Alle Zeit der Welt. Herzlich Willkommen zurück zu einer neuen Folge Alle Zeit der Welt. Heute wieder zu dem harigen problematischen unangenehmen Thema der Sklaverei. Dieses mal mit dem besonderen Fokus auf Sklaverei im mittelalterlichen Europa. Ein gerne totgeschwiegendes Thema. In der letzten Folge haben wir schon so ein bisschen den Einstieg versucht in was ist Sklaverei und wie omnipräsent ist das dann in der menschlichen Geschichte. Und jetzt sind wir endlich im Mittelalter angekommen.
Und natürlich bin ich heute hier mit Jonas und Mimi. Hallo ihr beiden. Hallo, schön wieder da zu sein. Hi, hi. Wir steigen direkt ein mit einem Zitat von, ein Ego-Zitat von einer Sklavin aus dem mittelalterlichen Europa. Bitte. Ich, Iwica, Tochter eines gewissen Prikot aus dem Lande Usur, Rheinbosnien geboren von partheränischen Eltern. Erkläre mich aus freiem Willen und mit meinem Wissen und nicht aus Versehen. Weder mit Gewalt noch aus Furcht.
In Gegenwart dieser Zeugen und des Notars als Sklavin ein Zaninus von Godi von Raguza zu verkaufen. Und dass er meine Dienste entweder verkaufen, verschenken oder abtreten. Und mich für sich und seine Familie behalten und im Übrigen mit mir machen kann, was er will, wie mit seiner gekauften Sklavin und seinem Eigentun.
Diese moderielle Niederschrift sollte es laut der öffentlichen Meinung, die lange Zeit vorgeherrscht hat, auch in den Geschichtswissenschaften vorgeherrscht hat, muss man dazu sagen, eigentlich gar nicht geben, weil er gesagt wird, im christlichen Europa gab es eigentlich keine Sklaverei.
Gut Bosnien ist es nicht das christliche Europa per se, aber wir sehen, dass hier in Bosnien, genau wie auch im Rest, genau wie in Italien oder in Spanien zu der Zeit, es durchaus üblich war, Leute dazu zu zwingen, solche notariellen Texte abzugeben, um sicherzustellen, dass die Person auch wirklich, wirklich freiwillig in die Sklaverei gegangen ist. Wobei es natürlich höchst zweifelhaft ist, ob hier wirklich wieder durch Gewalt noch durch Angst, sie die IWK genötigt wurde.
Es wirkt auf jeden Fall auch höchst unwahrscheinlich, dass da keine Manipulation irgendwie zugange war. Interessanterweise neigen die Europäer seit der Aufklärung spätestens, wir haben letztes Mal schon darüber gerede Zeit, dass das Britpädlische Empire 1833 die Sklaverei auf den Weltmeeren quasi für illegal erklärt hat, den den Sklavenhandel, dass wir seitdem gerne so tun, als wäre Sklaverei ein Problem, was nicht wir Europäer haben. Das ist ein Problem der anderen.
Das ist ein Problem, das mit der islamischen Welt zusammenhängt, das ist ein Problem Afrikas, Problem Amerikas und Asiens. Irgendwie aber wir in Europa haben eigentlich, wenn man sich manche Texte durchliest, teilweise noch von 2009 historische Publikationen, wo das quasi dargestellt wird, als wäre das Ganze dann mit dem Ende der Antike und dem Ende der Römer auch zu Ende gegangen. Und seitdem wäre Sklaverei in Europa eigentlich kein Thema mehr gewesen.
Dazu ein Zitat von der großartigen und die ne Ort, die ich letztes Mal schon erwähnt habe, die in dem Sammelband, der Mittelalter, einen sehr guten Artikel über Osteuropa publiziert hat, auf dessen Basis heute ein nicht zu geringer Teil der Folge auch basiert. Deswegen steigen wir auch mal hier mit ihren Zitat ein, Jonas. Sklavenhalter waren oft nur die anderen. Die europäische Medievistik hat die Institution der Sklaverei gern in anderen Epochen und fernen Gefilden verortet.
Im antiken römischen Reich, in der mittelalterlichen islamischen Welt und den neuzeitlichen Amerikas. Im mittelalterlichen Europa, so war häufig zu lesen, habe es Sklaverei nicht in nennenswerte Maße gegeben. Und was wir stattdessen sehen und was sich jetzt auch immer mehr die Forschung genauer anschaut, ist, dass es eigentlich eine ungebräune Kontinuität zwischen Antike und Mittelalter gab, an viel mehr Orten, wie das erwartet wird, vor allem wenn es um die Institution der Sklaverei geht.
Denn auch wenn nach dem Zerfall des weströmischen Reiches viel römische Infrastrukturen Handelsverbindungen so verloren gegangen sind, gab es weiterhin Menschen, die schlaven waren oder die verslaft wurden und die jetzt vielleicht nicht mehr über die großen römischen Sklavenmärkte verkauft wurden, sondern eben stattdessen lokaler in vielen Fällen. Aber die Institution an sich ist keineswegs verschwunden. Ein Beispiel zum Beispiel ist das berühmte St. Patrick vom St. Paddy's Day.
Der berühmte irische Heilige, der quasi scheinbar laut den Aussagen den mythologischen Irland konvertiert hat zum Katolicismus und die Schlangen aus Irland vertrieben hat eben der große irische Schutzheilige ist und der wurde laut den Mythen, den heiligen Geschichten über ihn, der kam aus Cornwall und wurde von Piraten Ende des Viertens, Anfang des fünften Jahrhunderts, nach Klestus geraubt.
