Lieber Kollege Augstein, liebe Ivy, herzlich willkommen zu dieser Ausgabe unseres kleinen Podcasts. Und vor allen Dingen erstmal Jubel, Jubel, Jubel über den Kantersieg der deutschen Nationalmannschaft im Fußball, über den Angstgegner Curaçao. 7 zu 1, war ein tolles Spiel, ich habe total gerne zugeschaut. Du auch, Ivy? Tatsächlich, ich hatte eigentlich vor, sagen wir es mal so, keine WM-Euphorie empfunden vorher, aber ich habe dann doch mal reingeguckt. Aber jetzt?
Und bin hängen geblieben. Also ich glaube, ich schaue mir schon die deutschen Spiele auf jeden Fall an. Es ist irgendwie unterhält es einen dann ja doch. Über 70? Über 70 Prozent Einschaltquote bei diesem Spiel. Weit mehr als bei anderen ersten Spielen der deutschen Nationalmannschaft. Wahnsinn. Gegen Curaçao, wo die Menge, wahrscheinlich die Mehrheit der 70 Prozent, leichte Schwierigkeiten hätten zu sagen, wo genau auf der Landkarte, nicht auf der Getränkekarte.
Ich saß auch vor dem Fernseher und habe erst mal gegoogelt. Wo war das jetzt nochmal? Ja, hallo Blume, hallo Ivy. Ich bin auch noch da. Ich bin bei dem Thema so ein bisschen schwagsam. weil, sorry Leute, ich kann dem einfach nichts abgewinnen und das ist jetzt wirklich keine schnöselige Nese. Nein, es ist einfach so, es interessiert mich nicht.
Ich muss bekennen, dass ich, als ich ein Kind war, Fußball lief im Fernsehen in einem von den drei Programmen und da war mal dieser winzig kleine weiße Punkt, der praktisch so über diesen Punkt und ich hatte damals schon Mühe, dem zu folgen. Ich weiß, heute andere Kameratechniken, andere Einstellungen, wird mit mehr Action auch präsentiert, das ganze Spiel und so. Ich finde es immer noch total langweilig. Es tut mir wahnsinnig leid.
Klingt ja fast, als wäre es ein Augenproblem dann. Ja, das kann, Ivy. Ich glaube, es ist ein Augen- und ein Geistesproblem. Und wahrscheinlich hat der Kollege Augschen noch mal eigentlich was Besseres zu tun gehabt. Der hat in seiner Gesamtausgabe der Marcuse und Ernst Bloch-Werke noch mal geblättert. Und noch mal darüber nachgedacht. Mir fehlt das Fußballherz. Warum seine Rosen nicht richtig wachsen. Okay, Ivy, könntest du mir einen Gefallen tun und das Intro jetzt mal abspielen? Ja, mach ich.
Blume, Sie haben eben schon begrüßt, jetzt tue ich es auch nochmal. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts. Gehen wir weg vom Fußball, einem doch im Großen und Ganzen sehr langweiligen Ereignis armen Sport, zu einem Sport, der wirklich interessant ist und auch echt was für harte Männer ist, also für Leute wie Sie und mich. Schach. Zum UFC, Ultimate Fighting Championship. Da könnte ich mir Sie und mich sehr, sehr gut vorstellen, auch direkt im Einsatz.
So wie Donald Trump sich das eingerichtet hat, zu seinem 80. Geburtstag, vor dem Weißen Haus, hat er ein Oktagon aufbauen lassen. Ein Oktagon, das ist also ein achteckiges. Eine achteckige Arena, riesengroß, vor dem Weißen Haus. Und mich hat das ja erinnert an... Ein Käfig. Im Moment ist Käfigkämpfe. Lieber Kollege Augstein. Mich hat das erinnert an den Thunderdome. Großartiger Film aus der Mad Max-Reihe mit Mel Gibson. Tina Turner, zwei Mann gehen rein, ein Mann kommt raus.
Und ungefähr so auf dem Niveau hat sich das auch abgespielt. Wisst ihr was, Leute? Es ist der Niedergang des amerikanischen Imperiums direkt vor unseren Augen. Es ist unglaublich. Es ist natürlich Dekadenz, Verfall. Haben wir ja letztes Mal hier schon durchgenommen. Ist Donald Trump eigentlich hinter dem Horizont und verfällt seine Macht, beziehungsweise sein System?
Da gingen die Meinungen dann, was das System, den Trumpismus anlangt, ein bisschen auseinander zwischen uns beiden, lieber Kollege Augstein. Aber ich habe eigentlich während dieser Kämpfe, dieser Käfigkämpfe. Zum einen ja liefen da die Verhandlungen, die letzten Verhandlungen um den Deal, den Waffenstillstand oder was immer genau es ist mit dem Iran. Aber eigentlich hatte ich erwartet, dass in der Pause quasi Donald Trump kommt
und seinen Bleistift oder seinen Golfschläger zum Senator erklärt. Denn das ist Next Level. Also Brot und Spiele, das konnten die römischen Kaiser auch. Aber nur ein römischer Kaiser hat sich getraut, sein Pferd zum Senator zu erklären. Und das ist das, worauf ich bei Donald Trump jetzt warte, auf diese Sublimierung des Wahnsinns. Und alle nicken und ja, ja, das ist eine sehr, sehr gute Idee, lieber Herr Kaiser, dass Sie Ihr Pferd zum Senator nennen, also ins oberste politische Gremium berufen.
Ja, Donald, es ist super, dein Stift ist mindestens so intelligent wie du, warum nicht? Es ist interessant, dass Sie eben gesagt haben, während wir die Kämpfe gesehen haben, Sie haben diese Kämpfe wahrscheinlich nicht gesehen, es sei denn, dass Sie Abonnent vom Paramount Plus sind. Nein, wir sind natürlich Ich wollte Ihnen den Ball hinlegen, lieber Kollege Augstein. Wir sollen uns übrigens häufiger wieder beim Namen nennen, weil unsere Stimmen...
Ja, schnabeln, ja, unterbrechen Sie mich doch einfach nicht, dann verwechselt man Sie nicht auch mit mir. Also, denn auch wenn Sie im Internet das googeln, diese Kämpfe oder was für die ganzen Veranstaltungen, Sie werden nichts finden. Warum? Weil das Ganze eine private Veranstaltung war. Die Rechte zu 100 Prozent bei den Trump-Freunden liegen, denen Paramount Plus gehört.
Und Trump selber übrigens hat rechtzeitig vorher von der UFC, also von dieser Vereinigung die diese Sachen, die diesen Unsinn ausrichtet, noch Anteile gekauft sich da eingekauft, das heißt und das Ganze, Entschuldigung, es ist. Es ist in einer Art und Weise widerwärtig und auch erbärmlich und niedrig und, kleinteilig, dass man es wirklich fast nicht glaubt, denn das Ganze lief ja im Rahmen der 250-Jahr-Feier der Vereinigten Staaten von Amerika, das ist ja auch keine Kleinigkeit.
