Drei Frauen haben der SZ erzählt, sie hätten als siebzehnjährige sexuelle Verhältnisse zu einem berühmten Münchner Musiker gehabt. Nämlich zu dem Liedermacher Konstantin Wecker. und Sie sagen, dass sie auch heute noch unter den Folgen dieser Beziehung leiden! Um diese SZ-Rechersche zur Vorwürfe des Machtmessbrauchs geht es heute bei auf dem Punkt – ich spreche darüber gleich mit meiner Kollegin Lea Weinmann aus dem SZ Investigativ Team.
Sie hören den SZ Nachrichten Podcast heute mit mir, Anmalin Holt. Seit fünfzig Jahren ist Konstantin Wecker Liedermacher und Sänger. Der heute seventy- jährige schreibt gesellschaftskritische Texte, er engagiert sich für soziale Gerechtigkeit gegen Rechtsextremismus und Krieg. Im vergangenen November hat die SS öffentlich gemacht dass Konstantino Wecker ein Verhältnis zu einer fünfzehnjährigen Schülerin gehabt haben soll. Sie ist heute erwachsen.
Mein Kollegen hat sie erzählt das sie damals anderthalb Jahre lang fast täglich Kontakt zu Constantine Wecker gehabt habe. Die SMS die ihr zur derzeit geschrieben habt liegen der SS vor. Sie war damals fünfzehn, er dreinsechzig und als die Schülerin dann sechzehn wurde soll Wecker auch Geschlechtsverkehr mit ihr gehabt haben. Sein Anwalt hat im November dazu mitgeteilt dass es sich nach Weckers Erinnerung damals um eine einvernehmliche Beziehung gehandelt habe.
unter moranischen Maßstäben sei's aus Weckern Sicht gänzlich unangemessen gewesen. Wecker hat sich dazu entschuldigt an Details aus dieser Zeit könne er sich aber nicht erinnern er sei damals schwer alkoholkrank gewesen. Danach, also seit November haben sich drei weitere Frauen bei der SZ gemeldet die ebenfalls angeben einen Intimes Verhältnis zu Konstantin Wecker gehabt zu haben. Und sie alle waren damals siebzehn Jahre alt.
Mein Name ist Marie Franz und ich war als Teenagerin ein riesengroßer Fan von Konstantina Wecker. Als ich siebzen war hat er mich am nächsten Morgen nach seinem Konzert auf sein Hotel eingeladen und dort Sex mit mir gehabt. Marie-France ist eine der Frauen, die sich bei der SZ gemeldet haben. Heute ist sie thirty acht Jahre alt. Konstantin Wecker ist vierzig Jahre älter als Sie und Marie-Franz traut sich erst jetzt öffentlich darüber zu sprechen was sie mit Wecker erlebt haben will.
Sie nennt das heute eine extrem schmerzhafte Erfahrung. Ich habe ja meine ganze Jugend hindurch seine Musik gehört Nachdem wir uns getroffen hatten. nach diesen Malen konnte ich sie nicht mehr hören Und ich kann sie bis heute nicht hören. Ich kann Sie keine zehn Sekunden hören.".
Konstantin Wecker hat sich zu den Schilderungen der Frauen nicht geäußert, sein Anwalt verweist auf die Bescheinigung eines Arztes nachdem er aus medizinischen Gründen nicht fähig sei, T-Tat persönlich zu Presseanfragen zur Sachverhalten aus der Vergangenheitstellung zu beziehen. Über diese Recherche spreche ich jetzt mit der Investigativjournalistin Lea Weidmann.
Lea, im November habt ihr im Investigativteam einen Text dazu veröffentlicht dass Konstantin Wecker eine Beziehung zu einer Minderjährigen gehabt haben soll und jetzt haben sich weitere Frauen gemeldet. Warum denn? Ja diese Frauen haben mir erzählt das sie diesen Text gelesen haben im vergangenen November und dass Sie sich auch noch daran erinnern konnten Friederike zum Beispiel eine der Frauen hat mir das erzählt das die dachten. da steht ja meine Geschichte.
Also das hat für sie den Anstoß gegeben, zu sagen ich melde mich jetzt auch bei der SZ und möchte meine Geschichte jetzt auch erzählen.". Und was erzählen diese Frauen? Inwiefern unterscheidet sich das von dem, was ihr bereits im November berichtet hattet? Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten in den Schilderungen dieser Frauen. es gibt aber auch ein paar Unterschiede. die Gemeinsamen sind dass alle Frauen Vorher Fans von Konstantin Wecker sowieso schon waren.