Also sehr spät Antike noch und wurde dann nach Irland eben als Sklave verkauft und kam so ursprünglich auf die Insel, auf der dann zum großen Heiligen Wohl, einer der typischen Bieten der Zeit quasi. Und der Abolitionismus kommt aber, wie wir gelöst mal gehört haben in Antike, also diese Wille zur Abschaffung der Sklaverei nicht vor und kommt dann auch im Mittelalter irgendwo als intellektuelle Strömung oder sowas auf.
Das liegt sicherlich auch daran, dass die wage Definition von Sklaverei eben sehr unterschiedlich, dass nicht von uns 1 zu 1 zurückzurückprojektierbar ist, die Byzantiner, die ja bekanntlich die Nachweislich einer der großen Abnehmer für Sklaven aus Osteuropa waren und bei denen Sklaverei durchaus eine Rolle gespielt hat gesellschaftlich, hatten an sich nicht mal ein konkretes Wort für Sklave,
was ich ganz spannend finde. Gesellschaft, die wir heute auf jeden Fall Sklaven halten, einstufen würden, das nicht richtig benennt. Und ja, wir haben eben die Probleme der Vielzeitskeit der Form von Unfreiheit in ganz Eurasien und darüber hinaus. Gab es das zu der Zeit auch schon diese Entmenschlichung der Sklaven? Weil dann würde das vielleicht so ein bisschen Sinn machen, dass es nicht mal ein Wort für die...
Du musst es ja trotzdem irgendwie beschreiben, wenn du das selbst für den Menschen so wahre machst, hast du ja eigentlich ein Begriff dafür. Über die Begriffe zu Sklaverei reden wir am Ende der Folge heute noch ein bisschen. Da können wir gerne später noch mal drauf zurückkommen. Es gibt generell die Tendenz, dass sich eben die Begriffe damit verschieben. Im antiken Rom wurde zum Beispiel oft der normale Begriff für junge oder Mädchen für Sklaven, jungen und Sklavenmädchen verwendet.
Und der hatte einfach die Doppelbedeutung. Dafür ist dann die Frage, haben die kein extra Begriff, weil sie es irgendwie nicht sichtbar machen wollen oder ist eher das Gegenteil der Fall. Und es gibt kein Begriff, weil es so allumfassend normal ist, dass du quasi auch den normalen Begriff für junge oder Mädchen dann früher oder später zu einem Begriff für auch Sklavenkinder wird. Also, dass es in so eine Verschiebung gibt einfach über die Zeit.
Generell spielt Religion aber eine ganz spannende Rolle bei dieser Debatte über Sklaverei in Europa. Alice Rio, die zweite große Grundlage hierfür, die vorgeschrieben hat, mit ihrem Buch Slavery After Rome, schreibt dazu... Kirchenmänner, vor allem in kirchlichen Kremien, hatten schon seit Langem ihre tiefe Sorge über den Verkauf von Christen an Heiden zum Ausdruck gebracht.
Über den Handel von Christen mit anderen Christen haben sie sich dagegen keine Gedanken gemacht und daher auch keine Aufzeichnungen. Dies macht die Überfälle und den Sklavenhandel mit Muslime oder Wikingern von Natur aus viel sichtbarer als jede andere Art. Jüdische Händler sind ein weiteres Beispiel. Lange Zeit ging man davon aus, dass sie die wichtigsten Sklavenhändler in Westeuropa waren.
Aber das mag einfach daran liegen, dass sie die christlichen Kommentatoren vor ein offensichtlicheres Problem stellten, was zu einem besonders hohen Grad an Sichtbarkeit im Quellenmaterial führte. All dies verzerrt die Beweislage stark in Richtung einer Darstellung von Saffenüberfällen und Sklavenhandel als ein im Wesentlichen grenzüberschreitendes Kultur- und oder Religionsübergreifendes Phänomen.
Daran finde ich sehr spannend, dass die Sichtbarkeit, die hier in den Quellen erwähnt wird, sehr viel mit den Vorurteilen der Zeit zu tun hat, wenn wir sehen, dass sich verschiedene hohe Kirchenleute darüber beschweren, wenn man Christen an Muslime verkauft oder nicht Christen,
weil die dann quasi in Gefahr laufen würden, schlecht behandelt zu werden, aber es ist vollkommen okay, von einem anderen Christen bis Essen zu werden, dann geht es wahrscheinlich nicht so richtig darum, dass man Sklaverei kritisiert, sondern eher darum, dass man Leuten anderen Glaubens nicht mal zutraut,
sondern auch nicht so richtig zu behandeln, wie ein richtig guter Christenmensch tut, wie mit leute in Europa. Und diese Theorie mit den jüdischen Händlern, da würde ich gerne näher darauf eingehen, weil das habe ich tatsächlich als ich angefangen, hier zu recherchieren, immer wieder gelesen in scheinbar glaubwürdigen historischen Publikationen
und erst als dann aktuelle Forschung, also gerade von Rio oder eben von Ott gefunden habe, die Artikel, die mir da nochmal die Augen geöffnet haben, wie einseitig und wie fehlgeleit diese Argumentation eigentlich ist, wenn ich mich eben darauf verlass, dass sich irgendwelche Bischöfe in Italien darüber beschweren, dass die Juden zu viel Sklaven handeln,
dann zu sagen, die Juden müssen die grülleinzigen Sklavenhändler gewesen sein, dass das nicht wirklich der richtige Weg ist, um mit Vorurteilen der Menschen der Zeit auch umzugehen, sollte klar sein.
