#137 - Futter vom Boden - Do it - podcast episode cover

#137 - Futter vom Boden - Do it

Apr 10, 202425 minEp. 140
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Episode description

Warum es wichtig ist, Belohnungen auch auf dem Boden zu werfen und Hunden die Möglichkeit zu geben, sie in Ruhe zu suchen, auch wenn man nicht möchte, dass der Hund grundsätzlich Dinge vom Boden aufnimmt, erfährst du in dieser Episode.

Meine liebe Kundin Louisa, die bereits erfolgreich mit ihrem Hund Buddy trainiert hatte, stieß beim Freilauf- und Rückruftraining auf Probleme. Louisa hatte Schwierigkeiten damit, ihrem Hund zu erlauben, Futter vom Boden aufzunehmen, da sie befürchtete, dass er dadurch unerwünschte Dinge fressen würde.

🎙️ Ich erzähle euch heute, warum das Unterdrücken dieses natürlichen Verhaltens nicht nur unnatürlich ist, sondern auch das Training behindern kann, bzw. du dir selbst ein sinnvolles Element deines Trainings raubst.

🐕 Hast du Sorge, dass dein Hund trotzdem noch alles, was er findet, vom Boden frisst?

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Transcript

Hallo und willkommen zu einer neuen Episode vom Anders mit Hund Podcast. Ich freue mich riesig darauf mit dir heute darüber zu sprechen, warum du Belohnungen auch auf den Boden werfen solltest und dein Hund diese in Ruhe suchen darf, auch wenn du nicht willst, dass dein Hund Dinge vom Boden

grundsätzlich aufnimmt. Und ich verstehe total, dass ich das für dich erstmal widersprüchlich anhören kann und wenn du bisher lachtest, dass Futter vom Boden fördert, dass dein Hund unliebsame Dinge frisst, dass der unterwegs alles frisst, dann lass mich dich heute unbedingt mitnehmen und dir aufzeigen, warum das nicht erfallt und du dir, wenn du auch Futter auf dem Boden verzichtest, ein sinnvolles Element deines Trainings selbst raubst. Lass uns ganz schnell

miteinander einsteigen, falls du mich noch nicht kennst. Ich bin Anne Bocher, Gründerin von Anders mit Hund und Host dieses Podcast. Ich habe vor einigen Jahren eine sehr, sehr tolle Kundin begleiten dürfen, die liebe Luisa. Und Luisa war eine wirklich sauber mit trainierende Kunden

und ihr Buddy und sie hatten schon einiges bewältigt. Dazu gehörte unter anderem, dass sie seit Jahren mit Buddy dran gearbeitet hat, dass der nicht vom Boden fressen darf, nichts was erfindet fressen darf, dass sie ein Begegnungstraining gemacht hat und da ziemlich gut Fortschritte gemacht hat. Und der Grund, weshalb sie zu mir gekommen ist, war, dass sie das Ganze in den Freilauf verlagern wollte und es da nicht funktioniert hat und auch ihr Rückruf

nicht so richtig funktioniert hat. Sie hatte bei den anderen Themen überhaupt kein großes Interesse mehr dran zu arbeiten, weil es für sie funktioniert hat und zugleich stagnierte aber ihr Training im Bereich Rückruf, im Bereich des Dinge nicht vom Boden fressen, weil die eben im Freilauf war und auch das Begegnungstraining war noch nicht so, dass

sie wirklich entspannt spazieren gehen konnte. Sie kam zu mir, wir haben uns das Training angeguckt und ich habe ganz, ganz, ganz schnell festgestellt, dass sie ein relativ kleines Belohnungsrepertoire mitgebracht hat und habe dann versucht im Training, da ihr Belohnungen Stück für Stück zu erweitern, wenn du dich mit bedürfendes Orientier im Hundetraining schon mal beschäftigt hast, dann weißt du, dass wir Menschen ganz schnell dazu neigen,

