Hallo, lieber Kollege Blome. Herzlich willkommen zu einem neuen Podcast. Viele Hörerinnen und Hörer sagen, sie können unsere Stimmen nicht auseinanderhalten. Das verstehe ich nicht, denn ich komme aus Hamburg und in Hamburg näselt man so und ich dachte, dass man meine Stimme deshalb immer gut erkennen kann.
Ja, aber das stimmt nicht. Ich komme aus dem Rheinland, aber bin erzogen worden, dass wir sprechen müssten, wie in Hannover gesprochen wird und das ist halt nah bei Hamburg und das klingt dann wie zugehaltene Nase. Aber in Hannover näselt man überhaupt nicht, sondern in Hannover spricht man richtig gutes Hochdeutsch, während in Hamburg, wo ich herkomme, egal, lassen wir das. Achtung, liebe Hörer, der Kollege Augstein spricht, hier spricht der Kollege Blum.
Gut, jetzt spricht wieder der Kollege Augstein. Ich habe übrigens neulich Airplane nochmal gesehen, diesen sehr, sehr lustigen Film. Wir haben Clarence, Clarence, Roger, Roger. Auf welchem Vektor, Vektor? Na gut, das sind Witze, über die können auch nur Leute ab einem bestimmten Alter lachen. Und jetzt auch meine Frau, die ich gezwungen habe, diesen Film zu sehen. Das wird sie mir lange nicht erzählen. Ist das Reise in einem verrückten Flugzeug? Ja, ja, ja. Abrams Zucker, Zucker, großartig.
So wahnsinnig lustig. Entschuldigung. Jetzt doch noch. Das Beste ist das Zebra oder der Esel. Ich weiß nicht mehr genau. Auf jeden Fall ist das so ein Eselskostüm. Zwei Leute stecken da drin. und die bequatschen dann immer einen, der Esel bequatscht halt einen Passagier, einen Nachbarpassagier im Nebensitz, so lange, bis der sich umbringt. Weil er es einfach nicht mehr ertragen kann, dass er so plattgequatscht wird von dem Esel. Sie haben das falsche Inerinnerung, aber ist trotzdem lustig,
macht aber nichts. Können wir jetzt mal hier in Medias Ries gehen sozusagen. Also, sind Sie jetzt immer noch bei Twitter, weil ich meine, Sie haben das schon mitbekommen, Grüne, SPD und Linke, ich weiß, das sind nicht so Ihre Parteien, aber trotzdem könnte es auch Ihnen ein Zeichen sein. Nein, diese Parteien haben X, Twitter, Elon Musk, dem Wahnsinnigen, dem großen Höllenpfuhl den Rücken gekehrt.
Ich habe das übrigens schon vor Jahren getan, weil ich finde, dass man da irre wird und sich unter Irren begibt. Was ist jetzt mit Ihnen dumm? Wann kommen Sie auch mit? Nee, ich glaube, ich bleibe da noch. Mal unabhängig davon, dass ein paar sehr prominente Grüne, denen ich auch folge oder mir folgen, wie auch immer, weiß gar nicht genau, wie Rikarda Lange oder Omid Nouripour bleiben. Aber als Partei geht die Grüne Partei, die SPD und die Linke, da haben sie recht. Das leuchtet mir nicht ein.
Denn der Rückzug, glaube ich, basiert auf einem Missverständnis, dass nämlich Twitter X eine ausgeruhte Debattierplattform sei. Das ist sie nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es das jemals war, zumindest die zehn Jahre, die ich überblicke, war das noch nie so da. Aber ich finde es ist immer noch ein zum Teil sehr schnelles Nachrichtenmedium. Wenn sie lange nicht alles glauben, was da gepostet wird, schon klar. Und trotzdem hilft das auf Nachrichten und Dinge aufmerksam zu werden, schnell.
Und zweitens ist es natürlich sowas wie eine Biotopbeobachtung, um nicht zu sagen gegnerisches Lagerbeobachtung, die sich die Grüne Partei, die SPD und die Linke natürlich leisten müssen. Sie müssten wissen, was die anderen denken. Also wenn da überhaupt jemand denkt, dann finde ich auch, sollte man hingucken, was die denken. Ich glaube, da wird gar nicht mehr so wahnsinnig viel gedacht, jedenfalls nicht von Menschen. Großer Teil ist erkennbar automatisierter Content.
Erstens. Zweitens, das, was die Menschen schreiben, liest sich auch genauso, weil es eine stereotype Wiederholung von unsinnigen Attacken und Angriffen und Beleidigungen ist. Es ist einfach Unsinn und das ist nochmal was anderes. Hier wird jetzt ja, die Gegenargumentation ist, ja, das sind alles so Weicheier, die da jetzt weggehen, das müssen sie doch aushalten.
Oder eben Ricarda Lang, die praktisch ihre, meiner Meinung nach, ihre soziale Mediensucht rationalisiert, indem sie sagt, so schnell werdet ihr mich nicht los. Die Chefdarstellerin, die Chef-Selbstdarstellerin in der deutschen Politik, Ricarda Lang, die jetzt so tut, als hätte es einen rationalen Sinn, dass sie da bei Twitter ist, völliger Unsinn.
Diese Leute sind meiner Meinung nach, Entschuldigung, das sage ich jetzt im vollen Bewusstsein der Schwere dieser Worte, die Leute sind alle klinisch abhängig von diesen sozialen Medien, die können da gar nicht weg, denen würde es gut tun, wenn ihnen jemand sagt, pass mal Afrikader. Wir nehmen dir jetzt mal dein Telefon mal für drei Monate weg, das hilft dir und uns allen auch. Also, X war mal eine Diskursplattform, da wurde hart zugelangt, das muss man abkönnen, aber das ist vorbei.
Es ist jetzt nur noch so eine Art gährender Bodensatz der Fäulnis übrig geblieben und ich würde sagen, irgendwie jeder, der halbwegs beieinander ist, muss da weg. Tja, ich finde, mir macht das immer noch Spaß, einerseits zuerst.
