Hantavirus: So geht es weiter - podcast episode cover

Hantavirus: So geht es weiter

May 11, 202611 minEp. 2225
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Episode description

Eigentlich wollten die Passagiere des Schiffs Hondius einfach nur eine Kreuzfahrt machen. Von Feuerland im Süden Argentiniens sollte es über die Antarktis bis zu den Kapverden gehen. Wahrscheinlich haben die etwa 150 Urlauberinnen und Urlauber gehofft, auf der wochenlangen Reise beeindruckende Natur zu sehen und ansonsten an Bord eines Kreuzfahrtschiffs eine entspannte Zeit zu haben. Doch dann kam das Hantavirus dazwischen und mit ihm große Unsicherheit.

Jetzt hat die Hondius vor Teneriffa geankert. Dort sind die meisten Passagiere von Bord gegangen und in ihre Heimatländer gebracht worden. Für sie gehe damit eine Traumkreuzfahrt zu Ende, die zum Horrortrip geworden ist, sagt SZ-Korrespondet Patrick Illinger in dieser Folge von “Auf den Punkt”.

Und SZ-Redakteur Felix Hütten aus der Wissensredaktion spricht darüber, was jetzt mit den vier Deutschen passiert, die inzwischen wieder im Land sind. Und er beantwortet die Frage, wie sehr man das Hantavirus mit dem Coronavirus vergleichen kann.

Weitere Nachrichten: Irankrieg; Kindschaftsrecht.

Zum Weiterlesen: Warum Kreuzfahrtschiffe Krankheitserregern besonders gute Bedingungen bieten, erklärt Berit Uhlmann hier.

Und hier beantwortet Raphael Geiger die wichtigsten Fragen dazu, wie es im Irankrieg weitergeht.

Wer seine Partnerin schlägt, soll das Umgangsrecht für das gemeinsame Kind verlieren können. Dazu hat Robert Roßmann hier mehr Informationen aufgeschrieben.

Und den Text von Marie Gundlach über ihr Treffen mit Sarah Engels finden Sie hier.

Moderation, Redaktion: Philipp Saul

Redaktion: Johannes Korsche, Ann-Marlen Hoolt

Produktion: Juno Graner

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Transcript

Ein Virus breitet sich aus, Menschen erkranken, manche sterben. Beim Hunter-Virus gibt es gerade schon so einige Parallelen zu einer Zeit an die wir uns alle nicht so gerne erinnern – Die Corona-Pandemie! Aber lässt sich das wirklich vergleichen? Und was passiert jetzt mit den Menschen, die infiziert sein könnten? Darüber spreche ich gleich mit Wissenschaftsredakteur Felix Hütten. Sie hören den SZ Nachrichten Podcast auf dem Punkt.

Ich bin Philipp Saul. Eigentlich wollten die Passagiere der Hondius einfach nur eine Kreuzfahrt machen. Vom Feuerland im Süden Argentiniens sollte es über die Antarktis bis zu den Cup-Werden gehen. Wahrscheinlich haben die etwa Hundertfünfzig Urlauber gehofft, auf dieser wochenlangen Reise ziemlich viel beeindruckende Natur zu sehen und ansonsten eine entspannte Zeit zu haben an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. Aber was sie dann erlebt haben – damit hat wohl niemand von ihnen gerechnet!

Das Huntervirus ist an Bort gelangt. Vielleicht hat das jemand aus Argentinien eingeschleppt? So genau lässt sich das derzeit nicht sicher sagen…. Dieses Hunter-Virus ist ziemlich gefährlich. Drei Passagiere sind gestorben, ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Tage lang war das Schiff deswegen vor dem Cap Verden – die Passagire durften nicht an Land gehen!

