Aller Anfang: Essen ist mehr - podcast episode cover

Aller Anfang: Essen ist mehr

Mar 30, 20261 hr 6 min
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Summary

Nora Imlau und Oliver diskutieren, wie sich Schwangerschaft und Stillzeit auf die Ernährung von Müttern auswirken und hinterfragen überholte Regeln sowie gesellschaftlichen Druck, der Frauen beim Essen unter Druck setzt. Sie thematisieren die Verantwortung der Eltern beim Thema Essen und plädieren für systemische Lösungen statt individueller Schuldzuweisung. Die Folge entkräftet Mythen über Babynahrung und Obst, um Eltern zu einem entspannteren Umgang mit der Familienküche zu ermutigen und Essen als Quelle von Genuss und Verbindung zu sehen.

Episode description

Nora Imlau

Während der Schwangerschaft und Stillzeit essen Mütter für ihr Kind macht: Was macht das mit der eigenen Ernährung? Und wie geht es weiter mit der Verantwortung, wenn unsere Kinder selber essen? Nora erzählt, an welche Ernährungsregeln sie sich gerade hält und warum sie spezielle Diäten vor der Geburt ablehnt, und Oliver überlegt, ob die Erzählung von den entscheidenden ersten tausend Tagen Eltern wirklich hilft.

Wegen Ostermontag: Nächste Folge am 13. April 2026!

Unser Postfach für Lob und Kritik, Anregungen und Themenwünsche: podcast@nora-imlau.de

Nora Imlau: Felsenfest. Weil du mir Halt gibst, dressler illustro http://www.oetinger.de/buch/felsenfest/9783690380065

Nora Imlau: Was Familie leichter macht, Beltz https://www.beltz.de/sachbuch_ratgeber/produkte/details/56406-was-familie-leichter-macht.html

Werbung: Diese Folge wird unterstützt von Julien und Vero von „Fincas reanimadas“.

Sie leben in Spanien und haben im Osten des Landes eine kleine nachhaltige Landwirtschaft aufgebaut. Ursprünglich kamen sie aus dem Naturschutz und heute verbinden sie ihre Begeisterung für Natur und Landschaft mit der Vision, besonders hochwertiges Olivenöl zu produzieren.

Mit dem Code “ALLERANFANG10” bekommt ihr 10% Rabatt bis 30. April 2026!

https://www.fincasreanimadas.com

Transcript

Intro / Opening

Ist manchmal schwer. Aber immer interessant. Und womit fangen wir heute an? Diese Folge wird unter. und Vero von Fincas Reanimadas. Sie produzieren nachhaltig Olivenöl und Mandeln, und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge. Bevor wir anfangen, noch kurz der Hinweis, dass nächsten Montag, Ostermontag ist, an dem erscheint keine Folge von Alleranfangen.

Stillen: Ernährungsmythen entlarvt

Die Woche drauf geht es dann regulär wieder weiter. Ich stand ja kürzlich in der Küche und schnippelte so rum und dann dachte ich, das habe ich dich noch gar nicht gefragt. Achtest du beim Essen gerade so auf die typischen Kohle, Knoblauche und Zwiebeln, weißt du? Als stillende Mutter, meinst du?

Nee, das ist tatsächlich total überholt. Und als Stillberaterin weiß ich das zum Glück. Es gibt ja immer noch ganz, ganz viele Mütter, die sich daran halten, die das auch noch viel erzählt bekommen. Es gibt so, so viele. Geschichten rund um die Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit und eben auch

Zu diesem Thema, was alles in die Milch geht. Ich kenne so viele stillende Mütter, die trinken keinen Orangensaft aus Angst, dass das Baby dann wund wird durch die Fruchtsäure im Saft. Oder sie essen kein Sauerkraut, keine Bohnen, keinen Rosenkohl, kein Ja, überhaupt cool, weil sie Angst haben, dass ihr Baby davon Blähungen bekommen könnte oder so. Es gibt unglaublich viele Ängste in diesem Zusammenhang.

was man alles essen und nicht essen und trinken und nicht trinken darf in der Stillzeit. Und in Wirklichkeit ist es so, dass man mittlerweile weiß, Die Muttermilch wird ja nicht aus dem Mageninhalt der Mutter gebildet, sondern aus ihrem Blut. Das heißt, sozusagen: nur Stoffe, die im Blut sind, können dann auch. In In die Muttermilch gehen. Das heißt zum Beispiel, es gibt immer noch Mütter, die trinken keine.

Kohlensäurehaltigen Getränke, sowas wie Sprudelwasser, weil sie Sorge haben, dass sonst die Babys Luft im Bauch kriegen. Und das musst du dir mal vorstellen. Also die Muttermilch wird ja nicht zur Limonade oder zum sprudelnden Getränk, weil ich Mineralwasser getrunken habe. Oder ein anderes kohlensäurehaltiges Getränk. Das heißt, die Muttermilch wird aus dem Blut gebildet und

Deswegen ist die Muttermilch auch immer ungefähr gleich zusammengesetzt, was so Nährstoffe und sowas angeht. Und ganz viele Dinge aus meiner Ernährung sind nicht muttermilchgängig, auch zum Beispiel nicht. Zucker, also wie viel oder wenig Zucker ich zu mir nehme, hat natürlich Einfluss auf meine Gesundheit, aber hat keinen Einfluss auf den Zuckergehalt der Muttermilch. Ich kann mein Baby nicht mit zu süßer Muttermilch füttern, weil ich Sachatorte gegessen habe oder so.

Was muttermilchgängig ist, ist Alkohol, da muss man aufpassen, Koffein, da muss man aufpassen. Das tue ich. Also ich trinke gar keinen Alkohol und ich trinke. Praktisch nichts koffeinhaltiges Trinke. Ja, sowieso keinen Kaffee, aber ich trinke vielleicht mal ein Glas Cola, aber eigentlich auch eher nicht.

Gewürze gehen in die Muttermilch und das ist aber nichts, wo man irgendwie aufpassen muss, sondern das ist eher so, dass man davon ausgeht, da gewöhnen sich dann Babys eben an bestimmte Geschmack. Die sie dann später bei der Beikost und beim Essen lernen am Familientisch eh kennenlernen, sowas wie Zimt oder Kardermom oder so, das da gewöhnen die sich dann an diese Geschmacksrichtung. Ähm.

Genau, und das war es eigentlich auch schon. Ich versuche mich natürlich ausgewogen und gesund zu erinnern, um meinen eigenen Körper gut zu nähern. Aber wir wissen heute eben, Stillde dürfen alles. Essen, worauf sie Lust haben.

Postpartale Bedürfnisse und Druck

Sie sollten natürlich idealerweise eben keinen Alkohol trinken, nicht rauchen und mit dem Kaffeekonsum so ein bisschen aufpassen, wobei auch da zwei Tassen Kaffee am Tag kein Problem sind in der Stillzeit. Und auch die Sache mit dem Alkohol, um das einfach einmal kurz gesagt zu haben, ist in der Stillzeit nicht so streng wie in der Schwangerschaft. In der Schwangerschaft wird ja wirklich gesagt,

Gar keinen Alkohol trinken. In der Stillzeit ist es tatsächlich so, dass man sagen kann, wenn die Babys nicht mehr so ganz klein sind, wenn man auch ergänzend, sobald sozusagen noch stillt und auch ein bisschen längere Stillpausen hat und die Kinder schon ein bisschen größer sind und man will mal abends ein Glas Wein trinken, ist das kein Grund, Muttermilch wegzuschütten oder abzustillen.

sondern das kann man sozusagen auch vertreten. Der Alkoholgehalt in der Milch ist ja dann der im Blut und wenn ich sozusagen einen ganz geringen Alkoholgehalt im Blut habe, ist das auch nicht.

Ein Kind, das eine etwas reife Banane ist, hat auch ein kleines bisschen Alkohol durch den natürlichen Prozess in dieser Frucht zu sich genommen und hat davon keinen Schaden. Das heißt, Man muss auch beim Thema Alkohol die Kirche im Dorf lassen, aber es ist natürlich so, dass es wichtig ist, dass gerade in der Vollstillzeit, gerade mit einem Neugeborenen, das Kind natürlich nicht. Mit diesem ja trotzdem Giftstoff dann so in Kontakt kommt. Und ähm Das heißt,

Ich versuche, mich nicht verrückt zu machen, was das Essen angeht, und mit Genuss zu essen und mit Freude zu essen und alles zu essen, worauf ich Lust habe. Ähnlich wie in der Schwangerschaft auch. und mich da nicht so zu kastallen. Und gleichzeitig ist schon mein Gefühl, so im Wochenbett jetzt, dass ich einfach merke, diese Schwangerschaft hat ja auch viel.

genommen aus meinem Körper. Ich habe einen ganzen Menschen gebaut irgendwie. Und es fühlt sich für mich jetzt sinnvoll und gut an, dann auch zu schauen, dass ich mich jetzt wieder sozusagen gut nähere. Und ich habe das Gefühl, wenn ich jetzt die ganze Zeit nur von Tiefkühlpizza leben würde, das würde mir selbst, also weder seelisch noch körperlich,

Guttun. Ich spüre richtig, wie mein Körper einfach auch lächelt nach unterschiedlichen Lebensmitteln, nach warmen, frischen, nährenden, im Sinne von reichhaltigen, weißt du, Lebensmitteln, die mir einfach jetzt auch Für mich selber. Und hängt es auch mit dem Stillen zusammen? Also. Ich erinnere bei meiner Frau, dass es da einfach auch so, boah, ich habe jetzt Hunger. Also ich meine, man muss ja auch unglaublich viel Energie ranschärfen. Yeah.

