Aller Anfang: Ich weiß es doch auch nicht! - podcast episode cover

Aller Anfang: Ich weiß es doch auch nicht!

Jan 12, 202656 min
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Summary

Oliver und Nora diskutieren die Herausforderungen moderner Eltern, die sich zwischen dem Wunsch nach Klarheit und der eigenen Ambivalenz bewegen. Sie erklären Konzepte wie Ambiguitätstoleranz und kognitive Dissonanz, um zu zeigen, wie Eltern auch in schwierigen Situationen ehrlich und unterstützend bleiben können. Der Podcast beleuchtet, wie wichtig es ist, Kinderfragen nicht zu umgehen, sondern altersgerechte Antworten zu finden oder Unsicherheiten zuzugeben, um Tabus zu vermeiden und emotionale Sicherheit zu bieten.

Episode description

Nora Imlau

Als Eltern wollen wir für unsere Kinder oft Leuchtturm sein - doch was, wenn wir selbst unsicher sind, ambivalent fühlen, nicht weiterwissen? Oliver und Nora sprechen über Kinderfragen, auf die zu antworten uns schwer fällt, und über den Umgang mit der eigenen Zwiespältigkeit.

Kirsten Boie, Ein mittelschönes Leben, Hinz & Kunzt

Nora Imlau, Meine Grenze ist dein Halt, Beltz

Unser Postfach für Lob und Kritik, Anregungen und Themenwünsche: podcast@nora-imlau.de

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Diese Folge wird unterstützt von der Heemann Vermögensverwaltung "Unser Angebot umfasst das Sichten von bestehenden Depots, die Überprüfung derer sowie die Neuanlage von kleinen und großen Vermögen."

https://www.heemann.org/vermoegensverwaltung/frauen-und-finanzen

Transcript

Intro / Opening

🎵 Music

Und womit fangen wir heute?

A

Diese Folge wird unterstützt von der Hehmann Vermögensverwaltung und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge. ¡Hola Nora! Willkommen in zwei tachundzwanzig.

B

Yeah, Happy New Year.

A

Das ist unsere erste Folge. Ein frohes neues Jahr dir und euch allen, die uns zuhören. Vielen Dank, dass ihr da seid.

B

Genau.

Elterliche Unsicherheit Bei Kinderfragen

A

Ich hab dir eine Geschichte noch aus dem alten Jahr mitgebracht und zwar... Ich wohne ja in der Nähe einer Grünanlage, wie du weißt, und durch die fahren wir jeden Tag auf dem Weg in die Schule und zurück. Und eines Tages stand da plötzlich ein Zelt, mitten in der Grünanlage, so am Rand, so im Gebüsch. Und meine Kinder haben das dann so entdeckt und sagen so, ah, Papa, schau mal, da steht ein Zelt so. Ah, okay, da steht ein Zelt.

Und dann kamen irgendwann ein paar Tage später abends dran vorbei. Dann war da plötzlich Licht in dem Zelt, und das war dann so ein bisschen, irgendwie, so ein bisschen weird und so ein bisschen auch. Ja, so gruselig für eins unserer Kinder, so hm, wieso ist da Licht drin und so? Seitdem habe ich immer wieder über dieses Zelt nachgedacht. Und ich habe auch über das Zelt nachgedacht, weil ich gemerkt habe,

Ich tue mir nicht leicht, die Antworten zu finden auf die Fragen, die mir meine Kinder stellen. Und ich tue mir auch nicht so leicht, mit ihnen darüber zu reden. Also egal, ob sie mir jetzt Fragen stellen oder nicht. Also, ähm,

B

Also du gehst davon aus, dass da jemand in diesem Zelt wohnt, also eine wohnungslose Person irgendwie da quasi ihr Lager Yeah.

A

Ja, also es ist kein Kinderzelt so, sondern da ist ein oder mehrere Menschen wohnen in diesem Zelt. Und weil ich nicht weiß, was da so passiert, habe ich so ganz verschiedene Ebenen in meinem Kopf. Also das eine ist so, also weißt du, so, Engel links, Teuschel rechts. Also das eine ist dieses,

Ja, okay, also ich kann jetzt nicht im Park wohnen und ich weiß, dass andersorts ganz viele Menschen im Park wohnen. Es geht mir um diese Veränderung in deinem Alltag jetzt. Und andererseits müssen wir da nicht irgendwas tun? Also es ist Winter, also es ist jetzt nicht der Ort, glaube ich, wo die, wo man nach.

B

Total kalt. Also die Vorstellung jetzt gerade bei.

A

Sehr vor, da passiert was, da ist jemand und äh, friert oder Schlimmeres. Und diese ganzen Fragen von Sicherheit der Person, was haben wir uns so vorgestellt, was in Grünanlagen so passiert? In was für einer Welt leben wir eigentlich, dass da jetzt jemand selten muss oder vielleicht will? Kümmert sich jetzt da irgendjemand? Man denkt dann so, es ist so Mann Sätze an, ja. Also man müsste mal oder.

Sollte man mal als da mal klopfen und sagen Hallo? Und ich habe ja auch anderes zu tun. Ich bin auf dem Schulweg, also ich habe noch zwei Minuten, sonst sind wir schon wieder zu spät, ja, so der Hassle so. Ah ja, vielleicht am Nachmittag, ah, Nachmittag schon wieder vorbei.

Dann erzählte mir jemand, ja, jetzt war neulich die Polizei da und hätte mal reingeschaut ins Zelt. Also, und wie gesagt, für mich ist es vor allem die Frage, wie damit umgehen, wenn ich selber nicht weiß, was ich davon halten soll. Das ist so mein Punkt. Ich merke, ich kann nicht einfach sagen, mir doch egal. Und auch das weiß ich nicht, wie ich dann meinem Kind sagen soll: Du, keine Ahnung, mir doch egal.

Ich weiß nicht, ob dir das klar wird, was ich suche. Also ich suche so einen Umgang, wenn mir eine Sache unklar ist oder auch meine Gefühle ambivalent sind einer Sache gegenüber. Und gleichzeitig aber schon ja das Kind vor dir steht und sagt, was ist denn da los? Wie finden wir das? Wie ist das einzuschätzen?

B

Is that

A

Ja, ist das erlaubt? Oder ich glaube, dass Kinder ja in so einer Situation quasi fragen, ist das nach deiner Erfahrung etwas, worauf es eine Reaktion braucht? Ich, durch meinen Erfahrungshorizont, weiß nicht umzugehen. Sag mal.

B

Das heißt, nur um das sozusagen für mich so klar zu kriegen, du wünschst dir quasi für dein Kind ein klares Gegenüber sein zu können, dass wenn dein Kind sich an dich wendet und sagt, Papa. Wie stehen wir dazu, dass du da eine Antwort weißt? Und es stresst dich so ein bisschen, wenn du in einer Situation bist, wo du denkst, ja, weiß ich jetzt auch nicht.

A

Ja, genau. Und ich merke ein Verstummen, also dass ich dann so am liebsten lieber gar nichts sagen. an der Sache vorbei. Und ich glaube, dass das was ist, was

C

Uh

A

Was ein Mechanismus ist, über den ich irgendwie nachdenke.

Rollenwandel: Ambivalenz Und Dissonanz Verstehen

B

Ich glaube, das hat tatsächlich auch wieder was mit so ein bisschen einem veränderten Rollenverständnis zu tun. Von uns als Eltern, wir sind oft damit aufgewachsen, selbst noch, dass Eltern Menschen sind, die sozusagen auf alles eine Antwort wissen und dass Eltern Menschen sind, die ganz klar sagen: das ist richtig, das ist falsch, das ist gut, das ist böse.

