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Ebola im Kongo: Das bedeutet der WHO-Gesundheitsalarm

May 18, 202615 minEp. 2232
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines tödlichen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. Die WHO signalisiere damit, dass internationale Hilfe benötigt werde und den Ernst der Lage, sagt SZ-Gesundheitsexpertin Berit Uhlmann.

Das Virus der ansteckenden und lebensbedrohlichen Infektionskrankheit wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Über den aktuellen Stamm ist wenig bekannt. Möglicherweise sei die Sterblichkeit etwas niedriger als bei früheren Varianten, sagt Uhlmann. Laut Uhlmann sei das Risiko einer Corona-ähnlichen Pandemie aber extrem gering, weil sich das Virus dazu nicht schnell genug verbreite und engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten benötige.

Judith Raupp hat lange für die SZ-Politikredaktion geschrieben und bildet nun im kongolesischen Goma, an der Grenze zu Ruanda, Journalisten aus. Sie sagt, dass die Zahl der Betroffenen im Vergleich zum letzten verheerenden Ausbruch in den Jahren 2018 bis 2020 aktuell noch deutlich niedriger sei. Der Ostkongo aber sei seit mehr als 30 Jahren von Konflikten und Kriegen geprägt, sagt Raupp. Ebola sei deshalb nur eine von vielen Herausforderungen in dieser Weltregion.

Weitere Nachrichten: USA und Israel drohen mit neuen Angriffen auf Iran; Höchststand an Hinrichtungen weltweit.

**Zum Weiterlesen und -hören: **

Hier finden Sie die Fragen und Antworten zu Ebola.

Unseren Sport-Podcast können Sie hier hören.

Moderation, Redaktion: Lars Langenau

Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Johannes Korsche

Produktion: Laura Sagebiel

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Transcript

In der demokratischen Republik Kongo ist eine selten Ebola-Variante ausgebrochen. Bislang verzeihenden Gesundheitsbehörden dort dutzende Tote und hunderte Verdachtsfälle der Ansteckenden, lebensbedrohlichen Infektionskrankheit. Ärzte ohne Grenzen bereiten ein Großeinsatz vor und die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. Was das bedeutet? Wie sich das Virus ausbreitet und es eingedämmt werden kann? Darüber habe ich mit Berett Ullmann gesprochen.

Sie ist SZ-Gesundheitsexpertin in der Redaktion Wissen und danach habe ich mit Judith Raub gesprochen über die verheerenden Verhältnisse im Kongo, die den ebbelen Auswurf begünstigen. Sie hat lange für die SZ Politikredaktion geschrieben und bildet nun im kongolisischen Goma an der Grenze zu Rwanda Journalisten aus. Sie hören den SZ Nachrichten Podcast auf dem Punkt am Mikroslaas langener Herzlich Willkommen! Also das ist so was wie ein Alarmknopf, den kann die WHO drücken um zu signalisieren.

Die Lage ist jetzt wirklich ernst und wir brauchen hier internationale und koordinierte Hilfe. Diese Notstand der wurde auch schon öfter im Zusammenhang mit Ebola Ausbrüchen ausgerufen denn wenn die einmal eine gewisse Größe haben dann sind sie in der Regel sehr ernst. Und welche Maßnahmen folgen daraus? Also diese Notstand hat tatsächlich keine direkten spezifischen Folgen. Es gibt jetzt kein Automatismus oder keine Verpflichtung für andere Länder, dass sie irgendwas Spezielles tun müssten.

In der Regel führt er aber dazu, dass es mehr internationale Aufmerksamkeit gibt – das sehen wir ja jetzt auch und dass so dann auch mehr Hilfe und Unterstützung in die Länder kommen können, die betroffen sind.". Es gibt hier immer wieder Ebola-Epidemien in Afrika. Was unterscheidet denn diesen Virus von damals mit der Variante, die sich gerade ausbreitet? Schwere Frage. Tatsächlich weiß man sehr wenig über den aktuellen Stamm. Es gibt nur zwei dokumentierte Ausbrüche bisher.

Die liegen jetzt auch schon eine Weile zurück. aber was man damals notiert hat spricht eigentlich nicht dafür dass dieser Stamm wesentlich anders ist als die anderen beiden, die normalerweise Ausbräuche auslösen. Womöglich ist die Sterblichkeit sogar etwas niedriger. Die wird so mit dreißig bis sechzig Prozent angegeben, also dreizig bis sechszig Prozent der erkrankten Sterben dann auch ... Das ist natürlich immer noch erschreckend hoch! Wie steckt man sich denn an?

