Hallo und herzlich willkommen. Ja herzlich willkommen zurück. Heute zweite Folge zum Thema Schachgeschichte. Wir schließen ein bisschen an die letzte Folge an. Letzte Woche haben wir mit Mimi und Moritz über, also hauptsächlich ich habe geredet, aber wir haben uns darüber unterhalten, wo Schach überhaupt herkommt, von Indien über China und Zentralasien, Persien, die arabische Welt nach Europa kam und wie wir dann
vom mittelalterlichen Schach zu den modernen Schachregeln gekommen sind. So ein bisschen noch nicht ganz. Und was ist dafür für Konkurrenz und auch abwege Theorien oder Wege gab im mittelalterlichen und dem Deutschland der frühen Neuzeit und wir haben damit geendet, dass quasi die Schach zu großen bürgerlichen Spiel wird im 19. Jahrhundert zum Bildungsspiel des Bürgertums. Ja und heute wird Moritz ein bisschen mehr reden als ich. Hoffentlich doch. Mal schauen. Und ja, wo geht's denn?
Genau, also weiß ich, stell mich kurz vor. Ich bin Moritz, bin Freund von Johannes auch. Ich bin an und für sich großer Schachfan geworden, jetzt auch in den letzten Jahren wieder, nachdem ich es natürlich wie alle mal mit meinem Opa gelernt habe und dann The Queen's Gambit gesehen habe und dann aber trotzdem noch 2-3 Jahre gebraucht habe, um zu checken, dass man das dann auch wieder selber spielen kann.
Und gleichzeitig, wenn man sich dann ein bisschen damit beschäftigt, stößt man natürlich irgendwie drauf, dass in den letzten 100 Jahren an und für sich eigentlich nur Sowjets oder Russen dann im Nachfolgenden wirklich was gerissen haben im Schach und das wirft natürlich die Frage auf, warum ist das eigentlich so? Sind Kommunisten die besseren Schachspieler? Ist die Frage des heutigen Tages. Genau, sind Kommunisten nicht nur die besseren Menschen, sondern auch die besseren Schachspieler.
Ich würde das gerne jetzt alles, also nicht alles schön durch gendern, aber es geht leider ausschließlich um Männer und nur Männer, deswegen sind auch wirklich jetzt immer nur Männer gemeint. Wir bedanken uns bei der Sowjetischen Schachschule dafür, dass sie es uns einfach machen, niemanden auszulassen, wenn wir über von Männern reden. Danke, Sowjetische Schachschule.
Danke dir, herzlich. Wir sind, wenn wir im 19. Jahrhundert angekommen sind und wir haben jetzt feste Regeln und wir haben eine relativ gefestigte bürgerliche Gesellschaft in Europa, die zu teilweise relativ großen Wohlstand kommt. Wir haben Herrscherhäuser, die sich gerne Schachspiele anschauen. Wir haben auch Herrscher, die sich unter anderem von den Schachtürken abziehen haben lassen. Wir haben insgesamt einfach ein größeres Interesse am Schachspiel und dann guckt man sich die Weltmeister an,
die es quasi in der Geschichte gab. Und es geht dann so in etwa los, uneingeschränkt, quasi, wo sich alle einig sind, mit Willem Steineitz, Österreich Ungarischer Schachspieler, so 1886 bis 94 war der ungefähr, und dann Emmanuel Lasker, der einzige deutsche Schachweltmeister und Raul Khabar Blanka aus Kuba. Die haben so eben bis in die frühen 20er die Schachwelt dominiert.
Und danach sind es eigentlich fast nur noch Sowjets. Es gibt mal einen Max Eubel, irgendwie 35 bis 37, ein Niederländer, aber das war, glaube ich, eher ein Unfall. Und abgesehen davon durften die Sowjets zu diesem Zeitpunkt oder haben sich auch aktiv dafür entschieden, überhaupt nicht teilzunehmen an diesem ganzen Game. Insofern, wenn hätten sie mitgespielt, hätten sie sicher gewonnen und nicht dieser Holländer, den auch noch nie jemand zitiert hat, irgendwo.