Da staunt man über den Irrsinn, da haben sie schon recht. Manchmal ist man so ein bisschen erschrocken über die auch Bösartigkeit und die absichtsvolle Bösartigkeit auch von Leuten, die sich da zum Teil einfach mit oder parallel zu, zumindest dokumentiert auf Twitter radikalisiert haben. Dann muss ich denken, Mama Mia, den kannte ich doch mal. Was denkt der denn inzwischen? Also so Leute, die sie aus dem beruflichen Halbfeld immer im Auge hatten. Vielleicht auch mal zusammengearbeitet haben.
Und dann stellen sie fest, Mama Mia, der ist jetzt offenkundig auch sehr, sehr tief in dieses Rabbit Hole vorgedrungen und glaubt, er findet da Gold oder irgendwie sowas. Also das ist ein weiterer Punkt des Amüsements, manchmal ein bisschen Gruselns und Erschreckens. und gleichzeitig macht es einfach auch Spaß zu sehen, wie man diese Leute triggern kann.
Also wenn ich da was poste, finden das ja sowohl die Leute Left of Center, die da sind, meistens doof, weil ich das eher von einer Position rechts in der Mitte versuche auszumachen oder von einer liberalen marktwirtschaftlichen Position. Also die Linken in Anführungsstrichen finden das dann doof und die Rechtsaußen finden das noch viel döfer. Also von denen kriegt man die meiste Schimpfe dann so ab. Und das ist lustig zu sehen. Ich weiß auch nicht, das perlt, also mich stört das nicht.
Also ich nehme das nicht mit in meine Träume und das macht mir jetzt in dem Sinne auch keine schlechte Laune. Okay, das ist vielleicht eine Persönlichkeitsfrage. Ich finde ja die Angriffe, die digitale Gewalt, wie man heute sagt, mit dem gebaut wäre ich halt vorsichtig, weil Gewalt ist schon nochmal was anderes in meinen Augen. Aber sei es drum. Also die digitale Aggressivität empfand ich damals seinerzeit als sehr belastend.
Ich habe mich gewundert, als jetzt der Bundeskanzler gesagt hat, er werde da so angegriffen in den sozialen Medien, das habe vor ihm keiner ertragen müssen, aushalten müssen. In dieser Form. In dieser Form. Und dann hat man sich nachher natürlich unweigerlich, weil wir inzwischen in so einer Zeit leben, wo sich unweigerlich immer alle über alles lustig machen, sich sozusagen über ihn lustig gemacht und ihn verspottet, was er für ein Weicheier
sei und ein Glaskinn habe. Das müsse er ja wohl auch aushalten. Außerdem sei er Millionär, auch ein interessantes Argument. Der Millionär, mit dem wird man ja wohl kein Mitleid jetzt haben müssen. Aber das zeigt schon, wie verquer die Leute heute denken und empfinden, als habe sozusagen der Umstand, dass er sich gekränkt und verletzt fühlt, irgendetwas damit zu tun, wie viel Geld er hat. Vollkommen geisteskranke Sicht der Dinge.
Bei den Kollegen übrigens in der Redaktion, schönen Gruß, die das geschrieben haben. Was wollen Sie sagen? Das war nicht nur auf Twitter, dass er diese Art von Kritik abbekommen hat. Und das war ja in den ganz klassischen Medien, die dann offenkundig keinen ganz großen Unterschied mehr machen. Meine ich ja. Und es ist natürlich ein denkbar... Unglücklicher Satz und der klingt halt wehleidig. Hätte Angela Merkel. Die halt ihre Worte bis zur Schreksamkeit abgewogen hat, nie gesagt.
Aber eines stimmt natürlich an dem Hinweis des Bundeskanzlers und denke, auf den kommen wir ja gleich. Er kriegt es aus 360 Grad. Er kriegt für seine Politik Dresche auf Twitter und anderswo. Von den Linken, aber eben auch von den Rechten. Und das hatte vor ihm noch keiner. Ja, aber mir ging es um einen anderen Punkt. Ich wollte nur sagen, weil Sie, Nikolaus Blome, Hier spricht übrigens Jakob Augstein zu Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, mir gegenüber sitzt Nikolaus Blome.
Sie, Nikolaus Blome, haben eben gerade gesagt, dass das an Ihnen abperlt. Diese Vokabel haben Sie nicht benutzt, aber so habe ich Sie verstanden. Sie lassen das nicht an sich ran, Sie träumen davon nicht nachts und so. Die Verletzungen, die man da so praktisch...
Bei mir war das ehrlich gesagt anders. Ich wurde tatsächlich dünnhäutiger und mürber, weil wenn man immer liest, was man für ein Vollidiot ist und für ein Depp und man soll nach Hause gehen und man kann sich gehackt legen und ich weiß nicht was alles und so. Dann irgendwann, da muss ich schon zugeben, fand ich das ehrlich gesagt nicht mehr so witzig.
Und dann habe ich immer gesagt, wisst ihr was, ihr Arschgei gemacht einen Scheiß, Alain, ich bin doch nicht bescheuert, ich gehe doch hier nicht freiwillig hin und lasse mich dauernd ankacken. Habt ihr eigentlich einen Knall oder wieso? Und dann war ich da weg. Und diese Haltung zu sagen, nein, jetzt erst recht und jetzt bleibe ich hier und jetzt teile ich auch noch aus und schlage zurück und dann können wir mal sehen und so. Das ist halt überhaupt nicht meins.
I'm a lover, not a fighter und das ist überhaupt nicht mein Ding und ich habe auf diesen, dafür bin ich zu alt und dafür war ich immer schon zu alt. Dafür schätze ich sie ja auch so. Für diese weiche Seite, hier spricht übrigens der Kollege Blome, für ihre weiche Seite liebe ich sie, also schätze ich sie zumindest doch sehr. Ich glaube, wir können es an der Stelle bewenden lassen. Es ist so ein Spektakel, ja, mitunter jetzt sehr böse aufgeladenes Spektakel.
