Augstein, was ist denn das Thema der Wahl heute? Oh, da muss ich mal unsere Wahlhelferin fragen. Hey Loreen, was hattest du in der Schule als Wahlfach? Ich war natürlich am liebsten im Wahllokal. Das ist doch Wahlbetrug. Ich glaube, es hat hier bei uns an der Wahlbeteiligung, oder? Ich glaube auch. Nein, nein, nein.
Der Wahl, über den wir sprechen wollen, der vor Pöhl auf der Sandbank liegt und nicht so richtig wegkommt, wenn der sich jetzt nicht bemüht, also wenn es nicht eine hohe Wahlbeteiligung gibt, dann kommt der da nicht runter. Aber ich spüre zwischen uns allen eine ganz, ganz starke Wahlverwandtschaft und ich finde, wir wählen jetzt mal das Intro. Loreen? Wahllos.
Ihr macht hier Witze über ein armes, armes Tier, aber ich muss sagen, es geht mir wirklich richtig nah, weil ich so beschämt bin von dem allem, wie das abgelaufen ist mit diesem Wal. Also man hätte das ja wirklich vor Wochen schon alles gut lösen können, als das erste Mal dieser Wal von dieser Sandbank gelöst war und man ihn in den Atlantik hätte treiben können.
Und es ist einfach nicht passiert und jetzt kommen dann irgendwelche, sorry, Irren, die sich da selber ins Wasser schmeißen und alles und es ist ein Hot Take jetzt von mir, aber ich sage, fast alle dieser Menschen essen jetzt trotzdem noch ihr Steak und schmeißen sich ihre Fischstäbchen in die Pfanne und was weiß ich. Und ich bin dafür, dass wir vielleicht all diese Menschen, die sich da jetzt
mobilisieren, auch mal vor die Schlachthäuser mobilisieren. Vielleicht machen wir mal Gläser davor oder so, dass man sieht, wie viele Millionen von Tieren eigentlich jeden Tag leiden. Und das ist jetzt einfach nur ein Wal. Aber was willst du jetzt, Loreen, willst du jetzt den Wal gerettet haben? Oder willst du, dass nie wieder jemand Walfleisch isst? Das tut du sowieso nicht, denn die Fischstäbchen sind aus Gabeljau. Also was ist jetzt dein Wahlausgang?
Dass dieser Wal einfach jetzt mal in Ruhe gelassen wird. Es wurde ja schon von ExpertInnen jetzt mehrmals gesagt. Aber dann stirbt er. Dann stirbt er. Und das ist ja möglicherweise auch, liegt es in der Natur der Dinge. Und damit kommen die Leute vielleicht nicht klar. Genau, und das ist aber, sorry, ein bisschen Doppelmoral, oder? Also damit jetzt nicht klar zu kommen, wegen einem Wal oder eines Wals, der schon längst, wie gesagt, hätte gerettet werden können. Das ist ja der Punkt.
Es ist jetzt einfach zu spät und da muss man ihn auch treiben lassen. Aber ziehen lassen sozusagen, gehen lassen. Alles, was schön geht. Auf die Wahl Haller. Ja, aber man merkt eben schon den Unterschied. Und das ist eben, Lorena, ich meine das jetzt im Ernst. Also du hast recht, ich glaube, ich unterstreiche das alles so, wie du das gesagt hast. Es ist vielleicht ein Zeichen für meine zunehmende, ich weiß auch nicht, geistige Umnachtung, dass ich sowas nur noch absurd finden kann.
Ich möchte eine Sache festhalten. Über den Wal würde ich mich nie lustig machen. Man kann sich nämlich, glaube ich, auch über Natur sowieso nicht lustig machen. Auch über einen Stein kann man ja nicht lachen. Natur würde ich jetzt nicht verspotten. Da macht der Blum ein komisches Gesicht. Da haben Sie nie drüber nachgedacht. Natur kann man nicht verspotten. Denken Sie darüber mal nach. Es funktioniert nicht. Man kann nur über andere Menschen lachen, nicht über die Natur.
Wissen Sie, worüber man lachen kann? Zum Beispiel, wenn Affen in der Savanne, versuchen aus einem Termitenhügel, in dem man vorher einen kleinen Schlitz gemacht hat, innen drin liegen Kirschkerne, dann versucht der Affe, der hyperintelligent ist, geht mit der flachen Hand durch diesen Schlitz, greift nach unten in den Termitenhügel, da liegen die Kirschkerne, die will er haben, dann macht er eine Faust drum und dann kriegt er die Faust aber aus dem Schlitz
nicht wieder raus und so werden Affen in der Savanne gefangen. Darüber kann man schon machen. Da kann man jetzt mal sehen, wie der Kollege Blome seine Ferien und seine Freizeit verbringt, Affenquälen im Zoo. Wer jetzt nicht so meins, Egal, also der Wal wird den Weg alles Fleischlichen gehen und was Lorraine gesagt hat über unser Verhältnis zur Natur, dem habe ich überhaupt nichts mehr zu tun. Naja, aber jetzt mal im Ernst, für eine Sekunde mal ernst.
Die Politiker, die sich dann in ihren Wahlkreisen, Entschuldigung, diesen einen noch, vor die Wahl gestellt sahen, wie handeln wir jetzt mit diesem Tier? Lassen wir das da jetzt sterben? Versuchen wir ihn zu retten? Oder wann hören wir mit den Versuchen auf, das Tier da ins tiefere Wasser zu ziehen? Die bekommen jetzt Morddrohungen aus den Angeleucherten, Lebensrettern, Naturschützern, Tierschützern, Milieus. Morddrohungen.
Wegen unterlassener Hilfeleistung. Ja, Moment mal. Treiben Sie sich nicht so viel im Internet drum, sage ich Ihnen die ganze Zeit. Social Media erst für Leute über 65. Haben Sie gesehen, wie die echten Menschen da die Wiese und Weide gestürmt haben, auf dem Weg ans Wasser zum Wal, um ihn da jetzt quasi auf Händen rauszutragen? Ich meine, wie viel Irrsinn wohnt in dieser Republik? Das macht mich betroffen.
Fast noch betroffener als das Schicksal dieses armen Tieres, dass bestimmte Menschen mit der Natur nicht mehr umgehen können, obwohl sie sich Naturschützer nennen. Aber ich wäre gerne wieder ein junger Reporter für die Süddeutsche Zeitung, der von seinem Chef den Auftrag bekommt. Erklär mir das. Ach Quatsch, erklär mir das. Beschreib mir das. Fahren Sie mal in die Küste und sagen Sie mal, was da los ist.