Sehr wenige, die wir von uns, die wir heute Kinder erziehen, sind in Elternhäusern groß geworden, wo Ambivalenzen Ambiguitätstoleranz, um dieses sperrige Wort einmal zu verwenden, also diese Fähigkeit, widersprüchliche Positionen gleichzeitig zu halten und zu sagen, die können auch beide gleichzeitig wahr sein, so wo das eine Rolle gespielt hat, sondern die

Nachkriegsgeneration, die sozusagen ja unsere Elterngeneration in weiten Teilen ist, ne, späte Kriegskinder oder dann eben die Nachkriegskinder, die sind oft mit einem sehr klaren Weltbild von So ist es, und das ist richtig und das ist falsch, selbst groß geworden und haben eben auch in ihrer Elternschaft oft wenig ambivalent. Kommuniziert und auch eher so diese Vorstellung von so einem klaren Rahmen vermittelt. Und ich glaube, was in der modernen Elternschaft herausfordernd ist,

ist, dass wir einerseits diesen Anspruch an uns haben, im juelischen Sinne so diese Leuchttürme zu sein, die ja auch Halt und Orientierung geben und eine gewisse Klarheit sozusagen versprechen. Und auf der anderen Seite aber viel stärker davor zurückschrecken, einfach mal so eine Setzung vorzunehmen und zu sagen, meinem ersten Impuls folgend, so ist es.

Ja, sondern dass wir dann auch den Anspruch an uns haben zu sagen, wenn ich meinem Kind eine klare Antwort geben will, dann muss die auch extrem gut durchdacht sein und ich muss alle Aspekte bedacht haben dabei. Ich kann ja jetzt nicht einfach irgendwas raushauen. Und wenn wir dann eben in einer Situation sind, wo wir selber denken, weiß ich jetzt nicht so richtig. Wie ich das einschätzen soll?

Dann kommen wir schnell an so einen Punkt, zu sagen: Aber wie soll ich denn jetzt meiner Elternrolle gerecht werden, wenn ich selbst so unklar bin, wenn ich doch die Aufgabe habe, meinem Kind Halt und Orientierung und Sicherheit zu geben. Aber ich bin jetzt selber eher an einem Ort von Unsicherheit.

A

Ja, also Unsicherheit spielt. Sichert mit einer Rolle. Ich war jetzt noch kurz bei Ambiguitätstoleranz, das ist ein fachchinesischwort, das ich schon kenne, aber nicht so richtig. Also, weil du sagtest, dass man zwei Positionen. Die nicht deckungsgleich sind, aushalten muss. Weil in meinem Zeltbeispiel habe ich ja ungefähr sieben.

B

Ja, ja, genau, also ne, das ist eine wichtige Nachfrage, genau, also Abiguites und Toleranz, da geht es um zwei oder mehr Widersprüchlichkeiten, die wir gleichzeitig halten müssen. Es geht nicht unbedingt um zwei Pole und es können auch widersprüchliche Werte sein, die zum Beispiel in uns wirken. Also, wenn ich mir jetzt zum Beispiel vorstelle, ich würde vielleicht an so einem Zelt vorbeigehen, dass du schilderst.

Hätte ich vielleicht einerseits den Impuls, eben zu sagen, meinem Wertesystem entsprechend, ich glaube, ich muss da mal Hilfe anbieten. Und ein anderer Impuls, ebenfalls meinem Wertesystem entsprechend, wäre aber,

Ich will mich niemandem aufdrängen, ich will auch nicht in die Privatsphäre von einer Person eindringen, die ich nicht kenne. Vielleicht ist es gar nicht gewünscht, dass ich jetzt hier irgendwas mache. Und dann kann das so ein Spannungsfeld in mir erzeugen, zu sagen, ähm, Ich weiß jetzt gar nicht, was das Richtige ist und ähm Und wir alle als Menschen

Sind so gemacht, also einfach von unserer, also weiß ich, wie unser Gehirn funktioniert, dass wir solche Spannungszustände als was Unangenehmes empfinden und dass wir oft nach einem schnellen Weg suchen, diese Spannung zu lösen. Und eine Möglichkeit, diese Spannung zu lösen, die sozusagen sehr häufig von unserem Gehirn genutzt wird, ist die sozusagen kognitive Dissonanz. Oh, wir sind in ganz vielen fachchinesischen Wörtern heute unterwegs, aber und die kognitive Dissonanz ist einfach zu sagen,

Ich habe widersprüchliche Gefühle, das stresst mich total. Jetzt spalte ich einfach alle Gefühle bis auf eines ab und sage: Das ist das, für das ich mich entscheide, und die anderen spielen einfach keine Rolle mehr. Die verdränge ich, die schiebe ich weg und dann wird die Welt auch wieder einfach. Also Und um und Ambiguitätstoleranz ist das Gegenteil davon, nämlich zu sagen

Ich schiebe nicht diese unterschiedlichen widersprüchlichen Sachen weg, sondern ich habe eine Fähigkeit entwickelt, diese Gleichzeitigkeiten zu halten und sozusagen auszuhalten, dass es da jetzt gerade diese Spannung gibt und dass ich jetzt auch gerade keine Lösung dafür habe. Und ich muss jetzt aber nicht mir die Welt sozusagen künstlich vereinfachen, um sie ertragen zu können, sondern ich kann damit jetzt gerade leben, dass es diese unterschiedlichen Sichtweisen gibt.

Kognitive Dissonanz: Schutz Und Gefahr

A

Und wir sprechen aber jetzt ja von Situationen, in denen man so ein bisschen, sag ich mal, nachdenken kann, ne? Also, wo. du ein paar Minuten oder ein paar Wochen Zeit hattest, um Dinge abzuwägen? Also das wäre jetzt nur so meine nächste Frage. Wenn ich dich richtig verstehe, bekomme ich verschiedene Informationen oder Gefühle für also widersprüchliche Dinge.

und versuche, die ins Reine zu bringen, sodass ich dann eine Haltung entwickeln oder eine Reaktion entwickeln kann. Aber du meinst jetzt schon sowas wie Tierwohl? Ernährung, Autofahren, also so so Dinge, die in uns reifen, zu denen wir uns dann irgendwann mal eine zumindest vorläufige Meinung bilden. Oder meintest du so, ich brülle dich an und du musst jetzt aus deiner was Ambiguitätstoleran?

B

Ja, genau, also wir müssen das glaube ich außerdem differenzieren. Kognitive Dissonanz ist einerseits etwas, was auf individueller Ebene passieren kann, dass wir bestimmte Dinge verdrängen, wegschieben, die uns das Leben schwer machen würden. Und deswegen bauen wir eine Distanz auf zwischen uns und etwas, was uns eigentlich betreffen würde, und sagen quasi, das betrifft mich nicht. Also um ein total banales Beispiel zu nehmen, wenn ich.

Ein reicher Mensch bin mit einem Privatjet, ja, dann weiß ich kognitiv, der CO2-Ausstoß dieses Privatjets ist sehr schlecht fürs Klima. Und dann kann ich für mich aber so ein Narrativ zurechtlegen, dass es mir leicht einfach so sagt, naja, auf meinen einen Privatjet kommst du irgendwie auch nicht an. Und außerdem trenne ich immer meinen Müll. Und ich spende auch für Greenpeace. Und das kann dann so ein Konstrukt werden.

Ne? Dass quasi für mich dieses Spannungsfeld, das Unangenehme, ich handele hier vielleicht gegen moralische Prinzipien, gefühlt auflöst, ne, und ich lebe dann in einem Zustand kognitiver Dissonanz, das heißt, ich Ich verweigere letztlich die Realität anzuerkennen über ein Erklärkonstrukt, das mir ein gutes Gefühl gibt. Ja, und das gibt es.

Auf einer individuellen Ebene. Und das gibt es aber auch zu gewissen Grad auf einer gesellschaftlichen Ebene. Also, du hast vorhin ganz kurz das Thema Tierwohl so ins Rennen geworfen. Man kann durchaus argumentieren, dass wir als Gesamtgesellschaft uns, sag ich mal, weitgehend darauf geeinigt haben, eine gewisse kognitive Dissonanz

als normal zu empfinden in Bezug auf wir haben Tiere, die wir streicheln und Haustiere nennen und wir haben Tiere, die wir teilweise unter sehr schlechten Bedingungen halten und schlachten und essen.