Und es ist natürlich auch ein Irrenhaus auf eine Art, aber keine geschlossene Anstalt. In dem Sinne, dass das, was da verhandelt und sich auch gegenseitig ins Gesicht geschrien wird, natürlich in einem Kontext zur Realität, zur realen Lage und ihren Veränderungen steht. Das können Sie nicht einfach ignorieren. Das ist Teil unserer Realität, finde ich.
Ja, finden Sie das wirklich? Ich finde das eine super spannende Frage, weil ich finde unsere Realität, also über die wollen wir jetzt so nicht reden, weil dafür fehlt es mir an Kompetenz und uns allen an Zeit. Aber unsere Realität scheint ganz schön zersplittert zu sein. In unserer Realität sind eine Menge Sachen möglich, die ich nicht mehr so richtig übereinbekomme. Zum Beispiel, also wenn wir jetzt nur über die Medien reden, weil ich beschäftige mich ja ganz viel mit Medien.
Realität ist mir ein zu abstraktes Konzept. Ich gucke mir aber immer an, wie Realität in Medien dargestellt wird. Das ist für mich zum Beispiel ein hilfreiches Vehikel, um mich mit Realität auseinanderzusetzen, weil Wirklichkeit, wie gesagt, weites Feld. Medien, die kann ich aber lesen und analysieren und auseinandernehmen. Und ich finde es zum Beispiel spannend, dass wir.
Heute dieses Medium haben, was wir hier gerade machen, diese Podcaster, die Podcasts, die in Deutschland noch nicht ganz die Rolle haben, die sie in Amerika haben. Wir reden gleich kurz mal über den Podcaster Tucker Carlson und sein Interview, was er in den New York Times gegeben hat. Aber wir haben hier in Deutschland auch Leute, von denen Sie und ich noch nie gehört haben, die dann Björn Höcke einladen, den AfD-Mann Björn Höcke, mit dem ein fast vier Stunden Gespräch machen.
Vier fucking Stunden. Es war kein Gespräch, er hat ihn einfach vier Stunden lang reden lassen. Also ein vier Stunden Monolog von Herrn Höcke und der dann wie viele Aufrufe hatte? Sie haben sich das angeguckt? Wie viele Leute haben sich das... Das ging rasant über die Millionen, ich glaube binnen 24 Stunden. Wobei sie nie wissen, ob dann jemand die ganzen vier Stunden schaut oder hört. Aber immerhin, die Aufrufe sind da, also eine gewisse Mindestdauer ist dann konsumiert worden.
Ja, und das ist glaube ich jetzt schon deutlich mehr als, mein letzter Stand war drei Millionen, aber das ist auch schon ein bisschen her. Das ist schon rasant. Aber was bedeutet das? Weil, ganz kurz, kein normales Medium, also für das das Wort normal gilt, so wie ich das definiere, offenbar sind die Begriffe ja heute andere.
Hätte Björn Höcke so lange einfach so reden lassen und zwar auch den ganzen, ich will das jetzt nicht, also alles, was er sagt, unkommentiert stehen lassen und immer freundlich nicken und lächeln und sagen, ja nee, also wirklich, also ja, tatsächlich und so, praktisch das vier Stunden lang. Hätte kein Medium gemacht. Und das geht jetzt heute und es geht, was die Views angeht, durch die Decke.
Was heißt denn das? Was lernt man denn aus? Das heißt, dass Björn Höcke offenkundig und die AfD ein ganz, ganz perfekt geschmiertes Weiterverbreitungssystem sind und dass die Anhänger, die Konsumenten dieser AfD-Netzwerke bereit sind, sich das anzuhören. Ich weiß nicht genau, wie gesagt, ob es vier Minuten oder vier Stunden sind, die die dann hören. Das kann man messen, aber diese Zahlen kennen wir nicht.
Und dass es offenkundig eine Fangruppe gibt, eine richtig große Fangruppe, wenn sie in die geraten, können sie machen, was sie wollen, dann finden die das toll. Und das zeigt natürlich, dass es kein Journalismus mehr ist, weil es gar nicht mehr um die Frage geht, worum geht es da, da geht es nur noch um die Frage, wer.
Und wenn es Höcke ist, funktioniert, wenn derselbe Typ, Pseudo-Journalist, selbst erklärter, selbsternannter Journalist, ihn oder mir vier Stunden lang die Tüte hinhalten würde, dann würde das keine Millionen machen. Das hängt ja nicht mit dem Mann zusammen, sondern das hängt mit dem zusammen, der da auftritt und wie groß dessen Fanbase und wie eisern verschworen die Fanbase ist. Vorsichtig, ob der Pseudojournalist ist oder selbsternannt. Ich weiß gar nicht, ob der Kollege sich selber als
Journalist bezeichnet. So gut kenne ich das jetzt nicht, weiß ich nicht. Ich weiß, dass manche Podcaster das ausdrücklich nicht tun, weil sie sagen, Journalismus bedeutet dies, das, das, das machen wir hier gar nicht. Ich mache ganz was anderes und ehrlich gesagt, ist das auch eine akademische Debatte, das interessiert auch überhaupt. Ja, da streite ich mich nicht drum, dem ist mir egal.
Naja, aber es ist schon wichtig, naja, ganz kurz, das ist doch total wichtig, was heißt akademische Debatte, weil Sie und ich kommen aus der Generation, wo man beispielsweise Journalismus ist, so ein Lehrberuf, die irrsinnige Verantwortung, die vierte Gewalt, man kann sagen, was ist und so und der ganze Heere.
Das Pathos dieses Berufs, dafür interessieren die sich überhaupt gar nicht, die sagen, pass auf, ich setze mich jetzt hier mal hin, dann schnacke ich mal mit dem, der ist nett und dann lasst mir die Kerstin reden Also Clowns hat es immer gegeben. Aber das ist keine Clowns, aber Sie können das, ist ja interessant. Sie können damit ja noch weniger anfangen als ich. Ist ja interessant, wenn Sie sagen Clowns. Nein, es interessiert mich, was Herr Höcke sagt.
