Hallo und herzlich willkommen zu Camperstyle, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele und heute wieder mal ohne Sebastian im Studio, dafür aber mit Christiane. Und Christiane kennt vielleicht der ein oder andere von euch schon. Und zwar, weil sie uns vor gar nicht allzu langer Zeit ein sehr ausführliches Feedback geschickt hatte. Das haben wir auch in einer Hörer- Feedback-Folge
vorgetragen. Ich glaube, ich sage nicht zu viel, wenn ich sage, dass Sebastian, der es vorgelesen hat, da wirklich sehr zu kämpfen hatte. Ich habe im Hintergrund sowieso geheult, ich konnte gar nichts vorlesen. Also hört da gerne noch mal rein, wenn ihr Christiane aus der Ecke noch ein bisschen kennenlernen wollt. Und ja, ansonsten würde ich sagen, Christiane, herzlich willkommen. Stell du dich doch bitte einmal vor. Wer bist
du? Wie bist du unterwegs? Und so weiter, was die Leute eben interessieren könnte rund das Thema von heute Camping mit Behinderung. Hallo, ich bin Christiane. Ich verreise wahnsinnig gern mit meinem Mann Andre, mit meiner Tochter Annalena und unserem Hund Peppercatulus. Wir sind seit zehn Jahren ungefähr unterwegs mit unserem Wohnmobil, aber vorwiegend
im skandinavischen Raum. Ich bin zu 100 Prozent schwerbehindert, habe die Pflegestufe 3 und mein Mann macht trotzdem alles, mir noch die Welt zu zeigen. Und auch wenn dann einer ziehen muss, unter anderem muss schieben, damit ich ein- und aussteigen kann, aber ich bekomme mit meinen vier Kisten Medizin, meinem Rollator, mein Sauerstoffgerät, alles ins Wohnmobil und deswegen denke ich, dass campen mit einem Wohnmobil für Behinderte das Beste ist, was mich
betrifft. Wir können essen, wann wir wollen. Und wir können tun und machen, was wir wollen. Wir müssen nicht 7.30 Uhr beim Essen sein, geschniegelt und gestriegelt. Es geht ganz nach unserem Wunsch und nicht nach dem, wo wir reisen. Meine Erkrankten zu beschreiben, das ist eine Autoimmunerkrankung, so ähnlich wie MS. Dann wissen die meisten Bescheid. Äußerlich kann man was sehen, aber im Defekt. Der Körper, die Sprache, die Bewegung, die machen halt nicht immer das, was man will.
Also so bin ich Diabetes, Diabetikerin und auch Klasser-Patientin, per sich damit ausgehend. Unterwegs sind wir mit einem Malibu, Das ist ideal für uns. Davor hatten wir ein Hobby Siesta. Der war erst gut, wo wir dachten, das ist es, hat sich dann aber nicht bewährt. Und 2014 hatten wir das erste Wohnmobil gekauft, ein LMC. Das war ein totaler Fehlkopf. Das ist eigentlich gut zu mir. Da hast du eigentlich schon praktisch alles thematisiert, was ich jetzt sonst noch
abgefragt hätte. Vielen Dank dafür. Ich glaube, zu den Fahrzeugen kommen wir dann an einem späteren Punkt noch mal, wenn wir über die Themen Barrierefreiheit, Behindertengerechte Ausbauten und so weiter sprechen. Ich möchte nur noch mal kurz nachfragen, weil es vielleicht nicht nur mir, sondern auch anderen nicht ganz klar ist, was bedeutet denn Pflegestufe 3? Es gibt fünf Pflegestufen. Die erste Pflegestufe ist halt nur für Demenz. Und die anderen Pflegestufen
heißen immer mehr Beeinträchtigung. Wie Pflegestufe fünf ist dann nur im Bett liegen und nichts können. Die drei heißt, dass ich selbst alleine gar nicht mehr zurückkommen würde. Wenn ich hinfalle, ich kann nicht alleine aufstehen, ich brauche Hilfe dazu. Wenn ich gerade einen akuten Schub habe, kann ich gar nichts. Also ich sag mal so Essen machen, aufstehen auf Toilette, gar nichts. Oder wenn ich Cluster habe, brauche ich jemanden, der mir mein
Sauerstoffgerät anschließt, wenn ich zu spät dran bin. Also die drei ist sozusagen die Mitte. Man kann nicht mehr arbeiten, man darf nicht mehr arbeiten, man kann das auch gar nicht mehr. Man kann einiges ja wohl noch alleine. Also ich, ich sag mal so am PC, das habe ich gelernt. Das ist immer noch das, was ich hinkriege. Aber so einkaufen gehen oder in Gesellschaft gehen kann ich nicht.
Und wir hatten ja im Vorgespräch uns darauf verständigt, dass ich dich auch zu deiner Behinderung, Beeinträchtigung ausquetschen darf, weil uns das Thema eben sehr am Herzen liegt. Und damit wir alle das auch besser verstehen, was das für dich auch konkret auf den Reisen dann bedeutet. Was sind denn die Cluster, von denen du sprichst? Ich kenne Cluster Kopfschmerzen. Genau, das ist Cluster Kopfschmerz, Das meine ich.
Das heißt nicht umsonst Selbstmordkopfschmerz. Das sind Schmerzen, da würdest du alles tun, nur in diesem Moment keine Schmerzen zu haben. Es ist ein wahnsinniger Druck im Kopf. Du denkst bei einem Cluster-Kopfschmerz, es platzt alles, Es springt alles raus, das Gehirn kommt aus den Ohren gequetscht. Und für diese Momente hab ich dann Notfallspritzen. Und
wenn die Spritzen nicht reichen, gibt es noch extra so Nasenspray. Das ist nicht gegen Schnupfen, sondern das sind Triptane, die man spritzt, und dann hab ich eben meinen Sauerstoff. Und es hat lange gedauert, bevor man das gefunden hat, weil Cluster geht auf die ganze Seite. Es wurde beim Augenarzt alles untersucht. Die Zähne wurden alle gemacht, das Ohr wurde untersucht. Und immer solche Schmerzen. Bis man in der Charité in Berlin gefunden hat, dass es Klasse ist. Da hat
keiner dran gedacht. Und da weiß man nicht genau, wie das entsteht bis heute. Das sind diese Entzündungen im Gehirn, die das auslösen. Und ein bisschen Stress und ein bisschen dies und das. Manchmal kommt es aus heiterem Himmel und manchmal gibt es auch richtige Schübe. Und ich hatte auch schon mal ein Jahr, wo nichts war. Aber
verlassen kann man sich darauf nicht. Das heißt, und darauf kommen wir ja auch gleich noch zu sprechen, du musst auch, wenn du auf Reisen gehst, immer auf alle Eventualitäten wahrscheinlich vorbereitet sein, richtig? Genau. Ich habe vier Kisten mit Medizin. Das darf man gar nicht erzählen. Aber es ist alles damit abgesichert. Ich möchte mich auch frei in Urlaub bewegen können, ohne Angst zu haben. Ich habe für zu Hause eine 10-Liter-Flasche Sauerstoff, für unterwegs habe ich zwei
2-Liter-Flaschen. Und die Apparatur noch mal extra dazu. Ich habe meine Tritane mit, ich habe mein BTM mit, Thylidin. Anders wäre das gar nicht möglich. BTM für die, die sich damit nicht so auskennen, ist Betäubungsmittel. Also das Hochprozentige unter den Medikamenten sozusagen. Ja, Es ist ein sehr schönes Zeug, muss ich ehrlich sagen. Aber ich habe meiner Ärztin auch hochunheilig geschworen, dass ich damit sinnvoll umgehe, weil sonst würde ich es
nicht so frei kriegen. Aber damit weiß ich, ich bin abgesichert gegen jede Eventualität. Und wir können beruhigt losfahren. Und das gibt mir viel. Und das könnte ich nicht, wenn ich mit dem Flugzeug fliege, da kriege ich den Sauerstoff nicht rein, weil es ja eine Druckgasflasche ist. Alles so eine Sache, Betäubungsmittel an der Grenze, naja wenn du jetzt in der Türkei fliegen würdest, dann weißt du, dass du nie wieder nach Hause kommst.
Und Türkei lassen wir aus. Aber ich sag mal so, habe ich das alles mit und bin beruhigter. Das ist schon schön. Bevor wir gleich in diese ganze Thematik der Vorbereitungen einsteigen, vielleicht nochmal so ein bisschen Hintergründe auch für die Leute, die uns zuhören, warum wir uns heute getroffen haben. Also Wir waren ja jetzt immer mal wieder in Kontakt, dann nach deiner Auftakt-E-Mail, die uns ja, wie gesagt, sehr berührt hat.
Und haben dann gesagt, Mensch, das wäre doch eigentlich ganz schön, wir haben dieses Thema Camping mit Handicap oder überhaupt Handicaps auch in der Gesellschaft, Das schwirrt uns immer wieder im Kopf herum. Wir haben aber zu wenig persönliche Anknüpfungspunkte damit. Weil wir selber, wir haben keine Beeinträchtigungen.
In der Familie ist auch niemand, den man da mal fragen könnte. Und gerade beim Thema Camping haben wir halt immer so das Gefühl, ähm, dass die Branche noch weiter hinterher ist, als die Gesellschaft sowieso schon hinterher ist, was das Thema Barrierefreiheit und Inklusion und so weiter angeht. Und deswegen haben wir gesagt, in einer unserer zahlreichen Mails, die da hin und her gingen, können wir ja vielleicht mal was
zusammen im Podcast machen zu diesem Thema. Und du hattest dich eben bereit erklärt, und es freut mich sehr, da ganz offen drüber zu sprechen. Nicht nur, so zu erzählen, was du selber machst, was vielleicht auch andere Menschen dann unterstützen kann in eigenen Vorbereitungen, sondern überhaupt mal Mut zu machen, Menschen, die auch unter einer Beeinträchtigung leiden, zu sagen, Mensch, ich packe es jetzt einfach, weil die Christiane, die hat
das ja auch geschafft, die macht das ja auch. Also, dass man einfach auch so ein bisschen über deine Geschichte die Leute motiviert, es einfach mal auszuprobieren und zu zeigen, dass man mit der richtigen Herangehensweise und mit der richtigen Vorbereitung das durchaus auch umsetzen kann. Lile, weißt du, behindert sein und eine Behinderung haben, Es sind ganz große Unterschiede. Jemand ist behindert, der allein schon eine Brille trägt. Oder ein Hörgerät. Mhm.
Der ist auch behindert. Es gibt solche Leute wie mich, die noch was können, aber trotzdem nicht mehr alleine. Und es gibt solche, die gar nichts mehr können, die wirklich den ganzen Tag im Bett liegen. Oder wenn jemand zum Beispiel campt, der Dialyse-Patient ist, gibt es ja jetzt schon Campingplätze mit Dialyse-Einrichtungen. Das finde ich echt super. Also für den ist es schietegal, ob da ein Berg ist oder ein Hang runtergehen muss zum Wasser, weil den das nicht beeinträchtigt.