Das ist natürlich für jeden Reporter ein absoluter Traumjob, weil du kannst mit Meeresbiologinnen reden, die nicht mehr mit der Presse sprechen wollen, weil sie Angst vor dem Internet haben. Übrigens, Klammer auf, kann man mal sehen, was die sozialen Medien mit der normalen, echten Öffentlichkeit machen. Sie zerstören sie nämlich, untergraben sie, weil die Leute Angst haben, sich öffentlich zu äußern. Das ist ein Riesending.
Ich habe nämlich auf die sozialen Medien und auf das Internet ungefähr den gleichen Zorn wie Lorraine auf die Umweltzerstörer. Ich glaube, die sozialen Medien vernichten Öffentlichkeit. Und da ist ein gutes Beispiel. Leute haben Angst zu reden mit der Presse, weil sie Angst haben vor den Reaktionen, dann bei den sozialen Medien.
Oder man kann eben auch diesen verrückten Typen sich angucken, der mit seinem Taucheranzug praktisch immer dem Wal die Hand aufgelegt hat und der sagt, er guckt dem Wal in die Augen und er spürt, was der Wal denkt und so. Wahl ist Wahlverwandtschaft. Pure, tonnenschwere Esoterik. Das ist natürlich das Irre. Der Wal ist eben auch nie, wie gesagt, der Wal ist nicht lustig. Die Menschen sind es total, finde ich. Und verrückt und alles mögliche. Um das Thema jetzt mal abzuschließen für euch.
Ich kann nur an alle wieder appellieren und wahrscheinlich hassen mich die meisten jetzt auch wieder dafür. Ist mir aber egal. Wenn ihr Tiere mögt, hört auf, sie zu essen. Gut, aber Blume, ich meine, es gibt natürlich einen Menschen, Jetzt wird Chuck Norris tot, es bleibt eigentlich nur noch einer, der den Wal retten könnte und das ist Donald Trump. Denn er ist im Prinzip Jesus, er ist ein Arzt, er ist ein Heiler, als solcher möchte er ja gesehen werden.
Und er verfügt über Zauberkräfte und einen ganz, ganz kurzen Brat zu Gott. The Donald muss The Vale retten, oder? Augstein, Sie spielen an, wir nehmen mal die Millionen Zuhörer mit ins Boot hier. Sie spielen an auf das Selbstbildnis, der KI gemacht von Donald Trump, wie er im Antlitz und Anschein von Jesus Christus einem leidenden Menschen die Hand auflegt. Dann sind noch so helle Blitze im Spiel und es sieht eben aus, als wäre er Jesus.
Das wollte er hinterher nicht mehr wahrhaben und hat es zwar gepostet gehabt, aber er hätte gedacht, er sei da als Rotkreuzhelfer und Arzt dargestellt. Insofern hätte er gar nichts Schlimmes dabei gefunden. Der Mann ist offenkundig irre. Das Gute an dieser Geschichte mit Jesus ist aber, das ist nicht so schlimm, finde ich. Ich bin jetzt kein tiefgläubiger Mensch und fühle mich dadurch jetzt nicht persönlich verletzt in meinem Glauben.
Aber damit kann er nicht so viel Schlimmes anrichten. Nur mit demselben Irrsinn ruinierte er halt gerade die Weltwirtschaft. Ruiniert hat gerade ein, wie ich ja immer noch am Anfang fand, zumindest ganz sinnhaftes und, wie soll man sagen, auch aufrechtes Unterfangen, nämlich dieses Steinzeit-islamistische Mullah-Regime aus dem Iran zu vertreiben. Okay, wir kommen da gleich dazu.
Und dann werde ich wirklich auch nochmal vor Verfassungslosigkeit feststellen, dass sie tatsächlich diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, den die Israelis und die Amerikaner gegen den Iran entfesselt haben, für irgendwie sinnhaftig halten können. Darüber reden wir aber gleich. Ich möchte aber kurz mal bei was anderem bleiben. Sie sagen, Sie sind kein tiefreligiöser Mensch.
Das finde ich interessant. Also ich würde mich zum Beispiel auch nicht als gläubig betrachten, bezeichnen im kirchlichen Sinne. Religiös weiß ich gar nicht. Ich habe das Gefühl, je älter ich werde, umso religiöser werde ich. Mal sehen, wo ich in zehn Jahren bin, dann können wir dann drüber sprechen. Im Kloster. Mir ist, mir ist. Und gehen in sich und denken darüber nach, was sie auch mir all die Jahre angetan haben.
Nein, ich weiß nicht, vielleicht dann doch nicht. Aber jedenfalls, er hat sich aber mit seiner Homebase in Thailand massiv angelegt, die das eben wesentlich ernster nimmt. Es war doch spannend zu sehen, dass der Papst Donald Trump die Stirn geboten hat auf eine Art und Weise und auch in einer Wirksamkeit, die bisher kein anderer westlicher Politiker oder Staatsmann, das ist der Papst, der Staatsmann, der Oberhaupt des Kirchenstaates, zu Wege gebracht hat.
Plötzlich entfaltet sich die Macht des Papstes auf eine Art und Weise, wie man das lange, lange, lange, also vielleicht seit Johannes Paul II. Und seiner Rolle bei der Aufweichung des Ostblocks nicht erlebt hat. Das ist schon wirklich interessant. Es ist wirklich spannend. Und der zentrale Satz, den der Papst, der neue Papst, ein Amerikaner ursprünglich, gesagt hat, ist, ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.
Das sagt natürlich Friedrich Merz nicht und das sagt natürlich auch Keir Starmer nicht und das sagt auch Macron nicht, denn die haben alle Angst vor Trump. Der Papst hat keine Angst. Und plötzlich steht der Papst ganz groß da. Fand ich toll. Ich bin überrascht, man meint es gar nicht böse, wie sehr sie auf dieses Narrativ, also diese Erzählung, diesen Wunscherzählung reinfallen. Der Papst hat leicht Pupen, muss man ehrlich sagen.
