacht mit dem Wohnwagen, so zwischen diesen riesigen Fichten oder Tannen oder also Nadelbäumen auf
jeden Fall waren es. Also, das war so mein Eindruck. Man hätte sicherlich auch bei schönerem Wetter viel noch so über Spaziergang um den See und solche Geschichten machen können. Haben dann aber gesagt, komm, bevor wir jetzt hier im Regen festsitzen und woanders wartet vielleicht ein bisschen Sonnenschein auf uns, fahren wir weiter. Das ist ja auch das Schöne am Camping, dass man dann nicht festhängt an einem Ort, sondern dass man auch spontan entscheiden kann, nee, war jetzt einfach
nichts gerade. Und dann seid ihr quasi weitergedüst, dem Regen fliehend. Wo ging es dann hin? In noch mehr Regen. Und zwar, und zwar, dann sind wir tatsächlich auf relativ direktem Weg nach Estland weitergefahren. Und das war wieder so ein typischer Move von mir. Eigentlich hatten
wir, glaube ich, Tallinn so als nächstes Hauptziel ins Auge gefasst gehabt. Und da wir unsere Reisen ja immer sehr wenig vorbereiten und erst immer unterwegs anfangen, darüber zu lesen, was man da so machen könnte, habe ich dann an einem der regnerischen Tage gedacht, ach, ich gucke jetzt mal, was man, was es so in Estland für Besonderheiten gibt und was man sich vielleicht
noch angucken könnte. Und habe dann von einer Region namens Setomar gelesen. Dort gibt es eine ethnische Minderheit, die nennt sich Setukesen, und die leben im estnisch-russischen Grenzgebiet, also auch auf russischer Seite und auf estnischer Seite eben. Das ist eine ethnische Minderheit, die noch sehr stark in ihren Traditionen verhaftet ist. Und die haben eine Besonderheit, eine kulturelle neben ihren traditionellen Tänzen und Trachten, und das ist der heterophone Gesang.
Das muss man sich anhören. Ich suche mal, ob ich da irgendwie einen Link finde für euch, dass ihr da mal reinhören könnt. Ich habe eine CD geschenkt bekommen, als wir da waren. Der Halil war dann völlig genervt, weil die dann im Auto nur noch lief, weil ich das so faszinierend fand. Das sind so wie so, ja, Multitongesänge, aber so eine ganz, eine ganz tief berührende Art
und Weise. Und das wollte ich unbedingt gerne mal hören. Und dann haben wir eben ganz kurz entschlossen uns auf den Weg gemacht, sind von der Route abgewichen und sind dann eben nach
Setomar gefahren. Ich habe dann in den Dörfern so ein bisschen rumgefragt, weil wir natürlich jetzt keine Ahnung hatten, wir wollten jetzt nicht in so eine Folkloreveranstaltung landen, sondern ich wollte gerne irgendeine Feier oder irgendeine Aufführung finden, wo man diese Tänze und Gesänge sich mal angucken kann, die aber nicht jetzt nur für Touristen gemacht wird, weil das ist ja dann meistens auch immer so ein bisschen, wie soll ich sagen, ja,
folkloristisch einfach. Und dann habe ich zufällig in einem Dorf eine Frau getroffen, die aus einem kleinen Dörfchen namens Lübnizak kommt. Dieses Dorf hat 58 Einwohner, also ich habe einen dieser 58 Einwohner getroffen, und die hat uns erzählt, dass am nächsten Tag, das war ein
Wochenende, dort ein Dorffest stattfinden würde. Und da haben wir uns dann natürlich direkt auf den Weg gemacht und haben uns dann da so eingeschlichen und haben eigentlich gedacht, dass wir da gar nicht so großartig auffallen, weil wir gar nicht wussten, wie klein dieses Dorf tatsächlich ist. Die Folge war dann, dass wir dahin kamen und wirklich plötzlich es ruhig wurde und alle auf einmal sich umgedreht haben zu uns und uns gefragt haben, wer wir sind, weil wir waren
tatsächlich die Einzigen, die nicht in dieses Dorf gehörten. Und der Halil natürlich mit seiner braunen Haut, der fiel besonders auf. Und dann wurden wir da von so Menschen in Empfang genommen, das war ein älterer Herr mit zwei jüngeren Männern dabei. Später haben wir dann erfahren, es war der Bürgermeister mit seinen Söhnen, und die haben uns dann eben so ein bisschen ausgequetscht. Und dann hat der, irgendwann der Bürgermeister, was ins Mikrofon gesprochen,
und auf einmal standen die Leute auf und klatschten wie verrückt. Und dann haben wir hinterher erfahren, dass Halil halt der erste Mexikaner überhaupt in dem Dorf und in der Region war. Und er wurde dann also mit Applaus auf diesem Dorffest empfangen. Das war wirklich herzerweichend. Und die Zoe war dann noch der nächste Knaller, weil die hat dann, also unser Hund, die hat dann, als die Frauen anfingen, ihre Tänze aufzuführen, hat die Zoe sich dann auf die
Hinterbeine gestellt und ist mitgetanzt und hat immer dabei gebellt und geheult. Und das fanden die dann auch ganz herzerweichend und süß. Und im Anschluss haben wir dann noch eine persönliche Führung mit den Söhnen des Bürgermeisters durchs Dorf bekommen. Da gibt es auch ein Museum. Also so ein, es ist einfach nur ein kleines Häuschen, wo die so traditionelle Werkzeuge aus der
Landwirtschaft insbesondere gesammelt haben. Ich weiß nicht, für wen dieses Museum ist, weil es kommen anscheinend kaum Auswärtige in dieses Dorf, aber es war auf jeden Fall ganz, ganz spannend zu sehen. Auch so traditionelles Kunsthandwerk war ausgestellt, also so Stickarbeiten und solche Geschichten. Und am Abend hat uns die Familie dann noch eingeladen, mit zum Sonnenwind oder Mittsommerfeuer zu kommen. Das war also ein riesiger, wie so ein Scheiterhaufen außerhalb des