Das heißt, sie haben ihn ... So haben Sie mir das erzählt? Sie haben ihn angehimmelt! Sie haben Poster von ihm aufgehängt, waren bei Konzerten von ihm und er soll es dann gewesen sein der diese Beziehung zwischen Fan- und großem Star eben auf ein anderes Level gehoben hat. Er soll's gewesen sein, der Marie eine der Frauen zum Beispiel in seinen Hotel am nächsten Tag eingeladen haben soll.
Oder er soll es auch gewesen sein, der das Ganze dann hat intim werden lassen, der sie geküsst haben soll, der Sie berührt haben soll. also dass sei so sagen die Frauen alles von ihm ausgegangen während sie eben alle sehr sehr jung waren und die Frauen haben ja auch gesagt Das deckt sich ebenfalls nicht nur um Sex gegangen seid. Sie hätten alle sehr intensive Gespräche mit ihm geführt über Musik, über Spiritualität und dadurch hat er ihnen einfach das Gefühl gegeben... dass er sie sieht.
Und nach allem, was wir wissen, scheinen diese einzelnen Frauen aber für Wecker keine so große Rolle in seinem Gelieben gespielt zu haben. Zumindest die einzelnen Frau. Das war alles, stellt sich mir das zumindest da sehr asymetrisch offenbar bis hin zu den Redeanteilen, die die Frauen jeweils in den Gesprächen hatten. Die Unterschiede liegen dann in der Art und Weise wie sich das auf die einzelne Frauen ausgewirkt haben soll.
also Sie berichten mir alle davon sehr belastet hat im Nachhinein, aber das Ausmaß war sehr unterschiedlich und es gab auch Unterschiede dahingehend wie öffentlich er quasi diese Verhältnisse mit ihnen geführt haben soll. Es gibt einige die mir gesagt haben dass sein Umfeld das gar nicht mitbekommen hat also dass sie auch nie jemanden aus der Crew getroffen hätten.
und andere Frauen haben ihr erzählt dass Konstantin Wecker Sie an der Bar nach Konzerten zum Beispiel geküsst habe während die Crew auch dabei war. Nach der Recherche im November, da hatte sich Konstantin Wecker ja entschuldigt. Seinen Anwalt hat auch mitgeteilt, dass diese Beziehung moralisch völlig unangemessen gewesen sei und das Konstantino Wecker damals schwer alkoholkrank gewesen sei. Hat er sich denn jetzt nochmal geäußert, nachdem sich weitere Frauen gemeldet haben?
Also wir haben ihm wie bei der ersten Rechercha auch schon ein Gespräch angeboten, auch mehrfach und ihm einen ausführlichen Fragenkatalog geschickt. Wir hätten auch gern mit ihm gesprochen, aber er hat unsere Fragen dieses Mal nicht beantwortet sondern hat uns über einen Anwalt mitgeteilt. Dass er aus gesundheitlichen Gründen sich nicht in der Lage sei zu erinnern aktuell und deshalb unsere Fragen auch nicht beantworten könne.
wir wissen dass er an den Folgen einer neurologischen Erkrankung leidet. die war auch der Grund weshalb er im letzten Jahr viele Konzerte abgesagt hat und auch in diesem Jahr noch nicht auf der Bühne war. Was Konstantin Weckers Anwalt im November ja auch mitgeteilt hatte, ist dass es sich nach Konstantina Weckas Erinnerung damals um eine einvernehmliche Beziehung zu der Schülerin gehandelt habe.
Wenn diese Beziehungen und die anderen tatsächlich einvernemlich waren – warum berechnet ihr dann trotzdem darüber? Eine der Frauen, Marie-France heißt sie, hat im Gespräch zu uns gesagt dass man gar nicht wirklich von Anfang der Möglichkeit sprechen könne.
So sieht sie das zumindest wenn es so ein großes Machtgefälle gibt wie in diesem Fall also eben auf der einen Seite eine siebzehnjährige und auf der anderen Seite ein prominenter Künstler der mal anfang vierzig mal Ende fünfzig Mal Ende sechzig ist. Und es stimmt auch, also keine der Frauen hat zu mir gesagt dass sie sich physisch gewährt hätte in irgendeiner Form. und Marie ist sogar der Meinung als wir sie explizit gefragt haben.
