Folge 67 - Madame Charlotte - Disciplinarian Transcript bearbeitet von TyrionSmile Hallo und herzlich willkommen zu Folge 67 der Kunst der Unvernunft, dem Podcast, in dem Menschen über ihr persönliches Erleben von BDSM sprechen. Mein Name ist Sebastian Stix und diese Folge ist für mich was ganz Besonderes. Ich bin nämlich nach Hannover gefahren, ins Studio "The Sanctum" und dort habe ich Madame Charlotte getroffen und wir haben geredet.
Sie ist seit 20 Jahren aktiv dabei und bezeichnet sich selbst nicht als Domina, sondern als Disciplinarian. Und ich behaupte, sie weiß sehr, sehr genau, was sie da tut. Wie bei einer richtig guten Session haben wir mal ganz langsam angefangen und uns erst ein bisschen kennengelernt und dann haben wir angefangen zu steigern und zu steigern und zu steigern, solange bis mich dann der Übermut endgültig gepackt hat. Sie ist ja auch eine tolle Gastgeberin.
Und wir sprechen über Anfänge, die Lernkurve, die Akademie, das Studio und dann auch meine verzweifelten Versuche, einen Rabatt bei ihr auszuhandeln. Aber wir sind auch ein bisschen ernst geblieben. Ihr erfahrt hier auch das eine oder andere sehr private Detail von ihr. Kommt mit mir ins Studio, fühlt euch wohl und zuerst habe ich eine kleine Hausaufgabe für euch. Madame Charlotte hat mich nämlich gebeten, Musik von Marteria einzuspielen, so zur Einstimmung.
Und das darf ich ja hier leider nicht im Podcast, nicht mal einen kleinen Ausschnitt kann ich machen, da wird gleich irgendeine Content-ID anspringen, aber ihr könnt das hinkriegen. Wenn ihr möchtet, hört ihr jetzt zur Einstimmung von Marteria "Amy's Weinhaus". Den Link gibt es natürlich in den Shownotes. Wenn ihr das macht vorher, dann verspreche ich euch, wird die Folge dadurch noch ein bisschen schöner und runder. Jetzt geht es einfach los mit Folge 67 mit Madame Charlotte.
Ich bin hier in Hannover, habe das ganze Equipment auf einem sehr massiven Käfig aufgebaut, denn ich bin hier bei Madame Charlotte, hallo. Schönen guten Abend, schön, dass du hier bist, hi. Wir sind hier in deinem Studio, wie heißt es noch gleich? Ich helfe dir gern, The Sanctum, das Heiligtum.
Ja, und es sieht wunderbar aus, also hier ist alles liebevoll renoviert und wir sind hier eben schon mal durchgegangen, du hast mir ein tolles Getränk, einen Gin Tonic, kredenzt und jetzt haben wir es nach anderthalb Stunden mal geschafft, hier so langsam mal aufzunehmen. Das ist großartig. Ja, du machst unfassbar viel und ich habe das Problem, dass ich mich nicht entscheiden konnte, worüber ich mit dir reden will.
Deshalb habe ich beschlossen, wir fangen heute einfach mal an und dann gucken wir mal, wo es uns hintreibt. Auf jeden Fall kann ich zu dir sagen, dich gibt es schon länger hier in Hannover, du bist weit über die Grenzen der Stadt hier bekannt, du bist also quasi die Chefdomina vom Dienst in dieser Stadt. Trifft es das ein bisschen? Also erst einmal würde ich mich als Disciplinarian bezeichnen und nicht dieses Überbegriff Domina, da bin ich mittlerweile, glaube ich, ein bisschen weg von.
Also Disciplinarian, über die Stadtgrenze bekannt, ja sicherlich, weil ich viele Jahre in Berlin gearbeitet habe, in Wien seit 15 Jahren tätig bin, in New York gearbeitet habe, in London gearbeitet habe und eigentlich doch ganz gut rumgekommen bin. Das war immer so mein Ziel, die verschiedenen Mentalitäten kennenzulernen. Ja, also das wird heute echt spannend für mich. Und ich habe ein bisschen überlegt, Mensch, wo fangen wir an und wie und überhaupt?
Und jetzt wäre es natürlich naheliegend, erstmal zu fragen, wie hast du angefangen? Und dann würdest du jetzt eine Geschichte erzählen, das wäre alles total schön. Aber ich mag jetzt erstmal wissen, was machst du jetzt noch? Also was ist so momentan das, wo du sagst, das erfüllt dich, das macht dir Spaß, das ist genau deins?
Ja, das ist eine sehr gute Frage, weil sich das natürlich in den 19 Jahren meiner Tätigkeit immer wieder geändert hat, meine Vorlieben und die Frequenz auch, wie häufig ich überhaupt noch tätig bin. Wir hatten ja im Vorfeld miteinander gesprochen und ich habe dich als erstes gefragt, was willst du von mir wissen und welche Seite möchtest du von mir kennenlernen? Und wir sind beim Klassiker, der Domina oder des Disciplinarian gelandet.
Madame Charlotte ist zweimal in der Woche noch tätig und ich denke, das ist im Augenblick für mein Leben genau so der richtige Modus, zweimal in der Woche im Studio zu arbeiten. Und ansonsten bin ich mit anderen Dingen beschäftigt. Ja du bist so eine Power-Person einfach, also wenn man überlegt, was für Projekte du am Laufen hast, ich sag jetzt nicht alle, aber hier gibt's noch einen Club nebendran.
Boah, also ich bin echt beeindruckt, wo diese Energie herkommt, ich will es ehrlich gesagt gar nicht genau wissen, es ist beeindruckend und ich hab lange überlegt, mein Gott, also Domina, da frage ich das Publikum mal, was wollen die alles von einer Domina wissen, ich hab das alles gestrichen, weil ich glaube, Also du entsprichst eh nicht dem Klischee. Schon lang nicht mehr, denke ich. Dann brauch ich auch nicht nach dem Klischee zu fragen. Das kennen wir doch alle, oder?
Ich fang mal so an, was machst du denn nicht? Von den Praktiken her? Genau. TV-Erziehung. Das ist alles? Was mach ich noch nicht? Dirty Games, unästhetische Dinge. Was in meinen Augen unästhetisch ist, das liegt ja immer im Auge des Betrachters. Machst du nicht, weil du nicht musst oder weil du keine Lust hast? Weil ich keinen Bock hab. Es ist ein riesiger Unterschied, aber ich versuche immer in meinen Aktionen authentisch zu sein.
Und wenn ich mich für oder gegen etwas entscheide, dann hat das auch seinen Hintergrund. Du bist aber, ich sag mal, so weit unabhängig, dass du dir das aussuchen kannst. Ja, absolut. Also du kannst dir Gäste aussuchen... Ja. Du kannst dir aussuchen, was du machst... Ja. Wie du es machst... Ja. Wann du es machst... Ja. Warum machst du es denn überhaupt noch? Weil ich Bock drauf habe. Gut, das ist in Ordnung.
Du hast mir ja im Vorgespräch gesagt, eigentlich reicht schon Seil oder Handschellen und ein Halsband und viel mehr braucht man gar nicht und dann kann man schon als Domina loslegen und wenn man gut ist, dann reicht das auch an Equipment. Ich glaube die Hauptaufgabenstellung, wenn man das mal so technisch bezeichnen darf, ist sein Gegenüber zu fesseln und in dieses Mindsetting mit wenig hinzukriegen. Das heißt, du musst verbal richtig gut sein, du musst dein Gegenüber analysieren können.
Und mittlerweile ist es ja so, dass Sessions meistens in Materialschlachten ausarten. Aber als ich 2003 angefangen habe, da ging es wirklich darum, mit wenig Equipment viel hinzukriegen. Und ich glaube, das macht auch eine gute Domina aus. Gut, aber wenn man's kann, dann kann man auch mit der Materialschlacht anfangen. Richtig. Also wir haben uns das Studio hier angesehen und ganz ehrlich, du warst total stolz, als du sagen konntest, das ist sogar in weiß.
Und das ist lackiert und das ist so geändert und das ist angefertigt. Also das Material hat man schon gerne da. Ja ja klar und es ging mir bei der Einrichtung des Studios auch darum, Inspirationen, die ich überall, wo ich so unterwegs war, die ich gesehen habe aufzunehmen und dann sozusagen meine Handschrift dem zu geben und so das Studio einzurichten.
Das heißt einige Räume wurden auch komplett wieder ausgeräumt, weil mir irgendwas nicht gefallen hat und dann wieder komplett wieder eingeräumt, ausgeräumt, eingeräumt, ausgeräumt. Die sind verzweifelt, aber zum Schluss war es dann gut. Das Ergebnis ist wunderschön. Also ich habe auch schon gedacht, Mensch, mal so ein Wochenende hier. Ich kann es mir wahrscheinlich nicht leisten, aber es ist, ach ja, das ist eine schöne Ferienwohnung.
Jetzt fange ich aber doch mal ein bisschen vorne an. Du hast gesagt, 2003 hast du losgelegt. Womit hast du angefangen? Womit ich angefangen habe? Erstmal habe ich das heimlich gemacht und zwar nicht in Hannover, sondern in Nordrhein-Westfalen, weil da ist natürlich die größte BDSM-Dichte in Deutschland. Und da wollte ich mich erst mal ausprobieren, ob das jetzt nur eine Laune der Natur ist, ob ich da drauf stehe oder inwieweit das was für mich ist.
Ob es eine Facette von mir ist oder nicht oder das, was man mal sexuell ausprobiert und dann nach einem halben Jahr wieder zu den Akten legt, weil es dann doch nicht so ist. Aber nein, es war dann anders. Waren das deine erste BDSM-Erfahrungen? Ja. Okay, aber das hättest du ja auch privat einfach ausprobieren können.
Das kam relativ schnell, weil ich mich mit einem meiner privaten Kontakte in einem Club getroffen habe und die haben gesehen, wie ich was mit ihm mache und die waren irgendwie geflasht und haben gesagt, willst du bei uns anfangen zu arbeiten? Und ich so, keine Ahnung, keine Ahnung, ich bin hier völlig neu und ich probiere mich einfach nur aus und die fanden das gut. Ich dachte, du hast zuerst versucht, das für Geld zu machen.
Nein. Aber BDSM ist deins, auch für dich persönlich, in deiner Freizeit würdest du BDSM nicht ausschließen? Es ist unverzichtbar. Ich glaube, das sollte man betonen. Ja, ich habe ja mit ein paar Menschen gesprochen, die auch sagen, Mensch, ich arbeite im Studio. Und die meisten haben gesagt, nein, BDSM hat zu Hause nichts zu suchen, auf gar keinen Fall.
Und da habe ich mich ehrlich gesagt sehr gewundert, weil das ja doch ein Beruf ist, wo man Leidenschaft für die Sache einfach braucht, damit man das gut machen kann und wenn ich sage, das mache ich halt nur ein paar Stunden und dann mache ich die Tür zu und dann will ich davon nichts wissen, das fand ich komisch.
Ja, das bin ich auch nicht. Also, wenn ich hier die Tür zumache, dann kann ich das in Anführungsstrichen professionelle hinter mir lassen und kann ganz normal nach Hause fahren und so das andere Leben sozusagen wunderbar hinkriegen. Aber privat käme für mich niemand in Frage, der dem nicht zugeneigt ist. Wenn jemand sagt zu dir, Mensch, du machst das gut, du kannst für uns arbeiten. Hast du gleich ja gesagt oder hat man nicht vielleicht ein paar Bedenken oder
so? Ich meine, da warst du ja auch noch super jung. Ne, so super jung war ich gar nicht. Nö, wenn ich so große Bedenken gehabt hätte, dann hätte ich es nicht gemacht. Hatte ich nicht. Und wenn man mal bedenkt, das war so ein semi-privater Club, da hat man auch nicht das Geld bekommen, was man in einem Studio bekommt, aber es war auch nicht super schlimm, wenn man mal einen Fehler gemacht hat.
Ich glaube, ich hätte die Lust daran verloren, wenn ich von Anfang an in einem professionellen Studio gearbeitet hätte. Was hätte dich denn daran abgeschreckt oder was wäre jetzt nicht so gut gewesen? Vielleicht ein ganz anderer Druck am Anfang und so konnte ich auch mal einen Fehler machen, Knoten falsch setzen, hat eh keinen großartig interessiert. Dieser Perfektionismus, der kam erst später, dass ich die Workshops besucht habe und so weiter und so fort.
Okay, aber der muss sein, der Perfektionismus. Also wenn du eine Dienstleistung erbringst, dann muss die von vorne bis hinten sitzen. Ja, das ist mein Anspruch an mich selbst. Ja, aber man muss ja auch mal lernen. Das habe ich dann auch getan. Also ich mache ja seit 20, 25 Jahren BDSM und ich würde im Leben nicht behaupten, dass ich irgendwas perfekt mache, sondern es ist immer nur ein weiteres Stück weit, wo ich sagen kann, oh cool, neue Erfahrung und ich nehme wieder was mit an Wissen.
Für mich ist es in dem Augenblick perfekt, wie ich es mache. Reicht es nicht, wenn dein Gegenüber es perfekt findet? Nein. Es muss für dich perfekt sein? Ja. Okay, und das ist auch dein Anspruch dann an deine Gäste? Dass sie gut sind? Dass die gut sind. Dass die ihren Job, den sie ja dann in dem Moment haben, perfekt machen. Ah, da kommen wir zu den Anekdoten. *lacht* Ja, natürlich.
Also ich hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm, aber ich habe einen Gast, den ich mal rausgeworfen habe, weil er nicht gut genug war. Und er hatte daran zehn Jahre zu knabbern und jetzt ist einer der besten Sklaven, die ich habe. Das hat ihn so getriggert, dass ich ihn rausgeschmissen habe, weil ich gesagt habe, Alter, du kannst das nicht, nee. Und dann ist er woanders hingegangen, was ja auch völlig in Ordnung ist.
In dem Augenblick hat es einfach nicht gepasst und heute ist er für mich das perfekte Match. Das heißt, er ist aber Langzeit auch da bei dir. Was heißt Langzeit? Naja, wenn du sagst, das ging zehn Jahre. Nein, zehn Jahre war er nicht bei mir. Genau, war er nicht bei dir, aber das muss ja schon ein bisschen her sein. Ja. Okay, ich mutmaße, entschuldige bitte. Aber das stimmt ja, klar.
Ich will ja gar nicht mutmaßen, aber das ist dann was, zu dir kommt man nicht, um mal einen schönen Abend gehabt zu haben. Nein, nein, hab ich fast gar nicht. Okay. Die werden mit mir alt. *beide lachen* Ja, ist so. Okay, wie finden die dich denn? Also klar, die können dich googeln und dann findet man dich und dann ruft man an und macht einen Termin und dann geht's los. Nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee. Dann stelle ich erst mal Fragen. Was würdest du denn von mir wissen wollen?
Na erst mal, was du erleben möchtest. Deine Referenzen. Wo warst du schon? Was hast du für Erfahrungen? Was suchst du? Ist das in dem Moment ein Test oder geht's einfach darum, dass du die Person einschätzen kannst? Das ist schon das Totale. Das ist ein Forechecking. Also was ist dir denn lieber? Jemand, der noch gar keine Erfahrung gemacht hat oder jemand, der eine lange Liste aufzählen kann? Puh, der erfahrene Hase. Okay, warum? Ist es schwieriger? Ja. Und die Herausforderungen? Ja!
Okay, dann muss ich mal wissen, Anekdoten sind ja immer gut. Gibt es Herausforderungen, bei denen du vielleicht im ersten Versuch gescheitert bist? Und du dachtest, das gibt's doch nicht, hab ich nicht geknackt. Gab es sicherlich auch schon, klar. Aber du weißt es halt nicht immer. Es gab auch Situationen, wo ich dachte, boah, heute hast du es ja nun überhaupt nicht auf die Reihe gekriegt. Und dann kam irgendwie als Feedback, heute war es besonders toll. Und du denkst, was? Nein, war es nicht.
Naja, es ist immer ziemlich unterschiedlich, ne? Wie hast du dich so entwickelt? Also ich meine, wenn du anfängst, man kriegt ja so ein bisschen Basics. Hauen, Schlagen, Fesseln. Und dann ist das sowas mal okay. Und dann fängt man ja an rum zu probieren und Dinge zu erforschen und du hast ja auch einen gewissen Einfluss auf deine Gäste, dass du die schon in die Richtung kriegst, dass die von dir das wollen, was du ihnen auch geben willst.
Auf der anderen Seite ist es auch so, dass sie auf mich etwas projizieren, was sie denken, was ich bin. Das heißt, es gibt wahnsinnig viele Fotos in Latex von mir, aber sie sehen in mir den Disciplinarian und den Drill Instructor und die Uniformfrau. Und ich habe wenig Anfragen für Heavy Rubber, obwohl ich hier alles habe. Das ist, was die Leute mit mir verbinden. Und das ist immer das Gleiche. Du musst doch gar nicht mehr erzählen, was du machst, was deine Spezialität ist, die Leute wissen es.
Nee, sie wissen es, aber sie könnten ja genau zwei Stunden mit mir in die Klinik gehen und ich könnte tackern, nähen und alles tun, aber nein, das möchten sie nicht von mir. Wo kommt der Ruf her? Den hast du dir ja offenbar schwer erarbeitet. Wahrscheinlich. Und wenn du dann etwas anderes tust, dann, ja, was macht sie denn da? Egal, egal, das blenden wir jetzt aus. Sie ist das. Das ist einfach so.