Das ist die Frage, wie kommt es denn irgendwie dazu? Wenn man da einsteigt in die Recherche, dann wird es immer so mehr der Wichtige un hinterfragt hingenommen, dass die Sowjets einfach plötzlich so gut waren, aber das hat natürlich einen Grund. Wenn man sich jetzt Russland anguckt, im späten 19. Jahrhundert, dann gibt es ja schon relativ viele Schachspieler, die auch relativ gut miteinander vernetzt sind, die auch nach Frankreich und nach Deutschland vernetzt sind.
Es gibt eine große Anzahl von Standardpartien, das hypermodern Schach und das romantische Schach ist schon so ein bisschen durch. Es gibt insgesamt Informationen und die Leute spielen relativ viel Schach und spielen auch standardisiert Schach. Also man weiß einfach, in den ganzen Eröffnungen was gespielt wird und so weiter. Es gibt eine gewisse Professionalisierung.
Das erste Schachbuch, das in Russland auftaucht, ist witzigerweise eine Übersetzung von Benjamin Franklin's Die Sehntlichkeit des Schachspiels, das wird 1791 in Petersburg quasi produziert und er schreibt in diesem Buch, da geht es weniger um eine Spielanleitung, es ist keine Spielanleitung, es ist auch keine Spiele-Sammlung, sondern es ist eigentlich ein Essay darüber, wie das Schachspiel dem Menschen Sittlichkeit und Geistensqualität bringt.
Ich möchte da einmal daraus zitieren, er schreibt, das Schachspiel ist nicht bloß ein mühsiges Vergnügen. Mehrere sehr wertvolle Geistensqualitäten, die im Verlauf des menschlichen Lebens nützlich sind, können durch es erworben oder gestärkt werden, um Gewohnheiten zu werden, die jederzeit bestehen. Da taucht schon dieser Gedanke natürlich auf, dass Schach auch charakterbildend ist.
Das ist eine ganz spannende Wandlung von, wir haben ja gesehen, dass im Mittelalter das Schach von der Kirche eher als der Gefahr für die Sittlichkeit angesehen wurde, dass es mit Gewalt, mit Glücksspiel in Zusammenhang gebracht wurde, jedenfalls um frühen Hochmittelalter und dass diese Idee, dass man durch gewisse Betätigungen den eigenen Charakter bilden kann, diese Idee der Charakterbildung und der Verantwortung, dass jeder sich bilden muss, um besserer Mensch zu werden.
Das sind eigentlich ur- protestantische Probleme und Ideen, die uns da allen eingepflanzt wurden und die in der moderne Wild durch Kultur und uns begeistert Geschichte wirren. Aber da sehen wir diesen aufklärerischen Anspruch auf eine Art und Weise, dass der Mensch sich eben bessern kann und ein besserer Mensch werden kann und was macht so ein guter Mensch?
Na ja, er soll hingegen zu dem guten Mittelalterlichen Menschen vielleicht nicht nur beten und sich irgendwie um sein Seelenheil kümmern, sondern eben jetzt daran arbeiten, sich zu verbessern. Deswegen haben wir die ganze Zeit so einen schrecklichen Druck auf uns, um besser Menschen werden zu müssen. Also diese ganze Optimierungsidee, dass er noch ein bisschen Raum nach oben wäre bei deinem Charakter. Da kann man schon den Aufklärer ein bisschen in die Schuhe schieben.
Im Mittelalter wäre ich einfach so als Gottesgeschäft hingenommen worden, wie ich bin und mir wurde nur mit ediger Verdammnis gedroht die ganze Zeit. Da kann man sich aussuchen, was ein Lieber ist, ne? Ediges Höllenfeuer danach oder ständige Optimierungszwang jetzt. Und in der Sowjetunion kommt dann beides zusammen. Für das schafft auf jeden Fall eine sehr produktive Art und Weise, aber das sehen wir im Weiteren noch.
Was man an dem Zitat auch noch sehen kann, ist, dass eben aber auch, dass man den Menschen halt auch schmieden kann. Das ist ja auch ein educativen Aspekt einfach. Zu den Geistesqualitäten, die dann weiterhin in diesem Buch quasi auch noch zu lesen sind, gehören halt zu Sachen wie Voraussicht, Umsicht, Vorsicht und Optimismus und so. Aber insgesamt halt witzig, dass eben dann so ein, naja, Benjamin Franklin, ein amerikanischer Autor und Präsident war der auch, ne?