Und da gibt es keinen logischen Grund dafür. Es ist einfach eine gewachsene Tradition, und wir leben da in so einer kollektiven, sag ich mal, gewissen Dissonanz zu sagen, Wir können viele Menschen, die meisten Menschen, eine Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt genießen, ohne uns im Detail auszumalen, wo die jetzt genau herkommt und wer sozusagen den Preis dafür bezahlt.

Und das gibt es genauso in Bezug auf zum Beispiel Verkehr, dass sozusagen wir zwar theoretisch wissen, der Straßenverkehr fordert so und so viele Todesopfer pro Jahr und trotzdem gibt es so diese kognitive Dissonanz. Kollektiv zu sagen, Autofahren ist wichtig, Autofahren ist nötig und meine eine Fahrt hier oder dahin macht auch keinen Unterschied und im Großen und Ganzen ist es ja trotzdem.

Was Gutes, so einfach, ne? Und dann wird eben auch viel, was in dieses Bild nicht passt, quasi so ein bisschen weggeschoben, um es für sich leichter zu machen, wenn man jedes Mal, wenn man ins Auto steigt, sich klar machen würde, es kann passieren. äh, ich töte einen anderen Menschen aus Versehen, wenn ich mit diesem Ding unterwegs bin. Also wenn das in der vollen Konsequenz immer bewusst wäre, dann

würden wir im Alter gar nicht handlungsfähig bleiben, also die meisten Menschen. Und insofern gibt es sozusagen kognitive Dissonanzen, die individuell oder auch gesellschaftlich gewachsen sind und Um das ganz klar zu sagen, das ist nicht ähm Also kognitive Dissonanzen auszubilden, ist keine Charakterschwäche, das ist kein schlechter Menschsein, der einfach nur irgendwelche Entschuldigungen finden will, sondern das ist letztlich auch ein Schutzmechanismus des Gehirns.

um in einer Welt voller Widersprüche und voller moralischer Fragwürdigkeiten überhaupt leben zu können, wenn wir uns in jeder Sekunde unseres Alltags, ne, jeder möglichen Konsequenz von allem und jedem immer bewusst wären, dann wären wir handlungsunfähig. Unser Gehirn braucht Strategien, um sich vor bestimmten Dingen zu schützen, um bestimmte Dinge zu verdrängen, um bestimmte Dinge. tun zu können. Und gleichzeitig ist es natürlich ein

Umgang Mit Stress Und Reflexion

Auch ein Mechanismus, der eine Gefahr birgt. Also, um jetzt in so ein Extrem reinzugehen, wenn in irgendeinem Unrechtsstaat. Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen in Lagern gehalten werden und da dann irgendwelche Lageraufseher unterwegs sind, dann haben die oft auch ein Konstrukt kognitiver Dissonanz für sich entwickelt, warum sie

sozusagen für sich rechtfertigen können, diese Gräueltaten zu beginnen oder Teil eines verbrecherischen Systems zu sein. Und diese kognitive Dissonanz ermöglicht dann eben auch furchtbare Verbrechen, ne? Weil man eben dann sagt, ja, das sind ja keine richtigen Menschen oder das sind Menschen zweiter Klasse oder das ist jetzt nötig für irgendein höheres Ziel oder so. Also, das ist sozusagen eine Fähigkeit unseres Gehirns, die einerseits manchmal überlebensnotwendig ist, Und andererseits.

Auch ein großes Gefahrenpotenzial birgt, uns unempathisch zu machen, uns auch unmoralisch handeln zu lassen. Und wo da genau die Grenze verläuft, das ist eben auch immer eine Frage von, Gesellschaftlichen Moralvorstellungen, da verändern sich auch Dinge, ne? Das werden Menschen auch unterschiedlich beurteilen. Und dann gibt es eben noch diese Situation, von denen du gerade gesprochen hast.

Eher von so einer Art Hocksituation. Ich bin in einer Situation mit meinem Kind und ich habe Stress und ich muss mich jetzt verhalten. Ähm. And I have mehrere widersprüchliche Impulse in mir. Was mache ich denn jetzt? Und auch da ist eben unsere menschliche sozusagen Prägung, also von der Art und Weise, wie unser Gehirn funktioniert, oft so ein bisschen uns einen möglichst einfachen Weg suchen zu wollen. Also irgendeinen Weg zu suchen, der uns sozusagen

Diese innere Spannung nimmt, wo wir einfach sagen, ich mach das jetzt so und basta und über alles andere muss ich nicht mehr nachdenken. Und ähm, Wir werden aber zu feinfühligeren und empathischeren Menschen, wenn wir es eben schaffen, auch in Stresssituationen zu registrieren. In mir herrschen jetzt vielleicht gerade mehrere Gefühle, Impulse. Vorstellungen, Prägungen und wie auch immer.

Und ich kann anstatt dem ersten Impuls zu folgen, auch versuchen, diese Ambivalenz sozusagen auszuhalten und ein Stück weit auch mich da verletzlich zeigen und zum Beispiel auch meinem Kind gegenüber sagen, Ich bin gerade überfordert mit dieser Frage oder mit dieser Situation. Ich weiß jetzt auch nicht so genau. Oder ich habe gerade ganz widersprüchliche Gefühle in meiner Brust. Ich muss das jetzt erstmal für mich sortieren. So, ne? Aber das ist...

Ja, das ist ein total komplexes und weites Feld. Ich habe in meinem Buch Mein Familienkompass ein bisschen darüber geschrieben und wie wichtig ich das finde, als gerade als Eltern Ambiguitätstoleranz zu üben und habe das da an verschiedenen Beispielen erzählt. Aber das ist jetzt auch nichts, was man sozusagen als so eine Art Allheilmittel verschreiben kann für jede Eltern.

Herausforderungen, sondern das ist schon was, wo wir uns auch klar machen müssen. Es gibt Situationen in unserem Alltag, die erfordern schnelle, präzise Entscheidungen, und es gibt Situationen, gerade auch Situationen, in denen wir so ein bisschen in einem moralischen Dilemma sind.

Da kann es gut sein, sich daran zu erinnern, dass wir eben auch als Menschen die Fähigkeit haben, Mehrere widersprüchliche Gefühle oder Impulse auszuhalten und nicht sofort wegzuschieben und nicht diesem sozusagen Impuls Die durch kognitive Dissonanz sofort aufzulösen, folgen müssen, sondern auch ganz bewusst, sage ich mal, in diesem unbequemen Zustand des. Ich weiß es auch nicht so genau, aber ich gebe mir jetzt mal einen Moment Zeit, das zu fühlen, was ich da alles nicht so genau weiß.

drin zu bleiben.

C

Mm-hmm.

A

Also üben wir in den langsamen Situationen für die schnellen oder üben wir in den ruhigen Momenten für die lauten. Also, was ich meine, ist, dass In der Sekunde des, keine Ahnung, Unfalls, Überfalls, Alarm, Wasser, Not, Feuer, irgendwas, glaube ich, ähm, Da können nur sehr trainierte Menschen und meistens halt nur Profis auf Verhaltensmuster zurückgreifen, die sie sich ja quasi auch antrainiert haben. Und wir, da ist jede Kopflosigkeit oder jede

Jeder Rückgriff auf alte Muster, glaube ich, sehr erklärbar und auch irgendwie verständlich. Ja, also

B

Das ist uns auch teilweise sinnvoll, also auch um das ganz klar zu sagen. Es gibt auch Situationen, in denen Ambiguitstoleranz nicht wahnsinnig hilfreich wäre. Also wenn jetzt mein Haus brennt und ich da rausrennen muss und ich würde dann so total

komplex erstmal nachdenken, was bedeutet das jetzt für mich und mein Leben und die Zukunft und ganz genau abwägen, welche Güter sollte ich vielleicht mitnehmen und welche sollte ich hier lassen und welches Kind wecke ich zuerst. Also das würde alles viel zu viel Zeit kosten und es wäre in dem Fall auch

eine ganz, ganz ungünstige Strategie, sondern Dieser Kampf- oder Fluchtmodus, in dem wir ja in solchen Stresssituationen verfallen, der ja gerade dann eben auch unseren Präfrontalenkortex, also diesen vorderen. Stirnlappen unseres Gehirns ein bisschen lahmlegt, der eben für dieses Abwägen zuständig ist. Das ist ja ein sehr, sehr sinnvoller und guter Überlebensmechanismus, zu sagen, es gibt Situationen, da geht es um Schnelligkeit. Und nicht um...