Das war sein 80. Geburtstag. Ja, aber er hat das aber auch gelabelt unter 250 Jahre USA. Und diese ganze Veranstaltung war privat und er hat daran persönlich verdient. Ich meine, das ist in einer Art und Weise widerlich, dass man, naja, er macht sich den Staat sozusagen zu Beute. Schlimmer Verdacht. Ganz schlimmer Verdacht. Sie meinen, ich bin ja naiv. Donald Trump ist korrupt? Ja. Oh nee, Mann, das hätte ich nicht gedacht.
Ja, aber dass das hier nochmal natürlich so vor alle Augen ist nochmal eine neue Dimension. Das Krasse daran ist doch. Wie soll man sagen, nicht die Korruption und, allem ein privates Geschäft zu machen, was diese Präsidentschaft leider für Donald Trump und seine ganze Familie zutiefst kennzeichnet, sondern das Krasse ist doch die, Gleichzeitigkeit von cesarischem Wahnsinn dieser Spiele.
Dem völligen Unverständnis, wenn die Hälfte des Landes denkt, jetzt dreht er endgültig durch, was für eine Schande im Weißen Haus und höchster Weltpolitik, nämlich der Auseinandersetzung bzw. Dem Waffenstillstand, also wie noch einmal gesagt, mit dem iranischen Regime, also ein Schlussstrich unter einem Krieg oder einer Art Krieg, die Donald Trump begonnen hat und die er mit einem absoluten Totalschaden seiner Interessen beendet.
Ja, also er hat den Krieg begonnen zusammen mit den Israelis, mit Benjamin Netanyahu. In Amerika ist man ja eher der Auffassung, dass Netanyahu ihn in den Krieg hineingezogen, und gedrängt hat, weil die Israelis ein überragendes Interesse daran hatten, endlich diesen Krieg gegen den Iran zu führen, der ihnen schon lange, lange auf dem Zettel stand.
Und jetzt schien ja beide, nicht nur Trump, sondern auch Netanyahu als die ganz, ganz großen Verlierer da und dieses perverse, unterdrückerische, islamistische Regime im Iran ist der große Gewinner. Und ich erinnere mich, lieber Kollege Blomund, das mache ich jetzt nicht irgendwie so aus.
Sarkasmus oder um mich hier wichtig zu machen, sondern ich erinnere mich nur kurz nach diesem Krieg, als der gerade angefangen hatte, vom Zaun gebrochen worden war von den Israelis und Amerikanern, haben sie gesagt, ist doch toll, der Regime changed und der kommt jetzt, man muss auch mal was wagen, man muss auch mal was probieren.
Und ich habe Ihnen gesagt, alle Experten, die irgendwie sich damit beschäftigen, warnen vor solchen Abenteuern und sagen, es würde nicht funktionieren und siehe da, es hat nicht funktioniert. Und ich wüsste jetzt gerne von Ihnen, wenn das nächste Mal sowas passiert, würden Sie dann wieder sagen, doch klar, muss man aber erstmal versuchen oder würden Sie dann sagen, nee, wisst ihr was, ich habe aus den Erfahrungen gelernt, solche Abenteuer sollte man lieber vermeiden.
Also ich nehme die Frage ernst, obwohl sie ja nicht ernst gemeint ist. Sie wollen mir ja nur einen reinreiben. Aber gut, ja, ich kenne sie doch. Augstein, wir kennen, ich kenne sie, ich kenne sie gut. Ich kann lesen in ihnen wie in einem Steintäfelchen. Ja, also das Ziel, das Mullah-Regime, ich sag's jetzt mal in meinen Worten, zu beseitigen, habe ich für 100% richtig gehalten. Anerlei völkerrechtliche Bedenken habe ich ernst genommen und sie trotzdem in den zweiten Rang eventuell gestellt.
Wir stellen fest, der Plan, das ins Werk zu setzen, auch letztlich das iranische Volk zu befreien, was ja mindestens ein Nebeneffekt gewesen wäre, hat nicht funktioniert. Und vor allen Dingen hatte Donald Trump keinen Exit-Plan. Das ist so, schlimm genug, so viel Dilettantismus hätte ich jetzt gar nicht erwartet, sage ich ganz ehrlich, habe ich mich also getäuscht.
Und deswegen würde ich beim nächsten Mal, wenn Donald Trump so etwas versucht, skeptischer sein und fragen, im Moment hast du diesmal vielleicht einen Plan und wenn ja, können wir weiter reden, wenn nein, gehst du besser gleich nach Hause, weil es geht ja dann mit einer Niederlage aus. Und mir ist das noch zu abgewogen, was Sie da sagen, weil es klingt so, als habe es irgendeine Chance gegeben, dass das ja auch hätte funktionieren
können. Jetzt hat es halt nicht funktioniert, das ist dann eben doof und da hätte man bessere Planung und so.
Also mein Punkt, als man diesen Krieg angefangen hat, die Israelis und die Amerikaner, war aber, dass die Leute, und ich sage das immer dazu, weil ich lese ja nur Zeitungen, ich lese Bücher und so, ich selber ehrlich gesagt, ich war noch nie im Krieg, ich war auch noch nie im Iran und ich lese das sozusagen und kann ihnen nur als Leser sagen, die Leute, die sich hauptberuflich damit beschäftigen, haben gesagt, das kann gar nicht funktionieren.
Also es ist nicht so, dass man hier einmal eine Chance versucht hat zu ergreifen, sondern die Leute sagen, es wird nicht funktionieren, weil es nicht funktionieren kann und so etwas hat auch noch nie funktioniert, es hat auch Gründe und das finde ich dann auch von Ihnen, auch von der Argumentation, deshalb ist mir das schon wichtig, auch so leichtfertig immer noch so zu tun, als habe es da eine realistische Möglichkeit gegeben.
In Wahrheit wusste man, dass man ein Regime-Change, um den es Ihnen ja geht. Mit dem Bombardement aus der Luft nicht herbeiführen würde und dass man sozusagen auch, was ja Trump damals so leichtfertig gemacht hat, Iraner, das ist jetzt eure Chance und so, so als gäbe es dort im Iran, irgendwie eine organisierte Opposition, die vielleicht sogar auch über Mittel oder gar Waffen verfügt, um nur auf den richtigen Moment zu warten und dann sozusagen ihre Unterdrücker beiseite zu schieben.