Wie lange wirst du denn schon begleitet von manchen Gästen? Also was ist so die längste Verbindung, die es da gibt? 17 Jahre. 17 Jahre? Also quasi von Anfang an? Ja. Und das steigert sich dann immer noch oder ist das so ein liebgewonnenes Ritual? Genau, zweiteres. Früher war ich definitiv höher, schneller, weiter und heute habe ich so eine innere Gelassenheit. Da muss eigentlich gar nicht so viel passieren und man bekommt trotzdem ordentliche Dankbarkeit, das ist schon schön.
Wo kommt das her, dass du sagst, das reicht? Also dieses nicht mehr springen, nicht mehr rennen, sondern entspannt. Wo nimmst du das her? Und warum eigentlich? Weil man kann ja immer noch mal einen draufsetzen. Könnte ich. Muss ich es tun? Ja, vielleicht für dich. Nicht immer.
Also es gab jetzt keinen Wendepunkt, den würde ich jetzt ja so heraufbeschwören, dass man sagt, also irgendwann ist man ja so ein bisschen ausgebrannt mit dem, was man tut, dass man irgendwie überlegt, dass man auch mal was ändern muss. Mhm. Wenn ich das Gefühl habe, ausgebrannt zu sein, fange ich sofort mit einem Sabbatical an. Und mache sechs Wochen lang gar nichts.
Oh, ich beneide dich gerade unfassbar. Ich glaube ich hatte noch nie sechs Wochen Urlaub am Stück und an ein Sabbatical ist nicht mal zu denken. Nein, aber BDSM-Sabbatical. Ich mache dann alles andere weiter, aber eben kein BDSM. Das heißt du arbeitest auch völlig ohne den Druck, ich muss da jetzt mein Leben von finanzieren. Völlig frei davon. Bewundernswert, beneidenswert. Du merkst, ich zerfließe gerade ein bisschen.
Das liegt auch ein bisschen daran, dass du die Heizung wirklich gut aufgedreht hast. Aber komm, nimm mich mal so ein bisschen mit auf die Reise. Du hast angefangen, du hast deine ersten Gäste, mit denen du was machen kannst, aber man überlegt ja am Anfang, das ist erstmal nur was für kurz, das probiere ich jetzt mal, ich habe noch tausend andere Pläne. Wie ist das bei dir verlaufen und wie hast du dich auch entwickelt in dem, was du möchtest und was du willst?
Die Ziele sind immer unterschiedlich. Das kommt immer darauf an, in welchem Lebensumstand ich mich befinde. Ganz klar. Und mal einen Schritt zurück zu gehen und nicht immer weiter nach vorne zu gehen, ist doch auch mal ganz gut, oder? Aber das ist gerade am Anfang. Ich meine, du probierst, du lernst. Ja, natürlich. Am Anfang war definitiv höher, schneller, weiter.
Aber wenn du irgendwann diesen Punkt erreicht hast, wo du mit dir selbst zufrieden bist und du weißt, du kannst diese Sessions machen und du kannst diese Sessions nicht nur eine Stunde machen oder drei Stunden machen oder zehn Stunden machen. Ich mach das bis 48 Stunden. Am Stück. Also es gibt auch viele Anfragen, gerade jetzt in diesem Imprisonment-Bereich, die sagen 72 Stunden und so weiter. Das ist mir zu viel. Also ich sage 48 Stunden und darüber hinaus dann nicht mehr.
Okay, das heißt aber, bist du auch wirklich 48 Stunden exklusiv für diese Personen da? Ja. Und ich hab's ja eben gesehen, wir haben ja hier so eine Zelle nebendran. Ich bin ein bisschen beeindruckt, weil sie ist so, das sind sogar die Fliesen einfach genauso, wie sie sein müssen. Das alte Zeug ist noch irgendwie da und du hast gesagt, das Bett hast du nochmal schmaler machen lassen, damit es unbequemer ist. Ich bin sehr froh, dass ich oben spiele.
Aber das Podcastsubbie muss ich hier definitiv nochmal durchführen. Ja. Okay und nochmal zurück. Also du hast angefangen. Und am Anfang überlegt man, ja ich kann mir das und das und das vorstellen und das und das nicht. Also man hat so eine Vorstellung von dem Ganzen.
Und ich mag einfach ein bisschen wissen, was hat sich da verändert, wo bist du entspannter oder auch gleichgültiger geworden, wo du sagst, stört mich alles nicht mehr und früher war das vielleicht für dich wirklich eine Herausforderung oder auch ein Hard Limit. Hard Limit? Die Etikette. Heute ist es mir völlig egal, ob mich jemand duzt oder nicht. Früher musste man mich von vorn bis hinten siezen. Also dieses, wie nennt man das eigentlich?
Diese Etikette, dieses Klischee oder Majestatis Pluralis noch zu nutzen. Mein Gott, stehen hier noch welche neben mir? Nein, ich bin allein im Raum. Hurra. Also dieses völlig Überzogene ist für mich absolut unauthentisch. Aber wird das nicht gewollt? Bringt das nicht auch ganz viel von dem Kink mit, dieser Ebenenverschiebung und dass es eben auch mühevoll ist, sein gegenüber anzusprechen?
Ja, es gibt mir nichts, also früher bin ich da total drauf angesprungen, wenn das nicht gesessen hat, wenn das nicht so kam. Im Zuchthaus jetzt zum Beispiel ist das was anderes. Da ist wirklich das noch, so muss der Satz anfangen, so muss der Satz enden, wenn nicht, Strafpunkt, Erdloch. Und ähnliches, sag ich jetzt mal. Ich geh da jetzt nicht so en Detail. Da ist es wirklich eine Inszenierung, aber in dieser Inszenierung brauche ich auch zwei Tage vorher, um in dieses Mindsetting reinzukommen.
Das ist wie bei einem Schauspieler. Ich meine, das Zuchthaus ist bei Dresden, ich fahre dreieinhalb Stunden hin und es ist schon so geplant, dass es eine Playlist im Auto gibt, was ich für Musik höre, wenn ich dort hinfahre. Magst du ein bisschen was vom Zuchthaus erzählen, was das ist? Weil die meisten werden es nicht kennen. Das Zuchthaus ist ein Projekt für Häftlinge. Das gibt es drei bis vier Mal im Jahr und ist in einer echten JVA.
Und da wird der Häftlingsalltag sozusagen gelebt mit Schikanen, ausweglosen Situationen und auf jeden Fall Edgeplay. Definitiv. Okay, und das machst du aber nicht alleine? Nein, das mache ich natürlich mit dem Anstaltspersonal. Wir nennen uns da natürlich nicht, wie wir als Dominas heißen. Ist klar, wir geben uns irgendwelche anderen Namen, weil dieses Name-Dropping ist bei diesem Projekt völlig blöd, auch unpassend.
Und wir geben uns irgendwelche komischen Namen und es ist immer das gleiche Aufnahmeritual und es gibt Strafakten und es gibt Stempel und Polaroid-Kameras für die Mugshots und ziemlich authentisch das Ganze. Geht dann auch wirklich ein paar Tage, wo du dann aber auch wieder voll drin bist? Da bin ich voll drin. Also ich brauche zwei Tage vorher, um reinzukommen, dann ziehe ich die zwei Tage durch und am nächsten Tag habe ich immer Urlaub, da wissen alle meine Freunde, ruf sie bloß nicht an.
*lacht* Sie ist noch im Modus, nicht gut. Wie willst du denn dort angesprochen werden oder wie musst du angesprochen werden? Frau Aufseherin. Frau Aufseherin? Mhm. Oh, das klingt aber sympathisch. Ich bin voll die sympathische Aufseherin, glaub mir. Ja, ja. *lacht* Das ist, ich versuch grad, ich überleg grad, will ich dem Publikum verraten, dass so der Teufel dir auf dem Nacken sitzt, ja? Und ich glaub du kannst total entspannt sein und wirklich böse Dinge von dir geben.
Ich hab von jemandem gehört, dass ein leichter Vergleich mit so einem Disney- Bösewicht ganz gut zu dir passen würde. Aber nicht der Joker, oder? Es wurde nicht gesagt, welcher, aber so ein… Es wurde nicht gesagt. Zu meiner Person auch? Wie eine Disney-Bösewichtin. Das ist meistens der stärkste Charakter mit ganz viel Tücke und ganz freundlich und sympathisch. Und diesen Menschen muss man einfach mögen. Und währenddessen kann er die Welt abfackeln. Das ist aber alles okay.
Das ist alles verziehen. Redest du von Poison Ivy? Ich kann dir nicht sagen welche. Okay. Also ich hab da ein paar Menschen einfach mal vorher gefragt, die dich kennen oder die dich schon mal gesehen habe. Mensch sag doch mal was, damit ich hier meinen Spickzettel ein bisschen befüllen kann. Und was hast du gehört? Ich bin ganz neugierig. Ich hab gar nichts gehört. Nette Person, sympathisch. Niemand hat mir bestätigt, dass du irgendwie böse wärst. Ich muss an meinem Image arbeiten, oder?
Offenbar. Definitiv. Also tut mir leid, ich kann nicht damit dienen. Ich kann nochmal ein bisschen rumfragen, aber ich glaube es wird nicht schlimmer. Ich gebe es an die Marketingabteilung. Ist dir das wichtig, was für einen Ruf du hast? Überhaupt nicht. Mehr. Aber wie ist denn dein Ruf? Also was, wenn man jetzt deine Gäste fragen würde, wie würden sie dich beschreiben? Viele werden sagen, ich habe zwei bis drei Jahre gebraucht, um mich zu trauen, bei ihnen einen Termin zu kriegen.
Okay, und dann war es aber doch einfach einen Termin zu kriegen. Also du filterst ja schon mal so ein bisschen durch, wonach filterst du? Vorstellungen, wie sich ausgedrückt wird, ob es mich reizt irgendwie, weil ich habe wenig neue Gäste. Gibt es da einen Erstkontakt, wo du sagst, ja, man hat ja gesagt, obwohl man eigentlich sich nicht sicher war, dass das was werden kann?
Ich kenne einen meiner Burschen, der ist jetzt wirklich einer meiner Burschen, der ist über zehn Jahre da, da kann ich ihn so nennen. Und der war wirklich am Anfang furchtbar. Also mein Gott, was hat der gedacht, was ich mit dem mache und kam mit so einem Wunschzettel um die Ecke. Ja und irgendwann habe ich seinen Wunschzettel zerrissen und hab gesagt, das war es für dich, ne. Also jetzt nur noch nach meinen Vorstellungen und das hat er dann auch akzeptiert. Also es gibt keine Wunschzettel mehr.
Also das ist auch bei vielen, die mich begleiten, die dann auch sagen, mach worauf du Bock hast. Die geben mir nichts vor, die geben mir auch nicht vor, was ich anziehe. Früher am Anfang war es so, ja ich hätte gerne, dass sie die und die Stiefel anziehen und das und das und überhaupt nicht mehr. Also dass jemand wirklich sagt, ich hätte gerne das und das Outfit an dir gibt es sicherlich schon zwei, drei Jahre nicht mehr.
Jetzt kann man sagen, okay, Corona ist dazwischen gekommen und das Studio war ja auch lange zu, aber nein, das gibt es nicht. Aber das wäre sicherlich, wenn ich viel neue Gäste hätte, dann kommen die natürlich mit ihren unterschiedlichen Vorstellungen, aber die, die lange bei mir sind, die wissen ja, was ich sage. Ja, also du lebst quasi von den Stammgästen einfach. Natürlich, natürlich. Und das genügt auch. Das reicht.
Du merkst, ich will dich immer so ein bisschen zurück in der Zeit drücken, weil du bist da ja, da bist du jetzt. Aber da muss man ja irgendwie hinkommen und ich hätte natürlich gerne dein Geheimnis verraten, wie kommt man dahin, dass man eben so entspannt sein kann, dass man es sich aussuchen kann. Das heißt man muss ja irgendwann doch mal auch Wünsche erfüllt haben, einfach auch für das schnöde Geld im Zweifel.
Definitiv, gab es auch sicherlich am Anfang Situationen, wo noch verdammt viel Monat für einen verdammt beschissenen Kontostand war. Ja, leichte Diskrepanz, na klar, aber die Freiheit, dass es mich jetzt nicht irgendwie, ja Existenzängste fristen lässt, fünf Jahre, vor fünf Jahren. Da war ich dann mit meinem Studium fertig. In der Elternzeit habe ich ganz einfach fertig studiert. Und dadurch hatte ich natürlich sehr viel mehr Freiheit. Darf ich fragen, welchen Studiengang du abgeschlossen hast?
Ich bin Veranstaltungsfachwirtin. Das passt natürlich gut zu dem Laden, der hier im Keller ist. Ist ja gar nicht im Keller, aber... Ich wollte gerade sagen, entschuldige bitte. Es ist noch irgendwie, ja man geht Stufen hoch, damit man Stufen runter gehen kann. Nein, ist echt schön eingerichtet. Das ist ja auch wieder der Punkt, wie wir ein bisschen zusammengekommen sind, weil ich habe im November meine erste Party seit zwei Jahren endlich mal wieder besucht und war vorher noch nicht hier.
Und ich bin reingekommen, dachte mir, ach, das ist ja mal luftig und das ist, naja, also erstmal eine hohe Decke und dann alles freundlich und entspannt und nicht so, es war nicht so kitschig. Genau. Das finde ich so ganz schlimm. Schwarz, rot. Und so muss das jetzt sein. Furchtbar. Wir sind ein Frauenladen. Wir haben Türkis, wir haben Petrol, wir haben Moosgrün. Das sind so meine Farben. Lass uns mal zum Studio, zum Sanctum. Das Thema ist ja schon ein bisschen religiös. Warum das?
Was ist für dich ein Heiligtum? Ist es für dich ein Heiligtum, ist eine Religion ein Heiligtum? Weil das ist ja The Sanctum, ein Heiligtum und du findest hier sehr viele Religionen. Also du findest nicht nur das christliche Kreuz. Es ist alles so was man... Du findest hier auch buddhistische Dinge. Ja, ich find's spannend, weil man sieht natürlich nur das, was man selber auch kennt und dann erkennt man es wieder. Ich hab natürlich nur das Christliche gesehen.
Aber du hast nicht das Orthodoxe gesehen, du hast nicht das Buddhistische gesehen. Na, daran guckt man einfach mal vorbei, das ist ja immer das Problem. Aber warum hast du das ausgewählt? Ich mein, es gibt so viele Möglichkeiten, da auch von der Einrichtung was zu machen, man hätte es alles in Weiß-Kachel-Optik irgendwie machen können und du hast dich dafür entschieden, es ist hier unfassbar gemütlich.
Und auch die ganzen Möbel, sie wirken auf mich so ein bisschen irgendwie vertraut, das ist so ein nach Hause kommen so ein bisschen. Genau. Das hast du spannend hingekriegt, weil es wirkt nicht wie ein Studio auf mich, sondern so würde ich mein Haus, naja vielleicht nicht alle Räume, aber zumindest ein, zwei einrichten wollen.
Ich wollte ganz einfach, wenn ich ein eigenes Studio habe, reinkommen und mich genauso fühlen, wie ich mich dann als, ich sag jetzt mal in Anführungsstrichen, Diva fühlen möchte, als Frau, als dominante Frau. Das heißt, wenn du hier reinkommst, hast du auch einen speziellen Geruch. Hier ist immer der gleiche Geruch drin. Ich habe schwarzes Toilettenpapier und bei mir gibt es schwarzes Toilettenpapier. Was du gesehen hast in der Oyster, der Fußboden ist schwarzer Klavierlack.
Ganz viele kleine Details. Und jetzt überlege ich mal, deine Gäste, legen die da überhaupt Wert drauf? Nee du, das hab ich für mich gemacht. *lacht* Ja, aber du bringst das auf den Punkt. Ja, das bin ich hier. Dein Heiligtum für dich, damit auch du das Heiligtum deiner Gäste sein kannst. Puh, pathetisch oder so. Voll. Ey komm, es ist abends um 8 und ich habe hier Gin Tonic, das ist doch klar, dass ich hier anfange. Da würde ich sagen, Prost.
Ja, auf jeden Fall. Wir haben hier noch eine Flasche Champagner, die werden wir dann später auch noch killen, oder? Ja, wir probieren das. Schampus ist so lange her. Hervorragend, also ich wurde hier perfekt bewirtet. Du hattest zu mir gesagt, du bist... Ich streiche jetzt hier erstmal die Hälfte durch. Bitte tu das mal. Jetzt stelle ich dir eine Frage. Oh ja.
Ja, jetzt machen wir das Ganze mal andersrum. Du hast gesagt, ich sehe in dir nicht nur die Domina oder den Disciplinarian, sondern ich sehe in dir viel mehr. Und wie kam das? Erstmal habe ich dich als "die Domina" gar nicht erlebt. Also das muss man mal sagen, ich habe dich immer als Gastgeberin erlebt.