Letztes Mal haben wir so ein bisschen die Pyramidensache, die Bank, denn heute ist die große die Bank Theory, dass die Juden besonders großen Einfluss auf den Sklavenhandel hat und es bezieht sich indirekt auch auf die Wikinger, wo gesagt wird, naja, wir haben eben eine viel höhere Sichtbarkeit von Überfällen von skandinavischen Nichtchkisten,
oder auf Zentraleuropa und es wird eben der Eindruck erweckt, als wären es die einzigen, die Sklaven rauben würden, während die Sachsen, die dann frisch konvertiert sind hier in rundem Berlin, in Nordostdeutschland, genau das Gleiche gemacht haben.
Und dafür hat sich keiner drüber beschwert, da haben die Bische verteilt genommen an den Kriegszügen und haben Teile der Profite eingeschlossen und haben dann durften dann dort ihr Beastume eröffnen, nachdem die lokalen Kultstätten gebranschatz wurden und die Männer in die Zwangs und Männerfrauen und Kinder verkauft wurden, danach konnte man quasi das ganze Stand fürs Christentum erschließen.
Darüber wird sich nicht beschwert, das muss man dabei eben ganz wichtig mitdenken. Papst Golasius I erklärte 1492, dass der Handel mit heidnischen Sklaven von Gallien nach Italien auch den Juden gestirbt sei. Doch Papst Golasius I war auf den Juden dann einig Jahre später vor, dass eben gerade sie mit christlichen Sklaven handeln würden, nicht weil es schlecht ist, Sklaven zu haben, seine große Sorge war, dass sie heimlich zu Juden gemascht werden würden.
Und da sehen wir halt, worum es diesen Geden geht. Die trauen halt quasi dem Juden nicht, die können die doch heimlich beschneiden. Wenn die mit Klaven, wer weiß, ob die nicht heimlich beschneiden. Und darum geht es, warum quasi die so gar nicht würde. Ich muss ein guter, echter christlicher Menschenhandel zwischen Christen stattfinden, dann hat die Kirche damit kein Problem.
Der Besitz von christlichen Sklaven wurde auf Konzilen ab 1541 an sich tatsächlich auch immer wieder verboten. Aber wie das so oft mit Kirchenkonzilen ist, und das haben wir hier auch bei den Hexenverfolgungen und den Inquisitionssachen und so ein bisschen gehört, ist eine Frage, was verboten wird auf einem Konzil und eine andere Sache, was umgesetzt werden wird davon.
Und in einer Zeit, in der es keinen zentralisierten Staat gibt, ist es sehr, sehr schwer, irgendwas davon wirklich durchzusetzen. Und die Realität sah anders aus, wie die Erlasse auf den Kirchenkonzilen. Ich habe noch ein Sintat von undine-Otten für euch.
Die von Charles Verlinton etablierte Thise im mittelalterlichen Sklavenhandelsgeschäft hätten sich in erster Linie Juden betätigt, ja, jüdische Kaufleute hätten ein nahezu Weltenurspannen des Netzwerks des Menschenhandels unterhalten, ist bisher nur von wenigen Historikerinnen in Frage gestellt worden.
Vor allem Michael Toch hat sich um die Dekonstruktion dieser Thise verdient gemacht und aufgezeigt, dass Verlinton häufig Quellen miteinander verknüpfte, die gar nicht über dieselbe Sache sprachen. Toch kam zu dem Schluss, dass die erhaltenen Quellen keineswegs von einem Sklavenhandelsmonopol jüdischer Kaufleute sprechen, und er bezweifelte sogar, dass Juden während des Mittelalters überhaupt in diesem Wirtschaftszweig tätig waren. Damit geht er, glaube ich, ein bisschen zu weit tatsächlich.
Also, was ich so gelesen habe, haben wir genug Beweise dafür, dass eben auch die Juden daran beteiligt waren, aber eben nicht ausschließlich. Und sie hatten nicht dieses weltumspannende Monoponomal. Die einzigen, die weil jetzt verschiedene Sprachen anscheinend konnten, eben weit, es gab andere Leute, die auch mehrere Sprachen gingen zu der Zeit. Und die durchaus in der Lage waren, Menschen zu verkaufen.
Und die gar der große, bekräftigte 779 und 781 des Privileg jüdischer Händler Sklavenhandel auch zu betreiben, eben vorwiegend mit damals im Osteuropa aufgegriffenen Heiden, aufgegriffenen dicken Fracht, alle Aufrufezeichen, wir haben ja schon besprochen, wie Menschen zu Sklaven wurden. Und zu Osteuropa kommen wir gleich noch ein bisschen genauer, wie es da quasi abging. Generell war, was ich sehr spannend fand, Prag, eines der zentralen Zentren von Sklavenhandel in Europa.
Es wird euch heute bei den Pragerstattführungen auch wahrscheinlich nicht erzählt. Und weil Prag eben auch so ein bisschen Grenzland zu den heidnischen Slaven in Osteuropa war, die man eben noch gut verschlafen konnte, die nicht christianisiert waren, auf die sich keine Art von Schutz zwischen Christen von irgendwelchen Kirchenkonzielen erstreckt hat. Und die Linie ging dann oft von Prag nach Verdaz in Frankreich, die Stadt, die wir als hauptsächlich im ersten Weltkrieg in Zusammenhang bringen.
Und in Verdaz war der größte Sklavenmarkt Europas im Mittelalter. Es wird später nochmal relevant, ich greife noch mal vor, in Verdaz wurden auch die Eunuchen für den Export hergestellt. Hergestellt. Ja, ich habe noch mal ein schönes Zitat, Jonas, bitte. Jüdische Sklavenhändler, die im östlichen Europa selbst aktiv waren, erwähnte Ibrahim Ibn Yacoub in seinem Reisebericht. Der jüdische Andalusia war um 965 oder 973, unter anderem durch Ost-Mitteleuropa gereist.
