Hallo und herzlich willkommen zu Camperstyle, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele. Und ich bin Sebastian. Und heute wollen wir uns anschauen, was du alles deinem Fahrzeug brauchst, für mehrere Tage oder vielleicht sogar für mehrere Wochen autark stehen zu können. Das Thema Autarkie hatten sich ja ganz viele von euch gewünscht in den Zuschriften, weil es vor allem jetzt im Zuge der Corona-Geschichte und wegen der ausgebuchten Campingplätze noch mal ganz besonders an Aktualität
gewonnen hat. Und da ist natürlich unser Sebastian hier der absolute Fachmann von uns beiden. Deswegen darf er heute mal ein bisschen mehr sagen. Ich melde mich dann aber später auch noch mal zum Thema Autarkie im Wohnwagen zu Wort. Sebastian, vielleicht erklärst du als erstes mal, was man eigentlich unter Autarkie versteht. Die meisten denken ja vor allem da an Solarpanels und ähnliches. Aber so wirklich autark zu sein, braucht man ein bisschen mehr, oder?
Ja und nein. Das kommt natürlich immer darauf an, wie ich für mich selber Autarkie definieren möchte und was ich brauche. Wenn wir von absoluter Autarkie sprechen, absoluter Unabhängigkeit, dann hab ich natürlich
alle Ressourcen in ausreichender Menge dabei. Und bei Ressourcen haben wir eben Strom, wir haben Wasser, wir haben vielleicht Gas, wir haben aber auch, das dürfen wir nicht vergessen, Abwasser und natürlich die Toilette und bei Menschen wie uns, die auch noch vielleicht unterwegs arbeiten oder online Fernsehen schauen wollen, ist auch Internet eine Ressource, die durchaus zur Autarkie dazugehören kann.
Also so gehören verschiedene Dinge dazu. Und bei den Wohnmobilen, da kann ich ja ganz gut mitreden, weil wir ein recht autarkes Wohnmobil haben. Da sind eben viele Dinge schon von Haus aus dabei, sodass ich ein autarkes Fahrzeug habe. Allerdings, wenn wir jetzt die, ich sag mal, normalen Wohnmobile nehmen, ist die Autarkie meist auf ein, zwei, drei oder vielleicht mal vier Tage ausgelegt. Das ist natürlich jetzt nicht die Welt, vor allem für Leute, die viel frei stehen
möchten oder die längere Touren machen. Wenn ich jetzt, sagen wir, eine, zwei oder vielleicht sogar drei Wochen autark stehen möchte, was brauche ich da wirklich? Also, wie sind da eure Erfahrungen? Wie sollten zum Beispiel Wasser- und Abwassertanks dimensioniert sein? Ich möchte die Frage mal anfangen aus einer anderen Richtung zu
beantworten. Was am hilfreichsten ist und was den meisten Impact auf die ganze Geschichte hat, ist, dass ich mich selber erstmal nur mit den Ressourcen auseinandersetze, die ich habe, und überlege, wie ich möglichst wenig von diesen gebrauchen kann. Und Verzicht auf Ressourcen, also weniger Wasser, weniger duschen, weniger kochen oder was auch immer man machen kann, nicht machen muss, bedeutet natürlich auch ein Komfort einbußen und so muss jeder für sich erst
mal gucken, was er eben machen möchte und was nicht. Aber das haben wir wirklich in den letzten Jahren gelernt. Man kann natürlich 5000 Liter Wasser mitnehmen, damit man über vier Wochen lang jeden Tag ausführlich zu zweit duschen kann. Man kann aber auch überlegen, was kann ich denn tun, das Wasser zu sparen? Muss ich im Wohnmobil täglich duschen? Vielleicht muss ich das nicht. Vielleicht reicht auch eine berühmte Katzenwäsche oder was auch immer. Und da erstmal kann jeder seine
eigene Strategie entwickeln. Was macht ihr denn? Was habt ihr für Strategien, so ein bisschen zu sparen? Gerade jetzt auch beim Wasser, weil das ist ja eigentlich so eine der wichtigsten Ressourcen für den Menschen? Ja, also beim Wassersparen sind wir dazu übergegangen, nicht wie früher, als wir noch quasi in der Wohnung gewohnt haben. Das ist ja jetzt was, was die meisten von unseren Hörern da draußen auch tun. Also die haben sozusagen eine Wohnung oder ein
Haus, wo sie wohnen. Da haben wir relativ häufig geduscht, teilweise täglich, je nachdem wie viel man gearbeitet hat. Im Wohnmobil ist das deutlich weniger geworden. Da ist es dann eher mal die normale Wäsche mit dem Waschlappen gewesen oder auch das Bad in dem See, was eben da gerade so da war, das hilft auf jeden Fall Wassersparen, wobei duschen an sich auch schon eine recht sparsame Sache ist, wenn man es eben nicht übertreibt und sozusagen relativ schnell damit fertig wird.