Futter und Spiel als Belohnung einzusetzen, dort das häufig zu verwenden, was für uns gut funktioniert, aber ansonsten mit Belohnung nicht so kreativ zu sein. Wir werden da ziemlich schnell Gewohnheitstiere. Und eine Sache, die ich ganz, ganz häufig mache, wenn ich merke, dass Menschen total Gewohnheitstiere sind und immer ganz schnell mit der Hand in der Tasche sind, ich sage ihnen im Training an, wo der nächste Ort der Belohnung ist

beziehungsweise, wie sie das nächste Bröckchenfutter geben können. Damit sind sie dann immer noch beim Futter. Sie fangen aber an, ein Stück kreativer zu sein, ohne dass es sie direkt überfordert. Und ich habe Louisa angeleitet und habe gesagt so und das nächste Mal greifst du bitte in die Tasche und streust ne ganze Hand voll Futter auf dem Boden, die ihr dann eben suchen kann und Louisa stockte, der Hund machte was sie wollte, sie gab das Markersignal

und sie gab ihm ein Brückchenfutter aus der Hand. Und dann habe ich gedacht, sie hat meine Anleitung nicht gehört. Und habe es nochmal gemacht. Und das Spiel wiederholte sich und in dem Moment wusste ich, wir haben eine neue Herausforderung, wir haben da irgendwo ein Glaubenssatz in Louisa's Kopf und wir müssen den auflösen. Wir haben da ne Pause gemacht, sind ein bisschen weitergeschlendert, der Hund ist in die Umwelt erkundet und

gegangen. Und ich habe mir das nochmal angeguckt und Louisa war die ganze Zeit dabei mit den Augen zu scannen, was Bally denn jetzt bitte wieder macht. Und dann habe ich sie darauf angesprochen und dann sagt sie, ja, der soll ja nichts fressen und dann muss ich schnell genug sein und er muss einfach jetzt verstehen, dass er nichts vom Boden essen darf und dann

habe ich gesagt, ah, alles klar. Wie sieht es denn aus? Hast du deswegen auch die Belohnung eben nicht auf den Boden streut und dann guckt sie mich total entrüstet an und sagt, ja, weil damit hätte ich mir mein gesamtes Training kaputt gemacht. Und warum das nicht so ist und wie es funktionieren kann, dass du ein Futter Training mit Fremdsachen finden machen

kannst und trotzdem Futter auf dem Boden als Belohnung einsetzen kannst. Darüber möchte ich heute mit dir sprechen beziehungsweise ich möchte mit dir darüber sprechen, warum Futter vom Boden so unglaublich wertvoll ist. Louisa dachte bis zu dem Moment, dass in dem Moment, wo sie Futter vom Boden verwendet, er lernt, dass man Futter vom Boden findet und dass man Futter vom Boden fressen kann. Das Problem ist, das müssen Hunde nicht lernen,

das ist angeboren. Unsere Hunde haben über mindestens 30.000 Jahre sich in unserem Umfeld domestiziert und das haben sie getan, indem sie Nahrungsmittel, die wir zurückgelassen haben, Müll von uns, Ausscheidungen von uns, solche Sachen gefressen haben. Das war das,

wodurch es sich unter anderem gelohnt hat in unserer Nähe zu sein. Und wenn wir jetzt dieses Verhalten komplett verbieten wollen oder rausnehmen wollen, arbeiten wir gegen 30.000 oder mehr Jahre Domestikationsgeschichte und auch gegen die komplette Evolution des Hunden, denn Hunde haben schon immer auch nahrhaftes gefressen, was sie auf dem Boden gefunden haben. Und gerade in Notzeiten oder bei Nahrungsknappheit gehörte dazu auch schon

immer der Kot zum Beispiel von anderen Tieren. Es ist total sinnvoll, den zu fressen, statt diese wichtigen Proteine, Enzyme etc. auf die zu verzichten. Der Grundsatz des Training also so zu gestalten, dass man das kontinuierlich verbietet und den Hund gar nicht erst die Erfahrung machen lässt, der wird nicht funktionieren. Denn alles was sich evolutionär über lange Zeit ausgeprägt hat und schon lange im Hundeleben existiert, also nicht nur beim Individuum, sondern

über mehrere Generationen existiert, das ist einfach da. Und das wird nicht im klassischen Sinne gelernt, sondern das ist angeboren und in dem Moment wo es irgendwann mal im Leben stattgefunden hat, wird es verstärkt und dadurch bleibt es bestehen oder geschieht häufiger. Dieses der Hund darf nicht vom Boden fressen, basiert auf der Theorie, dass es nicht verstärkt werden sollte, damit es nicht bestehen bleibt. Und hier sehe ich ein riesiges, riesiges Problem.