Interessant ist doch, Höcke sollte wenige Tage vor der Thüringen-Wahl in einer Runde von Spitzenkandidaten auftreten. Der war ja einer der Spitzenkandidaten, die wir von RTL und NTV mit den örtlichen, dortigen thürischen Radiostationen gemacht haben. einer Radiostation, der größten Verbreitung. Und ich glaube, zwölf Stunden vorher sagte er, aber er hätte Bauchweh. Und er könne jetzt nicht und das würde er nicht mehr schaffen. Das war erkennbar gelogen. Der hat sich einfach gedrückt.
Der hat sich gedrückt vor so einer Runde. Der wollte nicht mit diesen anderen Spitzenkandidaten und vielleicht auch nicht mit mir in einer Runde, wo er Fragen gestellt kriegt und womöglich antworten muss. Und dann kriegt er noch eine Rückfrage. Dem ist er schlichtweg ausgewichen. Tags drauf war seine massiven Beschwerden, von denen er gesprochen hatte, dann wieder weg. und er machte seinen Wahlkampf weiter, das wäre ja nichts gewesen.
Das ist Pian Höcke. Und Blume, an der Art und Weise, wie Sie über dieses Thema reden, mit der ganzen Verachtung, mit der ganzen Fremdheit, merke ich, dass Sie damit ja noch viel weniger anfangen können und noch viel weniger Verständnis dafür haben als ich. Dann lassen Sie mich nochmal ansetzen. Wir haben in Deutschland zwar erfolgreiche, tolle Podcaster, so wie Sie und mich zum Beispiel. Die Süddeutsche hat gesagt, wir sind die Superstar des Podcasts.
Ich bin mir nicht sicher, Sagen Sie es nicht, das war erdruckt und darum war es ernst gemeint. Ja, ich kenne aber Willi Winkler. Ich glaube, wenn Willi Winkler in der Süddeutschen Zeitung sagt, dass sie und ich Superstars des Podcasts sind, dann meint er das nicht ernst. Egal. Was wir aber in Deutschland nicht haben, sind eben die echten Superstars des Podcasts, so wie zum Beispiel in Amerika Taka Carlson. Das ist natürlich eine vollkommen andere Idee. Eine Dimension.
Also andere Dimensionen in jeder Hinsicht sozusagen. Der verdient sehr, sehr, sehr viel Geld. Also viel, viel mehr Geld, als ich hier zum Beispiel verdiene. Er hat echten politischen Einfluss. Ganz viel, viel mehr politischen Einfluss, als Sie zum Beispiel haben. Den hätten Sie wahrscheinlich gern, haben Sie aber nicht. Tut mir sehr leid für Sie, den Kollegen Blume. Warten Sie mal, mein Telefon klingelt gerade. Herr Merz? Ja, ja, Sie müssen das... Nein, nein, so nicht. Nein, ja, okay.
Ja, ja, ich rufe Sie später zu. Liebe Hörerinnen und Hörer, das war ein Scherz, den der Kollege Blome gemacht hat, aber so wie bei uns allen, lassen natürlich die Scherze tief blicken. Er hätte gerne, dass es so ist, aber so ist es eben nicht. Bei Tucker Carlson ist das anders. Der hatte immer das Ohr von Donald Trump, hat sehr für ihn die Werbetrommel gerührt, als er noch bei Fox News war.
Dann ist er da weggegangen, 2023 macht seitdem seinen Podcast, ist dramatisch erfolgreich, wahnsinnig einflussreiche Stimme, der rechten Publizistik in Amerika und jetzt kommt es, worum es jetzt geht, er hat sich jetzt losgesagt von Donald Trump und zwar radikal losgesagt. Großes Interview mit der New York Times, kann man sich angucken im Internet. Wahnsinnig interessant, ehrlich gesagt, dass so ein Typ sich jetzt so gegen Donald Trump stellt, wegen des Iran-Kriegs. Haben Sie verfolgt?
Ja, er hat ihn den Antichrist genannt und er hat vor allen Dingen eben wegen des Krieges, weil doch Donald Trump versprochen habe, keine Kriege anzufangen. Das Erste, was er macht, ist einen Krieg anzufangen, den man ganz im Ursprung vielleicht noch verstehen konnte, aber in der Ausführung so dilettantisch hingelegt hat, dass er jetzt alles schlechter gemacht hat, was vorher sowieso schon schlecht war.
Also darüber regt sich Tucker Carlson auf und irgendwie auch zurecht und gleichzeitig regt er sich in Wahrheit darüber auf, dass Donald Trump Donald Trump Sachen macht. Und dann finde ich, wird es auch unfreiwillig komisch. Und ich glaube, Tucker Carlson, das, was er da sagt, ist ein stiller Schrei nach Liebe.
Der möchte am Hof der Mager wieder aufgenommen werden, mit seinem ganzen kaum verhohlenen Antisemitismus, mit seiner ganzen noch viel schlimmeren, als bei Donald Trump zutage treten, denn Putin-Liebe und, und, und, in Wahrheit möchte der zurück in den Schoß des Herrn. Und das ist Donald Trump. Und ich nehme ihm keine Sekunde ab, dass das, was er da sagt, eine ernsthafte Überzeugung ist.
Denn er hat noch nie eine ernsthafte Überzeugung gehabt, die er nicht binnen 24 Stunden zu wechseln bereit wäre. Insofern, ja, es ist ein großes Phänomen. Es zersplittert offenkundig den Rückhalt von Donald Trump in seiner MAGA-Bewegung. Und da kommen auch andere Leute hinzu, die es ja auch gerade vom Acker machen. Aber das ist doch nichts Endgültiges. Aber ich finde das spannend.
Ich würde auch das ernster nehmen. Ich finde, man sollte sozusagen das, was man sieht und was tatsächlich geschieht, ernst nehmen und erstmal für das nehmen, was es ist. Aber da kommen sie ja gar nicht mehr hinterher. Nein, das stimmt doch nicht. Von den Trump-Leuten, es gab erste Absplitterungen, diese Marjorie Taylor Greene oder so, da konnte man noch sagen, gut, das ist halt die einzelne Irre und so.