Sie hätte ja gesagt wenn er sie damals gefragt hätte möchtest du jetzt mit mir Sex haben? Und Friederike eine der anderen Frauen die in der Recherche auftaucht sagt sie sei nach dem Ende dieses Verhältnis ist das sie mit Konstantin Wecker gehabt haben soll in eine tiefe Depression gefallen.
Sie hat das Abitur abgebrochen sie war sogar einige Zeit in einer psychiatrischen Klinik Und ziehe zu mir gesagt, für sie sei es eigentlich am schlimmsten gewesen das Wäcker ihr gesagt habe dass sie mit niemandem darüber reden dürfe. Dass das im Geheimen stattfinden müsse weil sie sonst seine Familie oder seine Karriere zerstöre. er soll hier sogar gesagt haben dass sich was antun wenn sie schwanger geworden wäre.
und auch Marie die zweite Betroffene hat gesagt hat das Gefühl gehabt, sie müsste dieses Geheimnis sehr lange für sich behalten und hat sich sehr lange auch verpflichtet gefühlt. Deswegen mit niemandem darüber zu sprechen und dieses Geheimnis eben zu hüten für Konstantin Wecker.". Das heißt nach dem was die Frauen berichten sollen Sie als Minderjähriger einfach unter einem extremen Druck gestanden haben?
Genau, also nach dem was Sie erzählen scheint sich das einfach alles sehr negativ auf sie ausgewirkt zu haben und dieser Druck scheint auch etwas zu sein. Was sie sehr lange danach noch belastet hat bis in die heutige Zeit tatsächlich auch Kannst du da noch ein bisschen mehr zu erzählen wie sie das heute auch immer noch mitnimmt? Also Friederike hat mir zum Beispiel erzählt, dass sie sehr lange Probleme damit hatte, Intimität oder Berührung auch nur zuzulassen.
Weil das einfach alles sehr negativ für Sie besetzt gewesen sei. Man muss dazu auch sagen, dass laut ihrer Schilderung Wecker ja auch der erste Mensch war mit dem sie überhaupt geschlafen hat, dass er sogar ihr erster Kuss gewesen sei Und beim Marie war es tatsächlich ähnlich. Auch sie sagt mir, sie hatte Schwierigkeiten lange Zeit Grenzen zu ziehen und zu sagen was sie will oder nicht will. Ich fand auch so eindrücklich bei Marie.
Sie hat mir erzählt, sie hat Wecker Jahre später noch mal getroffen als die dann Mitte zwanzig war und dass sie auch damals viel getrunken hätten, sich auch noch mal geküsst hätte in der Öffentlichkeit. An dem Abend ist ihr aber allein ins Taxi gestiegen und nicht mit ihm zusammen. Und Sie sagt so reflektiert sie das heute? Das war weil sie eben einige Jahre älter war und eher auf sich und ihren Körper hören konnte und viel besser reflektieren konnte ob sie das gerade wirklich will.
Warum haben Sie sich erst jetzt gemeldet? Warum nicht schon früher? Auch das hat Marie sehr gut auf den Punkt gebracht es sehr oft bei diesen Recherchen dieser Art so, dass die Frauen einfach sehr lange brauchen bis sie an einem Punkt sind, an dem Sie überhaupt darüber reden wollen und können. Also ich kann das auch aus meiner Erfahrung berichten. diese Gespräche, die man da mit den Frauen führt, die sind kein lockerer Smalltalk.
Man merkt den Frauen an, dass es ihnen einfach sehr schwer fällt, darüber zu sprechen. Das ist kein Spaziergang Und das ist eine bewusste Entscheidung in einem Prozess, den man eben durchmacht. haben erzählt, insbesondere Maria hat erzählt das es für sie einfach sehr lange gedauert hat bis sie überhaupt reflektiert hat. Dass sie da etwas erlebt hat was nicht in Ordnung gewesen sein könnte dass sie was erlebt hat was sie belastet und auch inwiefern sie das alles belastete.