Er beschrieb Prag als Handelszentrum, in das Türken Muslime und Juden aus den Ländern der Türken, wie Latela Trak, möglicherweise dem kapaten Becken Kemen. Sie brechten so Ibrahim Handelswachen mit und führten im Gegenzug Sklaven, Rakik, Zinn und Pelze aus. Auch in lateinischen Quellen des 10. Jahrhunderts, für mir Prag als Ort, an dem Juden menschliche Ware, Christen ebenso wie Gentil-Religiöse verkauften.
Ibrahims Augenzeugenbericht legt jedoch nahe, dass neben jüdischen Händlern auch muslimische und Gentil-religiöse Kaufleute in diesem Geschäft tätig waren. Ja, ganz spannend, oder? Und diese Ort in ihrem Artikel analysiert dabei auch so Ausführung arabischsprachiger Autoren über das östliche Europa und sagt, dass dabei eben nicht die jüdischen Sklavenhändler wie den christlichen Quellen die ganze Zeit im Vordergrund stehen,
sondern vor allem Russangehörige, also der Russ wurde ja ganz kurzgeschichte höchstwahrscheinlich von Skandinaviern, die in der Zeit der Wikinger, die quasi auch nach Osten gefahren sind und dort quasi frühe Staatlichkeiten mit lokalen Slaven zusammen aufgebaut haben. Also Rurik zum Beispiel, der mythologische Gründungsvater des Russ wurde eingeladen, weil die lokalen Adligen, die slavischen Adligen sich gestritten haben und dann die eingeladen als Herrscher um der Ruhe zu sorgen.
Klingt wie eine erfundene Geschichte, die Rurik später in die Welt gesetzt hat um zu legitimieren, warum er herrscht. Aber genau, das ist so ein bisschen der Russ. Und eben die Ungarn. Das sind die beiden Gruppen, die vor allem in den arabischsprachigen Quellen im Vordergrund stehen. Beide werden in den Quellen als naturische Menschenräuber und Händler porträtiert.
Almasudi beispielsweise erzählt von Raubzügen, der Russ an den Küsten des Kaspevmeeres in den 1910er Jahren, bei denen die Piraten aus dem Norden Beute in Form von Frauen und kleinen Kindern machten. Also gerade wieder dieses Motiv, was er immer wieder... 910er, nicht 19, nicht 19, 910er. Vielleicht auch in den 1910er Jahren nochmal. Ich muss mal nachlesen, weil ich das zeitlose Bar highten.
Und generell sehen wir, dass Ost-Europa, wenn es um Sklavenhandel im Mittelalter geht, durchaus eine prominente Rolle spielt, was die Erwähnung davon angeht. Also wir haben Haussklaven in Italien durchgehend in der Zeit. Wir haben im nördlichen Mittelmeerraum quasi eine ungebrochene Kontinuität von der Antike von Haussklaven, die Leute sie leisten können, wenn sie den Status und das Geld haben.
Aber ab dem 9. und 10. Jahrhundert sehen wir zwei grundlegende Phänomene in Europa, die zu einer Veränderung der Situation führen. Wir haben auf der einen Seite eine steigende Nachfrage nach Sklaven aus der muslimischen Welt. Und wir haben den Zusammenschluss eines riesigen Wichinger, Raub- und Handelsnetzwerkes, das sich von Grönland dann irgendwann bis nach Konstantinobil erstreckt.
Und diese beiden Entwicklungen sind durchaus tatsächliche Realitäten, aber sie stehlen der Sklaverei, die die ganze Zeit lokal geherrscht hat, so ein bisschen die Show. Und im Endeffekt lassen sich jetzt nachwirken nicht mehr diese riesigen Menschenströme, die aus Osteuropa in die Ferne verschleppen wurden, zu richtig nachweisen.
Sondern es ist eigentlich, wenn man sich die Quellen anschaut, wahrscheinlicher, dass Leute oft lokal versklaft wurden und dann oft auch dort lokal versklaft geblieben sind. So mit Ausnahmen. Aber ja. In Osteuropa spielt dabei die Praxis der Schulzglaverei, die in Westeuropa weniger verbreitet war eine große Rolle. Also schon bevor das Christentum oder gerade bevor das Christentum in Osteuropa einzugehalten hat, wurde bei den Slavens Schulzglaverei praktiziert. Dazu ein Zitat von Al-Gharnati.
Wenn ein Mann das Recht gebrochen hatte und die als Strafe geforderte Summe Geldes nicht aufbringen konnte, dann wurden seine Frau und seine Kinder verkauft. Wenn er keine Kinder hatte, wurde er selbst verkauft und musste einem Herren als Sklave dienen, bis an sein Lebensende oder bis er sich frei kaufen konnte.
Außerdem war Schulzglaverei laut Al-Gharnati verbreitet, sodass ein Slave, der mit einem muslimischen Kaufmann Handeltrieb und seine Schuld nicht begleichen konnte, zur Tilgung der Schuld zusammen mit seinen Kindern in die Sklaverei verkauft wurde. Auch vom Handel mit Sklavinnen und Sklaven in den Ländern des Slavens ist in Al-Gharnatis Schrift die Rede.
Ah ja, und was man dabei nicht vergessen darf, auch Menschenopfer gab es bei den vorgrößlichen Osteuropaschen Slavens noch, wo dann regelmäßig Leute mit verbrannt wurden bei den Feuerbegräbnissen und mehr oder weniger freiwillig mit in die Flammen geworfen wurden, um ihren Herren quasi nach dem Tode zu dienen.