Der Papst kann natürlich sagen, ich habe keine Angst vor Donald Trump, weil er hängt in keiner Form und Weise von ihm ab. Der hängt von der italienischen Regierung ab. Ich kann mich nicht erinnern übrigens, dass der Papst irgendetwas zu irgendeiner schandbaren italienischen Innenpolitik mal gesagt hätte im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte. Auch dieser Papst nicht, denn von der italienischen Regierung hängt er sehr wohl ab.
Also, nur weil der Mann etwas freier ist, was sein Verhältnis zu Donald Trump bzw. Zu den USA angeht, ist er noch kein Held. Und nur zu sagen, ich habe keine Angst vor Donald Trump, ist wunderschön. Kleines Geld. Klimpert gut im Kasten, keine Frage, reinigt die Seele, offenkundig ihre auch. Merken Sie nicht, wie wichtig das ist, was da gerade passiert. Deshalb ist es mir auch so wichtig, dass wir da nochmal innehalten, bevor wir zum Iran und zu den Hard Politics kommen.
Wir reden hier seit Wochen und Monaten darüber, dass der amerikanische Präsident, ob jetzt klinisch verrückt oder nicht, die Welt in ein Irrenhaus verwandelt und die Welt ins Chaos stürzt. politisch, moralisch, auch militärisch. Und wir reden seit Wochen und Monaten darüber, wie verhalten sich eigentlich die Länder, die sich für Verbündete Amerikas halten. Weil für die Chinesen und für die Russen ist es relativ leicht,
sich dazu zu verhalten. Die können halt sagen, der hat einen Knall und der soll damit aufhören. Aber wie verhalten sich die Deutschen, die Engländer, die Franzosen, die Italiener? Wie weit gehen wir mit? Wo machen wir eine Grenze? Und so. Und es ist ein peinliches Gezerre und Geschiebe. und es ist bis an die Grenze der Unwürdigkeit. Und der Spanier geht dann mal richtig nach vorne und sagt, dieser Iran-Krieg ist völkerrechtswidrig, wir sind dagegen.
Und der Bundeskanzler zieht wieder den Schwanz ein und sagt, ja, wir wissen es noch nicht so genau, wir müssen erst nachdenken. Und braucht eben Wochen, um auch zu gucken, wie sich die öffentliche Stimmung entwickelt, um da mal ein klares Zeichen zu setzen. Kurz und gut. Und der Papst, der diese Rücksichtnahme nicht leisten muss, stellt sich hin und sagt, Leute, wenn ihr anfangt, Jesus Christus und das Evangelium
zu missbrauchen für euren amoralischen Scheiß, den ihr macht in der Welt. Dann ist es full stop. Und alle sagen, danke, dass das einer mal so klar auf den Punkt bringt. Das ist schon wichtig in unserer Welt. Das sollten Sie nicht unterschätzen. Bei Augstein, ich habe gar nichts dagegen, dass er, der Papst, so etwas äußert. Und ich bin nur dagegen, ihn dafür schon auf irgendeinen heiligen Podest zu heben oder gar heilig zu sprechen.
Das finde ich jetzt ein bisschen wenig, weil es, wie gesagt, so absolut folgenlos ist für ihn, weil er in keinerlei Machtbeziehung zu Donald Trump steht, die er eventuell, zu seinen Ungunsten verändern oder verschlechtern könnte. Interessant ist aber, dass unabhängig vom Papst, der offensichtlich die Evangelikalen in den USA, die mit dem Papst, glaube ich, nicht so rasend viel zu tun haben. Sich hinter Trump nicht mehr in der Form versammeln möchten, wegen dieses einen Postes.
Also diese Leute sind richtig sauer auf ihren Heiland, weil er witzigerweise einen Witz mit dem Heiland gemacht hat. Das muss man ja erstmal verstehen. Also sie haben auch die Bilder gesehen, der zivilen Prediger im Weißen Haus, im Oval Office, wo die alle die Hand auf Donald Trump halten und dann spricht ein Gebet, wo sie denken, Mamma Mia, die beschwört jetzt wirklich die Kellergeister oder ich weiß nicht was. Irgendeinen ganz, ganz seltsamen Zauber.
Und Donald Trump sitzt da so und dass er keine Bibel in der Hand hält, ist schon alles. Und dann kommt dieses eine Posting, wo er sich selber so stilisiert, der Präsident, als eben Jesus Christus und schon sind die richtig sauer. Verstehen Sie das? Ja, natürlich verstehe ich das, weil Jesus Christus halt wirklich heilig ist und Donald Trump ist eben nichts heilig und dass da sozusagen der Gegenwind aus diesem klerikalen Lager kommt, leuchtet ein.
Ich meine, klerikales Lager und das ist dann vielleicht auch irgendwie die Hinleitung auch zu dem Iran-Thema, über das die reden wollen, Die USA und Israel führen Krieg gegen ein theokratisches Regime, was seine Politik religiös schafft. Das ist begründet und fundamentiert. Das haben wir hier in diesen Ländern, in denen wir hier leben, in Europa früher auch gemacht. Dürfen wir jetzt nicht so tun, als wissen wir nicht, wovon da die Rede ist.
Aber das macht man heute nicht mehr. Wir trennen sozusagen die Politik von der Religion. Und das bedeutet aber nicht, dass wir sagen, Religion ist unpolitisch. Das machen wir nicht. Das ist ja das, was Trump jetzt dem Papst vorwirft, halte ich aus der Politik raus.
Das ist das, was immer ja auch wiederkommt, wenn hier in Deutschland die evangelische Kirche für den Frieden oder für die Gleichberechtigung oder ich weiß nicht, was eintritt, dass dann konservative Leute sagen, das kommt dann mehr sozusagen aus der Blome-Ecke, die dann sagen, Kirche soll sich raushalten. Das ist natürlich ein großes, großes Missverständnis von Religion.
Und es ist auch ein Missverständnis des Christentums. Trotzdem gibt es aber bei uns eine Trennung von Politik und Religion, die verschwimmt in Amerika zusehends. Amerika war da immer anders, hatte da immer eine andere Tradition wegen eben dieses Erweckungsglaubens, dieser Pfingstbegeisterung, dieser klerikalen Bewegungen, die wir hier so gar nicht kennen. Aber unter Trump hat das nochmal dramatisch zugenommen und das ist so pervers.