Dorfes. Da hatten die den ganzen Tag mit den Traktoren das Holz und wahrscheinlich auch Gartenabfälle und sonstige Sachen, die man nicht wissen möchte, da aufgestapelt. Und dann wurde das eben angezündet. Und am Ende gab es dann noch so eine, so eine Feuershow richtig. Da war eine Frau, die hat dann mit Feuer jongliert und hat so eben Artistik aufgeführt. Das war
wahnsinnig toll. Und ja, dann haben wir halt mit, mit den Einheimischen noch angestoßen und sind dann auch irgendwann ziemlich kaputt ins Bett gefallen, weil es echt ein anstrengender Tag war. Aber das war so ein Erlebnis, dass man einfach nur spontan auf Reisen hat, weil so was kann man einfach nicht planen. Das, genau das, das meine ich damit. So, so entstehen halt die
spannendsten Sachen auch, wenn man einfach, ne, von seinem Plan abweicht. Jetzt gehe ich noch mal oder will das noch mal ganz kurz alles so ein bisschen auf der Karte abzeichnen für alle, die, die jetzt wirklich nur zuhören und keinen vielleicht, wie ich, Google Maps parallel aufhaben. Also ihr seid gestartet quasi näher Augsburg, seid dann recht stark Richtung Osten, ein bisschen Richtung Nordosten gefahren, rüber in die, nach Tschechien, Prag durch, dann hat es euch etwas
nordöstlicher gezogen bis Breslau rüber. Dann seid ihr wahrscheinlich über Lodz, also ich gucke mir auch so ein bisschen die großen Verkehrsstraßen an, aber ich denke mal, dass ihr zwischendrin auch viel Autobahn gefahren seid, um halt die, also da, wo es ging, dann über Lodz Richtung Warschau und dann gibt es eine Europastraße hoch Richtung Litauen, die aber dann irgendwann aufhört und wahrscheinlich, das hast du gesagt, so ein bisschen enger wird, nach Kaunas rüber. Auch
da sehe ich dann wieder so Hauptverkehrsstraßen. Allerdings, wenn ich jetzt hier so ein bisschen gucke, ach doch, dann, genau, seid ihr auch eine größere Straße bis nach Lettland gefahren und dann würde mich jetzt noch kurz interessieren, also, ne, jetzt sind wir in Lettland, wir sind also relativ stark im Norden. Lettland grenzt nach unten an Litauen auf der, also nach unten Richtung Süden. Im Westen grenzt es an die Ostsee, im Osten grenzt es an Russland und im Norden an
Estland. Das ist so ein bisschen zur Verortung. Die Hauptstadt Riga liegt im, ich würde sagen, mittleren Westen des Landes, direkt auch an der Ostsee dran. So, und wenn ich mir jetzt die Straßen von da, wo ihr wart, Daugavpils, dann gibt es eigentlich von da nur Straßen, die Richtung Riga gehen oder Richtung Russland. Da ich weiß, dass man für Russland ein Visum braucht und ich bin mir sicher, dass ihr das nicht für kurz mal 100 Kilometer durch Russland fahren geholt habt,
weil das relativ aufwendig ist. Seid ihr dann über Riga gefahren oder seid ihr dann auch so ein bisschen kleinere Straßen Richtung Estland hochgefahren? Wir sind dann kleinere Straßen gefahren und haben wirklich höllisch aufgepasst, nicht aus Versehen auf russisches Gebiet zu kommen, weil es eben da auch nicht nur um uns ging, sondern auch um den Hund, weil man ja für den Hund außerhalb Europas dann wieder eigene Vorschriften hat, also außerhalb der Europäischen
Union. Und wir hatten da uns vorher auch ein bisschen belesen, es ist wohl so, dass die Durchfahrt durch dieses russische, ja, durch dieses Mini-russischen Zipfel geduldet wird, solange man nicht aus dem Auto aussteigt. Das war das, was wir 2019 gesagt bekommen haben. Wir haben dann aber entschieden, dass wir es nicht riskieren, weil gerade dann hat man
bestimmt eine Autopanne oder einen Platten oder muss irgendwie ganz dringend pinkeln. Und wir haben uns dann eben entschieden, das zu umfahren und sind zwar relativ nah an dieser, an dieser Grenze geblieben, aber eben nicht durchgefahren. Und dann sind wir in, in Estland eben in Setomar
gelandet. Okay, das habe ich mir auch gerade angeguckt, das liegt da wirklich im Osten an der, an der russischen Grenze, das hattest du ja auch schon gesagt, an einem großen See, letzten Endes auch der quasi Großteil russische Seite und dann weiter oben wird der See noch größer, da ist er dann auch ein Stück weit est nicht zur Hälfte. Und die russische Stadt,
die in der Nähe ist, ist Ipskov. Ich glaube, ist auch nicht richtig ausgesprochen, auch … Du hattest doch Russisch in der Schule, du müsstest es besser können als ich. Ich habe ehrlich gesagt damals in dem Alter null Interesse an russischer Sprache gehabt, hätte ich gewusst, dass es eigentlich ganz, ganz spannend ist, hätte ich mehr aufgepasst, ich habe damals die Sprache wirklich nicht gemocht, um es vorsichtig zu sagen. Ich musste
es auch acht Jahre lernen, also vielleicht war das auch so ein Grund, dass wir es mussten. Ich kann es noch ein bisschen lesen, ich würde sagen, es ist eher Russkow, würde ich mal sagen, wird es ausgesprochen. Und genau, also, lange Rede, kurzer Sinn, ihr wart dann quasi an der estnisch-russischen Grenze und … Genau, wir konnten rübergucken nach Russland. Das war auch ein cooles Gefühl, ja. Und wie ging es dann weiter?