Und dann wurden es aber immer mehr. Dann trat sein Terrorismusberater, der Experte, zurück, hat gesagt, wir will mit diesem Krieg nichts zu tun haben und so weiter. Jetzt geht Tucker Carlson von der Fahne, Joe Rogan, der andere, noch erfolgreicher als Carlson, hat sich auch gegen Trump gewendet. Das heißt, diese rechte Magerbewegung ist jetzt objektiv gespalten. Das heißt, Trump ist jetzt der Anführer einer gespaltenen Bewegung.
Was bedeutet das? Sie haben ja recht, das ist gespalten. Worauf ich nur hinaus will, ist, übermorgen könnten die auch wieder zusammenfinden. Weil sie nichts ernst nehmen, weil sie kein inneres Fundament haben, außer eben ihrem, in diesem Fall bei Trump, Narzissmus oder bei Tucker Carlson auch so ein seltsames Sendungsbewusstsein. Ich will Politik machen. Aber diese Leute wollten keine Kriege mehr draußen. Das war eines der zentralen Versprechen von Trump.
Aber wenn er ihn gewonnen hätte, wenn die Mulas weg gewesen wären, schnell, dann hätte Tucker Carlson doch nicht gesagt, das hättest du nicht machen dürfen. Ja, aber das ist, naja gut, wenn der Krieg sehr schnell vorbei gewesen wäre, so schnell, dass es fast keiner gemerkt hätte, dann hätten sie recht gehabt, aber das wusste man ja vorher, dass das nicht sein kann. Die Frage ist doch eine andere. Was bedeutet es für den Nachfolger von Donald Trump, wann immer der ins Amt kommt?
Wenn er eine gespaltene, im Moment zumindest gespaltene, MAGA-Bewegung hinter Trump übernehmen muss. Also was funktioniert Trumpismus ohne Trump? Wird man sehen. Kriegt jemand wie J.D. Vance, der das intellektuell sicherlich drauf hat, diese Gruppe nochmal wieder zusammengeführt? Mit anderen Versprechungen, mit einem anderen Kurs vielleicht auch. Oder haben wir demnächst drei Bewegungen, drei Parteien in den USA? Eine Mager-Extrem, eine Mager-Alt und die Demokraten.
Wenn Letzteres eintrifft, gewinnen die Demokraten die nächste Präsidentschaftswahl, so sie denn stattfindet. Tucker Carlson hat in dem Gespräch mit der New York Times gesagt. Dass alle Leute, die jetzt in dieser Regierung mitwirken, beyond repair, also sozusagen so, dass man das nicht mehr reparieren kann, beschädigt werden durch ihre Teilnahme an diesem Krieg, an dieser Regierung, weil sie jetzt alle mit drin stecken. Er hat J.D.
Vance so ein bisschen rausgenommen, hat ihn versucht, glaube ich, so ein bisschen an den Rand zu stellen in diesem Gespräch, hat nicht ausdrücklich von ihm geredet, weil ich glaube auch, dass Carlson ein J.D. Vance-Mann ist. Ich habe gehört von Leuten, die in Amerika leben, keine Ahnung, dass in Amerika auch für Möglichkeiten wird, dass Tucker Carlson selbst der Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird.
Ja, möglich, ja. Stellen Sie sich das mal vor. Naja, Sie sprechen von Präsidentschaftskandidaten. Das kann ja alles viel, viel früher schon passieren. Denn die Nachfolgekämpfe um Trumps Erbe werden doch mutmaßlich richtig losgehen in der Sekunde, wo die Midterms, also diese November-Parlamentswahlen stattfinden und nach allen Umfragen mit großer Vorsicht zu genießen.
Donald Trump da mächtig einen auf den Rüssel kriegt. Also er wird eine Mehrheit in einem der beiden Häuser der Parlamente, des Kongresses verlieren und dann ist er sogenannt lame duck, dann kann er nicht mehr viel machen, außer er bricht eingesetzt nach dem anderen, kann er auch noch probieren. Aber in Wahrheit ist er dann lame duck und dann wird in seinem Hintergrund werden dann sogenannte Diadochen kämpfen, Raum greifen.
Der Kaiser ist schon drei Viertel weg, es lebe der neue Kaiser Und das werden sie ausschließen. Und dabei positioniert sich offenkundig jetzt Tucker Carlson. Und es wird interessant sein zu sehen, ob die Bundesregierung. Der Außenminister, unsere Außenpolitiker im weitesten Sinne dieses Mal wenigstens versuchen, ein bisschen zu antizipieren, was da passiert.
Und ein bisschen darauf einzugehen, was es bedeutet, mit wem man jetzt reden muss, wenn man Einfluss nehmen will auf eine Politik in den USA, in der Regierungspolitik, die im November, möglicherweise eine ganz andere Aufladung hat, weil das Machtzentrum wegwandert von Donald Trump hin zu, ja wem eigentlich jetzt? J.D. Vance, Tucker Carlson, Ernie und Bert, mein Pferd, also irgendwas halt.
Das sollte, finde ich, die Regierung im März, die er in der Außenpolitik ein bisschen besser verformt als in der Innenpolitik. Aber wenn Sie jetzt sagen, Ernie und Bert, Sie haben jetzt nichts gegen Homosexuelle damit gesagt, oder? Nein. Okay, alles klar. Hier spricht Blume. Nein, habe ich nicht. Finden Sie, Blome, das März so klar, ich habe ja hier immer gesagt, ich finde, die Deutschen haben sich so feige verhalten im Iran-Krieg.
Finde ich auch immer noch, man hätte den Amerikanern die Rammstein-Basen verbieten sollen. So wie die Spanier das halt auch gemacht haben. Die Spanier haben halt Cojones, deshalb heißt es auch so. Und die Deutschen haben halt nicht mal kleine Eierchen. Die Spanier haben keine wichtigen Basen, die sie dann gesperrt haben. Ich sperre dir das, was du sowieso nicht brauchst, Du Flachpfeife, da kannst du auch mal sehen, wie ich es dir jetzt gegeben habe.
