Worum geht es beim nächsten Krieg? - podcast episode cover

Worum geht es beim nächsten Krieg?

Apr 23, 202641 minEp. 163
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Ist Wal Timmy nun noch zu retten oder nicht? Wann hat es endlich ein Ende? Wird man ihn bald ausgestopft im Museum sehen oder kann er noch davonziehen? Augstein & Blome diskutieren außerdem über die Rentenkommission und über die Militärstrategie der Bundeswehr.

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Transcript

Leute, ich habe noch nie so viel Zustimmung bei einer Folge bekommen und so wenig Hasskommentare wie bei der letzten Folge, als es um den Wahl ging. Hier schreiben Leute, Lorraine vor Präsident, Lorraine hat so recht. Ich bin jetzt angekommen in der Community. Was sagt ihr dazu? Herzlich willkommen in der Community, Lorraine. Wirklich. Mir war nicht klar, dass wir so viele vegane Hörer und Hörerinnen haben. Tja. Schön.

Grüße gehen raus an das vegane Volk von Augstein und Blume. Aber ich dachte, in unserer Community seist du schon längst angekommen, Lorraine. Ich dachte, du bist Teil unserer Community. Ja, für euch bin ich das. Aber für manche bin ich natürlich auch hier die Quotenfrau. Das darf ich mir eigentlich wöchentlich anhören. Aber ich stehe da natürlich drüber. Und Lorraine, Frau Präsidentin, das werde ich mir jetzt einrahmen. Also, alle Male besser als Julia Klöckner. Das würde ich schon sagen.

Oder noch viel besser als Juli C., die ist auch im Gespräch. Denn die nächste Bundespräsidentin wird ja eine Frau. Das liegt in der Natur der Dinge, wenn sie eine Bundespräsidentin ist. Aber die Nachfolgerin des Bundespräsidenten wird eine Frau. Okay. Also da ist jetzt auch zeitnah eine Chance. Ein Fenster auf, sage ich mal. Geschichtlich. Sollte ich auch nochmal hinterher jagen, ob ich so eine Stelle kriege? Du solltest dich jetzt einfach in den Wahlkampf stürzen.

Und das Intro spielen. Ich wollte gerade sagen, mache ich jetzt erstmal meinen Job, den ich eigentlich habe. Nämlich einfach auf diesen Knopf zu drücken, hat auch jemand geschrieben. Der einfachste Job der Welt und das Intro abspielen. Das macht der Bundespräsident auch nicht viel anders. Blume, herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unserer regelmäßigen Wahl-Sendung. Kleiner Scherz am Anfang, aber wir haben letzte Woche schon über das Tier geredet.

Ja, jetzt wird es ernst. Wir haben letzte Woche. Lasst diesen armen Wal doch endlich in Ruhe sterben. Das ist so unwürdig und so traurig, was wir da sehen. Ich finde das, lasst ihn doch einfach in Ruhe. Alle Leute, die sich wirklich für das Tier und für die Natur interessieren, sollten dieses Tier jetzt wirklich mal respektieren und es in Ruhe lassen. Die sozialen Medien, die normalen Medien, die Politiker, sie und ich, lasst uns dieses Tier in Ruhe ziehen lassen.

Ich glaube, dafür ist es zu spät. Klingt jetzt irgendwie paradox. Zu spät, ihn sterben zu lassen. Weil man das vielleicht ganz am Anfang hätte machen können, sagen, da ist ein Wal gestrandet, jetzt muss er sehen, ob er freikommt oder nicht. Und wenn nicht, dann ist das eben Natur. Inzwischen ist der Wahl ja viel größer als ein Wahl. Inzwischen ist er ja so ein gesellschaftlicher Fixierungspunkt, meinetwegen Projektionsfläche.

Das heißt, da fiebern jetzt Leute ganz emotional und ehrlich, gar nicht voyeuristisch mit. Die darf man jetzt nicht enttäuschen. Die entscheidende Frage ist, wer ist Mann? Also wer muss ihn retten? Ich glaube, die Politik muss das jetzt mal endgültig in den Griff nehmen und diese ganzen selbsternannten Wahlvoodoo-Wahls nach Hause schicken. Na gut, aber der Oberwahl-Voodoo ist halt Till Backhaus, der zuständige Minister von Mecklenburg-Vorpommern.

Mir war gar nicht klar, wie irre der Mann ist. Ich dachte, den kennt man ja als Regionalpolitiker schon seit vielen, vielen Jahren. Wenn man nochmal nachguckt in seiner Biografie, dann sieht man, er hat Agrarökonomie in der DDR studiert. Das sind jetzt eigentlich nicht so emotionale, so zum überbordenden, durchdrehende Charaktere, soweit ich informiert war. Aber vielleicht unterschätze ich auch die DDR-Agrarökonom.

Jedenfalls Till Backhaus ist derjenige, der gesagt hat, er habe dem Wal die Hand aufgelegt und habe praktisch mit dem Wal zusammen gelitten und seine Gedanken gespürt. Und er hat praktisch die Nacht bei dem Wal verbracht und er hat geweint, als er über den Wal geredet hat. Und jetzt kommt das Allergrößte, er sagt auf der Insel Pöhl, wo der Wal gelegen hat und wo er gestrandet ist, müsse man, werde man ein Mahnmal errichten. Nicht mal ein Denkmal, sondern es muss gleich ein Mahnmal sein.

Ein Mahnmal für die Menschen. Das ist alles so unfassbar bescheuert, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ja, es ist ein bisschen viel, vielleicht auch für den Kollegen Backhaus. Ist ja auch ein großes Tier, der Wal. Aber noch einmal. Zwölf Tonnen muss er da verarbeiten, der arme Till. Ja, aber noch einmal. Ich glaube, es gibt ein ganz starkes Gefühl in der Bevölkerung und das muss man irgendwie bewirtschaften, weil das Politik ist.

Und das Gefühl lautet, das mit dem Wal, das mit Timmy, Spitzname des Wahls, das mit Timmy darf jetzt nicht auch noch schief gehen. Es geht so viel schief in diesem Land und es funktioniert nicht. Und Donald Trump und die Ölkrise und der Tankpreis und ich weiß nicht, was alles noch dazu in Ostdeutschland ganz besonders schlimm, weil das ja alles immer ganz besonders schlimm ist, zumindest meinen das die Leute. Also die gucken auf diesen Wahl bundesweit. Eine irre Aufmerksamkeit.