Dann ging es so ein bisschen zurück auf die ursprünglich angedachte Route, nämlich sind wir dann von Setomar, also von Lübnitz aus, über Tartu in den Laima-Nationalpark gefahren, also Norden Estland. Da hatten wir einen sehr schönen Campingplatz uns ausgeguckt, und zwar den Lepizperia Camping und Caravan, weil wir dann einfach ein bisschen Natur machen
wollten. Das war dann auch schon die Zeit so ein, zwei Tage vor meinem Geburtstag. Und ich habe mir gewünscht, meinen Geburtstag wirklich nur in der Natur zu verbringen, keine Städtetour zu machen. Und der Campingplatz hatte auch eine eigene Sauna, die konnte man sich reservieren, also so ein Miniteil, da saß man auch wirklich dann alleine drin. Da haben wir dann meinen Geburtstag eben mit Sauna und Natur verbracht. Drumherum endlose Wälder, da kannst du laufen, Fahrrad fahren oder
mit dem Auto fahren, da begegnet dir quasi über Stunden kein Mensch. Und wir haben dann in den nächsten Tagen dort verschiedene Naturparks besucht, zum Beispiel bei Altia, glaube ich, spricht man es aus, mit einer ganz einmaligen Tier- und Pflanzenwelt. Also wir haben da Vögel gesehen, die konnte ich noch nicht mal zuordnen, obwohl ich mich tatsächlich relativ gut auskenne, gerade auch mit Singvögeln. Aber da war eine Artenvielfalt da, das war unglaublich. Und eben
auch ganz viele ganz wunderschöne kleine Blüten. Also es war halt auch eine Zeit, in der da sehr viel geglüht hat. Da habe ich dann mit meiner Pflanzenbestimmungs-App immer geguckt und habe da Fotos gemacht, um das alles so ein bisschen zuordnen zu können. Und das ist wirklich ein Paradies für Naturliebhaber. Also da ist null Action, auch auf dem Campingplatz waren halt
irgendwie lauter so, gefühlt lauter so Outdoor-Menschen unterwegs, so wie wir auch. Und da kann man aber wirklich, wirklich absolute Ruhe und Stille genießen auch mal. Okay, spannend. Dann seid ihr quasi im Nordosten der Länder sozusagen hochgefahren und seid dann, seid ihr bis Tallinn gekommen auch? Ja, also das war der Plan, den mussten wir dann auch ein bisschen vorziehen, weil wir irgendwann mal Wäsche waschen mussten.
Und es gibt ja dort wirklich, also da sowohl in Lettland als auch in Estland, überall mehr oder weniger alles irgendwie zu kaufen und zu finden, nur Waschsalons war ein bisschen schwierig. Also hätte ich auch nicht vermutet. Wir mussten dann alleine schon wegen des Waschsalons wirklich bis nach Tallinn fahren und haben dann gesagt, okay, wir hatten eh vor uns die Stadt anzugucken, dann bleiben wir hier auch ein paar Tage. Auch da haben wir uns wieder einen Campingplatz gesucht,
der relativ weit außerhalb war. Ja, aus verschiedenen Gründen, aber weil wir halt auch gerne einfach unsere Ruhe haben. Und sind dann immer wieder in die Stadt reingefahren oder in die nähere Umgebung der Stadt, je nachdem, was wir halt gerade machen wollten. Die erste Tour war in die Altstadt, ganz klassisch, weil wir natürlich Tallinn mal kennenlernen wollten. Und da haben wir dann gedacht, wir sind im falschen Film, weil wir da in eine Lawine von
Kreuzfahrttouristen reinkamen. Wir wussten es nicht, dass es so ein Kreuzfahrtziel ist. Und da waren also zig verschiedene Gruppen, die waren farblich sortiert, überwiegend ältere Leute, aber durchaus auch gemischte Gruppen, auch Amerikaner darunter. Also das war wirklich buntes, gemischtes Publikum. Und die Stadtführer, die hatten ihre liebe Not, ihre Gruppen auseinander
zu halten, die waren dann wirklich mit so Stöcken zu Gange, die dann so Fähnchen hatten. Und das war der absolute Horror, weil diese Wellen, also diese Lawinen, die haben sich alle zeitgleich an immer dieselben Punkte bewegt und wir so mittendrin. Und dann sind wir da geflohen und sind erst am Abend wieder zurückgekommen, als das Ganze abgeeppt war. Und da hat man dann gesehen,
dass es echt eine ganz zauberhafte Altstadt ist, auch mit vielen Cafés und Restaurants. Dann haben wir uns auch noch ein bisschen hingesetzt und haben einfach die Atmosphäre genossen, weil man dann jetzt auch nicht mehr wahnsinnig viel machen konnte. Da wurde es schon dunkel.