Das heißt, in Wahrheit ist es jetzt so, dass ein klerikal koloriertes Regime in Amerika und ein durch und durch religiös konnotiertes Regime in Israel Krieg führen gegen eine Theokratie im Islam. Viel Spaß dabei. Und wir sozusagen als Vergleichsweise, um es jetzt mal auf den Punkt zu bringen, verweltlichte Gesellschaften gucken dem halt kopfschüttelnd zu. Ich glaube, die Analyse stimmt nicht ganz. Denn Donald Trump ist auf keinem Kreuzzug.
Der ist ja nicht durch ein christliches Motiv angetrieben, die Mullahs im Iran zu beseitigen, was er ursprünglicher wollte. Was immer seine Motive gewesen sein möchten, wenn es einen christlichen Moment des Anscheins gegeben hat, dann war er ja nur vorgeschoben, war ja nur einer von ganz vielen. Das war nur ein Etikett und so eine Art Schutzbehauptung.
Aber ja nicht der treibende Faktor. Halt, stopp, Sie sagen, dass es bei Trump so ist, aber Trump macht auch manchmal einfach Sachen, die ihm jemand einredet, Trump macht Sachen, von denen er denkt, er macht sie jetzt und so. Sein Kriegsminister, Hexeth, Sie wissen, dass der eine Tätowierung hat, Deus Vult, wo Sie gesagt haben, Trump ist nicht auf dem Kreuzzug, das ist der Kreuzfahrerspruch gewesen, den Hexeth tätowiert hat auf seinem eigenen Körper, weil Gott es so will.
Und unterschätzen Sie nicht, welche Bedeutung dieses klerikale, auch ehrlich gesagt, militaristisch-klerikale Element in dieser Administration hat. Unter Hexer, das habe ich jetzt gerade gelesen, sind im Pentagon regelmäßig wieder so Gebete eingeführt worden, wo die alle teilnehmen müssen. Also in dem Ministerium müssen die jetzt immer zusammen beten. Er hat einen persönlichen Pastor, der dafür zuständig ist, sozusagen im Pentagon für die richtige spirituelle Erleuchtung zu bitten.
Und Ende März hat er selber ein Gebet gesprochen, der amerikanische Minister, in dem er gesagt hat, hier, let every round find its mark against the end, also wo er praktisch darum gebetet. Den lieben Gott gebeten hat, dass jede Kugel ihr Ziel findet und das mit unendlicher Gewalt über die Gegner hergebracht hat.
Also er hat im Grunde in genau der gleichen Diktion und Rhetorik, in der orthodoxe Juden in Israel oder fundamentalistische Islamirre im Entera mit genau dieser gleichen religiös aufgeladenen Rhetorik, wir machen das Richtige, Gott ist auf unserer Seite und wir werden mit Gottes Hilfe unsere Feinde zerschmettern, hat er auch geredet. Und dagegen wehrt sich der Papst, weil er sagt, Stopp, ihr missbraucht Religion, ihr missbraucht den Namen Gottes für eure Ziele. Und der Papst ist kein Pazifist.
Die katholische Kirche ist keine pazifistische Organisation. Hier geht es um etwas anderes. Hier geht es darum, dass Religion missbraucht wird für Hass oder Religion umgemünzt wird in Hass. Und dagegen wendet sich der Papst. Und ich finde ehrlich gesagt, das macht mir Eindruck. Das emotionalisiert mich und ich finde das ein wichtiges Wort in unserer Gegenwart.
Augstein, ich glaube dezidiert nicht, dass der US-Verteidigungsminister dieser Penfling, dieser schlecht gekleidete Moderator einer schlechten TV-Show latein kann und darum weiß, was bei Deus Vult alles mitschwingt, wesentlich vielschichtiger, auch als sie es gerade beschrieben haben.
Das christliche Motiv mag da mitspielen das Kreuzzugsmotiv finden die vielleicht toll und irgendwie bewundern sie das im Rückblick aber in Wahrheit geht es da noch um ganz andere Fragen und es sind auch ganz andere, viel größere Zufälligkeiten die da eine Rolle spielen also das jetzt durch eine christliche Brille allein zu betrachten halte ich für falsch aber einen Schritt weiter.
Was muss jetzt Donald Trump tun? Klingt jetzt auch doof, dass ich Sie das frage oder Sie mich das gleich zurückfragen werden. Aber man muss ja zur Kenntnis nehmen, was immer da jetzt passiert ist, der Zustand, den wir haben, ist in ganz vielen Punkten schlechter als der, den wir vorher hatten. Ja, schönen Dank, Donald. Okay. Aber was folgert daraus? Was folgt daraus? Muss der US-Präsident das Ding jetzt durchziehen und zu Ende bringen?
Wie, zu Ende bringen? Verstehe ich nicht. stopp, witzig auch schon, Entschuldigung für die Unterbrechung, aber am Mittwoch habe ich ein Interview mit der EU-Außenbeauftragten Gaia Callas geführt und die habe ich genau dasselbe gefragt, muss er das jetzt durchziehen, die Sache durchziehen und dann fragte sie zurück, welche Sache?
So, naja. Sie sind wie Gaia Callas. Nein, das bin ich erstens glücklicherweise nicht, weil vor der Frau habe ich wirklich Angst, aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema. Ich glaube, die frisst Russen zum Frühstück.
Mein Thema ist jetzt ehrlich gesagt hier durchziehen meinen sie ja, das Projekt Regime Change im Iran vollenden dazu müssen die lieben Leserinnen und Leser wissen dass der Kollege Blome direkt nach dem Beginn dieses völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen den Iran, ich mache das jetzt so wie man das immer heutzutage machen muss, weil das ist wichtig. Eine Kolumne geschrieben hat, in der er gesagt hat Regime Change ist gut und hoffentlich funktioniert das.
Dabei konnte man damals schon wissen, dass das nicht funktionieren wird, denn seit 40 Jahren können Sie, ich habe das mal studiert, das ist schon eine Weile her, ich erinnere mich, aber Sie können seit 40 Jahren in jeder einzelnen Ausgabe von Foreign Affairs und ich weiß nicht was lesen, Boots on the Ground funktioniert vielleicht, Krieg aus der Luft für Regime-Change funktioniert nie, hat auch noch nie funktioniert, kann auch nicht funktionieren.
Das heißt, das wusste man vorher, dass das nicht funktioniert und siehe da, oh, es hat auch tatsächlich nicht funktioniert. Na sowas, riesen Überraschung, konnte niemand damit rechnen. Der Blume konnte nicht damit rechnen und viele in den deutschen Medien auch nicht und bei der Bundesregierung nicht und so weiter, aber alle Leute, die sich schon mal wirklich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt haben, wussten, dass das nicht klappt.