Aber der braucht zum Beispiel Dialysischätzung. Ich kann nicht irgendwo sein, zum Beispiel am Gardasee, das hat mir wahnsinnig weh getan, ich konnte nicht runter zum Wasser, weil das so steil runterging. Das ist dem shitty gar. Also Behinderung ist nicht gleich Behinderung. Der eine kann schlecht sehen, der braucht jemanden, der ihn begleitet, aber der kann 100 Stufen hoch gehen vielleicht. Also man kann
Behinderung nicht alle so über einen Kopf scheren. Und ich sage, so wie ich vorhin gesagt habe, egal ob du eine Brille trägst oder ein Hörgerät, dann bist du schon behindert. Jetzt haben wir ja schon mehrfach mit verschiedenen Begriffen uns geworfen, also behindert, handicap, Mitbehinderung. Was sind denn die Begrifflichkeiten? Ich denke, da tickt auch jeder ein bisschen anders, aber welche würdest du denn verwenden und von welchen würdest du dich irgendwie verletzt oder
ausgegrenzt fühlen? Also ich habe da kein, ich selbst persönlich, habe da keinerlei Probleme, egal wie man das ausdrückt. Ist aber auch, weil man mir das nicht sofort ansieht, wie zum Beispiel ein Spastiker, geben sich so sofort das an. Bei mir siehst du es natürlich, wenn du eine Weile mit mir unterwegs bist oder zusammen bist, dass es alles nicht mehr so klappt, wie man will. Aber nicht auf den ersten
Blick. Aber ich kenne das sehr wohl, dass wenn ich mit meinem Rollator gehe, ich bin ja nur etwas unschlank, das ist der erste Gedanke, ich fühle es zu sehen in den Augen der anderen, oh, die ist so dick, deswegen muss sie bestimmt am Rollator gehen. Nee, ich bin erst dick geworden, als ich krank wurde, weil ich wahnsinnig viel Cortison nehme. Aber das denke ich manchmal zu sehen, dass die anderen das denken. In der Familie albern wir darum. In der Öffentlichkeit. Ich bin ja nicht mehr so in der
Öffentlichkeit. Dass ich das hier heute mache, ist auch eine Ausnahme. Allein, weil ich euch so mag. Sonst hätte ich, glaube ich, auch nein gesagt. Aber ich selbst bin ja nicht mehr draußen. Ich bin nur noch zu Hause. Ich gehe weder zum Arzt oder zur Physiotherapie oder mit meiner Familie unterwegs. Ansonsten ist da nichts mehr. Das ist alles weg. Was mit diesen Begriffen gemeint ist, barrierefrei, behindertengerecht, rollstuhlgerecht,
im Prinzip ist alles dasselbe. Aber wichtig ist das nicht nur zu sagen, sondern wenn eine Rollstuhlauffahrt vorhanden ist, dass da nicht im Haus Treppen sind. Das bringt dann nichts. Dann kann der Campingplatz, der Stellplatz sagen, wir sind behindertengerecht. Ja, und dann hast du eine Auffahrt ins Toilettenhaus rein, und dann ist die Damentoilette zweiter Stock.
Ja, als Beispiel. Also man muss schon ein bisschen genauer gucken. Viele prahlen damit, wir sind, Und die merken das aber als Nichtbehinderte gar nicht. Also als welche, die darauf angewiesen sind, nicht gehen zu können. Ein Blinder kommt trotzdem da hoch, ein Gehbehinderter nicht. Und das mag vielleicht nicht böse gemeint sein, aber Man muss ein bisschen hinten die Ecke gucken, ob das wirklich so ist oder
nicht. Ja, das fällt uns halt auch immer wieder auf. Deswegen versuchen wir auch, dem Thema immer mal wieder, wenn es halt irgendwie geht, Raum zu geben. Bei uns ist so ein bisschen die Problematik, dass wir auch so schlecht an Informationen und an gute Beispiele kommen. Wahrscheinlich, weil es da auch so wenige von gibt. Gerade jetzt auch im Campingsektor. Und wir achten da ja selber auch drauf, wenn
wir auf Campingplätzen unterwegs sind. Und schauen uns die sogenannten barrierearmen Installationen gerne mal ein bisschen näher an. Dann findest du Sachen, die gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht sind. Wie du beschreibst, dann gibt es eine Rampe und dann gibt es eine ebenartige Dusche, aber die Armatur, also der Regler und der Duschkopf ist so weit oben, dass dann ein Mensch, der im Rollstuhl ist oder der sich zum Duschen hinsetzen muss, kommt ja gar nicht dran.
Und solche Geschichten, dass du dann denkst, ja okay, aber jetzt habt ihr schon den Anfang gemacht, aber warum wird es dann halt nicht wirklich konsequent durchgedacht? Und ich glaube, dass das daran liegt, dass es auch irgendwie, dass da zu wenig Beratung in Anspruch genommen wird, auch bei den Campingplätzen. Die machen dann was, weil sie denken, damit kann ich einen Zugang gewähren. Aber es ist keiner, der sich selber an den Rollator klemmt oder in den Rollstuhl setzt. Oder dass Beratung
angefordert wird. Es gibt ja auch Menschen, die in der Beratung für barrierefreie Ausbauten tätig sind. Für die ist das der Beruf. Die können das, aber es kostet wahrscheinlich Geld. Vielleicht wissen es viele auch gar nicht, dass es so was gibt. Aber schauen wir mal, jemand, der eben Dialysepatient ist, der kann da duschen gehen ohne Probleme. Der hat Platz sich rum, alles drum dran. Wer nicht gehen kann, der kommt mit dem nicht zurecht. Beide sind behindert. Man
kann es nie allen Menschen recht machen. Das muss ich auch sagen. Wir sind ja noch als Behinderte keine spezielle Spezies, die auf dem Thron gehört. Nein, wir sind ganz normal, nur anders. Ja, ich sehe das genauso. Ich denke aber trotzdem, dass man Menschen mit Behinderung zu wenig mitdenkt. Und zwar
gar nicht böse gemeint. Wir selber sicherlich auch. Wir haben uns auch darüber Gedanken gemacht, wie gehen wir mit unserer Webseite zum Beispiel dass Menschen, die nicht gut sehen, auch trotzdem noch Dinge sich einstellen können, lesen können, dass die Kontraste einigermaßen passen. Und dann ist dann auch immer so, ja, aber schwarz-weiß ist ja auch doof. Also, da gibt's immer wieder Diskussionen. Die Frage ist halt, was würde Suso aus seiner Erfahrung sagen?
Was könnte man tun als Campingplatzbetreiber zum Beispiel, es Menschen mit verschiedenen Behinderungen ein bisschen einfacher zu machen. Dass man nicht für jede Art der Behinderung alles vorhalten kann, ist mir klar. Das wäre ein zeitlicher und finanzieller Aufwand. Das kann nicht jeder stemmen. Aber wo wären denn so Stellschrauben deiner Ansicht nach, die das Leben für euch einfacher machen würden? Wir haben ja nur schon einen Ganztag Campingplätze befahren.
Wir stehen aber meistens, sofern es sich ergibt, frei. Dieses Freistehen mögen wir sehr gerne. Nicht auf den nächsten Meter gleich den Nachbarn, den du dann nachts husten hörst. Keiner guckt dich an, keiner chillt dich an, sondern du kannst eben auch morgens im Nachthemd rausgehen und frühstücken. Also wir stehen sehr viel alleine, aber barrierefreie Campingplätze ist definitiv wesentlich mehr geworden und ein Vorreiter würde ich sagen ist die Niederlande.
Also Was die Niederlande an Vorrichtungen hat, wo ich auch mit Rollate ins Schwimmbad gehen kann ohne Hilfe, das hast du sonst nicht so. Da ist die Niederlande wirklich... Ich meine, das ist ein flaches Land. Ja, gut, da geht es sich schon von vornherein besser. Aber die Niederlande ist wirklich, als unsere Tochter kleiner war, waren wir viel in die Niederlande,
weil ich da immer mit konnte. Jetzt, wo sie viel alleine geht oder auch Skandinavien für uns einfach schöner ist, Von der Landschaft her, von der Natur, von der Freiheit da oben, von dem Freistehen sind wir mehr in Skandinavien unterwegs. Aber barrierefreie Campingplätze sind definitiv mehr geworden. Wirklich. Und selbst ein kleiner Campingplatz, Stellplatz oben in Norwegen
hat eine Behindertentoilette. Oder ist vielleicht nicht ausgeschrieben als Behindertentoilette, aber hat eine einzelne Toilette, die richtig groß ist und ebenerdig zu begehen. Das steht beim Gleichnicht-Dranne, aber die haben schon ein bisschen weiter gedacht. Das muss nicht dranstehen, das muss einfach nur so
sein. Ja, und zumal ja auch diese ganzen barrierefreien oder barrierearmen Installationen nicht nur für Menschen mit einem Rollstuhl oder mit einem Rollator gut sind, sondern Die sind ja auch für ältere Menschen gut, die sind für adipöse Menschen gut, die sind für Menschen gut, die es mit der Bandscheibe haben. Du hattest ja vorhin gesagt, ihr seid nichts Besonderes und müsst jetzt auch nicht irgendwie
besonders behandelt werden. Aber Bei der Inklusion geht es ja nicht darum, jemanden besonders zu behandeln, sondern einfach die Ausgangsbedingungen so herzustellen, dass man eben nicht ausgeschlossen wird aus bestimmten Dingen, die man vielleicht tun könnte. Und das ist ja das, was wir immer wieder sagen. Selbst für Kinder sind barrierearme Einrichtungen besser, als wenn du überall Schwellen und Kanten und Ecken hast und
so weiter. Wie siehst du denn in, also Campingplätze haben wir jetzt gehört, siehst du eine Steigerung? Das finde ich sehr schön. Uns ist das noch nicht so aufgefallen, aber du achtest natürlich auch auf andere Sachen, als wir das tun. Was siehst du denn im Fahrzeugmarkt? Wie ist da das Angebot aufgestellt? Also beschäftigt haben wir uns schon damit. Ich muss aber auch sagen, das, wo ich ein Fahrzeug sehe, wo ich sofort sage, ja,
genau, das habe ich noch nicht gefunden. Und wenn ich diese barrierefreien Fahrzeuge sehe, die eine Rampe haben, wo du mit dem Rollstuhl oder Rollator gleich über die Rampe ins Wohnmobil kommst, sind natürlich nicht schlecht, aber das Wort barrierefrei ergibt dann immer gleich einen Preisaufschlag, den ich nicht vertreten mag. Also, da stehe ich nicht hinter und das werde ich auch nicht mitfinanzieren. Nur, das ist so wie
bei Bio, heißt lateinisch 5 Euro mehr. Und so heißt es beim Wohnmobil barrierefrei und kostet schon wahnsinnig viel mehr, was ich nicht finde, dass das rechtfertigt ist. Also beschäftigt haben wir uns, aber es gibt natürlich einige Dinge, die wir jetzt auch beim Kauf des dritten Wohnmobils beachtet haben. Eine breite Tür ist jetzt schon wichtig. Also das hätten wir nicht gedacht, wie
wichtig sowas ist, eine breite Tür, aber sonst zack zack. Aber zack zack geht nicht mehr und dann einer schiebt, einer zieht Und dann ist es wirklich von Vorteil, wenn du nirgends wo anschlägst. Also du kommst noch über die normale Trittstufe rein? Oder hast du schon eine Rampe am Fahrzeug? Nein, Rampe habe ich nicht. Aber wir haben immer einen Extrahocker mit, dass die Stufen klein sind. Dass ich eben bis zur zweiten komme, was die normale Stufe ist.
Es ist wirklich so, es zieht einer, es schiebt einer. Mögen die Leute lachen, aber ich komme mit. Ich bin drinne und komme wieder raus. Natürlich nicht alleine. Aber ich kann es noch. Das muss man doch mal sehen. Das macht mich auch stolz. Ich kann immer noch mit. Ja, und das war ja auch das, was uns so beeindruckt hat an deinen Mails, dass wir halt gesagt haben, Mensch, da spürt man eine Lebensfreude und auch noch so einen Lebenshunger und einen Hunger
nach Entdeckungen und nach Erlebnissen. Und ich finde es auch schön, dass du das heute mit uns teilst, weil das ist ja wirklich, für mich ist das was Besonderes, auch gerade in so einem Ambiente, wo ja auch momentan sehr viel gejammert wird an sehr vielen Ecken und Enden. Und dann mit jemandem im Austausch zu stehen, der jetzt wirklich harte Monate und Jahre hinter sich hat, und wo du aber trotzdem merkst, okay, ich will es anpacken einfach. Und ich lass mich nicht behindern, und ich lass
mich nicht zurückhalten. Das find ich schon echt toll. Deswegen war ja ein Grund, warum wir dich auch eingeladen hatten, weil uns das wirklich beeindruckt hat. Ich fühle mich aber auch in der Hinsicht ein bisschen besser aufgestellt, weil ich das noch kann. Und ich weiß, dass es Leute gibt, die auch nicht mehr reinkommen, schieben und ziehen. Aber nur weil ich das nicht mehr kann, alleine diese Treppen rein und Treppen raus, will ich noch nicht, dass jemand mir vorsagt, was ich noch darf und
was ich nicht darf. Und ich möchte das. Ich bin das ganze Jahr zu Hause, wirklich nur zum Arzt oder zur Physiotherapie draußen. Kaum mal mit meinem Mann einkaufen, ganz selten. Und dann, wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin, das ist Leben pur und davon zehre ich das ganze Jahr. Von den Erlebnissen, von dem, was ich sehe, von dem, was wir fotografieren. Davon lebe ich. Davon zehre ich. Ich fotografiere immer noch sehr gerne und meine Tochter auch. Und die Fotos, ich kann stundenlang am WC
sitzen und einfach nur Fotos angucken. Oder Videos. Ne? Du hattest ja vorhin schon angedeutet, ich weiß jetzt nur nicht mehr, ob es im Vorgespräch war oder schon als wir schon den Aufnahmeknopf gedrückt hatten, ihr wart ja jetzt auch in Norwegen unterwegs. Wie lange wart ihr da? Wir waren vier Wochen unterwegs. Das können wir aber auch nur, weil mein Mann sich einen Monat frei im Jahr nimmt, was er nicht bezahlt bekommt, und wir diese Zeit fürs Familienleben nehmen. Weil das etwas
ist, gemeinsam zu unternehmen. Das kannst du nicht über Geld bezahlen. Dann verzichten wir lieber auf den Lohn und leben dafür den ganzen Jahr. Wir haben ja noch unser Puppertier zu Hause. D.h. Wir müssen immer in die Schulferien noch, weil sie auch wahnsinnig gerne mitkommen. Dann können wir auch solche Reisen planen. Und wenn wir dann unterwegs sind, und man redet ja mit den anderen, wie lange seid ihr unterwegs, wie lange habt
ihr noch und so, und dann sagst du vier Wochen. Und dann reden wir mit anderen, und die sagen, naja, wir sind jetzt sechs Monate unterwegs, wir wollen jetzt noch zwei Monate nach da. Und dann denkst du, nein. Und dann denkst du, ach, da wünscht man sich das auch. Da bin ich neidisch auf die, die nichts an der Hacke haben. Und einfach nur können, weil sie es können. Aber ich bin trotzdem mit den 4 Wochen unterwegs sehr zufrieden.