Damals im Turm noch. Ich glaub da sind wir das erste Mal aufeinander getroffen, die Erinnerung daran ist sehr dunkel und düster und weit weg, aber ich kenn dich einfach nur als Gastgeberin und habe dann irgendwann mal erfahren, ja, das ist auch eine Domina und ich ärgere mich auch gerade die ganze Zeit diesen Begriff zu verwenden, mir fällt gerade kein besserer ein, der... Nee, das ist ja der langläufige Begriff, ganz klar.
Und das ist ja, dass ich für mich selbst sage, nee, ich bin Disciplinarian. Also, das kann ja jeder, andere sagen dann so, ja, ich bin auch eher Switcherin und andere sagen dann wieder, ey, ich bin dies und das und jenes, das kann sich ja jeder ganz gut aussuchen, aber ich bin ganz einfach da. Andere sagen, auch in Amerika, sagen viele Man-Trainer. Warum machst du das eigentlich noch? Also du hast auch so viele andere Projekte, also es ist wirklich nur rein Spaß?
Ich habe mich das vor kurzem wirklich gefragt, so du bist jetzt im 19. Jahr, hörst du dann nächstes Jahr auf? Machst du die 20 noch voll und dann hörst du auf? Oder als ich Mutter geworden bin, hat meine damalige Schwiegermutter mich gefragt, wann ich denn jetzt endlich mal damit aufhören würde. Und ich habe gesagt, an dem Tag, an dem ich keine Lust mehr habe. Genau so sehe ich das heute auch noch. An dem Tag, an dem ich keine Lust mehr habe, höre ich auf. Sorgst du auch für Nachwuchs im Studio?
Sehr schwer, ja. Warum ist das schwer? Das frage ich mich auch. Früher, zu Berliner Zeiten, war es ganz viel, dass viele junge Frauen gekommen sind und sich nebenbei, neben dem Studium, was dazu verdient haben und so weiter. Das hat sich komplett gewandelt. Ich habe so manchmal den Eindruck, die arbeiten lieber bei Starbucks und lassen
sich da ausbeuten. Keine Ahnung. *lacht* Okay, das kann ich mir tatsächlich überhaupt nicht vorstellen, weil ich glaube ja mal, dass BDSM als solches ja gerade bei jungen Menschen, die auch studieren, immer weniger komisch wirkt. Das kann man halt machen. Und dann ist ja die Überlegung, damit kann man ja auch im Zweifel das Studienkonto aufbessern, die ist doch gar nicht so weit weg. Exactement! Ja, aber genau das Konträre ist hier der Fall.
Das heißt, du würdest hier gerne ein bisschen ausbilden und es scheitert einfach daran, dass es niemanden gibt? Es scheitert daran, dass es hier in der Region Hannover niemanden gibt. Also die, die bei mir die Kurse besuchen für die Social Sanctum Akademie, die kommen aus Rheinland-Pfalz, die kommen aus Hamburg, die kommen von überall her, aber die kommen nicht aus Hannover. Wie sieht denn so ein Kurs aus? Also was ist das Ziel dabei?
Na erst mal so einfach auch mal rechtlich gucken. Du kannst ja jetzt nicht eine Peitsche in der Hand nehmen und sagen, so jetzt bin ich Domina. Da sind wahnsinnig viele Aspekte, die du zu bedenken hast. Okay, pass auf, dann gucke ich mal einfach ich als Privatmensch. Ich weiß, ich muss mit meinem Gegenüber absprechen. Ich muss ein bisschen gucken, dass ich einen Konsens habe und auf ein Safeword, wenn es kommt, reagiere, ob ich es vereinbart habe oder nicht.
Aber ich muss halt diese Einvernehmlichkeit irgendwie garantieren und dann bin ich eigentlich, wenn ich nicht ganz blöd bin, aus Haftungsproblemen halbwegs raus. Wenn du professionell als Domina arbeitest, brauchst du als erstes mal eine Arbeitserlaubnis. Okay, die bekommst du beim Gesundheitsamt. Die Arbeitserlaubnis bekommst du beim Gewerbeamt, beim Ordnungsamt. Allerdings musst du vorher eine gesundheitliche Beratung machen. Genau, die war's.
Genau, und das ist das erste, damit du dann später deinen Ausweis bekommst, genau. Okay, muss man den eigentlich vorzeigen? Bei wem? Ja, weiß ich ja nicht. Du musst ihn bei dir führen. Du kannst ihn einmal auf deinen bürgerlichen Namen machen und du kannst ihn einmal auf deinen Alias-Namen machen. Gut, aber das ist ja erstmal Bürokratie. Ja, aber der Job ist am Anfang wahnsinnig viel Bürokratie. Ja, gut, das sind zwei Amtstermine, was ist das? Zwei Wochen?
So, danach dein Steuerberater. So, danach kommt dein Marketingplan. Okay, ist man in einem Studio nicht vielleicht auch einfach angestellt? Nein, darf ich nicht. Das ist Förderung der Prostitution. Ach so. Okay, das heißt alle sind selbstständig und haben alle das Steuerproblem am Hals. Müssen alle selber Steuer erklären. Aber man kann ja erstmal einfach anfangen. Nein. Was denn noch?
Ja, sowas aber auch, ne? *lacht* Okay, also ich brauche finanzielle Beratung, okay, ich brauche die Erlaubnis das zu tun, okay, ich brauche… Dein Marketing, deinen eigenen Marketingplan. Wie sehe ich mich eigentlich? Bin ich eine Bizarrlady, bin ich eine Domina, bin ich eine Sklavin? Was bin ich, ne? Ganz klar. Als was möchte ich tätig sein? Okay, und wenn du jetzt hier einen Kurs gibst, wissen die das alles schon vorher?
Nein. Okay, also mit was für Vorstellungen kommt man denn zu dir und mit was für Ideen geht man wieder? Also man kommt mit der Idee, ich möchte mal im Studio arbeiten und man geht mit, scheiße, habe ich heute viel Hausaufgaben gekriegt und ich muss die innerhalb der nächsten Wochen machen, damit ich zum, dann, das ist ja dann der Basiskurs, damit ich zum weiteren Kurs, zum Aufbaukurs gehen kann. Weil du musst in der Zwischenzeit deine Hausaufgaben machen.
Ja, ich glaub das ist nochmal der Unterschied, wenn ich irgendwas mit Seil mache, dann kann ich da machen was ich will und muss halt nur gucken, ich verletz keinen. Du bist ja Perfektionistin, das heißt, das wird wirklich gelernt, angewendet, geprüft, bewertet und dann ist man ausgebildete Riggerin, ausgebildeter Rigger. Da würde ich nur die Basics machen. Also wenn man jetzt sagt, ich möchte eine komplette Rigger-Ausbildung machen, dann ist man bei mir an der falschen Stelle.
Da würde ich sagen, fahrt zu Osada Steve, gönnt euch was, dann seid ihr gut. Ja, da gehört ja auch das ganze Üben dazu. Wahnsinnig viel. Oder wir haben jetzt zum Beispiel im Juni, haben wir wieder die Two Knotty Boys, den Danarama da. Für das American Bondage. Was ich dem japanischen Bondage sehr vorziehe.
Gut, aber das ist ja dann nur mal ein Kurzbesuch, das kann man ja, eigentlich ist das ja wochenlanges Üben und Machen, das kann man ja nicht mal eben schnell lernen oder liegt vielleicht da die Magie drin, dass man das Wichtigste doch in kurzer Zeit mitnehmen kann? Naja, um es jetzt mal nicht diese Illusion so komplett zu pulverisieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand zu dir kommt und sagt, ich möchte jetzt eine dreistündige japanische Rope Session haben, ist doch sehr gering.
Also geht es im Studiobetrieb um schnelles, effektives Fesseln, was dir meistens mit Eisen, Tape und ähnlichen, Segufix, schnelles amerikanisches Bondage ist mir da ein bisschen lieber, weil es einfach besser passt, damit in dieser Zeitspanne von der gebuchten Session von 1, 2, 2,5 Stunden einfach auch was passiert und nicht so lange da im Shibari Dinge getan werden oder was ich oft erlebt habe, da echt richtig lange an der Suspension gearbeitet und dann,
oh nee, kannst du mich wieder runterlassen? Ja, kann ich. Das war jetzt gerade 20 Minuten Arbeit. Ist das vielleicht eine falsche Vorstellung, dass, wenn du Menschen ausbildest, die überlegen ja, was wird von ihnen erwartet? Liegen die da halbwegs richtig oder auch nicht? Tut mir leid, nein. Aber du, ich war früher genauso naiv. Ja okay, komm, dann machen wir mal Realität. Ich möchte im Studio arbeiten versus, also was stelle ich mir vor zu was ist es denn wirklich?
Weil erstmal ist es doch entspannt, du machst die Ansagen, ja, du musst das alles vorbereiten, aber im Grunde, wenn du ein bisschen weißt, was du tust, dann einmal schnippen und dann läuft das. Du merkst, ich provoziere dich gerade. Komm, erklär mir, was ist so schwierig? Was macht die Sache so anstrengend? Und warum ist man hinterher glücklich, wenn man das einfach gut hingekriegt hat? Nee, du triffst ja jetzt ganz einfach im Studio immer auf verschiedene Charaktere.
So wenn du jetzt sagst, ich mach den jetzt verbal richtig fertig und das ist jemand, der dann dir überhaupt gar kein Feedback gibt, sondern der stille Genießer, in Fachkreisen auch der tote Fisch genannt ist, dann wirst du kläglich scheitern. Das heißt, du musst dich im Studio durch deine Erfahrung immer wieder auf neue Situationen einstellen und sofort reagieren. Du musst immer einen Schritt voraus sein und das gibt dir nur die Erfahrung. Okay, aber kann man das lernen?
Durch die Erfahrung. Wenn du Menschen das beibringst, dann müssen die ja irgendwie so ein bisschen größer werden. Achso, und du meinst nach zwei Tagen können die das dann? *lacht* Naja, dann machst du aus den zwei Tagen halt zwanzig und dann… Ja, aber das kann sich ja irgendwann auch am Anfang auch keiner leisten, weil im Endeffekt kriegen die ja auch von mir eine Liste, du musst das und das und das und das als Outfit haben. Dann musst du das und das und das und das als Equipment für dich haben.
Was müssen die denn haben? Naja, die sollten schon so eigene Nippel... Ich kenne ja diese kleinen silbernen Köfferchen, die empfehle ich ja immer sehr. Und ich finde jede Frau sollte ihr eigenes Spielzeug so ein bisschen haben. Klar, die großen Sachen können sie hier vom Studio nehmen, völlig in Ordnung. Oder Outfits, also immer sitzende Strümpfe, also Modell, ich habe jetzt immer eine Laufmasche, geht auch nicht. Also akkurates Auftreten, vernünftige Outfits und das kostet.
Ja gut, das sind erst mal Investitionen ins Material. Genau und das Ding ist ganz einfach, du musst bereit sein in Dinge zu investieren und nicht vom ersten Tag an so, jetzt verdiene ich. Warum nicht? Also ich schaffe die Sachen an, okay das ist eine Ausgabe, aber dann wenn ich meinen ersten Gast habe. Und du meinst mit deiner Ausgabe ist der erste Gast da, der das alles amortisiert?
Nein, natürlich nicht, aber... Nein das war jetzt so die Überlegung, ob man nicht vielleicht erstmal die ersten drei, vier Gäste gratis als eine Art Praktikum bedient. Genau, so musst du es sehen. Aber wenn du gerade sofort Cash auf die Hand brauchst, dann musst du natürlich irgendwas finden, um dich erst mal bekannt zu machen. Wenn dich kein Schwein kennt, ist das ein bisschen schwierig. Also musst du erst mal professionelle Fotos von dir machen.
Okay, also der Druck, ich muss jetzt Geld verdienen, der funktioniert mal gar nicht. Das geht voll nach hinten los. Passiert das oft? Nee. Wie professionalisiert ist das eigentlich inzwischen? Also weil ganz ehrlich, ich bin so ein Kind, 80er, 90er aufgewachsen und mein Gott, was ich über Dominastudios damals wusste, das kam halt bei RTL.
Also jetzt hast du gerade mein Problem, deshalb finde ich das ja auch so schön und eigentlich jedes Studio, in dem ich in den letzten zehn Jahren war, war immer so, Hach, Wohnzimmer, schön. Nichts war so, wie das halt im Klischee in meiner Jugend immer dargestellt wurde. Und ich glaube aber, dass die meisten Menschen, die jetzt hier auch gerade zuhören, eben genau dieses selbe Problem haben wie ich. Wir haben halt in den 80ern, 90ern RTL geguckt.
Und wir wissen, wie die Domina aussieht, wir wissen, wie das Studio aussieht und wir wissen, dass die Frau unangenehm laut schreit. Und ich hoffe, und du bist auch schon sehr gut dabei, dass wir mal ein bisschen loswerden, dieses Klischee von diesem fürchterlichen… Ruf mich an. 0900. Habe ich tausendmal gehört. 0190 noch. Stimmt. So sieht das aus. Wann wurde es denn 0900? Ich glaube 98 oder so. Nein, später. Echt? Ja. Nach den 2000ern. Das kann sein, die 0800 kam früher, genau.
Ja, also möglich, aber ich kenne es noch mit 0190, ruf mich an und auf so einem schlechten Fernseher, einen schlechten Ton und dann abends immer durch, ach Gott, das war so fürchterlich. Du, vielleicht waren das auch die Stiefelladies früher, das waren ja diese klassischen Stiefelladies, Overknee-Stiefel und die Anzeigen in der Zeitung mit Stacheldraht drumrum und da wusste man das. Aber das war natürlich auch die Generation vor mir, das waren ja noch in den 90ern und so.
Ich glaube schon, dass die ganz anders gearbeitet haben und auch ein ganz anderes Geld verdient haben. Wo kommt es her? Also kommt es von den Gästen oder davon, dass sich das einfach weiter professionalisiert hat? Es hat sich weiter professionalisiert. Was macht man denn nicht mehr, was man da noch erwarten konnte? Also eventuell man lässt sich ein bisschen ärgern, sag ich jetzt mal, um das mal sympathisch zu sagen und danach wird natürlich noch gevögelt. Bitte?
*beide lachen* Diese großen Augen wollte ich einmal sehen. Bitte? Erzähl mir nicht von Dingen, die ich nie getan habe. *lacht* Wenn du das willst, kannst du doch mit einem Gast ins Bett gehen. Ja, natürlich könnte ich das. Aus Prinzip nicht? Aus Prinzip nicht. Okay, aber wenn das andere machen, dann ist das okay. Du, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Also unterscheidet das, also gibt es, ist das vielleicht eine goldene Regel?
Nein, auf gar keinen Fall. Domina, geht nicht, vögelt nicht mit Gästen, Punkt. Du meinst, fragst du mich persönlich oder fragst du es allgemein? Deine Meinung mal, wie du meinst, dass es okay ist. In erster Linie muss es für mich selbst okay sein. Und es gibt einen Bereich meiner Sexualität, die ich nicht professionell anbiete.
Okay, ich packe dich jetzt mal beim Vergleich. Ich habe ja in diesem Podcast auch schon mit anderen Menschen gesprochen, wie das im Studio ist und ich habe hier gerade nicht den Eindruck, dass es hier so ist, wie ich mir das gerade denke. Also hier kommt der Gast nicht her und sucht sich aus, mit wem er was macht. Absolutes Tabu. Tabu, okay. Ja, bei uns stellt sich keine Frau vor. Das heißt, wir haben eine Webpage,
wo halt draufsteht, welche Dame da ist oder welcher Herr. Wir haben ja nun auch einen Dominus hier, ne? Und hier wird sich nicht vorgestellt. Ich musste das einmal machen in Zürich und das war für mich so, also ich bin ausgerastet, weil das die Philosophie des Hauses war. Und dann hab ich gesagt, ich stelle mich keinem Mann vor, das könnt ihr vergessen.
Doch, du musst das. Ich so, ich muss eigentlich gar nichts. Na ja, gut, und dann bin ich reingegangen und dann hat er wirklich auch mich ausgesucht und ich hab innerlich so gekotzt, echt. *lacht* Ja, ich mein, es hat funktioniert. Ja, aber nein. Also wenn jemand hierher kommt, dann weiß er, wo er hingeht und er weiß zu welcher Frau er möchte und er weiß auch ganz genau, was er möchte.
Und dann muss er keine Modenschau haben, dass mehrere Frauen im Volloutfit vor ihm laufen und sein Kopfkino ankurbeln. Also wenn er vorher kein Kopfkino hat, dann ja, tut uns leid. Erfüllst du Kopfkino? Sicherlich auch, klar. Aber wie viele Räume sind das hier? Ich glaube fünf Räume habe ich jetzt hier gesehen. Eins, zwei, drei, die bespielt werden können.
Die bespielt werden können. Okay, das heißt, wenn hier mal richtig was los ist, dann sind hier auch wirklich drei Menschen, die bespielt werden oder... Nein, gibt es nicht. Gibt es nicht? Das ist immer exklusiv? Ja, maximal zwei. Schau wenn du dir überlegst, ich gehe irgendwohin und ich möchte was erleben und dann hörst du nebenbei , vielleicht kann es dich kicken wenn
du nebenbei so ein bisschen das paddeln auf den Arsch klatschen hörst. Das kann dich eventuell beflügeln das kann aber auch sein, dass dich das völlig aus dem Konzept bringt. Oder was was ich auch in anderen Studios bemerkt habe, wo die Frauen sich dann in der Küche darüber unterhalten was sie für private Probleme haben. Also ich glaube, das interessiert wirklich keinen Gast, ne? Ja, das ist dann vielleicht so dieses, oh, der Blick hinter die Kulissen, das ist eine ganze Besonderheit.