Gab es im Hinduismus ja früher auch als Praxis, bevor es die Briten illegalisiert haben, dass gewisse Kasten, die Frauen sich mit den Männern verbrennen mussten, sollten es als angemessen galt. Ich weiß nicht, wie ich das am besten nur beschreibe, aber wo es einen gewissen gesellschaftlichen Druck gab, dass wenn ein Mann stirbt, du quasi, du auch beendet bist.
Bis ins 12. Jahrhundert hinein, also ins hohe Mittelalter, fanden Ostwärts der Hohdersklaven Jacken statt, bei denen die Sachsen dann zum Beispiel, die ja selber von Karl dem Großen in einem sehr langen blutigen Krieg zwangskristallisiert wurden,
haben sich dann als die Zeit der Kreuzzüge angebrochen ist und davor auch schon umgedreht und gesagt, Moment, jetzt nie mehr Christen und wenn wir jetzt Kreuzzüge ins Land der Ungläubigen machen sollen, dann können wir das doch eigentlich auch direkt hier mit unseren Ungläubigen Nachbarn machen.
Und haben dann angefangen, die Tradition der Reise, wie es später bei den baltischen Kreuzzügen hieß, zu machen. Also im Sommer haben sich dann in den Hafenstädten Männer versammelt, oft Artlige mit ihrem Angehörigen und sind dann gemeinsam losgezogen, um so ein paar Monate über die Sommerzeit, wo man sonst nichts zu tun hat, einfach ein bisschen zu Brandschatzen, zu Kreuzzügen und ja, den Preusen und das Christentun erzubringen mit dem Schwert in der Hand.
Genau. Und das wurde quasi zu einer gewissen Tradition und dabei wurden eben ganz gezielt Sklaven gemacht, um sie dann weiter zu verkaufen über so Umschlagplätze wie eben Werder oder Prag oder wo auch immer. Und jetzt habe ich wieder den Eindruck erweckt, das wären es nur die Magianen und die Slaven gewesen, weil eben gerade die Arabischsprachengfällen da viel darüber reden, sei es einmal wieder so einen anderen Bayes und tatsächlich waren aber alle mit Heiligation. Jonas, bitte.
Abgesehen von jüdischen und gentil-religiösen Sklavenhändlern, berichten die Quellen auch von Christen und Muslimen, die aus den Angrenzen dann reichen, ins östliche Europa und seine Grenzregionen kamen, um in Razzien oder durch Handel Sklaven zu akquirieren. Namentlich erwähnt werden Byzantina, Venezianer, Bayern, Kurezmia und Kurasana. Die Opfer dieser Fosklaver und Sklavenhändler waren häufig Menschen, die nicht einer der drei aprahamitischen Religionen anhiegen.
Jeffrey Finn Paul hat 2009 den Begriff der No-Slaving-Zone gebraucht, um die islamischen und christlichen Imperien des Mittelalters als Räume zu beschreiben, in denen die Fosklaven freier Glaubensbrüder und Schwestern aus religiösen Gründen zunehmend tabuisiert und rechtlich untersagt worden sei.
Diese Reiche seien zu Territorien geworden, wo weder Menschenraub, Verwandten oder Selbstverkauf noch Schuld- und Strafsklaverei in nennenswerte Maße mehr vorgekommen seien und hätten daher the world's first perfect no-slaving-zones gebildet, jenseits ihrer Grenzen hingegen sein neue Verschleffungszonen entstanden, die nun den Sklavenbedarf der monotheistischen Imperien decken sollten. Eine der bedeutendsten slaving-zones des 9. und 10. Jahrhunderts sei das östliche Europa gewesen.
Das Problem, was wir damit haben, ist, dass wir immer wieder Quellen finden, wie den vorher erwähnten andalusischen jüdischen Sklavenhändler, der aus Europa getourt ist und uns davon niederlassen hat, und der dann selber in Ungarn, glaub ich, sich zwei junge Frauen und ein Kind kauft, die beide, also in zener Zeit als Ungarn schon eine Weile christlich ist zum Beispiel, wo wir einfach sehen, es gibt so gewisse Kontinuität, ein gutes Kirchenkonzil hat das verboten, aber diese no-slaving-Zone, die sich in der Zeit der Zeit nicht mehr verabschiedet hat, hat sich die Zeit nicht mehr verabschiedet, die sich in der Zeit nicht mehr verabschiedet hat, hat sich die Zeit nicht mehr verabschiedet, die sich in der Zeit nicht mehr verabschiedet hat, hat sich die Zeit nicht mehr verabschiedet, die sich in der Zeit nicht mehr verabschied
und die dort im Zeit狀 war eben in der Realität nicht so, nicht so hart durchgesetzt worden, wie das gern behauptet wird. Tatsächlich gab es aber einen gewissen kulturellen Trend dazu zu sagen, es ist offiziell nicht angesehen andere christliche Sklaven, es gab auf jeden Fall dann die öffentliche Meinung, hat sich als erst einmal gegen so eine gewisse Art von Sklaverei gewendet aber eben auch, wie wir gemerkt haben, in ganz engen Grenzen und meistens eben nur, wenn die Sklaven von den falschen Leuten besessen sind, oilst absolutely natural
wurden bzw. mit Besitzer hatten, die falsche Religion hatten in den Fällen. So, jetzt beginnt auch im Mittelalter diese Entwicklung, dass gewisse Ethnien in unterschiedlichen Sprachen mit dem Thema Sklaverei verbunden werden. In einigen extremen Fällen gibt es sogar die Tendenz, dass ethnische Begriffe zynonym für jemandem für viel gehandeltes Sklaven wurden, unabhängig von der tatsächlichen ethnischen Herkunft der Leute. In Bayern sagt man ja Servus,