Ambivalenzen, sondern da braucht es eine klare Antwort. Was mache ich jetzt? Und da geht es nicht nur um brennende Häuser, sondern manchmal auch im ganz, sag ich mal, normalen Alltag brauchen wir manchmal diese. Klarheit, diese Entscheidungsfähigkeit, dieses nicht-aleszerdenken, wenn man jetzt so ein bisschen sozusagen die Extremform von

Ambiguitätstoleranz sozusagen an die Wand malen will. So im Sinne von, wenn du über jede Kleinigkeit quasi in allen Details und in allen moralischen und sozialen und ökologischen Implikationen nachdenkst, dann bist du nicht mehr Alltagsfähig, so. Das heißt, du brauchst teilweise diese Fähigkeit zu sagen, quick and dirty. So, und dann gibt es andere Momente, wo es wichtig ist, diesem Impuls nicht zu folgen. Weißt du?

Die Kraft Der Kurzen Denkpause

C

Oh yeah.

A

Ja, ich habe eine einen Verzettelungswiderspruch. Also ähm Ich glaube, dass Schnelligkeit nicht immer richtig ist, aber ich glaube doch, ich verstehe, was du meinst. Also, mir ging es darum, dass In einer akuten Stresssituation, ja, es ja manchmal trotzdem gut ist, ganz kurz inne zu halten und zu sagen,

Durch die brennende Tür oder durch die. Und deswegen, man muss jetzt mal weg, glaube ich, von diesen ultra krass Notfällen. Aber ich meine, die Profis haben ja dieses Ten vor Ten, also dass die zehn Sekunden alle Hände weg, kurz überlegen, was machen wir jetzt die nächsten zehn Minuten.

B

Dass man nicht so kopflos handelt.

A

Genau, weil ich glaube, dass wir ja zum Teil, zum Beispiel im Ungarn mit unseren Kindern, gerade wenn es super stressig wird, sonst greifen wir ja automatisch auf Buster zu, die wir ja unbedingt vielleicht nicht. Dann wären wir ja plötzlich sehr schnell am Brüllen und an Schlimmerem, wenn wir so deswegen meinte ich, vor allem wir üben trotzdem manchmal in. Ich hab's das Gefühl, dass es manchmal gut ist in stressigeren Situationen.

Rollen oder andere Haltungen zu üben. Also du hast Stress mit einem anderen Verkehrsteilnehmer, aber es ist ganz klar, niemand ist irgendwie in Gefahr und es drohen dir keine Prügel. Dann kann man ja einmal versuchen. Ist es da besser, aggressiver oder defensiver oder abwägender oder deeskalier oder so, um einfach so eine Variation zu haben, wie könnte ich mich jetzt verhalten? Darauf wollte ich.

B

Absolut, ja, ja, und ich bin da bei dir. Also, du hast ja auch meine Grenze ist dein Halt gelesen. Da schreibe ich ja auch genau über diese kurze Pause, die den Unterschied machen kann, dass sozusagen unser Gehirn. Wenn wir gar nicht nachdenken, die ausgetretenste Datenautobahn sozusagen nutzt, also irgendwelche uralten Muster und Prägungen abspult, weil die am schnellsten abrufbar sind.

Und das auf zehn Sekunden Pause, wo wir einfach einmal atmen, einmal uns kurz mit uns selbst verbinden, reichen, um ein anderes Muster auszuwählen, um einen anderen Weg zu gehen, um letztlich andere neuronale Verbindungen zu nutzen und damit auch zu stärken. Und das ist was, wo ich ganz viel drüber geschrieben habe, gerade wenn unsere Kinder ja manchmal

Uns auch so bedrängen. Also, die können ja in ihrer Art, wie sie manchmal mit einer unglaublichen Dringlichkeit eine Antwort auf eine Frage wollen, in uns dann auch so einen Druck erzeugen, dass wir manchmal das Gefühl haben, wir haben kaum noch,

Zeit Atem zu holen, so dringlich ist jetzt die Antwort auf diese Frage. Und ich selber bin zum Beispiel eine Person, die auf solchen gefühlten Druck extrem anspringt. Also wenn jemand mir eine Frage stellt, in so einem gestressten etwas drängenden Ton, dann spüre ich das ganz stark als meine Verantwortung, sozusagen in derselben Stelligkeit und in derselben

Dringlichkeit sofort eine Antwort bereit haben zu müssen. Und dann habe ich ganz stark so dieses Gefühl, ich darf diesen Prozess jetzt nicht verzögern. Und ähm da das zu erkennen und zu sagen dringend heißt nicht immer wichtig, sondern es gibt auch einfach manchmal Leute, die haben so einen Duktus, dass sie halt einfach sehr schnell sind. Und gerade Kinder empfinden ihr Anliegen, das sie gerade haben, oft als das Wichtigste auf der Welt. Und sag doch Mama, sag doch Mama, sag doch.

Und dann zu sagen, ich habe trotzdem das Recht, mich davon auch nicht so unter Druck setzen zu lassen, sondern ich darf sagen, Moment. Gib mir einen Augenblick, um darüber nachzudenken. Ich beantworte deine Fragen gerne, aber ich brauche einen Moment. Das war für mich auch ein echt wichtiger Lernschritt und

Tabus Vermeiden Und Antworten Geben

Wenn wir jetzt nochmal auf die Situation mit dem, mit dem Zelt zurückkommen. Also ich bin mit meinen Kindern auch immer mal wieder in Situationen, wo die mich eben auch um Einschätzungen bitten zu irgendwas, wo ich jetzt nicht sofort wie aus der Pistole geschossen sagen kann: So ist es, und das ist meine Haltung dazu. Und ich finde, das hat oft schon was Entlastendes.

Genau das erstmal eben auch zu benennen, also wirklich zu dem Kind auch zu sagen, du ganz ehrlich, ich bin da jetzt auch ein bisschen überrascht und irritiert, ich verstehe auch gerade noch nicht ganz genau, was hier passiert. Ich verstehe total, dass es dich beschäftigt. Mich beschäftigt das auch. Ich muss mir da noch ein bisschen Gedanken drum machen. Ich muss mir auch noch ein paar Informationen einholen. Und dann können wir gerne noch mal drüber reden. Und was du ja vorhin beschrieben hast,

Dieses Verstummen ist natürlich dann auch oft so ein Resultat aus der Angst, was Falsches zu sagen. Und was dann relativ häufig passiert ist, dass wir den Kindern sagen: Ja, ja, reden wir später drüber. Und dann von uns aus nicht nochmal darauf zu sprechen kommen, weil wir eigentlich ganz froh sind, dass das Thema jetzt weg ist. Und wenn das Kind da nicht nochmal nachfragt, dann denken wir, wahrscheinlich hat es das vergessen.

Und das ist total menschlich, aber da würde ich versuchen, diesem Impuls zu sagen. Jetzt denkt es zum Glück ja nicht mehr dran, zu widerstehen, sondern schon zu sagen, wenn mein Kind eine Frage hatte und ich konnte die in dem Moment nicht beantworten, was völlig valide ist.

Dann ist es im Prinzip meine Verantwortung, an irgendeinem Punkt nochmal zu dem Kind zurückzugehen und zu sagen: Du hattest mich ja gefragt, was es mit dem Zelt auf sich hat. Ich habe mir da jetzt ein paar Gedanken gemacht, wollen wir da nochmal drüber reden. Weil sonst schnell bei den Kindern unbewusst dieses Signal ankommt. Ich habe eine Frage gestellt.