Aber auf der anderen Seite wird ja dann der Nimbus von der Herrin in dem Moment zerstört. Völlig zerstört, absolut, genau. Wie weit lebst du davon, dass dieses Bild, was du vermittelst, dass das auch Bestand hat, dass das nicht bröckelt, dass du da nicht hinter die Fassade gucken lässt? Ich meine, auch du gehst einkaufen und auch du bestellst an der Käsetheke was. Ja, natürlich. Ist mir auch schon passiert im Übrigen. Ich habe da einen massiven Selbstschutz.
Also ich biete eine Dienstleistung an, die mir Spaß macht und genau das kann mein Gast von mir erwarten und darüber hinaus nichts. Und ich denke, das ist einfach authentisch und fair. Und es gibt natürlich auch Damen, die dann ein bisschen mehr, ich nenne es mal in Anführungsstrichen, vorspielen. Weil sie denken, dass sie dadurch den Gast auf eine private Schiene schieben können. Ja, gibt es einige. Lehne ich komplett für mich ab.
Jetzt ist ein bisschen die Frage, wie authentisch ist das Gegenüber? Auf der einen Seite ist es eine Rolle, du machst die Tür zu und dann bist du Privatperson. Auf der anderen Seite willst du aber auch eben authentisch sein. Das stelle ich mir relativ schwierig vor. Wie stellst du das an, dass du immer du sein kannst? Du, ich kann ja auch Sessions in Jeans und Pulli machen. Ich glaube, das wird im Endeffekt meiner Dominanz keinen Abbruch tun. Lass uns mal über Feminismus reden. Oh, sehr gern.
Bist du Feministin? In welchem langläufigen Sinne und wie ist die Definition von Feminismus? *lacht* Okay, deshalb ist die Frage ja so schön offen gestellt, damit du da selber dir was rausgreifen kannst. Es ist natürlich so, es gibt dieses wunderbare Bild dessen, oh eine Frau, die die sexuelle, das muss ich schon in Anführungszeichen setzen, Dienstleistung für Geld macht, die kann ja nicht viel von sich halten. Warum?
Das ist ja für alle Frauen, die für ihre Rechte kämpfen, ist das ja ein herber Rückschlag und eine Verräterin vom Herrn. Da möchte ich schon gleich eingreifen. Kann es vielleicht sein, dass uns dieser bezahlende Gast respektvoller und besser behandelt als unser eigener Partner? Das kann ich dir nicht beantworten. Das kannst du besser beantworten als ich.
Wenn man so ein bisschen behind the scene guckt, habe ich es sehr oft erlebt, dass die Gäste die Frauen sehr viel respektvoller und höflicher behandelt haben als ihre eigenen Partner. Ja, den Partner hat man ja an sich gebunden, der ist da und hmm... Ja, vielleicht ist das auch ein Teil natürlich, dass man nur eine Facette von sich gibt, aber, Da muss ich sagen, in den ganzen Jahren wurde ich von meinen Gästen immer äußerst respektvoll behandelt.
Behandelst du sie auch respektvoll? Also inwieweit spielt ja Respekt eine Rolle? Weil, ja klar, du kannst böse sein, aber das kannst du ja auch mit Respekt und Stil tun. Ja, natürlich. Also Grundvoraussetzung für diesen Job oder für diese Berufung ist es, dass du Männer liebst. Oder auch Frauen liebst, wenn ich mit Frauen spiele. Du musst diese Menschen lieben und keine Antihaltung dagegen haben. Aus Frust, Selbsthass, den du projizierst oder ähnliches.
Die armen Würmchen, die zu dir kommen, die gibt es in dem Sinne gar nicht? Sicherlich gibt es Menschen, die als armes Würmchen bezeichnet werden wollen und sich so sehen, aber die sehe ich nicht so und die nehme ich auch nicht. Also ich glaube, ich habe noch nie in einer Session gesagt, du armes Würmchen. Ich würde mir total lächerlich vorkommen, jetzt mal ganz ehrlich. Ja, ich würde sagen, du Wurm. Ich bin keine Verniedlichung. Nein, aber das habe ich wirklich noch nie gesagt.
Ja, aber okay, du kennst den Menschen, du siehst den Menschen und jetzt machst du mit ihm Dinge. Ist das ein Geschenk an dich, dass du dich so ausleben kannst? Nein, das ist ein Schlüssel/Schloss-Prinzip und nichts anderes. Okay, aber wenn du sagst, du musst den Menschen lieben, wie drückt sich das aus, auch für dich in den Gedanken?
Also wird es ja bestimmt auch mal irgendwann, hast du dich bestimmt auch schon mal ausgekotzt und gesagt, boah, das ging gar nicht und der Mensch, das war eine Katastrophe. Ja, aber dann würde er keinen weiteren Termin bekommen. Das heißt, du liebst, wählst die Menschen aus, die du lieben kannst dafür.
Genau, es gibt ja nun auch toxische Menschen, die versuchen in der Session vieles zu projizieren, wegzublenden und sich erniedrigen zu lassen, weil sie einen Anteil von sich nicht wollen, nicht akzeptieren, nicht mögen. Gut, dann bist du ja die Therapeutin. Ja, in gewisser Weise bin ich auch eine Therapeutin. Weißt du, deswegen auch das Lied am Anfang von Marteria: Amy's Weinhaus. Das hast du mir eben vorgespielt, wir werden das irgendwie versuchen einzubauen.
Ich werde es ein paar Sekunden einbauen, hoffe ich jedenfalls. Ja, aber ich kann nur jedem empfehlen, sich dieses Lied anzuhören, weil es einfach die Realität ist. Hinweis: Liebes Publikum, guckt mal in die Shownotes, da ist ein Link zu Spotify und keine Ahnung was, hört euch das mal an. Soweit ich es hier nicht einspielen konnte, ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht, wie ich das jetzt schneiden werde, ist ja auch völlig egal.
Aber lass mich da noch mal ein bisschen dran festhängen, also ja, du kannst Therapeutin sein für deinen Gast, bis zu welchem Punkt, weil du bist natürlich keine Therapeutin, sondern ja, was bist du? Ich bin zum Teil Therapeutin, weil ich ganz einfach die Defizite dann sehe und wie man versucht, sich spielerisch in einer Session diese Seite an sich zu akzeptieren. Es gibt ja auch Menschen, die eine Session machen und dann völlig verschämt rausrennen.
Da gibt es kein Nachgespräch, da gibt es kein Aftercare, da gibt es gar nichts. Und die wollen auf dem Punkt das erleben, schämen sich aber dafür und gehen. Das ist problematisch? Das muss man wissen. Weil man dann denkt, hab ich jetzt irgendwas falsch gemacht? Warum ist der so? Aber es ist einfach so, dass sie mit sich selbst in diesem Augenblick nicht im Reinen sind. Und sie haben den Drang, das auszuleben. Und es ist ihnen ein Bedürfnis. Aber sie können es so nicht annehmen.
Okay, aber was machst du damit? Also du kannst es ja vorher nicht wissen, weil die können es ja meistens auch nicht formulieren. Die werden ja nicht sagen, ja, also wir machen das dann und danach renn ich dann raus. Das weißt du ja nicht, ne?
Naja klar, aber du, in der Session durch die Reaktion und wenn du vielleicht zwei, dreimal mit jemanden gespielt hast, dann machst du ja so einen Scan, wie ist er aufgestellt, was ist da, du hörst natürlich auch ein paar private Dinge von den Menschen, das heißt du lässt die Menschen reden und redest wenig über dich. Ich lasse sie reden und ich antworte meist mit nicht privaten Dingen über mich, aber du weißt, wie diese Gesprächsführung dann ist.
Und da kann man sich doch durchaus ausmalen, was es ist. Und man kann die auch direkt drauf ansprechen, was ich hab an und zu tue. Aber das heißt in dem Moment gehst du da auch rein, warum eigentlich, ich meine ganz ehrlich, bezahlt wirst du? Das ist dann persönliches Interesse oder möchtest du den Menschen helfen? Ich möchte eine andere Sichtweise vielleicht auf Dinge geben. Und wünschenswert ist es natürlich, wenn er diesen Anteil von sich auch annimmt und nicht schambehaftet sieht.
Wobei ich ja mal finde, bis der Schritt gekommen ist, dass man dich anspricht und sagt, hallo, ich möchte gerne, dann ist man ja schon einen sehr weiten Weg gegangen, bis man dann hier vor der Tür steht. So und da kommen wir zu deiner Anfangsfrage, naja, nimmst du lieber den Fortgeschrittenen oder nimmst du den Anfänger, der sich noch gar nicht kennt, der sich ausprobieren will oder der, der direkt auf dich zukommt und sagt, ich habe übrigens eine Cluster-B-Störung.
Okay, dann weiß ich doch, was los ist. Nein, aber sowas habe ich auch. Es ist also schlicht und einfach einfacher? Ja, für mich schon. Mit Profis arbeiten. *beide lachen* Wo sagst du, nee, das ist mir zu viel, das lehne ich ab oder da mache ich vielleicht was kaputt und wie kannst du das einschätzen? Indem ich, ganz einfach, mich auch coachen lasse. Mentoring, das ist glaube ich heutzutage eine ganz wichtige Geschichte, auch wenn du in diesem Job arbeitest, dass du Mentoring hast.
Dass du über das sprichst, was du erlebst. Gerade am Anfang, wenn du damit anfängst. Mensch, ich hab da was erlebt und das finde ich so krass und warum tut der das und so. Und wenn da dann ein erfahrener Hase gegenüber sitzt und sagt, das ist das und das und das und das und das, dann ist das in Ordnung. Und dadurch, dass ich psychologisch, glaube ich, ganz gut aufgestellt bin, kann ich auch so in meine Schubladen gucken.
Und wenn ich mir unsicher bin, dann nehme ich auch ein Mentoring in Anspruch und sage mal hier, ich habe XYZ, das ist das und das und das und ich denke, das ist das psychologische Bild. Und da rede ich dann mit der Person drüber. Und das ist eine Psychologin, die auch BDSM-affin ist. Liegst du oft richtig oder lernst du auch noch was dazu? Ich liege sehr oft richtig. Manchmal ist es jetzt Cluster B oder Cluster C oder ist es eine Angststörung. Kannst du mir mal erklären, was ist Cluster B und C?
Cluster B ist so klassisch Borderline, Narzissmus. Dann haben wir die PTBS, die posttraumatische Belastungsstörung. Die PTBS hast du sehr häufig im Zuchthaus, das siehst du halt auch an den Leuten, die kommen. Milosevic-Regime etc., die jetzt im Irak die Ölquellen bewachen und so, die aber Dinge erlebt haben, die definitiv eine PTBS verursacht hat und du musst damit konfrontiert werden. Das ist deine Heilung daraus.
Und wenn du das weißt, dann weißt du Bescheid. Also ich kann hier von einer Person aus dem Zuchthaus nennen, das fand ich so paradox, als ich den Strip Search gemacht habe und seine Sachen durchsucht habe, dann war da wirklich ein großes Kreuz und daneben ein Foto von mir. Und da dachte ich, Halleluja, hier, okay, ich weiß Bescheid. Ja, aber wo ist der Punkt, wo du dann auch sagst, oh da verbrenne ich mich da, Finger davon. Das ist ja auch ein gewisser Selbstschutz.
Genau, der muss absolut funktionieren. Wenn ich merke, dass Manipulation erfolgt... Okay, Moment, also Manipulation gehört doch dazu. Also ich würde, also ganz ehrlich, in dem Moment, wo ich irgendwie unten bin, ist natürlich klar, dass das passieren muss, was ich will. Ach wirklich? Und da ist mir jedes Mittel recht, deshalb ist vielleicht das Problem, warum spiele ich nicht unten, ganz ehrlich. Dann wäre da für mich die Tür, zu sagen, okay, du versuchst mich, also es gibt zwei Versionen.
Ich ignoriere diese Manipulation und zerstöre ihn damit, dass ich ihn immer weiter frustriere mit seinen versuchten Manipulationsattacken. Und das vollkommen an mir abperlen lasse, wie an einer Teflonpfanne, so plopp. So, das wird ihn frustrieren. Ich hab's einmal erlebt, ja, jetzt sind wir wieder bei den Anekdoten, dass da ein Mensch war, der immer in der Gruppe mehr Aufmerksamkeit haben wollte. Er wollte immer bestraft werden für Dinge, die er extra falsch gemacht hat.
Und da hab ich gesagt, gut, das ist jetzt sehr schön, du machst ein Team mit XYZ. Und er hat natürlich versucht zu provozieren und Dinge falsch gemacht und dachte, er kriegt jetzt seine Strafe. Ich hab mir aber seinen Co-Piloten geschnappt und hab den verprügelt und hab ihn dabei zugucken lassen. Daraufhin hat er abgebrochen. Weil nicht er die Strafe bekommen hat, sondern der andere, der mit ihm im Boot saß. Also war er das Kameradenschwein.
Okay, aber das ist jetzt auch schon ein bisschen gegeneinander, ne? Er hat versucht, gegen mich aufzubegehren. Okay, und das ist nicht erlaubt? So ein bisschen Widerstand, das reizt auch ein bisschen. Reizt mich überhaupt nicht. Okay, also ich hab ja den schönen Begriff Brat hier immer gelernt vor Jahren. Ist gar nichts für dich, ne? Nee. Nee. Das Ding ist ganz einfach... Also brav, fügsam.
Aber die Person sollte doch versuchen, das Beste zu geben. Und nicht versuchen, ich will jetzt hier aber mehr Aufmerksamkeit, hallo, hallo und ich mache jetzt extra was falsch, damit ich bestraft werde. Er ist in einem Setting des Zuchthauses ein Gefangener unter vielen. Und wenn er ein Team mit einem anderen bildet und er denkt, er kriegt die Bestrafung, dann kriegt der andere die Bestrafung. Ja, das ist ja gerade auch dieses, einer macht den Fehler, die ganze Gruppe muss dran glauben.
Aber wie ist das, diese Interaktion? Also klar, du machst die Ansagen, dann passiert das und du möchtest und du genießt auch, wenn dein Gegenüber sich bemüht. Genau, aber wenn jemand sabotiert und bewusst sabotiert und Fehler macht, damit er bestraft wird und eine Extrabehandlung bekommt, wird er genau diese nicht bekommen. Schon aus Prinzip. Schon aus Prinzip, genau so sieht es aus. Und es war genau der Effekt, der eingetreten ist, er hat dann abgebrochen. Da habe ich gesagt,
dann gehst du jetzt. Auf Wiedersehen. Nein, auf Nicht-Wiedersehen. *lacht* Aber auch unabhängig vom Zuchthaus. Also inwieweit ist so dieses Machtspiel... Also klar, die Machtverhältnisse sind irgendwie klar, aber trotzdem wird man auch so ein bisschen herausgefordert. Ich empfinde das als Top sehr, sehr erfrischend, wenn dann Subbie auch mal provoziert, auch mal ein bisschen nach der Macht greift, damit ich sie dann schon im Nacken packen kann und sagen kann, nee, du bist da unten.
Also dieses laufende Wiederverhandeln der Position, ist das für dich gar nicht reizvoll? Ich möchte eher Hingabe sehen. Ich möchte mich nicht in der Session mit jemandem messen. Also das ist ja von Anfang an klar. Und das sollte man auch nicht in Frage stellen. Okay, wie ist das denn, wenn du mit jemand anderem im Team spielst? Ja? Ähm, wer ist dann die Bessere? Nein, nein, nein. Wobei, nein, ich glaube, du bist da eher so die, ähm, du hast eher diesen Teamgeist-Gedanken.
Ich nehme mich sogar eher mal zurück und gucke, was macht denn die Andere? Ist das was, was häufiger vorkommt? Nein. Okay, wann passiert sowas? Also wenn ein Gast sagt, er hätte gern mal zwei oder was für ein Setting kann da entstehen? Ich weiß, jemand hat sich zum 40. Geburtstag mal geschenkt, dann durch Hannover mit, ich glaube zwei oder sogar drei Dominas zu gehen, auch an der Leine, durch die Stadt und so weiter und so fort und einfach so ein komplettes Wochenende.
Ich hab natürlich jetzt die ganzen Details nicht mehr im Kopf, das ist zehn Jahre her, aber wo ich mir dachte, okay, da hat sich jemand wirklich mal was gegönnt. Fand ich sehr spannend, war aber damals ein bisschen darüber verwundert, weil die Chefin im Raum ist die Chefin im Raum, von der kann's doch nicht zwei geben. Das fand ich damals merkwürdig. Doch. Weil nicht die Chefin im Raum alles bedienen kann, was er sich so wünscht. Also teilt man sich das auf.
Also warum soll ich mir doppelte Arbeit machen? Macht keinen Sinn. Lass mich nochmal zurück zur Feministin kommen. Ich hatte eben diesen Vorwurf, dass du quasi das alles untergräbst irgendwie. Habe ich übrigens nicht als Vorwurf empfunden. Untergräbst du es denn? Nein. Es stellt sich überhaupt nicht die Frage.