als Begrüßung. Und das bedeutet ja im Endeffekt auch, ich diene dich, ne? Ich bin dein Sklave, ich bin dein Diener. Zu Dienst, bitte. Zu Diensten, genau. Und dieses Servus war quasi das altlaterainische Wort eines der Begriffe für Sklaven, für den unfreien Diener und es wurde dann nach und nach, aber über eine Lautverschiebung im Französischen als Beispiel zu Servus, vor dem wir Serft haben und sowas herbekommen im Englischen dann auch. Oder Servant, das Gleiche ist im Englischen passiert,
dass aus dem Servus oder der Servi der Servant wurde. In diesen Jahrhunderten, in denen diese Lautverschiebung in den Sprachen stattfand, hat sich aber auch die gesellschaftliche Bedeutung
dieses neuen veränderten Begriffs geändert. Das heißt, dann musste man einen neuen Begriff für die Sklaven importieren und bei diesem Reimport im frühen Mittelalter irgendwann, als quasi das lateinische paar hundert Jahre abgeschliffen ist, wird dann der Begriff Sklav im Französischen importiert als neu Begriff, weil Servus jetzt auf einmal eine andere gesellschaftliche Bedeutung hat und eher Leute beschreibt, die Land bearbeiten, das ihnen nicht gehört, aber die keine Sklaven im
eigentlichen Sinne sind, und dementsprechend dann der Begriff nicht mehr ausreichend ist. Und dieser neu importierte Begriff bezieht sich dann auf eine Ethnähe, nämlich kommt von Sklavus, was ursprünglich im lateinischen einfach Sklave, er ist es, sorry, also ursprünglich im lateinischen einfach Slave bedeutete, also einfach Person aus Osteuropa. Und in diesem Reimport des Wortes, sowohl ins Englische als auch ins Deutsche als auch ins Französische, im Frühmittelalter wird
dieser Begriff mit einer Ethnähe verbunden, nämlich Osteuropaschen-Slave in diesen Sprachen. Also wir sehen nicht irgendwie so eine eins zu eins, der Begriff wird zu einer Bezeichnung dafür, sondern es ist eigentlich ein sehr komplexer Prozess, dass der alte Begriff aus dem lateinischen heraus wächst, aus der Lebensrealität der Menschen dann im Frühmittelalter und wird dann ein Reimport von einem original lateinischen Begriff, der das aber nicht im lateinischen bedeutete hat. Wenn du
Sklavus zu einem Römer sagst, dann denkt er an jemand aus Osteuropa, der nicht verslafft ist. Diese Konnexation wird dann später geschaffen. Das passiert aber auch in anderen Sprachen, nicht nur jetzt in den von mir erwähnten Europäischen. Im Arabischen passiert spannenderweise das gleiche und das zehnte Jahrhundert wird der Begriff Sakaaliba von Slave zu Sklave oder Eunuq im Allgemeinen
Gerebranded. Das ist im Arabischen sehen wir eine klare Linie von, das ist der Begriff, den wir ursprünglich für die Bewohner aus Osteuropas verwenden und der wird dann zum Synonym für Sklaverei. Welsh weist im Altenglischen aber interessanterweise eine ähnliche semantische Verschiebung auf, quasi nachdem die Angeln und Sachsen dann nach auf die Insel rüber gemacht haben, das sag ich mal, wurden eben sehr viele Menschen verslafft, die nicht Angelsachsen waren und
christlich und romanisiert und das sind eben die Valyser. Der Welsh ist im Endeffekt der christianisierte Nachbar von dir im Altgermalischen als Bezeichnung. Deswegen auch das Wallis in der Schweiz und so geht auch auf die Bezeichnung, dass es quasi romanisierte christianisierte Nachbarn von deutschsprachigen, proto-deutschsprachigen Stimmen waren und die die dann so als Fremdbezeichnung bezeichnet haben. Genau und deswegen der Valyser bedeutete dann gleichweisig einfach,
ist ursprünglich Ausländer, christianisierte Ausländer und ab dem 10. Jahrhundert fängt es dann auf einmal einen Sklave zu bedeuten im Altenglischen. Also auch eine ähnliche Verschiebung von dir kommen auf die Insel, wir haben halt das Wort und fangen das jetzt das Wort für Ausländer
auf einmal in einem Kontext für Sklave zu verwenden. So, aufgrund der Gegebenheiten vor Ort. Die jen spanischen und portugiesischen Rückeroberungen im ausgehenden Mittelalter hielten die Sklaverei auf der iberischen Halbinsel am Leben, die quasi schon auch in der muslimischen Zeit existiert haben und ließen sie auch zunehmend florieren. Was ich extrem spannend fand bei der Recherche war,
dass die Wiederbildung des römischen Rechts zu dieser Zeit stattgefunden hat. Diese Wiederentdeckung zu sagen, wir bauen jetzt den neuen Staat der iberischen Halbinsel auf dem römischen Recht auf und wie wir vorhin gelernt haben, ein letzten vorgegelernt haben, ging es daher auch viel um, wie man Sklaven handelt und was für Rechte und Nichtrechte im Pflichten Sklaven haben sozusagen.