Und sagen, das klappt jetzt gefälligst mal. Das muss jetzt Deutschland mal hinkriegen. Wir werden doch wohl in der Lage sein, eine Wahl zu retten. Wir werden ja noch eine Buckelwahl retten können. Die Chinesen hätten in der gleichen Zeit fünf Buckelwale gerettet. Da werden wir ja wohl einen wenigstens schaffen. Sie wollen das zu so einer Frage des nationalen Prestiges machen. Sie wollen doch so eine Art internationale Competition machen.

Also beim Wale retten lassen wir Deutschen uns von niemandem etwas vormachen. Niemand rettet Wale. Verstehen Sie nicht, was ich meine? Es geht nicht darum, jetzt besser zu sein als ein anderes Land. Ich verstehe es. Einfach mal, das kriegen wir jetzt hin. Das wollen wir und das kriegen wir jetzt verdammt nochmal hin. Das ist ein bisschen wie, schaffen wir es wenigstens diesmal in die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft?

Das muss doch möglich sein. Sie meinen, wir konnten keinen Flugplatz in Berlin bauen. Wir können keinen Bahnhof in Stuttgart bauen, aber an der Ostseeküste Wale retten. Das schaffen wir noch. Wenn das so stimmt, wahrscheinlich haben Sie recht, ganz kurz. innerhalb. Gesellschaftspsychologisch, meine ich. Das ist meine Prognose. Mein Befund wahrscheinlich wirklich. Wahrscheinlich haben Sie recht. Und das unterstreicht fünfmal mehr meinen Widerwillen gegen das wirklich unwürdige

Spektakel, dessen wir da erzeugen werden. Und jetzt wirklich der letzte dumme Witz. Ich meine, in Mecklenburg ist ja wirklich Wahlkampf. Da wird ja demnächst gewählt. Und es ist ein blaues Tier und. Es ist ein großer blauer Wahl im Raum, meinen Sie? Es ist ein großer blauer Wahl im Raum, genau. Es ist vielleicht ein AfD-Wahl, vielleicht ist der Wahl ein U-Boot der AfD. Die AfD, welche Haltung hat eigentlich die AfD zum Wahl? Super Frage.

Haben wir den Spitzenkandidaten der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Jemals? Leif-Erik Holm heißt der, glaube ich. Also Holm mit Sicherheit, ich wusste den Vornamen jetzt nicht ganz genau. Leif-Erik Holm gefragt und er ist ausgewichen. Er ist ausgewichen? Ja, er wollte sich dazu nicht konkret äußern. Er wollte also nicht sagen, vor die Wahl gestellt, sterben lassen, in Frieden, so wie sie es vorgeschlagen haben, oder aber jetzt mit aller Gewalt in Anführungsstrichen retten.

Na nee, na, ah ja, mal gucken. Ja, das sei ja so Zuständigkeit. Da wollte er sich jetzt nicht einmischen. Das ist AfD. Wenn es nämlich heikel wird, dann ducken die sich weg. Das ist wie Donald Trump. They always chicken out, wenn es wirklich heikel wird. Donald Trump hätte den Wahl einfach schon gesprengt oder hätte eine KI-Meme gemacht, wo er auf dem Wahl reitet sozusagen und mit dem Wahl zusammen in die Freiheit reitet. Ich glaube, Donald Trump hätte erkannt.

Dass es so ein Ding ist, was einfach emotional da ist, groß ist und mit dem man umgehen muss. Keine Ahnung, was er konkret gemacht hätte, aber er hätte es mindestens erkannt. Also statt eines Denkmals für diesen Wal, wie Till Backhaus das vorgeschlagen hat, oder eines Mahnmals geradezu, hätte ich eine viel konkretere Idee. Die Wal wird sterben. Ich glaube, daran führt jetzt kein Weg vorbei. Früher oder später wird er sterben.

Am Ende bleibt ein Skelett, das ist jetzt vielleicht für viele Leute schwer vorstellbar, und so, weil der Wal so groß ist und so, aber am Ende besteht auch dieser Wal, so wie wir alle aus Knochen. Die könnte man ins Naturkundemuseum in Berlin stellen. Da ist sehr, sehr viel Platz. Da ist ein fantastisches Dinosaurier-Skelett. Das ist deutlich älter als das vom Wal. Habe ich mir früher oft angeguckt. Erst alleine dann mit meinen Kindern. Ganz toll. Kann ich jedem empfehlen.

Geht ins Naturkundemuseum. Schaut euch den Dinosaurier an und vielleicht künftig mal den Wal. Denn im Naturkundemuseum ist ja schon ein anderes Herzenstier der Deutschen untergebracht. Blume, ihr Einsatz. Fritz? Nein. Karl? Nein. Knut? Knut! Ja, Lorraine, wusstest du, dass der kleine Eisbär Knut ausgestopft im Museum steht? Ja, das wusste ich. Und der war doch so traurig, weil sein Tierpfleger damals gestorben ist und so. Musste man nicht auch für den Mahnmal erstellen?

Große, große, ganz große Berliner Boulevardgeschichte. Und letztlich ist das mit dem Wal ja auch eine Boulevardgeschichte, die wir erleben. Knut und sein Tierpfleger, genau. Erst starb der Tierpfleger, dann der Eisbär. Jetzt der Wal und Blume macht mir ein Zeichen. Ich soll jetzt aufhören zu reden. Ich bin jetzt aber gerade so warm geworden.

Ich habe das Zeichen gemacht, weil ich den Wahlforscher zitieren wollte, Lehmann, der sagte, als er ausstieg und sagte, ihr könnt jetzt alle mal ohne mich spielen, mein Leben muss auch mal weitergehen. So, der hat übrigens über eine Million Follower auf YouTube. Das ist doppelt so viel wie dieses Neos-Portal von Julian Reichelt. Das ist doch krass, wo immer dieser ganze Krawall stattfindet. Und im Übrigen, wer ist noch gestrandet diese Woche und kommt von der Sandbank nur schwer wieder runter?

Das ist Friedrich Merz. Der wieder mal, und jetzt muss man zugeben, es ist ein Muster. Auch ich gebe Räume ein, muss zur Kenntnis nehmen. Es ist ein Muster. Wieder mal das Richtige gemeint hat, aber das Falsche gesagt hat. Und die Treffsicherheit, mit der man beides tut und jedes Mal wirklich... Echten Turbulenzen kommt, ohne Not, das ist schon krass. Also der Bundeskanzler hat die gesetzliche Rentenversicherung in der Zukunft als nur noch eine Basisabsicherung bezeichnet.