Komm versuch mal jemanden, der wieder argumentiert, nein das geht doch nicht, das ist doch alles nicht okay, wie kann man das mal ordentlich weg argumentieren, weil das fällt mir tatsächlich sehr schwer, ich sag natürlich, Moment, das ist selbstbestimmt, das ist alles andere als irgendeine Form von Missbrauch oder irgendeine Art der Unterdrückung, weil es ja eigentlich genau das Gegenteil ist.
Genau, es ist sehr häufig sogar so, dass alleinerziehende Mütter sich dadurch sehr gut ihren Lebensunterhalt verdienen können und in einer Position ist, die sie sehr entspannt macht, als wenn sie jetzt vielleicht einen Job hätten, der jetzt, sag ich mal, im Niedriglohnsegment sich bewegt und dadurch sehr viel druckfreier agieren können und entspannter sind. Ja, aber wo kommt das her, dass das so verrufen ist? Moralvorstellung, die irgendwie aufoktroyiert ist.
Ja gut, also es ist eigentlich nur rein politisch und es ist einfach traditionell nicht in Ordnung. Ist es okay, wenn eine Frau sich einen Callboy bestellt? Ja, warum denn nicht? Wie viele Frauen würden dir sagen, ich habe schon einen Callboy bestellt? Wahrscheinlich gleich eine. *lacht* Stimmt. *lacht* Ich glaube ich sehe immer diese Geschlechterstereotype, ich sehe die so als nicht mehr zeitgemäß inzwischen. Was?
Generell, wenn du sagst, das macht ein Mann nicht, das macht eine Frau nicht oder auch jetzt hier, was weiß ich, BDSM-Stammtische, der Femdom-Stammtisch, der Maledom-Stammtisch, ich seh das irgendwie nicht mehr zeitgemäß, weil ich der Meinung bin, das ist auch nur eine Geschlechterfrage. Willkommen in meiner Welt, ich seh das genauso wie du. Das spielt doch eigentlich keine Rolle mehr. Ja, aber es wird natürlich geguckt. Was? Warum denn?
Die könnte sich doch auch zum Essen ausführen lassen und es kann ja auch ein bisschen um sie geworben werden. Ah, du sprichst jetzt vom Callboy. *lacht* Ja. Ja, dafür musst du essen gehen. Gehst du denn gerne essen? Mit einem Callboy? *lacht* Generell. Also, gehen. Okay, das ist jetzt spannend. Also an der Stelle kürzt du ab. *lacht*
Du hast ja schon gesagt, das ist relativ schwierig mit mir. *lacht* Ich überlege gerade, in welchem Modus du dann so geistig bist, weil, hm, der ist ja nun mal kein Gast. Nein. Also, das funktioniert anders. Aber du hast ja schon gesagt, du liebst Männer. Es ist ja genau andersrum. Ich bezahle ihn ja. Das heißt, er macht dir die Ansagen? *beide lachen* Nein! Ich sage ihm vorher, was ich haben möchte. *lacht* Wunschzettel. Da kriege ich meinen Wunschzettel, das ist doch super.
Okay, also ja, Moment, aber wenn jemand zu dir kommt, da gibt es keinen Wunschzettel. Er kann vorgetragen werden und ich picke mir dann raus, was mir gefällt. Was pickst du denn besonders gerne raus? Unterschiedlich, kommt auf mein Gegenüber an. Ja, okay, dann nicht gerne, sondern besonders häufig. Es gibt ja Sachen, wo man sagt, ah, das geht immer. Nein, gibt es nicht, weil du musst ja auf den Menschen eingehen, was er schon erlebt hat.
Es gibt häufig von mir die Fragen, gibt es denn etwas, was du noch nie erlebt hast, was du gerne erleben würdest? Die Frage stelle ich häufig. Okay, was kommt da so? Ganz banale Dinge meist, wo ich denke, hey, super. Okay, was ist denn banal? Ich würde gern mal verschiedene Masken aufsetzen. Okay. Ja, kriegst du, kein Problem. Ja gut, ich muss zugeben, also ja, es klingt erstmal nicht spektakulär, auf der anderen Seite, hier ist das Equipment einfach da.
Genau, und wenn du wirklich fragst, was hast du noch nie erlebt, was möchtest du erleben, dann bist du die erste, die das tut mit ihm und ich hab's doch hier. Warum soll ich dann wursteln und in einer anderen Schublade sozusagen was rausziehen, wenn ich weiß, ich müsste nur nach oben nach links greifen oder nach rechts und dann wäre alles wunderbar. Also ein bisschen einfach machen, das ist schon okay. Jetzt hast du natürlich hier, martialisches Zeug.
Ich habe die, ja, in drei Jahren Kunst der Unvernunft die Erfahrung gemacht, Materialschlacht ist eher so eine Männersache. Nein! Wunderbar. NEIN! Okay, also hinterher ist erstmal eine Stunde Aufräumen angesagt. Manchmal gehe ich auch, weil ich keine Zeit mehr habe aufzuräumen, weil ich wieder so völlig durchgedreht bin. Und ich räume dann am nächsten... Übrigens, ich bin heute früh hier noch hergefahren und hab aufgeräumt, weil ich gestern ja etwas ausschweifender war.
Okay, aber was fliegt denn da so alles rum? Ganz ehrlich, ja Spielsachen und so weiter und so fort, aber diese ganzen Möbel. Du hast mir eben gesagt, auch kein Motor im Haus? Nein, nur Kettenzug, alles mechanisch. Bei mir gibt es nichts, was motorisiert ist, außer der Vibrator oder die Fickmaschine oder die Venus. Ich stell mir jetzt einfach mal vor, du verbringst mal zwei, drei Stunden Zeit mit einem Gast. Das kann ja nicht sein, dass du dann sagst, ah, ich zieh noch was aus dem Hut
und jetzt kommt noch was und noch was und noch was. Also wo kommt das Material alles her? Naja, aus den verschiedenen Räumen, wie es eingerichtet ist. Das ist ja klar, wo kommt's her? Nein, aber ich stell mir grad vor, du stehst da, hm, was könnten wir machen? Ah, ich hab's, dann flitzt du - zack-zack-zack-zack-zack -aus dem Raum, kommst wieder mit irgendwas rein. Und das machst du ja dann nicht alle fünf Minuten, das wäre ja der Wahnsinn.
Nein, aber ich hab ja vorher schon das Setting in meinem Kopf gehabt. Das heißt, ich führe ihn dann in den Raum, weil ich schon zehn Minuten vor ihm mit dem Kopf bin. Und nicht impulsiv handel in dem Augenblick. Wie bereitest du denn vor? Liegt dann schon alles bereit? Weißt du genau, was passiert? Ich weiß dann in dem Augenblick, dann wird das erst so gefesselt und während er gefesselt ist, kann ich genau da hingehen und mir das dann holen.
Aber wenn ich merke, es geht jetzt in die Richtung, muss ich jetzt einmal kurz einen Raumwechsel irgendwie hinkriegen und dann geht das doch. Wie integrierst du den Raumwechsel? Hast du da so eine Standardausrede? Nö, dafür brauche ich auch keine Ausrede. Das Spiel beginnt in der Oyster und endet im Roten Boudoir. Ja, das finde ich spannend. Man spielt hier im ganzen Studio.
Man ist nicht auf einen Raum fixiert und dann geht das nicht und dann kann man eventuell noch mal zwischendurch aufs Klo gehen, sondern man hat das ganze Studio für sich mit allen Räumen. Genau. Ja aber nochmal, also so viel Zeug sammelt sich ja da eigentlich nicht an, da müsst ihr ja ständig irgendwelchen Kram auspacken, damit es so viel Durcheinander geben kann. Aber ich weiß doch in meinem Kopf, was genau in welcher Schublade ist.
Es sei denn, es war gerade eine Dame da, die es anders zurückgeräumt hat. Das sind übrigens immer sehr ärgerliche Momente... *lacht* Sehr ärgerliche Momente, aber ich weiß immer, wo normalerweise was liegt. Okay, komm. Materialschlacht ist zu Ende. Was liegt alles in dem Raum? Ganz konkret. Was bei mir häufig im Raum liegt? Bullwhip, Nadelrad, Strom, Stahldildos, ja das mal auf jeden Fall, ab und zu die Venus, Fickmaschine. Ja, das ist so eine schöne Mischung. Sind das die Favoriten?
Also wenn du freie Auswahl hast und weißt, heute passt alles bei meinem Gegenüber, dann gehst du da schon hin? Ja, ich denke schon. Bei Strom muss ich mal neugierig fragen. Bei Strom ist es ja immer ganz schwer, qualitativ gutes Equipment zu kriegen. Ist Strom eine Warnung oder ist das eine Bestrafung, wenn du es verwendest? Also wie benutzt du das? Strom dient zu meinem Lustgewinn. Spannend, zu deinem Lustgewinn, also du schließt dich nicht aus, du bist ja für deinen Gast da.
Er ist für mich da. Das ist ja quasi Sex. Du drehst es gerade um. Er ist für mich da. *lacht* So, und wenn ich bestrafen will, dann nehme ich durchaus das Feldtelefon. Was ist denn das Feldtelefon? Ich kenne das Feldtelefon, aber ich weiß noch nicht genau, was daran böse Dinge macht. Linker Zeh, rechter Zeh, Mullbinden in Salzwasser, Salzwasser leitet. Und wo machst du die dritte Elektrode?
Uach... *lacht* Ich glaube, ich muss gleich gehen... *beide lachen* Und dann fängst du es einfach an, dass es ein bisschen klingelt. Ich hänge so ein bisschen auf dem Lustgewinn. Das habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht erwartet. Ich habe gesagt, okay, du machst das, das macht dir Spaß. Lustgewinn ist ja auch Befriedigung. Das ist ja auch eigene, persönliche, private Sexualität. Ja, in meinem Kopf. Aber sowas von. Das wissen auch alle?
Nö, glaube ich nicht. *lacht* Okay, ich hätte immer gedacht, da ist so diese Schranke, diese Grenze, wo man sagt, bis dahin aber nicht weiter. Also ich darf nicht geil werden, auf deutsch gesagt, ja? Ich glaube dürfen tust du es, aber es wird immer behauptet, man wird es nicht. Doch. Okay, das ist natürlich optimal. Also es ist die Belohnung quasi, wenn sich jemand Mühe gibt.
Und es macht dich geil und macht dich an, dann gibst du das ja auch zurück, dann ist das doch eigentlich ein ganz normales BDSM-Spiel wie zwischen mir und dem Subbie einfach. Das unterscheidet sich doch eigentlich nur noch dadurch, dass der Raum so exklusiv ist. Und das hier, was ich dir als das Ding mitgebracht habe. Das Ding der Woche, eine Kiste. Ich mach mal auf, ich bin sehr gespannt, ich hab's eben schon gesehen. Ein Zettel? Nein, der Zettel ist völlig uninteressant, es ist nur die Kiste.
Ach nur die Kiste? Es ist nur die Kiste. Soll ich den Zettel drin lassen? Den kannst du drin lassen, das ist eine Visitenkarte. Also es ist eine Kiste, sie ist außen, also wie groß ist sie, so etwas größer als DIN A6 und du hältst sie mir hier auch mit Handflächen nach oben hin, also ganz respektvoll. Was ist das für ein Muster? Kann man das beschreiben? Das sind Ornamente aus Ägypten. Und innen drin ist sie mit rotem Samt... Hier ist doch mal was in karminrot ausgelegt. Und was liegt da drin?
Ich nehme niemals Geld in die Hand. Ah, okay. Weil du sagst, was ist der Unterschied zum privaten Spiel in diesem Falle? Okay, das ist die Geldschatulle. Das ist die Geldschatulle. Ich nehme nie Geld in die Hand. Ich bekomme entweder einen Umschlag oder sie wissen, die Geldschatulle liegt hier. Okay, darf ich die mal nehmen? Na klar. Ist aber eine schöne Sache eigentlich. Ganz ehrlich, ich hätte gedacht, das läuft alles mit Kreditkarte. Und da ist kein Kartenlesegerät drin. Aber sie ist schön.
Und steht die dann irgendwo einfach rum oder machst du das wie jetzt gerade? Nein. Also dass du sie wirklich so überreichst? Nein, sie steht immer hier im Empfangszimmer. Ich habe die Geste gerade genossen, aber so groß ist sie gar nicht. *lacht* Da passt gar nicht so viel rein. Tschuldigung. Sie bezahlen mit großen Scheinen. *lacht* Aber du nimmst das wirklich nicht in die Hand? Prinzipiell nicht, noch nie? Also vor dem Gast niemals.
Okay. Also mit der Schatulle, das finde ich ein schönes Ritual, weil auch jeder, der da was reintut, weiß, da haben auch schon andere was reingetan und das ist einfach, das ist der Unterschied. Aber inwieweit spielt denn Zeit und Geld auch eine Rolle? Also hast du gesagt, Stunden gebucht. Nimmst du es da genau? Du, es gibt sicherlich Menschen, mit denen ich schon länger spiele, die am Anfang gar nichts reinlegen und sagen, du bestimmst, wie lange es heute geht.
Das heißt aber, du lässt dich hinterher bezahlen? Wenn ich jemanden sehr lange kenne, ist das für mich absolut okay. Wenn keine Zeitvorgabe gegeben ist, du hast jetzt deinen Spaß, ich hab dann und dann meinen nächsten Termin, tu was immer du möchtest. Okay, und das ist natürlich diese erarbeitete Freiheit einfach. Definitiv, ne. Ich hab das schon in der Pause gesagt, an dir perlt das alles so ein bisschen ab.
Ich kann ja mit Vorurteilen kommen und sie dir um die Ohren werfen, spielt alles keine Rolle, stehst du drüber, du bist entspannt, weil, ja, das ist halt rum bei dir. Ja, ich rechtfertige nicht, nicht mehr, also ich muss mich nicht in diese Position begeben, definitiv nicht. Ja gut, aber in 19 Jahren, da gab es bestimmt doch schon mal eine Reklamation.
Oh, selbstverständlich, also sehr lustig war ein Gast, der gar nicht bei mir war, sondern bei einer Kollegin, der mir Ostern schrieb, er sei im Dezember da gewesen und ihm seien seine Beine auf dem Gynstuhl eingeschlafen, ich möge einen neuen Gynstuhl kaufen. Ja und dann hat er gleich das Geld dazu geschickt und dann hast du einen neuen Gynstuhl gekauft.
Das wäre sehr schön gewesen, dann habe ich gesagt, ja, dann darfst du nicht so lange auf dem Gynstuhl liegen, sondern musst dann auch was anderes machen. Ja, also wenn es denn so furchtbar gewesen wäre, dann hätte er mir nicht Ostern geschrieben, sondern im Dezember und hätte etwas reklamiert. Also für mich war das nur so ein bisschen Betteln um Aufmerksamkeit, weil man hatte gerade nichts anderes zu tun, die Mail kam am Sonntag, vielleicht saß er zu Hause, hatte nichts zu tun.
Ganz oft lese ich dieses Anbahnungsgespräch, das wird in die Länge gezogen, damit einfach ein bisschen auch kostenlose Dienstleistung gekriegt werden kann. Oder manchmal, ja ich weiß was du meinst, oder manchmal ist es so, dass man versucht seinen Orgasmus so lange raus zu zögern, dass man sich aber im Endeffekt ja selbst bestraft, weil man zögert es raus und zögert es raus und zum Schluss funktioniert gar nichts mehr.
Ja, aber es ist auch dieses typische Gespräch, man telefoniert vielleicht vorher und dann, ach erzählen sie mir doch, was sie alles mit mir tun können und dabei wird schon gehechelt. Und genau da block ich schon mal ab. Erzählen sie mir, was sie mit mir machen würden. Erzähle ich dir im Vorgespräch, nicht am Telefon. Vorher weißt du das alles, wie man damit umgeht, wo man aufpassen muss. Also wer hat dir das beigebracht?
Die Erfahrung hat es mir beigebracht und das ist übrigens ein Teil, den ich in dieser Social Sanctum Akademie, in dieser Ausbildung, Basisausbildung mache. Ich lasse drei unterschiedliche Menschen anrufen bei der Frau und jeder möchte etwas unterschiedliches. Und sie muss am Telefon beweisen, wie sie damit souverän umgeht. Okay, hast du ein Beispiel? Das ist ja dann schon ein Skript.
Ich hab im Endeffekt im Skript, ich hab den Zeitdieb, der sowieso nie einen Termin macht, ich hab den Ehrlichen, der wirklich einen Termin haben möchte und ich möchte, und dann hab ich noch den, der schon am Anfang den Preis drücken möchte. Okay, also wie geht man mit dem Zeitdieb um? Oder woran erkennt man den? Na, dass er labert ohne Ende. Er labert? Ja, klar. Ja, aber wenn ich anrufe, dann will ich doch, dass dann sie labert. Warum sollte sie das tun? Du möchtest ja einen Termin ausmachen.
Ja, aber wenn ich die Zeit ja haben will, dann will ich ja, dass ich was kriege und nicht, dass ich erzähle. Ja, aber das Telefon ist ja da, um einen Termin auszumachen. Also relativ einfach, die labern. Wenn sie jetzt den Preis drücken wollen, also wie wird das überhaupt verhandelt? Also ich bin mir sicher, du wirst keine Beträge heute hier nennen.