Denn wir können nicht verhindern, dass unsere Hunde leckere Sachen auf dem Boden finden. Du räumst zu Hause auf, du putzt den Küchentisch ab, dein Hund findet hinterher ein paar Krümel auf dem Boden. Du gehst mit deinem Hund durch den Wald, der findet leckere Rähkacke oder sonst was, der hat Futter auf dem Boden gefunden. Selbst wenn du jetzt hinrennst und schimpfst, hat er es erst mal gefunden und wenn du jetzt hinrennst und schimpfst, ist das Resultat

eher, dass er es in Zukunft lernt. Er muss schneller fressen, sodass du es nicht mitkriegst, damit er möglichst viel davon kriegt. All diese Sachen, das heißt, dann fällt dir vielleicht mal was runter während du dein Hund fütst und der hat das schnell aufgeklappt. Es ist also eine total graue Theorie davon, dass Hunde das niemals vom Boden fressen bekommen. Also das können wir überhaupt nicht einhalten. Das ist total weltfremd und unrealistisch und

es ist auch gar nicht nötig. Abgesehen davon weiß man schon sehr lange das angeborene Verhaltensweisen nicht unbedingt eine Lärmgeschichte brauchen über das Leben des Hundes und trotzdem ausgelöst werden zu können. Also mein Lieblingsbeispiel, auch wenn das so unglaublich traurig ist, sind die Laborbiegel, die irgendwann mal aus den Laboren ausgemustert werden und dann in

die Opput von Familien oder Tierheime oder Auffangstationen kommen. Und wenn du diese Laborbiegel nimmst und im Wald auf den Boden setzt, geht der Rüssel runter und die Fang an am Boden zu schnüffeln. Obwohl sich das bis dahin vielleicht wirklich noch nie gelohnt hat und im Labor auch niemals sinnvoll war. Das heißt, der Waldboden riecht spannend, das Umfeld lädt dazu ein, zack, die Nase geht runter, die schnüffeln am Boden und natürlich, wenn die da was finden,

fressen die das auch. Aber worum es mir erst mal geht, ist dieses Verhalten Kopf runter am Boden und schnüffeln vom Boden Futter aufsammeln. Das ist so, so tief verankert. Denken wir mal weiter. Denken wir mal weiter und denken wir weiter rein aus biologischer Perspektive und vergessen das, was uns über 30 Jahre veraltetes Hundetraining eingetrichtert worden ist. Dann ist doch Futter, was wir auf dem Boden finden als Hund, was wir nicht jagen müssen, wo wir uns nicht mit einem

anderen lebenden Individuum beschäftigen müssen. Das heißt, wir müssen nicht die Energie ausbringen, um zu buddeln oder zu hetzen. Wir gehen auch nicht die Gefahr ein, dass es schief geht. Und wir gehen nicht die Gefahr ein, dass das ganze Ding sich vielleicht sogar wehrt und wir damit ein eigenes körperliches Risiko haben. Das heißt, dieses Futter, was wir am Boden finden als Hund, das ist extrem billig, wenn wir die Risiken und die Energie, die dafür aufgewendet wird, dagegen rechnen.

Energie und Zeit sind für unsere Hunde die wichtigste Ressource neben Aufmerksamkeit, die sie im Alltag in ihrem Leben haben können. Aufmerksamkeit ist gebündelte Energie auf einen bestimmten Punkt. Also es geht in der Biologie immer darum, das Überleben zu sichern, ohne dabei Energie zu verschwenden, besonders hohe Risiken einzugehen oder eben, ich sag mal, nicht nachhaltig zu arbeiten, nicht nachhaltig zu handeln. Das heißt, in unseren Hunden steckt dieses Fast-Food vom Boden

finden total drin und wir können es nicht verhindern. Was können wir aber tun, damit wir es uns zu nutzen oder was können wir tun, damit es nicht überhand nimmt und vor allen Dingen, wieso sollten wir es sogar im Training nutzen. Alles, was angeboren in deinem Hund drin steckt, alles was angeboren Verhaltensausweisen auslöst, die sich gut anfühlen und dazu gehört, dass finden von Nahrung und das Aufnehmen von Nahrung sind irgendwo auch in den Bedürfnissen

fahren kann. Und es ist einfach nicht bedürfnissgerecht, wenn wir die natürlich angeborenen Verhaltensweisen des Hundes einfach nur unterdrücken. Wenn man in der Wissenschaft über wohlbefinden spricht, dann gehört zu wohlbefinden, zum Beispiel, dass die angeborenen Verhaltensweisen ausgelebt werden können. Das weiß man heute, dass das ein wichtiger Aspekt ist, damit

