Kein Elterngeld für faule Väter - podcast episode cover

Kein Elterngeld für faule Väter

May 21, 202643 minEp. 167
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Episode description

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Eine Fußball-WM ohne Fanmeile? Für Blome ist das unvorstellbar. Genauso unvorstellbar ist es für Augstein, dass faule Väter Anspruch auf Elterngeld erheben wollen. Wo könnte die geplante Elterngeld Kürzung hinführen? Und ist die Ukraine gerade dabei den russischen Angriffskrieg zu gewinnen? Das alles in der heutigen Folge von Augstein & Blome.

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Transcript

Bravo! Ja! Noreen, bravo! Ist das großartig! Noreen hat den Podcast... Zwei Podcastpreise ist ja 2P Podcastpreis zwei Doppel-P-Preise gewonnen Finde ich gut, freu ich mich für dich Aber leider nicht mit unserem Podcast Hast du dich auch gefreut? Absolut, also erstmal natürlich mein Team und ich, also nicht nur ich aber es war absolut überwältigend.

Wir haben niemals damit gerechnet, dass wir da zweimal auf der Bühne stehen und beim zweiten Mal habe ich dann auch das Mikrofon ergriffen und habe noch eine schöne Ansage gemacht, dass die Leute alle unsere Demokratie schützen sollen. Also für alle, die nicht wissen, worum es geht, für braune Kinderzimmer haben wir zwei Podcast Awards letzte Woche gewonnen und ich bin ganz dankbar und ich habe mich auch sehr über eure Nachrichten gefreut, die ja noch um halb zwölf

nachts oder sowas reingeflattert sind. Da war ich sehr, sehr glücklich. Ja, wir haben vorm Fernseher gesessen, Gefiebert, möchte ich sagen. Nein, für einen Podcast, der eine ganz tolle Kollegin, Angelique Jerej, quasi undercover in so Jugendgruppen, neonazistische, geführt hat, wo sie ja auch schon einen Film gemacht hat, ein Buch geschrieben hat und eben diesen Podcast noch gemacht hat, mit dir, dank deiner. Gibt es jetzt auch eine Netflix-Serie darüber? Das wäre es wert.

Das wäre es wert. Absolut, ja. Also hat mal zur Abwechslung der Richtige gewonnen. Auch wenn wir nicht gewonnen haben. Wir sind dann nächstes Jahr dran. Ich glaube auch. Nächstes Jahr habt ihr große, große Chancen. Vor allem im Bereich investigativ. Ja, genau. Ja, Public Voting. Wir haben einfach nicht genug aufgerufen zum Public Voting. Hiermit rufe ich jetzt schon auf. Zum nächsten Jahr Public Voting im Podcastpreis für Deutschland. Augstein und Blume. Voten Sie.

Man kann auch auf Vorrat voten. Lorraine, kannst du mal das Intro jetzt abspielen, bitte? Auf Vorrat spiele ich jetzt das Intro. Kimmich, Schlotterbeck, Braun, Raum, Musiala, Leveling, Pavlovich, Amiri, Undaf, Haferz. Haferz, Haferz, Haferz, Deutschlands wichtigster Elf. An Deutschlands Avantgarde für die Fußball-Weltmeisterschaft. Nämlich den Kader, der ja nun rausgekommen ist. In Häppchen darf man sagen, aber immerhin.

Und was ich nicht verstehe, das war eine richtig gut inszenierte, muss man mögen, muss man Fan sein, Kampagne, quasi den Kader vorzustellen, der für Deutschland dann in der WM spielen soll. Im Sommer. Noch einen Monat nur noch hin. Aber eine Fanmeile wird es nicht geben. Nicht in Berlin und in vielen anderen deutschen Städten auch nicht. Warum? Weil es zu spät. Nee, es ist zu spät. Es ist ja schon dunkel. Keine Fanmeile zur Fußball-WM. Finden Sie den Fehler in diesem Satz?

Ja gut, dann muss man also erstmal, hallo Blume, herzlich willkommen zu unserem neuen Podcast. Ich begrüße auch die HörerInnen da draußen im Lande. Viele wissen wahrscheinlich überhaupt nicht, wovon die Rede ist. Fußball, Fußball, Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die sind im Westen, weit weg von uns. Wenn dort gespielt wird, ist es hier mitten in der Nacht.

Das ist einer der Gründe, warum es tatsächlich hier zum Beispiel in Berlin am Brandenburger Tor keine Fanmeile gibt. Weil die Leute festgestellt haben, nachts lassen sich keine Cola-Dosen, WM-Fanartikel verkaufen. Man kann damit kein Geld verdienen. Fußball ist am Ende des Tages auch nur Kapitalismus. Deshalb keine Fanmeile. Blume, willkommen in der Realität. Naja, in der Bürokratie-Hölle könnte man auch sagen, denn es waren auch sicherlich bestimmte Auflagen.

Die, weil es ja dunkel ist, anders sind, als wenn es hell ist. Ja, die Auflagen sind das Problem, weil man nicht in den Tiergarten kacken darf. Irgendwie so gibt es keine Fanmeile. Nieder mit den Auflagen. Freie Fahrt für Deutschland. Deutschland, Deutschland. Ich komme ganz gut damit klar, wenn es das nicht gibt. Das kann ich verstehen. Ich verstehe es nicht, aber ich akzeptiere es nicht. Ich bin ein toleranter Mensch.

Ich verstehe nur nicht, warum in einem Land das ja an schlechter Stimmung wirklich leidet. Und zwar so sehr leidet, dass die Wirtschaft bremst, dass es auch richtig reale Folgen womöglich sogar Schaden für die Demokratie bedeutet, was hier an schlechter Laune im Land unterwegs ist, dass in so einem Land eine Fanmeile, der Inbegriff der guten Laune, nicht stattfinden kann.

Der Inbegriff der guten Laune, das weiß ich auch nicht, ob eine Fanmeile, da bin ich mir nicht so sicher, ob ich das so nennen würde. Also wenn Sie sich die, komm Augstein, wenn Sie sich die Fanmeilen der Vergangenheit von 2006 bis 2014...

Das Fahnenmeer, alle Deutschen lagen sich in den Armen, alle hatten sich so Deutschlandfahnen ins Gesicht gemalt und haben sich, der gut gelaunte Deutsche, einmal, das erste und einzige Mal nach 1945 waren die Deutschen wirklich guter Laune, alle Deutschen waren wirklich guter Laune. Sogar die Ostdeutschen waren guter Laune, was echt was heißen will. Und danach hat nicht mal Angela Merkel es geschafft, die gute Laune zu halten.