Man wusste, dass das nicht der Fall ist, weil man weiß, wie diese Diktatur im Iran funktioniert, dass sie überall eingedrungen ist in die Bevölkerung, dass es eben keine funktionierende Opposition gibt, die man da irgendwie nur triggern oder freisetzen muss. All das wusste man. Und jetzt tun sie immer noch so, als sei das aber doch eine Sache gewesen, die man mal hätte ausprobieren können.
Und diese Leichtfertigkeit können wir uns doch bei solchen Sachen nicht erlauben, denn ehrlich gesagt hat dieser Krieg die Welt ärmer gemacht und unsicherer. Mh, Augstein, ich glaube so kristallklar. War es dann doch nicht. Zum einen, ganz andere Dimensionen, aber immerhin so von der Spielanlage ja nicht ganz unähnlich, ist es ja in Venezuela geglückt, den Kopf des Regimes zu entfernen, in diesem Fall also lebend zu entführen, gefangen zu nehmen. Einzusperren und so weiter.
Demnächst vielleicht vor ein Gericht zu stellen und das Land aber nicht explodieren zu lassen, sondern irgendwie in der Hoffnung, mit einem alten Regime aber eine neue Politik machen zu können. Ob das klappt, weiß ich gar nicht genau. Aber da hatte man einen Plan und der ist ungefähr Regime-Change ins Werk gesetzt worden. Jetzt können Sie sagen, im Iran ist das ganz anders und das stimmt ja auch. Es ist ein ganz anderes Land und ganz andere Verhältnisse.
Und die Machtmittel des dortigen Regimes scheinen mindestens deutlich größer zu sein als das, was das venezuelanische Regime zur Verfügung hatte. Und trotzdem finde ich diese. Die Radikalität, das 100% sichere, das sie vorgetragen haben, ich weiß es nicht.
Ich glaube, man hat möglicherweise unterstellt, dass es eben das Regime doch so sehr wackelt, was es ja, über Jahre bewiesen hat, unter welchem Druck es steht, unter welchem wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen Druck es steht und sich mit Mühe nur an die Macht klammert, und zu Mitteln wie Massenerschießungen in Demonstrationen greifen muss, um überhaupt zu überleben. Aber eben auch bereit ist, zu solchen Mitteln zu greifen. Ja. Hätte das gut ausgehen können.
Ich glaube, so 100% ausschließen kann man es nicht. Es ist nicht gut ausgegangen. Ich glaube, das ist doch das Entscheidende. Was lernt jetzt Donald Trump daraus, wenn er zum Lernen fähig ist, aus diesem Volldesaster? Und vor allen Dingen, wenn ich das sagen darf, ist es natürlich für Israel ein Volldesaster und für die Sicherheit Israels.
Denn am Ende ist doch Folgendes eingetreten. Donald Trump, der mit nichts außer mit sich selber einen Vertrag hat, hat sich entschieden zwischen gebe ich dem Iran nach oder gebe ich Israel nach.
Schlage ich mich letztlich auf die Seite der Mullahs und rette sie, und ihr Regime durch einen Waffenstillstand, durch nicht weiterführendes Krieges, oder schlage ich mich weiterhin auf die Seite der Israelis, die in der Region für eine Art von Sicherheit sorgen will, dass das Regime, das ihre Existenz bedroht, abgeräumt wird. Und er hat sich auf die Seite der Iraner geschlagen. Das ist doch die Botschaft dieses Waffenstillstandes.
Dem amerikanischen Präsidenten ist ein halbwegs gütliches Auskommen mit dem Iran und dem Mullah-Regime letztlich wichtiger als die Unterstützung Israels. Nein, Blume, das ist natürlich eine Polemik, die ihrer wirklich nicht würdig ist. So können sie das doch nicht machen. Er hat sich... Erklären lassen von irgendwelchen Leuten, die halbwegs noch ihren Verstand beisammen haben, dass dieser Krieg gegen den Iran nicht weiter zu führen und zu gewinnen
ist. Man kann ihn nicht gewinnen, wie gesagt, hätte man schon vorher wissen können, jetzt fällt es ihm nachher auf. Und offensichtlich hatte man aus Gründen, die ich auch vollkommen schleierhaft halte, nicht sich klar gemacht, dass die Iraner mit der Straße von Hormuz die sogenannte wirtschaftliche Atombombe in der Hand haben und sie auch einsetzen und benutzen können. Und damit die gesamte Weltwirtschaft sozusagen abwürgen können.
Das hatte man sich offensichtlich vorher nicht überlegt, weder in Israel noch in den USA. Für mich vollkommen schleierhaft, verstehe ich nicht, würde ich eigentlich erwarten von Leuten, dass sie damit rechnen und nach vorne gucken. Hat man nicht gemacht. Das Problem Israels ist, natürlich ist Israel der große Verlierer, Netanyahu ist der große Verlierer, sehe ich ganz genauso wie Sie. Ich fürchte nur...
Die werden daraus nichts lernen, denn natürlich müsste Israel aus den Erfahrungen des Gaza-Krieges, aus den Erfahrungen jetzt im Libanon, aus den Erfahrungen mit dem Iran lernen, dass diese Strategie, der permanente Krieg, der permanente Angriff, die Vorstellung, man könne seine Gegner militärisch dominieren, mit Geheimdiensten unterwandern und dann aus der Luft zu. Trümmern und Splittern bombardieren. Dass diese Strategie natürlich auf Dauer gar nicht aufgeht, trotz dieser Übermacht.
Das Interessante ist doch an diesem ganzen Vorgang, jetzt auch mal quasi politikwissenschaftlich theoretisch, diese totale Übermacht, der militärischen Supermacht Amerika und der Geheimdienst Supermacht Israel hat nicht gereicht, um den Iran in die Knie zu zwingen. Deshalb ist der Iran der große Sieger dieses Krieges. Auf der ganzen Welt wird das so wahrgenommen, der Iran hat gewonnen gegen Israel und gegen Amerika.
Ja, aber die Israelis müssten daraus lernen und sagen, okay, wir können nicht den ganzen Libanon so in den Zustand versetzen, die wir den Gaza-Streifen versetzt haben. Wir können den Iran mit Waffengewalt nicht. Wir müssen mit unseren Nachbarn in Frieden leben. Das bedeutet, wir müssen auch auf sie zugehen. Wir müssen aufhören, palästinensische Babys im Auto zu erschießen im Westjordanland. Wir müssen aufhören, den Gazastreifen zu besetzen. Jetzt drohen sie an, den Libanon zu besetzen.
Das heißt, sie haben überhaupt nichts gelernt, sondern sie wollen weiter diese Politik der Waffe, die Politik der Gewalt und dabei funktioniert das nicht und das verstehe ich einfach nicht. Entschuldigung, da hört es bei mir einfach auf. Naja, weil sie nur einen Teil, der Realität dieser Region wahrnehmen, lieber Kollege Augstein. Zu der Realität gehört, dass der Iran, dessen Regime überlebt hat und sich bei der Gelegenheit bestimmt nicht in Pazifisten verwandelt hat oder in Menschenfreunde.