Total. Also, ich habe das noch in keiner Stillzeit so krass gemerkt wie jetzt beim fünften Kind, dass ich richtig so Heißhunger-Attacken habe. Manchmal so, was man richtig merkt, der Körper bildet jetzt Milch und ich brauche Nachschub. So und ich ähm

Komm normalerweise wirklich gut über den Tag mit so festen Mahlzeiten und habe eigentlich relativ selten Appetit dazwischen so zu snacken. Also ich bin eigentlich nicht so eine Snackerin, sondern ich frühstücke und dann esse ich irgendwann Mittagessen und so. Und

In der Stillzeit geht das irgendwie gar nicht. Ich muss immer mal in die Küche schleichen und mir ein bisschen Studentenfutter holen oder nochmal ein Obst auf Ländern oder nochmal ein Joghurt oder nochmal ein Käsebrot. Oder also ich brauch ständig irgendwie nochmal so Kalorien nach Schub.

Und hab auch so eine krasse Ungeduld, wenn ich dann Hunger habe. Also, wenn ich dann zu meinem Mann sage, ich habe jetzt Hunger und er sagt, okay, ich fange mal an zu kochen, dann sage ich, nein, das ist zu spät, ich brauche jetzt was. Und ich bin tatsächlich jetzt. Auch in der Stillzeit manchmal nachts aufgestanden und hab mir noch was zu essen holen müssen. Was ja normalerweise eigentlich auch.

bei erwachsenen Menschen nicht so vorkommt, sondern es gibt da, das hat mir Herbert Rinzpolster mal erklärt, eigentlich so einen hormonellen Effekt, dass man, wenn man schläft, im Schlaf kein Hungergefühl hat. Aber wenn man nachts dann halt wach ist und stillt, ist das außer Kraft gesetzt sozusagen. Dann kann man sowohl Durst bekommen als auch Hunger. Und das finde ich auch ganz wichtig, dem dann eben nachzugeben. Und was ich noch sehr stark in Erinnerung habe

Auch aus meinen anderen Stillzeiten ist, dass einem oft so ein bisschen, ich sag mal, gesellschaftlich und von verschiedenen Leuten so gespiegelt wird. Die Stillzeit wäre ja so toll, weil man da ja auch so gut Gewicht wieder verlieren kann. Die Schwangerschaftspfunde purzeln in der Stillzeit. Und dann... Erinnere ich mich daran, als mein erstes Kind klein war, das in Zeitschriften und Büchern immer stand.

Man solle aufpassen in der Stillzeit, dass man sozusagen nicht zu viel esse, dass man nicht überschätze, wie viel in die Milch geht, weil man sonst ja die Schwangerschaftspfunde nicht verliert. Und dass sozusagen mehr als 300 Kalorien extra pro Tag. nicht zu rechtfertigen wären durch das Stillen und dass das eben auch nicht mehr sei als ein Käsebrot oder ein Sahnejoghurt. Und das finde ich im Nachhinein so krass, also so dieses

Vier Tipps, wie du dein Baby gut versorgst, aber werd bloß nicht zu dick dabei. So, ne? Und mittlerweile habe ich an verschiedenen Stellen gelesen, dass. Viele StillexpertInnen mittlerweile sagen, rechne mal eher mit 600 Kalorien mehr am Tag. Es geht nämlich nicht nur darum, Eins zu eins, was in die Milch geht, sondern auch, welche zusätzliche Kraft du einfach brauchst, um dieses Stillen, dieses Nachtswachsein auch wegzustecken und auch

Gut wegzustecken, psychisch gut wegzustecken. Das klappt eben nicht gut in einem leichten Kaloriendefizit, mit dem du besonders schnell wieder abnimmst, sondern das klappt dann, wenn du wirklich gut genährt bist und ne? Und das war für mich echt nochmal so ein Perspektivwechsel. Ich hatte das wirklich so abgespeichert, zu sagen, die ersten sechs Monate Stillen sind quasi auch dazu da. 다음 영상에서 만나요. Wieder in Form zu kommen. Und ich habe das.

Erst jetzt für mich so wirklich innerlich annehmen können, zu sagen, Klar kann das ein Nebeneffekt sein, das ist von Körper zu Körper und von Person zu Person verschieden. Aber mein Ziel und mein Wunsch in dieser Stillzeit ist, dass mein Baby gut genährt ist und dass ich auch gut genährt bin.

wenn, ne? Und alles andere, was dann sozusagen Gewichtsthemen angeht und wer ist wann wie der wie schlank und so, das darum kümmere ich mich dann später. Aber jetzt gerade geht es einfach darum, dass wir hier gemeinsam gut durch diese Zeit kommen und dass niemand Hunger leiden muss, weder das Baby noch ich. Das war für mich wichtig, diese Erkenntnis. Aber ich finde es einfach total interessant, wie stark einfach so gesellschaftliche Bilder, Rollen, Frauenkörper, all diese Dinge, ähm,

selbst in den Wochenbetts Schrägstrich-Still-Lebensphase eingreifen. Es gibt da keine Pause anscheinend, ja. Okay. Yeah.

Schwangerschaftsgewicht: Medizin und Normen

Und umgekehrt in der Schwangerschaft ist das ja auch schon so. Also man wird ja in der Schwangerschaft regelmäßig gebeten, dann auch auf die Waage zu stehen. Ne, eben. Bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Frauenarztpraxis gehört das zum Standard. Ähm. Im Krankenhaus dann auch, genau. Die Hebammen, oder egal wo, aber die Hebammen sind ja auch auf jeden Fall. Checken auch immer das Muttergewicht, ja. Genau. Also tatsächlich in dieser letzten Schwangerschaft jetzt, die ich hatte.

war meine Hebamme die erste Hebamme, die mich begleitet hat, die sagte, ich brauche das nicht. Also ich brauche sowas wie ein Startgewicht, dass ich da mal so, ne, also praktisch. mir ein Bild machen kann, aber du musst für mich jetzt nicht alle vier Wochen auf die Waage stehen. Also solange ich da jetzt nicht irgendwelche krassen Veränderungen optisch sehe, die mir Sorgen machen, also die für mich auch hinweisen auf eine mögliche medizinische Problematik.

Musst du das für mich nicht machen? Und das fand ich ganz angenehm. Aber bei den Untersuchungen bei meiner Frauenärztin bin ich dann trotzdem gebeten worden, da auf die Waage zu stehen. Und auch da gibt es einfach gesellschaftlich gewachsen sehr, sehr viel Druck. Heute ist das vielleicht ein bisschen weniger geworden an manchen Stellen, aber gerade so in den 70er, 80er Jahren wurden den Frauen dann oft so Zahlen genannt. Ja, sie dürfen acht Kilo zunehmen oder bei ihrem Startgewicht.

Maximal neun oder zehn. Und viele Frauen haben das überschritten und dann wurde ihnen quasi unterstellt, sie nutzten die Schwangerschaft als Ausrede, um sich mal richtig voll zu futtern. Anstatt dass man da auch würdig, dass einfach, dass so ein krasser körperlicher Prozess ist, der so viel Energie kostet, dass das auch einfach okay sein kann, da ein bisschen, weißt du, extra Kalorien für zu brauchen. Und ähm Ich habe selber schon auch gemerkt, dass ich da nie frei von war.

Diese Gewichtszunahme in der Schwangerschaft auch so ein bisschen innerlich zu checken und zu bewerten, im Sinne von ist das jetzt noch okay, ist das zu viel, ist das das Baby oder ist das die Sache Torte, die ich mir gegönnt habe so Und gleichzeitig habe ich auch in dieser Schwangerschaft sehr stark versucht zu sagen, ich will mich gesund und reichhaltig ernähren und für mich selber und für das Baby gut sorgen, aber ich will auch nicht.

dass meine Schwangerschaft schon mit so einer Diätkultur Idee irgendwie losgeht und dass ich schon während der Schwangerschaft sozusagen wieder anfange, irgendwelches restriktives Essverhalten zu zeigen. Sondern ich möchte mir erlauben, auch auf meinen Körper zu hören. Und wenn mein Körper sagt, du bist noch nicht satt, dann darf ich dem glauben. Ist es nicht auch so ein bisschen so wieder so eine

perfide Mischformen. Wenn ich mich recht erinnere, ist doch das ein Anzeichen für Schwangerschaftsdiabetes, oder? Ich dachte ja, Gewichtszunahme wird gemessen, um Schwangerschaftsdiabetes auszuschließen. Eine Begründung, die teilweise herangezogen wird, und es wird aber sehr diskutiert, ob das wirklich. Was bringt, ja, weil Schwangerschaftsdiabetes sich eben an mehreren Sachen zeigen kann. Man kann ja in der Schwangerschaft auch auf andere Weise schauen.

Man kann Blutzuckerspitzen messen, man kann den sogenannten kleinen und großen Zuckertest machen, wobei auch da diskutiert wird. Insbesondere beim kleinen Zuckertest, wie aussagekräftig that is. Ich persönlich have in my all my Schwangerschaften mich gegen diese Zuckertests entschieden. Das ist eine freie Wahl, die man hat.

Gibt es gute und schlechte Gründe, aber es ist tatsächlich so, dass, also Schwangerschaftsdiabetes ist ein ernst zu nehmender Befund und da muss man auf jeden Fall auch dann schauen. Aber es ist nicht so, dass man sagen kann, sie haben von der letzten Untersuchung zu dieser Untersuchung. fünf Kilo zugenommen, damit haben sie wahrscheinlich Schwangerschaftsdiabetes, sondern ähm

Da müssen dann noch weitere Untersuchungen gemacht werden und weitere Befunde festgestellt werden. Und die allermeisten Schwangeren machen eben sowieso diesen Zuckertest. unabhängig von ihrer Gewichtszunahme, und dann ist so ein bisschen die Frage Warum muss man dann zusätzlich noch die Gewichtszunahme tracken? Das sind dann manchmal auch so gewachsene Traditionen. Aber natürlich, es gibt medizinische Gründe dafür, die herangezogen werden, warum das gemessen wird.