Stattdessen ist das Schifft dann nach Tenerife gefahren und dort am Sonntag angekommen…und da sind dann die meisten Passagieren von Bord gegangen. Esz-Korrespondent Patrick Illinger es extra dorthin geflogen Und er hat mir eine kurze Sprachnachricht geschickt, wie es für die Passagiere vom Industriehafen in Granadia dann weitergegangen ist.

Dort stiegen die Passagiere dann in Busse um und wurden mit Polizeibegleitung und dick eingepackt mit Plastikmängeln- und Gesichtsmasken zum Flughafen gebracht. Acht Flüge gingen raus am Sonntag in acht verschiedene Länder. Für die Passageere, die nun das Schiff verlassen haben war es das Ende einer Traumkreuzfahrt ja zum Horrortrip geworden war. Manche hatten vierzig Tage an Bord verbracht und viele dieser Tage mit dem Bewusstsein, dass ein tödliches Virus an BORD war.".

Ganz vorbei ist es für die Passagiere der Hondius aber noch nicht – denn in ihren Heimatländern sollen sie sich jetzt noch in Quarantäne begeben. auch die vier Deutschen! Und ich spreche jetzt mit Felix Hütten aus dem Ressort Wissen darüber was mit den Deutschen passiert und wie gefährlich das Huntervirus. Ja Felix, wie geht's denn jetzt mit den Passagieren weiter die zurück nach Deutschland gekommen sind?

Also erstmal ist es so dass die Patienten auf dem Schiff noch auf Antikörper untersucht wurden. Das heißt man kann schon mit großer Sicherheit sagen das wenn Patienten infiziert sind dann sind sie tatsächlich infiziert. das heißt noch lange nicht dass sie deswegen krank sind aber sie tragen im Landesvirus in sich. wir wissen jetzt von vier Patienten die heute morgen am Frankfurter Flughafen angekommen sind Und die werden jetzt in einzelne Bundesländer an ihre Wohnorte gebracht.

Ein Patient ist in Baden-Württemberg, in häustlicher Quarantäne ein weiterer Patient soll an die Charité in die Klinik kommen und ein Patient soll nach Bayern kommen der letzte der vierte nach Sachsen. das ist der aktuelle Stand kann sich natürlich aber auch noch mal ändern. also nach aktuellem Stand wissen wir dass die Patienten alle keine Symptome haben. Wie lange kann es ungefähr dauern bis da Symptomen kommen könnten? Ja, so ganz genau weiß man das nicht.

Die Quarantänezeit wurde jetzt auf ungefähr sechs Wochen beziffert. in der Zeit kann es natürlich schon auch passieren dass Patienten noch Symptome entwickeln. Das werden wir jetzt einfach abwarten. Das Huntervirus um das es jetzt geht? Das gibt's hier in Deutschland ja auch und zwar schon ziemlich lange aber also besonders da wo viele Ratten und Mäuse sind. Da kann man sich das holen. Aber auf dem Kreuzfahrtschiff ist eine andere Version rumgegangen die Andes-Variante.

Wie unterscheidet diese sich denn von der uns bekannten Variante? Also die Andesvariante kommt vor allem in Südamerika vor, in Argentinien und Chile. Und wird dort eben auch durch Nagetiere übertragen. Und entscheidend ist der Unterschied das bei allen Hunter-Infektionen es dazu kommen kann dass die Patienten hohes Fieber bekommen, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit Kopfschmerzen erbrechen alldass es möglich. Bei der Andes Variante kommt noch hinzu dass vor allem die Lunge betroffen ist.

Das macht natürlich die Patienten besonders krank. Wir wissen eben auch, dass die Sterblichkeit bei den Patienten deutlich höher ist. Zahlen schwanken da so ein bisschen also es gibt Werte zwischen zwanzig und vierzig Prozent manchmal sogar fünfzig Prozent. das ist deutlich anders als in Deutschland. hier liegt die Sterbligkeit im Nullkommaprozent Bereich d.h.