Gründungsvater auf jeden Fall. Genau, Gründungsvater der Vereinigten Staaten, dann eben das erste veröffentlichte Werk zum Schach ist in Russland. Mehr als 30 Jahre danach dann gab es das erste bedeutende Schachbuch in Russland eines Russen, und zwar von Alexander Petrov, eigentlich Alexander Dimitriev Dimitrijevich Petrov. Ich bemühe mich mit den russischen Namen, es ist manchmal leichter, manchmal schwieriger.
Der hat gelebt von 1794 bis 1867 und jeder, der gerne Schach spielt, kennt die Petrov-Defense wahrscheinlich. Auch eben eine sehr klassische Verteidigung mit Schwarz, durchaus mit irgendwie Angriffsmöglichkeiten. Ich selber habe das glaube ich noch nie gespielt, weil es sich so, weiß ich nicht, ergibt sich irgendwie nicht. Und der schreibt dann quasi ein Buch, ein Allgemeinen Leitfaden, das Schach spielt.
Das ist dann, da steht auch wirklich drin, wie spielbar ein Schach und was gehört dazu, ein Spiel zu gewinnen. Der erste russische Schachmeister, der dann außerhalb Russlands überhaupt einen Ruf erlangte, war aber nie wirklich außerhalb Russlands. Das ist Michael Ivanovich Chigorin, der ebenfalls seine Eröffnung hat. Da sieht man also, es entwickelt sich was in Russland, im zerristischen Russland. Und Chigorin war auch so der erste große Verfechter und Propagandist des Schachs.
Also der hat einfach versucht, das Schach zu pushen. Der hat einen Club gegründet in Petersburg. Alles was passiert in den nächsten 50 Jahren, passiert eigentlich in Petersburg, dann Leningrad oder Sandpetersburg. Auch das hieß damals Sandpetersburg wahrscheinlich und nicht nur Petersburg, aber es wird auch in den Quellen immer wieder verschiedenen beschrieben. Ob der Peter schon heilig war oder nicht, dürft ihr selber googeln im Zweifelsfall.
Genau, da gab es eben diesen Schachclub in Sandpetersburg. Und er hat halt versucht, so einen gesamtrussischen Schachverband zu organisieren, hat aber nicht funktioniert, hat möglicherweise auch was damit zu tun, dass das Land 8.000 Kilometer breit und 4.000 Kilometer hoch ist. Und damals ist jetzt die Mobilität noch mehr oder weniger eingeschränkt war. Gab dann einfach ein paar Leute in Petersburg, die Schach gespielt haben, aber so richtig verbreitet hat sich es noch nicht.
Denn auch eine Schachzeitschrift quasi veröffentlicht mit einigen Unterbrechungen. Also die kam dann mal raus ein paar Jahre, so ein, zwei Ausgaben pro Jahr, dann mal wieder fünf, sechs Jahre nicht. Je nachdem was halt so im Leben los war, hieß die Schachseite übersetzt. Und die soll jetzt haben lustigerweise dann diese Zeitung einfach wieder genauso aufgegriffen und haben sogar gar nicht mal so viel am Design erst geändert, als dann klar war, quasi der Bürgerkrieg ist gewonnen.
Da wurde es dann deutlich klassischer in Sowjet-Optik. Und dann gibt es dieses Magazin jetzt nicht mehr, aber es gab es vor 20 Jahren noch. Also das ist dann eine große Konstante im Endeffekt. Hat natürlich das vor 100 Jahren nichts mit dem von vor 20 Jahren zu tun, aber man hat sich halt den Begriff Schachmantini-Listock. Vielleicht hat man halt gerne genommen, klingt halt gut.
Und dann darauf werde ich jetzt sehr ausführlich eingehen, was eben so zwischen 1915 und den ganz frühen 20er Jahren passiert ist, weil da ist eigentlich so richtig das Schach aufgewacht in der Sowjetunion, da wurde alles entwickelt, was bis heute im Endeffekt die Schachwelt halt geprägt hat. Und gleichzeitig ist es eine schöne Erzählung auch dieser irren revolutionären Zeit quasi der Sowjetunion. Alles gehört am Ende da wirklich zusammen.