Diätkultur und psychische Belastung

Genau, ich wollte aber eher darauf hinaus, dass es weil im Raum steht theoretisch Schwangerschaftsdiabetes, und man weiß, so wie Oliver, gefährliches Halbwissen, das kann irgendwie im Gewicht zusammenhängen, plus gesellschaftliche Normschönheitsvorstellungen mit, Druck auf Schwangere, nicht zuzunehmen, weißt du? Also, dass es ja eigentlich eine Hidden Agenda ist, so ein bisschen. Ja, und ich weiß das wirklich auch aus eigener Erfahrung.

dieses Thema Körperlichkeit, was esse ich, wie viel wiege ich, das ist eben für die wenigsten Frauen neutrales Thema, auch für viele Männer kein neutrales Thema, sondern eins, das mit vielen Ängsten und Glaubenssätzen und teilweise auch traumata besetzt ist. Und da wird aus meiner Sicht manchmal sehr wenig drauf geachtet, ähm In der Schwangerschaftsvorsorge, da wird es eben so als Standard betrachtet, zu sagen, ne, sie steigen da mal auf die Waage, schadet ja nicht.

Und das aber für zum Beispiel eine Person mit einer Geschichte von Essstörungen, dieses sich jeden Monat wiegen müssen, auch wirklich triggernd sein kann, auch wirklich wieder ähm. Essstörungstendenzen befördern, verstärken kann, weil man auf einmal wieder sieht, wie das Gewicht hochgeht. Das wird da aus meiner Sicht oft zu wenig berücksichtigt.

Und in dem Zusammenhang muss ich auch noch mal kurz sagen, finde ich zum Beispiel auch solche Empfehlungen wie die Luvendiät, und es gibt so verschiedene Diäten, die manchmal Schwangeren empfohlen werden. Für zum Beispiel eine leichtere Geburt wirklich auch kritisch zu betrachten, weil

In dem Moment, wo ich einer Schwangeren zum restriktiven Essverhalten rate, und genau das passiert ja bei einer Diät, dass man sagt, diese Lebensmittel meiden, das Nicht-Essen, darauf ganz streng achten. Wenn ich das mache, dann Schalte ich sozusagen im Gehirn wieder so ein Areal frei, das sozusagen kontrollierendes Essverhalten befördert, das mir als Schwangere, als Frau das Gefühl gibt, es gibt gutes und schlechtes Essen, es gibt erlaubte und verbotene Lebensmittel, ich bin eine gute

wenn ich mich an meine Regeln halte. Es gibt Regelverstöße. Und das ist diese ganze psychologische Scheiße, die mit so Diäten halt einhergeht und die halt so viel machen kann mit der Psyche und mit dem Körper von Menschen. Und es ist

Nachgewiesen, dass absolut jede Diät, auch aus wirklich ersten Intentionen angefangene Diäten, Immer ein hohes Risiko bergen, eben in so ein essgestörtes Verhalten zu rutschen und da dann eben Schwangeren in einer großen Veränderungsphase, ne, wo sich ihr Körper sehr, sehr stark wandelt, dann eben Solche Essrestriktionen anzuraten und zu sagen, so und Acht Wochen vor der Geburt keine Kohlenhydrate mehr, keine weißen Mehle, kein Zucker. Das

Ist oft gut gemeint, hat aber eben echt auch Risiken und Nebenwirkungen. Vor allem, wenn, wie bei der sogenannten Luvendiät, das dann noch verknüpft ist mit dieser Idee, du beeinflusst, wie leicht oder schwer deine Geburt wird. Und dann natürlich sehr schnell bei Frauen auch dieser Eindruck entstehen kann: ich hatte eine schwere Geburt, ich habe ein großes Kind gehabt, ich habe einen Kaiserschnitt gebraucht, was auch immer, Sauglockengeburt.

Also hab ich's verbockt, ich hab zu viel gefuttert, ja, ich hab. Mich nicht genug hastied, mein Kind ist zu schwer geworden, weil ich nicht Diät gehalten habe. Und deswegen habe ich auch selbst sozusagen zu verantworten, dass diese Geburt für mich so schwer war. Und das finde ich, Super gefährlich. Also diese Verknüpfung herzustellen, ähm Zwischen Ernährung, Kindsgewicht,

Geburt, ne? Und dann da schnell in so einer Kausalkette zu landen. Wenn du dich richtig ernährst, hast du ein schmales Baby mit einem kleinen Kopf und eine leichte Geburt. Und wenn nicht, hast du was falsch gemacht. So. Das halte ich für ganz gefährlich, ganz toxisch und ich erlebe das tatsächlich bei sehr, sehr vielen Schwangeren und sehr vielen Frauen.

Dass das ein großes Ding ist. Und deswegen war tatsächlich für mich persönlich in meiner Schwangerschaft eine ganz wichtige Entscheidung, zu sagen: Selbstverständlich esse ich bis zur Geburt. Alles, was ich will und was mir gut tut. Und dazu gehören Nudeln und dazu gehört auch mal ein Stück Kuche und dazu gehört viel Obst und Gemüse, ne? Und ich höre da auf mich und meinen Körper. Aber ich.

Weigere mich regelrecht, mich diesem Glaubenssatz hinzugeben, dass ich sozusagen für eine gute Geburt eine bestimmte Menge Datteln essen oder nicht essen muss. Ja, ich lache jetzt so, aber es ist so ernst. Sondern ich vertraue auf meinen Körper, ich vertraue auf mein Kind, ich vertraue auf die Begleitung. Es gibt ganz viel, was ich für eine gute Geburt machen kann.

Aber wie groß und schwer später mein Kind ist und wie das dann durchs Becken passt oder nicht, ja, das hat nichts damit zu tun, ob ich jetzt Lust habe auf Spaghetti und der nachgebe oder nicht.

Die "Ersten 1000 Tage": Chance oder Last?

Ich lachte jetzt so, aber ich finde es eben, glaube ich, ähnlich ernst wie du, dass man ihn dieses vulnerabl vulnerable, sich neu bildende System. Ich werde Mutter. Drumherum, vielleicht ein sehr aufgeregter Erstvater oder Angehörige oder wie auch immer, dass man da dann auch noch mit so einer, ja, bist halt irgendwie selber schuld an deinem Kaiserschnitt. Weiter verunsichert kann man ja schon fast nicht mehr sein, ne? Also was das Thema Essen betrifft.

Verstehe. Ja, vielleicht reagiere ich jetzt da auch so, weil ich war ein sehr schweres Baby bei meiner Geburt war und unser erstes Kind war auch ein sehr schweres Kind. Und das wäre jetzt für meine Familie hier gesprochen, für mich der viel kausalere Zusammenhang, als was haben meine Frau oder meine Mutter gefuttert, als sie schwanger waren. Ja, und natürlich, also das Gewicht von ungeborenen Kindern, das hat sozusagen unterschiedliche

Einflüsse, also die, es gibt unterschiedliche Einflüsse, die sozusagen dann am Ende ergeben, wie schwer und wie groß ein Kind ist. Aber du hast völlig recht: Genetik spielt ja eine ganz, ganz große Rolle. Und natürlich wissen wir sozusagen gesellschaftlich. wenn der Ernährungszustand in der Gesellschaft besser wird, ne, dann gibt es auch tendenziell etwas schwerere Kinder.

Aber da dann eben so Verkürzungen vorzunehmen und auf individueller Ebene dann quasi zu sagen, und deswegen musst du darauf verzichten, damit dein Kind das optimale Geburtsgewicht hat. Das kann für sehr viel Schmerz, für sehr viel Charme, für sehr viel Schuldgefühle.

Und für sehr viele Probleme mit dem Essverhalten eben später sorgen. Und das ist insgesamt natürlich immer so ein schmaler Grat. Die Bundesregierung, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat ja aus meiner Sicht völlig zu Recht. ausgerufen zu sagen, wir müssen ein starkes Augenmerk legen, gesellschaftlich

Auf die ersten tausend Tage im Leben eines Kindes, gerade auch im Hinblick auf gesunde Ernährung. Und bei den ersten tausend Tagen werden eben auch die Schwangerschaftsmonate quasi mitgerechnet. Also es geht ja praktisch darum. Okay, neun Monate im Bauch plus um und bei die ersten drei Lebensjahre, ne? Ähm.

In den Fokus zu nehmen und zu sagen, wie können wir sicherstellen, dass da möglichst ein guter Start gelegt wird. Und es gibt viele Studien, die belegen, dass grundsätzlich Ernährung eine große Rolle spielt. bei dem Gesundheitszustand, bei der gesunden Entwicklung von Kindern und auch, dass da diese ersten tausend Tage eine signifikante Rolle spielen. Und gleichzeitig kann auch daraus extrem viel Druck erwachsen. Es gibt immer wieder Eltern, die mir sagen,

Wir waren die ersten drei Jahre mit unserem Kind im völligen Ausnahmezustand. Wir mussten einfach gucken, wie wir klarkommen. Jetzt ist unser Kind schon fünf. Haben wir jetzt die Chance auf gesunde Ernährung quasi schon verpasst, weil diese ersten tausend Tage rum sind. Als gäbe es da so ein Cut-Off. Und die Frage ist eben immer auch, was bedeutet denn jetzt genau gesunde Ernährung? Und wie viel habe ich da in der Hand und wie viel habe ich da eben auch nicht in der Hand?

Ja, also ich muss sagen, mich stresst das. Also ich kenne das natürlich, irgendwie habe ich auch schon gelesen, mit den ersten tausend Tagen oder dieses Beeinflussen von kindlichen Ernährungsangewohnheiten aufs spätere, glückliche, gesunde, erfolgreiche, was auch immer. Und mich stresst das schon. Also, ist jetzt nicht so wie.