Im Gegenteil. Judenfreunde, genau. Also, das ist natürlich jetzt eine Art Teufelskreis. Denn der Grund, ein Grund und ein ganz guter Grund, zu versuchen, das Muller-Regime zu beseitigen, war doch, dass das Muller-Regime vermittelt, irgendwelche radikalen Milizen vom Libanon bis zum Jemen, die Region massiv destabilisiert hat und zugleich auf dem Weg war, zu versuchen, das jüdische Volk und den Staat Israel am liebsten auszulöschen. So. Das, sagen wir mal so, ist jetzt immer noch im Raum.
Der Unterschied zu vorher ist, dass die Israelis beim Abwehrkampf vielleicht, Fehler gemacht haben, die den Krieg zu lange durchgehalten haben an bestimmten Stellen. Aber vor allen Dingen ist der Unterschied zu vorher, dass sie ihren wichtigsten Verbündeten jetzt nicht mehr sicher an ihrer Seite haben. Und was das für das israelische Volk bedeutet und sein Überleben, das können wir noch gar nicht abschätzen.
Wir können nur hoffen, wenn man für die Israelis hoffen will, kann man nur hoffen, dass die ganzen anderen arabischen Länder rund um den Golf erkannt haben, mehr denn je, dass sie sich auch nicht so richtig auf die Amerikaner verlassen können und vor allen Dingen, dass ihr Gegner in Wahrheit der Iran ist.
Das heißt, möglicherweise entstehen dann neue Allianzen oder so etwas, aber Israel steht immer noch da und muss Angst um seine eigene Existenz haben, weil der Iran und sein Regime geblieben sind, was sie sind. Ich sehe dem Kollegen Blume an, er hat keine Lust über das Thema zu reden, aber es ist ein wichtiges Thema, es begleitet uns halt dauernd, kann ich jetzt auch nicht ändern. Letztes Wort, Sie haben eben gesagt, Verhältnis Israel-Amerika ist jetzt so
hinüber, das Glauben sie doch selber nicht. Erstens ist bei Trump sowieso auf gar nichts Verlass. Morgen ist Bibi wieder sein allerbester Freund und Kumpel und so. Und außerdem sind diese beiden Länder in einer Art und Weise eng miteinander verwoben. Also da würde ich mir jetzt mal keine Sorgen machen. Aber schon, dann antworte ich doch nochmal. Sie unterschätzen, was da passiert ist.
Der Kaiser ist nackt. Vor den Augen von ganz vielen autokratischen, Achtung, Herrschern in dieser Region bis hin zum mindestens genauso autokratischen Mullah-Regime, ist klar geworden, wenn es um die Wurst geht, wenn es wirklich um die Wurst geht, kann sich Israel nicht mehr auf die USA und diesen Präsidenten verlassen. Und das ist eine Wasserscheide. Es unterscheidet das hinterher vom Vorher fundamental.
Total. Aber es geht doch gar nicht um die Wurst. Diese Wurst haben doch die Amerikaner und die Israelis selber auf den Teller gelegt. Jetzt müssen sie halt gucken, wie die Wurst wieder vom Teller runterkommt. Ich meine, was soll denn das, wenn man sich selber erst ein Bein stellt und sich dann noch in den Fuß schießt und so und dann wundert, wenn man hinfällt, ja dann ist das eben so. Das hat jetzt weltpolitisch gar nichts geändert, außer, dass das iranische Terrorregime
nie fester im Dottel saß als vorher. Vielen Dank Donald, vielen Dank Bibi. Das mit dem iranischen Terrorregime würde ich nochmal sehen wollen. Ihr Volk liebt sie nicht mehr. Das haben sie nicht geschafft als vorher. Im Gegenteil, die gesamte iranische Bevölkerung oder drei Viertel, davon wünscht sich wahrscheinlich diese Mullahs zum Teufel.
Aber was Donald Trump geschafft hat, ist die Weltwirtschaft einmal wirklich in den Grund zu fahren, die jetzt mühsam wieder starten muss und das hat natürlich auch große Bedeutung für Deutschland. Und das Wachstum hierzulande, das ja halbiert wurde, die Erwartung, wegen dieses kleinen, in Anführungsstrichen, Krieges, also solchen Impact auf uns hat es ja auch gehabt.
Das heißt natürlich kann man sich freuen, dass jetzt der Spritpreis an der Tankstelle sinkt und dass die Wirtschaft vielleicht doch besser einen Tritt findet, als man es befrüchten musste, nachdem der Krieg da begonnen war. Aber der Preis ist ganz schön hoch, finde ich. Und Blum, ich helfe Ihnen von diesem Baum runter, auf dem Sie sich verklettert haben, von dem dünnen Eis, indem ich jetzt Ivy mal eine Frage stelle, die mit dem Thema von eben nichts zu tun hat.
Ivy, wenn du eine Rede schreiben musst oder irgendeinen Text oder so. Benutzt du dann KI? Wenn man ganz faul ist, aber ich finde, ich meine, schreiben ist auch mit mein Job, ne? Aber man kann es immer herauslesen und man kann es immer sehen, aber ab und zu nutzt man als Redakteurin schon auch mal die KI, um so eine Podcast Folgenbeschreibung zu schreiben. Wenn es ganz schnell gehen muss. Bei euch natürlich niemals. Oh je.
Gut, dann könntest du einen Job in der Thüringischen Staatskanzlei und im Springer Verlag bekommen, denn dort arbeitet man sehr umfangreich mit KI und sehr stümperhaft und sehr dilettantisch, aber es stört die Leute gar nicht, sie machen es trotzdem. Lassen Sie mal das Stümperhafte und Dilettantische beiseite. Die Frage ist ja das Ob.
Also, kann man als Journalist, insbesondere mit namentlich gezeichneten, wie soll man sagen, markanten Texten oder eben als Politiker, der mit seinen Reden ja Politik macht. Diese Texte und Reden von einer KI und zwar nur von einer KI verfassen lassen. Das ist jetzt hier die Spielaufstellung. Und ich finde es überraschend, dass wir irgendwie jetzt erst darüber reden. Denn KI gibt es ja nun schon ein bisschen länger. Und in der Anwendung ist es
nun wirklich auch schon ziemlich lange. In der Wirtschaft, natürlich. In jedem Management-Meeting, jede PowerPoint-Presse ist mit der KI gemacht. Moment, ganz kurz. Wir haben jetzt Sommer 26. Die Dinger kamen anwendungsreif Ende 22 auf den Markt. So lange ist das noch nicht. Augstein, worauf ich hinaus will, die Anwendung von KI, alle reden darüber, dass sie es machen, aber... In der Wirtschaft, in den Verwaltungen zum Teil auch, hat bislang noch nie zu
einer Debatte geführt, darf man das überhaupt? Ist das noch okay? Sondern diese Debatte kommt jetzt erst, wenn man so will, im öffentlichen Raum, zustande bei Politikern und Journalisten. Das finde ich schon interessant. Wie gesagt, die Anwendungsfälle sind schon, mannigfaltig, millionenfach. Aber jetzt erst reden wir über einzelne Figuren, die es tatsächlich benutzt haben, weil sie Politiker sind und weil sie Journalisten sind. Und zwar, genau, vollkommen richtig. Und das ist doch super.