Und da ab 1909 in etwa erwacht dann so das Schachleben in Russland, dass dann auch die sowjetische Schachschule prägen wird. Am Ende ist eben diese sowjetische Schachschule mehr in die Kontinuität, als dass jetzt da quasi was ganz Neues entstanden ist. Und gleichzeitig ist natürlich was ganz Neues entstanden, dadurch, dass es dann eben so viele Leute gespielt haben. Das Allrussische Nebentunier, das wurde 1909 spielt.
Und da gab es ein internationales Turnier und ein Nebentunier, also ein Turnier, in dem nur Russen gespielt haben und ein Turnier, wo internationale zugelassen waren. Und das hat einmal auch Emmanuel Lasker gewonnen, eben der Weltmeister der Deutsche. Und dann aber alle Kien, auch den kennen wir alle durch die Eröffnung. Und der war ja dann auch durchaus prägend, aber eher als Antisobjet quasi. Und dann war er auch später noch mit Stalin seine Quirelchen und sollte mehrfach umgebracht werden.
Ich glaube, ein oder zwei Tötungsversuche überstanden und ist dann final nach Frankreich ausgewandert, war auch dann die länger Zeit französischer Staatsbürger. In dieser Zeit wird auch das Schachspiel, also wir sind noch vor Revolution, eben in den 1809, 1810, da ist die Finanzierung des Ganzen, da steigt quasi der Zahr einfach ein und finanziert.
Im Endeffekt Schachturniere, Zahnikulas II. spendete einmal 1000 Rubel für einen Hauptpreisturnierfonds und eine prächtige Vase aus kaiserlicher Porzellanherstellung. Weil ich meine, was mag man lieber, wenn man ein Schachturnier gewinnt, als dass man da eine riesige schwere Vase noch mit nach Hause tragen muss. Ist auf jeden Fall praktisch. Im August 1914 gab es dann wieder ein Schachturnier, an dem die besten russischen Spieler teilgenommen haben.
In Mannheim, ein schon internationales Turnier, auf deutschen Territorium, aber während dieses Turnier lief, ist halt der erste Weltkrieg ausgebrochen und es waren russische Schachspieler an diesem Turnier Alekín, Efim Demitrivic, Bogoljov, den kann man auch kennen, oder hat man vielleicht schon mal gehört, und dann noch Abram Isaacowicz, Rabinovic und Romanovski, wenn man jetzt ganz tief da reinguckt,
dann wird man auch die finden in der Schachttheorie, aber eben Alekín ist auf jeden Fall derjenige, der dominant war auch zu der Zeit als Spieler. Sie wurden dann alle festgenommen, weil es waren natürlich in dem Moment Feinde dann, als der Krieg ausgebrochen ist, als die deutschen oder die Achsenmächte quasi den Krieg vom Zaun gebrochen haben in Europa, wurden festgehalten im Gefängnis und sind dann aber durch diplomatische Bemühungen reigelassen worden und zurück nach Russland verschifft.
Das ist so ein bisschen das zauberstische Schachregime, dass da, oder nicht Schachregime, das sind die vom Zaun geförderten Schachspieler, von der Aristokratie geförderten Schachspieler, Alekín selber war auch aus einer Adelsfamilie, das sind alles keine bürgerlichen Schachspieler oder keine proletarischen Schachspieler und die haben zu der Zeit schon in Russland dominiert und waren quasi in Europa konkurrenzfähig, aber hatten noch nicht so diese totale Dominanzstellung.
Und dann kommen wir zu langsam in Richtung, was ist eigentlich in dieser dann Sowjetunion passiert. Das ist jetzt Erste Weltkrieg so und der Erste Weltkrieg, der dauert ja erst mal für Russland drei Jahre, bis 1917, und da passiert jetzt im Schaf erst mal nicht so arg viel in Russland und in Europa, weil die Prioritäten einfach anders gesetzt sind.
Es muss Munition produziert werden, es müssen Soldaten verheizt werden, alles das, was die großen Kriege so mit sich bringen, sind dann am Ende halt nicht dafür geeignet, dass man gemütlich Schachturniere auslöst und vor allem war ja in Russland einfach auch so wie so, also insgesamt, es beruhtelte halt sehr im Land, der Zahre hatte enorme Probleme, würde ich meinen, seinen Land irgendwie zusammenzuhalten und Soldaten zu finden.