Und erstmal an diesen Punkt zu kommen, es dauert einfach sehr lange für viele Frauen und dann noch den Schritt zu wählen und zu sagen – jetzt möchte ich das auch noch in der Öffentlichkeit erzählen – dazu mit Klarnamen. Also wir haben zwei der drei Frauen ja nicht anonymisiert. Das ist etwas, was nicht von heute auf morgen passiert und sowas eben auch in diesem Fall. Was natürlich auch maßgeblich dazu beigetragen hat, laut der Schilderung der Frauen ist die Mitubewegung.
Die es vor zwanzig Jahren einfach noch nicht gab. Die Gespräche, die in der Gesellschaft geführt werden über Konsenskonsent, die hat sich einfach extrem weiter entwickelt diese Debatte und erst dadurch ist den Frauen auch ein Stück weit klar geworden was sie da erlebt haben und Sie haben das nochmal anders reflektieren können als vor Zwanzig jahren also diese Gespräche darüber einfach noch gar nicht gab.
Hätte sich Konstantin Wecker denn mit den Verhältnissen zu dem siebzigjährigen strafbar gemacht? Nie. Nach allem was wir recherchiert haben, nach allem was wissen wäre das damals und heute nicht strafba. Darum ging es uns aber auch gar nicht in der Recherche. Darum geht's auch den Frauen nicht, also Marie-France um sie nochmal zu erwähnen hat gesagt Es gibt für Sie einfach einen Unterschied zwischen dem was legal ist und dem was moralisch vertretbar ist.
Und gerade bei einer Person wie Konstantin Wecker, dem Liedermacher der sich selbst als Feminist bezeichnet hat in den letzten Jahren Der über die Mitu Bewegung mal in einem SZ Interview gesagt hat Bei allem was Macht infrage stellt bin ich dabei. Gerade bei so einer Person fällt diese Diskrepanz zwischen seinem mutmaßlichen Verhalten und seiner Darstellung in der Öffentlichkeit eben ganz besonders auf. Lea, vielen Dank für deine Expertise und danke für deine Zeit!
Gerne. In den Shownotes habe ich Ihnen mehrere Texte zu dieser Recherche verlinkt – einen aktuellen Text aus dem SZ-Investigativteam ein Interview mit Marie Franz die sich als eine der Frauen bei der SZ gemeldet hat und den Text ausdem November der diese ganze Recherchen angestoßen hat. Zwei-tausend neunzehn hat der frühere Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU versucht, in Deutschland eine PKW-Maut einzuführen.
Aber der Europäische Gerichtshof hat das Vorhaben gestoppt und der Steuerzahler musste für zweihundertdreiundvierzig Millionen Euro Schadenersatz gerade stehen! Ein Untersuchungsausschuss sollte damals klären, ihn wie fern Scheuer Fehler gemacht hatte – und die Berliner Staatsanwaltschaft, die wirft Scheuer vor, in diesem Ausschuss gelogen zu haben. Das Landgericht Berlin hat in diesem Zusammenhang an diesem Freitag eine Anklage gegen Scheuer zugelassen.
D.h., der Ex-Minister und auch sein ehemaliger Staatssekretär Gerhard Schulz müssen deshalb bald vor Gericht. Vor zwei Jahren ist Taylor Swift in Europa oft vorgewiesen, es waren Mega-Konzerte die überall ausverkauft waren aber alle drei Konzerte in Wien mussten überraschend abgesagt werden – Aus Sicherheitsgründen. Es gab Hinweise auf einen möglichen islamistischen Anschlag. Am Donnerstag wurde deshalb ein einundzwanzigjähriger Mann verurteilt, zu fünfzehn Jahren Haft.
Er soll einen Anschlag auf das Taylor Swift-Konzert in Wien geplant haben – er wollte dabei möglichst viele Fans töten! Ein mitangeklagter hat eine Strafe von zwölf Jahren bekommen. Taiwan ist einer der gefährlichsten Orte der Welt. Denn die Regierung in Peking will die Insel annektieren falls nötig auch Mitgewalt. In der neuen Folge unserer Podcast-Serie China und wir geht es darum, was diese ständige Bedrohung mit den Menschen in Taiwan macht.
Und meine Kollegen Gregor Shui und Lea Sahai erklären auch welche Folgen es hätte wenn China seine Drohungen tatsächlich wahrmachen würde. Hören können Sie die Podcast-Folge unter dem Link in den Shownotes. da finden sie alle weiteren Folgen der Serie China & Wir. Redaktionsschluss für auf dem Punkt war.