Sagen wollte er, dass die private Vorsorge und die Betriebsrenten und was man sonst noch so haben kann, neben der gesetzlichen wichtiger werden. Das stimmt. Aber gesprochen hat er halt den Satz, die gesetzliche Rente wird verschwindend gering nur noch eine Basisabsicherung sein. Und da sind natürlich, keine Ahnung, 20 Millionen Rentner verunsichert, 20 Millionen Leute, die demnächst Rentner werden, sind verunsichert.

Maximaler Flurschaden mit einem einzigen Wort. Jetzt erklären Sie mir den Kanzler. Friedrich Merz und seine Wortwahl, das hatten wir ja schon ein paar Mal. Für mich nach wie vor ein großes Rätsel, warum viele Ihrer Kolleginnen, MännerInnen, die sich hauptberuflich mit Bundespolitik beschäftigen, immer noch der Meinung sind, Merz sei so ein toller Redner im Bundestag. Ich finde, wer ein toller Redner sein will, dafür halte ich ihn gar nicht,

der braucht aber auch die Macht des Wortes. Das heißt, er muss auch Macht über seine Worte haben. Die fehlt Friedrich Merz ganz offensichtlich, denn ein ums andere Mal verstolpert und vergaloppiert er sich in seinen Formulierungen, die ihm nachher um die Ohren fliegen, die seine Leute wieder einsammeln müssen. Und die sein, da sind wir uns einig. Das ist ja ein richtiger Punkt, das ist jetzt völlig beschädigend.

Das ist jetzt Ihre Einschätzung, ob der Punkt richtig oder falsch ist, ist ja offensichtlich dann eine Anschauungs- und Analysefrage. Aber dass er sozusagen seine Wortwahl nicht im Griff hat, ist ein objektiver Sachverhalt und ein Tatbestand, der ein echtes Problem ist für den Bundeskanzler, wo man auch sagen muss, kann er es eigentlich so gut oder nicht. Ich meine, Merkel hat halt gar nicht geredet, deshalb konnte sie sich auch nicht vergaloppieren.

Auch Olaf Scholz hat praktisch die schmalen hamburgischen Lippen kaum auseinandergekriegt. Deshalb auch relativ wenig Gefahr. Merz hingegen hört sich gerne reden und redet dann manchmal auch krasses Zeug. Hier das Zitat nochmal, auf das der Kollege Blome eben abhob. Die gesetzliche Rentenversicherung wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.

Auf durchatmen bei basis absicherung denken natürlich die leute an grundsicherung vulgo harz 4 vulgo praktisch stütze sozialhilfe als für rentner rentenarmut sollte mal gleich dazu sagen, was massiv überschätzt wird, wenn man in Umfragen rausgeht und sagt, was glauben Sie, wie viele Menschen beziehen Grundsicherung im Alter, Hartz IV für Renten, in Anführung, Abführung? Schätzen die Leute regelmäßig weit zweistellige Prozentsätze?

In Wahrheit ist es 3%. 3% der Menschen, die eine gesetzliche Rente beziehen, beziehen eine so kleine Rente, ausschließlich und sonst nichts anderes, dass sie eben Grundsicherung kriegen, also eine staatliche Unterstützung. Gut, das führt uns jetzt aber vom Thema weg. Das ist schön, dass Sie das sagen. Nein, es zeigt, dass die Angst vor Armut unter Rentnern oder Menschen, die auf das Rentenalter zugehen, viel größer ist, als die reale Gefahr, arm zu sein. Die Leute.

Die jetzt in Rente sind, zumindest in Westdeutschland, jetzt müssen wir dann tatsächlich auch mal wieder dazu sagen, dass wir hier hauptsächlich über den Westen reden, denn im Osten ist die Vermögenssituation eine vollkommen andere. Das heißt aber im Westen haben natürlich die Leute, die jetzt in Rente sind, ein langes Leben in Frieden und Wohlstand und Wachstum Zeit gehabt, irgendwelche Vermögenswerte aufzubauen, sprich Immobilien.

Viele von denen wohnen sozusagen in eigenen Immobilien und kriegen dann halt irgendeine Rente. Die Rente verzerrt aber, die Höhe der Rente verzerrt aber deren tatsächliche Lebensstandard, weil in Wahrheit kann der nämlich ganz gut sein, auch wenn die gar nicht so viel Rente bekommen. Das wird ja auch gemessen. Es gibt einmal in vier Jahren leider nur, wird geguckt, was sind die Einkünfte.

Und die bestehen eben in Westdeutschland bei der großen Mehrzahl der Rentner nicht nur aus der gesetzlichen, wohingegen in Ostdeutschland nur jeder Zweite weitere Einkünfte hat. Das bedeutet...

Aber das muss man ja wissen. Ja, aber das ist schon wichtig, weil das heißt, zum Teil gilt das also bereits jetzt schon so, dass Leute, die die Möglichkeit hatten, in ihrem Leben zu arbeiten und Vermögenswerte anzuhäufen oder die geerbt haben und das irgendwie nicht verjubelt haben, das Geld, dass diese Leute sozusagen von den Erträgen dieses Vermögens auch im Alter leben und die Rente einfach dazu kommt praktisch. Vielleicht als Basisabsicherung, so wie Merz das gesagt hat.

Nur das große Problem ist, das ist die Gegenwart. In der Zukunft wird das natürlich alles ganz anders sein, denn die Vermögenswerte werden aufgebraucht werden. Immer weniger Leute zahlen überhaupt in die Kassen ein. Das heißt also, die Rentenhöhe wird also sinken. Und im Osten ist das Problem sowieso nochmal ganz anders.

Kurz und gut, worauf ich hinaus will, ist, Merz äußert mit einer nassforschen Nonchalance vor dem Bundesverband der Banken, Also vor lauter Bankern, die das Problem alle überhaupt nicht haben. Einfach so ein Sachverhalt, der für den sozialpolitischen und politischen und demokratischen Zusammenhang dieses Landes total wichtig ist. Nämlich, wie geht es den Leuten im Alter? Und man merkt an seiner Wortwahl, dass ihm das ehrlich gesagt scheißegal ist. Nein, das stimmt nicht.