Also meist beginnt ein Ausbruch damit dass ich Menschen bei Tieren anstecken. Da sind Flughunde, die verdächtigen Nummer eins. das sind so Fledertiere so ähnlich wie Fledermäuse Und wenn dann der Mensch erst mal das Virus hat, kann es auch auf andere Menschen weitergeben. Man muss allerdings dazu sagen, dass geht nur mit engem Kontakt und zwar speziell mit Kontakt zu Körperflüssigkeit.

Speichelblut erbrochenes sind häufig und das passiert vor allem innerhalb von Familien und dort vor allen Dingen, wenn Kranke versorgt werden. So ein zweites Risiko gibt es in Gesundheitseinrichtungen, da klar gibt es auch engen Kontakt zu Körperflüssigkeiten. Und dann gibt es ein drittes Risiko – das ist tatsächlich relativ hoch bei Beerdigungen.

Wenn z.B. ein Verstorbener hergerichtet wird für die Trauerfeier oder wenn sich die Menschen noch mal mit einer Berührung verabschieden wollen vom Verstorbenden, dann können sie sich da auch anstecken und das spielt eine relativ große Rolle in den Regionen dort. Wie ist denn der Verlauf? Anfangs treten da sehr unspezifische Symptome auf, Fieber, Abgeschlagenheit, Schmerzen oft auch Magendarmbeschwerden. Das macht es dann auch schwierig, Ebola schnell zu erkennen.

Weil das dahinter kann eigentlich alles Mögliche stecken. Später kann es denn auch zu diesen Blutungen kommen die man ja mit Ebola oft verbindet. da muss man aber dazu sagen diese nicht immer dar und dass ist auch nicht immer so dramatisch wie das manchmal in Filmen dargestellt wird. also da findet sich dann häufig etwas blut im Stuhl oder Brochenen. später kannst dann auch zu Kreislauf- oder Organversagen kommen. dann kann man eben auch dran sterben.

Und was vielleicht nicht so bekannt ist, es gibt auch Spätfolgen. also man hat das beobachtet dass viele Überlebende auch noch Monate später nicht so richtig gesund sind. Das kann zum Beispiel zu lang anhaltenden Augenproblemen kommen und das Virus kann auch über Monate im Körper bleiben und kann dann durch Genesen da auch noch weitergegeben werden. Das passiert in erster Linie durch sechs. Wie groß ist das Risiko, dass aus dem Ebola-Ausbruch eine Pandemie wie Corona wird?

Dazu verbreitet sich das Virus nicht schnell genug. Man braucht diesen engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Da kann man sich vorstellen, wie oft man in seinem normalen Leben damit in Kontakt kommt. Das ist jetzt nicht so häufig. Es ist nicht wie bei Corona, wo man im Bus fährt und hinten hustet einer. Dann hat man das Virus ... Soweit man weiß, wird das Ebola-Virus auch erst übertragen. Wenn die Menschen dann aus einmal ihre Symptome haben und krank sind, fahren sie ja nicht so viel umher.

Die reisen auch nicht soviel. Also ein Virus schnell in viele andere Länder gelangt ist eher nicht zu erwarten. Was man erwartet oder befürchtet ist, dass sich dieser Ausbruch ausdehnen wird ... Es ist immer auch möglich, dass mal ein einzelner Fall zum Beispiel nach Europa eingeschleppt wird. Aber man kann die hier gut isolieren. also wir haben ja das Wissen und auch die Mittel so was schnell zu stoppen. Und gibt es denn Impfstoffe?

Es gibt einen zugelassenen Impfstoff, der zur Kontrolle von Ausbrüchen vorgesehen ist. Das läuft dann so ab dass man den Impfstoff in die Gebiete bringt und dort sehr schnell verteilt also sehr schnell im Umkreis von erkrankten Impfen. Und das kann so ein Ausbruch relativ schnell eindämmen. Allerdings ist dieser Impfstoff bei dem aktuellen Stamm nicht erprobt, also man weiß eigentlich nicht ob der hilft.

Was ich jetzt so von Fachleuten gelesen habe sind die eher skeptisch, dass da eine große Wirkung zu erwarten ist. Herzlichen Dank für deine Expertise! Sehr gerne! Beret Ullmann hat zur Ebola die wichtigsten Fragen und Antworten auch in einem Text zusammengetragen. Sie finden link dazu in den Shownotes. Und jetzt hören Sie das Gespräch mit Judith Raub, die seit fünfzehn Jahren im Kongo lebt.