Die Wahrscheinlichkeit in Deutschland am Hunter Virus zu sterben ist doch deutlich geringer als wenn man sich mit der Andes-Variante infiziert. Und die Andesvariante ist auch leichter von Mensch zum Mensch übertragbar? Habe ich das richtig verstanden? Ja, wobei ich jetzt bei dem Wörtchen leicht noch mal ein Fragezeichen dahinter setzen würde. Also es ist tatsächlich so das in der Regel der Mensch, der end wird.

Das heißt also dass das Virus im Menschen eben dort bleibt und nicht weitergetragen wird. Eben mit dem großen Unterschied der Andesvariante hier kann es wohl – das ist der aktuelle Stand zu einer Mensch-zu-Menschübertragung kommen. allerdings wissen wir, dass wenn das der Fall ist dann nur unter sehr engen Kontakt.

Das heißt die Patienten müssen in irgendeiner Form miteinander in Kontakt kommen und das ist natürlich auf so einem Kreuzfahrtsschiff durchaus denkbar, dass Patienten beispielsweise gemeinsam beim Spielerabend sitzen oder in Kabinen sich lange gemeinsam aufhalten. Und da kann man natürlich schon davon ausgehen, dass hier ein so enger Kontakt stattgefunden hat, dass es eben auch zur Übertragung gekommen ist. Also die größte Gefahr ist im direkten menschlichen Kontakt?

Aber wie sieht es denn so mit alltäglichen Sachen aus? Also kann ich noch gefahrlos meinen Schuppen kehren, wenn da vielleicht mal eine Maus durchläuft oder so. Genau also da ist nochmal wichtig eben die einzelnen Virusvarianten zu unterscheiden. das Schuppenkern hier in Deutschland. Da spielt es ja mutmaßlich eben auf die Gefahren dass das Virus hierzulande über Nagetiere vor allem Mäuse und Ratten übertragen wird.

Und hier ist es eben so, dass man schon darauf achten sollte, wenn man das macht. Dass man beispielsweise eine Schutzmaske trägt und Handschuhe trägt oder auch ein guter Trick ist bevor man kehrt Wasser austrägt, sodass der Mäusekot nicht aufgewirbelt wird und man ihn einatmet. Aber wie gesagt nochmal hier reden wir ja jetzt von der lokalen Variante d.h., eine Ansteckung hierzulande mit dem Andesvirus ist so gut wie ausgeschlossen. Ich höre zu Begriffe wie Schutzmaßnahmen, Anstecken, Masken.

Bei mir kommen da Gedanken hoch. Nach Corona haben wir natürlich viele Menschen Sorge vor einer neuen Pandemie, ist das beim Hunter-Virus berechtigt? Ja es kann ich total nachvollziehen in dem Moment wo irgendwie Quarantäne und Achtung und Virus und all diese Schlagwörter auftauchen dass man dann so ein bisschen nervös wird. tatsächlich ist es so dass beim Hunter Virus eigentlich keine Pandemiegefahr besteht.

Das wichtigste was man sich eben noch mal klar machen muss ist das eben wie gesagt hier zu lande dass Huntervirus im Menschen quasi sein Entwirt findet, das heißt nicht weiter übertragen wird. Und bei der Andesvariante ist es eben ganz wichtig, dass es einen sehr engen Kontakt braucht. die Patienten, die infiziert sind und das Virus weitergeben haben in der Regel auch schon Symptome. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum SARS-CoV-II-Virus also zum Coronavirus.

ich erwähnte jetzt nochmal kurz die S-Bahn. man sitzt eine kurze Zeit neben jemandem der asymptomatisch infiziert ist Und fängt sich damit eben das Coronavirus. einen solchen Übertragungsweg, den gibt es beim Hunter-Virus eigentlich nicht. Insofern ist die Gefahr, dass jetzt eine weltweite Pandemie durch das Hunter-virus ausbricht nach dieser Kreuzfahrtgeschichte. Die ist eigentlich also so gut wie ausgeschlossen. insofern glaube ich kann man sich da ein bisschen entspannen.