Das ist ihm nicht scheißegal. Da würde ich dem Bundeskanzler echt in Schutz nehmen. Auch Sie haben jetzt schon einen deutlichen Schritt zu weit gemacht, indem Sie sagten, ja, die Rentenhöhe, das wird sinken. Nein, die Renten werden nicht sinken. Niemand in Deutschland muss in den nächsten 250.000 Jahren befürchten, dass seine Rentenauszahlung im Monat 1 geringer sein wird als im Monat davor. Renten werden nicht gekürzt, sie können gar nicht gekürzt werden.

Alles was sie können, ist etwas langsamer wachsen, als sie derzeit wachsen. Das müssen sie eine Zeit lang, daraus wird diese Rentenkommission-Reform bestehen, das müssen sie eine Zeit lang, damit die Lasten nicht die junge Generation, die viel kleiner ist als dann die Boomer in Rente gehende Generation, vollständig erstickt. Blume geschenkt. Wenn ich sage, die Renten sinken, dann meine ich, dass die Leute später weniger Rente bekommen werden als die Leute heute.

Das heißt, in Zukunft werden die Renten gesunken sein. Das ist doch gar nicht zu bezahlen. Wo soll die Kohle denn herkommen? Das muss dann ja alles steuerfinanziert werden. Das weiß doch jeder. Das weiß ja sogar ich, das weiß auch der Bundeskanzler, das wissen auch die Banker im Raum. Deshalb hat er ja inhaltlich recht, haben sie doch eben selber gesagt. Das wissen auch alle Leute.

Die Frage ist nur, wie formuliert man das, wie haut man es den Leuten um die Ohren und wie ehrlich gesagt, da muss man dann auch wirklich sagen, wie unempathisch kann man eigentlich sein. Es macht den Leuten natürlich Angst, diese Formulierung. Und ehrlich gesagt, Riesenproblem, Demografie, daran lässt sich jetzt nichts mehr ändern. Man hätte halt vor 30 Jahren Kinder kriegen müssen, die sind jetzt nicht da. In dem Ausmaße, wie man müsste, kommen hier gar keine Arbeitsmigranten rein.

Erstens wollen gar nicht so viele nach Deutschland, wie wir brauchen 400.000 im Jahr. Die gibt es gar nicht. Und zweitens wollen die Deutschen sie auch nicht haben, weil sie schon mit den Ausländern nicht klarkommen, die hier sind. Das bedeutet, dieses Land ist sowieso auf dem absteigenden Ast demografisch. Und an der Demografie lässt sich nichts ändern. Augstein.

Das Geschwätz, die gesetzliche Rente ist tot und die Demografie kippt weg und demnächst sind wir hier nur noch 60 Millionen Leute, das höre ich mir seit 30 Jahren an. Es ist eben doch viel komplexer, als man denkt, einer Bevölkerung hochzurechnen beziehungsweise ihrer Entwicklung. Aber mir geht es um etwas anderes. Mir geht es darum, wie gehen wir eine große Reform an in diesem Land? Wie machen wir sie gerecht? Wie machen wir wenigstens den Anschein, als ob wir.

Wie soll man sagen, mit einer gewissen Zuversicht in die Zukunft gucken und gehen. So, und da gibt es zwei Möglichkeiten. Ich rede erst mal etwas, was nachweislich ganz gut funktioniert, wie die gesetzliche Rente, schlecht. Ich mache allen Beteiligten Angst. Und dann versuche ich eine Reform. Oder aber, das wäre mal ein Ansatz für den Bundeskanzler und echtes Neuland, das er betreten müsste. Ich sage, hey Leute, das funktioniert ganz gut und jetzt gucken wir mal, wie wir das weitermachen.

Ja, aber da haben Sie doch, wenn ich das sagen darf, Liebe Hörerinnen und Hörer, Sie haben den Kollegen Blume eben dabei beobachtet, wie er sozusagen das Thema beim Schopfer gepackt hat und es fest umarmt hat und das Thema entkommt ihm nicht mehr, denn er hat es jetzt fest im Griff. Ja, Sie haben völlig recht, Sie legen den Finger in die Wunde und drehen ihn darin um. Was für ein unappetitliches Bild.

Ja, stimmt, das Land muss reformiert werden. Alle reden von Reformen, Reformen, Reformen und dann stellt sich natürlich die Frage, okay, aber du reformierst dich zuerst. Nein, nein, nein, ganz gut. Ich bin schon reformbereit, aber bitte erstmal reformier du dich. Zünd das Nachbarhausamt. Aber ihr wollt reformieren, okay, aber bitte nicht bei mir. Fangen wir mal bei dem anderen so. Das ist so ein bisschen das Problem an der ganzen Geschichte. Und deshalb.

So wie in meinem Leben hängt alles miteinander zusammen. Deshalb knirscht und kracht es ja auch im Gebälk dieser Koalition so stark. Weil es natürlich an dem Befund, wir müssen uns ändern, es muss alles anders werden, überhaupt keinen Zweifel und keinen Dissens darüber gibt. Nur die Frage, wie und wo ändern wir? Wenn man es ideologisch auflädt, wird es, glaube ich, zwischen SPD und CDU und CSU schwierig.

Und jede Spaßvogel, die CDU hat, aus der Union kommt der Vorschlag von Markus Söder, man müsse den Kündigungsschutz reformieren, reformieren, Hüstel, also praktisch aufweichen, abschaffen. Aus der Union kam die Idee, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu kürzen, also das Geld, das Arbeitgeber, Krankenbeschäftigen für maximal sechs Wochen weiterzahlen und so weiter.