Wie handelt man das aus? Weil im Endeffekt, du sagst einen Preis und dann muss der halt so stimmen, weil das würde ja gegen deine Position gehen, wenn du dich da auf Verhandlungen einlassen würdest. Könnten Sie mal eine Ausnahme machen? Nein, ich mache keine Ausnahme. Ich habe so viel aber gerade nicht. Das ist schade, du kannst sparen, denn es ist ein besonderes Erlebnis und die zwei, drei Wochen länger warten wird es dir nichts sicherlich ausmachen, um das zu erleben.
Aber ich weiß noch gar nicht, ob mir das gefallen wird, was sie da machen. Dann würde ich dir empfehlen, vielleicht das erstmal auszuprobieren, du wirst sowieso bei mir landen. Aber ich habe gehört, sie sind darin gar nicht gut. *lacht* Das hat mir wirklich noch nie jemand gesagt. *beide lachen* Woher solltest du das wissen? Oder die andere macht's günstiger. Sehr schön, dann geh dorthin. Okay, also das, also keine Chance.
Keine Chance. Wer das schon im Vorfeld probiert, ohne mich zu kennen, raus. Okay, und wer's probiert, wenn er dich kennt? Gibt es nicht doch ein Schlupfloch? Gibt es irgendwo ein Schlupfloch? Ich hab beim letzten Mal so viel Trinkgeld gegeben. Würde nie jemand sagen. *beide lachen* Ich habe aber letztes Mal so viel Trinkgeld gegeben. Nein! Nein! Ich war beim letzten Mal besonders folgsam. Sie hatten doch auch Spaß. Oh ja, das hatte ich schon. Das ist gut. Das ist ein gutes Beispiel.
Das ist schön, dass du folgsam bist. Das erwarte ich auch von dir. Es ist zwecklos. Also, liebes Publikum, verhandelt nicht. Es hat keinen Zweck. Du hast gesagt, Zeitdieb und der, der dann doch nie kommt. Der Zeitdieb, der eben doch nicht kommt, der einfach nur telefonieren möchte, um sein Kopfkino anzukurbeln. Dann der, der es wirklich ernst meint. Und dann natürlich noch der, der versucht, den Preis zu drücken. Das sind so, manchmal lasse ich mir aber auch neue Sachen einfallen.
Also wichtig ist ja dann, wie die Frau darauf reagiert und ob sie schnallt, was der Typ von ihr will. Wenn es jemand ernst meint, also was ist denn an dem anders? Er wird es ganz sachlich vortragen, was er sucht und er wird einen Termin ausmachen. Und er wird nur die Hard Facts abfragen. Okay, was sind Hard Facts? Also Praktiken? Praktiken, Preis, Uhrzeit, welcher Tag. Okay, wenn du wirklich merkst, jemand hat noch nie so eine Nummer gewählt, ich meine, was wird der sagen?
Ich habe das noch nie gemacht und dann wirst du ja das Heft des Handelns übernehmen und sagen, okay, so und so läuft das. Die Zeit würdest du dir aber nehmen? Gut, die Zeit nehme ich mir aber, wenn die Person mir gegenüber sitzt, weil dann kann ich mir ein wirkliches Bild von der Person machen, wie sie mir gegenüber sitzt und wie sie das ausdrückt. Dieses Gespräch, was vor der Session stattfindet, also gibt's das immer?
Oder hast du auch Stammgäste, wo du weißt, komm rein, geh schon mal in die Zelle vor, ich komm später? Nein, "Spiel ab Tür" mache ich sehr, sehr oft mit meinen Gästen, aber die sind ja schon lange bei mir. Da braucht man kein Vorgespräch mehr. Manchmal brauchen die auch gar kein Nachgespräch mehr. Ja, die gehen ja dann einfach, ne? Dankeschön, tschüss. Genau, bis nächstes Mal, dankeschön. Ist am besten, ne? Ich weiß nicht, ob das am besten ist, aber pff, ja. Man kennt sich halt, weißt du?
Also ein bisschen die Frage, wenn jemand kommt und dann ist wirklich dieses Vorgespräch steht an, also klar, also was willst du wissen? Vermutlich Wünsche, gesundheitliches, dass überhaupt erstmal vereinbart wird, was da finanziell zu klären ist. Ne, das weiß er ja vorher. Achso, das ist dann schon vorher klar. Ja, er muss ja wissen, wie viel Geld er dabei hat. Okay, weil die zahlen nicht mit Karte. Nein, selten. Okay.
Aber was ist da wesentlich? Also ist das ein Gespräch, wo du erstmal einen Tee servierst, ganz nett, oder wie läuft das, ist das so entspannt wie jetzt hier? Wir sitzen hier beide in diesen ultra bequemen Sesseln. Ich hab gehört, deiner ist auch deiner. Ja, meiner ist wirklich meiner und ich bin schon angepisst, wenn jemand in den Raum stürmt, mich noch nicht kennt und sich auf meinen Platz setzt. *lacht* Ich sitze immer hier.
Okay, das ist ja auch wirklich schön gemütlich, muss ich ehrlich sagen. Zebravorhänge übrigens, die passen hier, das passt hier irgendwie alles. Das Zebrafell liegt hier rum und da ist noch, den Sitzsack oder das Sitzkissen, das möchte ich am liebsten mitnehmen, muss ich gestehen. Das Ding ist, um auch am Anfang das Machtgefälle schon zu demonstrieren oder ich nehme diesen Sitzsack auch sehr gern, wenn ich mir meine Füße massieren lasse zwischendurch.
Ich glaub das Podcastsubbie meldet Ansprüche auf das Ding an. Es hat Zebralook plus, es ist ein Sitzkissen, also besser geht es überhaupt nicht. Du verrätst mir, wo's die Dinger gibt. Muss ich mal irgendwie beim Einkauf gucken, wo ich die… Die Vorhänge sind aus England, das weiß ich. Musste ich noch Zoll zahlen drauf. Die find ich aber nicht so toll, deshalb brauch ich da gar nicht weiter fragen. Zebra muss nicht vorm Fenster hängen.
Zebra kann ja auf dem Boden liegen. Okay, aber so ein Vorgespräch, ist das eher so eine 5 Minuten Sache, wo es einen Schluck Wasser gibt und dann geht's los, oder? Ich brauch meist nur 5 Minuten. Die wissen also genau, was sie dir sagen müssen und auch aus der Erfahrung her, hast du nicht mal jemanden gehabt, der wirklich das allererste Mal und sich da echt ein bisschen schwer tut?
Da kommen wir zu deiner, ich weiß, diese Eingangsfrage, ob ich Anfänger nehme oder Fortgeschrittene, hat sich damit eigentlich auch erledigt, weil ja, muss ich den… Irgendwann hast du mal Anfänger genommen. Ja, ich versuche mich gerade zurück zu entsinnen. Stell dir mal vor, du hast jetzt hier gerade Menschen aus Hannover Lust gemacht, ach Mensch, ich könnte ja auch mal im Studio arbeiten.
So, und dann können wir jetzt schon mal ein paar Tipps mitgeben und dann hast du hier in der Akademie einfach demnächst ein bisschen Zulauf. Das wäre doch auch mal schick. Ja, das ist gut. Das ist sehr begrüßenswert. Ja, im Vorgespräch suchst du ganz einfach bei deinem Gegenüber, was wird hier eigentlich gesucht und und was möchte die Person erleben. Aber damit musst du natürlich erst mal dir vorher Gedanken gemacht haben, warum gehe ich denn jetzt ins Studio?
Und meistens sind am Anfang die Anfänger-Sessions, sind meistens ein bisschen fesseln, vielleicht ein bisschen anal, aber jetzt nichts weltbewegendes. Ich hätte jetzt erwartet, dass wenn jemand diesen Prozess hat, dass er auch vielleicht einen längeren Zeitraum im Kopf dann das aufgebaut hat, dass der Mensch zu dir kommt und sagt, ich will das und das und das und das und das so und so und so und so und ich habe übrigens schon mal ein Drehbuch mitgebracht.
Am Anfang, wenn er das das erste Mal macht, wird er das definitiv nicht tun. Dieses Drehbuch ist meistens bei Menschen, die schon länger unterwegs sind in der Szene und wenn dieses Drehbuch zu ausgefeilt ist, dann ist es für mich mega uninteressant, weil es mir meinen Spielraum nimmt. Du bist ja dann Schauspielerin. Genau, aber ich habe dabei, ich kann ja durchaus Schauspielerin sein, aber ich möchte natürlich auch einen künstlerischen Aspekt in meiner Rolle haben.
So und wenn mir der von Anfang an gekappt wird, nach 15 Minuten bitte einmal Stiefel wechseln, um dann mit Stiefel in Raum X zurückzukommen und folgendes zu sagen. Oh Gott...*lacht* Nein, nein, das tue ich nicht. Das tue ich wirklich nicht. Doch ich könnte mir dich da sehr vorstellen, wie du mit dem Skript freudestrahlend durch die Gegend läufst und alles falsch machst, absichtlich, nur damit das scheiße ist. Nein, nein, das würde ich nicht machen, ich würde ihn anlächeln und ich würde
es verbrennen, ich glaube das bin ich eher. *lacht* Gibt es Kopien hiervon? Nein, okay, dann, oh je. Wir ist denn das mit Sicherheit, also geht auch mal was schief, ich glaube Verletzungen gibt's ja auch mal.
Ja, also dass was schief geht, dessen sollte man sich auch bewusst sein in der Karriere, wenn man nie etwas, so einen, ich nenne ihn mal Unfall, erlebt hat, dann wird die Person wahrscheinlich auf einer sehr komfortablen Seite gespielt haben und ich spiele nun, wenn man mir die Möglichkeit lässt, extrem heftig, so und da kann natürlich was, also ich habe häufiger, dass wir umkippen, ja? Häufiger. Häufiger. Bei was kippen die denn um? Unterschiedlich. Kreislauf, können nicht mehr, fertig.
Dann ist ja erstmal alles rum, dann musst du ja den Modus sofort wechseln. Sofort, sofort, sofort in den Erste-Hilfe-Modus, genau. Also stabile Seitenlage, Kreislauf zurückholen, Cola, Füßchen hoch und so ein Kram. Aber ist jetzt noch nichts ernsthaftes passiert, dass jemand hier mit dem Krankenwagen abgeholt wurde?
Mit dem Krankenwagen hatte ich noch nie, aber ich hatte durchaus auch mal eine Situation, dass mir vorenthalten wurde, dass man andere Substanzen genommen hat und die in Verbindung von gefäßverengend zu gefäßerweiternd, dass das eine Wechselwirkung gegeben hat, die dafür sorgte, dass diese Person mit 130 Kilo auf dem Gynstuhl zusammengesackt ist und die Zunge nach hinten klappte.
Und ich dachte, so ich muss jetzt 130 Kilo auf den Fußboden bringen, die Zunge zurückholen und jetzt machst du das mal. Schuhe aus, zack, wumm. Danach weißt du, dass du gut bist. Beeindruckend. Du willst ja an diesem Punkt auch reinkommen, du willst ja so weit gehen, dass es wirklich bis an die Grenze geht und dann macht es einfach klapp.
Ja, und dann denkst du, na super, okay, kurz den Modus wechseln und dann hast du den wieder auf Spur und dann guckt der dich an und sagt, boah ist das geil, machen wir jetzt weiter und ich denke, das meint der jetzt nicht ernst, ne? Das meint der jetzt wirklich nicht ernst. Und das ist so ungefähr 20 Minuten vor Sessionende. Du kannst diese Session einfach in 20 Minuten ja nie wieder auf diesen Punkt bringen. Es ist gänzlich unmöglich.
Aber dann noch zu sagen, überhaupt diese Situation so fehleinzuschätzen und zu sagen, boah, das war ja jetzt richtig geil, ja. Wie oft bist du damit konfrontiert, dass Menschen sich auch überschätzen und sagen, ja nee, ich kann das und das ab und so und so und ja ja, das geht jetzt noch. Wie wirst du eigentlich angesprochen während der Session? Ich will immer sagen, Herrin oder das passt irgendwie nicht.
Du, das tun aber viele, aber das juckt mich nicht. Die, die mich kennen, nennen mich Madame, klar. Aber sonst, Herrin, ja. Ja, das ist so meistens so. Manchmal auch Miststück, aber das akzeptiere ich auch. *lacht* Du, Frau Miststück. Ich glaub, das ist auch so schön. Du elendes Miststück. Ja, bin ich. Tachchen. Okay, wie ist das, wenn die Menschen sich überschätzen oder mehr fordern, obwohl du schon siehst, nee, kann er nicht. Das wird nix.
Ja, das kann er auch nicht. Aber gut, entweder kann ich mich an dieser Grenze entlanghangeln und ein bisschen zurückfahren und zu sagen, nicht drauf reagieren, mehr, mehr, mehr, mehr, wo du weißt, es geht jetzt nicht mehr, wenn ich jetzt mehr mache, dann geht's voll nach hinten los. Ich muss ja die Session steuern. Ja und umgekehrt, wenn jemand merkt, es wird zu viel, gibt es ein Safeword, wird das vereinbart? Bei mir nicht mehr.
Okay, ich dachte das ist ein rechtliches Konstrukt, was du definitiv brauchst aus juristischen Gründen. Och wirklich? Oh Gott, oh Gott. Bin ich jetzt mal von ausgegangen, dass da irgendwas vereinbart werden muss, damit eben auch eine Willenserklärung noch funktioniert. Ja, aber was ist denn mit den Leuten, die RACK spielen? Ja, ich dachte genau das geht im Studio eben nicht. Oh doch. Okay, aber wenn jemand sagt im Vorgespräch, ich hätte gern ein Safeword.
Ja, dann akzeptiere ich das, aber das fragt mich keiner. Das akzeptierst du, aber das ist jetzt nichts, was du haben willst. Überhaupt nicht, überhaupt nicht. Also das wissen die auch so, das ist Ferrari im zweiten Gang fahren, das geht nicht. Das geht einfach nicht. Nein. Ja, gibt's keine Ausstiegsklausel, irgendwas? Aber ich merke das doch, ich merke das doch, wenn der langsam umkippt, wenn es ihm zu viel wird und so weiter. Das muss ich doch merken.
Ich hab eigentlich bisher gedacht, wenn ich ins Studio gehe, dann habe ich da im Gegensatz zu privatem BDSM eher dieses, es gibt ein gewisses Regelwerk, was da ist, wo auch sichergestellt ist, dass meine Wünsche erfüllt werden, denn... Tu ich ja auch, ich such mir ja was raus.
Ja, es ist so ein bisschen manchmal das Problem, ich hab das schon gehabt, ich hab mal eine Folge gehabt zum Thema Femdom und da ist natürlich grad dieser schwierige Spagat gekommen, da haben die Jungs, ich nehm sie jetzt mal exemplarisch, das geht zwar für alle Geschlechter, aber ich zieh's mir jetzt mal so raus, die haben dann Wünsche, sagen ich bin Sub, ich will aber, dass das so und so und so passiert und dann die dominanten Frauen sagen, äh, ne.
Und dann kam als Lösungsvorschlag, dann geh doch ins Studio, da werden deine Wünsche erfüllt, da kannst du das haben, aber mach das bitte nicht im privaten Bereich. Und jetzt überlege ich gerade, dass das bei dir nun mal gar nicht funktioniert. Was macht denn ein Mensch, wenn er einen bestimmten Wunsch hat, der wirklich erfüllt werden soll?
Ja, dann wird der den kommunizieren. Also grundsätzlich habe ich eine Zeit lang nur so gearbeitet, dass ich gesagt habe, nenn mir deine drei Tabus, den Rest suche ich mir aus. Die Tabus werde ich immer respektieren, das ist ja völlig klar. Aber wenn jetzt jemand kommt mit, ich möchte das, das, das, das, das und ich habe genau eine Stunde Zeit. Es ist gänzlich unmöglich so viel in eine Stunde zu packen.
Also habe ich diese Vorstellung und suche mir zwei, drei, vier Dinge raus, die in dieser Stunde gehen. Aber wie wichtig sind dir die Wünsche deiner Gäste? Na, ich nehme sie zur Kenntnis. Ja, komm mal, so eine Erfolgsquote, also wenn dir jemand sagt, ach das wünsche ich mir aber sehr und ich hab auch noch Geburtstag. Ist das eher so eine 10% Chance oder schon eher 80? Ja, eher 80. Aber wenn er jetzt sagt, ich möchte das und das und das und das
und das und das, dann wird's mir zu viel, wenn er sagt, aber ich möchte das. Ja, gut. Ist das so ein generelles Problem, dass einfach zu viel in zu kurzer Zeit kommt?
Genau, ich möchte jetzt in dieser Zeit, wo ich mein Budget für habe, das und das und das und das erleben, wo du denkst, Alter, ich bin keine Krake, also drei Minuten Strom versus dann möchte ich noch sechs Masken haben in einer Stunde und dann möchte ich noch die Fickmaschine und dann möchte ich noch die Venus und dann denke ich, ich kann überhaupt keinen Bogen spannen in dieser Session, das geht gar nicht. Lass mal, du hast gerade so schön gesagt, du willst nicht gehetzt werden,
aber so eine sehr kurze Session, also was ist kurz? Was ist schnell? Halbe Stunde? Nein, das mache ich gar nicht. Ich nehme ab einer Stunde an. Diese Kurzsession mache ich gar nicht mehr. Wie weit ist es denn wichtig, dass du jemanden riechen kannst? Also wenn jemand einfach unsympathisch ist oder merkst irgendwie, nee, irgendwie die Chemie stimmt einfach nicht. Also klar, inzwischen sagst du, brauche ich nicht machen, mache ich dann nicht.