Okay, das klingt ja schon mal beruhigend aber jetzt mal so theoretisch gefragt wir wissen ja nicht was in den nächsten Jahren alles noch so passieren kann Wie gut wäre Deutschland denn gerade für eine neue Pandemie gerüstet? Ja, die Frage ist natürlich absolut berechtigt und dies auch sehr wichtig zu stellen.

So ganz konkret kann ich die jetzt natürlich auch nicht beantworten weil es dann natürlich sehr davon abhängt wie eine potenzielle neue Pandemie aussieht also vor allem mit welchem Erreger wir's dann so tun haben. aber generell kann man natürlich schon sagen dass wir sehr viel aus der Corona-Pandemie gelernt haben das es eine ganz andere Aufmerksamkeit für Viruserkrankungen gibt dass wir auch in der Bevölkerung ein Wissen darüber haben kann.

Wir denken alle nochmal an die Masken, an Abstand und an Quarantäne-Regeln. All das war ja damals völlig neu und hat die Menschen völlig nachvollziehbar auch teilweise ein bisschen überfordert. Ich würde schon sagen dass wir uns ein bisschen auf das erlernte Wissen dann verlassen können was wir eben in den Pandemiejahren erlernt haben. Lieber Felix vielen Dank für deine Einordnung! Sehr gerne.

Noch immer haben sich die Kriegsparteien Iran und USA nicht darauf geeinigt, wie ein Friedensschluss aussehen könnte. Auf einen vierzehn-Punkte-Vorschlag aus Washington hat das Regime in Tehran am Wochenende mit eigenen Vorschlägen reagiert – und die sind nicht öffentlich? Ein bisschen was ist aber dann doch durchgesickert!

Iran ist wohl bereit viele Jahre lang kein Uran mehr anzureichern und es schon vorhandene hochangereicherte Uranen an ein Drittland abzugeben zum Beispiel Russland Aber nur, wenn dieses Land das Uran auch wieder zurückgibt, sollten die USA erneut angreifen. US-Präsident Donald Trump hat zu dem iranischen Vorschlag gleich klare Worte gefunden – es sei völlig inakzeptabel! Wie es im Irankrieg jetzt weitergeht? Dazu hat Raphael Geiger die wichtigsten Fragen beantwortet.

Schauen Sie mal in die Shownotes…. Und jetzt kommen wir noch zur Politik in Deutschland. Da hat Bundesjustizministerin Stephanie Hubig von der SPD einen Gesetzentwurf zum Kindschaftsrecht vorgestellt …. Sie will damit Kinder und von häuslicher Gewalt betroffene Elternteile besser schützen. Wenn ein Elternteil gegen den anderen gewalttätig wird, dann soll es möglich sein dass er das Recht auf Umgang mit dem Kind verliert.

Das passiert aber nicht automatisch weil das verfassungsrechtlich wohl problematisch wäre. Mehr Informationen dazu finden sie im Text von Robert Rossmann. auch den habe ich Ihnen in den Show Notes verlinkt. Und zum Ende dieser Sendung möchte ich jetzt noch etwas nach vorne blicken. Am Wochenende findet nämlich in Wien der ESC statt der Eurovision Song Contest. Da haben sich die deutschen Vertreter in den letzten Jahren ziemlich schwer getan und sind oft weit hinten gelandet.

Dieses Mal tritt Sarah Engels für Deutschland an, und zwar mit dem Song Fire! Meine Kollegin Marie Gundlach hat sie in Berlin getroffen und sie weiß, Engels kann singen – aber kann sie auch gewinnen? Der Link zum Text steht in den Show-Notes. Redaktionsschluss für auf den Punkt war sechzehn Uhr. Produziert hat diese Folge Juno Grahne. Vielen Dank fürs Zuhören und bis morgen.

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