Die wurde nicht beantwortet. Es wurde so vage in Aussicht gestellt, dass wir dann nochmal drüber sprechen. Aber ich habe auch wahrgenommen: es war mein Papa oder meine Mama irgendwie ein bisschen unangenehm oder so. Ich will jetzt auch nicht das nochmal ansprechen, vielleicht mache ich da was falsch. Und so setzen sich in Kinderköpfen dann schnell irgendwann Tabus zusammen. Also dieses, dieses Gefühl, das kann ich nicht ansprechen, weil ich habe gemerkt, da gibt es eine.

Ungute emotionale Reaktion und dann wird es nie wieder aufgegriffen. Also scheint das ein Thema zu sein, über das wir nicht sprechen können.

A

Echt krass. Also ich oh Gott, ich glaube, ich mach das dauernd. Also

C

Ha ha ha.

A

Nein, aber ich weiß gar nicht. Also, wenn das Thema nicht nochmal hochkommt, dann spreche ich es nicht nochmal an, weil ich dann immer denke, jetzt. Dann muss ich das ja dann, also erstens alles so auseinanderklamüsern so von A bis Z, dann dem Kind ja auch eine kindgerechte Lösung anbieten. Diese ganzen Emotionen nochmal hochholen, die alle halten. Und man ist ja eigentlich schon beim nächsten Thema. Also das sind jetzt schon echten.

🔊 Chant

Papa lieber nicht zu... Thema Zelt oder zum Thema Sch zu schwierigen Was ist dann das Tabu? Was wäre dann, wie wie lautete dann das Tabu? Wenn man Themen, wo man sagt, du, das weiß ich jetzt auch gerade nicht? Können wir ja vielleicht später nochmal drüber reden? Ich hab das eher als gebrochenes Versprechen gelesen, aber wo ist denn das Tabu? it is.

B

Lass uns kurz ein anderes Beispiel nehmen, um es sozusagen zu erklären, und dann komme ich zum Zelt zurück.

A

Mit dem Zelt bin ich fein.

B

Wir hatten ja mal vor ein paar Monaten diese Folge zum Thema sexuelle Aufklärung gemacht. Und da ging es ja auch darum, dass Kinder oft anfangen, irgendwelche Fragen zu stellen, wo kommen die Babys her? Und da gibt es das auch relativ häufig, dass Eltern dann erstmal nicht so genau wissen, was sie antworten sollen, aufgrund eigener Schamgefühle und so weiter, und dann so ein bisschen das Gespräch quasi vertagen und sagen, du, da reden wir ein anderes Mal drüber, ne?

A

Okej, förstå.

B

Dann nehmen Kinder oft sehr genau wahr. Das scheint irgendwie nicht ein Thema wie jedes andere zu sein. Da gibt es irgendwie ein anderes. Gefühl, dass ich da einfach bekomme, meine Mama, mein Papa scheint es irgendwie unangenehm zu sein oder ich scheint es irgendwie zu stressen oder so. Und es gibt gleichzeitig aber ja diese Zusage, wir reden da nochmal drüber. Und wenn dann mein Elternteil

paar Tage später oder wann auch immer noch mal kommt und sagt, es hat dich ja interessiert. Hier habe ich ein Buch dazu oder ich habe jetzt

Was weiß ich, ich kann dir dazu jetzt was erzählen, ich habe jetzt Zeit, ich habe jetzt Ruhe. Signalisiert es dem Kind, okay, meine Eltern haben wirklich einfach nur einen Moment gebraucht. Wenn aber dann auf einmal dieses Thema nicht mehr angesprochen wird, dann kann das Kind daraus sehr leicht schließen, zu sagen, Ich habe eine Frage gestellt, meine Eltern waren irgendwie unangenehm berührt, haben das Thema auf wann auch immer geschoben und danach nie wieder angesprochen.

Daraus schließe ich mit meinem messerscharfen Verstand eines fünfjährigen Kindes, dass das vielleicht ein Thema ist, das ich eher nicht mehr ansprechen sollte, weil Es scheint komische Gefühle zu erwecken, es scheint nichts zu sein, was die von sich aus nochmal hochbringen. Und dann entsteht da oft so ein Gefühl von, das ist ein Tabuthema, das ist ein Thema, über das ich nicht frei sprechen kann.

Man darf da jetzt nicht in so eine Panik verfallen. Also es gibt natürlich auch Situationen, da sage ich zu meinem Kind, das erkläre ich dir später und dann vergesse ich es auch wirklich und ehrlich, weil einfach so viele andere Dinge passieren. Und das heißt nicht, dass dann sofort. Ein Tabu entsteht. Aber wenn ich mit meinem Kind

Beispielsweise in der Stadt lebe, wo wir regelmäßig mit dem Thema Wohnungslosigkeit konfrontiert sind, in irgendeiner Form. Also dann sieht man hier mal jemanden, der bettelt und man weiß nicht, hat die Person zu Hause oder nicht, dann erlebt man dort irgendwas so. Und mein Kind erlebt quasi immer und immer wieder durch verbale und nonverbale Botschaften, das Thema ist mir unangenehm, ich gucke da weg, ich kann dazu nichts erklären, ich will dazu nichts sagen, komm, wir gehen schnell weiter so.

dann manifestiert sich im Kind eben dieses Gefühl von, das ist ein Thema, über das wir anscheinend nicht reden können. Wenn ich irgendwelche Fragen zu anderen Dingen habe, dann sind meine Eltern ausgesprochen, auskunftsfreudig und haben viel Lust, mir zu machen. was zu erzählen und bei dem Thema werden sie auf einmal Schmallippig, gestresst, wirken irgendwie unangenehm berührt oder so. Und Kinder wollen ja ihren Eltern keinen Stress machen, die wollen ihre Eltern auch nicht.

Belasten mit ihren Fragen und die gehen dann eben oft in so eine gewisse Überkooperation zu sagen: Okay, dann frage ich dazu besser nichts. Ob das um Sexualität geht oder um Obdachlosigkeit oder um Angst vor Krieg oder um was auch immer.

Das ist gar nicht, dass dann da so ein bewusstes Tabu entsteht, im Sinne von, dass die Kinder dann das als Regel formulieren würden. Ich darf dazu nichts sagen, sondern es ist so ein unbewusstes, darüber kann man bei uns vielleicht nicht so gut sprechen in der Familie.

Komplexe Fragen Kindgerecht Beantworten

A

Okay. Ich hatte jetzt noch gehofft, ich komme raus, weil ich sage gar nicht so oft, darüber reden wir später, sondern ich versuche nur so Så manipulativ. Du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du, du. Also das ist jetzt schon der Hammer, Noah.

B

Sorry.

A

Also ich versuche immer noch da rauszukommen. Ich greife jetzt auch zu Fachbegriffen, aber ist nicht dafür die kognitive Dissonanz erfunden worden. Also ich meine, in einer Stadt wie wie dieser, in den ja im Vergleich zu anderen Großstädten oder anderen Welten immer noch irgendwie mich und Honig fließen, Kommst du trotzdem mit deinem Kind in Situationen oder an Menschen in prekären Situationen vorbei? Deine These war jetzt, du entkommst dem durch Kommunikation.

Wie kommst denn du dann bis zum Edeka? Oh, that's.

B

Die Frage ist dann immer Was heißt Wie entkommst du etwas? Also

A

Dieser Frage und der von dir erwarteten Antwort. Also es ging ja darum, dass du sagst, wenn ich dich richtig verstanden habe, und wenn du gefragt wirst, antworte.

Und wenn du nicht gleich antworten kannst, dann antworte ein bisschen später, aber tu es. Und auf der anderen Seite ist dieses Wie soll ich jetzt mal eben kurz, wenn ich es selber nicht weiß, meine Ambivalenzen zum Thema Tierwohl, Wohlstand, Ungerechtigkeit, wie soll ich die denn jetzt, ähm, Das muss kann ich ja nicht mehr für mich selber formulieren.