Aber Tallinn ist auf jeden Fall aus meiner Sicht eine Reise wert. Man sollte sich nur bitte mal vorher erkundigen, wann die Ankunftszeiten der Kreuzfahrtschiffe sind, weil da ist es der absolute Horror und man sieht einfach gar nichts, weil man nur Menschen und Kameras sieht. Ja, Tallinn ist auch so eine ganz beliebte Stadt bei den digitalen Nomaden. Da sind auch immer mal Events. Also ich wollte, hatte da auch schon zweimal Anlauf genommen,
zu einer Veranstaltung hinzufliegen, aber es hat irgendwie nicht funktioniert. Aber es soll auch, also gerade die Altstadt, wunderschön sein und auch ohne Camping sozusagen ein sehr spannender Ort. Absolut. Und Estland an sich, und ich nehme an, insbesondere die Hauptstadt, tut ja auch wahnsinnig viel für das ganze Thema Digitalisierung. Und die sind da sehr, sehr gut aufgestellt im
Vergleich auch vor allem zu Ländern wie unserem eigenen. Von daher ist es mit Sicherheit auch ein ganz interessantes Reiseziel für Menschen, die sich halt auch dafür so ein bisschen interessieren und so etwas Atmosphäre und Start-up-Atmosphäre und sowas schnuppern wollen. Aber wie gesagt, guckt einfach, dass ihr dann nicht gerade in die Kreuzfahrtzeiten reinkommt.
Also vielleicht auch das noch, dass Tallinn liegt halt wirklich im Norden von Estland, am finnischen Meerbusen, der wiederum direkt an die Ostsee oder sozusagen in die Ostsee mündet. Und auf der anderen Seite dieses Meerbusen liegt Helsinki, also Finnland, das ist gar nicht so weit
weg. Und auf der östlichen Seite liegt dann Sankt Petersburg in Russland. Und damit ist halt auch gerade Tallinn und auch Helsinki sind halt dann auch die spannenden eben Städte für die Kreuzfahrten, die über die Ostsee dann gondeln, weil die eben unten entweder bei uns in der Gegend, also nicht bei uns hier in Portugal, sondern in Deutschland, Lübeck, Rostock, Stralsund, so die großen Häfen, Kiel, da legen die ab und schippern dann eben hoch, oft über Stockholm,
Helsinki, Tallinn, so die Ecke. Deswegen ist Nele da halt in die Kreuzfahrt reingeraten. Ich gucke gerade ein bisschen auf die Uhr, deswegen… Ja, ich habe schon gesehen, ich muss mich ein bisschen beeilen. Genau, deswegen spoilere ich wieder ein bisschen. Also ihr seid im Nordosten durch die Länder hoch gefahren und Überraschung, da ihr nicht die gleiche Strecke zurückfahren wolltet, seid ihr dann quasi Richtung Süden runter und im Westen sozusagen der Länder wieder
zurückgefahren. Was waren da so eure noch aufregenden Stationen, die ihr mitgenommen habt? Also da ich jetzt die Karte nicht offen habe, kann ich jetzt einfach nur glauben, ich bin wirklich schlecht mit Himmelsrichtungen, aber ich sage einfach mal ja. Vielleicht noch
kurz zu Tallinn. Wir waren auf dem Campingplatz Kivitalu. Außerhalb von Tallinn hatte ich ja schon gesagt, also wer es ein bisschen ruhig und idyllisch mag und nicht unbedingt irgendwie so einen Stellplatz in der Stadt sich aussuchen möchte, der ist da mit Sicherheit gut aufgehoben. Von Tallinn aus sind wir dann zum wirklich im ganzen Land berühmten Jägerler Wasserfall gefahren und wollten da eine Wanderung hinmachen vom Parkplatz aus. Und also die Wanderung,
die war dann wirklich ungelogen weniger als ein Kilometer, glaube ich. Also es war wirklich so, wir sind losgelaufen und dann standen wir schon da und dieser Wasserfall, der berühmte, das war halt so ein, ja, das plätscherte halt so vor sich hin. Also wenn man schon mal Wasserfälle in Norwegen oder so gesehen hat, ist das jetzt nicht wahnsinnig spektakulär. War trotzdem auch schön dort, Hund konnte baden, man hätte auch selber baden können, wenn man gewollt hätte. Und wir haben
dann noch eine Mutterente dabei beobachtet, die ihren Jungen das Tauchen beibrachte. Also dementsprechend kann man sich schon vorstellen, dass der Wasserfall auch nicht unbedingt reißend war, wenn da die Ente mit ihren Babys rumschwamm. Aber war halt irgendwie nett anzusehen, konnte auch ein paar schöne Fotos machen, ist jetzt aber nicht unbedingt ein Ziel, wo ich sagen würde, da muss man jetzt unbedingt gewesen sein. Das ist eher sowas,
was man im Vorbeifahren mitnimmt. Dann sind wir von dort aus rüber auf die Halbinsel Sarema. Das ist ein sehr naturbelassener Zipfel auch, also Estland ist ja sowieso sehr dünn besiedelt, deswegen gibt es da ganz, ganz viele noch echt unberührte Flecken oder weitestgehend unberührte
Wälder auch. Da standen wir zuerst einen Tag auf dem Campingplatz und haben dann gedacht, Mensch, wenn wir schon mal hier sind, dann sollten wir auch das Thema Freistehen mal ein bisschen ausreizen, weil wir eben wussten, dass es da nicht verboten ist und haben uns dann auf die nördliche Seite der Halbinsel aufgemacht und das war dann tatsächlich eines unserer absoluten Highlights der Reise. Da standen wir mehrere Tage direkt am Wasser, aber im Wald. Es
gab eine Feuerstelle dabei. Die Kommune gibt an diesen Zelt- und Campingplätzen auch Feuerholz aus. Da kann man sich bedienen und da sind wir dann fast eine Woche geblieben. Wir mussten natürlich zwischendurch mal fähren und entsorgen, aber das konnten wir ganz gut mit dem Zugfahrzeug machen. Das war so wirklich eines der schönsten Erlebnisse, von denen ich immer noch zehre,
weil man halt keine Menschenseele da in der Nähe hat. Man wacht morgens vom Geplätscher der Wellen auf und vom Vogelgezwitscher und schläft abends mit denselben Geräuschen ein und kann einfach frei sein. Also das, das ist ein ganz, waren ganz tolle Tage.