Und ein großer Wasserverschwender, sag ich mal, sind die Spültoiletten. Also die klassischen Chemietoiletten, die eben eine Wasserspülung haben oder auch die größeren Toiletten mit einem Tank, wie bei uns, die aber eine Wasserspülung haben. Das sind versteckte Wasserverschwender. Das kann ich auch schon mal euch mitgeben. Beim Wasser kann man ja vielleicht sparen bei der Toilette, aber bei den
menschlichen Bedürfnissen sieht es natürlich ein bisschen anders aus. Also da müsste ich ja dann im Prinzip weniger essen und trinken, da Ressourcen zu sparen. Was gibt es da denn für Möglichkeiten? Nicht zum Sparen, sondern vielleicht auch die verschiedenen Toilettenmodelle. Ich würde da erstmal mit den Toiletten anfangen, die
drin sind. Es sind nun mal zum überwiegenden Teil Chemietoiletten, also so die ganz klassische Tedford Toilette zum Beispiel und da kann weniger Essen und Trinken helfen, das wäre aber jetzt nicht meine erste Wahl und ich glaube für in Höheren geht es da auch so.
Eine Sache, die wir gemacht haben, die aber nicht jedermanns Sache ist und von der ich am Anfang oder bevor wir gestartet sind damit auch gesagt habe, oh Gott, das ist eklig, das möchte ich nicht, das tue ich nicht und mittlerweile ist es gar kein Problem mehr, ist, dass wir das Toilettenpapier zum Beispiel in einem extra kleinen Eimer mit einer Tüte drin gesammelt haben und nicht mit in die Toilette geschmissen haben. Das spart schon mal eine ganze Menge Volumen
und ich komme also länger mit meiner Toilette aus. Dann kann ich natürlich, das ist ein bisschen komisches Thema, aber dann kann ich natürlich versuchen bei meinem Geschäft, vor allem beim großen, genau zu zielen, so dass ich natürlich auch weniger Spülwasser brauche und die Spülung kürzer betätigen muss. Ja, also da gibt es ganz verschiedene Strategien und der eine findet das eklig und möchte es nicht machen und sein Geschäft wie zu Hause machen und der
Nächste ist da völlig fein mit. Also da muss man seine Strategie finden und du hast ja gerade schon angesprochen alternative Toiletten. Es gibt einen Trend gerade bei Leuten, die viel Zeit im Wohnmobil verbringen und die auch gerne autark stehen. Das sind die sogenannten trocken Trenntoiletten. Die sind eine besondere Form und zwar ist es dort so, da hat man eine spezielle Toilettensitz-Toilettenschüssel und dort wird quasi das feste vom
flüssigen getrennt. Und wenn ich nämlich das feste vom flüssigen trenne, dann habe ich den einen Vorteil, wenn ich das feste auch noch ein bisschen abdecke, mit wie so einer Art Mulch, Kokosfasern oder Sägespänen oder was auch immer man da findet, dann riecht es nicht, wenn es schön trocknet. Und das Flüssige kann ich quasi dann einfach in einem Tank auffangen und entsorgen. Und den festen Teil, der kompostiert quasi, und den kann ich dann ganz normal in den normalen Hausmüll entsorgen.
Und damit ist sozusagen die einschränkende Ressource dann eigentlich nur noch der Tank fürs kleine Geschäft, denn je größer der ist, desto länger kann ich natürlich irgendwo stehen, bis ich den mal wieder entsorgen muss. Und da ist ja glaube ich eure Routine, sagen wir mal, dass ihr immer dann entsorgt, wenn ihr irgendwo eine Entsorgungsstation seht, damit man eben nicht jetzt auf den Tag dann immer quasi die Ressourcen
ausschöpfen muss. Wir haben genau gelernt, dass wir alle Ressourcen, die wir können, auffüllen und entleeren, sobald es geht. Wir haben da immer mal wieder Geschichten quasi erlebt. Wir haben gesagt, na ja, in die Toilette geht noch ein bisschen rein oder wir haben noch ein bisschen Wasser
übrig. Da brauchen wir jetzt noch nicht tanken. Und dann kommst du zunächst in Fähr- und Entsorgung und dann ist zum Beispiel die Versorgung gesperrt oder die Entsorgung gesperrt oder die Versorgung liefert gerade kein Wasser und deswegen nutzen wir jede sich uns bietende Möglichkeit und wenn man natürlich aber länger autark stehen möchte, Also wir können das mit unserem Wohnmobil ganz entspannt auf zwei Wochen ausreizen. Dann sollte man natürlich ganz besonders vorher nochmal