Es gibt auch noch Frühjahrsferien, Herbstferien und so was. 4 Wochen am Stück ist schon, ich sag mal, für normale Menschen ziemlich luxuriös. Bei uns ist es eher so, dass wir sagen, dieses Mal sind wir nur kurz unterwegs. Aber weil wir von unterwegs aus arbeiten, das darf man nicht verwechseln. Wir machen da keinen Urlaub. Vier Wochen Urlaub fänd ich auch sehr luxuriös für uns. Ist es auch. War ich auch ein bisschen neidisch. Du wolltest auch noch Fotos schicken, Das hat dann leider
nicht geklappt. Vielleicht kannst du die im Nachgang Also jetzt nur für uns, die werden nicht veröffentlicht. Aber Da waren ja wohl auch sehr, sehr schöne Erlebnisse unterwegs. Und Norwegen ist ja so eines der Länder, wo es euch immer wieder hinzieht. Dann hattest du auch gesagt, Niederlande auch gerne genommen, Auch weil die Infrastruktur so gut ist. Gibt es denn sonst noch Länder, wo du sagst, da hast du dich bisher immer sehr gut aufgehoben gefühlt, auch was die
Punkte Barrierefreiheit usw. Angeht? Also ich sag mal Norwegen, Schweden, Finnland, Das sind eigentlich unsere Kandidaten, wo wir am liebsten sind. Aber wir waren Österreich, Schweiz, Lettland, Litauen, Island, Frankreich, Dänemark, Niederlande, Belgien, Europa sind wir fast durch. Ja, ich wollte gerade sagen. Ja, Wir waren auch schon in Italien oder Kroatien, wobei ich aber sagen muss, dass es uns da einfach zu heiß war. Wir
sind nicht zurechtgekommen. Man liegt nur den ganzen Tag, man geht duschen, man kommt wieder zurück, ist wieder durchgeschwitzt. Nachts ist es so schwül, und das war nichts für uns. Also, das das war wirklich nichts. Wäre das abkämmen mit der Wärme? Ja, aber da zieh ich wirklich Norwegen vor. Und Wir hatten auch schon mal einen Regentag. Ansonsten hatten wir in Norwegen, Schweden, Finnland immer schönes Wetter. Echt? Richtig. Weil, Sunnele, da oben, da sind weiße Strände.
Du denkst, du bist da am Beach sowieso. Und das ist aber Norwegen. Richtig weiße Sandstrände. Das passt nicht in Norwegens Welt, aber das ist da. Oder durch Finnland. Finnland ist ja fast nur Wald. Du fährst da. Also ich nicht. Ich fahre mit und dann sitze ich auf meinem Thron auf der Beifahrerseite und wir fahren endlos lange Straßen durch Finnland. Dann kommt rechts, links mal so ein Elch rausgeschlendert und wackelt da mit seinen Füßen.
Weißt du, das mag sich jetzt ein bisschen gehoben anhören, aber dann bin ich die Königin der Straße. Ja, das kann ich mir vorstellen. Lässt sich schön chauffieren von der Wand. Ja. Ich hab so viel Natur mich rum. Ich seh so viel. Wir waren auf einer Elchfarm dieses Jahr in Bjurholm, das ist Schweden noch. Ey, hier sind wahnsinnige Tiere. Wahnsinnig. Und wir durften die anfassen. Wir hatten
das Torgangsdorf aufgemacht, und dann konnte ich da auch rein. Und da hatte ich mich eben hingestellt, aber die waren ja noch größer wie ich. Und ganz fettiges Haar, wegen dem Regen, dass der Regen ja dann so abfällt. Ich hab noch nie ein Elch angefasst. Das war so schön, da waren kleine Elche da. Oh! Richtig so zwei Monate, drei Monate. Die werden ja alle mit der Hand aufgezogen. Sind bei ihren Eltern tieren, aber die Eltern wurden auch schon per Hand aufgezogen.
Dann hast du da so ein kleines Elchkälbchen vor dir. Herrlich, herrlich, herrlich. Und das bleibt, hoffe ich, dass es noch eine Weile bei mir bleibt. Aber das sind Erlebnisse. Dann ist shitegal, ob du behindert bist oder nicht. Das sind einfach nur Dinge, die sind wunderschön zu erleben. Also das sind wirklich so Erlebnisse,
glaube ich. Und das war ja auch bei uns so ein Punkt, warum wir uns sehr früh gegen so normale Karrieren und so weiter entschieden haben und gesagt haben, wir wollen unabhängig bleiben, weil wir halt gemerkt haben, so dass diese Erlebnisse und auch die Zeit, die man zusammen verbringt, die kannst du nicht bezahlen. Wie du vorhin auch gesagt hattest, Da ist wirklich auf gewisse Sachen einfach geschissen, auf gut Deutsch gesagt. Und bei euch ist es ja noch mal eine andere
Situation. Weil ja, so wie ich das verstanden habe, das auch eine fortschreitende Geschichte ist bei dir. Also, dass es jetzt auch was ist, was hoffentlich noch lange möglich ist, aber eben nicht auf ewig wahrscheinlich, dass du noch solche Reisen machen kannst. Und Das wird ja wahrscheinlich bei dir auch so ein Punkt sein, wo du sagst, ich will jetzt, weil weiß Gott was kommt.
Ja, also ich muss sagen, da fällt mir ein, mein Rollstuhl, mein Rollator, als der damals kam, hab ich zu diesem Pflegemitteldienst gesagt, schieben Sie den mal schnell auf den Hof. War mir das peinlich, war mir das unangenehm. Aber das ist mir ein ganz lieber Freund geworden, weil ich gemerkt habe, wie sehr mir das Teil hilft und heute gehe ich damit sogar draußen rum. Aber damals hatte ich Schiss. Ich wollte das nicht. Ich wollte es auch nicht akzeptieren, dass ich das nicht
alleine kann. Heute sehe ich das anders. Heute ziehe ich damit los, lasse die Leute gucken. Die wissen gar nicht, was ich durchhabe. Ja, also die Leute. Ja, die Leute. Die Leute können sich drüber aufregen. Die Leute sind ja immer ganz schnell mit Bewertungen. Ja. Und Man muss da selber manchmal auch aufpassen, dass man nicht andere Menschen zu schnell in eine Schublade steckt oder überhaupt in eine Schublade steckt. Weil eigentlich
geht's einen ja auch nix an. Und eigentlich die Leute, die du vorhin genannt hattest, so nach dem Motto, ja, die Dicke muss am Rollator gehen, Das sind ja Menschen, die können einem eigentlich scheißegal sein, weil du wirst sie wahrscheinlich nie wiedersehen oder sie bedeuten dir nichts. Aber trotzdem tut es halt
weh dann in dem Moment. Ja, natürlich. Und es tut mir auch weh, wenn Leute, die man öfter sieht, sich dann zum Beispiel Gedanken machen, oh Gott, die ist in Rente, die ist schwerbehindert und fährt ans Nordkap. Die wissen gar nicht, was sie sagen. Erstens fährt sie nicht, sie wird gefahren. Zweitens habe ich alles mit, was ich brauche. Es ist wie ein zweites Zuhause, so ein Bungewehl. Du hast ja alles mit. Dann ist das für mich ein Erlebnis, auf das ich nicht verzichten
möchte, bloß vor anderen, sich das Maul zu reißen. Das war aber schwer, muss ich auch ehrlich sagen. Aber sind das dann wirklich, also denkst du, dass die Leute das denken oder äußern die auch so einen Quatsch? Nicht mir persönlich, mir persönlich nicht gegenüber, aber Die Welt ist auch nur ein Dorf. Also wurde dir zugetragen, dass da so geredet wird. Und dann denke ich immer, wie können die so denken? Wissen die
eigentlich, wie viel mir das bedeutet? Diese Wochen, die wir draußen sind und die ich mit der Familie unterwegs bin, das können die gar nicht einschätzen. Die können rausgehen, wann sie wollen. Die können hingehen, wo sie wollen. Die können sich ins Auto setzen, hinfahren, wo sie wollen. Die können ins Kino gehen, noch zur Arbeit gehen. Wenn sie neidisch darauf sind, dass ich 4 Wochen in Urlaub fahre mit meinem Mann, der sich die Woche freinimmt,
und kein Geld bekommt, dann mögen sie meine Krankheiten nehmen. Dann können Sie es auch machen. Dann tausche ich wahnsinnig gerne und gehe wieder zur Arbeit und habe wieder mein altes Leben. Aber das wollen Sie auch nicht hören. Das heißt, Sie sind dann quasi neidisch. Also Entschuldigung, wenn ich lache, aber ich finde das sowas von absurd, wenn man ja deine
Geschichte auch kennt. Also ich kenne dich jetzt nicht gut, ich kenne dich über die E-Mails, aber es ist ja definitiv so, dass man darauf nicht neidisch sein kann, was du alles jetzt auch hinter dir hast. Und dass man dann wirklich einem anderen nicht mal gönnt, dass er mal für Wochen rauskommt, das find ich schon Also, das ist ja grade zu grotesk einfach. Menschen können ganz schön böse sein. Und auch wenn man denkt, die sieht man jeden Tag, die
grüßt man immer wieder, da erwartest du das nicht. Und dann von der Seite das zu erwarten, das finde ich nicht schön, das finde ich sogar richtig traurig. Und dann sagt man sich, dem wirst du nichts mehr zählen, da wirst du nichts mehr sagen, dann bist du auf einmal weg. Ist ja zu sehen, ob das Wohnmobil da ist oder nicht. Aber da wirst du nicht deine Freude mit dem teilen.
Aber Nele, es gibt auch die Leute, die, ich glaube, da kommt man ja auch noch, wo wir drüber sprechen wollten, mit der Familie, wie bleibt man in Kontakt. Wir haben eine Familien-Chat-Gruppe, da sind Freunde drin, da ist Familie drin. Und in diesem Familien-Chat, da kommen die Leute mit, die das genießen können. Die Freude, die wir empfinden, mit denen wir das teilen können und die sich auch freuen können, ohne neidisch zu sein. Und weißt du, wie schön das ist?
Ich sag mal, eigentlich ist ja ein Flachland immer besser für mich. Aber am Geirangerfjord zu stehen und runterzugucken auf den Fjord und dann ein Foto zu machen und das in diesem Familienchat zu teilen und es kommt dann eine Antwort, ey, Hammer oder geil, super Aussicht, wenn das Wetter dann auch noch mitspielt. Dann kann man eine Freude teilen, und dann ist die doppelt so viel wert für uns. Und die Leute, die in diesem Chat sind,
die mögen mitkommen. Ob das Freunde sind oder Familie oder Nachbarn, es sind verschiedene Leute da drinne und ab und zu machen wir da halt ein Foto rein oder ein Standort, wo wir sind. Und das ist schön, diese Freude zu teilen, die wir erleben da unterwegs. Das ist was Herrliches. Machen die sich auch manchmal Sorgen dich? Ja, es ist ja schon passiert, dass ich dann auch während der Fahrt irgendwas hatte und ins Krankenhaus musste. Ich muss aber sagen, jetzt ist ja nur noch mein Vater.