Aus der Union kam die Idee, einen Karenztag einzuführen, Also den Lohn am ersten Tag der Arbeit, Krankheit nicht weiterzuzahlen und so weiter und so weiter. Aus der Union kam der Vorschlag, den 1. Mai zu streichen als Feiertag. Der 1. Mai, der 1. Mai. Achso, das war der Tag der Arbeit, wo die Arbeitnehmer den Kampf um ihre Rechte feiern und das Errungene feiern. Ja, okay, Augstein, gebe ich zu, das mit dem 1. Mai, das war jetzt taktisch

nicht so rasend geschickt. Das gebe ich, ja, okay, ja, vollkommen richtig. Und trotzdem, das wollte ich ja gerade sagen, bevor sie mich unterbrochen haben. Wenn wir das auf ideologischer Ebene weiterführen, die einen schlagen das vor, was sie schon immer mal haben wollten und von dem sie wissen, dass die anderen es nicht einräumen können oder nur ganz schwer. Und so kommt es ja aus der SPD auch, die sagen, oh, lass uns einfach die Einnahmen

erhöhen. Wir haben kein Ausgabenproblem, wir haben ein Einnahmeproblem. Wir holen einfach mehr Geld rein, egal von wem. Und wenn die Firma in die Knie geht, auch ganz egal. Sie sind ja Steuerzahler. Dann wird es nichts werden. Und darum hatte ich so im Stillen gehofft, man könne sich wenigstens darauf einigen. Und so steht es übrigens auch im Koalitionsvertrag, dass man sich den Sozialstaat und seine Finanzierung anschaut, nach den Stichworten Nutzen.

Kriegen wir was für unser Geld, das wir da reinstecken, was dem entspricht, was wir haben wollten? Und Bedürftigkeit. Also kommt das Geld auch da an, wo es gebraucht wird? Oder geht es auch an ganz viele, die es nicht brauchen? Und meinen Sie nicht, dass man sich darauf einigen könnte? Und dann wäre man ein Riesenschritt weiter, dann hätte man ein Raster, ein objektives, neutrales Raster, mit dem man sich die Dinge anschauen könnte.

Das finde ich interessant, dass Sie das sagen, weil Sie erinnern mich da an eine Sicht auf Politik, die in den 90er Jahren sehr verbreitet war. Tatsächlich muss man sagen, eher bei konservativen oder liberalen Leuten, die nämlich gesagt haben, es gibt doch gar nicht links und rechts. Wir wollen doch keine Ideologien, wir wollen vernünftige Politik. Wir wollen einfach die richtige Politik und ob die dann links oder rechts ist,

spielt doch gar keine Rolle. Und dann kann man sie auch den Leuten erklären, wenn sie vernünftig ist. Sie tun jetzt so, als könne man inhärente Verteilungsfragen und Verteilungskonflikte und auch Interessenkonflikte wegrechnen. Da erinnern Sie mich an den Nikolaus Blome, den ich vor vielen, vielen Jahren kennengelernt habe.

Damals noch in einem Sender, Phoenix heißt der, wo der Kollege Blome, jung und schlank, schlank ist ja immer noch, jung nicht mehr, immer den Taschenrechner rausgeholt hat und gesagt hat, ich rechne Ihnen das mal vor, lieber Augstein. Da hatte ich schon das Gefühl, der Kollege Blome ist massiv auf dem Holzweg und auf dem ist er offenbar bis heute geblieben. Nee.

Warum wir hinaus will, ist Folgendes. Ich nehme mir vollkommen zur Kenntnis, dass diese beiden Lager ideologische Tafelsilberbestände haben, von denen sie nur schwer loskommen. Und das nehme ich auch ernst. Und ich will das auch gar nicht, wenn man so will, wegdefinieren und es in so eine andere Sphäre heben.

Wir suchen aber trotzdem ja für diese Regierung, in dieser Regierung nach einem gemeinsamen Nenner, auf dem die jetzt mal vorankommen, denn das ist doch das Eigentliche, woran wir sie messen werden. Habt ihr was verändert? Seid ihr vorangekommen oder seid ihr in dem Stillstand stecken geblieben, in dem am Ende halt die Ampel auch stecken geblieben war und dann daran zerbrach?

Und da glaube ich, könnte der Vorschlag, lass uns vernünftig, ganz normal gucken, was nützt von den Ausgaben so, wie wir es gerne hätten und wo geht es an den Bedürftigen, den wirklich Bedürftigen vorbei. Es ist quasi der Kompromiss als Ebene für Links und Rechts, CDU, CSU und SPD in dieser Regierung voranzukommen. Blome, was Sie da sagen, klingt total vernünftig. Jeder Mensch, der Ihnen jetzt zuhört, würde sagen, ja, er hat Recht.

Und dann würde jeder Mensch nochmal nachdenken und sagen, es hat aber auch einen Grund, warum es so nicht funktioniert. Denn in Wahrheit lässt sich Realität so nicht messen, quantifizieren und miteinander vergleichen, wie sie das machen. Schon in der Bewertung, ob eine Maßnahme sinnvoll ist oder nicht, gehen natürlich die ideologischen Ansichten auseinander. Schon die Frage, welches Maß an Einzelfallgerechtigkeit wollen wir denn in unserem

Sozialstaat walten lassen? welches Maß an Leid lassen wir zu und akzeptieren ist, welches Maß an zusätzlichem Druck, der auf Leute ausgeübt wird, lassen wir zu und akzeptieren ist. Es ist natürlich nur über Werte und Ideologien und politische Anschauungen zu entscheiden und nicht objektivierbar. Das ist der Kern von Politik. Ja, oder aber es wäre der Kern von Politik, die Zone des Objektivierbaren zu vergrößern, wenn es eben für eine einzelne Mehrheit nicht reicht.

Also wenn die CDU und CSU aufwacht am Morgen nach der Wahl und feststellt, oh, es ist ja doch keine absolute Mehrheit geworden. Und jetzt die SPD merkt auch, oh ja, Scheibenkleister mit 17 oder was wir gemacht haben, sind wir ganz schön weit weg von der absoluten Mehrheit. Also müssen wir uns jetzt was anderes einfallen lassen. Gut, aber das haben die ja. Ich würde sagen, wenn die Erfinder der Rente mit 63, SPD, Andrea Nahles und andere, sagen...

Wir haben jetzt zehn Jahre lang, zwölf Jahre lang läuft das jetzt. Und wir stellen fest, wir wollten eine bestimmte Gruppe begünstigen, schützen, finanzieren und ihr helfen. Nicht so gut verdient, körperlich arbeitend. Die können einfach nicht mehr, darum sollen die früher in Rente gehen dürfen, ohne diese Abschläge. Und stellen fest, die Rente mit 63 wird genau von dieser Gruppe nicht genommen. Aus tausenderlei Gründen. Eine andere Gruppe nimmt sie, die hatten wir aber nicht im Sinn.