Gut, Trump hat sich trotzdem richtig geärgert. Ja, aber das sagt mehr über Dr. Trump als über den Kollegen spanischen Ministerpräsidenten. Und das hier wäre jetzt echt eine Kriegserklärung gewesen und das hätte ich auch zu viel gefunden. Egal, also, aber jetzt packt ja Merz immer zu aus. Er hat ja neulich in einer Schule, das finde ich auch schon echt ziemlich lustig, hat er ja praktisch gesagt, die Iraner führen jetzt die Amerikaner vor und die
Amerikaner haben gar keine Strategie und so. hat im Gespräch mit so Schülern gesagt. Das finde ich nun wiederum echt lustig, dass normalerweise solche doch wirklich gewichtigen Äußerungen passieren dann halt irgendwie auf der Bundespressekonferenz oder in der Rede in Stanford oder so. Und er hat sich irgendwie so ein Gymnasium in Wiesn. Ja, sehr lustig. Naja, Moment, was Sie jetzt sagen, ist ja wichtig, das sagen ganz viele.
Das hätte er dort nicht machen dürfen. Das hätte er so nicht machen dürfen. Das ist doch interessant, dass all die Kritik. An das Äußere des Vorganges sich richtet, an die Performance, aber nicht an den Inhalt. Und darum geht es mir jetzt, mir geht es um den Inhalt. Meine Frage war ja, Zuckerwerk ist beiseite. Finden Sie denn, dass er da einen Fehler gemacht hat, Merz? Weil er jetzt sozusagen Trump so antagonisiert hat. Na, auf alle Fälle, lieber Kollege, auch schon halten wir mal eines fest.
Friedrich Merz hat Recht mit dem, was er da geäußert hat. Der Iran ist dabei, das amerikanische Volk vor allen Dingen, aber diesen US-Präsidenten zu demütigen, der nämlich leider diesen Krieg, den er selber angezettelt hat, auf der ganzen Linie zu verlieren droht. Und zwar auf der ganzen, ganzen Linie. Jetzt können Sie sagen, musst du das unbedingt da raushauen?
Das weiß ich auch nicht genau, ob es richtig war. Mindestens habe ich dafür aber großes Verständnis, weil es ja um etwas außerordentlich Zentrales in der Kanzlerschaft von Friedrich Merz geht. Also dieser Krieg mit seiner Ölkrise, Energiekrise, die er im Nachgang ausgelöst hat, die münden wird in eine große Inflationskrise, Preissteigerungskrise und das können sie schon fast nicht mehr aufhalten, wird die Kanzlerschaft von Friedrich Merz mit einer hohen Wahrscheinlichkeit unter sich begraben.
Und das sieht der Bundeskanzler, weil er ja nicht doof ist, er kann die Zahlen ja auch erkennen und die Abfolgen und die Prognosen und dass ihm da irgendwann die Galle platzt, finde ich mal mindestens sinnvoll. Na, wie soll man sagen? Verstehbar. Dafür habe ich Verständnis. Und in der Sache hat er eins zu eins Recht gehabt mit dem, was er sagt. Also objektiv, fachlich, sachlich.
Aha, aha, aha. Der Kollege Blume, hier spricht übrigens Jakob Augstein, der Kollege Blume ist also der Meinung, dass der Iran-Krieg, ich möchte sagen der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der Israelis und Amerikaner gegen den Iran, die Regierung Merz und die Koalition, also die Konsequenzen des Krieges unter sich begräbt. Es ist also nicht der Umstand, dass Friedrich Merz es vielleicht nicht kann, was Angela Merkel gut konnte, nämlich regieren.
Es ist nicht der Umstand, dass hier vielleicht zwei Parteien zusammen regieren, die ehrlich gesagt nicht zusammen regieren sollten, CDU und SPD. Es ist nicht der Umstand, dass die SPD, weil sie praktisch die blanke Todesfurcht im Auge hat, im Grunde nicht mehr richtig politisch handlungsfähig ist. Sondern es ist der Krieg der Amerikaner und Israelis gegen den Iran. Aha, aha.
Naja, es ist die Stimmung, die im Land so ist, wie sie ist, die sich in den brutalsten Umfragen niederschlagen, die ein Kanzler sich im Laufe der letzten Jahrzehnte hat zuschreiben lassen müssen. Also der Vertrauensverlust ist maximal für diese Regierung, für den Bundeskanzler selbst als Person, als würde da nie wieder Gras wachsen können. Und diese Stimmung hat natürlich viel mit all dem zu tun, das Sie beschrieben haben.
Aber ich glaube ganz zentral auch damit, dass dieses Land ökonomisch stillsteht, die Leute das Gefühl haben, Mama Mia, ich muss mein Geld zusammenhalten, weil ich nicht mehr weiß, ob ich morgen oder übermorgen noch genug davon haben werde. Diese Stimmung, diese Kontraktion der schlechten Laune, möchte ich mal sagen, gut begründbar, gar nicht nur eingebildet, ist das Gift für diese Kanzlerschaft.
Denn die Kanzlerschaft ist jetzt fokussiert auf Wachstum und gegen diese Stimmung im Land, in der Wirtschaft, wie bei der Bevölkerung, kriegen sie kein Wachstum. Und das hängt ganz stark kausal zusammen mit diesem Krieg und seinen Folgen, eben der Energiepreiskrise und die sich ja noch ausstrahlen wird in allen möglichen anderen Bereichen bis hin zu Lebensmitteln.
Also auch die Lebensmittel in Deutschland werden gerade wieder teurer, schneller teurer als der Rest und das wird sich womöglich noch beschleunigen. Also wir erleben doch so eine Art Teufelskreis aus schlechter Lage und schlechter Stimmung. Und dieser Krieg und seine Folgen verschärfen diesen Teufelskreis noch. Darauf will ich hinaus. Jakob Augstein hier. Ich rede mit Nikolaus Blome in unserem Podcast. Ich sage das nur, weil viele Hörerinnen und Hörer unsere Stimmen nicht mehr
auseinanderhalten können. Hatte ich das eingangs erwähnt? Ich glaube schon. Augstein, wissen Sie, beim nächsten Mal, wenn Sie den Namen Jakob Augstein sagen, dann springt einer unserer Hörer aus dem Fenster. Der eine? Aber mich kränkt das deswegen, weil ich möchte nicht mit Ihnen verwechselt werden. Ich rede hier mit Ihnen, wir unterhalten uns. Aber wenn man mich mit ihnen verweist, ist das auch eine Kränkung.