Meine Mutter hat es geliebt, jeden Tag angerufen zu werden. Und dasselbe machen wir jetzt mit meinem Vater. Wenn wir unterwegs sind, Wir tragen ihm das in den Kalender ein, von dann bis dann und wo. Und dann jeden Tag einmal anrufen. Er ist aber auch im Chat drinnen. Und wenn er es schafft mit seinem Handy, sieht er auch die Bilder. Aber so was beruhigt natürlich alle. Meine Mutter konnte es damals sogar immer schon ahnen,
wenn irgendwas passiert war. Also das sind halt Mütter, die wussten oder haben angerufen und gesagt, was ist passiert? Und dann, naja, der blind da wollte raus. Das ist ja egal. Ja, die haben da einen sechsten oder siebten Sinn. Ja, aber so ein Familienschat ist was Schönes, vor allen Dingen, weil man die Freude teilen kann. Und du hast ja noch Geschwister. Genau, ein Eltern- und einen Jüngern Brüder. Wie gehen die damit wenn
du dann auch so länger weg bist? Also habt ihr normalerweise so einen sehr engen Kontakt, dass man sich sehr oft sieht? Oder ist es für die dann okay, wenn du dann auch länger unterwegs bist und sie dann vielleicht auch nicht jeden Tag was hören, nicht immer wissen, wie es ihr geht? Nein, also sie sind auch im Chat mit drin. Sie sehen das, wo wir sind. Wir haben eigentlich regelmäßig Kontakt, aber nicht so, dass wir jeden Tag erzählen, was es zum Frühstück gab, Mittag und Abend.
Das wäre mir, glaube ich, zu viel. Aber wenn was ist, weiß ich, ich könnte meine Brüder abends 23.79 Uhr anrufen und fragen, kommst du mal her? Und die sind sofort da. Aber was der eine kann, kann der andere nicht. Und wir können uns da sehr gut untereinander helfen. Wenn irgendwas rauszusuchen ist aus dem Internet, suchen wir mal dies oder das. Ich habe die Zeit, ich kann das gucken, ich kann das googeln. Und dann schicke ich bloß
den Link rüber und dann können sie weitermachen. Die sind dafür handwerklich und können dies und das nehmen. Aber die reisen dann auch immer so ein bisschen mit euch mit? Online, ja. Mein älterer Bruder ist nicht so reisefreundlich. Der mag das nicht so. Der braucht immer einen Stein vom Schornstein, dass es nicht so weit weggeht. Mein kleiner Bruder, Dochter, ist auch schon
unterwegs gewesen. Wir waren auch schon mal zusammen in Italien. Wir waren mit dem Wohnmobil, die haben schräg gegenübergestanden Auf dem Campingplatz Turistico Internationale bei Venedig. Von der Größe her würde ich es nie wieder machen. Das ist einfach zu groß, einfach zu viel. Aber weil wir nur gemeinsam reisen wollten und die aber im Bungalow gewohnt hatten, hatten wir uns den ausgesucht und wir waren wirklich so nebeneinander. Da war
mein kleiner Bruder schon mal mit. Du hattest ja vorhin schon mal gesagt, dass ihr sehr viel frei steht und das eigentlich auch lieber mögt. Da habe ich ganz viele Fragen zu. Eine Frage ist zum Beispiel, wie ihr euch im Fahrzeug eingerichtet habt, dass du da die ganze Infrastruktur hast, die du brauchst und das auch Bad und Toilette für dich auch zugänglich und nutzbar ist. Musstet ihr da irgendwas umbauen
oder geht das alles im Moment noch? Wir haben beim Kauf gleich drauf geachtet, dass die Toilette höher ist. Für jemanden, der nicht Gehprobleme hat, ist das vielleicht Wurst. Aber es ist schon wichtig, sich alleine hinsetzen zu können und aufstehen zu können. Dass sie nicht so tief absackst.
Genau. In vielen Foren haben wir dann schon gelesen, dass andere Leute, ich sag mal eine Poolnudel, das kannte ich auch nicht, auf den Toilettenring gelegt haben, Strapse festgemacht und somit die Toilette acht bis zehn Zentimeter erhöht haben, sich zu helfen, da alleine sich hinsetzen und aufstehen zu können. Da hatten wir bei diesem Wohnmobil darauf geachtet, dass die Toilette höher ist. So, und bei diesem Wohnmobil haben wir auch darauf geachtet, dass innerhalb des Wohnmobils, also
innen drin, keine Stufen mehr sind. Davor im Hobby war von der Fahrerkabine, es waren Teilintegrierte, von der Fahrerkabine zu dem Raum immer eine Stufe. Und irgendwann hat das so gestört. Dann hatten wir das jetzige Wohnmobil gesehen und wir waren beide gleich verliebt. Donnerstag gesehen und Sonntag hatten wir so einen Tampons gekauft. Das war Liebe auf den 1. Blick. Guck mal an. Wir wollten nur gucken. Das hört man öfter mal. Nur gucken. Aber da wussten wir schon, weil
wir mit dem 1. Wohnmobil, wo wir dachten, das ist das, was wir brauchen, total erfährlich war. Beim zweiten haben wir gedacht, oh ja, das ist so wie wir. Aber nein, das war dann doch immer noch nicht. Und jetzt beim dritten denken wir, wir haben das Beste für uns. Ist da dann auch die Dusche ebenerdig, also die Nasszelle? Nein, da musst du drei oder vier Zentimeter einsteigen, aber ich lasse zum Beispiel, oder wir können bei uns im Malibu die Tür aufmachen vom Bad, Also wir
ziehen die Schublade raus mit dem Besteck. Dagegen geht dann die Tür. Gegenüber das Holo, was hinter dem Herd ist, das machst du zu. Dann hast du eine großartige Dusche. Die Dusche kann dann so sein, wie sie ist. Und du hast dann den ganzen Platz davor und dahinter, dich zu bewegen. Das haben wir uns auch von einem Podcast mal irgendwie... Die haben das auch gemacht. Und dann denkt man, mit Schwarm kommst du da nicht alleine
drauf. Die Tür hält allein nicht. Also Schublade ausziehen. Da bleibt sie stehen. Du kannst von vorne nicht reingucken, von der Seite nicht, von hinten sowieso nicht. Da hast du viel Platz, dich fertig zu machen. Dann gehst du in die Dusche und hast wieder genauso viel Platz, dich zu bewegen. Anziehen, ausziehen, alles. Es ist simpel, aber manchmal muss man erst drauf geschlossen werden. Ja, das ist genial. Aber deswegen ist es ja auch immer so hilfreich, sich da auszutauschen.
Da würde ich dich dann am Ende auch noch mal fragen, sozusagen zum Finale der Folge, was du so an Informationsplattformen, Ressourcen, Gruppen und so weiter nutzt für Menschen, die uns zuhören, die vielleicht auch auf der Suche sind nach neuen Ideen oder Lösungen. Also das heißt, du bist nicht auf Campingplatz-Sanitäranlagen angewiesen. Ihr habt alles an Bord, ohne dass ihr bisher Umbauten
hättet vornehmen müssen. Habe ich das richtig verstanden? Genau. Wir haben diesmal genau drauf geachtet, was wir brauchen, weil wir ja schon vorher viel gekannt sind. Und das würde ich auch wirklich jedem, der sich ein Wohnmobil kauft, raten. Mietet das erst oder fahrt damit erst mal eine Woche in Urlaub. Und dann Stellt ihr fest, ist das oder ist nicht. Verliebt euch nicht sofort, wenn es euer erstes Wohnmobil ist. Gilt für Menschen mit und Menschen ohne
Behinderung fast gleichermaßen. Aber für Menschen mit Behinderung ist es ja natürlich noch wichtiger, dass alles passt. Genau, das ist so verdammt wichtig. Man fühlt sich nachher nicht wohl, wenn man dann zweimal hingefallen ist, weil die Stufe da ist und man hat das nicht gepackt. Oder weil der Teppich lose ist. Wir haben alle Teppiche festgeklebt, dass da nix rutscht. Und so ne Sache. Einen kleinen Hund haben wir, nicht mal den großen. Ist trotzdem ne Stolperfalle, auch so ein kleiner Hund.
Wir haben Netze für den Hund, die sind auslaufsicher. Wenn ich da gegen komme, läuft das nicht aus. Das ist eine wunderbare Erfindung. Da muss man aber erst mal wissen, dass es so was gibt. Man braucht keine Angst haben, kommt der Fuß dagegen, oder kommt man irgendwo dagegen, dann kippt das Wasser nicht mehr aus. Das bleibt da drin. Geniale Empfindung. Habt ihr die aber ganz normal auf dem Boden stehen Oder habt ihr so ein Gestell, was man an eine Wand oder Bank montiert,
dass die Näpfe erhöht sind? Gottes willen, eine Schraube im Wohnmobil. Ich muss hinterherlaufen bei meinem Mann. Nein, so was gibt's nicht. Die haben das auf dem Fußboden zu stehen. Aber eine Unterlage noch unter, weil der Hund ja manchmal das Fressen rausnimmt und dann eben frisst. Aber ich sag mal, für mich persönlich brauche ich keine Angst haben. Wenn ich
dagegen komme, passiert nichts. Und du hattest ja auch schon vorher eingangs gesagt, dass ihr mit vier Kisten reist, die nur mit deinen Gesundheitssachen zu tun haben, dann habt ihr ja sicher auch das Thema Zuladung immer so ein bisschen im Blick. Wie löst ihr das? Dieses Wohnmobil ist 4, 25 Tonnen. Oha, okay. Das hatten wir vorher im Hobby. Also wir schaffen es jetzt auch, überladen zu sein. Das weiß ich gar nicht, wie das geht. Ich habe es doch gar nicht so viel eingepackt.
Wir schaffen es auch. Aber im Hobby feier ich immer. Und wir haben gar nicht so viel mit, aber auf einmal bist du auf der Wartbahn und denkst, oh Gott, wer steht da noch mit dem Fuß drauf? Ja gut, drei Personen auch. Ja und dann ist ja bei uns auch so, dadurch, dass ich Diabetikerin bin, nehme ich ja sehr viel eigenes Essen mit. Mein Mann kann ja noch lästern und sagt immer, vielleicht gibt es da auch einen Laden oder so. Und dann, nee, was der Boa nicht kennt, das fatte
er nicht. Und ich weiß bei meinen Zutaten, was da drin ist, wie viel ich davon essen kann. Auch Getränke. Ja, und Das ist für mich wesentlich leichter, mein eigenes Zeug zu nehmen und zu wissen, das ist alles okay, da kommst du mit hin. Als wenn ich fremde Sachen kaufe. Manchmal kommt man in Länder, in denen man die Sprache nicht versteht und dann oft auch gar nicht weiß, was genau in den
Lebensmitteln alles drin ist. Auch an Zucker zusetzen und das ist ja wahrscheinlich auch für dich dann ein kritischer Punkt als Diabetikerin. Wie ist es mit Medikamenten? Kannst du für eine lange Reise alles bevorraten und dann auch einführen in den Reiseländern? Oder musst du vor Ort dir mit Rezepten vom heimischen Arzt Dinge besorgen? Ich hab eine sehr gute Hausärztin, mit der ich sehr gut kann und
die das auch befürwortet. Sie hat damals gesagt, als ich verberentet wurde und ich damals immer so traurig war, da hat sie gesagt, ich soll die Zeit noch nutzen. Das habe ich mir jetzt zu Herzen genommen. Und ich bekomme immer Antibiotikum im Voraus für das, für das, für das. Das wird dann beschriftet, Das kommt mit. Ist es zu warm, liegt es im Kühlschrank. Ist es okay, das Wetter, dann liegt es im Fach. Und auch Tilidin bekomme ich auf Vorrat mit.