Also 2014, als diese Mannschaft Fußball-Weltmeister wurde, war die Laune auch ziemlich gut. Übrigens auch auf dieser Fan-Mahl, die pickepacke voll war mit einer Million Menschen bei diesen Spielen. Die ganze Straße runter. Horror. Ja, Sie können sagen zu viele Menschen, ich möchte in meiner lichtdurchfluteten Altbauwohnung lieber alleine bleiben und gelegentlich den Amazon-Booten empfangen und den Pizza-Fahrer.

Ah, jetzt ist es interessant, jetzt macht der Kollege Blume, macht aus das Fußballthema doch zu so einer versteckten, ich möchte mal sagen, Gesellschaftskritik. Es fehlt Ihnen jetzt plötzlich, Sie neoliberaler, Sie neoliberaler kalter Fisch, jetzt plötzlich fehlt Ihnen die gesellschaftliche Wärme, die Sie und Ihresgleichen den Menschen in den letzten 35 Jahren ausgetrieben haben, lieber Freund. Selber schuld, kann ich da nur sagen. Das ist halt der Preis des Kapitalismus.

Und das ist eben auch, deshalb ist es ja auch so bitter für Leute wie Sie, jetzt zu sehen, dass der Kapitalismus will keine Fanmale, weil man damit nichts verdienen kann. Selber schuld. Naja, unter den Bedingungen, die offenkundig die Berliner Bürokratie, und in anderen Städten die Bürokratie ebenfalls ihnen auferlegt hat, weil spät in der Nacht, da darf es nicht so laut sein, der Marder im Tiergarten könnte schlecht schlafen.

Aber hier am Brandenburger Tor wohnt doch überhaupt niemand. Ja, eben. Da gibt es doch gar niemanden, der gestört werden kann. Ne, ne doch, da ist ein Hotel in der Nähe, das Hotel Adlon, wo auch die feinen Leute absteigen. Oder der Bundestag, schlafen die Leute da? Ja. Auf ihren Sitzen. Es ist nicht zu verstehen. Es ist nicht zu verstehen, dass jetzt auch nicht meinetwegen die Bundesregierung hingeht und sagt, Leute, das ist wichtig für das Land.

Wir verfügen jetzt einfach mal, dass so eine Fanmeile möglich sein muss. Und von oben herab. Bundeskanzler Merz ruft überall an und sagt, das kann doch nicht angehen, ich will hier eine Fanmeile haben. Und ich bezahle auch dafür, ich scheiße dich zu mit meinem Geld. Du kriegst die ganze Kohle, aber Hauptsache, mach mal gute Laune hier. Das funktioniert für diesen Land so nicht. Merz holt keine Bazooka raus. Aber wäre es nicht gut, wenn es so wäre?

Also wäre es nicht schön, wenn wir sowas hätten? Die Leute sehen nun einmal zu Millionen Fußball und vielleicht ist es auch eines dieser allerletzten sogenannten Lagerfeuer. Wo sich AfD-Wähler und Grünen-Wähler irgendwie schon noch vor so einen Fernseher bzw. Auf so eine Fanmeile stellen können und sagen können, komm, das haben wir gemeinsam.

Das immerhin haben wir gemeinsam. und da verstehe ich nicht, dass irgendeine Spaßbremse erstens irgendwelche bürokratischen Auflagen lässt oder irgendeine andere Spaßbremse sagt, nee, da geben wir keinen Fan nicht zu. Es wird so viel Zeug subventioniert, da könnte man auch eine Fanmeile subventionieren. Anderer Grund, anderer Grund. Der orangefarbene Elefant steht im Raum, jetzt können wir auch drüber sprechen, niemand will mit Donald Trump feiern.

Deshalb fahren die Leute da auch nicht hin, weil sie Angst haben müssen, verhaftet zu werden. Guten Tag, ich bin Deutscher, möchte zum Fußball spielen. Nein, du bist ein verkleideter Immigrant und du kommst jetzt praktisch als Illegaler direkt nach Alligator Alcatraz, wenn du Glück hast. Oder du landest in Guantanamo, Pech gehabt. Du... Aber das wäre doch eher noch ein Grund, mehr eine Fanmeile als Ersatz für eine solche Reise an die direkten Orte der Spiele zu organisieren, natürlich.

Gut, okay, Sie haben mich überzeugt. Ich bin jetzt auch für die Fanmeile. Wir können an dieser Stelle wetten, wenn Deutschland ins Achtel- oder vielleicht dann sogar ins Viertelfinale kommen sollte mit der Nationalmannschaft, wird es natürlich eine Fanmeile geben. Ist doch selbstverständlich. Ins Viertel- vor Achtelfinale. Neues Thema, Blume. In Deutschland wird jetzt ja wahnsinnig viel reformiert.

Das wissen wir alle. Wir müssen uns alle total reformieren. Ein paar Schamriemen reißen, Tinkgürtel enger schnallen und so. Das Problem bei diesen Reformbebüren ist so, dass alle Leute sagen, okay, ich würde mich vielleicht schon auch mit reformieren. Ich muss aber erst mal sehen, ob mein Nachbar, mein Gegenüber auch sich reformiert. Fang du mal an mit dem Reformieren und dann komme ich nach. Und dann sagt der, so hat mir nicht gewählt.

Erst mal wird das Nachbarhaus angezündet mit den Reformen. Das heißt, es ist ein bisschen, also deshalb kommen die Reformen noch nicht so richtig, ich möchte sagen, noch nicht so richtig aus dem Quark, weil keiner sich aufraffen kann, der Erste zu sein mit den Reformen. Und deshalb war es auch so, dass der Herbst der Reform im letzten Jahr ausgefallen ist, jetzt ist es schon Frühjahr. Der Aufbruch des Frühjahrs ist auch aufgefallen, denn jetzt fängt ja schon der Sommer an.

Alle setzen jetzt auf den nächsten Herbst. So kann man das natürlich auch immer weitermachen, wie in so einer RTL-Vorabendserie. Hier irgendwie so, schalten Sie wieder ein, wenn es darum geht, schaffen Friedrich Merz und Lars Klingbeil jetzt den Aufbruch, ja oder nein und was passiert, wenn nicht. Jetzt geht es gerade aktuell um das Elterngeld. Habe ich das richtig verstanden, Blomberg? Es geht unter anderem ums Elterngeld. Führen Sie doch mal ein in das Thema, bitte. Ich finde...

Dieser kleine Vorschub sei noch mir erlaubt. Wir reden sehr viel über Kürzungen und dass das dann die Ärmsten und die Schwächsten trifft. Und ich würde viel lieber darüber reden, wo man im Sozialstaat Widersprüche, die sehr teuer sind, auflösen kann, sodass keiner wirklich etwas verliert, außer etwas Sinnloses verliert, etwas Ineffizientes, das keinen Nutzen stiftet. Oder aber, dass man nochmal guckt, ob es wirklich Bedürftige erreicht.