Und deshalb muss man ja glauben, das Ziel war doch nicht der Regime-Change, Blumen. Das glauben Sie doch selber nicht. Sind Sie echt so naiv? Glauben Sie, es war wirklich der Regime-Change das Ziel? Wollte Donald Trump die Iraner befreien von ihrem diktatorischen Regime? Das glauben Sie doch selber nicht. Wollte er für Stabilität sorgen im Nahen Osten? Darf ich auch antworten? Nein, dürfen Sie nicht, weil Sie einfach komplett total aufs Nebengleis geraten sind.
Und jetzt wollen Sie, dass das noch weiter gemacht wird, dass noch mehr iranische Schulkinder in die Luft gesprengt werden, um ein Ziel zu erreichen, was auf diese Weise nicht zu erreichen ist? Das nennt man Wahnsinn, das wissen Sie. Wenn man etwas, was nicht funktioniert, immer wiederholt, in der Hoffnung, es funktioniert dann doch irgendwann. Das ist die Definition von Irrsinn. Meine Antwort lautet ja auf ihre verschiedenen Fragen ja, nein, nein, weiß ich nicht genau ja.
Entschuldigung, auch nach der ganzen Zeit, die wird es gekämpft, aber ich kann mich immer noch über sie aufregen. Es tut mir leid, vielleicht ist das ja auch ein bisschen, ich möchte sagen, auch der Zündstoff und dessen, was wir hier machen, dass sie es immer noch schaffen, mich in einen Zustand zwischen Wut und Fassungslosigkeit herzubringen. Besinnungsloser Wut. Nein. Aber besinnungslos, ja. Ja. Natürlich war das Ziel Regime Change, um mal damit anzufangen.
Denn das würde, hätte man hoffen können, wenn es geglückt wäre. Ein Ende des Atomwaffenprogramms, ein Ende der Proxymilizen, der Unterstützung von Hezbollah, Hamas und was da alles durch die Gegend kreucht und fleucht und andere Staaten, arabische wie Israel, versucht zu destabilisieren oder gar auszulöschen.
Also das ganze regionale Gleichgewicht hätte sich natürlich anders hergestellt, wenn es ein anderes Regime, möglicherweise sogar ein demokratisches, aber vor allen Dingen erstmal eine anders aufgeladenes Führung im Iran gäbe. Insofern ist das Ziel nicht falsch, sondern wenn man so will geostrategisch, kann man sich das nur wünschen. So, jetzt kommen Sie mit dem Punkt, hätte man wissen müssen, dass das nicht klappen kann.
Vielleicht, da bin ich nicht Experte genug, Militärexperte genug, ob es diesmal hätte klappen können und man es deshalb nicht wusste. Oder ob Ihre These stimmt, was 40 Jahre lang nicht klappt, klappt auch im 45. Jahr nicht, meinetwegen. Ändert aber jetzt nichts an der Frage, was machen wir denn jetzt, Augstein? Jetzt haben Sie sehr weit und lange zurückgeblickt, selbst in Ihre studentische Vergangenheit.
Aber was machen wir in der Zukunft? Also was macht, sollte in unserem Interesse meinetwegen auch, auch im Interesse Israels, wie auch immer. Die Amerikaner das amerikanische Militär jetzt machen. Das ist ganz einfach, das ist gar nicht so kompliziert. Ich würde einfach die Angriffe einstellen. Das wäre zum Beispiel schon mal eine Sache. Und nicht mal zurückziehen sozusagen, da die ganzen Flugzeugträger irgendwie woanders hinschicken. Und das war es dann jetzt, so ist es.
Aber dann ist alles oder fast alles schlechter als vorher. Ach tatsächlich, ja das stimmt. Da haben sie völlig recht. Und den Preis müssen wir jetzt bezahlen. Und die Iraner übrigens ja auch. Das war der Grund, weshalb, in den Zeitungsartikeln, die vernünftig waren, in der New York Times oder so, oder auch, was ich Ihnen hier gesagt habe, warum man dagegen war, diesen Krieg zu beginnen. Das ist genau das, was passiert ist.
Nein, das ist wirklich pervers. Was Sie jetzt machen, ist echt pervers. Nein, stopp, ganz kurz. Entschuldigung, das ist wirklich der Gipfel der totalen, kompletten Perversion. Und Sie verkaufen das als Realpolitik. In Wahrheit ist es die reine Perversion. Sie sagen, ja, okay, hat halt nicht funktioniert. Ist jetzt mehr Chaos angerichtet worden als vorher. Aber das ist ein echter Grund. jetzt erst so richtig durchzuziehen.
Denn jetzt, wo wir so viel Chaos angerichtet haben, müssen wir noch mehr Chaos anrichten, um das Chaos, was wir angerichtet haben, was untergehen zu lassen? Witzigerweise regen Sie mich gar nicht mehr auf. Sie langweilen mich. Das haben Sie ja doch gerade erst gesagt. Da herrscht jetzt mehr Chaos, und zwar zum Nachteil an den aller Beteiligten, außer vielleicht der überlebenden Mullahs, als vorher.
Jetzt können Sie hundertmal sagen, wer daran Schuld hat. Das enthebt sie aber nicht, wenn sie hier mitdiskutieren wollen, der Pflicht darüber nachzudenken, was jetzt dran wäre. Und Rückzug, ihr Vorschlag, kann es, finde ich, nicht sein. Weil dann hätte man die Folgen des, meinetwegen sogar Fehlers, des irrigen Angangs, des unentschlossenen Angangs, des Misserfolges zementiert. Das kann es doch nicht sein. Aber sagen Sie mal, Entschuldigung, Sie haben doch ein echtes Wahrnehmungsproblem.
Sie haben eben zu mir gesagt, ich langweile Sie. Okay, alles gut, à la bourdeur, werde ich mir merken. Wie gesagt, wenn man einen Podcast macht, sieht man sich immer zweimal und dreimal und viermal und so. Es wird der Tag der Abrechnung kommen. Also, ich langweile Sie. Aber ich meine, Sie haben doch ganz andere Probleme, als langweilig zu sein, weil... Dieser untaugliche Versuch, das Iran-Problem zu lösen, hat zu noch mehr Chaos geführt.