alles auffüllen und entleeren. Dann gibt es ja auch noch die etwas exotischeren Modelle. Ich denke da an Verbrennungs- und Zerhackertoiletten. Letztere finde ich tatsächlich so eklig, wie es sich anhört. Magst du da mal kurz was zu sagen? Wie du das so einschätzt, für normale Camper braucht man sowas? Die sind ja auch ziemlich teuer. Also eine Zerhacker-Toilette, ich weiß gar nicht, ob die heute noch sehr viel verbaut werden, wahrscheinlich eher in größeren Mobilen. Wir fahren ja auch ein altes
Liner-Modell, einen alten Clou-Liner. Und in dem ist zum Beispiel eine ganz normale Porzellantoilette drin mit einer Wasserspülung und die geht in einen Tank. Wir haben dann 150 Liter Toiletten-Tank. Dann gibt es Modelle, die haben da eine Zerhacker-Toilette. Also wie der Name schon sagt, werden also die Fäkalien und das Papier zerhackt und dann quasi sozusagen
verkleinert, damit sie sich besser entsorgen lassen. Bei uns funktioniert das ohne Zerhacken wunderbar, aber auch da machen wir es so, dass wir das Toilettenpapier eben getrennt entsorgen und nicht in die Toilette schmeißen, weil wir damit halt auch länger auskommen und dem vorbeugen, dass das Toilettenpapier sich halt irgendwo, wenn es dann trocken wird, absetzt und
riesige Krusten bildet. Und bei Zerhackertoiletten kenne ich nur die Horrorgeschichten, dass sich eben dieses Hackwerk auch mal zusetzt und man dann eben da rein darf und das Ganze reparieren darf. Das ist nicht sonderlich appetitlich, aber da habe ich keinerlei Praxiswissen, wie häufig das passiert. Ich denke, das wird auch sehr übertrieben häufig dargestellt, weil man natürlich nicht darüber spricht, wenn die Zagatoilette einwandfrei funktioniert, sondern nur, wenn eben sie nicht mehr
funktioniert. Und was hattest du noch an weiteren exotischen Toiletten gerade angesprochen? Die Verbrennungstoilette, das wäre ja so mein Favorite, wenn ich ehrlich bin, weil da hast du halt wirklich dann nur noch ein Häufchen Asche. Die funktioniert so, dass alles, was reinkommt, mit ja, per Gas quasi. Ich glaube, Gas und einen Tacken Strom braucht man dafür.
Das wird dann verbrannt. Am Ende zieht man eine Schublade raus und hat dann, wie beim Wohnzimmerkamin im Prinzip halt, ja so ein Häufchen Asche, was man dann im Endeffekt überall eigentlich entsorgen kann. Es ist dann halt, ja wie wenn ich mit dem Holzkohlegrill irgendwas gemacht habe. Ja, ist im Prinzip eigentlich, wie man so schön sagt, die perfekte Lösung. Hat halt zwei entscheidende oder entscheidende Nachteile oder sogar drei. Nachteil 1, sie ist sehr teuer. Nachteil Nummer 2, sie ist sehr
schwer. Und Nachteil Nummer 3, sie braucht entweder sehr viel Gas oder sehr viel Strom. Also die gibt es auch als Variante mit Strom. Das ist dann eher für Ferienhäuser oder sowas gedacht. Und ich brauche halt immer so kleine, ich sag mal wie große Filtertüten, so Papiertütchen, die ich quasi vorm Geschäft reinlegen muss. Ich habe also auch ein bisschen Kosten, was Verbrauchsmaterial angeht. Aber an sich eine sehr, sehr coole und saubere Lösung, wenn man denn genügend
Strom und Gas dabei hat. Ich glaube aber für die meisten ist, wenn sie nicht mehr die Chemie-Toilette nutzen möchten, dann eher, glaube ich, die Trockentrenntoilette, die bessere Alternative, weil sie deutlich günstiger ist. Man kann sogar, wenn man handwerklich ein bisschen interessiert ist, die selber bauen. Also dann braucht man nur diesen Einsatz kaufen und kann sich quasi drumherum alles selber bauen und man kommt preislich wesentlich günstiger weg und
ist einfach damit einfacher am Ziel. Ja, das wäre definitiv auch unsere Lösung, wenn wir irgendwann mal einen Umbau planen. Weil wir merken halt auch bei uns, dass die Kassette, wenn man mal ein paar Tage frei steht mit zwei Personen, doch zügig an die Grenzen kommt. Und dann kennt ihr das ja auch immer, losfahren, Entsorgungsstation suchen und so weiter. Das ist schon manchmal ein bisschen lästig. Also
wir haben es, das kann ich sagen, ist ja die gleiche Toilette. Wir haben es durch sozusagen nicht reinschmeißen von Toilettenpapier und zurück oder weniger Verbrauch von Spülwasser auf vier maximal fünf Tage geschafft. Ja, da liegen wir auch ungefähr. Wenn man dann noch mit Sanitärzusätzen arbeitet, die das Ganze ein bisschen zersetzen, Also und da meine ich explizit nicht die Chemiebomben, sondern da gibt es andere Zusätze, die können wir euch auch in den Shownotes verlinken.