Denn das ist doch der Sinn des Sozialstaats, bedürftigen, zeitweilig Bedürftigen zu helfen. Punkt Absatz. Das Elterngeld ist eine Art Sozialleistung für junge Ehepaare, die ein Kind bekommen und dann quasi so eine Lohnersatzleistung bekommen, wenn sie, Frau oder Mann oder nacheinander beide, aussteigen aus dem Beruf, um das Kind eben in den ersten Monaten, im ersten Jahr vielleicht auch zu betreuen. Das wird gezahlt bis zu einem gemeinsamen Gehalt von ungefähr 200.000, 210.000 Euro brutto.

Also sie zahlen eine Sozialleistung an ein Ehepaar oder Paar, das Höchststeuersatz zahlt. Und jetzt finden sie den Fehler in diesem Satz. Eine Sozialleistung an eine Gruppe, die Höchststeuersatz zahlt. Ja, da fällt es mir auch schwer, das sozusagen so direkt, ich möchte mal sagen, zu verteidigen, weil ich fürchte, das lässt sich so gar nicht verteidigen.

Ich kann einfach nur referieren, dass die Leute, die sich hauptberuflich damit beschäftigen, sagen, es handele sich hier nicht um eine Sozialleistung, sondern es handelt sich um eine Investition in einen funktionierenden Arbeitsmarkt, weil man den Leuten die Möglichkeit geben will, sich einerseits um ihre Kinder zu kümmern und dann eben auch welche zu bekommen, weil wir brauchen ja Kinder und außerdem aber nicht ihren Job zu verlieren. Das ist ja eigentlich das Entscheidende.

Und dass sie auch währenddessen irgendein Geld haben, um davon zu leben. Blablabla. Wenn man das alles nicht macht, dann gehen die Frauen nicht mehr arbeiten, die Menschen kriegen keine Kinder und so weiter und so weiter. Ich gebe zu, die Argumentation fällt ein bisschen schwer, denn die Leute kriegen ja auch so keine Kinder.

Da geht es mal los. Man könnte auch sagen, es liegt nicht am Geld und dass Leute Kinder kriegen oder nicht kriegen und die Deutschen versuchen natürlich in so einem sozialdemokratischen Furor, für den ich ja so eine Art Grundverständnis habe, immer zu sagen, wenn da ein Problem ist, dann lass es uns mit Geld lösen. Ich glaube, das ist oft gar nicht der richtige Weg.

Also an was und welchen Faktoren alles eine Geburtenrate hängt, da mag Geld eine Rolle spielen, das glaube ich auch, glaube ich schon, aber ganz bestimmt nicht in diesen Sphären von Gehältern. Also ich könnte mir schon vorstellen, dass sich manche Gruppen von Einkommensgruppen überlegen, ob sie ein zweites oder ein drittes Kind haben wollen, weil das halt ganz schön teuer ist. Das ist einfach so.

Und denen sollte man helfen. Tut man übrigens auch mit Kindergeld, Kinderzuschlag, Wohngeld, was es alles so gibt im deutschen Sozialstaat. Aber ich verstehe nicht, Warum wir nicht in der Lage sind, in Ruhe eine Debatte darüber zu führen, ist das wirklich eine Gruppe von Bedürftigen? Lösen wir ein Problem, das die haben, sinnhaft mit Geld? Die haben doch genug Geld. Also zumindest nach landläufigen Vorstellungen haben sie das.

Zumindest auch nach Vorstellung des deutschen Steuerrechts. Deswegen zählen sie ja auch groß. Herr Lehrer, ich habe eine Idee. Ich finde, wir sollten diese Ja, Schüler Augstein. Erst wenn ich sie dran nehme. Schnabel. Es ist so, der Hintergrund ist, dass praktisch der Bundesfinanzminister den einzelnen Ministerien gesagt hat, ihr müsst alles sparen. Und das Familienministerium soll irgendwie was 450 Millionen sparen. Und das geht irgendwie nur beim Elterngeld, weil das der größte Posten ist.

Und das ist praktisch der Hintergrund der ganzen Geschichte mal so als Faktum. Und ich finde, wenn das schon gemacht werden muss, dann, und es ist ja in der Tat so ist, dass es eigentlich im Moment quasi eine unsoziale Förderung ist, weil warum sollen Leute, die so viel Geld bekommen, auch noch dafür Geld kriegen, Kinder zu kriegen, das leuchtet mir ehrlich gesagt auch nicht ein.

Finde ich total unsinnig. Aber, was mir einleuchten würde, wäre, wenn man die Reform jetzt so macht, dass man sagt, okay. Ihr kriegt ich weiß nicht wie viel, 17 Monate, glaube ich, ist diese Elternzeit, diese bezahlte Elternzeit in Deutschland sind, glaube ich, 17 Monate und die teilen wir auf Mutter und Vater. Und wenn ihr die je hälftig nehmt, dann kriegt ihr diese 17 Monate.

Wenn aber der Vater sagt, oh nein, ich kann das natürlich nicht machen, weil mein Beruf ist so wichtig, ich bin total unabkömmlich im Büro, außerdem verdiene ich auch wahnsinnig viel Geld und ich weiß auch gar nicht, was man mit den Kindern anfängt, weil das wollte ja eigentlich nur mal eine Frau und ich lieber mehr und so.

Dann würde ich sagen, dann gibt es eben auch kein Elterngeld, dann hast du Pech gehabt und so, dann nimmt halt nur die Mutter und dann nimmt eben der Vater nicht und dann gibt es auch keine Kohle. Also, die Schweden machen das vor, nicht ganz so, ich habe jetzt recherchiert, ich will das jetzt nicht, weil das führt jetzt hier ins Detail, die Schweden teilen es auch nicht genau gerecht auf, aber sie haben einen Schritt in diese Richtung gemacht.

Und das wäre eine moderne Form dieses Elterngelds, dass man sagt, Mutter hat so und so viele Tage, Vater hat so und so viele Tage und die lassen sich zwischendurch nicht verrechnen. Ja, ist eine ganze große Stange Gesellschaftsklempnerei, weil sie ein bestimmtes Familienmodell dann massiv mit Geld fördern. Kann man ja machen, wenn man das unbedingt will. Ich weiß nicht genau, ob es dafür eine gesellschaftliche Mehrheit gäbe, aber das wäre immerhin deutlich...

Wieso fördert man damit ein Familienmodell? Man fördert Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern. Man fördert kein Familienmodell, sondern Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern. Individuell, individuell. Absolut, sie fördern, wenn sie das an die Bedingungen knüpfen, beide müssen es zu gleichen Teilen getan haben, Mutter und Vater, knüpfen sie also an eine gleiche Verteilung der Erziehungsarbeit die Förderung. Ja, finde ich richtig. Können sie richtig finden, kann man aber auch falsch finden.