Ich würde jetzt nicht sagen, dass es bei unseren Kindern jeweils, wie du gerade sagtest, die ersten drei Jahre so stressig war, dass wir leider nicht drüber nachdenken konnten, wie man eine Karotte püriert. Aber ich finde, das ist immer so ein. Not good enough ist immer eine Möglichkeit. Also es ist immer möglich, dass wir es da uns zwar sehr viel Mühe gegeben haben, aber es leider doch ein bisschen verkackt haben. Also ich finde, das ist wieder so eine

Individuelle Zuweisung von Verantwortung. Ich verstehe den Appell. Ich finde es auch toll. Und es ist richtig und wichtig, sich gesund zu ernähren. Ja da-da-da. Aber trotzdem merke ich, wenn ich irgend so eine Überschrift lese auf Spiegel online oder wo auch immer, denke ich immer so: Oh Gott, hoffentlich haben wir das. Yeah. gebacken gekriegt.

Systemische Verantwortung, nicht Schuld

Kennst du das? Was eben ein großes Problem ist, ist, dass an sich diese Idee, wir als Gesellschaft sollten ein starkes Augenmerk legen auf die Ernährung in den ersten tausend Tagen, ja eine Aufgabe sein könnte, wo man sozusagen als

Einfach Rahmenbedingungen dafür schaffen kann, dass Schwangere und Kinder einen möglichst guten Start haben. Das heißt, wenn ich zum Beispiel weiß, Dass viele Schwangere im Bürgergeldbezug sich nicht Ausgewogen mit frischen Lebensmitteln ernähren können, weil sozusagen ihr Tagessatz für Lebensmittel schlicht zu gering ist, um tatsächlich neun Monate lang diesen Mehrbedarf mit Obst und Gemüse und gesunden Produkten und

Vollkornprodukte und weiter zu decken, dann kann ich natürlich als Staat sagen, das kann nicht sein. Ja, wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, dass sich jeder und jede gesund ernähren kann, gerade in dieser Zeit. Ich kann als Staat Rahmenbedingungen schaffen, Die es Müttern leicht machen, ihr Kind zu stillen, indem ich zum Beispiel

dafür sorge, ne, wie also in Deutschland, dass es sozusagen sowas wie Elterngeld gibt, was es in den USA nicht gibt, weshalb die Stillraten völlig anderes sind. Und ich könnte aber auch in Deutschland schauen, Kann ich das ermöglichen, dass zum Beispiel mehr Väter parallel zu Müttern Elternzeit nehmen, weil wir wissen, dass Mütter, die durch Väter entlastet werden, länger stillen als Mütter, die alles alleine schaffen müssen?

Und gleich ne, ich kann dafür sorgen, dass das Essen in Kitas und Kindertagesstätten Den Ansprüchen der deutschen Gesellschaft für Kinderernährung entsprechend zusammengestellt wird und dass da mehr auf vegetarische Ernährung Wert gelegt wird und nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch kommt. Und ich kann an ganz, ganz vielen Stellschrauben dafür sorgen, dass.

Sozusagen Kinderernährung besser gestaltet wird, auch bei so Themen wie Verbot von Werbung für Lebensmittel, die für Kinder nicht günstig sind, ne? Ähm, der steuerlichen Gestaltung, ne, welche Lebensmittel werden wie besteuert oder nicht besteuert, ne, also sowas wie Pflanzendrinks irgendwie haben einen höheren Steuersatz als Kuhmilch, das könnte man alles veranders machen. Und gleichzeitig ist es in unserer Gesellschaft eben oft so.

Dass es bei Appellen bleibt. Dass es heißt, die ersten tausend Tage sind wichtig. Machen Sie das doch mal. Also kümmern Sie sich. Und dann entsteht eben auch schnell so ein individuelles Schuldgefühl. Ich muss mein Kind. Daran gewöhnen. Ich bin diejenige, die schuld ist, wenn. Und dann mischt sich das eben auch oft mit allen möglichen so Halbwissen, Glaubenssätzen, Ideen, die dann auch ganz viel Schuldgefühle machen, aus. Aus nichtigem Grund. Also ich will zwei Beispiele nennen. Ähm...

Auf gesellschaftlicher Ebene ist es total gut und richtig, das Stillen zu fördern. Und ich bin selber eine Stillberaterin, stillende Mutter, ich bin großer Fan des Stillens. Ich finde es wichtig, dass jede Frau, die stillen will, dabei alle Unterstützung bekommt. Und gleichzeitig gibt es keinen Beleg dafür, dass es für ein Kind, das in Deutschland groß wird, mit sozusagen sauberem Trinkwasser und mit hochwertiger Milch.

einen irgendwie gravierenden gesundheitlichen Nachteil darstellen würde, wenn dieses Kind nicht gestillt wird. Und wir können das unterscheiden. Gesellschaftlich, Stillförderung, super, auf individueller Ebene, ob ein Kind gestillt wird oder nicht. Macht jetzt nicht die Welt an Unterschied. Es macht nicht keinen Unterschied, aber es ist ein ganz kleiner Faktor. Und es ist für ein Kind unendlich viel wichtiger, dass es.

nach Bedarf, mit Fürsorge, mit Liebe, mit Zugewandtheit gefüttert wird, wenn es Hunger hat, als ne, welche Milch es jetzt genau bekommt. Und es hält sich, um ein anderes Beispiel zu nehmen, immer noch dieser Glaubenssatz in unserer Gesellschaft, dass wirklich gute Beikost selbstgemacht sein muss. Und selbst gekocht sein muss, und dass man sozusagen was Schlechteres seinem Kind gibt, wenn man jetzt so ein Gemüsegläschen, Obstgläschen, Anrührung, Grießbrei, was auch immer kauft.

Und auch das ist in dieser Pauschalität einfach nicht wahr. Es gibt kein Lebensmittel, das in Deutschland so krass streng überprüft werden muss wie Babynahrung. Und man kann sein Kind problemlos kerngesund ernähren, ausschließlich mit Gläschen, ja. Und also als Baby später sollte es dann.

Und natürlich gibt es Kindernahrungsmittel gerade auch für ältere Kinder, denen sind irgendwelche Zucker und andere Zusatzstoffe zugesetzt, wo man drauf könnten kann und sagen, ja, ganz ehrlich, das braucht es eigentlich nicht. Aber es ist keineswegs so, dass man sagen kann, die Möhre, die ich selbst in meinem Garten gezogen und dann liebevoll püriert habe, ist jetzt das bessere Essen für mein Kind als die Möhre aus dem Glas. Und trotzdem haben viele immer noch dieses schlechte Gewissen.

wenn sie zu so einem Glas greifen. Und das finde ich einfach wichtig, zu sagen, nicht alles, was sich für uns gesünder anfühlt, ist auch wirklich gesünder. Und wir verlieren uns da oft in so Klein, klein, ne? Im Sinne von, uh, ich habe so ein schlechtes Gewissen, weil ich habe diesen Brokkoli nicht selbst gezogen. Wir verlieren dabei aus den Augen, dass das total egal ist und andere Dinge aber halt nicht egal sind. Dass wir schon auch ein paar Stellschrauben haben.

Weißt du, auf die wir gucken können, aber auf die man auch gut gucken kann, ohne sich total verrückt zu machen. Ja, super Rundumschlag.

Unsicherheit beim Beikoststart

Ich glaube inzwischen immer öfter, dass wir manche Probleme einfach gesellschaftlich politisch lösen sollten, als sie auf dem Individuum abzuladen, ne? Was du vorhin sagtest. Und musste jetzt einfach nur sehr lachen, weil ich mich an meine Versuche erinnert habe, aus einer Bio-Karotte und dann so einem leicht ranzigen Rapsöl ein eigen selbst produziertes Karottenbrei.

Ich will jetzt hier nicht irgendwie Partei für irgendwas ergreifen, weißt du gar nicht, wie das darf, aber halt, die können das halt auch, weißt du? Also die können halt auch Gemüse so pürieren, dass es nicht überall in der Küche ist, weil du brauchst ja auch immer.

Und halt eigentlich möglichst schnell halt das Familienessen irgendwie klein hackeln und gut ist. Aber ja, ich Ich mich rührt es halt so, weil ich ich erinnere mich an Oliver, als er ein Vater mit so einem jüngeren Kind war, oder ich verstehe einfach sehr. daher diese Sorgen, die man hat, es zu verkacken. Ich komme darauf immer wieder zurück. Ich glaube, dass es so eine überwältigende Erfahrung sein kann.

Ein Kind zu ernähren, es sich zumindest sich für mich oft nach einfach einer großen Verantwortung angefühlt hat, das Ja richtig machen zu müssen. Total. Und man kriegt so viele unterschiedliche Tipps und man kriegt auch so viele subtile Bewertung. Also, wie viel wie viele Kommentare kriegen wir oft schon zu den Körpern unserer Babys? Teilweise von KinderärztInnen, teilweise aber auch von

Fremden Leuten oder Leuten aus der Familie und zwar in alle Richtungen. Also entweder so, oh, das ist aber ein schwäckiges Kind, der steht ja gut im Futter, was gebt ihr dem denn zu essen? Ja. Aber auch dieses, oh, das ist aber ein mageres Kind, dem müsst ihr mal eine richtig schöne dicke Flasche machen, dass er

Auch was wird, so ein Spätzchen hat ja irgendwie keiner Krankheit was entgegenzusetzen. Und wie viel Eltern suggeriert wird, sie müssten dem Kind mehr zu essen geben, weniger zu essen geben, was anderes zu essen. Das richtige Kanal. Ja, wie viel Druck da oft auch dahinter ist, wie wenig entspannt und leicht und schön für viele Eltern so ein Beikoststart oft verläuft, das ist wirklich... Tragisch. Und ich erinnere mich da auch an mich selbst als Mutter beim ersten Kind. Ich hatte so ein Kind.