Ich sage jetzt Rückzug Ihrer Antwort, aber dann müssen wir das Chaos akzeptieren. Wir müssen was anderes machen. Dann sage ich Ihnen, wenn Sie jetzt weiter diesen militärischen Weg gehen, denn das ist ja sozusagen der Weg, der in Ihrer Logik liegt, dann werden Sie einfach noch mehr Chaos erzeugen. Es wird noch schlimmer werden. Es wird noch mehr Verwüstung, noch mehr Unordnung. Vielleicht werden Leute reingezogen. Haben Sie eigentlich mal darüber nachgedacht.
Dass es gibt jetzt schon Hinweise darauf, dass die Chinesen auf irgendeine Weise die Iraner entweder bereits unterstützt haben oder planen oder sie demnächst unterstützen. Das heißt, das Wort China ist jetzt schon im Raum. Also es könnte sozusagen vorstellbar sein, dass auf irgendeine direkte oder indirekte Weise die Chinesen mit dabei sind in diesem Konflikt schon.
Im Prinzip so, wie wir dabei sind in dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, wenn dann die Chinesen sozusagen auf der iranischen Seite so vorgehen. Und Sie wollen jetzt also empfehlen, noch weiter zu gehen, das Chaos noch größer zu machen, damit nicht nur der Nahe Osten im Chaos versinkt, wie es jetzt inzwischen passiert ist. Übrigens, die einzigen Leute, die davon profitieren, sind die Israelis, lieber Kollege Blome, weil Sie gesagt haben, niemand gewinnt davon.
Das ist natürlich ein großer Irrtum. Netanyahu und seine Groß-Israel-Extremisten, die profitieren natürlich massiv davon, weil sie gerade im Libanon und in der Westbank einfach für Klartext sorgen. Aber egal. Die nächste Stufe wäre, dass wir die Chinesen mit reinziehen und wer weiß, was dann passiert. Ich verstehe nicht, warum sie nicht merken, dass die Gewaltlogik bei dieser Art des Problems nicht angemessen ist und nicht funktioniert.
Ich sage nicht, dass sie nie funktioniert, aber hier funktioniert sie nicht. Und wenn sie das Iran-Problem lösen wollen, dann lösen sie es über Diplomatie.
Ehrlich gesagt, dass sie sich Leute raussuchen und im Iran, wo sie hoffen können, wenn man die stützt und unterstärkt und aufweicht durch Abbau von Sanktionen, durch Wiederaufnahme diplomatischer Gespräche, also durch den langen, mühevollen Prozess, der sozusagen hintertrieben wurde von Israel und Amerika in den letzten fünf Jahren, dass man auf diesem Prozess das Iran-Problem löst und nicht mit Gewalt.
Ich glaube, zu der Gewalt ist es letztlich auch deshalb gekommen, weil allseits auch von der internationalen Atombehörde ja der Eindruck gefestigt wurde, dass eben die Diplomatie den Iran nicht wirklich davon abgebracht hat, eine Atombombe bauen zu wollen oder sogar dabei zu sein, sie zu bauen, mitsamt den Trägersystemen und der ganzen Aufrüstung und der ganzen Destabilisierung dieser ganzen Region. Wenn es noch mehr Chaos wäre, wäre es eine schlechte Sache. Da sind wir uns, glaube ich, einig.
Jetzt ist halt nur die Frage, ob man einen Weg findet, das angerichtete Chaos wieder zu stabilisieren. Und ich glaube auch, dass es mehr brauchen wird als die Amerikaner allein, so die Europäer brauchen. Zum Beispiel diese Idee, die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz, das sollen mal nicht Iraner und Amerikaner miteinander ausschießen, sondern das sichern jetzt mal dritte Parteien, meinetwegen auch die Chinesen.
Vielleicht sind die Europäer dabei oder die Europäer zuerst und dann vielleicht die Chinesen. So etwas meine ich. Es muss ja weitergehen.
Ist, ich bin nicht automatisch der Meinung, es kann nur militärisch weitergehen, aber jetzt einfach so zu tun, also lassen wir es eben, war ja nur so ein Versuch und dann lassen wir es jetzt so stehen, wie es ist, das kann es einfach nicht sein, das ist irreal und das wissen sie auch, und indem sie mit aller Macht und Werbe einen militärischen Weg verwerfen, okay, dann müssten wir aber jetzt darüber reden, wie es sonst gehen soll und das langsame
Aufweichen einer Position im Iran hat nicht funktioniert, die Mullahs sind in all den Jahren des diplomatischen, Aushandels mit ihnen doch nicht liberaler geworden, sondern radikaler. Ja gut, diese haben... Es ist ein anderes Thema jetzt sozusagen, wie die Iran-Politik, wann die gescheitert ist und so. Wir haben das hier neulich schon mal angeschnitten. Diese Politik beruht auf Konfrontationen von beiden Seiten.
Auf beiden Seiten haben die, die die Konfrontationen betrieben haben, davon profitiert. Das gilt für die israelische Seite genauso wie für die iranische sozusagen, weil die Extremisten auf beiden Seiten sich immer gegenseitig nützen. So ist es halt.
Wenn Sie mich jetzt fragen, würde ich sagen, man muss auf diese Leute zugehen, man muss anfangen die Sanktionen abzubauen und muss ihnen irgendwie sagen, in dem Maß, in dem ihr kooperiert, bauen wir Sanktionen ab und binden euch wieder in die Weltgemeinschaft ein.
Und akzeptieren, dass wir grobe Verstöße gegen Menschenrechte und grobe Ungerechtigkeiten in dem Land von außen im Moment nicht reparieren können, so wie wir das im Fall Chinas ja auch akzeptieren, wo Millionen von Uiguren in arbeitslagerähnlichen Bedingungen leben, so wie wir es bei Saudi-Arabien akzeptieren, bester Freund des Westens, Handelspartner, Waffenkäufer und so weiter, Oder wo, ich weiß nicht,
wie viele Leute schon wieder hingerichtet wurden. Wahrscheinlich mit dem Schwert oder mit Steinen oder so. Ich finde es so eigenartig so zu tun, als dass man sagt, aber die Ungerechtigkeiten im Iran, die sind so groß, dass wir mit aller Macht und mit allen Waffengewalt und mit jeder Sanktion dagegen vorgehen müssen. Das funktioniert schon, seit es die Revolution gegeben hat, nicht. Ich verstehe nicht, warum man nicht den anderen Weg nimmt.