Also es gibt ja eine Abstufung. Es gibt einen Grad von Intimität, der sicherlich in den Praktiken höher ist, als andere Praktiken. Okay, aber wenn du sagst, der Mensch ist mir unsympathisch, also da ist ja dann doch das Geld das einzige, was dich locken kann. Ja, aber wenn er mir unsympathisch ist, dann wird er das sicherlich schon am Telefon sein. Irrst du dich da nie, wenn jemand dann durch die Tür kommt? Also ich hab ja auch gefragt, ob man sich riechen kann.
Und das hab ich ja auch schon gehabt, dass man dann einfach mit Menschen spricht und man kommt super klar. Und dann steht man sich gegenüber und irgendwie… Der Körpergeruch? Irgendwie ist da die Chemie einfach nicht da und es geht einfach nicht und der Mensch… Das passt halt einfach nicht. Wie geht man damit um? Weil in dem Moment wäre dann doch die Überlegung, es gibt ja keinen guten Grund, warum nicht.
Oder würdest du die Person dann persönlich sehr verletzen, wenn du sagst, nee, das mache ich jetzt nicht, weil... Also du hattest das Vorgespräch, der geht ins Bad, was weiß ich, und dann kommst du ins Bad und denkst, nee, geht nicht. Gehen die alle ins Bad? Ja, alle. Grundsätzlich. Wie gründlich müssen sie denn sein? Also reicht's da einmal mit dem Waschlappen? Nein, duschen alle. Okay, das ist ja eine Menge Zeit. Zählt das schon in der Stunde mit?
Nein, nein, das zählt nicht. Vorgespräch und duschen zählt nicht mit. Okay, aber das heißt, wenn du eine Stunde anbietest, dann sind auf jeden Fall, sagen wir mal mit aufräumen, drei Stunden weg? 2,5. Das hast du durchgerechnet und wahrscheinlich gestoppt? Ja, natürlich. Genau. Hast du dafür nicht Personal? Da könnte man jetzt diesen berühmten Putzsklaven haben, von dem ja alle Welt redet. Der dich sowieso nur nervt. Genau. Der unterhaltsam ist wie eine Parkuhr.
Super. Nein, ich mach das gerne selbst. Das ist natürlich jetzt auch ein Bild. Also ich finde das ja immer schön, wenn man sich selber die Finger schmutzig macht. Ja, aber das gehört dazu. Aber du siehst es schon ganz richtig, eine Stunden-Session sind 2,5 Stunden. Okay, jetzt reden wir ja nicht über Geld, aber liebes Publikum, rechnet euch aus, es ist grausam. Das heißt, wenn man es dir einfach machen will, was möchte man von dir?
Also klar, du machst das ja eh nicht, aber wenn man sagt, okay, du sollst möglichst Aufwand haben vorher und auch nachher, was ist denn für dich total entspannt? So vom Inhalt der Session. So hast du wenig zu tun. Fußerotik ist doch immer super, oder? Du, ich setze mich auf den Sessel und mir werden die Füße verwöhnt, das finde ich mega toll. So, und was habe ich denn für einen Aufwand? Was muss ich danach putzen? Ich habe jetzt nicht erwartet, dass du so nahbar bist. Füße? Ja, doch.
Okay, wenn dir jetzt eine halbe Stunde die Füße geknetet werden, also ich empfinde das als unangenehm. Wirklich? Ja. Toll. Du findest es toll, dass ich es unangenehm finde? *lacht* Nein, aber… Viele Menschen mögen ihre Füße übrigens nicht. Ich finde meine ganz gut, die haben mich hier hergebracht, aber ja, sie könnten ein bisschen, da könnte dies sein, da könnte jenes sein, nein, aber… Auch viele Frauen finden ihre Füße unattraktiv und sie wissen gar nicht, dass viele Männer auf Füße stehen.
Okay, warum denn nicht? Ja, diese Frage stelle ich mir übrigens auch sehr häufig. Also ja, ich gebe zu, alles am Körper kann man ja immer schön einpacken, hab ich auch gestern erst in der Live-Sendung gehabt, wo ich gesagt habe, ja, so Nylons, das sieht schon ziemlich gut aus, wenn da noch Strapsel dran sind, das ist einfach so eine Einladung, so ein, ta, danke schön, ich fühle mich eingeladen, das ist toll, das kann ich genießen, ne.
Das ist vielleicht so mein kleiner Fetisch. Fußerotik, wenn du es so sagst, der Begriff, das heißt du bekommst eine schöne Massage mit ein bisschen Öl und liest du Zeitung, unterhältst du dich, also bekommt man deine Aufmerksamkeit dabei? Manchmal ja, manchmal nein. Füße kamen in der Kunst der Unvernunft viel zu wenig vor bislang. Es hat sich noch kein Fußfetischist bei mir mal gemeldet.
Das ist aber erstaunlich. Ich würde sagen, ich hab das mal gesagt, meine Füße, meine Hände und mein Kopf sind mein Kapital. Wie häufig ist das? Ist Fußfetischismus... Nein, ist das überhaupt ein Fetischismus oder einfach, du sagst ja Erotik? Es ist ein Fußfetischismus. Also was ist es? Ist es die Position, das ist halt unten und nieder im Rang oder dieses Verwöhnen? Nee, das ist der Fetisch, das ist definitiv der Fetisch.
Okay, ist der Fetisch der Fuß oder was man damit macht? Oder ist es auch, weil es dein Fuß ist? Auch, aber eigentlich eher der Fuß, dass dieser Fuß gepflegt ist. Der ist ja vorher schon gepflegt, du würdest ja nicht mit ungepflegten Füßen da... Oh, es gibt aber durchaus Menschen, die das ganz toll finden, wenn ich vom Sport komme und Sneaker vorher an hatte. Na gut, und dann können sie das alles wunderbar aufpolieren und vielleicht noch ein bisschen lackieren. Oh nein! Nein? Nein. Nein? Nein!
Möchte ich nicht. Das geht immer in die Hose. Warum denn das? Weil sie es nicht können. Du wackelst. Absichtlich. Nein, ich habe Gelnägel, das bringt nichts. Okay. *lacht* Liebes Publikum, ich gebe zu, wir haben eine Pause gemacht, weil wir haben eine Flasche Schampus geöffnet. Und der ist verdammt lecker. Also hatte ich auch noch nicht, dass ich eine Flasche Champagner krieg. Also nein, wir haben sie uns ja geteilt. Großartig. Ich bin super entspannt und hab mal eine Frage zum Thema Vokabular.
Denn du sagst ganz gerne das Wort Sklave. Und ich stelle fest, dass im privaten BDSM-Bereich ist das ein Begriff, der überhaupt nicht mehr geläufig ist. Wo kommt's her? Und warum? Warum sagt man das so? Boah, das ist eine richtig gute Frage. Ha, endlich. Boah, die ist richtig gut. Warum sagt man nicht mehr Sklave? Ja, das ist heute so mein Spielzeug, mein was weiß ich, aber Sklave sagt, ja, es kommt drauf an wie alt die Leute sind und wie lange sie dabei sind, oder?
Ja gibt's da so einen gewissen, ich nenne es mal Pay-BDSM-Slang, wo einfach die Begriffe ein bisschen treffsicherer sein müssen oder wird das einfach auch gewünscht, dass das so benutzt und gesagt wird? Und ich glaube, es ist eher ein Anerkenntnis meines Gastes, wenn ich ihn als meinen Sklaven tituliere. Wobei ich ja zu denen, wie du vorhin gehört hast, gesagt habe, das sind meine Burschen, das sind meine Jungs.
Montag kommt übrigens einer und saugt mein Auto aus und kümmert sich um die Dinge, in denen ich nicht so gut bin. Was wieder ganz lustig ist, er saugt mein Auto aus, er würde mich aber niemals fahren, weil er weiß, ich will alleine fahren. Also es gibt ja dieses tolle Konstrukt 24/7, mein Sklave macht alles für mich, das finde ich total Horror, weil es mir meine Eigenständigkeit nimmt, aber er weiß, sie saugt nicht gerne ihr Auto aus und sie wäscht nicht gerne ihr Auto, das stimmt.
Und dann rufe ich ihn an und sage, ja, dann tu das mal und dann geh nach unten ins PI und mach ne Inventur und bring mal das Leergut weg und mach mal dies und mach mal das und das ist sehr angenehm. Ja, und ich glaub das ist dann so der halboffizielle Teil, da tickt dann auch nicht unbedingt die Uhr gleich komplett mit, sondern das ist einfach Nettigkeit. Genau, genau, weil er weiß, sie möchte, dass ich das jetzt tue. Ach übrigens, ich werde mal wieder verschlossen.
2021 war ich 120 Tage weggesperrt. 2022 beginnt, naja, dann kann ich auch wieder weggesperrt werden, ne? Oh, das finde ich aber spannend, also gerade für so Keuschheitszeug. Total super, ne? Ja, aber im Moment, da hängt ja eine ganze Menge dran, weil dann hast du ja da, da zu sein. Also da ist ja mal diese Verantwortung mit drin, dass du dann verfügbar sein musst für den Fall der Fälle und dass es besonders schlimm ist. Was ist denn gerade besonders schlimm? Man kann ja ein Foto schicken,
wie groß die Wunde ist. Ja, dann entscheide ich, muss mal jetzt ein bisschen Bepanthen ran, oder nicht? Ja, aber ist das nicht der Deal an der ganzen Sache, dass man Aufmerksamkeit gegen Orgasmusentzug tauscht? Also ich habe letztes Jahr gesagt, sofern Dr. Angela Merkel uns den Lockdown verhängt und so lange bist du drin, ich bin raus aus der Nummer, warte auf die Nachrichten, dann weißt du Bescheid. Ich wusste selber nicht, wie lange es geht, aber na gut, 120 Tage.
Oh Gott. Hundertzwa... Aber das sind ja Sachen, die finden ja außerhalb statt, also das sind jetzt Sachen… Ja, das sind meine Goodies und meine Benefits. Okay, die gibt's für dich oder die gibt's für deine Gäste? Die gibt's für mich, für meine Burschen. Okay und die Burschen, also das ist dann nochmal so ein ganz spezieller Kreis. Wissen denn die anderen, dass es diesen Kreis gibt? Nein. Aber jetzt! *lacht*
Genau, jetzt hast du natürlich ein Problem. Kannst du die Aufnahme-Kriterien, kannst du jetzt hier einmal alle verlesen? Nein, nein, nein. Pack irgendwas dazu, was unmöglich ist. Das entscheide ich selbst. Das ist genauso, wenn Anfragen kommen der Kennzeichnung. Die gibt es nicht. Ich entscheide, wann es eine Kennzeichnung gibt. Die kann man sich nicht erkaufen bei mir.
Ist das dann nicht auch so eine Art einseitige Beziehung, also du hast dann jemanden, der dich auf lange Zeit verehrt, der für dich da ist und ja, du bist halt du, und jetzt führt dieser Mensch im Grunde ein Leben, was auch ein bisschen auf dich zentriert ist. Da kannst du ja gar nichts gegen tun. Ist dir das unangenehm? Nein. Weil ich bestimme ja, ob das überhaupt so stattfindet.
Ich hatte übrigens, just vor ein paar Wochen, mit meinem Ex-Freund Kontakt, der sich damals als Liebesbeweis meinen Slogan hat, auf die Brust tätowieren lassen. Und dann habe ich ihn vor kurzem gefragt, sag mal so jetzt zehn Jahre später so, wie fühlt denn sich das an, das jeden Tag im Spiegel zu sehen und ich bin gar nicht mehr da und so weiter. Und die Antwort kam wirklich, ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit dir hatte. Ist das nicht toll? Oh, das ist wirklich schön.
Und ich war wirklich zum Schluss nicht nett zu ihm. Ja gut, aber die Zeit ist es halt. Er sagt, er betrachtet die Zeit, die er mit mir hatte und das ist für ihn total schön und er hat dieses Tattoo nie bereut. Aber du sagst, du entscheidest das. Ja, damit hat er mich wirklich überrumpelt. Dann kam er an und hatte meinen Slogan tätowiert und ich guckte da etwas irritiert, sagen wir es mal so. Kennzeichnungen, die ich selbst vornehme, also Kennzeichnungen sind bei mir Brandings.
Okay, das heißt es gibt so eine Art Standardschablone von dir, die hier irgendwo liegt? Großartig, wie sieht die aus? Soll ich sie holen? Ja gerne! Achtung, du musst das absetzen, sonst reißt du hier alles runter. Das ging jetzt ganz schnell, das war gleich hier in der Vitrine. Ein M und ein C, das Brandeisen, in Druckschrift, aber ist das Kursiv? Ja, das ist Kursiv. Uiuiui, und zwar relativ groß, würde ich sagen. Also das ist jetzt das zweite Ding der Woche, würde ich sagen.
So ein zweieinhalb Zentimeter hohe Buchstaben, und auch breit. Wohin gibt's die denn? Auf den Arsch. Auf den Arsch. Ja und MC, das ist neutral genug, dass man's weg erklären kann, aber persönlich genug, dass es genau von und für dich ist.
Ich hatte mir mal gewünscht, dass man das auf die Fußsohlen setzt, ist aber für Brandings eher suboptimal, weil ich dachte, so dieser Gedanke mit jedem Gang, mit jedem Schritt denkst du an mich, aber funktioniert leider, macht keine Brandings auf die Fußsohlen bitte, danke. Die beiden Brandings, also die beiden Buchstaben, wie oft hast du die schon benutzt? Drei Personen tragen sie. Drei Personen? Okay, aber sie liegen hier direkt im Raum, also du könntest jederzeit
entscheiden und dann aufs... Selber trägst du es aber nicht? Nein. Okay, wie weit trägst du denn von deinen Gästen etwas mit dir rum? Also es gibt ja auch Geschenke oder vielleicht auch ein Tattoo, ich weiß es ja nicht, oder Schmuck zum Beispiel. Sehr viel Schmuck. Ich trage viel Schmuck von meinen Gästen. Insbesondere dann, wenn die dann auch da sind? Nein. Sie bekommen ein Foto davon, wenn ich etwas von Ihnen trage.
Okay. Und Geschenke, was bekommt man da so? Ich könnte mir vorstellen, schöne Wäsche natürlich, Schuhe. Nein. Viel zu intim. Okay, wo ist da die Grenze? Also Schmuck geht, aber ein Ring. Ui. Mit einem Klunker dran. Möchtest du jemanden grüßen? Nein. *lacht* Nein. Oh weia. Ich bin ja mit einem Ring noch ein bisschen im Rückstand gerade, aber was für Aufmerksamkeiten begegnet ihr? Das war mein Weihnachtsgeschenk. Die Schuhe? Zebraschuhe, ne? Nein, das ist Schlange.
Aber komm, schwarz/weiß. Ja, okay, also Schlangenleder. Schick, natürlich mit hohem Absatz. Bist du nicht auch verpflichtet dann, die Sachen auch zu tragen oder zu benutzen? Nein, ich wünsche sie mir ja selber. Ich sage ja, was ich haben will. Gibt's eine Amazon Wunschliste? Nee, genau. Ja, es gibt eine Amazon Wunschliste, die ist aber sehr allgemein gehalten und meine Burschen bekommen andere Dinge von mir zugetragen, die ich zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zwischendurch kriege.
Ich würde jetzt eigentlich sagen, das ist ja sehr eigennützig, aber eigentlich ist das ein toller Service, dass du sagst, womit man dir tatsächlich eine Freude machen kann. Genau. Und das ist nicht öffentlich, sondern das sage ich, was ich haben möchte. Was ist denn davon noch unerfüllt? Ne, ich hab eigentlich alles. Ist das pervers? Nein, ich hab keine Wunschliste. Ich sehe es in dem Augenblick und dann sage ich, möchte ich es zu Weihnachten,
will ich es zum Geburtstag oder will ich es jetzt? Und wer bezahlt? Lass mich mal ein bisschen sprechen über diese ganzen Sachen, die Geldverwaltung und die etwas niederträchtigen Arten von, es gibt ja diese Geschichten, wo jemand zum Beispiel dir die Vollmacht über Konten etc. überschreibt. Möchte ich nicht. Okay, es gibt ja Menschen, die machen das, also warum möchtest du das nicht? Nein, diese Verantwortung möchte ich einfach nicht tragen.
Aber das ist doch an sich sehr praktisch, du hast ein Konto, kannst verfügen, kannst dir Geld nehmen. Ich hab auch mein eigenes Konto. Okay, das ist also ein Stück Emanzipation und dass du dann auch diese Dauerverantwortung nicht haben willst. Ich hatte vor kurzem einen Sklaven, der meinte, ich wünsche ihnen so sehr einen reichen Mann, der ihnen alles bezahlen kann, was sie sich wünschen. Und ich war völlig irritiert von diesem Gedanken, also meine Partner wurden
nie danach ausgesucht, ob sie Geld haben oder wie der Kontostand ist. Das ist mir völlig... Aber vielleicht kannst du mir so ein bisschen den, ich glaub Geldschwein heißt das, ne? Oh! Horror! Ich hab immer das Problem, bei Twitter laufen mir gelegentlich da mal Tweets vor die Füße von Mädels, die sich beschweren, dass sie das nicht wollen. Aber niemand konnte mir so richtig erklären, was ist es.