Und ich würde jetzt quasi gerne über einen maßgeblichen Menschen sprechen, der das Ganze am Ende geprägt hat, also der wirklich diese sowjetische Schachstuhle eigentlich auf eine Art entwickelt hat und gleichzeitig eben aber auch Revolution gemacht hat, der Linienkante und der das auch institutionalisiert hat am Ende.
Viele Bolshevikie waren irgendwie auch begeisterte Schachspieler, by the way auch Marx war begeisterter Schachspieler, aber eher schlecht, auch Lenin hat Schach gespielt, es gibt einige überlieferte Partie von Lenin, die jetzt auch nicht besonders brillant ist, waren halt so Hobbyspieler, also es war in dieser russischen Gesellschaft halt schon auch verbreitet, eben als Bild von Intellektuellen, die sich so halt die Zeit vertrieben haben.
Darf ich, bevor du, du hast jetzt mich den Begriff Bolshevikie erwähnt, du hast jetzt verändert, bevor wir jetzt in die Mikro-Ebene der persönlichen Biografie geben, müssen wir glaube ich ganz kurz die Szene für die Hörer und Hörerin aufklären, dass wir kurz zu die Szene setzen, was passiert da gerade in Russland und warum. Bei Ansonsten werden wir die Mikro-Ebene vielleicht überwählen, werden wir uns da drin ein bisschen verlieren. Duid. Seid ihr damit d'accord? Ja ja, sehr, klar.
Also Russland. Russland war als zahlistisches Bereich, hat sich selber als den Nachfolge Buzanz gesehen und war die Jahrhunderte, als in Westeuropa viel an Bürgerbewegungen und Bildung von Gesellschaft, Sozialgesellschaft quasi sich nach und nach im Bürgertum entwickelt hat in Westeuropa, gab es die Bewegung in Russland nicht, weil es eben einen, ja, wie man anders sagen, Terrorstaat gab durch den Zaren.
Der Punkt, dass ich da quasi eben diese de-aristokratische Herrschaft so halten konnte, dass du eben über weite Teile von Russland hinaus die Bauenschaft hattest und große Bezirke, die von Aristokraten beherrscht wurden und die haben dann eben in St. Petersburg gewohnt, um in der Nähe des Hofes zu sein, so verseihartig, ja, und es eben zu einer Zentralisierung, der Macht in Petersburg und Moskau kam, die wir ja heute auch noch sehen können,
dass da trotzdem keine handelnde Bürgerschicht quasi rausgebildet hat, die in sehr starker Meinung hatte, und mitbestimmung verlangt hat. Das lag schon daran, dass der russische Staat eben zum Erhalt dieser Struktur, dieser aristokratischen, bereit war, extreme Gewalt einzusetzen, die auch ranahießen die.
So, das war quasi der Überbegriff für diese ganzen verschiedenen Geheimdienst, die jetzt die Geheimpolizeien im zrealistischen Russland, die eben in extremer Gewalt auch alle, die Zitanten, alle verfolgt haben, die der Meinung waren, man sollte das zrealistische Herrschaftssystem infrage stellen, und die sind dann eben oft in Westeuropa gelandet und haben dort in Paris, in der Schweiz, in Deutschland gelebt.
So, als Entklaven quasi alle Leute, die politisch da anderer Meinung waren und deswegen gibt es auch diese uralte russische Tradition, dass alle erfolgreichen russischen Schriftsteller oder viel mehr eben aus der Schweiz publizieren. Also dieses aus dem Exil publizieren als Tradition in der Literatur.
Russland war deswegen noch sehr agraristisch, also rückständig in Anführungszeichen, im Vergleich zu der Entwicklung der anderen westeuropäischen Ländern geprägter Staat, und dieses System kam mit vielen Ankündigungen. 1905 gab es, wie das der Revolution, wo er dann aber noch niedergeschlagen wurde, es gab so eine Scheinkonstituzionalismus, er hat sich scheinbar auf die Duma eingelassen, die Staatsduma, das war so eine Parlament,
aber Nikolaus II. war eigentlich nicht wirklich bereit, da seine Macht abzugeben und hatte eigentlich keine wirkliche Lust darauf. Und die Februar-Revolution, im Februar 1917, hat sie. Na aber soweit sind wir noch gar nicht, das können wir nachher auch noch einordnen. Wir sind gerade... genau, wir sind gerade... Wir sind auch davor, wir sind noch, wir sind noch vor dem Weltkrieg noch. Genau, wir sind noch vor dem ersten Weltkrieg jetzt.