Das sind natürliche Zusätze, die auch die Umwelt nicht so belasten, die aber sehr sehr gut vor allem die Fäkalien eben in die Einzelbestandteile zerlegen und auch schon dann nach ein paar Tagen anfangen, so ein bisschen zu kompostieren, dann kommt man da auch ein bisschen länger mit hin. Wir haben in unserer Chemietoilette die letzten zwei Jahre, als wir sie noch hatten, gar keine Chemie mehr
reingepackt. Wir hatten aber auch so eine Soganlage drin, also da ist dann quasi am Ausgang der Kassette ein kleiner Lüfter, der die Luft sozusagen absaugt, immer dann, wenn ich die Toilette offen habe und damit quasi die Gerüche absaugt.
Und wenn jetzt nicht gerade fünf Tage lang die Sonne mit voller Kraft auf die Kassette geschieden hat, dann hat das auch, also nicht gerochen, wäre geschwindelt, aber extrem wenig gerochen, sodass es nicht störend war und man quasi diesen kleinen Nachteil in Kauf genommen hat, weil wir damit halt ohne Chemie ausgekommen sind. Ach, über das Thema Toiletten, da könnte man sich noch mal in einer ganz eigenen Folge auslassen. Ich glaube, das werden
wir wahrscheinlich auch machen, oder Sebastian? Damit wir jetzt hier auch noch zu den nächsten Themen kommen. Das ist auf jeden Fall sinnvoll. Genau neben Toilette haben wir ja noch verschiedene Autarkie-Themen, die wichtig sind. Genau, dann würde ich nämlich jetzt direkt mal zum nächsten Thema überleiten wollen. Gas, ganz wichtiges Thema für viele, die natürlich auch kochen und heizen möchten. Und dann
das Thema Energie, also Strom. Beide ist mir klar, sind natürlich stark davon abhängig, welche Verbraucher ich nutzen will, was wie meine Lebensgewohnheiten so sind. Aber kann man vielleicht irgendwie den Hörern, die damit noch nicht so viel Erfahrung haben, ein paar Werte mit auf den Weg geben? Wie würdest du das einschätzen, Sebastian? Also wir können ja mal beim
Thema Strom anfangen. Das war die erste Sache, die wir autark gemacht haben, sage ich mal, in unserem ersten Wohnmobil, weil wir wussten, wir werden viel unterwegs sein, wir werden viel arbeiten müssen und brauchen eben Strom. Und auch da beim Strom ist es halt so, ich kann natürlich zum einen Strom sparen. Das haben wir getan, indem wir zum Beispiel alle Lampen in unserem
Wohnmobil, es war auch ein älteres Modell, auf LED umgestellt haben. Von den alten Halogenen und teilweise sogar Leuchtstoff, kleine Leuchtstoffhörer haben wir umgestellt auf LED. Das hat schon mal eine gute Ersparnis gebracht. Und dann haben wir eben geschaut, was sind denn unsere großen Stromverbraucher,
was kann man da noch reduzieren. Und für uns eine Sache, die sehr gut funktioniert hat, weil wir auch nicht so ein riesiges Wohnmobil vorher hatten und damit auch nicht unendlich viel Strom dabei haben konnten, dass wir zum Beispiel einen Absorberkühlschrank drin hatten, also der eben nicht nur auf Strom, sondern auch auf Gas läuft und damit für uns wesentlich effizienter war, weil zwei Gasflaschen hatten wir sowieso dabei,
das war also eine Möglichkeit. Und ansonsten, autark zu sein mit Strom, bietet sich natürlich, je nachdem wo ich hinfahre, gerade wenn viel die Sonne scheint, an Solarpanels, entweder fest montiert auf dem Dach oder auch als tragbares Panel, was ich daneben stellen kann und entsprechende Batterien, die halt die Energie speichern, sodass ich auch eben im Dunkeln abends oder eben auch bei schlechtem Wetter eine Weile über die
Runden kommen kann. Und da gibt es auch noch eine Anleitung bei uns auf CamperStyle, damit habe ich quasi meine ersten oder meinen ersten Autarkausbau dokumentiert. Damit habe ich unseren ersten Autarkausbau dokumentiert und dort haben wir mit zwei Solarpanelen auf dem Dach und zwei Batterien für einen überschaubaren Betrag quasi eine autarke Solaranlage für uns geschaffen, mit der wir unendlich
lang stehen konnten. Und die einzige Einschränkung war tatsächlich nach 14 Tagen Regenwetter und viel Arbeiten, Dann mussten wir mal an Strom und Landstrom tanken, weil dann haben die Batterien halt einfach nicht mehr ausgereicht. Ihr habt ja zusätzlich zum Panel auf dem Dach auch noch eine faltbare Lösung. Ja, die haben wir uns irgendwann angeschafft, weil wir eben festgestellt haben, wenn wir viel im Süden unterwegs sind und Strom produzieren wollen, müssen wir in der Sonne