Und die Halbinsel ist eine Halbinsel auf einer Insel, oder? Also sehe ich das richtig? Also, sage ich mal, ich gucke jetzt gerade tatsächlich bei Google Maps und es ist eine, aus meiner Sicht, eine Insel, weil es gibt eher eine Fähre- oder Brückenverbindung. Warte mal, da muss ich selber noch mal gucken. Ist ja auch schon eine Weile her,
aber ich kann mich nicht erinnern, dass wir auf einer Fähre waren. Also wenn, dann war das nur eine ganz kurze Sache, so eine, so eine Überfahrt, wie man die ja in Deutschland auch teilweise hat. Aber ich meine, da gab's, ich meine, da gab's eine andere Verbindung. Ach nee, du hast recht, wir zu, ne? Genau, also entweder wart ihr da quasi auf der estnischen Seite, dann ist das eine Halbinsel und ihr seid nicht rüber auf die
große Insel sozusagen, das könnte sein. Ja, wir sind, wir sind hier über, nee, tatsächlich sind wir hier auf die, also die Halbinsel, die ist mit einer Brücke verbunden, mit der, mit der anderen kleinen Insel. Okay, aber dann ist es eine Insel. Ach so,
die Halbinsel, also für alle, die sich jetzt fragen, wovon reden die? Wir haben sozusagen im Mittel, also Mitte Westen von Estland liegen quasi drei Inseln, eine sehr, sehr große, eine kleinere, noch eine kleinere und noch eine, also es sind sogar vier Inseln, wenn man so genau guckt. Und die größere ist vorgelagert oder ist nachgelagert einer kleineren und die wiederum ist mit einer Brücke oder Fähre, sehe ich jetzt hier nicht so genau, verbunden. Und da wiederum gibt es
am, auf der Festlandseite tatsächlich eine Halbinsel. Und ihr wart quasi auf der Halbinsel, alles klar. Genau. Und ihr habt euch quasi gespart, da ganz rüberzufahren. Wahrscheinlich gibt's da auch noch mal wunderbare Plätze und alles, aber es ist ja auch immer eine Zeitfrage. Also wir sind da ziemlich viel mit dem Auto rumgefahren, weil wir natürlich durch das Gespann immer so ein bisschen gehandicapt sind, wenn es um engere Pfade oder engere Straßen geht
oder auch mal durch Wälder oder so. Deswegen haben wir dann ab und zu den Wohnwagen einfach stehen lassen und sind so ein bisschen durch die Gegend gegeigt. Aber ich wollte jetzt gar nicht mehr so ganz detailliert auf die einzelnen Punkte eingehen, weil uns fehlt ja noch ein ganzes Eck von der Tour, damit wir da vielleicht heute durchkommen in einer Stunde oder unter einer Stunde. Okay, also dann seid ihr Estland weiter Richtung Süden gefahren und seid dann pro Wunder
wieder nach Lettland reingekommen irgendwann? Genau, war nicht zu vermeiden. Nein, Lettland ist wunderschön, hat uns richtig gut gefallen auch. Wir wollten dann ja natürlich noch die Hauptstadt von Lettland mitnehmen, nämlich Riga, haben aber leider halt wieder echt so Regentage erwischt, wo man buchstäblich mehr oder weniger nicht aus dem Auto aussteigen konnte. Und dann haben wir in der Stadt im Café ausgeharrt, irgendwie bis abends, bis schon die Sonne
unterging. Oder im Restaurant, meine ich. Ich glaube, ich habe schon wieder irgendwas mit Essen in Verbindung, ja. Und haben dann noch so eine kurze Tour gemacht mit Regenjacken halt, war jetzt aber nicht so die Stimmung, dass man sich da hätte wahnsinnig viel angucken wollen. Deswegen, es gibt auch nur ganz wenige Fotos von Riga. Wenn ihr da irgendwelche tollen Tipps habt, dann schreibt uns die auch gerne, weil es wird uns bestimmt irgendwann wieder ins Baltikum
verschlagen und dann nehmen wir die gerne als Reiseempfehlungen von euch auf. Ja, und dann sind wir wieder von der Stadt in die Natur, nämlich weiter nach Jurmala. Das ist eine traumhafte kleine Halbinsel auch, mit einem damals noch Wildstrand. Ich hoffe, dass der nicht inzwischen irgendwie auch erschlossen und bebaut wurde. Einfach toll, um Ruhe zu finden, ein bisschen ins Meer zu hüpfen, am Strand entlang zu laufen. Da hat es
dann auch so riesige Baumstämme angeschwemmt, die liegen gelassen wurden. Entsprechend haben sich dort dann auch die Vögel getummelt. Also einfach schön zum Genießen. Keine bestimmten Sehenswürdigkeiten, die wir da abgearbeitet hätten, sondern nur ein bisschen so rumgebummelt. Genau das gleiche dann auch an der Nordspitze von Lettland. Da gibt es mehrere Fischerorte sicher, aber einen, der ist relativ bekannt, der ist Kolka. Da waren wir auch ein paar Tage und haben uns da so ein
bisschen treiben lassen, haben bei den lokalen Anbietern Fisch eingekauft in erster Linie. Gab aber auch dann Honig und ich glaube auch Marmeladen und andere solche lokalen, selbstgemachten Köstlichkeiten. Da kann man mich ja immer ganz gut damit fangen. Dann haben wir noch einen kleinen Abstecher über einen Nationalpark gemacht wieder, Slitara heißt der, und sind dann letztendlich über Klaipeda auf der Halbinsel Kurische Nährung gelandet. Das sagt bestimmt einigen von euch was,