Aber auch, weil das Vertrauensverhältnis bei uns so gut ist. Und ich mich mit den ganzen Krankheiten eingespielt habe. Aber es ist zum Beispiel auch wichtig Mmh Ein Urlaub ist anders als zu Hause. Allein schon die Aufregung und das Erleben verändert den Zucker ganz doll. Und es ist dann wichtig, immer Zucker bei sich zu haben. Also immer ein kleines Päckchen doch eine Reichweite zu haben und
so haben wir auch das Wohnmobil eingerichtet. Ich sag mal hinten im Bett ist immer Zucker in der Mitte und auch vorne. Und manchmal ist es auch so, dass mein Mann oder meine Tochter eher erkennt, wenn Zucker kommt, wie ich. Weil ich dann so aufgeregt bin und das ist schön und die merken das, aber die spüren das ja schon. Und dann, na, lass uns mal Zucker messen und dann, oh ja. Weil für mich das ja dann noch eine andere Welt ist. Eine schöne Welt, wo
alles andere wurscht. Aber das Erleben ist mir wichtig. Und bei den Medikamenten ist es ja auch so, dass teilweise Dinge im Ausland gar nicht erhältlich werden. Teilweise aber auch die Inhaltsstoffe variieren. Da nimmst du dann wahrscheinlich auch die gewohnten Sachen mit. Aber wie ist es denn jetzt auch mit den Medikamenten, die als Betäubungsmittel laufen, an den Grenzen? Kommst du da ohne Probleme rein? Oder brauchst du da eine Bestätigung von deiner Hausärztin? Wie organisiert man so was?
Da gibt es im Internet ein Schreiben, das ist international. Das hab ich meiner Ärztin gegeben. Die hat aufgeführt, welches Medikamente ich nehmen muss. Das ist ja mehr in Sprachen. Und das haben wir immer mit. Wir wurden aber auch noch nie kontrolliert. Es ist ja nicht so wie beim Flughafen, dass dann der Koffer durchgeleuchtet wird Und wenn dann was zu finden ist, dann ist es schlimm. Wir hätten aber immer eine Bestätigung mit, dass
es wirklich Medikamente sind. Und auch bei dem Sauerstoff steht ja richtig drauf, medizinischer Sauerstoff. Und dazu noch das Schreiben der Ärztin. Und deswegen gehen wir davon aus, wenn wir auch mal kontrolliert werden, dass wir da keine Probleme kriegen dürften. Aber zur Vorsicht haben wir immer alles mit. Dann möchte ich nicht, dass man mir das wegnimmt. Ja, zum einen
wegnimmt oder zum anderen, dass es legale Probleme gibt. Weil Du bist ja da auch schon mit Mengen unterwegs, das ist ja jetzt auch keine Einmaldosis von den Betäubungsmitteln. Da ist es ganz schlau, wenn man sich das Schreiben ausstellen lässt. Und es muss dann wahrscheinlich auch abgestempelt, unterschrieben sein auf dem Briefkopf der Ärztin oder des Arztes. Genau, aber das findet man im Internet. Ich glaube, ich habe es
damals auf der ADAC-Seite gefunden. Und das hat sie mir ausgefüllt, weil sie einfach auch dafür ist, dass ich rauskomme und dass ich das mache. Weil mir das für die Monate, wo ich wieder zu Hause sitze, doch Power legt. Mit dem Toiletten-Assist hast du schon gesagt, es gibt sicherlich auch Aspirin im Ausland oder Paracetamol, Ibuprofen, was auch immer. Aber das sind dann andere Beimischungen. Dann geht das schon wieder los. Verträgst du die, vertragen die sich mit den
anderen Medikamenten. Es ist dann immer so ein ganzer Gift-Cocktail, den man nicht einnehmen muss. Und ich möchte auch kein Risiko eingehen. Und dann schleppe ich das halt mit. Dass es dann irgendwelche komischen Wechselwirkungen gibt oder ähnliches. Was mir in dieser Hinsicht noch mal einfällt, es gibt ja Leute, die gehen nicht auf die eigene Toilette im Wohnmobil. Das höre ich auch immer wieder. Ich verstehe es nicht, aber ich lese und höre das sehr oft.
Das ist ja das, was ich liebe. Ich kann dort kochen, schlafen, auf Toilette gehen, nichts machen, viel machen. Deswegen habe ich das ja, weil ich da richtig leben kann. Aber Gut, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Aber ich weiß nicht, ob das alle Behinderten wissen, man kann sich beim CBF Darmstadt, das ist so ein Selbsthilfeverein, den Euroschlüssel bestellen. Der kostet 23 Euro. Mit dem kommst du auf jede Behindertentoilette in Deutschland. Die sind
ja immer zugeschlossen. Ich sag mal, an Autobahnen oder auch Campingplätzen und so. Und das ist dieser Euro-Schlüssel für behindertegerechte Toiletten. Also wer jetzt sagt, Ich möchte nicht bei mir auf Toilette gehen. Ich weiß nicht, ob die das wissen, dass es so was gibt. Ja, ist ja vielleicht auch ganz schlau für Leute, die so auf Reisen sind oder die dann ihr Wohnmobil halt auch mal stehen lassen und irgendwie anderweitig sich bewegen, dass man dann auch in der Stadt in eine öffentliche
Toilette rein kann. Jetzt gar nicht unbedingt auf dem Campingplatz, sondern generell. Oder wenn man mit Wohnwagen unterwegs ist und fährt dann mit dem Zugfahrzeug auf einen Ausflug. Ich weiß nicht, ob die Schlüssel auch in normale Toiletten passen. Eigentlich sind die normalen Toiletten ja offen, auf Rastplätzen und so. Aber die behinderten Toiletten sind eigentlich immer zu. Und dazu brauchst du diesen Euroschlüssel.
Und den Euroschlüssel, kauft man den dann oder bestellt man den, zahlt da so eine Art Kaution und schickt den nach dem Anlass zurück? Nee, du bekaufst den. Manchmal kriegst du den auch in Kommunen oder in Städten. Aber ich kenn das nur beim CBF Darmstadt. Da muss man den Schwerbehördenausweis hinschicken, Vor- und Rückseite. Wenn du jetzt z.B. Keinen Schwerbehördenausweis hast, aber du hast einen Reizdarm oder so was, brauchst du ein Schreiben von der Ärztin. Dann kannst du diesen Schlüssel
kaufen für 23 Euro, das ist dann deine. Und damit kommst du auf jede Behindertentoilette, die zugeschlossen ist. Ich selbst hab den nicht, weil ich hab ja alles im Wohnmobil. Aber ich wollte das gerne für die Leute, die das noch nicht kennen. Es gibt so was. Ja, Das ist total wichtig, das zu wissen. Gibt es sonst noch irgendwelche Dinge, wo du sagst, sie
kann man schon quasi in Vorbereitung organisieren? Die sind hilfreich für Menschen mit Behinderung oder auch Menschen, die sonst eine Beeinträchtigung haben? Ähm, viele lachen drüber. Aber wir haben zum Beispiel getrennte Betten. Und das sind hohe Betten. Hinten drinnen, links, rechts. Wenn's mir nicht so gut geht und die Beine sind doof, kann mein Mann trotzdem ruhig in seinem Bett schlafen, weil das getrennte Matratzen sind. Ich weiß, viele sagen auch in Urlaub und getrennte Betten.
Für uns ist es ein Vorteil, weil mein Mann dann weiterschlafen kann, während ich dann unruhig liege und das Beinchen haut und das zu viel dran ist, das nächste fehlt und dann kann man nicht ruhig schlafen und der Partner kann trotzdem ruhig schlafen. Ich gönne das meinem Mann, der macht so viel und dann hat er auch nachts den Schlaf verdient und wenn ich dann aufstehen möchte, sind die Betten so hoch, dass ich mit dem Ellenbogen,
gekrümmt ein bisschen, fast alleine aufstehen kann. Weil die so hoch sind, und dann stehe ich schon fast. Das ist nichts runterschätzen. Das ist uns echt wertvoll geworden. Da haben wir früher auch nicht so drauf gedacht. Wir hatten vorher im Hobby auch ein Bett zusammen, das war niedriger. Aber jetzt die Einzelbetten und so schön hoch, dass das Aufstehen so erleichtert ist, das ist schön. Das ist für andere
wurscht, aber für uns ist das wichtig. Wie muss ich mir das vorstellen bei euch im Wohnmobil mit Gehhilfe, Rollator oder wie bewegst du dich im Wohnmobil, wenn du jetzt zum Beispiel aus dem Bett aufstehst, so wie du es gerade beschrieben hast? Ich habe den Gehstock im Wohnmobil, der Rollator ist bis vor die Tür. Dann werde ich reingehievt und drinnen durch Festhalten oder mit Gehstock. Also Rollator bleibt draußen? Ja, der bleibt
draußen. Weil der würde ja viel Platz wegnehmen. Ja, genau. Der steht immerhin in der Heckgarage Und so in die Fläche, wo wir wohnen, kommt er dann nicht rein. Und was mir jetzt einfällt im Wohnmobil Man muss im Campingurlaub nicht mit armen Kleid- und Hackenschuhen rumlaufen. Wir sind da so ganz locker, ich sag mal, Sportsachen. Es klemmt nichts, es zieht nichts, es drückt nichts. Shirts, Schuhe, Socken, äh, Schuhe und Socken werden mir angezogen. Ähm, bloß keine Kleidung, die klemmt
oder drückt oder nicht passt. Das kann so nervig werden. Das ist ja unser Urlaub. Und wenn wir mit Jogginghosen fahren, das ist unser. Und wir fahren nicht für die da draußen oder für jemanden da draußen, sondern für uns. Da können wir alle ganz locker umgehen, wie gerne wir mit Jogging-Sachen fahren. Natürlich, wenn du dann... Kannst ja auch mal umziehen, ne? Aber wir leben das doch gerne, dieses Leichte. Alles leicht machen. Alles, was du machen kannst, so einfach wie möglich.
Das würde ich auch für Nicht-Behinderte unterschreiben. Aber es ist natürlich... Ja, dass du dann auch nicht ständig mit deinen Klamotten beschäftigt bist, wenn die irgendwas einschnüren oder ähnliches. Und das ist ja auch das Schöne am Campingplatz im Verhältnis jetzt zu einem Hotel oder so. Da musst du dich ja schon so ein bisschen herrichten. Das wird ja irgendwie erwartet. Kannst ja dann auch nicht mit der Joggingbuchse da vielleicht mit der Ausgebeuten am Frühstücksbuffet den Lachs
holen. Aber das ist ja auch das Schöne am Campingplatz, dass das alles so ungezwungen ist. Und was ich halt auch für mich immer als sehr angenehm empfinde, und ich weiß nicht, wie das für dich ist, dass man ja doch relativ viel Privatsphäre hat, dadurch, dass man ja einen geschützten Raum hat, in den man sich auch zurückziehen kann. Wie empfindest du das? Ist das für dich ein Thema? Ja, Wie sagt man, jedem Tierchen das Pläsierchen. Das
ist einfach unser Haus aus Freisen. Das haben wir uns passend eingerichtet. Wenn ich vorne sitze, ist von Ventilator bis Zucker bis Naschzeug bis Navi und Handy alles bei mir. Ich brauche bloß immer so lang. Es ist alles so korrekt bei mir. Wenn ich mal was koche, meine Tochter kocht ja auch sehr viel, oder wenn ich was koche, hab ich auch wirklich alles bei mir.