Das sehr gerne gestillt wurde und sehr wenig Interesse hatte an allem anderen und einfach ganz, ganz lange sich im Prinzip geweigert hat. überhaupt irgendwas zu sich zu nehmen, eigentlich außer Muttermilch, egal ob selbst gekocht aus dem Glas, Babyled Weaning oder Breikost oder was. Und was hat mich da Dieses. Aber im Fahrplan steht doch, wir hätten mittlerweile jetzt schon drei Mahlzeiten haben müssen und wir haben halt keine. Und ich weiß, dass ich dann auch.

Am Anfang, so dieses innere Bild hatte, das wird jetzt eine total schöne Erfahrung und so eine ganz sinnliche Erfahrung. Und irgendwann habe ich dann. So ein bisschen aus Verzweiflung zu so Ablenkungsstrategien gegriffen. Ich lese dir ein Buch vor und während du auf die Bilder guckst, stopfe ich dir so ein bisschen Brei in den Mund und hoffe, dass du es gar nicht richtig merkst, was ich nie wieder machen würde, aber was damals dann so ein Gedanke war von, Hauptsache es ist.

Es wird einem ja auch nicht leicht gemacht, da entspannt zu bleiben. Also, ich weiß noch, dass ich sehr. Verunsichert wurde von unserem Kinderarzt beim ersten Kind. Als ich ehrlich gesagt habe, ist das Kind ist noch quasi komplett mit Muttermilch ernährt, auch im zweiten.

Halbjahr des ersten Jahres. Und dann sofort hieß: Oh, das kann ganz schlimm Eisenmangel hervorrufen, und da können also große gesundheitliche Probleme am Horizont lauern. Und dann guckst du dein Kind an, das ist, Glücklich, wohlgenährt, entwickelt sich toll und hast trotzdem Angst, weißt du, dass du irgendwas übersiehst, dass irgendwas Schreckliches passiert, und am Ende hat sich das alles gefügt bei jedem unserer Kinder, aber das war.

keine Kleinigkeit, da dann, sag ich mal, locker zu bleiben. Man sagt das immer so, ja entspannt euch halt. Aber es ist ja schon immer dieser schmale Grad aus, ja, man will entspannt sein, aber man will auch nicht unverantwortlich sein oder Wie du sagst, irgendwas dann verkacken, was dann halt auch wirklich.

Konsequenzen hat und ähm Genau, dann prasseln halt von überall, wie du schon sagtest, die gut gemeinten Tipps ein oder du hängst auf Social Media zu lange rum und kriegst da noch irgendwelche mehr oder weniger obskuren Hinweise und dann bist du halt Lost, ja.

Essgewohnheiten: Prägung und Realität

Ja, und wir sind natürlich auch alle in unserer individualistischen Gesellschaft darauf geprägt. Selbst, sage ich mal, sachliche Informationen schnell auch als einen Vorwurf zu empfinden und zu lesen. Also ich merke das auch bei mir selber. Wir haben von unserer Kinderärztin so eine Broschüre bekommen.

Wo so alles Mögliche drinsteht für Eltern. Und es ist irgendwie so ganz lustig, weil es ist offensichtlich für Eltern beim ersten Kind geschrieben, so im Sinne von so beruhigen sie ihr Kind. Aber wir haben das halt auch bekommen und ich habe das auch nochmal durchgeguckt. Und war ganz positiv überrascht, dass diese Broschüre deutlich moderner geworden ist.

Als sie noch vor 20 Jahren war, also ich habe mit Freude festgestellt, mittlerweile kommen auch Tragetücher vor, mittlerweile gibt es Babylad Wheeling, mittlerweile gibt es auch gleichgeschlechtliche Elternpaare in so einer Broschüre. Das sind ja alles große Fortschritte. Und dann stehen da auch so wirklich sachliche Sätze drin, wie verschiedene Studien belegen, dass die Essensvorlieben von Kindern vor allem davon geprägt werden, was ihre Eltern zu sich nehmen.

Und das ist nicht ganz verkehrt. Und trotzdem springt dann bei mir gleich sowas an zu sagen: Aha, wenn mein Kind also kein Gemüse essen will, dann habe ich was falsch gemacht, dann habe ich zu wenig Gemüse. Dann hat das Kind mich zu oft Sushi essen sehen oder was auch immer. Ähm Und das steht da ja gar nicht. Und das, was da steht, ist ja richtig. Und trotzdem sind wir manchmal so gepolt darauf.

Was habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht, weißt du? Dass dann selbst solche Informationen zu Stress führen können. Und wir haben als Familie mittlerweile. glaube ich, wirklich einen ganz guten Modus gefunden zu sagen, unsere jüngsten Kinder wachsen jeweils einfach so in die Familientisch-Situation hinein und Yeah.

Sehen wie Geschwister essen, sehen, wie Eltern essen, wollen dann irgendwann mitessen, dann ist das so ein bisschen so ein organisches Ding. Aber Es ist nicht so, dass daraus dann resultiert, dass die Kinder dann alles essen und total die unkomplizierten Familienmahlzeiten TeilnehmerInnen werden, sondern.

Ich würde sagen, wir setzen wirklich sehr vieles von dem um, was so ernährungspsychologisch empfohlen wird, im Sinne von Exposition mit vielen verschiedenen Lebensmitteln. Man sieht und nimmt wahr. Baby oder Kleinkind, es gibt jede Menge Obst und Gemüse auf der Welt. Das kriegen unsere Kinder, glaube ich, schon mit. Das heißt noch lange nicht, dass sie die essen wollen. Sie können sie auf jeden Fall malen und bestimmen, aber ob Sie es jemals probieren?

Sie können sie identifizieren. Ja, ich mag keine Papa. Ja. Und mir ist außerdem aufgefallen, unser Familienessen hat sich über die Jahre auch verändert. Also es verändert sich immer wieder. Das ist ja eigentlich Gott sei Dank ganz schön. Aber wir essen heute viele Gerichte, die wir. Früher nicht gegessen haben, oder wie variieren sie, oder wir würzen anders? Du hast ja manchmal so eine.

Keine Ahnung, dann hast du mal so eine italienische Phase oder schmeißt über Alcrotta der Provence drauf und dann kannst du es nach zwei Jahren erstmal ein halbes Jahr auch nicht mehr sehen. Also weißt du, das ist ja auch fluid so ein bisschen. Also Ist da gerade einer vegetarisch unterwegs oder nicht? Und Schwupp ändert sich ja so eine Familienküche. Um In die eine oder in die andere Richtung. Und daraus dann auch wieder abzuleiten, ne, mit welchen Essensphasen sind sie denn so aufgewachsen?

Sind Sie jetzt als erwachsener Mensch gesund und an vielfältigen Nahrungen interessiert? Das scheint mir auch dann ein Zu kurzer Schritt zu sein.

Obst-Mythen und Zuckerfalle

Ja. Oder fällt mir noch ein Glaubenssatz ein, der gerade jetzt unter vielen jungen Eltern so sehr verbreitet ist? In letzter Zeit hat Obst ja gar nicht so einen guten Ruf, sondern es gibt ganz, ganz viele Menschen, die so sagen: Obst ist ja auch trotzdem sehr zuckerhaltig. Es ist viel wichtiger und viel besser, viel mehr Gemüse zu essen.

Die neue Ernährungspyramide, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung veröffentlicht wurde, hat extra Obst und Gemüse zusammengefasst, um dem entgegenzuwirken. Also die sagen eben nicht, wir brauchen. Vier Portionen Gemüse am Tag und eine Portion Obst, sondern die sagen, insgesamt wäre es gut, viel Obst und Gemüse zu essen. Und sie sagen ganz bewusst nicht, in welcher Gewichtung, weil ja, Obst enthält Fruchtzucker, klar, aber grundsätzlich sind die

Gesundheitlichen Vorteile von Obst und Gemüse immens. Und es wäre total bescheuert, wenn Menschen, Eltern oder auch Kinder. Dann sagen Sie, den Apfel esse ich jetzt nicht mehr wegen des Zuckergehalts sozusagen. Also da würden sie sich so viel nehmen. Und was ich eben erlebe, ist, dass sehr, sehr viele Kinder naturgemäß.

Sehr viel mehr Lust haben, Obst zu essen, als Gemüse zu essen. Weil Kinder von Natur aus und unabhängig davon, wie wir sie geprägt haben, nach süßem Streben, Muttermilch süß, Fruchtwasser ist süß, Kinder sind evolutionär darauf geprägt, dass Süßes Und sicher ist und nicht gefährlich oder giftig. Und insofern streben dann eben Kinder eher nach Apfel, Birne, Banane als nach Sellerie, Weißkohl.

Aubergine, ja. Und was ich dann eben wirklich in letzter Zeit häufiger erlebe, ist, dass Eltern sich dann nicht darüber freuen, dass ihr Kind so gerne Obst ist.

Sondern sich dann wirklich sorgen, dass es ja so viel Obst und so wenig Gemüse ist und ob das dann zu viel Zucker und ob das da eine Fettleber macht und so. Und ich habe da wirklich in letzter Zeit mit verschiedenen ErnährungsexpertInnen gesprochen, die sagen, Da sind sie wirklich sauer, auch über viel Social Media Content, der wirklich auf falsche Weise. Obst dann so als das böse Lebensmittelframe, ne, im Sinne von enthält zu viel Zucker.

Und damit wirklich dafür sorgt, dass sich Kinder und Erwachsene ungesünder ernähren. Dass es Erwachsene gibt, die denken, es ist für mich und mein Körper besser, so ein Eiweiß-Shake mir zu machen, in der ganz wenig sag ich mal, wertvolle Inhaltsstoffe für den Körper enthält, sondern ein hochverarbeitetes Industrieprodukt ist, das eben halt spezifisch billige Proteine in meinen Körper bringt.