wohlbefinden überhaupt stattfinden kann. Und wir können das an so vielen Stellen nicht, dass es für mich wirklich tragisch ist, wenn wir es an den Stellen, wo wir es können, auch noch limitieren bzw. komplett unterdrücken, weil wir Angst vor etwas haben. Nämlich Angst davor, dass unser Hund sich vergiftet, dass der Dinge nicht verträgt, das System nicht

gut geht. Viel sinnvoller ist es meiner Meinung nach, zu gucken, wie, wann und wo kann ich es ermöglichen und wie kann ich eine Struktur schaffen, die für den Hund eine ganz klare Vorhersage gibt. An dieser Stelle zu diesem Zeitpunkt lohnt sich das. Hier bekommt es eine besonders gute Verstärkungsgeschichte. Du kannst diese Sachen ausleben

und an anderer Stelle kannst du das nicht. Wie ich im Übrigen mit dem Thema Futterfressen, Fremdesfutterfressen, dem sogenannten Anti-Giftköder-Training umgehe und wie da mein Vorhaben ist, dazu findest du nicht nur hier in den verschiedenen Podcast-Episoden eine Menge, sondern dazu gibt es auch einen Vortrag von mir, der heißt "Frisst nicht alles, was du findest". Den verlinke ich dir

hier drunter nochmal. Wenn der dich interessiert, das ist wirklich nur ein Vortrag, wo ich Schilder wie ich damit umgehe oder die Tücken sind und welche Art von Training gut funktioniert, aber der besteckt ganz, ganz, ganz viel drin, was du mit deinem Mund umsetzen kannst und wo du vielleicht merkst, wo ihr euch eine eigene Falle gebaut habt. Verlinke ich dir hier drunter in den Show-Nutz. Zurück zu unseren Belohnungen vom Boden. Wir sollten Dinge nutzen und gerade diese Dinge wie

Futter finden, Futter in Ruhe vom Boden aufsuchen. Das sind für viele, viele Hunde wirklich wichtige Bedürfnisse und es ist in allen Hunden angelegt. So, wenn wir diese Dinge nicht nutzen, wenn wir sie

unterdrücken, verbauen wir uns damit extrem viele Chancen. Du verbauest dir zum Beispiel die Chance im Begegnungstraining, so wie Luisa das gemacht hat, dass der Hund die Belohnungen auf den Boden gestreut bekommt und durch das Aufsammeln der Belohnungen Zeit bekommt, gleichzeitig das Gegenüber im Auge zu halten, Verhalten zu zeigen, was wir sehen wollen, nämlich sich abwenden, dem Kopf absenken, an Ort und Stelle verweilen, statt nach vorne zu schießen, sich ein bisschen

seitlicher zum anderen Hund zu stellen, mit dir zu warten, all diese Dinge. Und der Ort der Belohnung hilft hier im Training ungemein dem Hund zeigen zu können, was wir stattdessen wollen. Und gerade dieses Abwenden vom Boden aufsammeln, am Wegesrand schnüffeln gehört zu den deeskalierenden Verhaltensweisen, die unsere Hunde in Begegnung eher häufig zeigen, wenn sie noch der Meinung sind, dass es sich lohnt. Das heißt, es fällt vielen Hunden viel, viel, viel leichter, als sich komplett

abzuwenden und wegzugehen. Und es macht auch was mit dem Gegenüber. Das ist das eine. Das zweite ist, wenn wir bei Belohnungen immer nur mit dem schnellen Bröckchenfutter aus der Hand arbeiten, sind Belohnungen auch immer sehr schnell vorbei. Und gerade im Bereich des Rückhofs oder in anderen Dingen, die über eine Weile sich hinziehen, macht es aus Trainingslehre Perspektive richtig viel Sinn, dass die Belohnungen in etwa so lange dauern, wie das Verhalten, was vorher ausgeführt wurde.