Der andere Weg wäre... Aber der andere Weg ist doch gegangen worden. Nein, nein. Das stimmt nicht. Trump ist ausgestiegen aus dem Atomabkommen. Entschuldigen Sie, reden Sie wissentlich? Unwissentlich falsches Zeug. Der Weg hat funktioniert, bis die Amerikaner ihn gestoppt haben. Augustine, nur schalten Sie mal einen halben Gang runter.
Während dieser Verhandlungen, beziehungsweise auch während der Laufzeit dieses Abkommens, ist, da sind wir uns glaube ich einig, der Iran an eine Bombe und übrigens ihre weit Reichweite näher gekommen, und zwar Schritt um Schritt. Parallel hat er Schritt um Schritt die ganze Region destabilisiert, weshalb er auch Üxack gar keine Freunde in dieser Region hat.
Alle anderen arabischen Staaten würden sich freuen, wenn die Mullahs weg wären und es ein anderes, friedlicheres, weniger aggressives Regime dort gäbe. Also dass der Weg der Diplomatie, ich möchte sagen, Steinmeier und andere da für Stabilität gesorgt hätten und dann kam der böse Donald Trump und hat das Abkommen gekündigt, das stimmt jetzt wirklich nicht.
Vielleicht hätte man härter und länger verhandeln müssen, meinetwegen, das ist eine Option, aber dass es gut war auf diesem Weg oder besser wurde, was ja das Mindeste wäre, das stimmt halt wirklich nicht. Und ich finde nur, es ist so frustrierend, dass jetzt dieser Krieg bzw. Der Stand, den er erreicht hat. Zum Beispiel die ganze Weltwirtschaft in den Abgrund zu reißen,
droht. Und inklusive dieser Bundesregierung, die womöglich eine der letzten ist, bevor die AfD das hier übernimmt und von steigenden Preisen, um jetzt mal hier eine Brücke nach Hause ins Inland zu bauen und von steigenden Preisen profitieren immer die Protestparteien.
Ja, aber was Sie jetzt gerade gesagt haben, ist ein sehr schöner Beleg und unterstreicht sozusagen meine Weltsicht, dass die Vorstellung mit militärischen Mitteln, mit konfrontativen Mitteln Probleme zu lösen, fast immer, nicht nie, aber fast immer in die Irre geht und noch mehr Probleme erzeugt, als man vorher hatte. Man hat jetzt im Iran und in der Straße von Hormuz mehr Probleme, als man vorher hatte.
Und ehrlich gesagt bekommen wir in der Weltwirtschaft andere Probleme und eben in Deutschland auch. Das heißt, die Repercussions dieser amerikanisch-israelischen aggressiven Fehlentscheidung, die gehen ja bis zu uns. Ich weiß, es ist schon, dass denen das egal ist, aber wir müssen jetzt diese Suppe auslöffeln. Ja gut, und bei uns steigen die Benzinpreise und wer weiß, wie die AfD im Herbst jetzt noch zusätzlich bei den Wahlen hier in Deutschland abschneidet.
Und wir sehen ja, wie ehrlich gesagt verzweifelt, man muss ja schon auch sagen verzweifelt, sich diese Bundesregierung bemüht, die Konsequenzen, die uns dieser Krieg eingetragen hat, abzuschwächen mit Mitteln. Ich will mich darüber jetzt gar nicht so lustig machen über diese Mittel, aber die Mittel sind schon verzweifelt.
So, dass man sich fragen muss, ist schon wieder Ampel? Und zwar in der Herleitung, lange Nachtsitzung hinter den Kulissen, offenkundig nicht so harmonisch und rauskommt dann eine graue Maus namens Tankrabat. Friedrich Merz, ich dachte, sie meinen jetzt rauskommt dann Friedrich Merz, Entschuldigung, das fand ich jetzt ganz lustig. Übrigens, liebe Hörerinnen und Hörer, wir haben das Thema gewechselt. Ich weiß nicht, ob Sie das gemerkt haben, wir sind jetzt bei einem anderen neuen
Thema. Also nochmal, graue Maus, Merz, äh, was? Tankrabatt. Blume, bitteschön. Ob nun Friedrich Merz eine Maus ist oder nicht, die beiden Maßnahmen, die beiden Instrumente, die mausgrauen Instrumente seiner Wahl. Sind jene, die auch die Ampel an den Anschlag gebracht hat, nämlich Tankrabatt, der in Teilen, in den Gassen der Konzerne hängen bleiben wird und ansonsten mit der großen Gießkanne, wie aber dieses Mal leider nur als Rinnensaal sich über die Bevölkerung ergießen wird.
Also ein denkbar unsinniges Unterfangen, aber trotzdem, man musste offenkundig irgendwas tun und dann hat man halt das gemacht. Und diese direkte Prämie ist auch irgendwie rührend.
Der Staat kann sich nicht zahlen, weil der Staat hat nicht genug Geld und sagt dem Unternehmen, oh ja, wir wissen, seit drei Jahren seid ihr entweder in der Rezession oder aber in der Stagnation, aber wir haben eine super Idee, zahlt doch einfach mal 1.000 Euro, an jeden von euren Mitarbeitern aus und dann dreht sich auch die Stimmung. Das ist quasi Geschäft zu Lasten Dritter. Gut, dass sie dafür einen drüber gekriegt
haben in der öffentlichen Reaktion wundert mich nicht. Das wird die Stimmung glaube ich nicht drehen. Aber ist diese Regierung deshalb jetzt schon wirklich fertig?
Sie haben eben gesagt, die Bundesregierung verdonnert jetzt die Unternehmen oder was heißt verdonnert, aber gibt ihnen die Möglichkeit, 1000 Euro an die Mitarbeiter auszuzahlen, was ja übrigens auch lustig ist, weil das heißt nämlich, dass die schlechte Laune, die jetzt mit dem Thema verbunden ist, geht sozusagen jetzt auch vom Kanzler auf den Chef, weil es ist jetzt nicht der Kanzler, der die 1000 Euro nicht auszahlt, sondern es ist der Chef, der die 1000 Euro auszahlen könnte,
aber es nicht tut. Das ist schon echt ein mieser Mechanismus sozusagen von der Politik. Nur ganz kurz auszahlen. Also, ähm... Es war ja mal vor ein paar Jahren das Problem, dass die Bundesregierung dachte, sie müsste eigentlich den Deutschen irgendwie so Geld direkt überweisen. Dann hat sie festgestellt, dass… Bestimmten Deutschen, bestimmten Gruppen. Wir können das gar nicht. Wir kennen die Kontonummer nicht. Wir wissen nicht irgendwie,
wie man eine Banküberweisung macht. Wir können von den Deutschen nur Geld einnehmen. Wir können es aber nicht irgendwie so zurück. Weil geht praktisch nicht. Ja, geht nicht, kann nicht, haben wir nicht und so. Dann hat die Ampelregierung angefangen, sich mit dem Problem zu beschäftigen. Und der letzte Finanzminister der Ampelregierung, da war Lindner schon weg. Herr Cookies hieß der damals, der Mann.