Und das eben, aber trotzdem Menschen denken: Das ist jetzt besser für mich, als einen Obstsalat zu essen aus frischen Früchten, der unendlich viel mehr Nährstoffe ist. In meinen Körper bringt. Und das fand ich nochmal sehr entlastend, weil ich tatsächlich ja so eine Obstteller-Mutter bin. Ich schneide meinen Kindern nach dem Kindergarten, nach der Schule auf so gemischte Obsteller. Und das ist was, was die ziemlich gut annehmen.

Die Kinder, die sonst sehr picky sind, was das Essen angeht. Und dann hatte ich tatsächlich auch schon beeinflusst durch Social Media, teilweise fast das Gefühl, vielleicht mache ich da was falsch, vielleicht ist das gar nicht gut für mein Kind. Jeden Tag Obst zu bekommen. Und da wurde mir so ein bisschen der Kopf gewaschen von ErnährungswissenschaftlerInnen, die sagten: Nee, wir sollten alle unbedingt mit bestem Gewissen Obst und Gemüse essen. Und davon wird wirklich niemand.

krank oder dick oder also in einer unguten Weise irgendwie ernährungsmäßig beeinflusst, sondern wir sollten da eigentlich viel unbelasteter mit umgehen. Ich glaube, das kommt so aus dieser Kritik auch der Obstshakes, ne? Also das da heißt es doch irgendwie, also Also am besten Obst am Stück essen und nicht püriert, weil da der Blutzucker dann irgendwie ein bisschen langsamer ist. Ich hab keine Ahnung.

Genau, da gibt es also es ist wohl es macht wohl ein bisschen näherungsphysiologisch schon einen Unterschied, ob Sachen püriert sind oder nicht. Genau, man soll lieber den Apfel im Ganzen essen, als ihn als Apfel püriert zu essen. Das ist irgendwie besser für dich. Aber lieber das glaube ich als keinen Apfel würde ich auch. Weißt du, und gleichzeitig ist halt dann auch die Frage, also wenn ich Pfannkuchen mache, ja, dann essen meine Kinder.

Diese Pfannkuchen. Entweder mit püriertem Apfel, also Apfelmark, oder mit Schokocreme. Ja, also, das sind so die zwei Optionen irgendwie. Und dann finde ich Apfelmark ganz gut. Schokocreme finde ich auch gut, aber weißt du. Was wolltest du sagen?

Essen: Ganzheitlich und Pragmatisch

Ich hab nur irgendwann mal bei Schokocreme nachgelesen, wie viel Zucker da drin ist und da ist ja Marmelade viel schlimmer. Es gibt auch ganz tolle Schokocreme, die halt nicht so viel Zucker enthält und viel Nüsse und die dann auch wieder wertvolle Fette liefern können. Also wirklich ohne Witz. Und überhaupt, wir hatten ja schon mal eine Folge zum Thema Ernährung gemacht, ganz am Anfang von unserem Podcast, wo ich gesagt habe, ich finde das so wichtig.

Dass wir nicht die ganze Zeit von guten und schlechten Lebensmitteln sprechen und gesund und ungesund, sondern dass wir die Ernährung als Ganzes betrachten und eine gesunde Ernährung als Ganzes, ja, kann selbstverständlich. Schokocreme und Zucker und Marmelade enthalten. Es kommt auf die Mischung, es kommt auch ein bisschen auf die

Essenssituation und Umgebung. Also, da stehe ich nach wie vor dahinter. Du merkst, wenn wir darüber sprechen, ich bin nicht frei von Wertungen und Setungen, was gute und schlechte Lebensmittel sind. Ich glaube, das kann man in unserer Gesellschaft fast nicht sein. Aber mir ist es sehr, sehr wichtig, auch heute meinen Kindern nicht zu sagen: Gut von dir, dass du das Gemüse gegessen hast, Sünde, dass du den Schokopud gegessen hast, sondern wirklich dazu versuchen,

So wertfrei wie möglich drüber zu sprechen und gleichzeitig schon auch zu thematisieren: Der Körper braucht verschiedene Bausteine für verschiedene Dinge, ne? Und gerade zum Beispiel das Thema. Gemüse und was es im Körper so tut. Also Obst und Gemüse, was machen die verschiedenen Vitamine, Mineralstoffe und so weiter im Körper? Das ist was, was meine Kinder so ganz

interessant finden. Ich habe in Was Familie leichter macht, so ein Ernährungskapitel drin und da habe ich wirklich mal so aufgeschrieben, wie man Kindern auch erklären kann, Das macht der Brokkoli in deinem Körper. Das macht...

Macht die Aubergine, das macht der Apfel, das macht die Banane. Und da haben mir viele Eltern geschrieben, dass sie das total hilfreich fanden, weil das eben ein wertneutraler, informativer Ansatz ist, der dann aber durchaus gerade so Kindern im späten Kindergarten, frühen Grundschulalter, wie so ein Motivator dienen kann zu sagen, ah ja, wenn das gut für meine Rennfähigkeiten ist, ja, ich will ja Fußballer werden, so dann esse ich das jetzt mal.

Aber ja, also gesunde Ernährung ist und bleibt ein kompliziertes Thema und ich finde je. Ich finde halt aber Du hast halt immer zwei Gegner. Einerseits natürlich die Nahrungsmittelindustrie und ihren ganzen Verführungen, und auf der anderen Seite halt es auch so Gewohnheits- Geschichten, also dass wir Menschen schon auch ziemlich oft

Gewohnheit oft aus sind. Also du hast deinem Kind irgendwann beigebracht, in deiner Brotzeitbox ist ein Apfel und dann ist das halt einfach auch so ein Modus, aus dem man dann, ich weiß nicht, ob du das kennst, dass man da oft auch eine Weile erstmal nicht mehr da rauskommt. Also wohl

Das Kind gewöhnt sich dran, du gewöhnst dich an, alle sind zufrieden und dann merkst du nach einem halben Jahr plötzlich, ah, es gab jetzt ein halbes Jahr lang eigentlich immer nur Apfel, weil du halt ja auch im Alltag.

Also ich finde das, was du formulierst, schon eine ziemliche Herausforderung, immer wieder drüber nachzudenken, zu sagen, okay, können wir das jetzt wieder mal ein Stück altersgemäß erweitern? Muss ich da wieder einen Impuls setzen? Also, das ich finde es nicht so easy, muss ich sagen. Wenn die älter werden, weißt du, dann muss man ja irgendwann weiterkommen als Apfelmark oder Apfelstücke.

Ja, und ich lese so oft Interviews in Zeitungen oder Zeitschriften, wo dann so gesagt wird, was man auf keinen Fall einführen soll, wo ich dann manchmal so denke, ja. Hast du schon mal ein Kind durch die Autonomiephase begleitet? Also, ich habe mal so ein Interview gelesen und da hat sich eine Expertin so ganz abfällig über die Buggy Brezel geäußert, im Sinne von die ganzen Eltern in München, die die bestechen ihre Kinder mit der Brezel, damit es in Buggy einsteigt.

Und du siehst dann überall diese Kinder an ihren Brezeln, Nuckeln im Buggy, und das müsse doch jetzt nicht sein. Und dann habe ich so gedacht, Ich weiß noch so genau, wie das war, schwanger zu sein mit meinem zweiten Kind, ein zweijähriges Kind.

Gerade zwei geworden an der Hand. Das will eigentlich am liebsten getragen werden. Ich kann es aber nicht mehr tragen, weil ich schwanger bin und weil es zu schwer ist. Ich brauche, dass es in diesen Buggy einsteigt. Es will Partout nicht in diesen Buggy einsteigen. Wir stehen hier schon seit einer Viertelstunde im Regen, so ungefähr, ja.

Und dann zu sagen, weißt du was, ich kaufe dir eine Brezel in Berliner, irgendwas, und dann isst du die im Buggy und dann ist das der Weg nach Hause zu kommen. Ey, wer das nicht gemacht hat. Ich weiß manchmal einfach auch nicht, wo dann solche Ratschläge herkommen, die so rausgelöst sind aus allen anderen Kontexten, die ja auch noch. Genau. Weil du hast ja diese ganzen Kontexte, plus einfach vermutlich ein Kind, das irgendwie hungrig unterzuckert ist.

Und dann auch muss er auch denken, na ja gut, was ist das dann? Also Sind es dann zweihundert? Brezelenteile, weil es ist ja nie die ganze. Du kriegst ja spätestens nach einem Viertel das Ding nach oben gereicht. In was weiß ich, wie vielen Jahren? Das kann doch jetzt nicht der Game Changer sein. Oder dieses, okay, dann gebe ich ihm eine Reißwaffel, wo ich dann auch denke, ja, okay, das ist jetzt.

Ja, und ich habe immer gedacht: Ey, Brezel ist zumindest schon mal nicht Berliner. Weißt du, also es ist sozusagen schon mal nicht was überwiesen. Was ist Berliner nochmal Krapfen, oder? Okay, Krapf, komm, aber hast du deinem Kind jeweils einen Krapfen im Buggy gegeben? Das ist sehr mutig. Aber es gab mal so eine Phase wieder, so wie du sagst, reinrutschen.

Ich habe mal ein Kind im Kindergarten eingewöhnt, das sich sehr schwer getan hat, in diesen Kindergarten zu gehen. Das kennst du auch aus Erfahrung. Und direkt neben diesem Kindergarten gab es so einen Supermarkt mit so einem Bäcker vorne dran. Und dann war das eine Zeit lang so ein Ding: zu sagen, weißt du was, ich gehe jetzt, und wenn ich dich abhole, kaufen wir einen Krapfen auf dem Heimweg. Und das war dann faktisch so ein voller.