So, wenn alles davon abhängig ist, dass die Leute gute Laune haben, die Deutschen, die Deutschen, das schlecht gelaunteste Volk, das am schlechtesten gelaunte Volk der Welt, dann gute Nacht, Marie, würde ich sagen. Ich meine, wir haben jetzt seit drei Jahren praktisch Stagnation. Vorher ging es irgendwie so mal auf und ab. Die ruhigen, einigermaßen stabilen Zeiten sind die Prä-Corona-Zeiten gewesen. Das ist jetzt also auch schon annähernd sieben Jahre her.
Leute, gewinnt euch mal dran. Die Zeitenwende hat tatsächlich stattgefunden. Dies ist Realität, wie es im zweiten Teil des Equalizer heißt. Das hier passiert wirklich. Aber damit unterstellen sie, dass das Schicksal ist. Dass die Welt läufte und andere Dinge, die man nicht verändern kann, ist nun mal fügen, dass die Lage in Deutschland so lauwarm, moros, morastig immer so bleibt. Jetzt für dahin so bleiben wird oder sich nicht maßgeblich mehr verändern lässt.
Das ist ja nicht der Fall. Diese Regierung ist angetreten, damit die Wachstumskräfte, klingt so doof, also die Initiative, den Ehrgeiz, die Energie und die Fähigkeiten dieses Landes erneut freizulegen und anzufeuern, ihnen zu ermöglichen, sich mal wieder freier zu entfalten, als das zuletzt der Fall war. Und das ist das, was die Menschen, glaube ich, tatsächlich weit über die Wählerschaft von CDU, CSU und SPD hinaus von dieser Regierung erwarten.
Er hat zu viel versprochen. Dass sie das Land auf Trab bringt. Aber er hat zu viel versprochen. Und es gäbe ja zig Schrauben, Entschuldigung, an denen man drehen könnte, an denen übrigens diese Regierung schon gedreht hat zum Teil. Also es gab schon eine steuerliche Entlastung für die Firmen und diverses andere. Aber da ist eben noch viel mehr zu tun, damit man gucken kann, kriegen wir diese Bremsen gelöst oder ist es so, wie Sie sagen, get used to it, gewöhnt euch dran.
Das ist das normale, neue Null, Nullwachstum und damit werden wir die nächsten anderthalb Generationen auskommen müssen und dann ist es eben so. Aber dieser Beweis ist noch nicht angetreten, weder in die eine noch in die andere Richtung. Und die Regierung ist ins Amt gekommen, um den Beweis anzutreten, dass es geht. Als Heiratsschwindler, Friedrich Merz ist der Heiratsschwindler der deutschen Politik. Er hat den Deutschen versprochen, es wird alles toll, ich führe euch in ein
Land, wo Milch und Honig fließen. Es wird großartig. Mit mir ist nicht nur die linke Politik zu Ende, sondern es geht auch noch nach vorne und kommt mit und wir machen das. Und dann stellt sich, oh, das stimmt alles leider überhaupt gar nicht. Er kann es gar nicht und es kann auch nicht funktionieren. Das liegt ja nicht nur an ihm. Es liegt ja nicht daran, dass er irgendwie doof ist oder faul oder so. Die Wahrheit ist, er hat zu viel versprochen.
Ich lese dann im Spiegel-Interview, es habe ein falsches Erwartungsmanagement gegeben. Das ist natürlich der Euphemismus des Jahrhunderts, das ist natürlich die Untertreibung des Jahrtausends. Er hat einfach gelogen, er hat verlogene Versprechungen gemacht, von denen man wissen konnte, dass er sie nicht halten kann. Denn die Chinesen bauen halt bessere Autos für weniger Geld und die Deutschen werden immer älter und wollen nicht mehr arbeiten und, und, und, und, und.
Wir wissen das alles. Wir wissen, dass wir ein Land auf dem absteigenden Ast sind, wo die Stagnation ist, noch das Beste, was uns passieren kann. Was uns droht, ist Kontraktion. Sie sehen das im Osten, wo Landstriche veröden, die Arbeitslosigkeit wird steigen. Ich will jetzt nicht irgendwie den Teufel an die Wand malen, tu es aber, weil das, was vor uns liegt, schlechter ist als das, was hinter uns liegt.
Und der Mann ist angetreten mit einer verlogenen Versprechung und in Wahrheit fliegt ihm das jetzt um die Ohren. Nein, das ist eine schiere Prognose, die sie stellen, dass nichts besser werden kann und dass wir froh sein müssen, wenn es so lahm bleibt, wie es ist und sich nicht quasi noch in den Rückwärtsgang versetzt. Das ist eine reine Prognose und die kann man mit Fug und Recht bestreiten, zumindest so lange, wie man ganz viele Hemmnisse von der Bürokratie über die hohen Energiepreise.
Ein völlig verkarsteter Arbeitsmarkt, wo eine 100.000-Mann-Behörde nicht in der Lage ist, 1,2 Millionen freie Arbeitsplätze aus 3 Millionen Arbeitslosen zu besetzen und, und, und. Solange nicht daran mal gearbeitet worden ist, ernsthaft, bin ich, und ich glaube ganz, ganz, ganz viele Leute, da bin ich echt die Mehrheitsmeinung, nicht bereit zu glauben, Herr Gunther, können wir es doch gleich bleiben lassen. Weil das ist jetzt eh alles so doof. Und das waren ja eh alles leere Versprechungen.