All jene, die denken, nee, das ist irgendwie eine andere Aufgabenteilung, halten wir für die richtigere, gerade meinetwegen in den ersten ein, zwei Kinderjahren, ist es irgendwie wichtiger, dass die Mutter dabei ist und der Vater ist auch wichtig, aber vielleicht ist eben noch ein Tick wichtiger, dass die Mutter dabei ist. Dieses Familienmodell, Familienbild, hat es halt auch ewig und sechs Tage gegeben und es war jetzt nicht nur falsch, glaube ich. Nein, früher war sowieso nicht alles falsch.

Es gibt ganz viele Dinge, die früher auch total okay waren. Aber ich finde, der Staat, die Gesellschaft hat das Recht und die Möglichkeit, sich über solche Sachen neu Gedanken zu machen und auch das Wort Gerechtigkeit neu zu definieren. Und das ist doch eines der Hauptprobleme unseres Sozialstaats.

Ist doch, dass er mit dem besten Willen der Welt, denn das ist immer ein guter Wille gewesen, der dahinter steht, glaube ich sofort, in Wahrheit in Schieflagen, Verzerrungen und zu ungerechten Situationen geführt hat. So wie Sie gesagt haben, in Wahrheit haben wir einen Sozialstaat, der an ganz vielerlei Stelle nicht nur das Geld irgendwie so versickern und verschwenden lässt, sondern der auch Leute fördert, die es in Wahrheit gar nicht brauchen.

Die haben sich aber daran gewöhnt, sozusagen auch von den Fördertöpfen zu profitieren. Und das finde ich auch falsch. Aber das, glaube ich, ist der springende Punkt.

Die Reformunfähigkeit dieses Systems namens Sozialstaat, die großen Schwierigkeiten ist zu reformieren, sagen wir mal so unten noch nicht alle Türen zugeworfen, rühren doch daher, dass wenn immer sie daran gehen, sie rechtfertigen müssen, am Sozialstaat Veränderungen vielleicht sogar Einsparungen vorzunehmen und sei es nur bei Dingen, die offenkundiger Unfug sind. Aber sie sind an den Sozialstaat gegangen. Und das ist ein Tabu. Und wir haben es geschafft, alle miteinander.

Die CDU genauso wie die CSU und die SPD sicherlich auch. Und die AfD macht da auch volles Rohr mit. Es geschafft, den Sozialstaat für sakrosankt zu erklären. Und zwar nicht nur in seiner Idee und seinem Wesen, wir helfen Bedürftigen, sondern in jeder kleinen Verästelung. Das heißt, sie müssen jedes Mal, wenn sie an einem kleinen Schräubchen drehen wollen, die ganz große Diskussion führen, schadet das der Demokratie, wenn wir jetzt an den Sozialstaat gehen. Was passiert?

Was wählen jene Menschen, die dann das Elterngeld nicht mehr kriegen, obwohl sie im Geld schwimmen? Wie sakrosankt und wie schwierig das ist, merkt man ja übrigens ein anderes Stichwort. Sie hatten eben Elterngeld, jetzt kommt Rentendebatte. Die Rentenkommission. Redet darüber, denkt darüber nach, wie man das machen soll. Ende Juni will sie ihre Vorschläge machen. Bisher ist relativ wenig durchgesickert. Alle finden das toll, dass wenig durchgesickert ist. Jetzt ist plötzlich was durchgesickert.

Und zwar zu einem Zeitpunkt so lange vor dem eigentlichen Termin, dass jetzt noch richtig Zeit ist, um die ganze Geschichte schön zu zerreden. Das ist also im Grunde wie so eine Art Schuss unter der Wasserlinie für dieses ganze Ding. Was durchgesickert ist, ist, die Rentenkommission will angeblich empfehlen Rente ab 70. Es gibt schon ganz viele Dementis von Leuten, die in der Rentenkommission sitzen. Ich war eben übrigens der Kollege Augstein, das hatten wir jetzt eben nicht

gesagt. Viele Leute können unsere Stimmen nicht auseinanderhalten. Und jetzt hat eben der Kollege Blome übernommen. Blome, jetzt sind Sie wieder dran. Jetzt spreche ich und mein Name ist Nikolaus Blome. Nikolaus Augstein? Entschuldigung. Habt ihr geheiratet? Nein, das wäre Dankeschön. Das fände ich toll. Also ich wäre dabei. Darf ich Trauzeugin sein? Von beiden? Ich weiß nicht, was meine Frau dazu sagt.

Diese Form von Fantasien mal in dunkle Räume in den unteren Kellergeschossen, verklappen und versperren. Also zurück zur Rente mit 70. Ja, da ist offenkundig was rausgesickert aus dieser Kommission. Die Leute, die mit denen wir dann gesprochen haben, sagten, nee, das stimmt gar nicht. Das haben wir gar nicht besprochen. Also da hat die Bild-Zeitung möglicherweise ein bisschen was falsch verstanden. Vielleicht ist der Rentenpapst der Bild-Zeitung, Dirk Hören,

jetzt endgültig in Rente gegangen. Ich weiß es nicht genau. Aber Sie haben recht. Auch da wird eine große Debatte losgehen. Kriegen wir es hin, erkennbare Widersprüchlichkeiten im deutschen Rentensystem aufzulösen? Kriegen wir es hin, eine intelligentere Lösung zu finden, als das stumpfe Heraufsetzen des Renteneintrittsalters für alle? Was wirklich falsch wäre, da bin ich auch gegen. Alle Leute bis 70 hier arbeiten zu lassen, heißt ganz vielen zuzumuten, früher mit Abschlägen rauszugehen.

Und Sie wissen, jedes Jahr, dass Sie vor dem gesetzlichen Rentenalter tatsächlich in Rente gehen, bezahlen Sie mit 3% weniger Rente. Also drei Jahre früher ist fast 10% weniger Rente, gesetzliche Rente wohlgemerkt. Es gibt aber ganz viele Lösungen und ich bleibe irgendwie ziemlich zuversichtlich, dass es dieses Mal klappt.

Sie könnten ja zum Beispiel sagen, wir setzen nicht das Renteneintrittsalter für alle fest, sondern wir setzen fest, eine volle Rente gibt es, je nachdem wie viele Punkte du eingesammelt hast, ist dann bestimmt die exakte Höhe, aber die volle Rente gibt es erst, wenn du 40 oder 45 Jahre gearbeitet hast. Und wenn du mit 15 auf dem Bau angefangen hast, dann kannst du mit 60 gehen.

Wenn du mit 25 oder 27 angefangen hast, weil du studiert hast, dann kannst du mit 70 oder 72 gehen und kriegst deine volle Rente. Du kannst auch vorher gehen, aber dann musst du halt die Absprüche in Kauf nehmen. Das wäre eine Differenzierung, eine gerechte Sache. Die Frage wird sein, kriegen wir ein so komplexes, riesengroßes, hunderte von Milliarden umwälzendes System noch einmal frischer gedacht, intelligenter gedacht?