Das heißt, mit dem Streuen von Futter auf dem Boden kannst du im Belohnungsrepertoire hier auch die Dauer verlängern. Das dritte ist, Futter suchen auf dem Boden und finden und konsumieren, ist im Bereich des Nahrungserwerbs mit einer eher mittleren bis niedrigen Erregung verbunden. Das heißt, hier können wir, wenn wir es geschickt anstellen, über diese Belohnung oder überhaupt über die Aktion die Erregung des Hundes absenken und mit ihm abfedern und zum Beispiel nach dem

Spielen so eine Art Nachspiel einbauen. Viertens, wenn wir Belohnungen dieser Art verwenden, bringen wir mehr Überraschungseffekt in unser Training. Die Belohnungen werden immer angenehm, aber weniger vorhersehbar, ohne dass es schlechte Überraschungen gibt sozusagen und damit können wir unser Training, also die Verstärkung der einzelnen Signale, die wir üben, pimpen und

können dafür sorgen, dass wir im Training schneller vorankommen. Und fünftens, Futter aus der Hand von Menschen nehmen, ist für viele Hunde aus vielen Gründen, zum Beispiel weil die Hand nach Zigarettenqualmen riecht, zum Beispiel weil die Hand sich im letzten Moment doch ein Millimeter auf den Hund zu bewegt, weil der Mensch so steht, dass der Hund sich frontal

nähern muss. All solche Gründe ist es für viele Hunde mit leichten Konflikten verbunden und nicht ganz so sexy wie das selber finden und aussammeln und dadurch wertest du gegebenen, weil es dasselbe Futter ab, dadurch dass du es immer aus der Hand gibst und nicht auch mal streust oder fallen lässt. Und jetzt könnte ich noch 30 Gründe mehr aufzählen, warum es

einfach eine so schöne Art ist zur Belohnung. Ich nutze die übrigens in vielerlei Hinsicht, ich nutze die auch in Mehrhunderhaltung, wenn du mit einem Hund trainieren willst und der andere so nebenbei mitlaufen will, damit der, der nicht gerade aktiv im Training ist, ein bisschen länger mit seinen Belohnungen beschäftigt ist und ein bisschen, du ein bisschen mehr den Fokus auf den anderen richten kannst oder halt für solche Sachen. Es ist einfach

unglaublich beschränkend, wenn du auf all diese Dinge verzichtest. Warum ist es jetzt Blödsinn oder warum ist es eigentlich gar kein Problem, dass Hunde von uns lernen,

Belohnungen kommen auf den Boden und andere Sachen werden liegen gelassen. Hunde sind absolute Kontext-Lerner und wenn du schlaubest, bist du ein guter Lehrer oder eine gute Lehrerin für deinen Hund, in welchem Kontext es sich super lohnt, das Futter vom Boden zu nehmen und in welchem Kontext du das gerne nicht möchtest und du dort für dort trainierst du Alternativen. Das heißt, dein Hund hat am Ende immer Erfolg. Einmal hat er den Erfolg, dass es im bestimmten

Kontext eben Futter vom Boden gibt. Du ihn zum Beispiel in eine Suche schickst, du das Futter streust nach dem Markersignal, das Futter nach dir riecht, ja, auch das ist ein wichtiger Aspekt.

Ist es unser Zuhause-Futter oder ist es was, was von uns verpackt worden ist, ist es was, was aus meiner Gudditasche kommt, ist es was, was mir angezeigt worden ist, wo ich mit dem Signal hingeschickt worden bin, all diese Sachen können nochmal für dich, für mehr Struktur und Klarheit sorgen, sodass du ganz klar unterscheiden kannst in den Fällen Kanadas, Davadas und möchte ich das auch und in den anderen Fällen möchte ich es nicht und da trainiere ich angstfreie

Alternativen für den Hund, die dann aber auch wieder belohnt werden und da wiederum setzt sich ganz, ganz viel ein, dass Futter gefunden wird, nur nicht das, was der Hund mir vorher angezeigt hat.

Also nicht exakt das in dem Moment und das finde ich, ist ein ganz wichtiger Aspekt, wenn wir aufhören zu denken, dass wir den Kontext unserer Hunde komplett verstehen, nur weil es für dich nicht riechbar oder wahrnehmbar ist, ob das Trockenfutter, was da gerade gestreut wird von dir oder von jemandem anders kommt, heißt es noch lange nicht, dass das für dein Hund nicht wahrnehmbar ist, nur weil du denkst, ah, so ist es für den Hund noch lange nicht exakt so und hier ist es an dir,

dir eine Struktur zu überlegen, in der es sich für dich gut anfühlt. Für mich war am Anfang diese Struktur super wichtig, dass meine Hunde zum Beispiel erst mal nur nach dem Arca-Signal vom Boden aufsammeln, dass ich mit ihnen Signale aufbaue, wann was am Boden liegt, was sie suchen und finden dürfen und essen dürfen. Und im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass diese Struktur