Zunächst habe ich sie gefragt in wievielten Ebola-Ausbruch sie jetzt eigentlich schon erlebt hat, seit sie in Goma wohnt? Seit ich hier bin ist es der vierte Ausbruch. allerdings war ein Ausbruchs im Westen des Kongos und nicht dem Osten hier wo ich bin. Der Kongo ist ja ein riesengroßes Land. Er ist so groß wie ganz Westeuropa Und deswegen ist man da nicht immer gleich schlimm betroffen. Auch jetzt ist der Ausbruch eher in Ituri, das sind die nördliche Provinz von Nordkivu.

Da sind ein paar hundert Kilometer dazwischen. Allerdings hatten wir natürlich weil die Leute ja reisen auch schon einen Fall in Goma. Wir wissen ja noch nicht wie es weitergeht aber hast du denn Kontakt zu Menschen in dieser Region? Also indirekt, ich habe gerade eben mit Freunden telefoniert. In Goma allerdings aber die arbeiten immer wieder oben in Inturi und ja die haben er erzählt wie es jetzt da oben ist.

Die Lage ist halt insofern schwierig weil da sehr viele Milizen sind Und die bekämpfen sich, zum Teil gibt es ungelöste Landkonflikte. Es gibt Kämpfe, wer die Minen kontrolliert – das ist ja oben ein Eldorado für Goldschürfer. Dann gibt es ungelöste Landstreitigkeiten, es gibt ungelöstem Streit um wer ist Kongolese-Kongolesin und wer nicht. Der Congo wurde ja schon ein paar Mal auch von Rwanda und Uganda im Osten besetzt und das hinterlässt auch seine Spuren.

also das ist eine Mischung aus vielen ungelößten Problemen die immer wieder zu kämpfen führen Und der kongolesische Staat hat sich halt seit Jahrzehnten nie ernsthaft darum gekümmert, dass man diese Probleme lösen könnte. Im Gegenteil hochrangige Militärs und Politiker stecken mit Milizen unter einer Decke und bereichern sich dann auch über die Minen und die Bevölkerung bleibt leider sehr arm. Also wenn ich nicht verstehe kämpfen gibt es dort mehrere Kriege gerade?

Es gibt ständig Kämpfe, mal sind es kleinere Kämpfer zwischen kleineren Milizen. Mal sind es größere Angriffe. Es gibt ja auch die Militial-Aliheit Democratic Forces. Die kam ursprünglich aus Uganda und hat Verbindungen zum islamischen Staat. Sie verübt immer wieder Anschläge. Dann bei uns in Nordkivu besetzt gerade ihre Bellengruppe M. XXIII weite Teile von Nordkivo und Südkivow unter anderem die Provinzhauptstätten Degoma und Bukawu, die sind unter Rebellenherrschaft.

Was es jetzt auch schwierig macht, Ebola-Bekämpfung zu koordinieren? Weil die Rebelln und die Regierung in Kinshasa müssen sich ja jetzt irgendwie zusammen tun damit sie diese Krankheit eindämmen können. also man muss sich das vorstellen dass der Kongo ...der Ostkongo sage ich jetzt eine Region ist, die seit mehr als dreißig Jahren überhaupt noch nie zur Ruhe gekommen. Ich bilde hier ja junge Journalisten aus, die sind unter dreißig.

Diese Leute haben noch nie in ihrem Leben ein mehrere Jahre in Frieden erlebt. Die wachsen mit ständigen Kämpfen, mit Gefahr, mit Überfällen auf und kennen gar nichts anderes sind aber trotzdem sehr mutig und kämpfen sich immer wieder durch. Und auch jetzt wo Ebola herrscht die lassen sich da insofern nicht aus der Ruhe bringen das einfach jeder jeden Tag irgendwas macht damit er abends was zu essen hat. Sei es, dass die Mama auf den Markt geht und Tomaten verkauft.

Sei es das der Vater irgendwie guckt, dass er als Tagelöhner irgendwo was mauern kann? Die kämpfen jeden Tag! Und ob jetzt Ebola noch da ist oder nicht... Das ist für die schon ein Unterschied aber nicht der, dass sie jetzt vor Angst erstarrt und nichts mehr tun. Das können sich gar nicht leisten. Wahrscheinlich hältst du es denn, Diese Ebola-Ausbruch, die Grenzen von Congo und Uganda überschreitet.