B

Ja, und das ist aber genau die spannende Frage. Also zu sagen, nein, also Unsere Kinder haben, finde ich, ein Recht auf Antworten, in dem Sinne, dass wenn sie ein Thema beschäftigt, Dass es für sie wichtig ist, dass sie merken, sie kriegen da irgendeine Form von Resonanz, sie laufen da nicht quasi gegen so eine Art Mauer, wo sie merken, da geht es irgendwie nicht weiter, da ist kommunikativ so eine Sackgasse.

eine Antwort zu bekommen, heißt aber auch nicht, dass wir die Antwort auf alle Fragen kennen müssen, dass wir immer eine Weißt du, finale Einschätzung mit sämtlichen moralischen Implikationen vornehmen können. Seine Antwort kann auch sein, ich verstehe voll, dass dich das interessiert. Mich verunsichert das gerade auch. Ich weiß es selber nicht so genau, ne? Also, je nach Alter und Entwicklung scheint des Kindes auch ein Stück weit diese

Unsicherheit, dieses Fragende zu spiegeln. Und man kann ja wirklich kommunikativ auch verschiedene Kunstgriffe anwenden: von was denkst du denn, warum da jemand im Zelt wohnt? Ja, also einfach. Oder zu sagen Ich könnte mir vorstellen, das ist eine Person, die es könnte aber auch sein, dass wir wissen, es einfach nicht. Das sind alles Antworten, die dem Kind signalisieren: meine Eltern wissen nicht alles, aber es ist auch nicht verboten.

darüber nachzudenken, dazu Fragen zu stellen oder so. Und natürlich jetzt ganz spezifisch, zum Beispiel, wenn wir jetzt mal bei dem Thema Obdachlosigkeit kurz bleiben, ist es so, dass das ein Thema ist, bei dem viele Erwachsene Unsicherheiten haben und wo wir auch fast alle auf eine gewisse

kognitive Dissonanz hintrainiert sind, zu sagen, man man geht an obdachlosen Menschen oft im Stadtbild so ein bisschen auch vorbei, ohne sich jedes einzelne Mal damit zu befassen, welches Schicksal da wohl dahinter steht, weil man hat noch tausend andere Dinge. Aber gerade dazu gibt es zum Beispiel durchaus kindgerechtes, ich sage jetzt mal wirklich so etwas pathetisch Aufklärungsmaterial, wo man da in Austausch kommen kann. Also es gibt ein ganz

Berührendes Buch von Kirsten Boje, das heißt Ein mittelschönes Leben. Ein mittelschönes Leben. Das ist ein Kinderbuch über Obdachlosigkeit, wo die Geschichte von einem obdachlosen Mann erzählt wird in einem Bilderbuch, wo weder absoluter Horror geschildert wird, noch das irgendwie verklärt wird, sondern das ist eben ein mittelschönes Leben. Der hat schon seine Schwierigkeiten und Probleme, und das kriegt man auch mit. Und gleichzeitig gibt es auch Menschen, die helfen, und es gibt auch ne?

potenzielle Lösungswege, die so angedeutet werden. Und das ist zum Beispiel ein Buch, wo man mit Kindern, wenn das jetzt als Ein Thema ist, wo man selber vielleicht eine gewisse Sprachlosigkeit oder Unsicherheit empfindet, wo man ganz gut in Austausch erstmal kommen kann, genau wie ja bei Aufklärung im sexuellen Bereich ist auch oft einfach hilft, erstmal mit irgendeinem Buch zu starten und zu sagen, da habe ich was, an dem ich mich festhalten kann, wo es Bilder gibt und Erklärungen und so.

Und andere sagen, das ist gar nicht mein Weg, mit meinen Kindern immer zu einem Bücher anzugucken. Ich muss eher, weiß ich nicht, aus dem. Selber Bilder finden und was erzählen oder so. Das heißt, manchmal ist es schon auch hilfreich, wenn, sag ich mal, ein bisschen komplexes Thema aufkommt zu schauen, gibt es da vielleicht Ein Buch, ein Film, irgendeine Art von schon vorbereitetem Material, das mir jetzt helfen kann. Also es gibt zum Beispiel auch für diese Fragen: Wo kommt unser Essen her?

gute Bücher und dann gibt es auch manche, die sind ganz furchtbar aus meiner Sicht und krass ideologisch und traumatisierend und die würde ich keinem Kind lesen und es gibt welche, die sind recht sachlich. Und lassen sozusagen Interpretationsspielräume zu, ohne zu verklären. Aber da muss man auch so ein bisschen gucken, was ist vielleicht was, was zu mir und meinem eigenen Wertesystem auch passt, was möchte ich meinem Kind auch vermitteln.

Aber um das an dieses Thema einmal zurückzukoppeln, wenn mich mein fünfjähriges Kind fragt, musste für mein Schinken ein Schwein geschlachtet werden? Und nicht nur sage, lala, da ist ein Vogel. Speichert mein Kind schon ab? Das ist eine Frage, die ich besser nicht stellen sollte, weil so reagiere ich ja sonst nicht.

Elterliches Selbstbild Und Emotionale Sicherheit

auf Kinder fragen. Das heißt sozusagen, es geht nicht darum, wir müssen zu allem immer eine Antwort in einem erwachsenen Sinne haben, aber die Kinder sollten das Gefühl haben, Grundsätzlich, dass der Dialog mit uns nicht ins Leere läuft.

A

Also das war jetzt für mich schon, da war jetzt schon wirklich ein Punkt für mich drin, weil ich glaube, mein Verstummen, das ich versuchte zu beschreiben, eng damit zusammenhängt, wen ich dich. Wenn ich das jetzt reflektiere, was du gesagt hast, dass ich eben gerne eine Antwort geben möchte. Also dass mein Bild anscheinend schon von mir selber zu sein scheint.

You ask, and vielleicht denke ich nach, kurz oder lang, oder sage ich, hey, gib mir einen Moment oder so, aber dann gebe ich dir eine Antwort.

B

Yeah.

A

Und nicht eine schon seltsam, ja, fand ich auch ein bisschen beängstigend, weiß ich irgendwie auch nicht, wie ich mit umgehen soll. Das war für mich bis jetzt keine valide Antwort für ein Kind. Von meinem eigenen Selbstbild wohl her. Also, never say never. Ich brech's jetzt hier für uns ein bisschen runter, ja, aber ich glaube, dass ich.

an dem Punkt hier in diesem Gespräch immer wieder quasi gescheitert bin, dass ich sage: Naja, aber soll ich jetzt erstmal drei Tage drüber nachdenken und zum Schluss sagen, ich weiß es auch nicht? Und du sagst, naja, also im Zweifelsfall ist es besser zu sagen, sag, du weißt es auch nicht, als La la la. Und da ist natürlich. Eine für mich nachzuvollziehende Logik dahinter.

B

Aber da kommen wir so ein bisschen auf das, was ich ganz am Anfang gesagt habe, zurück, dass ich sagte, dieser Paradigmenwechsel bin ich als Vater quasi durch meine Rolle verpflichtet, auf alles eine Antwort zu haben. Eindeutige Antwort oder kann Elternanteil sein, eben auch bedeuten. Die eigenen Unsicherheiten, das eigene Unwissen auch an manchen Stellen zu offenbaren. Und es ist mir klar, dass natürlich Situationen gibt, wo es auch wichtig ist, dass wir unseren Kindern

Eine klare Antwort geben können, die ihnen halt und Sicherheit gibt. Aber ich finde, es gibt Dinge. Da ist es für Kinder regelrecht entlastend, auch zu wissen, meine Eltern wissen auch nicht auf alles. Weißt du? Ne Antwort.