So eine Motivationshilfe und das hat er tatsächlich auch getragen. Also, das war dann so attraktiv, dass man dann halt auch mal zwei Stunden ohne mich sein konnte. Und dann bin ich da aber in so eine Nummer reingerutscht. Kindergarten bedeutet auf dem Rückweg. Aus der ich dann auch nach der Eingewöhnung kaum noch rausgekommen bin, weil das dann so fest verknüpft war miteinander. Dass es dann sehr, sehr schwer war, das wieder zu lösen.

Essen als Liebe und Freiheit

Und das ist ja genau das, was du sagst. Es ist ja sozusagen ernährungstheoretisch ist es natürlich, ja, ist das keine gute Idee, aber man kann es so verstehen, wie man da reinrutscht. Und wenn es den Rest des Tages nicht auch nur irgendwie so, also ja, es Aussi sich klappen ist, ja. Das ist dann halt immer das Ding, ne? Wie gleichst du das dann sozusagen aus? Und wenn die dann älter werden, dann kommen ja so viele Einflüsse dazu, was sie essen, was sie nicht essen, was sie sich für eine...

Einbilden aufgrund ihres, ihrer Zugehörigkeit, ihres Sports oder eben Nicht-Sports und so weiter, das ist, ähm, ich glaube, das ist schon auch ganz schön multifaktoriell. Also da nur zu sagen, ja, In deiner Kindheit hast du halt leider nur das oder das bekommen und deswegen isst du jetzt nur noch. Das springt mir auch ein bisschen zu kurz.

Und es ist ja wirklich so wie bei so vielen Dingen, Elternhaus prägt, aber nicht immer in der Weise, wie wir es vorhaben. Also wie viele Menschen kenne ich in unserem Alter? टीसो Super-Öko-Eltern in den 80ern hatten und jetzt heute sagen so: Ey, keine zehn Pferde bringen mich dazu jemals wieder irgendwas mit.

Geschroteter Hirse zu essen oder so. Ich hasse bis heute den Geruch von diesen Bioläden. So, ich mache da einen riesen Umweg drum, weil ich da so traumatisiert von bin, dass wir halt nie die normalen Lebensmittel bekommen haben. Und andere, die sagen, Für mich war das voll gut und ich bin so drauf geprägt, ich könnte bis heute keine.

gesüßten Frühstückszerealien essen, weil ich einfach immer noch mein Hafabrei esse als Kind und das ist für mich einfach das, was gut schmeckt. Also es gibt da so viel unterschiedliche Dinge. Ich finde das bei unseren Kindern manchmal so ein bisschen lustig. Wir haben ja mal in England gewohnt und unser ähm Eines Kind war da ja im Kindergarten und da gab es jeden Tag im Kindergarten Tea Time. Und diese Teatime waren halt wirklich so typisch englische Sachen. Also es gab dann einen Tag.

Toast mit Ei und Baked Beans zum Tee. Und einmal gab es dann so Das sind so ganz löchrige Brötchen mit salziger Butter und so, egal. Also es gab praktisch immer so wirklich sehr, sehr typische, auch teilweise komische aus unserer Sicht Sachen für diese Kleinstkinder. Also, die waren da zwei. Ähm. Thank you.

Und auch viele Lebensmittel, glaube ich, wo man so von außen aus deutscher Perspektive sagen würde, das mögen Kinder doch gar nicht. Sandwiches mit Lachs zum Beispiel, so, mit, mit so, mit so Kravitlachs. Und ähm isst all diese Sachen immer noch total gerne und sagt, die schmecken nach Kindheit sozusagen. Ja, klar. Weil das irgendwie eine positiv besetzte Essenssituation war. Also das war halt, man kann sich das richtig so britisch vorstellen. Wir machen jetzt halt nichts,

So, jeder packt seine Snackbox aus, sondern es gibt die Tea Time für die Kinder. Alle sitzen um einen großen Tisch, alle bekommen diese hübsch angerichteten. Sachen und das war schon so ein bisschen High T im Kindergarten. Und das ist was, was ich manchmal auch so ein bisschen versuche in unserem Familienalltag mitzunehmen.

zu denken, dass Ernährung eben nie nur die Lebensmittel sind, die auf dem Tisch stehen, nie nur die Dinge, die im Mund landen oder im Magen, sondern für mich ist meinen Kindern oder unseren Kindern was zu essen zu geben. Natürlich manchmal schlicht die Notwendigkeit, manchmal auch Bestechung, aber oft auch wirklich einfach so eine Form von Verbindung und Liebessprache. Und ich möchte, dass sich das schön anfühlt. Und zu diesem sich schön anfühlen gehört auch,

Ich muss nichts probieren, ich darf aber probieren. Ich sehe, dass die anderen um mich herum.

Dinge genießen, dass es irgendwie eine schöne Situation ist. Ich bin ein großer Freund von Extravürsten und von, ja, wenn dir das so nicht schmeckt, dann kriegst du es anders und nicht, was auf den Tisch kommt, wird gegessen, weißt du so. Ich habe in meinem Ganz neuen Buchfelsen fest, so ein Text geschrieben über unsere Familienmahlzeiten, wo ich so beschreibe, dass weil unsere Kinder alle so unterschiedlich sind und so unterschiedliche Vorlieben haben,

Unser Abendbrottisch mittlerweile meistens aussieht wie so ein etwas verrücktes Buffet. Einfach so, hier ist noch ein Rest vor Mittagessen, da ist noch das, da gibt es noch das und dann gibt es so Komponenten mit kleinen Schüsselchen und jeder baut sich so sein eigenes Essen zusammen. Weil es so am besten funktioniert.

Und das geht ja auch gegen viele Glaubenssätze, ne? Und dann muss man das auch aushalten können, wenn man halt jeden Tag Komponenten mit Obst und Gemüse hat und das Kind wählt sich immer nur weiße Brötchen mit Butter. So. Aber ich habe den Eindruck, dass das trotzdem ganz viel macht, einfach zu sehen und zu erleben, Essen ist Gemeinschaft, Essen ist Genuss, Essen ist Freiheit, Essen ist auch.

Dass die eigenen Grenzen respektiert werden. Dass ich sagen darf, ich bin satt oder ich hab noch Hunger oder ich will noch was, ich hole mir noch was aus dem Kühlschrank, ich, ne? So. wir sind da relativ

Zuckerfalle und Schuldgefühle loslassen

großzügig auch was solche ich tausche Lebensmittel aus, Geschichten angeht. Also ich weiß, dass es Familien gibt, die sowas sagen wie Mischli gibt es nur zum Frühstück oder so. Und ich persönlich denke immer so Wenn unsere Kinder...

gerade das Gefühl haben, sie brauchen jetzt das, dann hat das seinen Grund und den muss ich nicht verstehen. Und es ist tatsächlich ja so zum Glück, dass sowas wie Nährstoffmangel und so in unserer Gesellschaft zum Eine sehr geringe Rolle spielt, dass die allermeisten Kinder was Nährstoffe angeht, selbst wenn sie sich

gefühlt sehr einseitig ernähren, ziemlich gut versorgt sind. Ein Thema, auf das man in unserer Gesellschaft tatsächlich im Moment mit am meisten guckt, ist eher insgesamt der Zuckerkonsum bei Kindern. Also ne, die Kinder nehmen im Schnitt immer mehr Zucker zu sich und tatsächlich auch

oft mehr als Eltern und Kindern bewusst ist. Da sehe ich auch wieder viel auch die Lebensmittelindustrie und die Politik in der Verantwortung, einfach auch zu begrenzen, ne? Welche Lebensmittel dürfen, wie viel Zucker enthalten.

Was darf als Kinderlebensmittel vermarktet werden, welche Richtwerte müssen da erfüllt sein. Denn, und das ist auch so: man hat auf so ein Bild im Kopf, Die Kinder nehmen so viel Zucker zu sich, also sitzt da so ein Kind mit so einem riesen Bonbon-Vorrat und futtert das alles in den... Das ist ja nicht der Standard, sondern der ganze Zucker kommt ja auch zustande durch zugesetzte, versteckte

In hochverarbeiteten Lebensmitteln, einfach reingepackte Zucker, die sich dann halt ne subsumieren. Zucker in Getränken, Zucker in Salatsoßen, in weiß nicht, was allem drin. Und das ist dann, finde ich, auch immer zu kurz gegriffen zu sagen: Ja, da können die Eltern ja drauf achten. Das können sie ja einfach nicht kaufen. Das, ne?

So simpel ist das ja nicht. Die Eltern sind nicht die Einzigen, die für die Kinder einkaufen. Nicht jedes Elternteil hat die Zeit und die Kraft und das Wissen und die Ressourcen, bei jedem Lebensmittel immer erstmal diese mini-kleine Zutatenliste zu checken, zu erkennen, was da überhaupt alles Zucker ist. Da steht dann ja auch nicht Zucker, sondern da steht dann irgendwie... Ich weiß auch nicht, wie man es ausspricht, aber ja diese ganzen versteckten Formulierungen. Ja, voll.

Und die Kinder kriegen oft in Kindergärten und Kitas Lebensmittel, wo auch schon Dinge zugesetzt sind. Und dann essen sie vielleicht mal noch was bei den Großeltern und dies und das. Und das ist einfach. Ähm, zu simpel dann zu sagen, ja die Eltern sollen den Kindern halt mal nicht so viel Zucker geben. So, ne? Sollen die nicht immer so naschen lassen. Ja, ja, ja. Es ist einfach wirklich. Ja, es bleibt so ein Dauerthema.

