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Straftaten: Die Kriminalstatistik zeigt ein verzerrtes Bild

Apr 20, 202611 minEp. 2205
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Episode description

Erstmals seit 2021 hat die Polizei im vergangenen Jahr einen Rückgang der Gewalttaten registriert. Die an diesem Montag in Berlin vorgestellte Kriminalstatistik zählt 212 300 Fälle, 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

“Weniger Straftaten, weniger Gewaltkriminalität bedeutet auch weniger Opfer“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) dazu. Die Gewaltkriminalität befinde sich aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau und bei schweren Gewaltverbrechen wie Mord, Totschlag und Sexualdelikten gebe es sogar einen Anstieg. Zudem gehe ein Teil des Rückgangs der Straftaten auf die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis im April 2024 zurück.

SZ-Innenpolitik-Experte Markus Balser verweist im Podcast auf Schwächen der Polizeistatistik: Sie erfasse nur Verdachtsfälle, nicht aber rechtskräftige Urteile. Zudem würden Dunkelfelder wie Wirtschaftskriminalität ausblendet.

Weitere Nachrichten: Gespräche zwischen Iran und USA ausgesetzt; neues Bündnis gewinnt Wahl in Bulgarien.

Zum Weiterlesen und -hören:

Hier finden Sie den SZ-Bericht über die Kriminalstatistik.

Unseren Fußball-Podcast “Und nun zum Sport” können Sie hier hören.

Moderation, Redaktion: Lars Langenau

Redaktion: Ann-Marlen Hoolt

Produktion: Juno Graner

Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über ZDF.

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Transcript

In Deutschland ist die Anzahl registrierter Straftaten leicht zurückgegangen. Trotzdem fühlen sich viele Menschen nicht sicher, wie passt das zusammen? Darüber spreche ich gleich mit Innenpolitik-Experten Markus Balser aus unserem Berliner Büro. Sie hören den SZ Nachrichten Podcast auf dem Punkt am Mikroslaas Langenau herzlich willkommen! Mehr als zweihundertund zwölf tausend Gewaltverbrechen hat die Polizei vergangenes Jahr in Deutschland registriert.

Das hört sich gewaltig an, ist aber weniger als im Jahr zuvor. Zwei Komma drei Prozent weniger um genau zu sein. So steht es in der frisch veröffentlichen Kriminalstatistik für das Jahr zwei tausendfünfundzwanzig. BKA-Präsident Hogga Münch hat die Ergebnisse der Statistik am Montag in Berlin so zusammengefasst. Die registrierte Klimatität ist zurückgegangen. Gewaltklimatät ist erstmals wieder rückläufig. Zeitetapertächtigen sinkt. Zugleich sehen wir aber auch Klimatät verändert sich.

sie wird digitaler Sie wird internationaler und sie wird auch an vielen Bereichen botaler. Und die Dunkelfelde hatten zeigen, dass Unsicherheiten- und Communitätsfurcht in Teilen der Bevölkerung zugenommen haben besonders nachts, besonders im öffentlichen Raum und besonders bei bestimmten Delikten wie Betrug im Netz, Körperverletzung und Sexual-Labelestigung.".

Neben dem BKR-Chef saß Innenminister Alexander Dobrin von der CSU – und er hat sich für ein besseres Sicherheitsgefühl vermehr Polizeipräsenz ausgesprochen. Dann kommen wir das auch bei den Menschen an und dafür geben es ja auch Gründe.". Ob das mit der Migration statistisch nachweisbar ist, was vielleicht entscheidender ist? Darüber spreche ich jetzt mit meinem Kollegen Markus Balser in Berlin.

Markus, die Kriminalität ist leicht zurückgegangen aber in der Wahrnehmung vieles ist die Bedrohung gestiegen. Wie erklären Innenminister Dobrindt und BKA-Chef Münch das? Ja, das war eine ganz interessante Passage an der Pressekonferenz heute Morgen als die Zahlen vorgestellt wurden denn so eine ganz klare Erklärung haben eigentlich wieder der Innenminister noch der BKA Chef Volker Münch In.

Minister Dobrindt hat das noch am ehesten damit erklärt, dass es vielleicht einfach etwas Zeit braucht bis aus diesen nackten Zahlen auch ein Gefühl von etwas mehr Sicherheit werden kann. Dass sich vielleicht diese Tendenz rückläufiger Straftaten-Zahlen noch ein bis zwei Jahre festigen muss, damit dann aus diesen statistischen Werten auch so etwas wie ein etwas besseres Sicherheitsgefühl wird.