A

Also, ich jumpte jetzt so über dieses Vaterding drüber. Es war jetzt für mich nicht unbedingt wichtig zu sagen, hier, bam, bam, bam, ich habe immer für alles eine Antwort. Aber ich hatte halt mehr so im Verständnis, Dass ein Kind Sicherheit erfährt dadurch, dass nicht primär Kinderthemen von uns Erwachsenen gehandelt werden. Dass das ein Versprechen von uns ist, zu sagen,

Ja, es ist was Schlimmes passiert, aber die Ukraine ist weit weg. Das betrifft jetzt nicht dich. Das bedeutet aber trotzdem nicht, dass es mir scheißegal ist, was da passiert, sondern ich. bin der Erwachsene, ich muss mich darum kümmern und wir können da auch drüber reden, aber es muss nicht dein kleines Herz tragen, was da passiert. So, weißt du, so

B

Und das finde ich aber, also das finde ich ist gleichzeitig möglich, ja. Also als wir auch noch in einer größeren Stadt gewohnt haben, gab es auch bei uns mal dieses dieses Thema, dass eins unserer Kinder Immer wieder verschiedene Menschen gesehen hat, die auf der Straße gelebt haben. Und daraus dann bei diesem Kind so eine Angst entstanden ist.

Es könnte selbst mal obdachlos werden. Und das war dann wirklich so ein eigenes Thema: Dieses könnte mir das passieren, ne? Aus so einer kindlichen Logik, dass ich mal nicht genug Geld habe, um eine Wohnung zu machen. zu bezahlen und dann muss ich hier mit so einem Schlafsack sitzen und kommst du dann vorbei und gibst mir was zu essen. Ja. Und das ist natürlich eine herzerreißende Frage, wenn die siebenjähriges Kind sowas stellt. Und da ist man im ersten Moment sehr berührt.

Und man will ja auch auf keinen Fall eine Antwort geben, die dann quasi irgendwie in so eine Richtung geht von wegen, nee, nee, Menschen, die auf der Straße leben, das sind völlig andere Menschen als wir. Also man will da ja nicht so eine komische Distanz herstellen oder gar so tun, als wären quasi alle Menschen Die keinen festen Wohnsitz haben, irgendwie selber Schuld oder so. Da will man solche Narrative ja auf keinen Fall berühren. Und gleichzeitig dann eh mal an unserem Kind.

quasi in die Hand zu versprechen, zu sagen, wir als Eltern werden alles tun, dass du selbstverständlich immer ein Zuhause haben wirst. Und auch nicht nur wir Eltern übernehmen dafür Verantwortung, sondern wir leben in einem Land, in dem es bestimmte Sicherungssysteme gibt und da kriegt jeder Mensch, der will und braucht.

eine Unterkunft gestellt. Und natürlich fragt er das Kind, aber warum gibt es denn trotzdem Leute, die auf der Straße wohnen? Und es also wird dann schon komplexer, aber ich finde es Sehr, sehr wichtig, solchen Kinderängsten auch mit einer großen Klarheit dann eben zu begegnen, zu sagen: Du bist nicht in Gefahr, du bist sicher, wir kümmern uns um dich, andere kümmern sich um dich. Das passiert nicht einfach so. Und wir.

C

Mm-hmm.

B

Das sind das sind wir ihm schuldig und ich bin da Je jünger Kinder sind, auch umso radikaler auch im... Vereinfachen von Wahrheiten, sag ich mal, weil ich sozusagen einfach denke, emotionale Sicherheit über allem. Also wenn ein ganz junges Kind aus unserer Familie mal mitbekommen hat, über Buschfunk, ja, uh, im Sinne von es gab einen Mord in unserer Stadt. Ja, jemand ist umgebracht worden.

Und hat dann Angst und sagt, da ist ein Mörder da draußen oder so. Dann sage ich sofort und aus der Pistole geschossen, der ist längst im Gefängnis, auch wenn das vielleicht gar nicht stimmt und in Wirklichkeit da noch die Polizei im Dunkeln tapt oder so, weil ich einfach denke. Dieser emotionale Anker zu sagen, dir kann nichts passieren, ja, wir sind sicher, ist in dem Fall wichtiger als die.

Nachrichtenlage und die Komplexität der Wahrheit. Und natürlich, wenn mein Kind 15 ist, ja, fällt meine Antwort anders und differenzierter aus. Und es hat ja auch andere Kanäle, über das ist. Über die es sich selbst informieren kann. Aber je jünger Kinder sind, desto wichtiger ist es, da auch wirklich zu sagen, welche Funktion hat diese Antwort jetzt? Und die aller allererste Funktion, da stimme ich die 100% zu ist,

Dem Kind emotionalen Halt und emotionale Sicherheit zu geben und es nicht zusätzlich zu verunsichern. Ähm. Und das kann natürlich schwierige Fragen aufwerfen, ja. Wenn mich mein achtjähriges Kind fragt, kann es einen dritten Weltkrieg geben? Ist das was, was passieren kann? Ähm. Sage ich dann, nee, auf keinen Fall. Wird nicht passieren, kann nicht passieren. Oder sage ich, es könnte, aber es gibt ganz viele Menschen, die dafür arbeiten, dass das nicht passiert.

Oder gehe ich sozusagen in meine eigene Angst rein und sage, ja, davor habe ich auch Angst. Yeah, davon würde ich abraten. Weißt du, aber das ist natürlich ein sehr komplexes Feld und da werden auch unterschiedliche Eltern unterschiedliche Antworten finden. Mein. Subjektiver Rat ist, eher die Kinder immer noch einen Tacken länger zu schützen, als man das vielleicht selber so denken würde, weil man oft unterschätzt, wie

Verletzlich Kinder einfach auch sind und wie tief solche Ängste sitzen können und wie tief auch dieses Gefühl von Hilflosigkeit sitzen kann bei so einem Kind. Weißt du, so dieses, ich habe vor irgendwas Angst und ich kann absolut nichts dagegen tun.

C

Thank you.

B

Und insofern Wenn, wenn ein Kind zum Beispiel sagt, ähm... Da ist dieses Zelt, da ist Licht im Dunkeln, das fühlt sich irgendwie komisch an und das ist auch gruselig und das macht mir Angst. Dann finde ich, würde die Antwort zu sagen, ja, weiß ich jetzt auch nicht.

nicht ausreichen, sondern ich muss dann quasi dekodieren, dass in dieser Frage zwei Fragen stecken. Einerseits dieses, was ist da los? Und andererseits die Frage, bin ich sicher? Und ich kann beide Fragen beantworten und ich kann sagen, ich weiß nicht genau, was da los ist. Aber ich sehe überhaupt keinen Grund, Angst zu haben. Da ist jemand in einem Zelt, entweder weil er es will oder weil er gerade keinen anderen Ort zum Leben hat. Das weiß ich nicht so genau.

Das ändert nichts daran, dass wir in unserem Zuhause sicher sind und dass wir hier in diesem Park problemlos vorbeigehen können. Ich habe nicht das Gefühl, dass von diesem Zelt irgendeine Gefahr ausgeht. Ähm. Und dann habe ich sozusagen immer noch ganz viele Antworten nicht gegeben und gleichzeitig, weißt du, den Rahmen gehalten und Den Schutzballon sozusagen, um mein Kind wieder. Aufgespannt.

A

Genau, ihr könnt das nicht sehen, wir machen gerade beide so.

B

Um eine schützende Blase aus ausdrücken sollen.

Fazit: Reflektierte Elternschaft

A

Willkommen zurück im neuen Jahr.

C

Hmm.

A

Bei aller Anfang dem Podcast mit den vielen Fremdwörtern.

C

Mm.

A

Soviel erstmal für heute, oder Nora?

B

Ja, also ich glaube, wir werden immer mal wieder mit diesem Thema in Berührung kommen, weil bei ganz vielen Themen, über die wir reden, wir letztlich auch immer wieder auf diese Ambivalenzen stoßen. Das macht, glaube ich, reflektierte Elternschaft aus. Dass man eben auch teilweise aus diesem Schwarz-Weiß-Denken ausbricht und versucht noch ein bisschen um die Ecke zu denken. Und gleichzeitig finde ich das eine wertvolle.

Die wir vielleicht so ein bisschen rausgearbeitet haben in dieser letzten knappen Stunde, zu sagen, wir müssen nicht alle Antworten haben, aber wir sollten versuchen, dieser Hafen der Sicherheit. zu sein.