Und diese Wiederbelebung des römischen Rechts führt dann dazu, dass sie das römische Recht gemeinsam mit der Expansion von Spanien und Portugal auch auf neue Gebiete in Übersie übergreift und anfängt zum Beispiel in der Karibik und Sklavensstatus nach altem römischen Recht zu ordnen. Und die Spanier und die Portugiesen sind da in den frühen Zeiten sehr, sehr auf Legalismus bedacht und alles muss irgendwie rechtlich abgesichert sein und was
sie machen ist einfach Genozid. Also das ist schon echt krass, in der die Realität davon unterscheidet. Und in dieser Zeit im Mittelalter, im ausgehenden Mittelalter beginnt auch, dass Sklaverei mit Rassismus verknüpft wird. Eigentlich war Sklaverei im Mittelalter durch das Gesetz und auf keine Art durch irgendeine ethnische Zugehörigkeit definiert. Du wurdest Sklave, weil du in Schulzglaverei gekommen bist oder weil du den Krieg verloren hast. Es gab da keine Verbindung,
wie die dann später aufkommt zu einer gewissen Ethnene. Wie wird es ja auch dann in der mittelalterlichen Verschiebung des Begriffs mit Esklavasch sehen? Also das ist eine neue Entwicklung, die da aufkommt. Und es gibt eine Entwicklung, die man eben nachzeichnen kann, die von früheren Urteilen über die religiösen geografische Herkunft von Sklaven dann zu einer zunehmenden Tendenz führt,
Herkunft und Identität in explizit rassistischen Begriffen zu begreifen. Also die Sklavenhalter beauftragen dann Händler immer selektiver, ihnen auch Sklaven aus einer bestimmten Region mit einem bestimmten Aussehen zu bringen. Weil die anscheinend gewisse Eigenschaften
hätten und so. Das ist eine höchst problematische Verknüpfung da. Und diese Sexualisierung und Rassifizierung, die wir dann dort sehen, Frauen aus gewissen Gebieten galten als besonders hübsch und so weiter, sorgte dann auf der iberischen Halbinsel dazu, nachdem sich Portugal und Spanien eben zunehmend auch in Westafrika und auf die kanarischen Halbinseln im 15. Jahrhundert ausbreiten, dass eine zunehmende Verbindung zwischen dem Status von jemandem als freier oder
unfreier und der Hautfarbe gezogen wird. Das beginnt quasi in dieser frühen Expansion, in diesen Gesellschaften die Sklaverei auf römischem Recht, auf der Basis des wiederentdeckten wiederbelebten römischen Rechts erlauben, obwohl sie die katholisten Könige aller Zeiten sind, die katholisten der katholischen Könige. So. Der Rassismus an sich entsteht quasi hier auch als Konstrukt zusammen mit dem Beginn in transatlantischen Sklavenhandel im Spätenmittelhalt und in der
frühen Neuzeit. Es gibt ganz klare, also die, da reden wir in der nächsten Folge noch drüber, die Zuckerproduktion hat sich seit der Antike von der Levante immer weiter nach Westen verschoben, über die Jahrhunderte, so über Zypern und immer hat Sklaverei mit sich gebracht, weil niemand
diese Arbeit machen wollte. Und als die Portugiesen das Ganze irgendwann übernehmen und anfangen auf den Inseln, auf den kanarischen Inseln zu merken, dass da Zuckerrohr wächst und auf den Inseln, die sie als Stützpunkte vor der westafrikanischen Küste in Beschlag nehmen, dann entwickelt sich die Marktlug daraus zu sagen, wir brauchen Leute, die auf diesen Zuckerrohr-Plantage arbeiten, wo kriegen wir die her, aus der Nähe und da entwickelt sich dann diese frühe Verbindung von
der Idee, dass Sklaverei irgendwas ist, was mit schwarzer Hautfarbe zu tun hätte. Das fängt hier an zu sprießen, diese Idee, dass der Status als frei oder unfrei auch irgendwas mit Hautfarbe zu tun hat. Ganz spannende Blüten trieb das zu dieser Zeit im späten Mittelalter auf der iberischen Halbinse mit der Ammenangst. Also viele Sklaven waren in der Krankenpflege eingesetzt und eben auch ganz gezielt beim Aufziehen von Kindern als Ammen, die da Milch gegeben haben.
Gleichzeitig hatte man große Angst, dass Eigenschaften von Menschen durch die Muttermilch weitergegeben werden könnten und deswegen gab es dann große rassistische Ängste, die aufkamen, was passieren könnte, wenn die falsche Person die Kinder stellt. Und dessen so erste Zeichen im späten Mittelalter, dass es hier zu einer Verknüpfung von ja und zu einem aufkeimenden Rassismus in Sklavenhaltergesellschaften kommt, dass sich das auch schon auf dieser
Basis entwickelt. Wenn wir an die iberische Halbinsel zu der Zeit denken und sagen, okay, die waren aber extrem rassistisch, sobald die Spanier angefangen haben, in der Amerika Kolonien zu machen und es war einfach so und wir uns nicht fragen, wo das herkommt, es ist ein bisschen zu kurz gegriffen, aber ich finde, wenn wir diese Kontinuität aus der Antike sehen und uns auch vor Augen rufen, dass das Spanien der Zeit
eben auch zu Hause voller Sklaren war, dann wird die Logik irgendwie, warum Columbus direkt als zweiten Move auf den Insel angefangen hat, die Leute zu versklaren. Das macht in diesem Rahmen mehr Sinn, als Samenfassung von heute jetzt noch ein schönes abschließendes Zitt hat. Jonas bitte.