Ich hab verstanden, die Leute bezahlen Geld dafür. Nein, die Leute geben anderen Menschen Geld, damit die sich schöne Sachen kaufen können. Nein, sie wollen Aufmerksamkeit dafür haben. Okay, das ist also der Deal. Der Deal ist die Aufmerksamkeit. Ist das nicht immer so? Egal, was Sklave tut, Aufmerksamkeit ist eigentlich das, was zu geben ist? Ich finde ganz einfach, wenn ich sage, es ist ein Zahlschwein und ich will jetzt
so und so viel Euro haben, ist es wahnsinnig plakativ. Und das stört mich. Es ist vor allem einfach auch so stumpf und so einfach. Also vielleicht zu einfach für dich. Wahrscheinlich verdiene ich mein Geld lieber selbst. Ja, es ist auch wichtig, dass du im Spiegel dich ansiehst und sagst, boah, toll gemacht oder tolle Frau. Wenn das nicht ist, dann könntest du das ja auch nicht vermitteln. Also ich mache das lieber über meine eigenen Projekte.
Ja, aber jetzt nochmal grundsätzlich zur Aufmerksamkeit. Ich hab mal irgendwann irgendwo in einem Profil geschrieben, das einzige, was ich meiner Sub tatsächlich zu bieten habe, ist in dem Moment, wo wir jetzt zusammen sind, dass sie meine einzige, alleinige und wirklich absolut ungeteilte, hundertprozentige Aufmerksamkeit bekommt. Sehr schön. Und das ist eigentlich das einzige, was ich zu geben habe. Stimmt. Superschön. Danke. Nein, finde ich gut.
Aber wie ist das? Eigentlich ist das deine Dienstleistung, die Aufmerksamkeit. Naja gut, diese Aufmerksamkeit darüber hinaus, die lasse ich mir ja da in dieser Form nicht zeitlich bezahlen, wenn ich sage, ich will jetzt, dass du weggeschlossen bist oder so. Und ich möchte in dieser Form über dich bestimmen, dann lasse ich mir das nicht bezahlen. Das ist mir sogar fast unangenehm, wenn dann immer ein Umschlag kommt, ungefragt. Ja, fast unangenehm, also so schlimm ist es dann.
Ich nehm's an. *lacht* Natürlich, man kann damit ja auch gute Sachen machen. Natürlich, natürlich. So, als letztes persönliches Ding, mag ich nochmal so ein bisschen gucken, wie ist denn das, wenn man den Menschen dann doch mal näher kommt, dem kann man sich ja nicht erwehren. Ich kann mich genauso beim Bäcker verlieben, wie du dich vielleicht auch bei der Arbeit mal einfach verknallen könntest. Es ist mir passiert. Es ist dir passiert, tatsächlich.
Es ist mir wirklich, ja, es ist mir wirklich passiert, aber am Anfang meiner Arbeit, wo dieser professionelle Schutz, weil er noch nicht so gut funktioniert hat und es hat sieben Jahre gehalten. Ja, hervorragend. Ja, also, mh. Okay, aber ist das nicht trotzdem sowas, wo man sagt, ah, rotes Tuch und da müssten noch die Warnglocken angegangen sein und du hast dann beschlossen, nee, ich finde Menschen trotzdem toll. Ja, das war am Anfang. Nein, nein, also, nein, Moment.
Du schließt aus, dass dir jemand begegnet, also du würdest den tollsten Menschen laufen lassen, nur weil ihr dieses Verhältnis miteinander habt? Ja. Ist ja ein hoher Preis. Ein sehr hoher Preis, aber ich würde ihn zahlen. Okay, damit haben wir jetzt auch den entscheidenden Nachteil. Bitter, ne? Also das heißt, warst du schon mal heimlich verliebt in einen Gast? Nein. Kannst du natürlich nicht sagen, aber...
Nein. Weil wenn ich merke, dass es mein Beuteschema wäre, würde ich alles dafür tun, diesen in dieser Session zu entmenschlichen durch Masken oder irgendwas, was mir einfällt und ihn einmal zu machen und danach nie wieder. Also das ist dann wirklich der Schutzmechanismus, der da muss? Der muss, muss, muss. Also für mich persönlich, jede Frau muss das für sich selbst entscheiden, aber würde ich nicht machen. Also das ist jetzt nicht, muss ja nicht in diesem Verhältnis sein.
Es kann auch sein, dass du sagst, Mensch, bei der Arbeit dominiere ich den Menschen, aber privat würde ich mich von dem ganz gerne ans Kreuz nageln lassen. Bitte? Weiß ja nicht. Nein. Okay. Das stelle ich außer Frage. Naja, man sagt ja, dass die erfolgreichen Managertypen dann ja zur Domina gehen und dann ist ja die Frage, wo geht die Domina hin?
Zum Callboy. *lacht* Nein. Okay, also liebes Publikum, ich habe alles gefragt, wahrscheinlich fliege ich hier gleich hochkant raus, aber ich habe alles von der Liste abgearbeitet. Alles gut. Du bist geduldig. Absolut, ja absolut. Nein, ich kenne viele Kolleginnen, die ihre Gäste geheiratet haben. Und sicherlich war es zu diesem Augenblick am Anfang meiner Zeit völlig in Ordnung und ich hab sogar den Rauschmiss aus dem Studio in Kauf genommen. Deswegen? Ja, das ist ein ungeschriebenes Gesetz.
Okay, aber man fliegt raus. Man fliegt raus. Wo verläuft da die Grenze? Also, ja gut, heiraten ist vielleicht ein bisschen viel. War ein bisschen viel. Ja, aber bis wohin geht's denn, ist es denn noch okay? Mal Kaffee trinken. *seufzt* Okay, da ist schon die Grenze. Na, wir können ja hier einen Kaffee trinken. Stell dir mal vor, du triffst irgendwo, keine Ahnung, bei einer Behörde, bei irgendwo draußen, du triffst einfach Gäste von dir.
Ich glaube, du kannst damit noch ganz gut umgehen, aber was tust du, damit die damit auch gut umgehen können? Ich werde niemals proaktiv handeln und werde so tun, als ob ich die Person nicht kenne. Okay, Gott und beim nächsten Mal, wenn ihr euch dann hier seht, dann kann man das verarbeiten. Nein, also es obliegt meinem Gegenüber mich zu grüßen oder mich eben nicht zu grüßen. So, wir sind jetzt langsam auf dem Modus, dass die Flasche Champagner leer ist.
Ja, ich schenk dir nochmal ein kleines Stück nach, das hält mich nämlich halbwegs fahrtüchtig, aber so ein ganz kleines Tröpfchen nehm ich auch noch. Sehr schön. Warte mal, das ist bezeichnend, liebe Charlotte, weil von meinem Wasser ist noch die Hälfte da. Aber den Gin und den Champagner haben wir weggesoffen, hervorragend. Mein letzter Schluck von dem Champus. Also liebes Publikum, heute bin ich mal dekadent, also ich bekomme ja ganz oft unangekündigt Päckchen mit Kaffee, total super.
Ich nehme aber auch Champagner. Nein, das ist ein Scherz, um Gottes Willen. Aber es wird langsam lustig. Ich hab noch einen letzten Punkt. Ich bin ja hier in diesem Studio, es hat ein paar Räume, es ist wunderbar ausgestattet und jetzt hast du eben in der kleinen Pause gesagt, du machst auch Privatvermietung. Ich kann diesen Laden hier mieten? Ja, kannst du. Also das machen wir häufig. Erstmal, ist das üblich, dass man Studios mieten kann?
Eigentlich nicht so üblich, weil die Werte, die hier drin sind, die sind schon nicht ohne. Als ich dir vorhin die Latexschränke auch gezeigt hab und so, ne, und ich dann so beiläufig 10k sagte, dann war das auch ernst gemeint, ne. Hier hängen natürlich überall Kameras, nein, hier hängen keine Kameras. Nein, nein, auf gar keinen Fall. Warum machst du das? Also klar, weil es Geld einbringt, aber das Risiko ist doch relativ hoch, dass hier mal jemand was mitgehen lässt, dass was kaputt geht.
Also klar, diesen einen Raum, wo meine Sachen drin sind, den schließe ich immer ab. Also das ist klar, das sind meine privaten Sachen, aber ich habe das ganz einfach festgestellt, wenn man zum Beispiel zu Hause total eingeschränkt ist, die Kinder sind zu Hause, dies, das, jenes und man möchte mal aus seinem täglichen Korsett ausbrechen und sucht dafür einen Raum, wo man das erleben kann. Dann ist das hier natürlich super.
Und ich habe das sehr häufig, dass die Paare sich das gegenseitig zum Geburtstag schenken oder so und dann mal eine Übernachtung hier buchen. Also schlafen die dann hier auch? Sehr komisch, aber das Bettzeug wird ganz selten benutzt, wenn ich am nächsten Tag reinkomme. Ich geb's ehrlich zu, also wenn ich jetzt anfangen würde dann zu spielen, bis vier, fünf Uhr morgens, in dem Moment wo ich mich dann ins Bett lege, egal wann die Checkoutzeit ist, ich würde sie reißen. Und zwar brutal.
Hätte ich keine Chance die einzuhalten, wenn man so richtig die Sau rausgelassen hat. Nee, keine Chance. Aber dafür sind wir auch da und in den meisten Fällen funktioniert es auch wirklich sehr gut, dass sie es auch gut behandeln. Also ich hab dir ja vorhin in der Pause gesagt, einmal war es so, dass was aus den Vitrinen verschwunden ist und genau das, was ich für einen Stammgast von mir gebraucht habe. Ich bin ausgerastet. Ist es denn wieder zurückgekommen? Nein. Oh je.
Ich hab's nachgekauft. Ja, passiert, ne? Ich weiß, du hast hier ein privates Bad, ich hab eben einen Blick reinwerfen können, das ist dein Bad, wie ist das mit Übernachtungsgästen, die dürfen da auch nicht rein? Doch, die dürfen rein. Okay, also das heißt man bekommt nicht nur Räume mit Möglichkeiten und Spielsachen, man bekommt auch deine persönliche Kloschüssel, Entschuldigung,... *lacht* Allein das ist es ja jetzt, also...
Und dann weißt du in dem Augenblick auch, welches Parfum ich nehme und so, ne? Es steht wirklich alles da. Aber wie suchst du denn die Leute aus? Also kann da jeder anrufen und sagen, ja ich würde mal gerne den Laden eine Nacht buchen und dann… Nee, du musst das schon über das Buchungssystem machen, weil du dadurch ja die AGB akzeptierst und Rücktrittsrecht und dies, das, jenes. Das ist ja schon juristisch wichtig zu sagen, okay.
Und wenn du das Studio buchst, dann musst du auch 100 Prozent Vorkasse bezahlen. Ja gut, aber ganz ehrlich, bei den Werten, die hier drin sind, was interessiert mich die Vorkasse? Dann räume ich das halt aus. Also gibt's da eine Kaution? Ja klar, Kaution gibt es und das Inventar wird vorher abfotografiert und dann wird die Abnahme am nächsten Tag wieder gemacht, das ist schon ein bisschen anstrengend.
Okay, also da steht auch wieder, das ist immer das Problem, man vermietet Räume, nein, man muss auch noch vorher sauber machen, muss eh immer sauber sein, aber hinterher und man weiß ja nicht, was die Leute alles genutzt haben. Nein, das liegt ja meist auf dem Fußboden, was benutzt wurde. Ja, wenn hier jemand gegen die Tapete wichst, Entschuldigung, aber das musst du ja erstmal sehen. Ich sehe alles. *lacht*
Oh je. Also find ich aber spannend, dass einfach Möglichkeiten und auch mal wirklich ein ganzes Studio einfach mal als Spielwiese zu haben, ja das hört sich nach einem brauchbaren Geschenk an. Und ja, es gibt nur keine Motoren, ne? Es gibt hier keine Motoren, es ist alles mechanisch. Ja, also vielleicht beim nächsten Mal, wenn ich hier bin. Ich ahne es wird ein nächstes Mal geben, da werde ich mal diese ganzen Kettengerassel oder so aufnehmen, das wird dann mein neuer Trailer werden, glaube ich.
Ich dachte, wir treffen uns das nächste Mal im Pi. Das können wir machen, aber wir können hier nochmal kurz vorbeischauen. Das war mir jetzt irgendwie klar. Also liebes Publikum, es gibt eben noch das Pi, das ist dann der Laden, wo Partys stattfinden und da wird aber jetzt gerade fürchterlich renoviert. Wir haben ja gerade wieder so ein, ja was ist das, Veranstalter-Lockdown. Aber ich sehe dich total entspannt und zumindest der eine Teil des Business läuft auf jeden Fall.
Und wenn du sagst, ich renoviere, dann heißt das hinterher wird das großartig. Ja, wir bauen gerade eine neue Betondecke ein. Das ist brandschutztechnisch dann noch notwendig. Ja, das ist einfach eine Notwendigkeit und wenn die anderen Geschäfte von mir laufen, ist das doch okay. Also du hast ja immer so, du kannst ja nicht irgendwie drei, vier Cashcows am Laufen haben, das ist ja unmöglich.
Du hast immer ein Projekt, wo du ganz einfach rein investieren musst und das ist halt dieses unternehmerische Risiko. Das gehört dazu. Ja, find ich aber auch spannend, weil damit schaffst du natürlich auch für die Community ein Angebot und bei dir bricht das so ein bisschen auf. Man hat ja immer dieses, ja da gibt's halt die Dominawelt mit den Studios und das ist dann das und dann gibt es noch die andere Welt, wo Stammtische und Partys und sowas sind.
Und so ein bisschen verbindest du ja dann beides doch. Und das finde ich eigentlich ganz schön, weil du natürlich auch so den Überblick hast und vielleicht so zum Schluss würde mich ein bisschen interessieren, was machen denn, ich sag mal, Privat-BDSMer, was du einfach nicht machen kannst, was aber vielleicht doch zumindest interessant wäre.
Also gibt's irgendwelche Limitierungen, die du gerne aufbrechen würdest oder wenn du siehst wie so ein Pärchen auf einer Party, die seit 20 Jahren miteinander spielen, irgendwas wundervolles miteinander machen, fehlt dir da nicht irgendwas? Du, da geht mir eher das Herz auf. Ich freue mich für diese Menschen. Also es ist doch toll, wenn man 20 Jahre zusammen ist und das leben kann. Ich meine, Beziehungen sind immer schwer, gerade in unserer Szene, oder?
Und da muss man sich dann auch überlegen, wie leben wir diese Beziehung oder wie gehen wir damit um oder wie entwickeln wir uns weiter und leben wir jetzt seriell monogam oder war das nur ein Ausflug ins BDSM-Genre oder leben wir jetzt poly oder wie wollen wir leben und was macht uns glücklich? Ja und du kannst das genießen, wenn du das siehst. Absolut. Und ganz ehrlich, da kann ich jetzt noch so viel reden wie ich will, also ein bisschen Neid oder so werde ich aus dir nicht rauskitzeln können.
Nein, ich bin ein sehr unneidischer Mensch. Ja und total entspannt und freundlich und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie du bösartig dominant sein könntest. Soll ich mal kurz eine Telefonnummer finden? *lacht* Liebes Publikum, machen wir das einfach so, wenn ihr erleben wollt, wie Madame Charlotte total dominant, fies und bösartig ist, dann, oh Gott, wenn ich das jetzt sage, dann bist du jetzt böse zu mir, dann ruft ihr einfach an und schindet ein bisschen Zeit raus und verhandelt dann
am Preis ein bisschen rum. Entschuldigung. *beide lachen* Naja, du nimmst ja keine neuen Gäste mehr auf, deshalb ist das ein bisschen schwierig. Also liebes Publikum, ruft nicht an, aber stellt es euch vor. Ich werde jetzt zumindest fürchterlich albern, das mag am Schampus liegen. Vielen, vielen Dank. Gerne. Schön, dass du hier warst und komm bald wieder und dann gucken wir mal für die weiteren Projekte, die kommen werden.
Mache ich ganz sicher. Und vielen Dank für Speis und Trank und diese unglaublich gemütlichen Sessel, in denen jetzt mein Hintern langsam einschläft. Es ist einfach wirklich schön hier und ich kann mir wirklich vorstellen, dass ich hier öfter mal bin, um Unsinn zu machen. Von daher vielen, vielen, vielen Dank für deine Gastfreundschaft und ja, dass du mitmachst und ich drücke dir alle Daumen und wünsche dir ganz viel Erfolg bei eigentlich jedem Projekt, was immer du auch anfasst.
Vielen lieben Dank und liebe Hörerschaft, hört euch doch noch einfach mal das Lied von Marteria an, Amy's Weinhaus. Und dann wisst ihr so ungefähr, was man bei uns erleben kann und welche Menschen zu uns kommen. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Macht's gut, tschüss.