Warum findet dann diese Regierung nicht die Kraft? zu sagen, dann lassen wir es jetzt mit der Rente mit 63. Es war ein Versuch, er war, aber er hat nicht funktioniert. Das bestreitet niemand mehr, also lassen wir es sein. Das Problem ist, die Fälle, die Sie im Auge haben, die Bereiche, in denen man solche Effizienzgewinne machen könnte, gehen fast immer zu Lasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, von kranken Menschen, von alten Menschen, von schwachen Menschen.

Das bedeutet, sie gehen fast immer zu Lasten der Leute, von denen die SPD hofft und geglaubt hat, sie würden sie wählen. Das tun sie inzwischen nicht mehr. Die wählen die AfD oder gehen gar nicht wählen oder CDU oder keine Ahnung. Aber natürlich kann eine so geschwächte SPD, die so ihrer Identität beraubt ist und so ihrer Moral verlustig gegangen ist. Diese Lasten, die ihnen vorschweben, diesen Leuten gar nicht aufbörden. Dafür ist die SPD ehrlich gesagt zu schwach.

Das kann die SPD nicht mehr. Sie müsste es argumentieren können, aus so einer Vernunftsposition raus, aus dem Bauch heraus. Ey Leute, das funktioniert nicht, wir machen das jetzt anders. Würde Gerhard Schröder versuchen, würde ihm glücken, der Mann ist über 80 glaube ich inzwischen, den können sie also nicht mehr fragen. Und dass das übrigens geht, auch heute noch, zeigt, ganz kleiner Schnipsel noch, und dann wechseln wir das Thema, diese Gesundheitskasten-Krankenversicherungsreformen.

Da wird an einer Stelle den Ärzten was weggenommen und das ist schon ein sehr, sehr stattlicher Betrag. Das war Geld, das sie bei einer anderen früheren Reform bekommen hatten, damit sie als Gegenleistung dann mehr Facharzttermine zugänglich machen. Damit man nicht so lange als gesetzlich Versicherter auf einen Facharzttermin warten muss. Turns out, das Geld haben sie genommen, mehr Facharzttermine hat es nicht gegeben.

Und jetzt sagt man, ja okay, wir stellen fest, das funktioniert so nicht, jetzt nehmen wir das Geld zurück. Das nehmen wir den Ärzten jetzt wieder ab und das ist einfach nur vernünftig, und in einer so durchdrehenden durchknallenden Welt muss doch die Vernunft am Ende da wo sie funktionieren kann auch ans Laufen gebracht werden.

Ich glaube nicht, dass das so kommen wird. Ich glaube, dass hier im Hintergrund unseres Gesprächs, das wir jetzt gerade führen, steht doch auch die Frage, hält diese Koalition eigentlich durch ihre Legislaturperiode oder nicht? Und wie ist eigentlich das Schicksal dieses Bundeskanzlers? Und wenn sie sich den Wirtschaftsvögel der CDU angucken, die sind total unzufrieden mit dem Bundeskanzler, weil sie sich von ihm mehr versprochen haben.

Viele Leute, die die CDU gewählt haben, haben sich mehr versprochen. Mehr in dem Sinne bedeutet also weniger Sozialstaat, weniger Ausgaben für, weiß ich nicht, Arbeitslose, Ausländer, alleinerziehende Mütter und so weiter. Also weniger Ausgaben. Das haben diese Leute gewollt. Und das kriegen sie nicht. Warum?

Weil die SPD da auf der Bremse steht, weil das sozusagen das Letzte ist, was die SPD überhaupt noch zusammenhält, diesen Sozialstaat zu verteidigen, weil sie bei den Wahlen für alles andere, was sie gemacht hat, ums andere Mal abgestraft wurde.

Und das Spannende, und diesen einen Gedanken bitte noch, wahrscheinlich gab es nie eine stabilere Koalition als die jetzige, denn wenn die SPD in Neuwahlen geht, ist sie einfach nicht mehr da, dann verschwindet sie sozusagen, das macht dann so ploppen und ist sie weg. Und wenn die CDU in Neuwahlen geht, dann hat die CDU plötzlich das Problem, dass sie es mit einem sehr starken Flügel zu tun haben wird, der sagt, Leute, wir wollen ja hier weiterregieren, das geht nur mit der AfD.

Macht euch mal ehrlich, macht euch das mal klar. Und dann zerfällt die CDU in zwei Teile und soweit ist diese Partei noch nicht. Das heißt, diese Merz-CDU und diese Klingbeil-SPD, die müssen zusammenbleiben. Weil für beide geht es danach so nicht weiter. Die SPD verschwindet im Orkos der Bedeutungslosigkeit Und diese März-CDU wird es so danach auch nicht mehr geben. Beim MLM, das ist meine große, ich möchte sagen, meine Generalthese für den heutigen Tag.

So schön, die ist so groß und so raumfüllend, dass ich sagen würde, die lassen wir jetzt mal hier liegen, wir den Wal auf der Sandbank. Was? Moment mal, irgendwas müssen Sie dann... Nein, nein, nein, Sie müssen noch irgendwas dazu sagen. Bitte, Herr Lehrer, Herr Lehrer, wie war das, was ich da gesagt habe? Sagen Sie mal. Das war überraschend klug und jetzt kommt so eine kleine Werbeeinblendung. Das ist natürlich nach einem Jahr März, aber das machen wir erst nächste Woche.

Die Bilanz, links ist nicht vorbei. Links ist nicht vorbei das war der Satz des Bundeskanzlers bei seiner letzten Wahlkampf Kundgebung, am Abend nachmittag vor der Bundestagswahl, wo schon klar war CDU kommt als erster rein, der Mann wird Kanzler und dann rief er seinen Leuten zu links ist vorbei, wir machen das jetzt alles anders, so, turns out nach einem Jahr, links ist nicht vorbei das ist quasi die These meines kleinen Buches, das am 29.04.

Erscheinen wird, vielen Dank dass sie das so angespielt haben. Unabgesprochen möchte ich sagen, Lorraine, du bist mein Zeuge. Und natürlich ist das der zentrale Vortrag, der zentrale Behauptung der AfD, ihr könnt wählen, wen ihr wollt. Auch die CDU, ihr kriegt immer eine linke Politik. Immer eine Mitte-Links-Politik. Und das muss, den Gegenbeweis muss diese Regierung antreten, obwohl die SPD dabei ist. Und das ist der entscheidende Punkt.