Ich brauch da nicht durchs Haus laufen. Hinter mir ist der Kühlschrank, gegenüber ist der Herd, da sind die Zutaten, das ist alles schon immer passig zusammen. Da haben wir drauf geachtet, dass man nicht durchs ganze Haus laufen muss, irgendwas zu suchen. Was man immer braucht, die Lebensmittel sind alle drinne. Vorräte, Die sind von draußen eingepackt, die holt mir dann immer einer rein. Das haben wir in den ganzen Jahren schon gelernt, wie man das am besten packen
kann. Das ist auch wichtig. Nichts ist blöder, als wenn du irgendwas brauchst und du musst aufstehen und das holen. Das reicht von mal Hände abwischen, weil du mit Saft gekleckert hast. Oder Erfahrungswerte. Und wenn ihr dann doch mal auf dem Campingplatz steht, sucht ihr euch die Campingplätze gezielt aus? Nach, weiß ich nicht, ob da was drinsteht von Barrierefreiheit. Guckt ihr euch die vorher irgendwie übers Internet näher an? Sucht ihr euch dort die Parzellen
gezielt aus? Oder fahrt ihr einfach hin und guckt, ob es passt. Wenn wir jetzt ein Endziel haben, so wie damals in Italien, danach haben wir schon geguckt, aber damals auch barrierefreie Toiletten und alles, wo wir mit meinem Bruder und Familie unterwegs waren. Aber so das Einzige, was wir immer festmachen, sind große Fähren. Also von Deutschland nach Schweden oder nach Norwegen. Die musst du ja rechtzeitig
vorher buchen. Und da würde ich noch mal kurz einwerfen, wenn man bei der Buchung angibt, dass man Rollstuhlfahrer ist, machen das viele Fähren, dass du so einsortiert wirst im Rumpf des Schiffes, dass du mit deinem Wohnmobil oder Wohnwagenauto dann direkt am Fahrstuhl stehst. Dann kriegst du einen extra Zettel vorne rein und dann werden vor dir welche reingelotst. Dann, wenn dieser Platz kommt, neben dem Fahrstuhl, dann hochzufahren,
dann wirst du reingeholt und dann stehst du genau da. Und das ist ja wirklich sehr eng auf Schiffen Und du brauchst ja nicht zusehen, wie du da durchkommst, damit du zum Fahrschul kommst, hochzufahren. Das wissen auch, glaube ich, nicht viele, dass man das sagen kann. Da wird man so reingerangiert in den Bauch des Schiffes, dass du neben dem Fahrschulstehst. Eine super Idee und finde ich auch echt toll von den Fähren. Deswegen sollte man das ruhig erwähnen, wenn
man nicht so gehen kann oder einen Rollstuhl braucht. Man kommt da nicht durch, die Autos stehen so eng. Finde ich eine super Idee. Finde ich auch echt super, dass die Fähren das so machen. Das ist ja auch krass, wie die das dann organisieren, weil das ja immer so ein Betrieb. Die gucken wirklich, die holen ein Fahrzeug nach dem nächsten, wir haben es ja nun mehrmals auch erlebt und dann auf einmal wirst du reingewunken und dann stehst du genau neben dem Und hinter dir kommen dann die anderen
alle. Und läuft das dann übers Kennzeichen? Oder woher wissen die das, dass du das bist? Wir haben dann immer ein Schild gekriegt, was vorne im Auto lag. Ah, verstehe. Und dann standen wir sozusagen extra. Und wenn dann die anderen Fahrzeuge reingelotst wurden mit dem Funkgerät. Dann auf einmal kam wohl der Spruch, jetzt das Fahrzeug. Und dann wurden wir reingeholt. Spannend, wusste ich überhaupt nicht, dass es so was gibt. Aber vielen Dank für den
Tipp. Das ist bestimmt für viele Menschen interessant. Ja, man muss sich auch nicht zu schade sein. Nur zu einfach sagen, ich kann nicht so wie die anderen. Das hat bis jetzt immer geklappt. Man muss nur wissen, dass es überhaupt geht. Deswegen finde ich das immer so spannend, sich da auszutauschen. Weil das sind so Sachen, Auf die Idee würde ich gar nicht kommen, dass auf einer Fähre so was möglich ist,
bei dem Chaos, was da immer von außen betrachtet herrscht. Die kleinen Fähren haben das nicht, aber die großen über die Ostsee rüber, die haben das. Und als wir jetzt zurückgefahren sind, von Finnland nach Tallinn rüber, Die kleine Fähre hatte das auch nicht. Aber die richtig großen, das war ja auch bloß eine 3, 25 h, was du da gefahren bist, aber die großen Fähren, die haben das. Da haben das auch zu nutzen. Das ist kein Vorteil. Das ist ein Nachteilsausgleich, was du damit machst. Das
ist ja das, was ich vorhin meinte. Inklusion ist keine Sonderbehandlung, sondern einfach nur der Versuch und der teilweise auch sehr, wie soll man sagen, sehr mäßige Versuch einer halbwegs Gleichbehandlung. Was mir auch noch einfällt, für die Sitze, die Fahrersitze, gibt es wunderschöne Bezüge. Die kannst du fertig kaufen. Die besten sind
die aus Baumwollstoff oder Handtuchstoff, sag ich mal. Und wenn du kleckerst oder die Hände zittern und dir fällt was runter oder so, die nimmst du ab, wäschst du, machst wieder auf, alles super. Hatten wir früher auch nicht so drinnen. Da hatten wir einfach Handtücher über den Sitz, aber man schwitzt doch manchmal oder nicht kleckert denn. Das erspart wahnsinnig viel Arbeit wie das Reinigen der Sitze. Du
darfst ruhig Marken und Firmen nennen, wenn du willst. Haben wir in den No-Name mal über Amazon gekauft und die ersten waren nicht so. Das waren wir ja falsch gekauft. Wie das erste Haus, das soll man auch nicht für sich bauen. Dann wussten wir, was wir suchen müssen. Das haben wir gesucht. Dann haben wir das so gefunden, dass man die oben rübermacht. Dadurch sind sie fest. Dann haben sie hinten noch einen Klettverschluss. Du musst ja bedenken, dass der Gurt auf meiner Seite,
also die müssen ja zwischengehen, da ist ja noch der Gurt. Und jetzt haben wir die Richtigen. Und sind die dann wasserabweisend oder wie, also nach was müssen, müsst ihr dich suchen, wenn ich sowas mir zulegen möchte, weil ich könnte sowas auch gut gebrauchen. Wir haben nach Handtuchstoff geguckt, also nach Baumwolle. Weil das saugfähig ist. Aber wenn das wasserdicht wäre, würde man schon wieder schwitzen, wenn man da drauf sitzt. Aber das ist richtig schön, wie so ein dickes Handtuch,
was dann gut aufsaugt. Und wenn man krümelt oder ein bisschen kleckert, ist das alles nicht so schlimm. Die kriegt man auch unterwegs gewaschen, die trocknen ganz schnell. Und dann machst du die wieder rauf. Das ist auch einfach eine Erleichterung. Cool. Und Ja, wir haben ja schon über Medikamente und die verschiedenen Geräte gesprochen. Über blöde Kommentare haben wir gesprochen. Über Neiddebatten haben wir gesprochen. Da komm ich immer noch nicht drüber weg.
Ähm Ich möcht gar nicht so sehr auf den negativen Themen herumreiten, aber es gehört ja trotzdem irgendwie auch so ein bisschen dazu, obwohl du so positiv denkst und den Blick nach vorne richtest. Aber gibt's denn so Sachen, die dich auch richtig ärgern? Also, wo du sagst, das find ich richtig scheiße von meinen nichtbehinderten Mitmenschen, außer dass sie neidisch sind, dass du mal ein bisschen Urlaub machen darfst?
Also ehrlich gesagt habe ich schon mal an eine Behindertentoilette geklopft, weil die zu war und ich hörte aber, dass jemand drin ist und ich denke, meine Güte, meine Güte. Und da kam dann ein junges Mädchen raus, total verlegen. Ich hab mich zusammengerissen, bevor ich der Donnerwetter mach, weil ich das schlimm finde. Ich finde es schlimm, wenn man auf Campingplätzen steht, da ist eine Behindertendusche. 5, 6 freie Duschen daneben. Die Behindertendusche ist von einem
Nichtbehinderten besetzt. Also da kann ich auch fuchsig werden. Ich brauche den Platz für meinen Rollstuhl, für mich, zum Bewegen. Ich mache das nicht aus Spaß. Und die sind auch nicht da, damit man... Ja, aber die Leute kommen dann und denken, ist kein Begnitter hier, ich nehme die große Dusche. Ja, kann ich auch irgendwie verstehen. Aber wenn dann 5, 6 frei sind und ich komme und dann muss ich warten und warten und so, da habe ich auch manchmal nicht wirklich Verständnis
für. Vielleicht Böse von mir, ich will auch nicht arrogant wirken, aber die wissen gar nicht, wie sehr ich das brauche. Die können in der schmalen Duschraum sich bewegen und aus- und anziehen. Meistens kommt mein Mann mit, mir zu helfen. Da brauchst du den Platz. Die sind nicht umsonst so groß. Ehrlich gesagt, ich versteh es nicht. Selbst wenn die nicht frei sind, dann wartet man 5 min im Urlaub, bis jemand fertig ist. Wenn die schmalen Duschen nicht frei
sind. Ich könnte mir jetzt keinen Grund vorstellen, warum man dann die Behindertendusche nutzen müsste als nichtbehinderter Mensch. Sie ist größer, man hat mehr Platz, man hat seine eigene Sphäre, die ein bisschen größer ist. Ich genieße das ja auch, dass ich den Platz habe. Aber wenn du dann als Behinderte kommst, dann kommen da lustig locker ein paar Leute raus. Ich meine, die können auch vielleicht behindert sein. Vielleicht haben die einen stummen
Ausgang oder so. Kannst du ja auch nicht auf den 1. Blick sehen. Und... Aber neben dem jungen Mädchen musste ich aufpassen, dass ich da nicht laut werde. Und... Aber das war ihr auch peinlich genug. Da kann ich das aber eher verzeihen, weil ich immer denke, Mensch Also, das sind dann Ich kling schon wie eine Omi, ne? Aber das sind junge Leute, die denken vielleicht manchmal auch nicht so weit. Oder haben vielleicht auch die Lebenserfahrung einfach noch
nicht. Da, glaub ich, kann man noch viel mit erklären machen. Aber was mich halt immer so aufregt, ist wenn dann hier an, was weiß ich nicht, die behinderten Parkplätze zugeparkt werden von Leuten, die sehr offensichtlich sich federnder und lustiger bewegen als ich selber. Wo du echt denkst so, naja, ich habe einmal jemanden angesprochen, da habe ich mir dann direkt eine kassiert, weil die Frau tatsächlich schwerbehindert war. Man hat's ihr nicht angesehen. Das hat mir dann auch sehr leid.
Aber bei anderen Ich sag normalerweise nichts mehr nach dieser Erfahrung, weil wie du sagst, manchen sieht man es halt nicht
an. Aber es ist schon sehr oft so, dass es sehr offensichtlich ist, dass sie jetzt gerade nicht gebraucht werden und das finde ich halt also warum macht man so was ich es ist doch wirklich für jemand der nicht behindert ist scheiß egal 20 meter mehr zu laufen ja wohl nicht sonst würden die da nicht parken ich kenne das auch aus eigener leben und dann wenn man mich jetzt zum Arzt fährt und dann sind ja eigentlich schon recht
viele behinderten Parkplätze die für Behinderte sind die nicht so weit laufen können. Und dann kommst du da hin und dann steht da ein Auto tiefer flacher alu schwarz. Dann weißt du schon der hat keinen Ausweis. Aber wir kennen es auch selbst. Als wir in Schweden waren, auf einem Campingplatz, auf so einer Insellandschaft, haben wir das Wohnmobil auf den Schwimmbein in den Parkplatz gestellt und mussten noch einen Augenblick warten, weil die Rezeption noch nicht
geöffnet hatte. Und dann kam ein deutscher Urlauber an, in seinem Auto, hat die Tür aufgemacht und hat uns so zusammengeniesst, was wir uns erlauben würden, da zu stehen. Das ist nur für Behinderte. Ich war drinnen im Auto und mein Mann draußen. Der hat uns so niedergemacht, uns gedroht, abschleppen zu lassen. Und so eine Sache. Oh, wäre ich draußen gewesen. Der kann froh sein, dass ich nicht draußen war. Mein Mann ist ein ganz ruhiger Pol. Der hat ihm
erklärt, dass wir da stehen dürfen. Das wollte der gar nicht hören, aber er konnte von seinem Auto unten, nicht oben bei uns im Wohnmobil, den Parkausweis für Schwäbende hinter der See. Und da habe ich bloß gedacht, da fährst du so weit hoch nach Schweden, solche arroganten, nervtötigen Deutschen nicht zu sehen. Und dann bist du da im Muttersehen allein auf irgendeinem Campingplatz und dann kommt der Andrei, ist die Tür auf, seine Frau runtergenommen und hat uns so zusammengeniesst.
Dann denkst du, das kann nicht wahr sein. Ich verstehe deine Reaktion. Auf der anderen Seite ist es aber eigentlich gut, das hätte man vielleicht in einem anderen Ton machen können, aber auf der anderen Seite ist es eigentlich gut, wenn Leute, die vielleicht da nicht stehen dürfen, angesprochen werden. Der ist ja eigentlich euer Verbündeter in dem Moment. Nee, war er nicht. Vielleicht nicht mit dem richtigen Ton, aber... Er kann vor dem Wesen sein, dass ich
nicht draußen war, weil ich bin doch ein bisschen anders werden kann. Das hätte ihm nicht den Stock die Ohren gehauen. Nee, das fand ich nicht so schön. Da fährst du extra weg, Ruhe zu haben und dann kommt da so ein nervtötiger Deutscher und macht dich da an. Ah, naja, aber ja, heute lach ich auch drüber, aber er konnte das nicht sehen, aber da muss man nicht so ankommen.