für mich wichtig war. Die Hunde hatten viel, viel schneller raus, wo ich eine Anzeige verhalten möchte, wo ich sie von abrufe, wo ich Alternativen mit ihnen trainiere oder wo sie halt wirklich das befundene Essen können. Und die Struktur ist vor allen Dingen damit wir Menschen in den Momenten, wo Entscheidungen anstehen, schnell genug entscheiden können und nicht drüber nachdenken können. Da hilft

uns Menschen eine solche Struktur total. Für den Hund ist sie dann leichter, ist es leichter zu lernen, wenn du dir über deine Struktur total klar bist. Also nochmal zusammengefasst. Bei Hunden ist es angeboren, dass sie Futter vom Boden nehmen und dass sie Futter finden und es ist sogar klug, es zu

finden. Ich verstehe jeden, der sagt, ich möchte das trotzdem nicht. Dann ist es an dir eine Struktur zu schaffen, dass der Hund weiß, wo es von dir nicht erwünscht ist und was er stattdessen machen kann, damit eben dieses Bedürfnis, was in dem Moment ausgelöst wird, wenn er das Futter wahrnimmt oder das Fressbare für dein Hund, sind andere Dinge fressbar als für dich. Dass das sofort greift in dem Moment, wo er das wahrnimmt, wo er das gerne machen möchte, dass es sofort eine

Alternative für ihn gibt. Das ist ein Trainingsweg, da gilt es sauber zu trainieren und dann eben auch zu belohnen und da wäre es total unklug auf Futter am Boden zu verzichten und genau dieses Bedürfnis eben zu befriedigen. Dein Hund kann lernen, wann ist es in Ordnung, wo möchte der Mensch das, wo erlaubt er das und wo nicht. Du arbeitest gegen ein uraltes Bedürfnis an, wenn du es einfach nur unterdrückst. Du kannst dieses uralte Bedürfnis sinnvoll nutzen, wenn du die Strukturenschaft in

den du es umsetzen kannst. Bei Louisa war das im Übrigen der Durchbruch zu sagen, wir bauen genau diese Sachen ein und Louisa hat mit mir drei Futtersuchen verschiedener Art unter Signal aufgebaut, die wir super als Belohnung für den Rückruf einsetzen konnten. Wir haben aufgebaut, dass wir, also wir haben das sogenannte Anti-Gift-Köder-Training einmal umgestellt, damit sie nicht mehr dauert, alles zuerst vom Hund sehen musste, sondern eine Mischung gemacht,

in die ich auch im Vortrag erkläre, den ich dir hier drunter verlinke. Und wir haben vor allen Dingen beim Rückruf ganz, ganz viele verschiedene Belohnungen einfließen lassen, unter anderem eben die Suchen und das Futter auf den Boden streuen. Dadurch ging das Rucki-Zucki voran bei den beiden im Rückruf und fürs Begegnungstraining genauso. Wir haben Techniken verwendet, wo der Hund den anderen Hund beobachten darf und es gab dann eben immer wieder das Schicken in der Futtersuche.

Sobald wir an dem Hund angesehen haben, erhält die Situation nicht mehr lange aus oder er würde gerne weg oder wir eben der Meinung waren, wenn wir es ihnen jetzt schicken, dann fühlt es sich für ihnen gut an, geschickt zu werden und er kann dadurch mehr gutes Verhalten zeigen im Kontext mit anderen Hunden. Also ein großes Plädoyer für die Futtersuche am Boden. Denkt dran, Strukturen sind etwas, was

gegebenenfalls dazu gehört, damit du dir nicht dein altes Training zerschießt. Wenn du eins hattest und damit dein Hund ganz klar lernen kann, wann ist es für dich in Ordnung und wann nicht. Vor allen Dingen sind diese Strukturen ganz besonders wichtig. Wenn du dazu neigst in den Momenten, wo dein Hund Dinge tut, die er nicht tun soll, dann doch wieder hart durchzugreifen oder ihn mit Nein ausstoppen, anzurufen oder irgendwie sonstige Sachen zu tun, weil das so ein bisschen Faden

beigeschmackt sonst gibt. Also Strukturen schaffen, Futter vom Boden einsetzen, merken, arbeite mit dem Hund und seinen Bedürfnissen und nicht gegen ihn, nutze sie sinnvoll und wenn du lernen willst wie, dann herzlich willkommen in unseren Kursen und Programm und den frisst nicht alles, was du findest Vortrag, den verlink ich dir hier drunter. Bis dahin und alles Gute. [Musik] [Beifall]

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