Also erstens finde ich es gut, dass wir jetzt darüber reden. Zweitens sage ich auch gleich, warum wir hier eigentlich reden. Und drittens erkläre ich Ihnen noch, warum wir es jetzt tun. Bei Journalismus, weil die Leute dafür bezahlen. Sie bezahlen dafür. Und bei Politikern, weil man bei Politikern Authentizität erwartet oder verlangt und auch möchte, dass die hinter dem stehen, was sie sagen und sich das auch mal überlegt haben, was sie sagen.
So, und jetzt mal Punkt, Absatz. Und jetzt erklären wir euch, liebe Kinder da draußen zu Hause an den Endempfängern, wovon wir hier eigentlich reden. Vielleicht haben das auch gar nicht alle mitbekommen. Bestimmt haben es nicht alle mitbekommen. Der thüringische Ministerpräsident Mario Vogt hat in der FAZ einen Gastbeitrag geschrieben. Da ging es um die Gefahr von Smartphones für Kinder. Und in diesem Gastbeitrag hat er auch drei wörtliche Zitate benutzt von Experten.
Der Psychologe Jonathan Haidt, der Neurobiologe Gerald Hüther und der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer. Das war dieser Artikel. Dann war so, okay, so wie so ein Artikel dann eben so ist, wie gefährlich das ist, man muss da was machen. Dann kam eine Institution, eine Gruppe, ein, Verein und hat gesagt, wir haben diesen Text mal durch so eine KI-Erkennungssoftware geschickt und wir sind zu 90% sicher, dass das Ding zu mindestens 100%, keine Ahnung, von der KI veröffentlicht wurde.
Da ist die FAZ hellhörig geworden und hat sich mal erkundigt in der Staatskanzlei in Erfurt. Wie ist denn das eigentlich, der Text von dem Vogt? Hat er den selber geschrieben, hat den einer von euch geschrieben oder hat das bei euch der Rechner gemacht? Und die Antwort war dann so, ja also der Computer, wir sind total modern und na klar, also Murmel, Haspel, praktisch so Stotter. Und da hat die FAZ gesagt, Leute, das reicht uns nicht. Das Ding,
das depublizieren wir. Das ziehen wir hier mal runter und machen mal eine kleine Spalte, wo wir sagen, wie wir hier mit KI umgehen. Natürlich benutzen wir das als Tool für Recherche oder für Formulierungshilfe, aber wir schreiben keine Artikel, wir drucken keine Artikel, die von der KI geschrieben ist. Wir spinnen doch nicht. Das ist sozusagen die Geschichte bis zu diesem Punkt. Und die Fortsetzung, das wird natürlich gleich noch viel lustiger, die kommt gleich.
Aber an dem Punkt möchte ich jetzt gerne erstmal mit dem Kollegen Blome reden. Hat Vogt einen Fehler gemacht, ja oder nein? Ich finde, dass an Politiker Ansprüche gestellt werden, zu Recht. Die es eigentlich unmöglich machen, sich eine wichtige, zentrale, mit Namen gezeichnete Rede oder einen Text komplett von der KI machen zu lassen. Und zwar wegen der Art, wie dieser Text dann zustande kommt,
nicht wegen des Inhalts. Ob die KI es besser kann als Mario Vogt, also ist ein Schaltkreis klüger als das Gehirn von Mario Vogt. Ich kann es nicht beurteilen und ich will jetzt auch gar keine schlechten Wissen machen. Aber der schiere Umstand, dass es eine KI war, reicht der FAZ offenkundig, völlig unabhängig vom Inhalt, zu sagen, wollen wir nicht. Ist nicht ganz einfach, weil letztlich verkauft ja die FAZ Inhalte. Und sind die jetzt gut oder schlecht? Ich würde sagen...
Ich verstehe, dass die Politiker anderen Ansprüchen genügen müssen, gerade in diesen Zeiten, wo es um, besonders geht, um. Persönliche Glaubwürdigkeit, um Authentizität, auch um Identität, mit der man irgendwie Gruppen zusammenkleben will, zusammenhalten will. Ja, okay, ich glaube auch, das hätte Mario Vogt besser nicht gemacht. Aber die Position der FAZ ist auch nicht konsistent, obwohl sie so konsistent ausschaut. Die FAZ sagt, es ist mir vollkommen gleichgültig, was in dem Text steht.
Wir nehmen ihn aus dem Spiel, weil er zustande gekommen ist, wie er zustande gekommen ist. Das ist dann sowas wie Plagiat. Man kann ein Plagiat aus der Zeitung rausnehmen, weil es ein Betrug ist. Aber ist eine KI ein Betrug? Blome, Herr Vogt, das muss man vielleicht noch dazu sagen, hat ja gerade ein Doktor-Aberkennungsverfahren laufen, weil er wirklich echt plagiiert haben soll. Nicht Plagiat bedeutet ja, dass man etwas kopiert und das soll er bei seiner Doktorarbeit gemacht haben.
Deshalb gibt es da gerade bei der TU Chemnitz ein offenes Verfahren. Der Doktor ruht und das ist irgendwie noch nicht ganz raus und so. Aber immerhin, das scheint also ein Mann zu sein, der auch gerne mal die Abkürzung nimmt, wenn der gerade Weg, der richtige Weg ein bisschen mühsam ist. Zumindest könnte man diesen Eindruck gewinnen aus dieser Doktorgeschichte.
Das Ding ist doch, er hat das ja offensichtlich nicht nur bei diesem Gastbeitrag in der FAZ gemacht, sondern auch bei den Reden, die er gehalten hat. Und wenn sie quasi am Konzentrationslager Buchenwald eine Rede halten über die Überwindung und das Erbe des Holocaust, Und dann heißt es über die Überlebenden des KZ, ihre Augen waren leer und zugleich unendlich tief.
Und wenn sie sich dann überlegen, dass die KI das gemacht hat, weiß ich nicht, ob sie dann immer noch der Mahnung sagt, nee, ist völlig okay, weil, hey, das kommt doch darauf gar nicht. Wir müssen mal eines zur Klärung einführen. Ich finde das auch nicht okay. Ich finde, es ist nur nicht so einfach, wie Sie es sich machen.