Die hier diskutierten Thesen, dass Sklavenhändler meist Juden gewesen seien, dass der Großteil der im östlichen Europa versklavten Menschen den Kontinent verlassen habe und in der islamisch geprägten Welt geendet sei und dass die Etablierung christlicher Monachinen in Ost, Mittel und Osteuropa das Ende von Sklavenhandel und Versklavung bedeutet habe, scheiden mir letztlich allesamt von der aus der Kolonialzeit stammenden Vorstellung beeinflusst, dass christliche
Europa sei keine Sklavenhaltergesellschaft wie die islamische Welt gewesen. Auch in Bezug auf Sklaverei im Mittelalter aber taugt der in Slum nicht als Gegenentwurf zur christlich-europäischen Zivilisation. Lenkt man den Blick auf das mittelalterliche Ostmittel und Osteuropa, wie ich es hier getan habe, kann man die These vom sklavenfreien Europa nur mehr verwerfen. Es hat im mittelalterlichen Europas Sklavinnen und Sklaven gegeben. Die Geschichten vieler Betroffener sind
noch nicht erzählt. Ja und es ist denke ich ein ganz wichtiger Punkt dabei, dass wenn man so tut, als hätte es keine Sklaven im mittelalterlichen Europa gegeben, war damit auch nicht nur Forschung verbaut, die gemacht werden sollte, sondern eben auch viele vielleicht noch rekonstruierbare Lebensgeschichten von vornherein irgendwie nicht zieht. Und diese Sichtbarkeit davon ist ein
generelles Problem, haben wir gesehen. Also die Sichtbarkeit in den Quellen sorgt dafür, dass man denkt, dass alle Sklavenhänder Juden waren oder sowas und dass die einzigen Abnehmer die arabische Welt waren und vergisst dabei die ganze lokale Komponente, die es eben auch tatsächlich gab, über die aber eben nicht viel geredet wurde, weil wer schreibt über die weiblichen Sklaven, die bei ihm zu Hause im Haushalt arbeiten. So, das ist eben kein Thema von weder von Literatur,
noch von den politischen Sachen, noch von den religiösen Schriften im Endeffekt. Und deswegen ist es sehr einfach darüber hinwegzuschauen und sich nicht mit Sklavereien Europa zu beschäftigen. Und ich bin umso froher für die neue Generation an Historikerinnen und Historikern und Soziologen und so, die sich da ansetzen und die sich das nicht davor zurückschrecken, sich die Sachen noch mal kritisch zu hinterfragen, die vorherrschenden Narrative und die dabei zu
deutlich plausibler und realistischeren Bildern vom europäischen Mittelalter gelangen. Und dann macht Kolonialismus danach auch noch mal anders hin, wenn wir diesen frühen Rassismus, der da losgeht, im Mittelmeerraum auch in den Sklavenhaltergesellschaften vor Ort, in denen er aufgespricht ist. So, das ist, denke ich, ein wichtiges Puzzlestück dabei aus der ganzen Sache ein bisschen Sinn zu machen.
Oder also in der nächsten Folge will ich gerne nochmal genauer auf die islamische Sklaverei eingehen im Mittelalter, vor allem auch die andere Seite der Münze, die von der Forschung sonst immer so sehr hochgehoben wurde, im Gegensatz zu europäischen als das große andere.
Die unzivilisierte Sklavengesellschaft ist im Vergleich zu zivilisierten europäischen Gesellschaft und dieses sehr einseitige Bild haben wir hoffentlich heute schon relativiert und in der letzten Folge soll es dann tatsächlich um den transatlantischen Sklavenhandel gehen und um Sklaverei heute auch immer noch extrem. Und ich soll erwähnt sein, nicht unerwähnt bleiben, dass wir heute wahrscheinlich in der Zeit leben, in der in absoluten Zahlen die meisten Menschen
versklaft leben, also jemals in unserer Geschichte. Es gab niemals so viele versklafte Menschen, die gleichzeitig auf diesem Planeten gelebt haben wie jetzt. Und das wird das Ende unserer langen Reihe in der Beschäftigung mit Sklaverei sein, dass es eben kein Thema ist, wie wir immer gerne tun, dass ein, entweder ein Problem der anderen ist oder kein Problem mehr ist, weil wir
jetzt die Menschenrechte haben und das ja verboten ist über allen Staaten offiziell. Und ja, also obwohl es in allen Staaten offiziell verboten ist, gibt es super wenig Forschung dazu, also zur aktueller Sklaverei, fast mehr wie zu historischer. Und ich finde es sehr spannend, das zu beleuchten und hoffe auch noch viel, viel mehr Forschung in der Zukunft, wenn ihr Geschichte studiert oder so und gerade ein Thema sucht, auf das ihr euch spezialisieren wollt, nämlich
ja, wisst ihr, Sklaverei ist noch offen. Gibt es noch quasi, kann man Forschung, kann man ganz viel zu machen, kann man Doktorarbeiten zu schreiben, wenn ihr auf der suchenden Thema seid und noch kein Fachgebiet habt, bitte, könnt ihr in jeder Region Europas anwenden. Gibt es überall noch nichts zu oder zu wenig. Ja, genau, so viel dazu. Vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank für die Unterstützung von unserem Patreons. Ich habe die Liste jetzt mal gerade nicht vor mir, moment ich muss sie kurz
öffnen von den Leuten, die gerne erwähnt werden wollen. Wenn ihr uns da unterstützen wollt, wir freuen uns sehr darüber im Gegenwert von zwei Viers oder so. Im Monat tut ihr uns einen Riesen gefallen und wir bedanken uns ganz besonders bei Uncle Ditty, freier Stuart, Fanny Dietrich und dem cooleren Herr Fischer vom Ardenngymnasium und hoffen ihr schaltet bald wieder ein. Empfehlt uns weiter, lasst uns ein Kommentar da. Sklaverei ist ein schweres Thema, wir haben irgendwas grob vergessen,
was sollte noch erwähnt werden, was habe ich falsch dargestellt. Ich freue mich auf den Diskurs in den Kommentaren. Ich kann jetzt mittlerweile auch bei Spotify antworten, habe ich noch nicht genug gemacht, dass seit kurzem kann man bei Spotify auch auf Kommentare antworten. Das heißt, da können wir viel diskutieren. Ich freue mich schon darauf. Ja, dann wir sehen uns nächste Woche. Bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Ciao.