stehen. Wenn man aber in der Sonne steht, dann wird das Wohnmobil sehr warm und es ist keine sinnvolle Kombination. Und deswegen haben wir uns irgendwann noch ein kleines tragbares Panel angeschafft, was eben zusammengefaltet werden kann, was auch leicht ist und das Ganze mit einer 10 Meter langen Kabel versehen und das konnten wir dann quasi jederzeit in die Sonne stellen, während das Wohnmobil im Schatten war und auch unsere Batterien laden. Und in Tagen mit schlechten Sonnenlicht hat man
halt einfach die Ladekapazität nochmal erhöht. Und das Ganze kann man zum Beispiel, so Lösungen gab es damals noch nicht, beziehungsweise sie waren sehr sehr teuer, kann man zum Beispiel auch mit Stromkoffern
mittlerweile sehr gut kombinieren. Also das sind quasi tragbare Batterien inklusive Laderegler und auch Wechselrichter, so dass ich also an diese Geräte ja direkt meine mein Bordnetz anschließen kann oder auch direkt meine Verbraucher anschließen kann und quasi eine sehr mobile Lösung auch habe, die ich halt jederzeit mitnehmen kann. Also das wäre damals auch schön gewesen, wenn es das schon gegeben hätte in dem Maße und bezahlbar wie es heute ist.
Was hältst du von Generatoren? Die sieht man ja bei den Wohnmobilisten auch immer mal wieder beziehungsweise man hört sie. Ja, für mich ist das nervig, weil wie du schon sagst, man hört sie und wir meiden deswegen Ansammlungen von vielen Wohnmobilen, gerade beim Freistaat und auf kostenlosen Plätzen, weil wir wissen, Da ist immer einer dabei, der abends und gerne auch mal nachts seinen Generator laufen lässt. Ich mag die Dinge überhaupt nicht, weil sie einfach nerven und andere stören.
Und setze komplett auf Solar und bin damit halt auch autark. Die Generatoren haben natürlich, und das will ich auch nicht verschweigen, den Vorteil, die kaufe ich mir, stelle sie raus, packe ein bisschen Benzin rein und habe Strom. Ja, das ist sehr einfach. Ich persönlich bin aber kein Freund von meine Nachbarn, meine Umwelt mit Lärm zu nerven. Ginge mit einer Brennstoffzelle leiser, aber da sage ich gleich noch beim Thema Wohnwagen was dazu, weil die haben wir ja
natürlich an Bord. Dann sind wir ja glaube ich mit Strom jetzt soweit durch. Ich würde gerne noch mal über das Thema Gas sprechen, weil das ist auch eine Frage, die bei uns ganz, ganz häufig in den Communities kommt. Wie viel Gas braucht man, für welche Zwecke? Wie sieht es im Winter aus? Vielleicht wollen wir da noch eben kurz mal das Thema anreißen. Klar. Also Gas sparen kann man natürlich genauso wie andere Ressourcen auch im Wohnmobil.
Wenn man halt einfach guckt, wofür brauche ich viel Gas und eigentlich die Hauptverbraucher sind Kühlschrank. Wenn ich eben einen Absorberkühlschrank habe, sind die Kochmöglichkeit, der Herd und eben die Heizung. Und beim Kochen und beim Kühlschrank ist es immer etwas schwierig zu sparen, weil da brauche ich halt einfach das Gas. Heizung ist natürlich eine Geschichte, die kann man weniger laufen lassen. Man muss vielleicht nicht immer das Wasser mit erheizen, kann auch oftmals einfach
mit Kalbenwasser auskommen. Und das sind also Sparmöglichkeiten. Ansonsten haben wir alle oder sehr viele Campingfahrzeuge so diese zwei Standard Gasflaschen, entweder die größeren 11 Liter Flaschen oder auch die kleineren. Und da kann ich zum Beispiel eine Optimierungsmöglichkeit nutzen, gerade wenn ich viel ins Ausland fahre, dass ich mir da eben zum Beispiel eine Gastankflasche einbauen lasse. Da sollten wir aber, glaube ich, auch mal eine eigene
Folge zu machen. Oder wenn ich das nicht möchte, dass ich dann eben gucke, wenn ich viel und lange im Ausland bin, ob ich mir dann vielleicht eine ausländische Gasflasche mit rein stelle. Also wir haben zum Beispiel, als wir viel in Spanien waren, immer eine spanische und eine deutsche Gasflasche drin gehabt und dann entsprechende Adapter und haben dann auch an manchen Stellen Möglichkeiten gefunden, die deutsche Flasche eben ausfüllen zu lassen, so dass wir immer
auch Gas hatten. Ich denke zum Thema Gas werden wir auch noch mal eine eigene Folge machen, wo wir da ein bisschen detaillierter drauf eingehen können. Ansonsten wie gesagt kann man versuchen immer zu sparen oder mehr mitzunehmen. Ein richtiger Gastank ist natürlich auch noch eine Möglichkeit. Das haben wir jetzt in unserem Clueliner drin. Damit 90 Liter Gastank. Damit sind wir natürlich noch viel flexibler und noch viel autarker.