Aber man muss ja auch sagen die Statistik, die liefert tatsächlich auch ein gemischtes Bild und durchaus auch Grund dafür eben an öffentlichen Orten nicht allzu sicher fühlen. Dann lass uns da noch mal drauf schauen, in welchen Bereichen sind denn weniger Straftaten registriert worden? Also es gibt eine ganz große Zahl.

das sind fünf bis fünf Millionen Straftatenfälle auf die die Fahne für zwei tausendfünfundzwanzig in dieser polizeilichen Kriminalstatistik kommen klingt wahnsinnig viel ist aber immerhin erst einmal sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Und worauf die Fahnder auch hinweisen ist, dass es eben schon das zweite Jahr in Folge ist wo diese Zahl der Straftaten oder der verdächtigen Fälle eben zurückgehen.

Klar ist aber auch, dass das noch kein Hinweis für eine wirkliche Entwarnung ist Denn ein Großteil dieses Rückgangs geht eben auf eine Gesetzesänderungen zurück. Viele werden das vielleicht noch im Kopf haben Die Teillegalisierung beim Besitz und Anbau von Cannabis vor eineinhalb Jahren. Und die lässt eben die Zahl sinken, gerade bei Rauschkräft-Straftaten weil eben einige dieser Taten überhaupt nicht mehr als Straftaten gelten und inzwischen legalisiert sind.

also man kann Cannabis besitzen dann kann auch damit in gewisser Weise handeln. Insofern gibt es eben in diesem Bereich einfach einen statistischen Effekt der besagt sechzigtausend Straftatens weniger. Insgesamt haben wir einen rückläufigen Effekt bei der Kriminalität, bei der Entwicklung der Straftaten aber eben erstaunlicherweise gerade bei besonders schwerer Gewalt. Da haben die Fahnder gemerkt dass es eine deutliche Zunahme gibt in der Kategorie Mord Totschlag und Tötung auch verlangen.

beispielsweise sind die Fallzahlen um fast sieben Prozent gestiegen immerhin auf fast zwei tausend fünfhundert Fälle. und auch bei Sexualstraftaten also Vergewaltigungen, sexuelle Nötigung Aber auch sexuelle Übergriffe in besonders schwerem Fall. Die haben deutlich zugenommen, da sind die Zahlen um fast neun Prozent gestiegen auf fast fünfzehntausend Fälle.

Heißt also es gibt weniger Kriminalität aber eben auch eine sinkende Hemmschwelle möglicherweise für besonders schwere Verbrechen und das macht den Pfarrnern natürlich verständlicherweise Sorgen. Also dann ist das gar nicht so unbedingt mit diesem Unsicherheitsgefühl wenn es beim Mord- und Totschlag eigentlich mehr Fälle gibt. Also es ist zumindest verständlich, dass das Sicherheitsgefühl jetzt nicht so wahnsinnig gestiegen ist.

Es gibt einfach eine Zweiteilung dieses Sicherheits-Gefühls in ihrer Wohngegend. Dafür fühlen sich die Menschen in Deutschland ziemlich sicher. Sie sind über neunzig Prozent der Befragten sagen sie hätten in ihren Wohngebieten ein besonders hohes Sicherheits Gefühl. wenn man sich dann die Zahlen an Bahnhöfen tagsüber anschaut Da nimmt die Zahl schon etwas ab, dann sagt diese Zahl das Sicherheitsgefühl auf etwa siebzig Prozent. Und nachts fällt es sehen noch deutlich niedriger aus.

also wenn man sich da die Zahlen für Bahnhöfe und Parks anschaut dann sagen nur noch zwischen zwanzigund dreißig Prozent der Deutschen, da fühle ich mich sicher. Und da gibt es eben einigen Handlungsbedarf des Sehendiebehörden auch und haben heute auch nochmal verstärkte Polizeipräsenz angekündigt. Es war ganz interessant, Hamburgs Insenata an die Krote, der war heute mit dabei.

Er hat die Zahlen mit vorgestellt und dabei auch erzählt dass diese Präsenz in Hamburg beispielsweise an einzelnen Stellen schon deutlich ausgebaut wurde und das damit auf das Sicherheitsgefühl gestiegen ist. also es gibt etwas zu tun man kann etwas tun aber die Behörden müssen da wahrscheinlich auch mit einiger Polizeipräsenz eben noch nachlegen. In Mr. Dobrindt hat den Rückgang der Kriminalität auch mit dem Rückgang.

Also tatsächlich, Herr Dobrindt hat auf der PK es gerade so dargestellt als Lieferin der Rückgang der Migration eben auch einen glasklaren Grund für den Rückgang von Straftaten. Die Straftate sind in den vergangenen Jahren gewachsen die Zahl der Zuwanderer auch nun gehen die Migrationszahlen eben zurück seit dem vergangen Jahr und auch die Zahl des Straftates und sein Schluss ist eben quasi. da muss es ja einen Zusammenhang geben.