Wir fangen jetzt quasi vor dem ersten Weltkrieg an und schauen uns Alexander Fedorowicz-Ilin Zhevski an, der 1894 geboren ist und der 1912 verhaftet wird, weil er an der Schule quasi agitiert.
Also er ist bolschewistischer Agitator, er schreibt quasi in einer Schülerzeitung und er spielt Schach und beides gehört für ihn zusammen und es gibt wohl zu dieser Zeit eben, also wie du gerade gesagt hast, es hat sich halt dann viel angestaut auch und es gibt dann doch eine gewisse Anzahl an revolutionären Kräften, an Leuten, die halt einfach einen Umsturz wollen.
Und das sind natürlich auch eher aus elitäreren Zirkeln, das sind Leute, die auf höhere Schulen gehen, die eben auch Marx und Lenin oder Marx und Engels jetzt erstmal gewesen haben und da quasi halt Richtung kommunistische Ideologie agitieren. Und Ilin Zhevski, mit 18 Jahren, ist ja schon der Ansicht, dass eben Schachspielen, das Schachspielen im Allgemeinen natürlich revolutionäre sind und natürlich auch Soldaten und natürliche Kommunisten sein müssen.
Er schreibt dann eben und es fällt auf und er krätigt sich politisch seit seiner früh Jugend, also seit er 14 ist eben und spielt ihm eine führende Rolle bei der Veröffentlichung eben eines Untergrunds, einer Untergrundstudentenzeitung, spielt ihm dann quasi einen riesigen Prozess ein, er wird verhaftet, es wird sogar ein großes, ein großer PR-Q aus dem Ganzen, also alle möglichen Leute kriegen darüber mit,
die Zeitungen schreiben und es gibt eine Sonderuntersuchung der Duma, weil es schon auch klar ist, 1912, da braut sich was zusammen, an dem jetzt nicht nur er beteiligt ist, sondern das kann halt insgesamt dem System gefährlich werden.
Die Duma greift dann ein, weil er persönliche Kontakte wohl auch hat und weil es einfach relativ großen Wind macht und weil die, also erst nicht der Einzige, aber erst einer derjenigen, die halt verantwortlich sind, weil die halt alle doch relativ jung sind und normalerweise würden die dann halt vielleicht nicht unbedingt umgebracht werden, aber zumindest jahrzehntelang verbannt werden oder öffentlich ausgepeitscht werden, es gibt alle wunderbaren Strafen dann da auch noch einfach
und das wird dann aber ein bisschen zater behandelt und sie werden halt der Oberschule verwiesen und sie dürfen keine weiteren Prüfungen in Russland mehr ablegen und sind somit dann da kaltgestellt.
Alexander Fedowic, Ilyn Cineski, ich werde ihn ab jetzt einfach nur Ilyn nennen, der spielt eben Schach und spielt sehr gut Schach, den seine Elozahl ist, seine höchste Elozahl ist bei 2560 schon, also der ist auch wirklich ein richtig guter Schachspieler und der hat natürlich so ein paar Bewunderer schon, also wahrscheinlich wird er auch deswegen nicht so hart bestraft, es gibt eben einflussreiche Eliten, die sich für ihn aussprechen
und er darf aber jetzt trotzdem nicht mehr auf die Oberschule gehen, er darf keine Prüfungen ablegen und dann muss er irgendwas machen, weil er muss ja irgendwie weiterleben so. Dann findet sich witzigerweise ein beschrieben als liberal eingestellter Moskauer Millionär, Nikolaj Alexandrovic-Shakov, der ihn ihm und seinen Kollegen anbietet, naja sie können ja nach Genf gehen und da würde ihn quasi die Schule finanzieren.
Der hat sich halt gerne deren Schachspieler angeschaut und dann geht Ilyn 1912-13 nach Genf, geht da in die Schule und fängt dann wieder an Schach zu spielen. Er wird dann auch in Genf sofort auffällig als sehr guter Schachspieler, gewinnt da auch direkt die Genfa-Stadmeisterschaft. In der Schweiz trifft sich einiges zum Schachspielen und auch eben einiges aus der russischen Exil-Community.
Unter anderem Lenin ist immer wieder in der Schweiz noch nicht permanent, glaube ich, aber immer wieder in dieser Zeit.