die ist sehr, sehr bekannt. Das ist eine fast 100 Kilometer lange Halbinsel. Da gehört grob die Hälfte zu Litauen, die andere dann zu Russland, also zu Kaliningrad. Und da ist es eben, also diese Halbinsel ist ein Naturschutzgebiet, und dort gibt es ganz tolle Dünenlandschaften. Also, die sind wirklich spektakulär. Da kann man auch auf befestigten Wegen drauf wandern. Man soll nur
dann bitte nicht von den Wegen runtergehen, weil ja Dünen sehr empfindliche Ökosysteme sind. Das ist auch in anderen Ländern so, dass immer darum gebeten wird, dass man nicht in die Dünenlandschaften reinrennen soll. Hunde müssen da auch an die Leine. Das hat unserer natürlich nicht so gepasst, aber da gab es leider keine andere Möglichkeit. Und da sind wir auch dann ein Stück weit gewandert. War zu der Zeit, als wir da waren, zum Glück nicht besonders viel los, trotz Hauptsaison. Also,
da konnte man ganz gut auch so vor sich hinbummeln. Wir haben damals auf einem Campingplatz Station gemacht. Das war, meine ich, der einzige. Der ist so am anderen Ende der Halbinsel. Der war relativ teuer, 2019, für das, was geboten war. Aber muss man halt dann machen. Da hatte man nicht viel Auswahl. Aber war auch auf jeden Fall ein Ziel, was ich empfehlen würde, um da ein bisschen sich, die Seele baumeln zu lassen. Und auf der Halbinsel seid ihr aber auch nur
quasi bis zur Grenze gefahren und dann wieder umgekehrt? Ja. Und für alle, die sich jetzt wundern, eben waren Nele und Halil noch in Litauen unterwegs und jetzt sind sie plötzlich im Russland, was ja eigentlich im Osten liegen müsste, weil sie waren jetzt an der Westküste unterwegs. Es gibt tatsächlich, wie es Nele auch gerade gesagt hat, zwischen Litauen und Polen eine, eben Kaliningrad,
was sowohl einmal die russische Stadt ist, als auch eben eine Provinz. Und dieses kleine Fleckchen gehört sozusagen zu Russland, obwohl es gar nicht sozusagen mit dem restlichen russischen Gebiet verbunden ist. Ja, wer sich also da jetzt gewundert hat, das heißt, man kann da eben nicht. Und diese Halbinsel, das sieht alles auch auf der Karte wunderschön aus. Also die ist ewig lang. Dahinter befindet sich halt ein Haft, so wie man das nennt. Also das heißt, hinter der Halbinsel, das Wasser,
was da ist, ist nicht mehr die Ostsee, sondern es ist ein Haft. Und auch auf der anderen Seite von Kaliningrad geht das Ganze nochmal weiter. Aber da es eben Russland ist, kann man nicht einfach durchfahren, sondern man muss quasi auf der Hälfte der Halbinsel wieder umkehren und außenrum fahren. Nur für alle, die sich jetzt vielleicht gewundert haben, warum die jetzt plötzlich in Russland sind. Also man kann natürlich auch die russischen Teile mitnehmen,
dann muss man sich aber um Visumsangelegenheiten und alles rechtzeitig kümmern. Und wer uns kennt, weiß, dass wir alles sind, nur keine rechtzeitigen Kümmerer und Planer. Und von daher war es für uns einfach leider nicht möglich. Ja, und so ein russisches Visum, also ich weiß gar nicht, ist jetzt sowieso schwierig, aber auch vor dem Krieg ist das quasi auch nicht ganz super einfache Geschichte gewesen. Und wegen so ein paar Kilometern haben sich wahrscheinlich die
meisten den Aufwand nicht gemacht. Auch wenn das sicherlich da wunderschön ist, auch mal Kaliningrad zu sehen. Aber okay, das ist jetzt gerade nicht das Thema. So, jetzt wartet der Halbinsel wieder zurück und außenrum. Wie ging es dann weiter? Ja, danach haben wir noch zwei so ein bisschen absonderliche Abstecher gemacht. Der eine war
nach Jurkrante. Da gibt es einen sogenannten Hexenhügel. Also man geht da wirklich nur so ein kleiner Hügel und man marschiert da hoch so ein bisschen durch den Wald und dann ist da wie so ein Altar aufgebaut. Das haben irgendwann mal Menschen errichtet, das ist so eine Mischung aus Aberglaube und christlichem Glauben, habe ich so das Gefühl, wie man das ja in vielen Kulturen hat. Und da sind dann die süßesten Opfergaben, also wirklich von einer Bierflasche bis hin zu
irgendwelchen Schmuckstücken, Blumen und so weiter. Und wir haben dann gesagt, schadet ja nichts, wenn wir da auch was niederlegen. Dann haben wir so ein Blumensträußchen da hingelegt und eine, was habe ich noch? Irgendwas, was ich in der Tasche hatte. Weil man ja, ich sage jetzt mal, für sein Glück kann man ja auch mal so ein bisschen in den Aberglauben verfallen. Und wir waren dann noch da ganz in der Nähe bei einem traditionellen Seifenmacher, das war auch ganz
toll. Der hat uns da auch sehr nett empfangen und von dem habe ich übrigens die CD bekommen von diesen heterophonen Gesängen von den Setukesen, weil der zufällig mit denen irgendwie auch was zu tun hat. Ich glaube, der ist auch Setukese selber, obwohl der da nicht mehr lebt. Und ja, da habe ich mich dann erstmal eingedeckt, auch für mich selber und mit Geschenken für Leute zu Hause. Und dann sind wir von dort aus in Richtung Schaulen, so heißt es auf Deutsch.