Also ich weiß gar nicht, wie wir das gut abschließen können. Das ist für mich persönlich wichtig bei dem Thema Essen, dass man so aus diesem Dauerschuldgefühl rauskommt. Ich glaube, das tut niemandem gut, Eltern und Kindern nicht. wenn Essen ein Angst- und Charme besetztes Thema wird. Egal ob in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit oder wenn wir dann mit Kindern, mit Kind

Am Familientisch sitzen. Wir haben nicht alles in der Hand. Wir haben nicht in der Hand, wie Deutschland die lebensmittelrechtlichen Grundlagen schafft, was welche Zusätze enthalten darf. Aber was wir in der Hand haben, ist natürlich, was wir einkaufen, was wir auf den Tisch bringen. Aber wir haben eben auch in der Hand, wie die Stimmung ist, wie wir keinen Druck machen beim Essen, wie wir so ein gewisses Vertrauen in uns und unsere Körper vorleben.

Und was wir aber nicht in der Hand haben, ist, ob unsere Kinder in Anführungszeichen gute oder schlechte Esser werden. Das ist nicht einfach so ein Erziehungsergebnis. Yeah. Du musst nur das machen, dann passiert das. Und das ist wie bei so vielen Dingen, beim Schlafen und so auch. Es passiert natürlich immer leicht, dass Eltern sich an bestimmte Tipps halten. Ihr Kind wird ein

Sogenannter guter Esser und die Eltern klopfen sich auf die Schulter und sagen: Alles richtig gemacht. Wir haben es einfach halt voll drauf. Ich glaube, da ist einfach immer so ein bisschen diese Demut angebracht, zu sagen, da kann man sich drüber freuen. Das ist total cool, weil man keine Essprobleme hat mit seinem Kind, weder in Richtung Überessen noch in Richtung Picky Eating. Aber es ist nicht. So simpel, dass man sagen könnte, müssten einfach alle machen wie wir, hätte keiner ein Problem.

Wenn ihr wisst, wie man es macht... Yeah. Wenn ihr noch eine Frage habt.

Werbung: Fincas Reanimadas Olivenöl

Zum Thema Ernährung, schreibt uns immer gerne an podcast atnora-imlau.de. Und damit, liebe Nora, dürfen wir zu den Unterstützern der aktuellen Folge kommen und deswegen folgt jetzt etwas Werbung. Ich freue mich sehr, dass die heutige Folge unterstützt wird von Julian und Vero von Fincas Reanimadas. Wir als Familie beziehen von den beiden schon ganz lang unser Olivenöl und unsere Mandeln. Das ist ein Elternpaar, die gemeinsam.

alte Oliven und Mandelhaine sozusagen wieder zum Leben erweckt haben und dort ökologische Landwirtschaft betreiben. Und diese Produkte, die sie dort eben herstellen, sind unglaublich hochwertig, unglaublich lecker und werden dann von ihnen auch nach Österreich und nach Deutschland versandt.

Genau. Und das Spannende ist, der Name Fincas Reanimadas bedeutet eben wiederbelebte Heine, also sie spielen darauf eben an, dass sie Anbauflächen, die aufgegeben wurden in der Region, die verbuschen ja dann, liegen brach, dass sie die wieder freilegen und Stück für Stück eben wieder in Ja, die zurückführen zu dem, was sie einmal waren und bewirtschaften dort eben Oliven- und Mandelbäume im Osten von Spanien. Genau, und sie machen das auf eine unglaublich nachhaltige Weise.

Der Regen bestimmt letztlich jedes Jahr, wie viel sie ernten können. Ihre Flächen werden nicht künstlich bewässert. Das ist ja oft ein Problem in der Landwirtschaft, dass so viel Trinkwasser sonst verbraucht wird, um eben zum Beispiel Oliven und Mandelbäume zu gießen. Die Oliven werden von Julienne und Vero zum optimalen Reifezeitpunkt geerntet und direkt bei ihnen in der Mühle kalt gepresst.

Denn Olivenöl schmeckt einfach unterschiedlich, je nachdem, zu welchem Zeitpunkt Oliven geerntet werden, wie sie verarbeitet werden. Das Olivenöl der beiden. Erreicht wirklich den allerhöchsten Qualitätsstandard und ist so, so lecker. Wir haben in unserer Familie durchaus olivenölkritische Menschen, die normalerweise nicht so gerne Olivenöl essen. Und dieses Olivenöl mögen wirklich alle im Salat. Kalt gepresst, direkt ähm

Zu Gemüsen und Obst, aber auch zum Anbraten. Das ist unglaublich vielseitig. Ich mache es in Pizzateig und überall rein. Und es ist unglaublich gut. Und ich freue mich deswegen total, dass wir die beiden sozusagen als Sponsoren gewinnen konnten. Und sie haben uns einen Code zur Verfügung gestellt, der heißt Aller Anfang zehn, alles in einem Wort geschrieben. Und damit bekommt ihr 10% Rabatt auf eure Bestellung bis zum 30. April 2026.

Genau. Wir sind nämlich auch so eine ganz große Olivenölfamilie, deswegen freue ich mich über den Kontakt ebenso. Ich packe euch alle Informationen in die Shownotes. Da findet ihr den Link zu fincasreanimaters.com und den Code, den euch die Nora gerade vorgelesen hat.

Stolz, Gefühle und Abschied

Und damit kommen wir noch zu unserem Postfach. Heute wollte ich dir eine Mail von Magdalena vorlesen, die uns zur Stolz-Folge geschrieben hat. Liebe Nora, lieber Oliver, vielen Dank für eure Podcast-Folge zum Thema Stolz. Ich finde, eure Diskussion über dieses Gefühl war ziemlich next level und für mich total bereichernd. Ich denke, dass sich viele Menschen schwer damit tun, die Grenze zu ziehen. Wo hört das Stolzsein des einen auf und wo beginnt es, dass es andere als Angeben empfinden?

Wir täten in meinen Augen sehr gut daran, endlich zu lernen, Verantwortung für unsere eigenen Gefühle zu übernehmen, ganz generell, aber vor allem auch in Bezug auf Stolz. Ein Beispiel. Mein Kind spielt seit kurzem in einem Fußballverein. Dort zelebrieren die Nachwuchsmessi ihre geschossenen Tore mit kreativem Torjubel, so wie das ihre großen Idole auch tun, was wiederum die Eltern ganz nervös macht, weil das Kind doch bitte nicht so angeben soll.

Ich fände es so schön und wertvoll, wenn hier mal ein Trainer aufzeigen könnte, dass beides okay ist. Stolz zu sein auf das eigene, geschossene Tor und das auch zeigen zu dürfen, und gleichzeitig lässt dieses Tor möglicherweise jemand anderen enttäuscht, traurig oder vielleicht sogar neidisch zurück.

Beides ist okay und kann nebeneinander stattfinden. Stattdessen darf das stolze Kind sein Stolz nicht ausdrücken, weil das wäre ja angeben, und das enttäuschte, verärgerte You name it, Kind auch nicht, weil das wäre ja Missgunst. Alle unterdrücken in Folge ihre Gefühle. Was für ein Schwachsinn. Es ist wunderschön, stolz zu sein und noch viel schöner, das teilen zu können. Ich freue mich auf eure weiteren Folgen, alle liebe Grüße, Magdalena.

Oh, das ist sowas von Wasser auf meinen Mühlen. Das ist nämlich genau mein Gefühl auch zum Thema Stolz, dass das oft dazu führt, dass sozusagen alle so ihre Gefühle unterdrücken. Diejenigen, die stolz sind, wollen es nicht zeigen, weil sie nicht unbescheiden sein wollen.

Und diejenigen, die dann auf den Stolz anderer Neide sind wollen, das irgendwie aber auch nicht zeigen. Und das führt dann oft zu so ganz komisch verqueren Dynamiken, wo niemand einfach zeigt, was er oder sie fühlt. Und ich finde, diese Idee Von Magdalena, wie sie das so beschreibt, zu sagen, gerade in so einem Kontext wie zum Beispiel Vereinssport bei Kindern, weil es doch das ideale Trainingsfeld auch mit so einer Gleichzeitigkeit von Gefühlen umgehen zu lernen und zu sagen, ja, manchmal macht

eine Situation, eine Person stolz und eine Person traurig. Und beides darf sein und beides kann begleitet werden, aber das eine Kind ist nicht schuld am Gefühl des anderen und muss nicht sein eigenes Gefühl unterdrücken zugunsten des anderen. Ich finde das genau richtig und ich würde mir wünschen, Dass tatsächlich Sport für Kinder, wo es ja immer heißt, es ist auch so wichtig für die sozialen Kompetenzen, genau solche

Lernschritte eben auch ermöglichen und begleiten würde. Ich erlebe das leider, ähnlich wie Magdalena, dass das nur sehr selten passiert, dass sowohl von Seite von Trainerinnen und Trainern als auch von Eltern oft eher so ein bisschen dieses: So, wir wollen jetzt aber auch hier mal.

das so nicht so zeigen, befördert wird. Insofern, ich weiß nicht, wenn jemand Positivbeispiele hat, also würde mich wirklich interessieren von Sportvereinen oder anderen sozialen Situationen, Wo Kinder das auf eine positive Weise lernen können, stolz zu sein auf sich oder ihre Mannschaft, ihr Team, ihre Erfolge.

Und gleichzeitig das auch ausgehalten und begleitet wird, wenn andere Kinder dann vielleicht traurig, enttäuscht, missgünstig, was auch immer sind. Das würde mich total interessieren, ob es da auch Positivbeispiele gibt. Vielen Dank, Magdalena, für diese Nachricht.

Und ich wollte mich ansonsten einfach noch kurz sehr herzlich bedanken für all die Glückwünsche, die mich und uns erreicht haben zur letzten Folge und zur Geburt unseres fünften Kindes. Ich bin völlig überwältigt davon, wie viele von euch da draußen sich. Mitgefreut und mitgefiebert haben. Uns geht es nach wie vor sehr, sehr gut und es ist einfach so schön, hier wieder zurück zu sein. Ja, dann würde ich sagen, vielen Dank. Das war's schon wieder und bis zum nächsten Mal.

Genau, und denkt immer dran, aller Anfang ist manchmal schwer, manchmal leichter, aber immer interessant.

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