Ganz lustig zu Lenin in der Schweiz, dann ist er dann ja auch die, sei der Frau, der propagiert dort immer das Bild des armen Arbeiters, der von so wenig Geld und Spenden lebt und so hat eine ganz einfache Wohnung, in der er residiert mit ganz schlichten Möbeln, wo er Gäste empfängt und so und seine Frau ist währenddessen bei einem der teuersten Ärzte der Schweiz und bekommt da irgendwie eine Spezialbehandlung.
Also das ist immer so eine ganz spezielle Augenbehandlung, beim Augenarzen der Schweiz, das war da quasi dann parallel bei einem luxuriöseren Etat Blufmore während Lenin die Fassade aufrecht erhalten hat. Auch da gibt es durchaus Kontinuitäten, bis heute kann man bis heute gut machen, wenn man sich teuer operieren lassen möchte oder alles andere, gänf immer noch ein guter Ort, würde ich sagen.
Und da führen sich noch zwei Strenge beziehungsweise Zweige zusammen, weil Stefan Zweig zum einen über Lenin's Zeit in Genf eine Kurzgeschichte geschrieben hat in Steinenstunden der Menschheit und zum anderen natürlich die großartige Schachnovelle geschrieben hat. Also das hat Timi gerade erschlossen. Leseempfehlung für alle, die was zum Thema Schachlesen wollen, die Schachnovelle macht Spaß, ist kurz und ein super Buch für den Unab.
Ist super, genau. Und also insgesamt ist das eine interessante Melange, die sich da bildet dann zu dieser Zeit in Genf und Lenin lernt dann auch Lenin kennen. Also er lernt dann Lenin während eines Aufenthalts in Genf kennen. Der war dann einen Tag für so eine Parteikonferenz im Endeffekt im Haus der Karpinski und sprach am Abend auf einer sozialistischen Konferenz. Lenin ist gerade 19 Jahre alt, war super aufgeregt, er fand Lenin total toll.
Also er war ja schon quasi ideologisch auf seiner Seite. Dann hat Lenin mitbekommen, dass er so ein guter Schachspieler ist und Lenin war ja eben auch ein großer Fan von Schachspielern und wollte ihn dann treffen. Treffen und eine Partie Schach spielen. Falls diese Partie stattgefunden hat, ist sie nicht übermittelt. Aber es gibt eben einige Geschichten, dass man gegen Lenin schon ungern verloren hat und gegen Stalin später dann gar nicht mehr verloren hat.
Und es ist auch davon auszugehen, dass die meisten Partien, die Lenin halt gespielt hat, unter, also auch deswegen nicht überliefert sind, weil niemand Interesse daran hatte, dass Lenin eine Schachpartie hat, die nicht brillant ist, also die nicht einfach, wo man dann sehen kann, okay, der ist halt kein super krass guter Schachspieler. Eigentlich auch ein super wichtiger Punkt, seit wann werden denn eigentlich Schachpartien wirklich aufgezeichnet?
Weil wir können uns ja jetzt Partien von vor 150 Jahren zwischen längst gestorbenen Schachlegenden ansägen und sie rekapitulieren. Das haben wir in der letzten Folge ja besprochen, dass in dem allerersten europäischen Gedicht aus dem 15. Jahrhundert in dem Schacht d'Amour, dem Schacht der Liebegedicht, die Liebessachgedicht, dass es da ja quasi um eine Liebesgeschichte geht und gleichzeitig das Schacht, quasi die Schachpartie mit modernen Regeln zwischen den beiden aufgezeichnet ist.
Und da haben wir quasi schon aufgezeichnete Schachspiele mit dabei. Von Anfang an haben Leute ihre Schachspiele aufgeschrieben, wie der sich anbeacht macht. Genau, ich gehe zurück zu Lenin gleichzeitig. Es ist so, dass Lenin diese Zirkel in den Iliens unterwegs war, schon so ein bisschen kannte, weil der natürlich in Interesse dann hatte, neue Leute einfach auch zu rekrutieren und das auch verfolgt hat, wer aus Russland rausgeschmissen wird, weil da kann man natürlich direkt andocken.