Auf, ich glaube, der Originalname ist Schiauliai. Da gibt es einen ganz süßen kleinen Campingplatz, der heißt Sunny Nights Camping, total nach meinem Geschmack. Das waren so die Mädels, die da zuständig waren, so richtige Hippie-Mädchen. Mit denen saß ich dann abends auch noch am Lagerfeuer, weil wir waren sofort auf einer Wellenlänge. Ein ganz toller Campingplatz mit wunderschönen alten Apfelbäumen, wo man sich dann auch morgens seinen Frühstücksapfel
holen durfte. Auch sonst sehr gepflegt, obwohl ich gerade gesagt habe, so ein Hippie-Platz, aber gepflegt und sauber, aber halt eben alles so ein bisschen lockerer. Das hat mir gut gefallen und da ganz in der Nähe gab es eben den sogenannten Berg der Kreuze. Also sowas habe ich in meinem ganzen Leben überhaupt noch nie gesehen. Das ist ein Hügel und auf diesem Hügel ist alles, wirklich alles voller Kruzifixe aller Art, von Holz über Metall über weißer Geier in
allen Größen, Farben, Formen. Also ich habe gelesen, weil man es wirklich selber nicht überblicken kann, dass irgendwann bei 50.000 Kreuzen die Leute aufgehört haben zu zählen, also es sind noch mehr offenbar. Die werden da aufgestellt, übereinander gestapelt, hingelegt, wo irgendwie noch Platz ist oder auch nicht. Der Ursprung dieses Berges liegt wohl, so wie man nachlesen kann und wie es auch erzählt wird, in den Aufständen des 19. Jahrhunderts gegen
die russischen Besatzer. Aber das hat sich dann irgendwie zu so einem Selbstläufer weiterentwickelt und man sieht eben da immer noch Menschen, die hinkommen und Kreuze ablegen. Also das ist immer noch ein Thema. Wir können ja mal den Wikipedia-Artikel dazu verlinken, dass man sich das mal angucken kann, wenn man das nicht kennt. Ich hatte es bis heute auch noch nicht davon gehört. Das ist wirklich völlig irre. Wie ging es dann weiter?
Dann ging es weiter über die Masuren beziehungsweise die masurische Seenplatte. Das war auch nochmal so ein Sehnsuchtsziel von mir. Ich kannte das schon von Dienstreisen aus meinem früheren Leben sozusagen. Ich habe ja mal im Ruhrgebiet bei einer Stadt gearbeitet und die
ist Partnerstadt der polnischen Stadt Stytno. Ich war da zweimal auf Dienstreise mit dabei und abgesehen davon, dass ich auch die Menschen wirklich sehr ins Herz geschlossen habe, weil die unwahrscheinlich lieb und gastfreundlich sind, fand ich es auch landschaftlich einfach faszinierend. Man hat da ein ganz weites Gebiet mit, wie der Name schon sagt, ganz vielen Seen
und Naturreservaten. Die Seen sind teilweise auch wirklich miteinander verbunden. Das heißt, wenn man irgendwie Paddelsportler ist zum Beispiel, ist das natürlich auch ein Traumziel, weil man dort sich wirklich austoben kann. Daneben dann diese Weite einfach auch,
schöne Wälder dazwischen, also sehr ursprünglich und unberührt noch. Ich fand einfach, das ist auch so ein Ort, wo man sich so richtig vorstellen kann, wo diese, also wenn man so ein bisschen die ostpreußische Literatur kennt, wo diese Melancholie und diese Sehnsucht herkommen, die da auch oft in den Werken rauszulesen ist. Wir waren da auf einem ganz kleinen Campingplatz, der hatte, als wir dort Station gemacht haben, noch gar nichts buchstäblich. Also das ist ein
Campingplatz am See auch. Es gab aber kein fließendes Wasser. Das mussten wir aus dem Brunnen pumpen. An Strom oder gar WLAN natürlich überhaupt nicht zu denken. Wir fanden es total klasse, weil es war einfach wie Wildcamping, nur legal. Also so richtig, es gab einfach nichts. Und das war für uns auch wieder ein sehr, sehr schönes Erlebnis, da ein paar Tage zu bleiben.