A

Und eben für mich zumindest bedeutet es auch, eben Antworten zu geben oder nachzureichen, selbst wenn sie am Vivalett sind.

Werbung: Finanzberatung Für Frauen

Und damit können wir auf die Sponsoren der aktuellen Folge gucken, liebe Nora. Und deswegen folgt jetzt etwas Werbung. Unsere aktuelle Folge wird unterstützt von Miriam De Winder. Sie arbeitet bei der Hemann Vermögensverwaltung und sie ist Spezialistin, auch zusammen mit ihrer Kollegin Sabine Knee. für das Thema Finanzen spezifisch auch schauend auf Frauen und wie sie sich in Gelddingen gut aufstellen können, gerade wenn der Wind mal von vorne weht.

B

Genau, also es ist tatsächlich ja so, dass sehr, sehr viele Frauen sich wenig mit Geldthemen befassen und befassen wollen, sich da auch oft drauf verlassen, sozusagen, dass ihr Mann sich da schon kümmert und dass sozusagen verheiratet zu sein auch eine Form von Altersvorsorge ist. Und Miriam und Sabine haben das wirklich als so ein Herzensthema entdeckt, zu sagen, Frauen sollten unbedingt.

ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen. Sei es, weil Ehen natürlich auch geschieden werden können, sei es, weil sich Lebensumstände verändern können. Und es ist dann einfach mega tragisch, wenn Frauen dann Mittellos dastehen oder wirklich vor so einem finanziellen Scherbenhaufen stehen. Und ihr Anliegen ist es, euch

Als Frauen und Mütter zu beraten, wie ihr euch vor weiblicher Altersarmut letztlich schützen könnt. Das heißt, ihr kriegt eine individuelle Beratung, wertvolle Tipps und Hilfestellen, wie ihr auch aus kleinen Sparbeträgen mehr machen könnt. Sei es, dass es euch darum geht, euren Kindern vielleicht später ein bisschen finanzielle Starthilfe zu geben oder eben auch für euch selbst vorzusorgen. Ihr könnt ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren, entweder telefonisch,

Oder digital oder auch persönlich, wenn ihr in Baden-Württemberg oder Niedersachsen wohnt. Und das Angebot der beiden umfasst eben das Sichten von möglicherweise schon bestehenden Depots oder die Überprüfung. von Anlagen, die ihr irgendwie schon habt, aber auch sozusagen eine Art Startberatung, wenn ihr überhaupt erst anfangen wollt, sowas wie ein Vermögen aufzubauen, eine gewisse Alterssicherung da herzustellen, wie ihr das anstellen könnt. Und wir legen euch diese Beratung ans Herz.

Ganz klar.

A

Und sie weist eben auch darauf hin, dass es auch bei kleinsten Sparbeträgen sich lohnt, dass es nicht um eine sozusagen nur um die großen Vermögen geht, sondern einfach um dieses Wie fange ich an und wie kann es dann weitergehen. Ihr findet die beiden unter hemann.org H-E-E-M-A-N-N. Den Link packe ich euch natürlich in die Shownotes. Vielen Dank.

Hörerfeedback Und Verabschiedung

Was uns zu unserer Posacht bringt, liebe Nora. Lass doch mal gucken. Ich wollte dir eine Nachricht vorlesen zu unserer Gesch Folge zu Geschlecht und Identität. Vielen Dank für den letzten Podcast. Das Thema begleitet uns schon lange. Mit zwei hat unser Kind gesagt, dass es kein Mädchen ist, sondern ein Junge.

Dieses Jahr kam er in die Schule und mit der neuen Umgebung und der neuen Gruppe wurde alles nochmal deutlich aufgewühlt und hat sich intensiviert. Wir gewöhnen uns gerade an einen abgeschwächten Namen und versuchen auch das Pronomen anzugleichen. Kita damals und die Schule sind wahnsinnig toll, sehr unterstützend. Und das ist einfach komplett okay, wer auch immer unser Kind sein will. Auch wir als Familie

Gut, Großeltern ist nochmal was anderes, sind sehr entspannt und komplett fein mit allem. Wohnen auch mitten in der Großstadt, ein entspannteres Umfeld gibt es wohl nicht. Und dennoch machen wir uns natürlich Gedanken, viele Themen, die ihr im Podcast angesprochen habt.

Sport ist auf einmal nicht so easy zu wählen etc. und viele andere Themen, das Umwelt zu sensibilisieren, Fragen zum hundertsten Mal zu beantworten. Dabei fühlt sich das Kind überhaupt nicht besonders, sondern einfach nur als Junge. In erster Linie ist es dennoch ein Alltagspäckchen, was man trägt. Ich glaube, Kinder, die das so früh spüren und wissen, sind einfach eh schon sehr sensibel und sensitiv und alleine deshalb schon intensiv.

Was ich eigentlich aber sagen wollte, danke, ihr habt das Thema so liebevoll und wohlwollend und aufklärend und einfach schön und wertvoll aufgenommen. Das hat mir als betroffene Mutter sehr gut getan. Normalerweise versuche ich das Thema und Informationen dazu eher zu umschiffen, weil es eh schon so präsent ständig in meinem Alltag ist und ich mich über eine kurze Verschnaufspause dann mal freue. Aber dein euer Podcast hat einfach sehr gut getan.

Es ist so schön, wie du all die Themen sehen kannst. Und auch wenn ich selbst immer schon die Einstellung hatte, dass bunt viel schöner als Schwarz-Weiß ist. Fehlt manchmal die Kraft dafür. Jetzt spüre ich das gerade wieder sehr. Danke dafür. Liebe Grüße, Nora.

B

Oh, auch eine Nora. Wie schön. Vielen Dank für diese tolle Nachricht. Ja, uns haben einige dankbare Nachrichten von Familien erreicht, gerade zu dieser Folge von Eltern, deren Kinder eben auch ähm. Ja, teilweise mit Geschlechtsinkongruenz oder Geschlechtsdysphorie zu tun haben. Susanne hat uns geschrieben,

Auch sie hat sich sehr gefreut über die Folge und sie schreibt, ich habe mich auch deshalb so gefreut, weil ich oft denke, dass Sichtbarkeit für Kinder mit dieser Thematik immer noch ein Thema ist. Insbesondere wenn man nicht selbst großstädtisch wohnt. Und ich habe es als ungemein entlastend empfunden, das du so deutlich auch angesprochen hast.

welche Aufgabe das auch für Eltern sein kann. Trotz aller Reibungspunkte mit Kindergarten und Schule leben wir hier ganz normalen Alltag, und ich merke erst jetzt rückblickend, dass wir aber in den letzten Jahren trotzdem so nebenher eine ganze soziale Transition begleitet haben. Und Susanne schließt ihre Mail ab mit einem Tipp. Sie schreibt, vielleicht noch zum Weitergeben. Wenn man als Eltern fachlich beratende Unterstützung für sich und sein Kind sucht, ist das oft nicht so einfach.

Viele größere Kliniken bieten aber seit Jahren interdisziplinäre Sprechstunden zur Geschlechtsidentität an. Wir nehmen dafür einen zweistündigen Weg auf uns. sind aber sehr froh über diese Entscheidung uns so begleiten zu lassen. Wir sind aktuell einmal jährlich dort, könnten aber nach Bedarf auch öfter kommen. Gerade wenn es um die nahe der Pubertät geht, ist es sehr gut, wenn man fachlich kompetente Unterstützung schon im Boot hat, bevor man sie ganz dringend braucht.

Weil dann schon ein Vertrauensverhältnis da ist und auch, weil die Fachperson das Kind und seine Geschichte schon kennen und einordnen können. Liebe Grüße von Susanne, und das ist ein Tipp, den wir sehr gerne an betroffene Familien weitergeben.

Vielen Dank.

A

Okay, dann würde ich sagen, das war's für heute und wieder bis zum nächsten Mal.

B

Genau, und denkt immer daran, aller Anfang ist manchmal schwer, manchmal leichter, aber

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