Und noch was zum Verbrauch. Also wir haben es geschafft, mit so einer 11-Kilo-Gasflasche durchaus ein halbes Jahr auszukommen. Im Sommer, wenn wenig geheizt werden musste, wenn wir wenig warmes Wasser brauchten. Im Winter, wenn es kalt ist, ist es auch schon mal passiert, dass die Gasflasche nach drei oder vier Tagen leer war, weil wir einfach so viel heizen mussten. Bei uns ist die noch schneller leer, glaube ich, weil
ich immer so eine Frostbeule bin. Also ich glaube, wir kommen so zwei, maximal drei Tage mit einer Elf-Kilo-Flasche aus, wenn ich das richtig im Kopf habe. Obwohl unser Wohnwagen kleiner ist, also da muss ich dann wohl nochmal an mir arbeiten. Ja, oder öfter Gas kaufen gehen. Oder öfter Gas kaufen gehen, genau. Ja, Nele, jetzt haben wir über Wohnmobile gesprochen und Eutachie. Jetzt seid ihr dran. Wie sieht es denn mit dem Wohnwagen aus? Ja, beim Wohnwagen ist man in den
Möglichkeiten ein kleines bisschen eingeschränkter. Wohnwagen sind ja eigentlich für Aufenthalte auf dem Campingplatz konzipiert, nach wie vor. Auch wenn immer mehr Leute so unterwegs sind wie wir und ein bisschen freier sein möchten. Aber das ist wirklich zu beobachten, dass die Wohnwagen eigentlich nicht fürs Freistehen ausgelegt sind. Deshalb gibt es da meistens von Haus aus keine Bordbatterie, auch nur
eine Kassettentoilette, wie bei den meisten Wohnmobilen auch. Und beim Wohnwagen kommt noch erschwerend hinzu, dass es halt ziemlich kleine Wasser- und Abwassertanks gibt, normalerweise bis maximal 40 Liter, selbst wenn man sich die größtmöglichen Modelle irgendwie ab Werk mitbestellt. Aber natürlich gibt es auch da Möglichkeiten, noch ein bisschen nachzurüsten. Und welche Möglichkeiten gibt es da zum Beispiel?
Also zum Beispiel, wenn man sich sowieso einen Mover zulegt, also dieses Gerät, mit dem man den Wohnwagen per Fernbedienung einrangieren kann, kann ich mir zum Beispiel gleich eine leistungsstärkere Batterie mit einbauen lassen, weil der Mover braucht sowieso eine Batterie. Da werden üblicherweise dann so kleinere Lithium-Ionen-Teile eingebaut. Ich kann aber auch direkt eine Batterie nehmen, die ein bisschen mehr kann.
Und das geht auch häufig schon ab Werk. Also da kann ich mir dann bei verschiedenen Wohnwagenherstellern die Leistungsfähigkeit der Batterie auswählen. Und da würde ich dann immer an die obere Grenze gehen. Solar geht natürlich auch auf dem Wohnwagendach, sofern genügend Platz vorhanden ist oder eben als faltbare Lösung, wie ihr die habt. Oder was wir an Bord haben, ist eine Methanol-Brennstoffzelle. Die kann man auch mit einer Solaranlage oder mit einem faltbaren Solarpanel
kombinieren. Und da ist man dann wirklich sehr, sehr, sehr autark, sowohl bei gutem als auch bei schlechtem Wetter. Also das wäre eigentlich so gedanklich langfristig unsere Ideallösung. Wir haben das Modell von efeu. Das ist glaube ich auch meines Wissens das einzige Modell, was eben für Wohnwagen oder Boote oder Wohnmobile konzipiert wurde. Das ist eine sehr, sehr coole
Lösung, weil sie völlig wetterunabhängig funktioniert. Das heißt, man kauft da Methanol-Tankpatronen, schließt die an und die Brennstoffzelle erzeugt immer dann Strom, wenn die Spannung der Bordbatterie abfällt. Wenn man die jetzt aber alleine laufen lässt dauerhaft, geht es schon ein bisschen ins Geld, weil die Methanol-Kartuschen mit ungefähr 40 Euro für 10 Liter ein bisschen teuer werden, wenn man das mal in Kilowatt und Leistung umrechnet.