Ja, wahrscheinlich, also die Masuren sind ja so ein riesiges Gebiet, da kann man alleine wahrscheinlich zwei Monate verbringen, ohne an einem Ort mehr als einen Tag zu bleiben und hat immer, oder dann wahrscheinlich selbst nur einen kleinen Teil davon gesehen. Also das, das ist, glaube ich, auf jeden Fall auch ein superspannendes Gebiet, ja, mit auch vielen privaten Stellplätzen, die man nutzen kann und, und, und. Also, ja.
Ja, und vor allem auch in vielerlei Hinsicht wahnsinnig schön. Also zum einen landschaftlich natürlich, aber auch die kleinen Orte sind, sind ganz bezaubernd. Und wie gesagt, Menschen, Küche, also auf jeden Fall ein Ziel, wo man sich gerne auch mehr Zeit nehmen kann. Ja. Und dann, wie ging's? Also wir, ich drück so ein bisschen auf die Tube, wir sind schon bei einer Stunde.
Ich kürze es jetzt, ich kürze es jetzt auch etwas ab, weil tatsächlich die letzten Stationen, die waren dann nicht mehr so spektakulär und wir haben dann auch gut geguckt, dass wir einigermaßen durchkommen, weil wir dann auch auf den Caravan-Salon mussten. Das heißt, die Zeit war dann auch etwas begrenzt. Wir sind über Danzig und die polnische Ostseeküste zurückgefahren. Auch
da hatten wir noch sehr, sehr schöne Stops mit, mit wirklich schönen Landschaften drumherum. Aber da war es natürlich dann ein bisschen voller, weil das ein beliebtes Reiseziel auch ist, nicht nur für die Polen, sondern teilweise auch für die Deutschen, die relativ nah an der Grenze wohnen, die die deutsche, völlig überfüllte Ostsee meiden wollen. Die fahren dann nach Polen rüber und da habe ich jetzt noch mal einen Campingplatz im Kopf, den ich gerne empfehlen möchte,
auch gerade, wenn man Kinder hat. Das ist der Camping-Caravaning Pole Namiotowe. Wo der genau ist, kann ich nicht aussprechen. Kannst du es so sagen, Sebastian? Vladislavovo. Vladislavovo. Vladislavovo. Ja, okay, also wir verlinken es euch auf jeden Fall. Das ist ein etwas größerer Platz, aber aus meiner Sicht halt sauber gut geführt und da kann man auch gut mal mit der Familie ein paar Tage verbringen. Also das war eine sehr, sehr lange Reise. Weißt du,
wie viele Kilometer ihr gefahren seid von Anfang bis Ende? Nein, aber wenn du noch ein bisschen Moderation übernimmst, kann ich mal gucken, ob ich es hier auf die Schnelle in meinem Google Maps nachvollziehen kann. Okay, also ja, wir können das ja sonst auch in den Shownotes verlinken. Also lass uns das in die Shownotes packen. Also wo findet ihr die Shownotes? Vielleicht das noch mal zur Erklärung. Die findet ihr im Normalfalle, wenn ihr uns hört, quasi auf eurem
Gerät. Viele hören uns ja vielleicht mit ihrem Smartphone. Da guckt ihr jetzt einfach mal, klickt ihr mal drauf auf unseren Podcast und da gibt es irgendwo Shownotes angucken und da könnt ihr das nachlesen. Und wenn ihr es irgendwie nicht findet, dann geht ihr auf camperstyle.de ist gleich Podcast. Das scrollt ihr ein bisschen runter. Da habt ihr all unsere einzelnen Podcast Folgen. Dann sucht ihr eben die hier raus zu dem Baltikum und da ist dann auch noch mal alles
runtergeschrieben. Da sind auch noch mal alle Dings. Das ist sowieso generell ein guter Anlaufpunkt, weil ihr die Links auf manchen Plattformen auch nicht seht. Also die nehmen die Links raus. Das kann manchmal passieren aus technischen Gründen und deswegen auf unserer Seite camperstyle.de ist gleich Podcast. Und dann über die einzelnen Episode kriegt ihr auch noch mal alle Links, wenn ihr wirklich da noch mal was genau nachgucken wollt. Das vielleicht für euch
dazu. Und lass uns das dann einfach mit der Entfernung reinpacken. Das ist jetzt, glaube ich, zu viel, das alles nachzuberechnen. Ja, ich habe es jetzt auf die Schnellen nicht gefunden. Bevor ich jetzt hier ewig rumklicke, suchen wir es lieber in Ruhe noch mal. Es ist auf jeden Fall eine ganz schöne Tour gewesen. Eine sehr spannende Tour mit sehr spannenden Erlebnissen. Danke fürs Teilen auf jeden Fall. Und ich hoffe, euch da draußen hat es auch Spaß gemacht zuzuhören,
was die beiden da erlebt haben, wo sie langgefahren sind. Wir werden euch auch noch, wie ich es am Anfang angekündigt habe, die einen oder anderen oder den einen oder anderen Reisebericht hier noch vorstellen. Wir werden sicherlich auch mal wieder das eine oder andere Ratgeberthema haben. Wenn euch das gefällt, wenn ihr nichts verpassen wollt, dann abonniert unseren Podcast einfach da, wo ihr uns hört. Das ist kostenlos für euch. Und ich verabschiede mich hier schon
mal bei euch. Bis zum nächsten Mal und übergebe das letzte Wort an Nele. Macht's gut, tschüss. Du hast auch schon wieder alles gesagt. Ich sage einfach nur danke fürs Zuhören und tschüss.