Das Interessante sind doch die Leute, deren Beruf es ist, dieses System zu verteidigen. For better or for worse. Die stellen sich dem natürlich den Weg entgegen. Und zwar völlig egal, glaube ich, welche Art von Reformen gemacht wird. Finden sie jetzt immer irgendeinen Verband oder irgendeine Kommissionsvorsitzende oder irgendeine Abgeordnete oder ich weiß nicht was, der dann praktisch sagt oder die sagt, das können wir überhaupt nicht machen, dass die Axten sind. Und ich glaube...

Ich frage mich, und das meine ich jetzt ohne, das Problem ist, es fällt so leicht, sich darüber lustig zu machen. Andererseits ist es natürlich auch ganz schön bitter. Und ich frage mich, woher kommt da die Kraft, die Energie, das so zu durchbrechen, ohne dass es irgendwie undemokratisch ist oder so patriarchalisch oder quasi mit so verbaler Waffengewalt so durchgesetzt wird. Woher kommt einfach die Kraft zur Umsetzung?

Und ich fürchte, und das ist eben das Merkwürdige auch in so einem komplexen System wie der Bundesrepublik Deutschland, dieses Renten, Elterngeld, ist ja alles wahnsinnig kompliziert und so.

Und am Ende läuft es dann tatsächlich auf den oder die Kanzlerin hinaus, dass man sagt, hat der oder sie die Führungskraft, allen Leuten das Gefühl zu vermitteln, ey, das betrifft auch dich, auch du musst jetzt mal dich zusammennehmen und einsehen, dass dein Beitrag zur Reformierung dieses Landes darin besteht, jetzt mal die Klappe zu halten, zum Beispiel. Und nicht den Widerstand zu leisten, für den du sonst immer bezahlt wurdest, der sonst sozusagen deine Jobdescription ist.

Jetzt trittst du mal einen Schritt zurück, weil es wichtig ist. Und das kann dieser Mann nicht. Merken Sie das? Ich glaube, da wird das plötzlich zum echten Problem, dass ihm die Führungskraft fehlt. Augstein, ich glaube, das müssen wir gar nicht so pathetisch aufladen. War das jetzt sehr pathetisch? Ich fand es vergleichsweise pathetisch und ich meine es gar nicht böse. Und ich glaube, es geht auch nur zwei Etagen tiefer auf so einer Vernunftsebene, was sie aus der Welt schaffen müssen.

Und da müsste so ein Abrüstungs-, nicht-Angriffspakt sein. Ist die Verhetzung bestimmter Vorschläge als Kürzung. Also alle Rentenlobbyisten reden von Rentenkürzungen, obwohl die Rente niemals gekürzt wird. Jeder Rentner wird im Monat X mehr haben als im Monat X-1 davor. Wenn die Rente etwas langsamer steigt, steigt sie aber immer noch. Und das ist alles, worüber wir reden.

Also wenn wir es schaffen würden, zumindest offenkundige Wahrheitswidrigkeiten, nicht in den öffentlichen Raum zu werfen, um den Leuten Angst zu machen, wären wir einen Schritt weiter. Und der zweite Schritt wäre, und dann sind wir beim Bundeskanzler, dass er uns erklären könnte, hier wird niemandem etwas gekürzt. Wir machen ein paar Sachen rückgängig, die einfach nicht funktioniert haben. Wir egalisieren ein paar Widersprüche, die sehr, sehr teuer sind im System.

Wir fördern im Moment, habe ich schon ein paar Mal erzählt, mit meiner zweistelligen Milliardenbeträgen, das frühere Ausscheiden aus dem Arbeitsleben und jetzt fördern wir ebenfalls mit Steuergeld und hohen Beträgen das längere Bleiben im Arbeitsleben. Jetzt müssen wir uns halt einmal entscheiden. Das müsste doch kommunizierbar sein. Dazu müssen Sie jetzt nicht... Der flammende Orator der großen staatspolitischen, pathetischen Rede sein.

Sie müssten doch einfach nur sagen können, ey Leute, da sind so ein paar Sachen schief gebaut und schief gewachsen. Das machen wir jetzt rückgängig, wir begradigen das und dann reicht das Geld wieder für alle, die es wirklich brauchen. Blume, das ist ganz lustig, was Sie eben gesagt haben, das geht auch unpathetisch. Und dann fingen Sie ganz vernünftig an und endeten dann eben in einem noch viel größeren Pathos als ich vorher. Sie endeten im Appell an die Vernunft-Pathos

und pathetischer wird es gar nicht mehr. Und das nehme ich Ihnen gar nicht übel. Ich glaube, anders geht es auch gar nicht, denn man muss offensichtlich ein Potenzial hier mobilisieren, von dem man hofft, dass es irgendwo schlummert, weil man es sozusagen von außen nicht erzeugen kann.

Nämlich so eine Art Verantwortungspotenzial, Veränderungsbereitschaftspotenzial und ich weiß nicht, das ist, keine Ahnung, ich sehe das irgendwie nicht bei den Leuten, weil es ist dann immer so individuell, wie gesagt, will jeder, da aber alle grundsätzlich das Gefühl haben, dass jeder den anderen immer über den Tisch ziehen will. Eigentlich ist es eine klassische spieltheoretische Situation, im Wahrheit.

Das ist praktisch das Gefangenen-Dilemma, wobei das ja so funktioniert, dass die Probanden nicht wissen, wie sich der andere entscheidet. Und hier ist es so, dass man dem anderen immer nicht glaubt, dass er sich so entscheiden wird, wie er es sagt. Also weil das mangelnde Vertrauen das Problem ist. Deshalb nochmal. Jeder ist bereit, sich zu bewegen, wenn der andere sich zuerst bewegt.

Und aus dem Dilemma kommen sie nur raus, wenn sie einen Chef haben, der sagt, Leute, schnauze, jetzt bewegen wir uns alle zusammen, weil es anders nicht geht. Und das kann Friedrich Merz nicht. Deshalb nochmal, ich lande wieder bei der mangelnden Führungskraft dieses Bundeskanzlers. Und ich finde es so komisch, auch ein interessantes Thema. Er ist jetzt seit was, anderthalb Jahren oder knapp oder so, ist ja egal, Bundeskanzler. Seit einem Jahr.

Ja, ein paar Monate. Seit einem Jahr Bundeskanzler. Vorher hatte er keine solchen Ämter inne, so in dieser Preisklasse, in der Art. Und es war eigentlich wie so eine Art Wette, dass er die Führungsfähigkeit besitzt, das zu können. Man dachte dann, naja, er hat sich im internationalen Finanzmarkt irgendwie bewährt, weil er bei Blackrock war und hat da irgendwie so viel Geld verdient, dass er sich so eine kleine einmotorige Propellermaschine kaufen kann.