Nee, man kann ja auch normal sprechen. Manchmal sage ich mir, wenn jemand sich doof verhält oder in meinen Augen doof verhält, dann sage ich mir, Mensch, morgen kannst du auch behindert sein. Dann siehst du das mit ganz anderen Augen. Oder wenn uns jemand überholt, Kurve, bergauf, bergrunter, nicht einsehbar. Und dann sage ich immer, dich kratze ich nicht vom Baum ab. Du hast ja vorhin im Vorgespräch mir auch erzählt, dass es dir ja quasi so ergangen ist mit deiner eigenen Behinderung.
Also dass du vorher ja ganz konventionell in einem Job gearbeitet hast, sogar auch in der Thematik Und dass es dich dann halt in Anführungszeichen auch selber erwischt hat. Und das sollte man sich immer wieder mal vor Augen führen, dass das nicht immer angeboren sein muss. Sondern, dass es jeden von uns ereilen kann. Und umso wichtiger ist es ja auch, und deswegen machen wir das ja auch, immer wieder dieses Thema aufzugreifen, das mehr ins Bewusstsein zu holen und sichtbarer zu machen und
hörbarer zu machen. Ein Behinderter ist nichts Besonderes, aber er kann nicht so wie andere. Manche sieht das nicht an. Ich mach mir auch kein großes Schild Ich möchte mich auch nicht da hinstellen und sagen, ich bin behindert, und Macht mal alle Platz für mich. Nein, ich bin ganz normal, aber ich kann halt nicht so wie die anderen. Aber entweder akzeptiere ich das und lebe das Leben, wie weit ich noch kann, oder ich gebe auf. Und dann sitze ich den ganzen Tag zu Hause, Friste meines Daseins und
hab nichts mehr. Aber noch kann ich und dann möchte ich auch noch. Ich verheise wahnsinnig gerne. Warum soll ich das nicht machen? Ich hoffe, dass du das auch noch lange so tun kannst. Ich hoffe. Du hattest ja aus eurem Urlaub auch ein bisschen geschrieben, da hat man schon gemerkt, wie schön das auch wieder für dich war, unterwegs zu
sein. Und dir auch diese Freiheit, in Anführungszeichen, zu nehmen, auch nach den Wochen, die du jetzt hinter dir hattest und die ihr als Familie hinter euch hattet, dann auch so sich zu sagen, ich darf das auch, ich darf mich auch gut fühlen, ich darf auch Spaß haben, trotz allem. Da hatte ich erst ganz tolle Probleme mit. Fährst du in Urlaub, obwohl deine Mutti gestorben
ist? Es sind ja nur ein paar Wochen vergangen gewesen. Aber der Palliativdienst hatte schon gesagt, nach den ganzen Wochen, was wir da durchhaben, fahr. Freunde haben gesagt, fahr. Mein Vater hat gesagt, fahr. Ich hab gesagt, fahr. Und Nele hat geschrieben, fahr. Und dann hab ich gedacht, nein, dann kannst du nichts verkehrt machen. Und dann bin ich gefahren. Und das war natürlich sehr schwer, die ersten Stunden, weil wir ja nur auch noch bei meinem Vater
waren und Mutis Foto dann da stand. Das war ganz schlimm. Aber dann hat man eine Freundin getroffen und die hat gesagt, jetzt heiß dich zusammen und fahr, genieß das jetzt. Und dann ging das auch irgendwie. Aber weißt du Nele, Manchmal gab es Dinge, dann gab es ein Auto, da standen in Schweden, die haben immer Buchstaben und da stand M-U-N, M-U-M, MAM drauf. Oh, hast gedacht, ein kleiner Gruß von Mutti. Oder wir standen auf einem Parkplatz, riesengroß, ganz
viele LKWs. Ich mache die Tür auf und da steht neben uns ein LKW und auf dem Reifen steht Gitte. So hieß meine Mutter. Ach, verrückt. Und dann hatten wir nochmal ein Auto mit dem Kennzeichen Oma. Guck mal, und du hattest ja noch gesagt, dass deine Mutti das immer so gerne mochte, wenn sie so ein bisschen über die Gruppe oder über über Chat mitreisen konnte. War die doch wieder dabei? Ja, mögen andere mich für verrückt halten, vielleicht hätten wir sonst gar nicht drauf gedacht oder
Vielleicht hätten wir sonst gar nicht drauf gedacht. Oder vielleicht hätten wir sonst gar nicht drauf geachtet. Aber dann ist man so sensibilisiert, dass man denkt, ein kleiner Gruß von Mutti, sie ist mit. Das war für uns wichtig, war für uns auch schön. Und deine jüngste Tochter war ja auch dabei. Die ist 14, hattest du gesagt? Sie ist jetzt 14 geworden im August, ja. Für sie ist ja deine Behinderung jetzt seit Jahren Alltag. Aber wie geht sie generell damit Die
hatte eine schwere Zeit. Es war auch ihre Oma, die verstorben ist. Mit der ganzen anderen Familiendramatik noch dabei, die wir vorgelesen haben in der Mail im Hörerfeedback. Müssen wir jetzt nicht alles wiederholen, sonst kommen wir wieder so in diese Trauerstimmung rein. Aber wie geht sie denn generell mit diesen Rahmenbedingungen wo sie ja selber auch in einer Phase ihres Lebens steckt, in der sich viel verändert. Ich sehe schon. Ja, ein Fuhrbett hier.
Durch und durch. Ja, wie kommt unsere Tochter damit klar? Sie ist ja damit aufgewachsen. Sie ist mit diesem Verreisen aufgewachsen und als wir das erste Wohnmobil verkauft haben, ist sie barfuß auf der Straße hinterher gelaufen. Ihr Wohnmobil ist weg. Oh nein! Ja, hat sie geweint. Sie muss vier gewesen sein oder drei oder vier. Und dann auch das Erklären, dass man ein neues Wohnmobil holt, das hat sie gar nicht verstanden. Das war für uns auch ganz schön schwer, so zu erleben.
Und sie fährt heute noch wahnsinnig mit. Sie ist ja damit aufgewachsen. Sie weiß, dass ich dies oder das nicht kann. Das ist für sie nichts Fremdes. Wir merken aber, wenn wir eine Freundin mitnehmen, und das machen wir sehr oft, damit sie auch richtig leben kann, die dann genauso agil ist wie sie, weil Mudi kommt nämlich überall mit, dass sie das auch richtig ausleben kann. Sie ist ja nicht dafür da, sich mich zu kümmern. Aber sie ist natürlich so, wenn
ich rein oder raus möchte, ist sie immer da und hilft. Wenn was gebraucht wird, geht sie rein oder raus, das holt. Ich sag mal, wenn ich mich so zurückerinnere, in der Türkei hat sie damals, da waren wir aber noch im Hotel, die ersten Schritte gemacht, da hat sie laufen gelernt. Wir waren mal auf der Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer. Dann saß sie in ihr Stühlchen, hat so hochgeguckt und Mama gesagt. Sie konnte schon schnattern wie ein Murmeltier. Aber
Mama hat sie nie gesagt. Und dann sitzt sie auf dem Kreuzfahrtschiff, guckt mich so an und sagt, Mama, das vergisst man nicht. Also sie ist ein Kind, was wahnsinnig gerne reist. Sie holt Frühstücksbrötchen, wenn wir irgendwo sind, oder geht mit dem Hund. Und wie gesagt, wo wir jetzt im Sommer an der Bayernsee waren, mit dem Dirk Heidschweiger, was wirklich der Angelguru da oben ist. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, mit diesem Mann mal zum Angeln rausfahren.
Das ist wirklich so, wie es im Internet steht. Das ist wirklich so, wie es im Internet steht. Der Mann hat Ahnung, der ist lieb, der ist nett. Und sie wurde ja jetzt 14 an der Bahn, und sie hatte sich zum Geburtstag gewünscht, dass sie mit dem Dirk Heidschwager angeln gehen kann. Das haben wir alles so hingekriegt. Cool. Ja, solche Wünsche hat sie dann halt.
Und einen Tag vorher war sie Krabben fischen, aber mit einem anderen Guide. Und an ihrem Geburtstag hatten wir das dann so organisiert gekriegt, dass der Dirk Heidschwager mit ihr rausgefahren ist, auf die Bahn, zum Angeln. Das ist meine Tochter. Ja, ist dann ja auch schon ein Persönchen, was durchaus weiß, was sie möchte. Ja, und sie kann auch wirklich schon dastehen. Das habe ich in ihr Alter noch nicht gekonnt.
Und Landschaft sehen und sagen, oh Mama, guck mal, wie schick das ist. Wenn ich mich zurückerinnere mit meinen Eltern unterwegs, und die standen auch da, sieht das nicht schick aus, der Wald, das Feld, die Wiesen. Ja, Das habe ich noch nicht gesehen. Das sehe ich aber heute auch. Das war damals noch nicht zu sehen für mich. Und meine Tochter kann das schon. Die steht auch da und sagt, guck mal, wie schön das ist. Dann startet sie die Drohne und filmt mir von oben alles.
Wenn ich das nachher sehe auf den Bildern oder auf den Videos. Hammer. Vielleicht hat sie auch einen etwas anderen Bezug zur Schönheit des Lebens dadurch, dass sie mit deiner Krankheit oder deinen Krankheiten, deiner Behinderung auch mit aufgewachsen ist und ja auch sieht von dir, dass du versuchst auch so die Momente so auszukosten. Das färbt ja wahrscheinlich auch ein Stück weit auf sie ab dann. Ja, ist schon so. Sie ist ja auch so ein
Sammler wie ich. Wenn man irgendwo geht, man findet ja schöne Steinchen oder einen Kienapfel. Oder ich weiß, in Italien haben wir die riesengroßen Tannenzapfen dann immer gefunden und da haben wir die schönsten dann auch gesammelt. Das machen wir heute noch. Muscheln, Steine, wir haben rings ums Haus sowieso Steine zu legen und da liegen unsere Urlaubssteine drauf aus aller Herren Länder. Ich meine, man sollte dann manchmal vorsichtig sein vor einer Akropolis, würde ich keine Steine
mitnehmen. Auch aus der Türkei sollte man vorsichtig sein. Das darf man nicht unterschätzen. Ich habe da Berichte von gelesen. Ein Kinderrucksack mit einem Stein drin, vom Kind gesammelt. Und mich nicht ärgern. Ja, ja, Vater wurde ja verhaftet. Das war richtig schlimm. Aber ich sage mal, so Norwegen oder so Muschelsteine. Manchmal hat man auch ganz viele tote Seeigel zu liegen, die denn schon ausgetrocknet sind und ausgehöhlt. Das sammeln wir gerne.
Wir müssen nicht irgendwo hin und ein Dala-Pferd kaufen. Das reicht uns, wenn wir das selbst suchen und sammeln. A. Das ist schön, dir zuzuhören. Ich gucke gerade nur so ein bisschen auf die fortgeschrittene Zeit.
Ich würde gerne noch mir ein paar Tipps, Empfehlungen, Hinweise von dir abholen für andere Menschen mit egal welchen Behinderungen, die gerne campen gehen möchten und sich vielleicht bisher noch nicht trauen, weil sie Angst vor Reaktionen haben, weil sie Angst vor dem Organisationsaufwand haben oder davor, dass unterwegs irgendwie was schiefläuft? Was würdest du den Menschen sagen? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass wir mal in Österreich in einer Grotte waren. Da hatten wir in
den Berichten gelesen, behindertengerecht. Da haben wir gedacht, da komme ich mit. Und bin dann auch mit. Aber leider war die nicht behindertengerecht. Also jedenfalls nicht für Gehbehinderte gerecht. Und dann hatte der Grottenführer dort mich genommen. Die anderen mussten immer den ganzen Weg gehen. Treppe runter, Treppe hoch, Treppe runter, Treppe hoch. Und der ist mit mir immer so quer
gegangen. Und ich konnte trotzdem bei jedem Punkt, wo wir uns dann wieder getroffen haben mit diesem Grottenführer, wo er dann Erklärung gegeben hat, war ich dann auch wieder da. Vor den anderen. Wir sind da quer durch den Berg gegangen. Das kann man sich nicht vorstellen. Ich war dem Mann so dankbar, dass ich nicht zurück musste zum Auto, sondern dass er gesagt hat, das kriegen wir hin. Er hat mich quer durch den Berg geführt. Dann haben wir da gestanden und irgendwann kamen die anderen alle
abgehächtet. Und ich bin mit ihm waagerecht gegangen durch den Berg. Und so was ist natürlich, das behält man im Kopf. Da hat sich jemand Gedanken gemacht. Und seitdem sind wir auch genauer mit dem lesen, ob das wirklich geeignet ist oder nicht. Und auch wo jetzt das Silberbergwerk in Schweden war, wo mein Mann und meine Tochter da reingefahren sind in die tiefe Berghöhle und sich das da angeschaut haben, war mein Papa traurig, weil er sagte,
Mensch, du konntest nicht rein. Aber ich war da. Ich habe gesehen, wie der Zug reingefahren ist, wie er rausgefahren ist. Ich habe die Bilder nachher gesehen. Ich habe die Atmosphäre wahrgenommen, die Umgebung. Ich konnte halt nur nicht rein. Aber ich erwarte nicht, dass jedes Bergwerk oder jedes Schiff für mich hergerichtet wird. Nein. Ich kann sehr gut mit dem leben, was ich erlebe, weil das viel mehr ist, was andere können. Ich gebe mich damit auch zufrieden.