Das ist übrigens noch viel klüger, als das, was Sie gesagt haben. Okay, aber mein Witz ist dafür besser, den ich jetzt mache, weil Sie haben eben gesagt, links ist eben nicht vorbei und so weiter. Merz war ja auf der Hannover Messe und da war er am Stand von so einem Elektronikunternehmen und dann hat ihn der Geschäftsführer dieses Unternehmens begrüßt mit den Worten, recht herzlich willkommen Herr Merkel. Äh, Herr Bundeskanzler Merz. Das ist lustig.

Das darfst du über viel sagen. Das war echt ein freudscher Versprecher aus der Unternehmerswelt. Exakt. Und die SPD muss lernen, Friedrich Merz so zu lieben, wie sie Angela Merkel geliebt haben und ihrem Luft lassen. Und wenn die SPD schon nicht mehr Schröder wagen kann, weil es den in dieser Form nicht mehr gibt, bedauerlicherweise, dann muss sie mehr Klingbein und mehr Pistorius wagen.

Da geht es doch auch. Die Aufrüstung macht ein SPD-Verteidigungsminister, Die 500 Milliarden Aufrüstung, der legt eine neue Militärstrategie vor. Ich glaube, das ist etwas, was früher das Weißbuch hieß. Und darin ist ganz klar benannt, wofür wir das hier machen und gegen wen wir das hier machen. Da geht es doch auch. Also, wenn die SPD genau so wäre, wie Boris Pistorius Verteidigungspolitik macht, dann wären die einen Schritt weiter.

Moment, das finde ich super interessant, was Sie jetzt gerade gesagt haben. Was hat das Verteidigungsministerium gemacht? Es hat ganz genau gesagt, gegen wen es jetzt geht und was wir da vorhaben. Haben Sie das eben gesagt? Das Weißbuch haben Sie zitiert. Habe ich das richtig verstanden? Weil das habe ich ganz, ganz anders gelesen und verstanden. Ich habe das auch schon bekommen, dass die ihre Sicherheitsstrategie vorgestellt haben.

Und die ganze Zeit während der Vorstellung der Sicherheitsstrategie habe ich darauf gewartet, wie ist denn eigentlich diese Sicherheitsstrategie, die jetzt hier vorgestellt wird? Und am Schluss merkt man, oh, das wird gar nicht gesagt. Nämlich da wird gesagt, unsere Sicherheitsstrategie stellen wir natürlich nicht vor, denn dann könnten wir die Russen ja auch gleich in den E-Mail-Verteiler nehmen.

Das bedeutet, liebe künftige Wehrpflichtige, liebe Jungs und vielleicht auch Mädchen, die ihr dann in die Bundeswehr geht und einberufen werdet und den ganzen Quatsch macht, was mit euch passiert, was das Szenario ist, worum es eigentlich geht, das erfahrt ihr nicht. Das ist nämlich geheim, weil der Russe darf das nicht wissen. Das ist so bizarr. Nein, Entschuldigung, es ist total bizarr. Ich wüsste zum Beispiel gerne eine ganz einfache Frage, lieber Kollege Blume, weil Sie sind doch so klug.

Bereitet sich Deutschland jetzt vor auf eine Territorialverteidigung vom Alpenrand bis zum Wasserstrand oder bereitet sich Deutschland darauf vor, den Balten zu helfen, wenn sie von den Russen angegriffen werden? Das sind ja glaube ich zwei, ich bin Laie, militärischer Laie, aber zwei vollkommen verschiedene Sachen. Oder bereitet sich Deutschland auf alles zusammen vor? Oder dürfen wir darüber gar nicht reden?

Ich werde immer mal wieder angesprochen, auch schon, das glauben Sie nicht, wie oft ich Sie verteidige. Draußen so bei Veranstaltungen sagen die immer, wie halten Sie das aus, Blumen? Nehmen Sie Pillen, spritzen Sie sich vorher was. Haben Sie ein Betäubungsgewehr dabei? Wie machen Sie das Jahr um Jahr mit diesem Augschein? Und ich sage aber, doch, doch, nein, ich habe die oft noch nicht aufgegeben. Ey, das wird, gib mir noch ein bisschen Zeit. Ich kriege ihn hin.

Manchmal zweifle ich auch daran. Also erste Frage, machen wir das unter anderem für die Balken? Ja, wir stellen da gerade 5000 Soldaten hin. Eine ganze Brigade. Ich würde sagen, some sort of a commitment. Machen wir das für die Landesverteilung? Ich würde sagen, ja. Denn der große Schwenk dieser Militärstrategie, darum hatte ich den Begriff Weißbuch von früher noch in Erinnerung, ist eben der weg von der Interventionsarmee.

15, 20 Jahre zurück. Wir müssen schnell verlegen können, eine Truppe leicht bewaffnet, ausgerüstet für sehr ferne Einsatzordne wie Afghanistan, vielleicht auch wie Afrika. Also diese Art Interventionsarmee ist es nicht mehr, was verfolgt wird. Dahin hat man es umgedreht. Jetzt dreht man es quasi zurück zu einem großen alten Territorial. Zur Landes- beziehungsweise Bündnisverteidigung. Dafür sind es dann erstaunlich wenig Soldaten.

Ich muss sagen, schon die alte Bundeswehr hatte mehr Soldaten, als das neue Großdeutschland künftig haben soll. Ich glaube, da hat sich einfach was verändert. Also manche Leute sagen ja, warum kauft ihr überhaupt noch einen einzigen Panzer, ihr Idioten? Wollt ihr nicht mal Drohnen kaufen? Und wissen Sie übrigens, was ich bei der Gelegenheit auch gelernt habe? Drohnen kauft man gar nicht mehr als Bundeswehr oder als französische Armee. Die liest man? Nein.

Man kauft das Recht, eine Drohne zu bekommen, wenn man sie eine haben möchte. Und zwar die Drohne, die dann aktuell ist. Weil wenn sie heute eine kaufen, sich in den Keller stellen, in der Kaserne, dann ist die in vier Wochen überholt. So schnell geht das inzwischen. Das ist schon krass. Also es verändert sich ganz viel und auf das alles antwortet diese Militärstrategie. Glaube ich schon. Und das, wenn man es mal ganz platt sagen möchte, der Gegner, die Bedrohung eher im Osten als im Westen ist.