Was ich jetzt gar nicht so beeindruckend finde, sorry, aber nicht, weil ich jetzt irgendwie so viel Geld habe und mir so ein großes Flugzeug kaufe, sondern weil ich das schon so wahnsinnig spießig finde, wie er mit diesem Flugzeug da auf Sylt gelandet ist. Aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema, sorry. In Ihrem Flugzeug kann das Flugzeug von Friedrich Merz landen. Ja, ganz klar. Da würde ich auch herabschauen. Genau, und auch Donald Trump kann auch mitlanden und so weiter.

Sie wissen ganz genau, was ich meine. Er ist showing off, das Geld, was er verdient hat. Er trägt das vor sich her und die Leute haben das mitgemacht und haben ihm das geglaubt. Das war im Grunde wie so eine Art PR-Show. Und jetzt stellt man fest, scheiße, der kann das aber gar nicht. Der ist gar kein richtiger Top-Politmanager. Der ist im Grunde gar keine richtige, echte Top-Führungskraft. Sondern der sitzt immer so daneben und guckt zu.

Und dann zwischendurch rutscht ihm mal wieder irgendwie so eine unsinnige Bemerkung raus, weil er irgendwie nicht checkt, dass er jetzt irgendwo auf dem Kirchentag ist. Jetzt möchte er sich dann so gemein machen mit den Jugendlichen und sagt so, ich kann das total verstehen, wenn ihr nicht nach Amerika fahren wollt. Ich würde meine Kinder auch nicht nach Amerika schicken. Und dann nachher alle so, Friedrich, du bist jetzt aber Bundeskanzler, jetzt heißt das aber was anderes.

Jetzt hattest du für einen Moment, warst du mit den Jugendlichen beim Kirchentag auf einer Linie und sie mochten dich vielleicht. Aber nachher musst du schon wieder deine Worte aufessen. Er kann es nicht. Nee, Kollege Augstein, das ist mir zu einfach. Erstens ist es niemals der Kanzler allein oder die Kanzlerin, die ist schon wichtig und klar, Führungen vorkommen richtig, alles richtig.

Gleichzeitig ist das hier halt eine Koalitionsregierung. Und gleichzeitig gibt es noch gesellschaftliche Gruppen, die sich an diesen Sozialstaat, und meinetwegen nehmen wir die Rente, klammern wie an die letzte Planke, bevor sie ertrinken. Weil sie politisch nichts haben, was sie anderweitig noch zu verteidigen haben, von dem sie annehmen, dass es womöglich bei den Leuten gut ankäme, wenn sie diesen Verteidigungskampf so wie sie ihn führen, führen.

Und ich glaube, es wird auf diese Gruppen ankommen, es wird auf den DGB ankommen, es wird auf die Gewerkschaften auch einzeln in den Branchen ankommen, es wird auf die Unternehmer ankommen und natürlich parlamentarisch dann auf die SPD, ob diese Reformen ins Werk gesetzt werden können. Und das muss eine SPD, mindestens eine SPD-beteiligte Regierung tun.

Damit dieser Teil der Gesellschaft, der sich davon, wie ich finde, zu Unrecht, aber subjektiv halt nun einmal doch bedroht fühlt, eingesammelt wird, damit er nicht stiften geht und ganz was anderes tut. Insofern glaube ich nicht, dass Friedrich Merz die entscheidende Rolle spielt. Diese Koalition ist das Entscheidende. Und der Druck, etwas zu machen, ist ja unerweisbar. Den spüren die Leute ja auch. Den sieht doch jeder. Okay, egal.

Wir steigen jetzt aus dem Thema aus. Wir werden darüber sicherlich noch das eine oder andere Mal reden. Abgerechnet wird im Herbst, wenn die AfD den Osten übernommen hat und in der CDU das Rumoren so laut wird, dass dann spätestens sozusagen die Scherkräfte so groß werden, dass Merz den Laden gar nicht mehr zusammenhalten kann. Das ist nämlich meine Prognose, wenn Sie so wollen, für das,

wie es hier weitergeht. Seine eigene Partei wird so unruhig werden, weil der ganze Osten wegbröckert und man traut es ihm nicht zu, das Ding zu führen. Er ist ja am Schluss der Kanzler. Sie können dann immer sagen, die SPD muss, die SPD sollte. Aber er ist halt der Kanzler. Ja, stimmt. Aber er steht ja auch nicht allein auf dem Planeten. Oder wie Angela Merkel sagte, die Richtlinienkompetenz eines Kanzlers in Deutschland reicht immer genau so weit, bis der Koalitionspartner aufsteht und geht.

Also das ist ja eine gewisse Bedingtheit, die können sie ja nicht wegdiskutieren der Mann ist ja eben nicht der König, der verfügen kann wir machen eine Fanmeile an jeder Ecke und nennen die Straße dann auch noch Friedrich-März-Straße aber die Unzufriedenheit wird dann von seinen eigenen Leuten kommen, das wollte ich damit sagen ja, das stimmt.

Und dann sag ich mal noch ein Treppenwitzchen wir haben ja von Rente gesprochen jene Partei, Namens AfD, die den Leuten 70% ihres letzten Gehaltes als Rente verspricht oder 70% des Durchschnittsgehaltes als Rente verspricht, weil das in Österreich halt auch so sei. Und da ginge das doch auch. Die wird dann also gewählt.

Wenn sie es machen wie in Österreich, sage ich hier nur nochmal, habe ich an anderer Stelle auch schon mal gesagt, wenn sie so machen wie es in Österreich ist, dann heißt das, dass sie Millionen Leuten die Rente ganz wegnehmen. Weil in Österreich kriegen sie eine Rente erst, wenn sie 15 Jahre eingezahlt haben. Und wer weniger eingezahlt hat, ist halt so. In Deutschland kriegen sie eine Rente, wenn sie schon 5 Jahre eingezahlt haben. Das ist dann eine kleine Rente, aber eben ist eine Rente.

Und die drückt aber den Schnitt und darum sieht das halt bei uns anders aus als 70% in Österreich. Also die AfD, wenn wir Millionen Leuten die Rente wegnehmen. Ja, ja, ja. Und wird dann gewählt von den Rentnern. Ich freue mich darauf, das haben wir uns ja schon vorgenommen, das machen wir nicht jetzt. wir werden noch vor den Wahlen, liebe Hörerinnen und Hörer. Vor den Wahlen im Ostdeutschland, darf man das sagen, Ostdeutschland? Ja, kann man sagen.