Doch, aber in dem Punkt, deshalb habe ich ja quasi jetzt hier die Temperatur aufgedreht, indem ich das Beispiel von Buchenwald genommen habe, weil da merken Sie, dass es so einfach ist, wie ich es sage, das geht schlicht nicht. In der Süddeutschen Zeitung war über diese ganze Sache ein Artikel, da kommt ein Satz vor, ihre Augen waren leeren, gleich unendlich tief. Es ist offenkundig Kitsch aus einer KI, die jederzeit auch einen schmissigen Essay über die Vorzüge des Faschismus liefert.
Und das ist doch der Punkt. Das heißt, es gibt bestimmte Themen, da brauche ich für die Glaubwürdigkeit des Themas die Glaubwürdigkeit des Autors. Und wenn ich nachher erfahre, dass der Autor sich das Ding aber hat schreiben lassen vom Computer, weiß ich nichts darüber, wie er selber eigentlich zu dem Inhalt steht. Weil offensichtlich dieser Inhalt nicht einmal quasi pro forma sozusagen durch seinen eigenen Kopf gelaufen ist.
Und dann wird es tatsächlich, dann wird es echt finster in unserer Gesellschaft. Das heißt, wenn die Holocaust reden, werden vom Computer gehalten, aber die Andacht ist ernst. Die Botschaft ist ernst, die reden irgendwie über den Schutz der Jugend, wie in diesem Fall vor den Gefahren der sozialen Medien, werden vom Computer geschrieben, der Computer warnt vor sich selber und trotzdem soll ich dann aber den Inhalt glauben?
Geschätzter Kollege, jetzt gehen Sie mal nicht vor Ihrer eigenen Ergriffenheit in die Knie. Das ist ja rührend zu sehen. Mama mia, was für eine ehrliche, hultvolle Emotion. Ich nehme das Thema halt ernst, in ihrem Unterschied zu Ihnen. Ich auch. Aber ich nehme es so weit ernst, dass es mir zu einfach ist, aus deutlich zu einfach.
Lieber, lieber Augstein, von einem in der Tat Text über das KZ Buchenwald, den man verdammt nochmal niemals von niemandem anderes als von sich selbst schreiben lassen sollte und schon gar nicht von einer Maschine. Da sind wir uns, Achtung, Überraschung, einig. Das sehe ich genauso. Aber sie schließen daraus, wie die FAZ, KI kommt mir in keiner Form und wenn ihr ein Kochrezept aufschreiben lasst, in meine Zeitung oder bei ihnen in ihren Kopf.
Und das ist der Punkt, wo ich sage, das ist zu einfach. Sie können aus diesem Einzelfall, bei dem wir 100% einer Meinung sind, nicht aufs Ganze schließen. Umgekehrt übrigens auch nicht. Und jetzt erzähle ich den Rest der Anekdote. Da kommt nämlich der Kollege Matthias Döpfner, mein ehemaliger, ehemaliger, ganz lange zurückliegender Chef bei Springer und bei der Welt. Der schrieb dann zurück, beziehungsweise veröffentlichte einen Text, der sich böse, aber sehr lustig über die FAZ lustig machte.
Den hatte er eine KI geschrieben. Er hatte aber seinen Namen drüber gesetzt, um es wirklich kompliziert zu machen. Da stand von Matthias Döpfner. Und dann kam ein Text, unter dem drunter stand 100% KI gefertigt. Ein einziger Gedanke war da drin, diese Entwicklung mit der KI, liebe Leute, könnt ihr eh nicht aufhalten. Und darum ist die FAZ, wie damals die Lobby mit den Postkutschen, die verhindern wollte, dass die Autos eingeführt werden. Das ist wirklich, also viel schlichter geht es nicht.
Das hätte der Autor Matthias Löpfner viel, viel besser selber schreiben können und viel klüger. Die KI ist halt eben doch ganz schön flach geflogen. So, in der totalen Pauschalität, das kommt ja eh über uns, dann machen wir es alle, ist doch eh scheißegal. Und am Ende schreibt nur noch die KI und am besten lest es dann auch nur noch die KI. Das geht auch nicht. Ich plädiere für den komplizierten Mittelweg und darum bin ich wahrscheinlich ganz alleine auf diesem Planeten und sage,
das werden wir uns von Autor zu Autor, von Gelegenheit zu Gelegenheit anschauen müssen. Stopp. Sie haben den, genauso wie der Springer Verlag und wir, Herr Döpfner, haben auch Sie das eigentliche Problem bei Döpfners Text gar nicht begriffen.
Das eigentliche Problem war nämlich, dass Döpfner in seinem Text die KI sagen lässt, heißt, es ging doch um Smartphones für Kinder und die Frage, das sei eine Debatte von brennender gesellschaftlicher Relevanz, gestützt auf Thesen renommierter Forscher wie Jonathan Haidt und so weiter. Und dann wirft Döpfner so vor, anstatt sich inhaltlich mit Vogts Forderungen auseinandersetzen, flüchtet sich der Kulturbetrieb lieber in eine formale Metadebatte.
So, das Problem ist bloß, die Zitate waren halt falsch. Die Zitate, die in dem Vogtartikel waren, waren falsch und das hat die KI, die Döpfners Text geschrieben hat, nicht begriffen und das haben auch die Springer-Redakteure, die diesen Text in die Welt reingehoben haben, nicht begriffen und Herr Döpfner, der das vielleicht alles gar nicht selber gelesen hat, hat es halt auch nicht begriffen. Und da merkt man, und deshalb ist das, was sie da sagen, eben falsch.
Das Problem ist, wenn du einmal anfängst, rasseln die Standards so runter, niemand nimmt halt mehr irgendetwas ernst. Es ist halt am Ende allen alles egal, weil es spielt ja gar keine Rolle mehr, ob die Zitate echt sind oder nicht, wo du sagen kannst, ja aber das hätte er ja sagen können, Hauptsache der Inhalt stimmt. Augstein, glauben Sie wirklich? Das ist entscheidend an dieser Debatte jetzt die Frage ist, ob die KI mal wieder, das macht sie häufiger offenkundig, Zitate falsch zugeordnet hat.
Also faktisch falsch, den einen zitiert hat mit einem Satz, den er nie gesagt hat. Das könnte man ja noch heilen, aber das würde es ja nicht besser machen. Das würde die Frage nicht beantworten, ob Herr Vogt oder sonst wer gut daran tut, so eine KI für seine Texte zu benutzen. Selbst eine perfekte KI, der diese komischen Fehler nicht mehr unterlaufen. Stellt ja immer noch die Frage, soll man das benutzen, ja oder nein? Sie merken das Problem nicht und Döpfner merkt es auch nicht.