Cookies, der hat dann gesagt, wir sind jetzt soweit, wir können es jetzt machen, es klappt und so, wir haben jetzt den neuen Mechanismus und so. Künftig kann die Bundesregierung auch Geld überweisen. Das ist jetzt zwei Jahre her und es geht immer noch nicht. Jetzt stellt man fest, es geht immer noch nicht. Ich meine, Deutschland hat sowas von fertig.
Wir sind technisch nicht mal in der Lage irgendwie so zu gucken, dass man praktisch die Datenbanken kreuzt, dass man sagt irgendwie so, wer fährt Auto, wer nimmt zum Beispiel diese Pendlerpauschale irgendwie in Anspruch und wessen Nettoeinkommen liegt aber unter einer bestimmten Schwelle. Wir kreuzen diese beiden Datenbanken und sagen, diese Gruppe, nur diese Leute, kriegen von uns 1000 Euro überwiesen. Das können die Deutschen nicht. Das ist so peinlich.
Ja. Das wäre nämlich ein Instrument, mit dem man ganz klar abgegrenzt Leute begünstigen könnte. Mit langen Wegen und kleinen Gehältern. Das läuft ja im Senegal besser, wenn ich das nochmal sagen darf, dass ich neulich in Dakar war. Es war toll da. Völlig toll. Augstein, ich sehe Sie schon in den Senegal-Auswander. Genau, weil hier die Prämie nicht ausgezahlt werden konnte. Sie haben aber recht, Das müsste in einem modernen Staat eigentlich möglich sein.
Witzigerweise steht dieses Instrument ja schon. Es gibt eine App, genau die sowas kann. 14 Millionen Leute haben sich da angemeldet, haben also das Entscheidende getan, nämlich die Verbindung, wenn man so will, zum Staat hergestellt, sodass er ihnen überweisen kann. Weshalb ich mir es nicht erklären kann, Warum die Ministerin Reiche, die diesen Mechanismus aktivieren wollte, jetzt zum ersten Mal dann wirklich scharf stellen wollte und ausprobieren wollte,
sich damit nicht durchsetzen konnte. Ich habe recherchiert. Das Ministerium teilte auf Anfrage mit, eine einkommensdifferenzierte Direktauszahlung an Bürgerinnen und Bürgern ist mit erheblichen rechtlichen und technischen Umsetzungsschritten verbunden. Das BMF arbeitet weiter an der Realisierung, die ist aber noch nicht abgeschlossen. In Klartext, sie können es nicht.
Einkommensdifferenzierte Direktauszahlung geht nicht das sind Einheitsbeträge, an jeden Deutschen könnten sie 1000 Euro überweisen aber nicht an die, die es brauchen das ist so man könnte ja sagen, dann muss sich halt jeder, mit seinen Daten die er ja für die Steuererklärung sowieso jedes Jahr einmal, mindestens einmal abliefert und sie haben sie ja genannt, wie viel fahre ich zu Arbeit und zurück. Und wie viel verdiene ich, um so eine Direktauszahlung bewerben?
Denn das Auszahlen an sich scheint ja nicht das Problem zu sein, sondern nur die Verknüpfung besagter Daten. Egal. Nein, das ist nicht egal. Das ist nicht egal. Jeder Deutsche kann sehen, dass dieses Instrument Tankrabatt nicht funktioniert. Es hat nämlich in der Vergangenheit auch schon nicht funktioniert. Es kommt nicht richtig komplett an. Es macht die Kassen noch voller, die jetzt eh schon voll sind, bei den Ölkonzernen.
Es begünstigt spritfressende Großkarren auf langen Wegen im Vergleich zu dem kleinen VW Polo, keine Ahnung was, womit der Pflegedienst durch die Gegend guckt. Und das sieht jeder. Das macht also unzufrieden. Das dreht die Stimmung nicht und kostet aber 1,67 Milliarden Euro. Ja, dann erkennen Sie mir, ich meine, warum machen die es denn? Sie sind doch der Politikfuchs hier.
Das ist doch Ihr täglich Job. Sie sitzen in einer Kanzlermaschine neben Friedrich Merz, zwischen Friedrich Merz und Lars Klingbeil, sitzt Nikolaus Blome und erklärt uns die Welt. Sendung mit der Maus. Also los, dann warum machen die das? Weil sie sich das offenkundig nicht trauen. Ich weiß es nicht. Es ist schwer zu erklären.
Vor allen Dingen ist es so schwer zu erklären, letzter Punkt für heute, weil auf einem ganz anderen Feld, das mindestens so vermint ist und umkämpft ist, nämlich dem der Gesundheitsversorgung in Deutschland, eben diese ländenlahme Regierungskoalition eine absolut staatliche Reform hingestellt hat mit Einsparungen bzw. Einnahmeerhöhungen von insgesamt 20 Milliarden Euro, um die manifesten Löcher in diese Gesundheitskassen, Krankenkassen zu schließen.
Und das ist eine Reform, die alle auf eine Art belastet und sich unter einen Obersatz stellt, den ich klasse finde. Alles wird gestrichen, was nicht nachweisbar einen Nutzen hat. Beginnen von der Homöopathie bis hin zu dem Geld, das die Ärzte bekommen haben, die dafür mehr Facharzttermine schneller bereitstellen sollten, das aber nie getan haben, nur das Geld halt kassiert haben. Das wird jetzt gestrichen. Nicht nachweisbarer Nutzen ist das Kriterium.
Finde ich großartig. Finde ich einfach großartig. Deshalb habe ich am Ende dieser kleinen Unterhaltung heute, die so emotional war, für die Bundesregierung mehr Hoffnung als für den Wahl. Ausgang. Tschüss Timmy.