Sie haben völlig recht, er hat etwas versprochen, was er nicht eingehalten hat, nicht abliefern konnte bislang und das fällt ihm massiv auf die Füße, was das Vertrauen und die Vertrauenswerte der Bevölkerung angeht. Das stimmt schon, das beweist aber doch noch nicht, dass es unmöglich ist. Ich verstehe Sie nicht, das ist immer so ein Kindergespräch, was man mit Ihnen führt. Manchmal habe ich das Gefühl, Sie sind wie so ein Fünfjähriger.
Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, in diesem Universum Deutschland wieder auf einen Wachstumspfad zu bringen. Ich sage nur, es ist so unwahrscheinlich, dass es geschieht, dass es annähernd unmöglich ist, mit dieser Regierung diesen Erfolg zu erzielen. Nehmen Sie doch mal ein ganz konkretes Beispiel. Ich liebe ja das Konkrete und fürchte das Abstrakte. Konkretes Beispiel, der Tankrabatt, die Benzinpreisgeschichte, keine Ahnung, die so...
Kommt das bei den Verbrauchern, bei den tankenden Menschen, sie fahren doch auch Auto, an, ja oder nein? Schaut man hin, ehrlich gesagt nicht so richtig. Warum kommt es nicht an? Weil die Industrie nicht mitspielt, weil die Industrie die Kohle für sich behält, die lachen sich ins Fäustchen, die verdienen jetzt einfach noch mehr Geld als vorher. Was macht jetzt die Bundesregierung? Was macht die Bundesregierung? Sie macht nichts. Sie macht einfach nichts. Warum macht sie nichts?
Jetzt gibt es 1500 Gründe. Es ist mir scheißegal, warum sie nichts macht, aber sie macht halt nichts. Sie traut sich nämlich nicht gegen die Ölindustrie wirklich vorzugehen. Da gibt es 735 rechtliche und verfahrens- und ideologische und wirtschaftsliberale Gründe, warum sie nichts tut, aber am Ende tut sie nichts. Und das ist sozusagen das Entscheidende. Haben Sie ein ganz konkretes Beispiel?
Und jetzt sagen Sie mir, ja, okay, in dem Fall haben Sie recht, aber trotzdem, morgen könnte die Bundesregierung daraus lernen und es anders machen. Sie haben recht, Tanker war ein sehr gutes Beispiel dafür, dass diese Regierung. Unter einem CDU-Kanzler Ampelpolitik 1 zu 1 fortsetzt. Sie wissen, ich habe ein winziges, kleines, aber gutes Buch darüber geschrieben. Sehr erfolgreiches Buch, was jetzt in der zweiten Auflage erschien. Vollkommen neu geschrieben, wirklich hervor mit einem neuen Cover.
Wirklich ein sehr, sehr gutes Buch, was ich Ihnen allen wirklich empfehlen kann. Zum Lesen, verschenken Sie es. Okay, Augstein, jetzt, gut, Sie kriegen Ihr Himbertärtchen. Also, falsche Wahrheiten wie linke Mythen, auch den Kurs des neuen Kanzlers bestimmen. Und das ist ein sehr gutes Beispiel. Da hat man das falsche Instrument gewählt. Und es ist noch viel besser. Parallel hat man ja festgestellt, bei dieser 12-Uhr-Regel, also Tankstellen dürfen nur noch um 12 Uhr den Preis erhöhen.
Daran haben sich offenkundig ganz viele Tankstellen dann doch nicht so richtig gehalten. Es gibt mehrere 10.000 Verstöße, die gemeldet sind. Die hat das Kartellamt aufgesammelt und sagt jetzt, also liebe Politik, hier ist der Beweiskasten, die Beweise, da haben sich Leute nicht daran gehalten, bitte sanktioniert die jetzt irgendwie. Und daraufhin sagt, aufgrund die Bundesregierung sagt, ja, das ist eine super Idee, wir geben das an die Länder.
Und die 16 Bundesländer haben gesagt, oh ja, sehr schön, was wir hier bekommen haben. Wir haben hier hochinteressante Sachen, was wir uns da anliefern. Ja, ja, ja, wir geben das weiter an die Kommunen. Und ich frage mich jetzt, an wen wird es die Kommune weitergeben? An die Friedhofsgärtnerei? An die Jogi Flyer? An Timi den Wahl? Es dreht sich immer einer um und irgendwann steht keiner mehr hinter ihm. Also dysfunktional, sie haben vollkommen recht. An den Dorfpolizisten.
Also es ist inhaltlich, also politisch, inhaltlich und auch sogar in der Exekutive dysfunktional, haben Sie recht. Aber wenn Sie recht behalten wollen mit der großen Prognose. Dann dürfte es in diesem Beispiel keine andere Lösung mehr geben. Es gibt aber andere Lösungen, den Preis für Benzin zu subventionieren oder runterzubringen, das gäbe ist. Aber sie werden nicht benutzt. Ich sage doch nicht, haben Sie mir nicht zugehört? Ich sage, natürlich gibt es andere Wege.
Dieses Land ist nicht verurteilt zum Scheitern. Es verurteilt sich selbst zum Scheitern, weil die anderen Wege nicht gegangen werden. Punkt. Dann habe ich Sie tatsächlich anders verstanden, denn es klang so wie eine schicksalshafte Fügung. Ja, weil die Leute so sind, wie sie sind. Es ist Schicksal. Friedrich Merz ist so, wie er ist. Herr Klingbeil ist so, wie er ist. Die SPD ist so, wie sie ist. Sie sind so, wie sie sind. Ich bin nicht so, wie ich bin. Aber Sie schon.
Aber Sie können auch anders sein, als Sie nicht sind. Nein, ich möchte auf keinen Fall so sein, wie ich niemals gewesen wäre. So. Ich glaube, wir beenden unsere Sendung heute. Ich habe wirklich heute viel gelernt von dem, was ich gesagt habe. Ich muss vieles von dem auch nochmal überlegen, ob es stimmt. Ich hoffe, ich habe Unrecht. Das hat der Kollege Augstein gesagt. Hier spricht Nikolaus Blome. Bis nächste Woche. Hier spricht auch Nikolaus.