Also wenn wir es als Tipp oder als Empfehlung formulieren, einfach machen, weil irgendeine Lösung ergibt sich dann. Ja, und das Glas ist halb voll, es ist nicht halb leer. Ey, du kannst bis dahin mit, du kannst das. Das muss man erst mal schätzen lernen. Wie ich es an meiner Freundin sehe, die nichts kann. Wir können so viel als Behinderte. Wir brauchen natürlich Hilfe. Und manchmal auch ein bisschen Verständnis. Und viel Mut wahrscheinlich auch. Das einfach zu machen,
oder? Ich kann mich erinnern, vor Jahren, wir hatten eigentlich das Ziel Polarkreis Center. Und dann war ich aber so gut drauf und dann hat mein Mann gesagt, komm wir fahren bis zum Nordkap hoch. Und dann war ich, trotz meiner ganzen Behinderung, Beschwerden, Ich war am Nordkap. Ich habe da meinen Fuß hingesetzt. Ich habe das alles gesehen. Das hätte ich nie gedacht, dass ich das noch packe. Da warst du auch schon weiter oben als wir, muss ich sagen.
Ja, na ja, jetzt Barrensee ist ja auch so auf Höhe Nordkap, halt ein bisschen weiter rechts zur russischen Grenze ran. Aber ich war im Nordkap. Das ist schon krass. Das ist wirklich krass. Ja, das macht mich stolz. Ich fühle mich damit echt gut. Aber ich weiß auch, dass andere das nicht mehr können. Oder Nele zum Beispiel. Kann ich mit meiner Tochter wunderbar ins Museum gehen. Die sind eigentlich alle rollstuhlgerecht.
Ich kann mich durch meinen Rollstuhl dann hinsetzen, wo ich nicht mehr stehen kann. Ich kann mit ihr da rumgehen. Sie ist wahnsinnig interessiert mit Museen. Es gibt in Schweden zum Beispiel viele Mitmachmuseen. Tomtits in Göteborg zum Beispiel ist ein ganz tolles Museum. Da sind die Kinder den ganzen Tag beschäftigt und ich war eigentlich nur sitzend daneben. Ein ganz tolles Museum, Mitmachmuseum, besser geht es nicht.
Und was wir auch machen, wir teilen uns manchmal. Wenn ich mit meiner Tochter ins Museum gehe, kann mein Mann sich einfach mal 2-3 Stunden hinlegen und schlafen. Ist er mit meiner Tochter und unserer Tochter unterwegs, kann ich liegen. Und ich brauche nur verdammt viel Ruhe und viel Schlaf. Und die Zeit brauche ich eigentlich auch für mich. Und ich gönne den beiden das, dass die ins Silberbergwerk können oder dass die auf die Bahnsee
raus können. Ich sehe ja nachher die Fotos und ich höre die Erzählungen. Und wir waren ja einen Tag später dann nochmal direkt nach Kirkenes rein gefahren und Dann haben sie mir den Hafen gezeigt, wo sie abgefahren sind. Ich war trotzdem mit dabei, auch wenn ich nicht mit raus war. Ich kann das aber auch so akzeptieren. Ich hab das Glas halb voll, nicht halb leer. Vorletzte Frage, wo und wie tauschst du dich aus, an Informationen zu kommen, die für behinderte
Menschen verlässlich sind? Also ich sage nur, die Selbstbeschreibungen von gewissen Einrichtungen sind ja nicht immer so verlässlich. Also wie kommst du da an die Daten, an die guten? Wir haben jetzt gelernt, nicht nur den Beschreibungen von den Campingplätzen zu trauen, sondern auch die Bewertung zu lesen. Und wir gehen auch auf andere Seiten, wo der Campingplatz auch beschrieben ist, und lesen das auch. Also einfach nur einen Satz zu lesen,
Das reicht uns nicht mehr. Wir forschen da schon ein bisschen mehr nach, ob der Campingplatz für uns geeignet wäre oder nicht. Und gibt es auch bestimmte Social-Media-Gruppen, Foren oder ähnliches, wo du dich mit anderen austauschen kannst? Ich lese sehr viel im Internet. So richtig in Gruppen bin ich nicht drin. Das ist nicht so meine Stärke. Aber was zum Beispiel technische Dinge gibt, da gucken wir sehr viel
Camper Tobi auf YouTube. Der beschreibt Dinge, ich sag mal, vom Teller bis zum Wohnmobil und der wertet, aber bewertet nie. Der erklärt die Dinge, aber sagt nie, das ist gut oder das ist nicht gut. Das muss man sich alleine dann bilden, die Meinung. Und den hören wir eigentlich sehr gerne. Und da gucken, der macht doch viel mit Wohnmobile vorstellen. Und wir haben ihn mal zufällig getroffen bei Catago in Aulendorf. Und da haben wir den zufällig getroffen. Meine Tochter hatte ihn erkannt.
Und konnten wahnsinnig gut mit dem Mann reden. Der fährt mit seinem Minifahrrad da immer so rum. Zufällig ist er dann auch in der Führung mit bei gewesen für das Werksgelände mit meinem Mann und meiner Tochter. Dann haben die drei da noch eine Führung gemacht. Den hatten wir aber vorher schon oft verfolgt auf YouTube. Weil der man wunderschön erklären kann, ohne zu bewerten. Da muss man sich die eigene Meldung bilden. Also den gucken wir ganz gerne. Ansonsten sind wir viel auf
Park4Night unterwegs. Aber ich muss sagen, die Erfahrungen haben uns dazu gebracht, vieles was da drunter steht, stimmt nicht mehr. Weil nicht nur die Camper da reingucken, sondern auch die Besitzer der Grundstücke und der Firmen und die dann ganz schnell ein Schild hinstellen, Parken verboten. Und dann stellen wir uns auch nicht hin. Also das stimmt nicht mehr so. In den skandinavischen Ländern macht es sich am leichtesten. Jede Stadt hat ein Industriegebiet.
Und das suchen wir dann auf und irgendwo ist das Industriegebiet immer zu Ende. Die Hauptstraße durch bis ganz hinten durch. Und da finden wir oft supertolle Stellplätze, wo es denn noch nicht so laut ist, weil das nicht direkt eine Straße ist. Und wenn jetzt Wochenende ist, ist sowieso Ruhe da. Aber wir entscheiden oft vor Ort und googeln am Handy, wo ist jetzt ein Platz zum Stehen und gucken uns auch viele Flächen an oder so, bevor wir da hinfahren.
Und hast du irgendwelche speziellen Ressourcen, also Seiten, Bücher oder ähnliches, Führer zum Thema Camping oder Reisen mit Behinderung oder findest du da die Information zufällig eher? Direkte Seiten habe ich so nicht. Ich lese quer und wenn mir was interessanter scheint, dann lese ich auch genauer. Was mir aber noch wichtig ist zu sagen, als Schwerbehinderte kannst du bei der Steuererklärung für deine Begleitperson
mehr Aufwendung ansetzen. Das sind 776 Euro, die du mit angibst als Begleitperson bei Behinderung. Dann kommt das Finanzamt oft an und sagt, nee, ist nicht. Aber es gibt kein Gesetz, was verbietet, dass der Ehemann das sein darf. Da muss man hartnäckig bleiben. Und warum soll man das nicht ansetzen? Denn wenn ich jetzt an uns denke, allein wenn du fragst, kann ich neben der Toilette stehen? Diese Frage begründet schon, dass es ein Wunsch ist, ein Platzwunsch. Gleich 10
Euro mehr. Finde ich nicht angemessen. Ich brauche den Platz, weil ich nicht so viel gehen möchte. Ist sicherlich ja leichter. Aber das, was man mit diesen Mehraufwendungen ansetzen kann, das ist nur ein Ausgleich. Da muss man auch hartnäckig beim Finanzamt bleiben und sagen, auch der Ehemann gilt als Begleitperson. Das wissen viele vielleicht nicht. Das ist ja interessant, ja. Sehr, sehr guter Tipp. Sonst noch irgendwelche Tipps und Texte, speziell
für Menschen in deiner Situation? Für uns ist das der beste Urlaub, den es mit Behinderung gibt, den wir alle genießen können. Wichtig ist natürlich auch, es geht immer nach dem Schwächsten. Ist der Fahrer müde? Wird angehalten. Habe ich Schmerzen und kann nicht sitzen? Wird angehalten. Wenn der Hund raus will, das Kind. Es geht immer nach dem Schwächsten, nicht dem Stärksten. Das ist auch was, was man da beachten muss, damit alle Spaß haben. Es geht ja nicht nur
mich. Wir haben meinen Mann mit und den Hund mit und das Kind mit. Wir wollen ja alle Urlaub machen. Letzte Frage. Wo und wann gehts wieder los? Oder wohin und wann geht's wieder los besser gesagt? Gibt es schon Pläne? Donnerstag. Nein, ernsthaft? Ja, wir machen diesmal eine kleine einzelne Tour, Nur mein Mann und ich und der Hund. Wir wollen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern eine Schlössertour machen, verschiedene Schlösser angucken. Und sind aber Sonntag wieder zurück.
Nur wir 2. Es ist auch der 1. Längere Urlaub, wo wir ohne Kind jetzt waren. Aber sie ist 14 und sie wollte ihr Huhn haben. Da kann sie auch mal drauf aufpassen. Und es wird vielleicht anders sein, wenn sie nicht mit ist. Mal gucken. Und ansonsten Ende Oktober noch mal eine Woche. Ich war noch nie auf Sylt. Und ich möchte so gern über den Hindenburg dann mal fahren. Ich kenne das immer nur von Reportagen. Und wir gucken ja sehr viele Reportagen.
Und ich habe diese ganze Reportage gesehen, wie das gebaut wurde und das alles. Und ich möchte einfach mal da drüber fahren. Ist ja von euch gar nicht so weit. Nein, das ist nicht so weit. Wir wohnen ja so fast an der Ostsee. Aber wir hoffen, dass jetzt im Oktober nicht mehr so voll ist auf Sylt, dass man sich doch bewegen kann, dass nicht mal so viele Leute sind. Dann wollen wir einfach mal über den Hindenburgdamm, weil ich mir das so sehr
wünsche. Dann wünsche ich dir, dass dieser Wunsch sehr, sehr bald in Erfüllung geht. Und noch viele weitere Reisewünsche. Ich weiß, du hast noch ganz viele. Ich bedanke mich ganz, ganz herzlich für deine Offenheit, dass wir über alles sprechen konnten heute, auch bei so einem etwas sensiblen Thema, für deine Zeit. Und ich denke, ich spreche nicht nur für Sebastian, sondern auch für die Hörerschaft.
Wir wünschen dir alle natürlich noch lange möglichst viel Gesundheit und dass du noch vieles von dem umsetzen kannst, wovon du träumst. Oh ja, Nele, und da fällt mir auch ein, dein Podcast von Düsseldorf von Paul. Paul, 94 Jahre. Das habe ich mir mehrmals angehört, weil ich diesen Menschen so bewundere. Du hast gesagt, dass er nur das Positive gesehen hat und sich die Gabe beibehalten, sich zu begeistern. Wo es was Neues zu entdecken gibt. Und dass der Paul total vorwärtsgewandt
ist und lebensbejahend. Und weißt du, du hast dann gesagt, Paul hätte dir gesagt, nicht jammern, sondern machen, was er kann. Dieser Satz, nicht jammern, sondern machen was man kann. Weißt du was der aussagt? Nille, das ist der Satz von dir gewesen, den ich mir jemals mir angehört habe im Podcast und habe gedacht, ja, Paul. Paul ist mein Vorbild. Seid alle wie Paul. In diesem Sinne, vielen lieben Dank, Christiane. Gerne. Und vielleicht bis bald mal wieder. Alles klar, Nille.
Tschüss. Tschüss. Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021