Und tatsächlich gibt es eine Zahl, die auch einen Zusammenhang naheliegt. Also der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen an allen tatverdägigen ist ziemlich hoch. Er liegt bei etwa einem Drittel also thirty-fünf Prozent und damit eben auch doppelt so hoch wie der Antteil der Ostländer an der gesamte Völkerung in Deutschland. Es gibt aber eben ein großes Aber, denn Kriminalogen waren davor, daraus jetzt den glasklaren Schluss zu ziehen. Ausländer seien deutlich krimineller als Deutsche.

Denn die Statistik der Polizei gibt die wirkliche Lage nur teilweise wieder. Es geht ja in der Statistika-Polizei, die heute vorgestellt wurde, um Verdächtige und nicht um verurteilte Straftäter. Das kann also durchaus sein... dass sich so eine Anzeige als falsch erweist. Und da muss man eben wissen, sagen auch Kriminologen das tatverdächtige ausländische Herkunft zum Beispiel viel häufiger angezeigt werden als Deutsche.

Es gibt also keinen ganz klaren Beleg dafür, dass diese verdächtigen Zahlen dann auch tatsächlich ein Beleg einer deutlich höheren Kriminalität sind. Also wenn man da schon Frage zeigen machen muss wie verlässlich ist denn dieses Statistik? Man muss schon sagen, diese polizeiliche Kriminalstatistik gilt als wichtiges Barometer für die Entwicklung der Kriminalität. Aber sie hat eben auch ziemlich deutliche Schwächen und lässt einiges offen.

Es geht also in der Statistik vor allem um Verdachtsfälle und auch um Anzeigen, die sich später als falsch erweisen können. Das heißt, in die Statistiken fließen solche Ereignisse ein von denen wir noch nicht wissen ob sie tatsächlich stimmen Und es fließen natürlich nur Ereignisse ein, die der Polizei auch bekannt sind.

Das heißt in Bereichen wie der Finanzkriminalität beispielsweise oder aber auch der familiären Gewalt oder der partnerschaftlichen Gewalt da wissen wir eben dass das Dunkelfeld besonders groß ist und dass diese Fälle zum großen großen Teil einfach überhaupt nicht in diese Statistik einfließen wird. also verzerrt das Bild. Vielen Dank für das Gespräch.

Danke dir Lars. Eigentlich hätte es diesen Montag weitere Verhandlungen zwischen den USA und Iran geben sollen, doch Iran hat die in Pakistan geplanten Verhandlung abgesagt. Tehran begründet das mit der fortgesetzten Sehblockkarte durch die US-Marine sowie mit Jumps ständigen Kurswechseln und übertriebenen Forderungen.

Laut Jump hat das US Militär am Sonntagabend im Golf von Oman gewaltsam einen iranischen Frachter beschlagnahmt sofort die Iran-Schiffe beschossen, die die blockierte Straße von Normus passieren wollten. Noch gilt die Waffenruhe auf die sich Iran und die USA geeinigt haben – die allerdings läuft in der Nacht zum Mittwoch aus. In Bulgarien hat am Sonntag bei der Parlamentswahl ein neugegründetes Bündnis deutlich gewonnen.

Die Allianz progressives Bulgarien von Ex-Präsident Roman Rades hat laut vorläufigen Ergebnis fast fortyfünf Prozent der Stimmen bekommen. Demnach kann das Bündnis mit absoluten Mehrheit rechnen. Radefahrt versprochen, die Korruption in Bulgarien zu bekämpfen. Die ganze Nacht hupende Autos und überall feiernde Freude strahlen im Mensch mit rotem Schalz.

Man sollte meinen dass der vorzeitige Gewinn der deutschen Meisterschaft des FC Bayern hier in München mit einem mehr aus Rot weiß gefeiert wurde. War aber nicht so. Spieler und Fans haben den fünfundreißigsten Titelgewinne sehr routiniert aufgenommen Und auch meine Kollegen konzentrieren sich in unserem Fußball-Podcast und nun zum Sport bereits auf das, was für den FC Bayern auch noch möglich wäre. Nämlich ein Triple im DFB-Pokal und in der Champions League!

Sie finden den Link zu diesem Podcast in den Schaunen uns. Redaktionsschluss für auf dem Punkt vor sechzehn Uhr. Produziert hat diese Folge Juno Grana. Vielen Dank dafür und Ihnen für Ihre Zeit. Bis morgen.

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