Deswegen wäre eben, wie gesagt, die Koppelung von Efeu und Solarpanel hier ideal. Aber ansonsten wirklich eine Lösung, die uns jetzt auch bei unseren langen Touren immer sehr, sehr weitergeholfen hat, weil auch nicht jeder Campingplatz immer Landstrom in erreichbarer Nähe angeboten hat, beziehungsweise manchmal war es auch sehr teuer, an Landstrom zu stehen. Und wir wollten natürlich auch die Brennstoffzelle ein bisschen austesten, wann die so an ihre Grenzen kommt.
Da gibt es auch einen eigenen Testbericht zu, den würde ich euch auch noch mal mit in die Show Notes packen. Und ihr wechselt ja jetzt euren Wohnwagen Irgendwann, wenn ihr wieder zurück in Deutschland seid und das wieder mit dem Camping losgeht, nehmt ihr die Brennstoffzelle dann mit? Ehrlich gesagt wissen wir das noch nicht genau. Das Modell, was wir jetzt drin haben, ist ja eine Dauerleihgabel von der Firma Efeu. Und da müssen wir jetzt erstmal mit denen sprechen und auch gucken, was wir dann
tatsächlich an Platz und Gewichtsreserven noch haben. Die ist jetzt nicht riesig, aber nimmt natürlich schon ein bisschen Raum für sich in Anspruch. Da müssten wir mit dem neuen Wohnwagen genauer gucken, wo man die eventuell unterbringen könnte. Wenn wir die mitnehmen, würden wir sie aber auf jeden Fall mit einem Solarpanel koppeln, eben die Stromerzeugung ein bisschen günstiger zu halten. Und wenn ihr sie
nicht mitnehmt? Also unabhängig davon, ob wir sie mitnehmen oder nicht, werden wir auf jeden Fall uns auch so ein kleines Energieköfferchen mit an Bord holen. Da wissen wir auch schon welches, nämlich das Campercase von der Firma Autarka.de. Das hatten wir uns ja gemeinsam schon mal auf der Messe angeguckt, du erinnerst dich, Sebastian. Das ist eine richtig, richtig tolle Geschichte. Das Ganze gibt es in zwei Größen. Wir werden wahrscheinlich die 230-Volt-Lösung uns an Bord holen
und da sind wir echt gespannt. Also Du hast es ja schon erklärt, das ist ein kleiner Koffer, in dem alle Komponenten zur Stromversorgung verbaut sind. Da kann man eben auch ein Solarpanel anschließen. Man kann es aber auch über die Lichtmaschine beim Zugfahrzeug oder beim Wohnmobil laden, wenn man unterwegs ist. Und wir glauben, dass wir für unsere Touren sogar alleine damit eventuell hinkommen könnten, weil die Möglichkeit eben, das Ganze über verschiedene Varianten wieder
zu laden, Die sind echt super. Und das werden wir nächstes, also jetzt, ich sag immer nächstes Jahr, jetzt in der Saison, sobald wir wieder loskommen, werden wir das ein bisschen ausgiebiger testen und dann natürlich auch darüber berichten.
Das ist ja generell eine ziemlich coole Lösung für entweder kleinere Fahrzeuge, wo ich nicht so viel Platz habe, also Campingbusse, auch Minicamper, PKWs oder sogar beim Zelten Und natürlich auch für Menschen, die halt jetzt keinen großen Umbau im Wohnmobil machen möchten oder die sich vielleicht auch immer mal was leihen oder ein Fahrzeug leihen, was nicht autark ist. Also da kann man das halt wunderbar mitnehmen. Wir haben uns das ja, wie du schon sagtest, auf dem
Caravansalon eben angeschaut und auch ein Video davon gemacht. Das würden wir dann auch noch mal hier in den Show Notes verlinken. Ja, dann haben wir glaube ich jetzt das Thema Stromerzeugung im Wohnwagen auch schon mal so ein bisschen umrissen. Ich würde noch mal kurz auf die Wasserproblematik zurückkommen, weil die ist für mich im Wohnwagen eigentlich die entscheidende. Strom und Gas und alles kann man
auch im Wohnwagen ganz gut lösen. Was aber wirklich schwierig ist, ist sich mit ausreichend Frischwasser zu versorgen und auch die Entsorgungsgeschichte. Ich hatte ja vorhin schon gesagt, ab Werk werden meistens maximal 40 Liter Tanks angeboten. Beim Abwasser hat man sogar nur so ein Abwassertaxi, so ein kleines. Das serienmäßige misst, glaube ich, 24 Liter, wenn überhaupt.