Wenn Sie einmal anfangen zu glauben, dass die KI Ihnen auf diese Weise Arbeit abnehmen kann, lassen Sie die notwendige Sorgfalt vermissen. Sie nehmen den Text dann nicht mehr ernst und vor allen Dingen, Sie verlassen sich auf die KI, weil Sie denken, aber der Computer ist doch sowieso viel klüger als ich. Das gesammelte Weltwissen des Internets läuft in diesem einen Text zusammen.
Wer bin ich? Ich arme kleine Pressemaus in der Staatskanzlei Bürostelle, irgendwie, dass ich dann noch die KI überhaupt kontrolliere. Das ist doch das Problem. Deshalb passiert denen das doch. Es passiert, weil sie einfach nachlässig werden. Und es ist doch lustig, das erste ist Vogt nachlässig, deshalb lässt er den Quatsch drucken und dann ist Döpfner nachlässig und checkt es nicht. Merken sie nicht, dass da ein Muster der Nachlässigkeit entsteht?
Ja. Oder ist das alles Zufall? Augstein, noch einmal. Ich meine, ihnen ist doch der spiegeln nicht fremd. Sie wissen doch, dass dort 100, 120, ich weiß gar nicht mehr wie viele Menschen in der sogenannten DOC arbeiten. Also jeden einzelnen Sachaussage eines Textes, bevor er gedruckt wird, auf die Fakten checkt. Und wenn diese DOC also bei dem Text von Herrn Vogt gesehen hätte, oh, die Zitate sind nicht sauber, liebe Staatskanzlei, lieber Herr Vogt,
dann müssen Sie nochmal ran, da ist sowas falsch. Wir können Ihnen aber sagen, wo die Zitate richtig stehen. Das hätte das etwas besser gemacht an dem Umstand und der Frage, noch einmal, ob dieser Mann die KI hätte benutzen dürfen. Also, darf man eine perfekte KI nutzen? In ihrem Sinne ja offenkundig. Pass auf, ich verstehe Ihren Punkt, aber was Sie machen, das ist eine Logelei.
Nein, Sie haben recht. Wenn, der Text nachher von echten Menschen gelesen würde, auf Schlüssigkeit und stilistische Sauberkeit geprüft würde und auf korrekte Zitateverwendung und man ihn dann veröffentlicht würde, dann wäre das vermutlich okay. Nur Sie merken schon selber, dass das halt in dieser Welt ja nicht mehr so ist, denn in der KI-Welt wird natürlich die DOC als allererstes eingespart, weil man sagt, wofür brauchen wir die DOC? Wir haben ja die KI.
Das ist ja genau die Nachlässigkeit, die ich meine und das wissen Sie, das ist die Realität. Döpfner selber hat vor einem Jahr gesagt, bei uns müssen sich nicht die Leute rechtfertigen, die die KI benutzen, sondern es müssen sich die rechtfertigen, die sie nicht benutzen. Und das ist doch das Komische daran. Und jetzt, Entschuldigung, jetzt um dem Ganzen wirklich, um es wirklich zu einer Pasolini-Inszenierung oder in einem Bonoel-Film oder so zu machen.
Als man dann der Springer-Pressestelle gesagt hat, Leute, ihr habt es schon mitgeschnitten, dass die Zitate, die in Döpfners KI-Artikel dann nochmal gelobt werden, dass die falsch waren. Das ist euch gar nicht aufgefallen.
Dann kommt jetzt die wirklich irrsinnigste Wendung. Da würde nämlich gesagt, achso, nein, nein, dieser Artikel, der unter dem Namen Matthias Döpfner erschienen ist in der Welt, wo drunter steht, das ist von der KI verfasst, der gibt gar nicht die Meinung von Döpfner wieder, sondern es sei ein Schelmenstück gewesen, was die Leute zum Nachdenken anregen soll.
Spätestens jetzt würde ich mich als zahlender Leser der Welt doppelt und dreifach verarscht fühlen, weil erst sagt mir der Vorstandschef, weißt du was, Journalisten brauchen wir gar nicht, das macht die KI selber. Große Frage, warum muss ich dann für die Produkte vom Springer Verlag zahlen, wenn eigentlich mein ChatGBT oder Claude das auch umsonst für mich macht? Also wäre mal eine erste Frage, also schön alle Abos kündigen, ja, praktisch so Kohle weg dann.
Und dann merken die Leute bei Springer, oh, war vielleicht doch nicht so eine gute Idee und sagen, Nein, das war gar nicht seine Meinung. Das war ein Schämenstück. Das ist fast auf Donald-Trump-Niveau an Irrsinn. Es ist Dekonstruktion, das stimmt schon. Es ist wie Böhmermann, für den man übrigens auch zahlen muss, weil man ja öffentliche Radio- und Rundfunkgeburen zahlen muss. Sie meinen, der Vorstandsvorsitzende und mächtigste deutsche Verleger ist in Wahrheit ein Satiriker seiner selbst?
Naja, das ist doch immer dasselbe. Es sind Notfallsatiriker. Wenn es eng wird, bin ich Satiriker. Wenn es eng wird, war es Satire. Also das kennt man ja nun schon. Und Sie sehen doch auch, wohin das jetzt führt. Jetzt wird doch, wenn wir Pech haben, sich das Sommerloch füllen mit Politikern, die von umgeschulten ehemaligen Plagiatsjägern jetzt überführt werden oder nicht überführt werden. Der Nutzung einer KI für einen zentralen Text, eine zentrale Rede, ich weiß nicht was.
Und dem sehe ich echt mit mittleren Grausen entgegen, weil es immer dieselbe Geschichte sein wird. Darf der das, ist der Text unwichtig genug, dass man vielleicht doch die KI benutzen darf? War das namentlich gekennzeichnet und war da auch noch stolz auf sein KI-fabriziertes Zeug, etc., etc. Das heißt... Wer es schreibt, ist offenkundig im Moment das Entscheidende. Wer und nicht was oder womit. Das war aber nie so. Es ist nie so gewesen.
Sie finden das jetzt vielleicht zu theoretisch oder so, aber Sie wissen, dass die Frage der Autorenschaft, was ist ein Autor und was ist ein Text, wo entsteht Bedeutung, das fangen wir jetzt hier bitte nicht an, weil das ist ein Riesen, da können Sie ganze Studienjahre damit verbringen, mit dieser Frage. Es geht doch nur um die Politiker. Haben wir gerade, ruinieren wir jetzt gerade. Der Text ist nicht allein der
Text. Der Text und Autor gehören immer zum Text. Leser und Autor bilden eine Dreihau. Aber wenn Sie jetzt die Augen verdrehen, dann haben Sie die Frage eben nicht ernst gestellt. Wenn Sie die Frage ernst meinen, dann muss ich jetzt sagen, es kommt nicht nur auf den Text an. Das heißt, ein Text, der von einer KI geschrieben ist, ist ein anderer Text, selbst wenn es genau der gleiche Text ist, als wenn ein Politiker es gemacht hätte. Es ist ein anderer Text.