Jetzt gibt es ja auch eine Ostdeutsche Allgemeine, kann man also auch Ostdeutschland sagen. Vor den Wahlen in Ostdeutschland werden wir uns mit dem Wahlprogramm der AfD nochmal beschäftigen. Das ist so komisch, das kann ich allen Leuten nur empfehlen, lest das mal, weil es ist wirklich lustig oder nicht. Ich finde es wahnsinnig lustig, weil es komplett Gaga ist. Aber lest das mal und überlegt euch dann. Und es gibt dann in Sachsen-Anhalt 40 Prozent der Leute, die das wählen und wollen.

Aber das kommt ein anderes Mal, liebe Kinder. Darum kommt es jetzt nur noch zur Verlesung eines neuen Bibliotins zum Krieg in der Ukraine, dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Also eine kleine Durchsage. Meinerseits Blume, mein Name, die Ukraine gewinnt gerade. Woher wissen Sie das? Weil die Zeit.

Nicht mehr für Wladimir Putin spielt. Es scheint so zu sein, so sagen es zumindest kundige Beobachter, die man hier in der Stadt befragen kann, dass die Zeit, die immer für Wladimir Putin spielte, weil die Ukraine dieser Art Kampf nicht mehr lange durchhalten könne, weil sie ja viel kleiner ist, viel weniger und so weiter, und dann kommt noch Donald Trump, der nicht mehr hilft und bla bla bla, jetzt gegen Wladimir Putin spielt, weil er aus der Sackgasse,

in der er sich manövriert hat, nicht mehr herauskommt und das Gefühl von Sackgasse sich breit macht und die Ukraine aus eigener Kraft Dinge tun kann, für die sie vorher westliche Hilfe brauchte, nämlich zum Beispiel in bestimmten Wohnhäusern oder überhaupt in bestimmten Gebäuden und Raffinerien in Russland mal das Licht auszumachen, auch wenn die 3000 Kilometer entfernt liegen. Licht ausmachen heißt Menschen umbringen, töten, also im Krieg führen,

weil das klingt jetzt hier so spaßig. Ich wollte nur ganz kurz, wir wollen das jetzt hier nicht zu sehr verniedlichen. Die Ukraine greift jetzt Moskau so an, wie Russland die ganze Zeit Kiew angreift. Nein, das stimmt nicht. Also sie versuchen das. Sie tun, was sie können. Sie greifen Moskau an. Ich würde zwar nicht verspäseln. Das Volumen ist ein ganz bisschen deutlich was anderes. Im Übrigen geht es überwiegend auf Raffinerien. Und auf alle Fälle...

Ist Russland offenkundig nicht in der Lage, diesen Krieg zu gewinnen. Und das dreht sich jetzt um als Druck in Richtung Russland. Und Sie haben das ja gesagt, dass wir darüber heute reden wollen. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen unserer Arbeitsweise, liebe Hörerinnen und Hörer.

Dann habe ich mal angefangen rumzulesen und stelle fest, tatsächlich in den letzten Wochen, zehn Tagen, zwei Wochen, mehren sich auch in angelsächsischen Medien, New York Times, Economist, Meldungen, die in diese Richtung gehen. Ja, praktisch die Ukraine, das Blatt wendet sich, die Ukraine macht Boden gut oder die Russen machen keinen Boden mehr gut und die Opferzahlen steigen und so weiter. Und wenn Sie das mal sich angucken, dann irgendwie, Sie müssen mich jetzt bitte nicht falsch verstehen.

Sie dürfen jetzt nicht denken, aber ich habe das Gefühl, also ich glaube davon kein Wort, ich glaube das nicht, weil ich nicht weiß, ob es sich hier nicht um gezielte Informationspolitik handelt, von welcher Seite auch immer. Ich glaube auch die Opferzahlen nicht, mir ist aufgefallen, es gibt sehr präzise Schätzungen. Der Rahmen ist groß, sozusagen der Margin of Error, aber es gibt sehr gute Schätzungen für die russischen Opferzahlen, für die ukrainischen komischerweise nicht, ganz interessant.

Das ist ganz interessant, dass von der russischen Seite, also für die Gegnerschätzung, da wissen wir angeblich ganz genau, dass er irgendwie so 1000 Soldaten am Tag verliert und in der Größenordnung. Für die Ukrainer, mit denen wir eng verbündet sind, denen wir 30 Milliarden Euro jedes Jahr bezahlen, wissen wir es nicht.

Wie kann das eigentlich sein? achso, es liegt vielleicht daran, dass diese Informationen alle sowieso classified sind und immer einen Bias haben, also immer eine Agenda haben und so weiter. Und trotzdem, obwohl man das eigentlich wissen kann, erzählen sie das hier so, als sei das eine Tatsache, als könne man das sozusagen einfach so sagen. Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Ich weiß auch nicht ganz kurz, also erstens weiß ich es nicht. Wissen Sie, mich das erinnert, was Sie da sagen?

Es erinnert sich an Journalismus, das was man früher, dass man nämlich nur das schreibt, was man auch irgendwie belegen kann. Es erinnert mich an die... An die unterliegende Mannschaft im Fußballspielen, so in der 85. 90. Minute, sagt der Platz ist unbespielbar. Wir können das nicht zu Ende spielen, der Platz ist unbespielbar. Er war von Anfang an zu knallen. Ist doch mal egal. Sie sind der Meinung, dass Sie das beurteilen können. Ich kann das nicht beurteilen.

Das ist der erste Punkt, den ich habe. Ich referiere, habe ich ja gesagt, besagte Presseberichte aus verschiedensten, gut beläumneten Blättern, aus hiesigen Quellen, wenn Sie so wollen, im Regierungsviertel. Was davon ganz genau in der letzten Detailtiefe stimmt, kann ich natürlich nicht beurteilen. Nehme aber zur Kenntnis, dass in dem Augenblick, wo jetzt sich eine Einschätzung breitmacht, da scheint sich das Blatt momentan zu wenden, wohin das dann führt,

weiß man ja noch gar nicht. Akzeptieren Sie das nicht mehr? Derweil aber all die Zeit vorher. Sie die Einschätzungen über die Kriegslage ja doch selber immer benutzt haben, um zu argumentieren, die Ukrainer müssten jetzt mal aufhören, der würde doch nur noch sterben. Das ist auch ganz genau meine Meinung, das sehe ich auch heute immer noch so. Denn das, was ich Ihnen sozusagen seit Herbst 23 zu dem Thema sage, ist, seitdem hat sich der Frontverlauf im Wesentlichen nicht mehr verändert.

Das ist objektiv der Fall, denn das kann man ja nun mal feststellen. Ich weiß, das Wort Front macht heute einen anderen Sinn als früher, wegen der Drohnen und so weiter und so. Aber ehrlich gesagt ist das alles Pipifax. Im Wesentlichen hat sich an der Großwetterlage in diesem Krieg seit jetzt zweieinhalb Jahren nichts mehr verändert und deshalb habe ich dafür plädiert, das klingt auch ganz lustig, ich bin der Meinung Amerikaner und Russ und so, sehr witzig.