Und da kann man sich vorstellen, wenn man da zu zweit oder sogar zu mehr Leuten unterwegs ist, da kannst du mehr oder weniger alle zwei Tage spätestens mit deinem Taxi über den Platz rollen. Und wir hatten bislang eine Kombination aus 40 Liter Wasser und einem größeren Abwassertaxi, was auch 40 Liter maß. Aber auch das hat für unsere Touren nicht ausgereicht. Deshalb ist jetzt die Planung, dass wir im neuen Wohnwagen entweder gleich 42 Liter oder einen
40 und 20 Liter Frischwassertank einbauen. Auch da müssen wir noch schauen, wie es mit dem Platzangebot aussieht. Aber so ungefähr haben wir es schon ein bisschen geplant. Also mindestens 60 Liter Frischwasser plus dann ein paar mobile Kanister werden wir auf jeden Fall mitnehmen können. Und beim Abwassertank, das ist tatsächlich ein bisschen komplexer.
Es gibt zwar Tanks, die du unterm Wohnwagen verbauen kannst, aber das ist immer ganz stark abhängig davon, wie zum Beispiel die Achse gebaut ist, wo der Mover sitzt und wie es überhaupt im Unterbau aussieht, im Fahrwerk. Und da haben wir jetzt geplant, uns eventuell ein Marke-Eigenbauröhren-System zu bauen. Das hatte ich neulich mal in einer Wohnwagengruppe gesehen. Das hatte irgendein findiger Handwerker sich gebaut. Da war ich
total begeistert von. Also das sind diese ganz normalen PVC-Rohre, die man auch von anderen Leitungen her kennt, also von anderen Wassersystemen. Und darin kann man eben dann bis zu 40 oder mehr Liter Wasser auch auffangen. Also da bin ich gespannt. Das wird dann der Halil machen müssen. Das ist ja so ein Bastler. Ich gucke dann zu und gebe Anweisungen. Da hast du auch aber gerade noch ein spannendes Thema angesprochen, was ich vorhin noch gar
nicht erwähnt habe. Mehr Ressourcen mitnehmen geht natürlich sehr, sehr häufig auch aufs Gewicht und da bin ich dann halt eben mit manchen Fahrzeugen, sei es jetzt ein Wohnmobil oder auch ein Wohnwagen, auch ein bisschen begrenzt. Also da muss man eben auch dann nochmal schauen. Und wenn ich quasi einfach nicht mehr Zuladung mitnehmen kann, dann kann ich mir auch keinen
größeren Wassertank einbauen. Und dann muss ich eben schauen, dass ich halt spare oder dass ich eben andere Dinge weglasse, mehr Wasser mitnehmen zu können. Also das ist, denke ich, auch noch mal ein ganz wichtiger Punkt. Ja, also gut, dass du es jetzt nochmal so explizit erwähnt hast. Für mich ist es immer schon so klar, dass man natürlich immer die Zuladungsreserven im
Blick behalten muss. Ich denke, das wäre auch ganz schlau, auch hier nochmal eine eigene Folge zu machen zum Thema Wohnwagen, Wohnmobil beladen, zum Thema Zuladung. Was bedeuten die ganzen Fachbegriffe eigentlich? Wo muss man auf Gewichtsgrenzen achten? Sebastian, das notieren wir uns gleich mal, oder? Auf jeden Fall. Sehr gut. Dann haben wir heute wieder lange geplaudert. Ich denke, zu dem Thema Autarkie gibt es sicherlich ganz viele Fragen
von euch. Die könnt ihr uns natürlich wie gewohnt an podcast-at-camperstyle.de schicken. Oder auch in die Kommentare setzen. Wenn ihr euch auch dazu noch mal spezielle Folgen wünscht, über das hinaus, was wir schon gesagt haben, was wir eingeplant hatten, dann meldet euch auch gerne bei uns. Wir freuen uns über jede Themenanregung und über jeden Kommentar. Ja, ich kann mich auch nur bedanken, dass ihr uns wieder zugehört
habt. Wir freuen uns, wenn ihr unseren Podcast über iTunes anhört, wenn ihr den vielleicht bewerten würdet, wenn er euch gefallen hat und wenn er euch nicht gefallen hat, dann uns vielleicht mal eine Mail zu schreiben, was wir auch aus eurer Sicht verbessern können. Wir sind natürlich auch immer daran interessiert, den noch besser für euch zu machen, denn wir machen das ja hier, damit ihr was mitnehmen könnt und ich hoffe, ihr konntet viel mitnehmen.
Ja, dann bleibt mir, euch Tschüss zu sagen, viel Spaß beim Camping zu wünschen und wir hören uns in der nächsten Woche wieder. Tschüss, viel Spaß und gute Reise. Tschüss.