Und wenn Sie jetzt meine Antwort wollen. Mir geht es aber nicht um den Text, sondern mir geht es um die Frage, verwirkt der Politiker seine Glaubwürdigkeit? Ja, tut er. Antwort ja, weil er hat einen Text, der nicht seiner ist. Ich glaube, das wird man in der Pauschalität nicht sagen können. Ich habe auch ein erhebliches Störgefühl gegenüber Politikern wie Mario Vogt, jetzt mit diesen Reden oder mit diesen Texten. Das ist nicht in Ordnung, sagt mir mein Bauch.
Wenn er eine Geburtstagsrede für seine Frau oder seine Eltern oder seine Kinder mit der KI machen lässt, hätte ich kein Störgefühl. Exakt gar keins. Weil es sie nichts angeht, Mann. Weil es geht sie einfach nichts an. Deshalb ist es mir völlig egal, was der in seinem Privatleben macht. Das ist jetzt aber auch echt ein bisschen ein unsinniges Argument. Das würde ich an ihrer Stelle jetzt nochmal überlegen. Augstein, letzter Versuch, das Ding hier zu strukturieren.
Wir reden nicht über bestimmte Berufsgruppen, bei denen wir längst damit d'accord gehen, dass sie das halt benutzen, sinnhaft oder nicht sinnhaft, ob da was Kluges rauskommt oder nicht, hupe. Wir reden über die Berufsgruppe der Politiker und Journalisten im, wenn man so will, Vertrauensraum der Öffentlichkeit. Und ich stelle mir die Frage noch einmal, kann man das über einen Kamm schenken? Und ich sage Ihnen ein Beispiel, weshalb ich glaube, dass man das eben nicht
kann. Selbst beim einzelnen Politiker namens Mario Vogt, Friedrich Merz oder whatever. Stellen Sie sich vor, der hält als Ministerpräsident bei der Freiwilligen Feuerwehr hinten links in seinem Bundesland eine zweiminütige Rede. Grußwort nennt man sowas und das kommt normalerweise auch. Aus der Maschine. und heutzutage im Zweifel von der KI.
Haben Sie da dasselbe Störgefühl, wie wenn er im KZ Buchenwald, Sie hatten das Beispiel selbst erwähnt, eine tief atmende, nachdenkliche Rede vorträgt, die aber leider eine Maschine geschrieben hat, die kein Herz hat. Das sind doch zwei unterschiedliche Dinge, obwohl es der ein und derselbe Autor, in Anführung, ein und dieselbe Person ist.
Sie haben recht, es ist ein rein formalistisches Argument von Ihnen, finde ich, wo ich das Gefühl habe, warum hängen Sie so, warum liegt Ihnen so sehr daran, das zu retten, aber ja, das gebe ich Ihnen gerne zu. Sie haben natürlich recht, wenn irgendwie so das Klorhäuschen hinten rechts veröffentlicht, eröffnet wird, dann kann das ruhig auch die KI schreiben, spielt keine Rolle. Irgendwann zwischen dem Klorhäuschen und dem KZ Buchenwald kippt das um.
Absolut. Beim FZ Buchenwald sind wir uns alle einig. Absolut. Beim Chlorhäuschen sind wir uns auch alle einig. Dazwischen passiert irgendwo was. Wo ist die Grenze? Und wer vermisst die Grenze? Die Grenze verläuft mit zunehmender Relevanz des Themas. Und man kann natürlich sagen. Wenn Sie es jetzt verwitzeln wollen. Das war ein Argument.
Aber der Artikel, den er in der FZ veröffentlicht hat, über Mediensucht von Jugendlichen, Da hat er die Grenze ganz eindeutig schon hinter sich gelassen, denn das handelt sich um Mediensucht von Jugendlichen und das lässt er dann von der KI schreiben. Ich meine, Hallo findet den Fehler. Finden Sie, ich habe deshalb eben gelacht, weil der Satz hatte so die Kategorie von je aufer das Fenster, desto mehr Wind.
Ja klar, natürlich gibt es irgendwo eine Grenze und je näher Sie sich der einen Seite nähern, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Grenze immer schreiten. Das Problem ist, diese Grenze würde sich dann im Einzelfall relativ leicht feststellen lassen, aber da gilt dann wieder, wenn sie sich einmal auf dieses Prozedere einlassen, dann werden irgendwelche faulen Referenten da sitzen und das halt nicht mehr machen.
Insofern, ich erwarte, können wir es einfach damit abschließen, als zahlender Abonnent einer Zeitung erwarte ich, dass die Sachen nicht vom Computer kommen, denn sonst brauche ich die Zeitung nicht bezahlen. Das ist ein super wichtiger Punkt. Das heißt also so Leute wie Holger Friedrich oder so OAS, die sagen, wieso lassen wir alles von der KI machen? Okay, dann brauchst du aber auch nicht erwarten, dass irgendeiner das Ding kauft,
weil warum soll man bezahlen für etwas, was die KI macht? Das ist einfach Quatsch bei Texten. Und bei Politikern erwarte ich, dass das, was sie sagen, dass sie das verstanden haben und auch mehr oder weniger dahinter stehen. Das ist bei Mario Vogt beides wahrscheinlich nicht immer der Fall. Wir gehen einem spannenden Sommer entgegen, Augstein, weil das, was Sie da gerade sagen. Ist ja der Begriff Wahlkampf nur in anderen Worten. Steht er dahinter? Meint er das ernst?
Weiß er, wovon er spricht? Das sind die Fragen, die seit ungefähr 250.000 Jahren an Politiker gestellt werden. Mal auf Steintäfelchen, mal von der KI formuliert, mal einfach nur in den Wind gesprochen. Das wird richtig lustig. Das wird richtig chaotisch, weil sie von Einzelfall zu Einzelfall gehen müssen und deswegen liegt die FAZ so falsch wie Matthias Döpfner mit seiner hemmungslosen Hingabe als Konzept gegenüber einer technischen Revolution.
Mir hat die KI ein Geheimnis verraten, nämlich, dass der Kollege Blome nächstens, in Urlaub abdüstert wird. Da würde ich ihm jetzt schon mal viel Späßchen dabei und verabschiede mich an dieser Stelle von Ihnen zu Hause an den Endgeräten. Tschüss. Nächste Woche spricht womöglich im Namen von Nikolaus Blome, der hier mit Ihnen spricht, eine KI, die so spricht wie Nikolaus Blome und im Namen von Nikolaus Blome mit Ihnen spricht.
Und wenn Sie das auflösen können, dürfen Sie nächste Woche wieder einschalten.