Also deshalb würde ich es begrüßen oder fände ich es richtig oder keine Ahnung was, wenn die das Kämpfen einfach aufhören. Denn in Wahrheit geht es nur um den verfickten Donbass. Das ist das Einzige, worum es jetzt geht. Weil die Ukrainer sagen, nein, ihr kriegt den Donbass aber nicht. Und die Russen sagen, wir wollen aber den Donbass. Dafür sterben jetzt jeden Tag tausend russische Soldaten. Ja, natürlich.

Dann wäre der Krieg vorbei. Wenn die Ukrainer sagen würden, okay, wisst ihr was Leute, ihr kriegt euren verkackten Donbass und jetzt ist Schluss, dann wäre der Krieg vorbei. Das glaube ich persönlich nicht. Doch, weil das ist der Exit, den Putin braucht. Denn Putin braucht natürlich auch einen Exit. Das wäre sein Exit, dass er sagt, ich habe den Donbass, hurra, ich habe den Donbass. Offenbar ist der Donbass was ganz Tolles, was jeder haben will.

Ich glaube, dass ihm das nicht reichen würde. Er könnte ja jederzeit den Krieg beenden. Offenkundig will er das nicht. Insofern würde ich diese Schuld nicht der Ukraine zuschieben. Mir ging es doch nur um Folgendes. Mir ging es doch nur darum, dass offenkundig diese ganzen Prognosen, das muss ins Auge gehen, das kann die Ukraine nicht durchhalten. Sie wird unterlegen, jetzt mach doch lieber früher als später Schluss, dass diese Prognosen jetzt massiv in Frage gestellt sind.

Das ist alles, was ich sage. Regen Sie sich wieder ab. Nein, das ist nicht richtig. Das ist alles, was ich sage. Und offenkundig musste Wladimir Putin, um das quasi an einem Ding mal sinnbildlich zu machen, in Deutschland.

Washington anrufen und darum bitten, dass jemand aus Washington in Kiew anruft und sagt, lasst uns unsere Truppenparade zum Ende des Zweiten Weltkrieges hier unbeschadet über den Moskauer Roten Platz rollen, weil sie ihre Hauptstadt, ihr Tafelsilber nicht selber beschützen können. Und das ist eine Art von Demütigung, von dem wir schon mal von Demütigung sprechen. Von so etwas erholt sich ein Diktator nicht so schnell.

Ja, weiß ich nicht. Ich glaube, dass das Stalemate, also das Putt, zwischen Ja, wie heißt es auf Englisch? Ja, witzig. Ich habe gesagt Stalemate, aber ich will jetzt hier nicht so mit so blöden Angliessischen rumwerfen, aber mir fiel das Wort halt nicht ein. Auf Deutsch Himmel, Herrgott nochmal. Hier spricht übrigens Nikolaus Blome. Nee, das ist jetzt, das geht so nicht. Das ist Identitätsglauben. Hier spricht Blome. Das ist digitale Gewalt.

Also, das ist jedenfalls, ich glaube, daran ändert sich in Wahrheit gar nichts. Was ich total grotesk finde, ist, dass jetzt diese ukrainischen Drohnen, weil sie loben ja so diese ukrainische Wehrtechnik. Alle loben jetzt die ukrainische Wehrtechnik. Wir müssen jetzt von den Ukrainer lernen, von den Ukrainerlerners, siegen lernen und so weiter. Die Drohnen, die fliegen jetzt praktisch also bis zu den Ölanlagen der Russen an der Ostsee.

Leider ist das Baltikum dazwischen und die eine oder andere Drohne fliegt über das Baltikum. Deshalb ist jetzt auch die litauische Regierung schon zurückgetreten, alle sagen immer, ja, wir wissen, ihr Ukrainer, ihr kämpft gegen die Russen und so, aber bitte könnt ihr versuchen, nicht mit euren Drohnen, die Ukrainer, ja, sorry, aber jetzt sind wir so stolz.

Merken sie nicht, dass dieser Krieg in gewisser Weise dabei ist, außer Kontrolle zu geraten, merken sie nicht, dass wenn sie die Russen so unter Druck setzen, dass das nächste, was passiert ist, dass der Russe sagt, okay, okay, ihr meint das jetzt ernst irgendwie so, ihr greift jetzt für Moskau an. Ihr meint es womöglich ernst, dass wir euch nicht umbringen sollen? Dann kommen wir jetzt hier mal mit taktischen Atomwaffen, dann sieht die Sache ganz anders aus.

Haben Sie darüber mal nachgedacht, dass das vielleicht auch eskalieren könnte? Und dass Sie dann sagen, nein, es hat sich aber gelohnt, dass wir so lange durchgehalten haben und wir haben den Donbass nicht hergegeben. Das ist total irre. Ihre Logik führt sozusagen ins Armageddon. Das ist die Armageddon-Logik, die Sie haben.

Ich glaube, das übertreiben sie maßlos, weil sie merken, dass ihre alte Logik, das gewinnt doch eh die russische Seite, jetzt halt offenkundig infrage gestellt ist, beziehungsweise womöglich sogar schon widerlegt ist. Und das mit den taktischen Atomwaffen hätte Wladimir Putin zu jeder Zeit machen können. Er hat es bislang nicht gemacht. Und ich persönlich denke, es ist eine faire Prognose zu sagen, das wird er auch nicht machen, weil dran drehen ihm die Chinesen

endgültig das Licht aus. Und das können sie in 14 Tagen. Dieses Regime Putin hängt zu 100% und mehr von China ab. Wenn die nicht mehr wollen, ist Schluss. Und ich könnte mir vorstellen, so war ja die Berichterstattung auch zu Beginn des Krieges. Dass das die rote Linie ist, die einzige rote Linie ist, die die chinesische Führung der russischen Seite gezogen hat. Das mit den Atombomben lässt du mal schön sein. Das hat der Kollege Blome gesagt. Der hat diese große Glaskugel sozusagen da

treiben. diese ganzen tollen Sachen. Er weiß es. Der große Kollege Blume hat Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, gesagt, Sie müssen sich keine Sorgen machen. Es gibt keinen dritten Weltkrieg. Es ist alles im Griff. Es hat sich gewohnt. Lieber Kollege Augstein, was Sie nicht ertragen können, und das ist mir jetzt schon in den letzten 15 Jahren wiederholt aufgefallen, ist Folgendes. Wenn jemand kommt und die Backen so sehr aufbläst, wie sie selber. Was?

Das ist dann schwer. Ich dachte, wir sind jetzt hier schon kurz vorm Ende. Jetzt hau ich noch einen raus. So was Gemeines gesagt. Das schneiden wir alles raus. Danke und tschüss, bis nächste Woche. Bis nächste Woche. Das war der Kollege Blumel.

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