Ein Fall hat man ja jetzt schon in Kampala, in der Hauptstadt von Uganda – das war ein Kongulese, der da hingereist ist. Ich denke aber, die Kongulesen haben ja auch Erfahrung mit der Ebolaepidemie. Das ist ja schon der siebzehnte Ausbruch den sie haben! Und obwohl das Land ja sehr chaotisch ist und der Staat eigentlich sich nicht wahnsinnig ums Volk kümmert, kriegen sie doch die Epidemie immer wieder in den Griff. Sie passen dann halt schon auf gerade an den Grenzen.

Dann wird ein Fieber gemessen und Hände muss man sich waschen. Und ich denke, wenn Sie das wieder handhaben wie immer dann wird sich das einigermaßen regeln lassen. Rwanda grenzt direkt an Goma und die haben gleich als wir gestern den ersten Fall hatten, haben sie die Grenze zugemacht. Das ist allerdings eine riesengatastrophe für die Bevölkerung weil wie gesagt die Stadt es unter Rebellen herrschaft. deswegen sind die Banken zu seit über einem Jahr in Goma nicht erlaubt, wieder zu öffnen.

Das heißt wir haben immer ein Riesenproblem wie wir an Bargeld kommen und bisher konnte man halt nach Ruanda rüber über die Grenze und wer eine Kreditkarte hatte, konnte wenigstens dort am Automaten noch ziehen. oder die Leute sind durch Ruanda und Uganda hochgefahren etwas nördlich und sind oben dann wieder ins unbesetzte Gebiet rein in den Kongo und haben dort bei der Bank filiale Geld abgeholt Und es sind dann wieder nach Goma zurück, aber das geht ja jetzt nicht mehr.

Weil die Grenze zu ist und auch Waren kommen rein über Rwanda und die ersten Preise steigen schon. also ich habe gerade mit einem sehr guten Freund telefoniert und er hat gesagt dass Kilo Kartoffeln kostet normalerweise tausend fünfhundert Frans und gestern muss der auf dem Markt schon zweitausend Fünfhundert Frans dafür bezahlen. Und wenn die Grenze lange zu bleibt, dann ist es eine Katastrophe für die Bevölkerung. Herzlichen Dank für deine Einblicke! Ja gerne!

Und auch Saudi-Arabien hat neue Drohnenangriffe gemeldet. Noch ist unklar, woher die Drohne kamen aber der Verdacht liegt nahe dass es sich um Angriffe mit iranischen Hintergrund handelt. Unterdessen bereiten sich die USA und Israel laut Medienberichten auf neue Militärschläge gegen Iran vor. Dabei hat der US-Präsentierer erneut mit Zerstörung gedroht. Für Iran tickt er die Uhr uns sie sollten sich besser schnell bewegen sonst werde von ihnen nichts mehr übrig bleiben.".

Das hat Trump auf seiner Plattform Choose Social geschrieben. Jedes Jahr dokumentierte ihm das International, wie viele Hinrichtungen es auf der Welt gegeben hat. Und vergangenes Jahr wurden so viele Menschen hingerichtet, wie seit einem halben Jahrhundert nicht mehr. Das hat die Menschenrechtsorganisation am Montag berichtet. Demnach gab es ca. in zwei Tausend und zwanzig mehr als zwei tausend Siebenhundert Hinrichtung in siebzehn Ländern.

Das ist ein Anstieg von seventy-eight Prozent im Vergleich zum Vorjahr und wurde vor allem durch Iran verursacht. Allein dort wurden laut Amnesty mindestens zwei-tausend-einhundertneunundfünfzig Menschen hingerichtet ist. Folgen Saudi Arabien mit mindestens dreihundertsechs und fünfzig geben, und die USA mit siebenundvierzig Hinrichtungen. Vermutlich mehrere Tausend Hinrichtung in China werden jedoch nicht veröffentlicht weil sie wie im Vietnam oder Nordkorea als Staatsgeheimnis gelten.

Nach so viel harten Stoff hätte ich Ihnen jetzt auch noch unseren Fußball-Podcast. nun zum Sport empfohlen wäre es da nur um die Absteigen. Aber als Sankt Pauli Fein hatte ich eh kaum Grund zur Freude dieser Saison. Glücklicherweise widmen sich die Kollegen aber in einem Saisonrückblick den größten Überraschungen, den besten Spielern und persönlichen Aufsteigern. Hören Sie mal rein auch diesen Link finden sie in den Schaunurls. Redaktionsschluss für auf dem Punkt war fünfzehnunddreißig.

produziert hat diese Folge Laura Sagebio. Vielen Dank dafür und Ihnen für Ihre Zeit bis morgen!

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