Also die Wahrscheinlichkeit, dass wir von Luxemburg angegriffen werden, kleiner ist, als dass es irgendwas mit den Russen ist. Vielleicht von den Vereinigten Staaten, wenn Trump findet, Grönland reicht nicht. Er braucht auch weite Teile von Großbritannien oder die Insel Sylt oder Cuxhaven oder so, weil mal ein Verwandter von ihm da war.

Ich meine, das ist schon sehr komisch. Es ist schon traurig zu sagen, Russland sei unsere Bedrohung, denn Russland sieht den Einsatz militärischer Gewalt als legitimes Instrument zur Durchsetzung seiner Interessen. O Ton Pistorius, da kenne ich noch andere Leute, die das genauso sehen, die Israelis und die Amerikaner zum Beispiel, die sehen auch den Einsatz militärischer Gewalt als legitimes Instrument zur Durchsetzung ihrer Interessen, aber das sind unsere allerbesten Verbündeten.

Ich fühle mich an deren Seite so sicher vor den Russen. Was wollen Sie damit erklären? Ich will damit sagen, ich finde das lächerlich, ich finde diese ganze Strategie. Weil Sie sich von beiden bedroht fühlen, wollen Sie sich gegen gar nichts wappeln? Nein, ich finde diese Strategie einen historischen Maximalfehler. Es war mal die Rede von der Zeitenwende, die erfolgt ist. Offensichtlich ist es die Wende in die total falsche Richtung.

Wenn Trump uns verlässt, wenn wir uns auf die Amerikaner nicht mehr verlassen können und wir bleiben als Europäer auf der eurasischen Landmasse alleine mit den Russen, dann müssen wir uns mit den Russen auf irgendeine Weise ins Benehmen setzen. Das heißt nicht, dass wir uns ihnen ausliefern müssen. Das heißt nicht, dass wir kapitulieren müssen. Das heißt nicht, dass wir ihnen all unser Land geben müssen.

Das heißt aber, so wie Pistorius das macht, zu sagen, die Russen sind unsere Gegner und wir bereiten uns auf den Krieg mit den Russen vor, das ist garantiert falsch. Denn die Amerikaner stehen gar nicht mehr an unserer Seite. Diese Säbelrasseln, was die Bundeswehr hier macht, das ist Säbelrasseln, Klassisches, das meint man mit Säbelrasseln, können wir uns nicht leisten für die Zukunft. Oder aber die Anschaffung von Säbeln.

Ist umso wichtiger, je weniger davon von den Amerikanern für uns in den Einsatz gebracht werden. Sogrum könnte man es auch lesen. Und das ist, glaube ich, wesentlich lebensnäher, und realistischer angesichts der Performance der russischen Seite zu der letzten Zeit. Keine Ahnung, vielleicht ändert das sich alles wieder, wenn irgendwann mal Wladimir Putin nicht mehr dabei ist.

Aber wenn Sie sagen, wir wollen uns nicht erpressbar machen, wir wollen nicht erpressbar sein, Und auch in einem Zeitraum, wo die Amerikaner vielleicht keine super verlässlichen Freunde und Verbündete mehr sind, dann kommen sie doch automatisch daraus, wo wir jetzt rausgekommen sind. Dieses Papier, diese Rhetorik, diese militaristische feindselige Rhetorik, die hier der deutsche Verteidigungsminister gegen Russland ausspricht, die führt dazu, dass die Spannungen verschärft werden.

Ist das Gegenteil von Annäherung, von Vertrauen. Wissen Sie noch, wie das hieß? Wie ist das? Vertrauen durch Annäherung oder Entspannung durch Vertrauen? Keine Ahnung. Sie wissen, was ich meine. Das ist auf jeden Fall genau das Gegenteil davon, was wir hier machen. Das war nämlich immer die andere Seite der Rüstung, war damals, wir rüsten auf, um uns zu sichern und um uns verteidigen zu können.

Und gleichzeitig reden wir von morgens bis abends, strecken die Hand raus, machen Erdgasröhrengeschäfte, um sozusagen gemeinsame Interessenbasen herzustellen. Wo bleibt der Teil? Den sehe ich irgendwie nicht. Ich hoffe, der kommt eines Tages wieder. Mein Eindruck ist mit Vladimir Putin ein bisschen schwieriger als mit anderen Leuten früher, aber sei es drum.

Nur Sie haben es ja genau gesagt. Die Bundeswehr, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, bei dem auch parallel geredet wurde, in der OSZE zum Beispiel, hatte bald 500.000 Mann unter Waffen. Mehrere tausend Panzer. Dagegen ist das hier halber Kindergeburtstag. Vielleicht eine andere Armee in einer anderen Zeit. Aber die Bundeswehr. Wenn damals es hieß, militärische Stärke und Reden, und heute haben wir beides nicht.

Keine militärische Stärke und kein Reden. Was ist jetzt die Schlussfolgerung daraus? Wir lassen das mit der militärischen Stärke und Reden nur noch? Nein. Wenn das Duo es ist, wie Sie ja beschrieben haben, dann müssen Sie das Duo herstellen. Ja, ich würde mal mit dem Reden anfangen. Das kommt billiger und bringt wahrscheinlich auch mehr. Aber abgesehen davon verabschiede ich mich jetzt von Ihnen und auch von den Hörerinnen und Hörern an den Endgeräten.

Und ich sage nur noch eine Sache. Aber die Reservisten der Bundeswehr wollen, dass das einzugsfähige Alter bis auf 70 hochgeschraubt wird. Und dann sind sie noch dran und drin, mein lieber Kollege Blumme. Weißer Fisch, weißer Fisch. Oh, ich höre eine Stimme aus der Vergangenheit. Weißer Fisch war mein, wenn ich es richtig erinnere, mein, Lorraine, woher weißt du das? Tja, ich bin überall. Mein Mobilisierungswort. Als Reservist hätte ich mich dann in den Verfügungsraum begeben müssen.

Ist das alles peinlich. Im Verteidigungsfall. Blauer Wahl finde ich irgendwie besser für sie und für die Gesamtsituation. Also blauer Wahl, blauer Wahl, das ist hier das Stichwort, um diese Sendung zu beenden. Danke und tschüss. Und ich sag Sardinien, Sardinien und da bin ich die nächsten zwei Wochen. Wir sehen uns und hören uns. Ist da auch ein Wahl gestrandet? Mit Sicherheit. Sardinien. Tschüss. Ciao. Tschüss.

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