Lenin war wohl sehr begeistert von ihm. Die haben sich einfach gut verstanden offensichtlich. Gleichzeitig war er halt natürlich total geschmeichelt dafür, dass Lenin sich für ihn interessiert. Er ist immer noch 19 Jahre alt und da steht quasi der Führer der Bolschewiki vor einem und interessiert sich vor einem, ist eigentlich relativ verständlich, denke ich mir. Da gibt es sehr schöne Anekdote von diesem Abendessen, das sie dann haben, nach dieser wahrscheinlich Schachpartie.
Da fällt Lenin dann auf, dass Lenin kein Fleisch ist und fragt ihm, warum. Dann redet Lenin davon, dass er strenger Vegetarier ist und argumentiert dann wohl auch leidenschaftlich dafür. Zu der Zeit gab es schon so vegetarische Trends und alles Mögliche immer wieder mal, aber es war natürlich sehr ungewöhnlich. Hitler war ja auch Vegetarier. Zu der Zeit könnt ihr mir vorstellen, noch nicht. Oder weißt du da mehr? Ich weiß nicht, wann er zu Vegetarier wurde, wenn es spannend ist.
Freigeschrei mir auf. Genau, da hat sich dann wohl über die Ernährungswahl so eine Diskussion entfacht und beide fanden es toll. Und Lenin hat sich dann immer so low-level drüber lustig gemacht und da haben wir dann später auch nochmal, er wird sich später an ihn erinnern, an den Vegetarier, so ist er ihm quasi hängen geblieben.
Und so scherzhaft sagt er, also warnt er dann Lenin davor, ob er jetzt nicht mit seinem Vegetarismus eine zweite Spaltung der Partei auslösen könne zwischen Fleisch, Essen und Vegetariern. Nachdem eben kurz zuvor die Bolsheviki und Menschiviki-Trennung wahrscheinlich passiert ist, hat er eben scherzhaft Angst davor, dass es die nächste Spaltung kommt.
Genau, die Bolsheviki waren die extreme Flügel, die in Deutschland in der Autisch-Spaltung gab, dann zwischen USPD und SPD oder in der KBD und SPD. Und die Menschiviki waren die gemäßigte Kraft, die dann gemeinsam mit den sozial-revolutionären zu parteien, die damit reingerechnet werden. Und so Bewegungen, die wir heute eher als sozialistisch, reformistisch, sozialistisch sehen, die quasi weniger diesen akuten Führungsanspruch der Bolsheviki hatten.
Und was die Bolsheviki eben ausgezeichnet hat, war diese Idee des Avogadismus, dass man nicht irgendwie eine breite Mehrheit in der Bevölkerung hinter sich braucht, um die Entscheidung da. Die Revolution wird geführt von einer Elite, die das selber macht und nicht das Volk erhebt sich von alleine. Genau, es muss vorgelebt werden, weil die Leute sind noch nicht so weit, und deswegen müssen sie als Elite kommen und der Avogad als Vorwurf die neue Welt einläuten zum Bohle aller.
Was ja schon ganz schön verbote Idee ist, muss man sagen. Wie hätte man es aber zu der Zeit anders sehen können, wenn man immer, also es gab ja immer nur...
Es gab ja die Menschiviki und es gab ja dann auch die russische Revolution unabhängig von den Bolsheviki, bevor die Bolsheviki ihre Machtergreifung durchgeführt haben und quasi militärischen Mitteln, den so sozial-revolutionären Kuh vorgeworfen haben, dann die an die Wand gestellt haben, erschossen haben und quasi mit Macht von innen heraus, die schon am Laufen der Revolution übernommen haben.
Das ist was, was immer wieder vergessen wird und was immer, also immer die Bolsheviken haben Revolution gemacht in Russland. Das hat die verkürzte Variante, die damals schon auch in den 20er Jahren in der Deutschen Presse auftaucht, weil es schwer ist, diese Komplexität eben zu bewahren.
Aber wir haben ursprünglich nach der russischen Revolution eben das gesamte Kontingent von bürgerlichen Kräften, von Liberalen, von sozialistisch Linken, aber wir haben eben auch die Bolsheviki als linkester Flügel, die sich am Ende in dieser Revolution dann eben durchsetzen durch die Unterstützung der Deutschen.
Was sehr spannend ist, weil das Deutsche Kaiserreich ist extrem, da werden wir eine separate Folge mal auch zu machen, ist durch einen Großindustriellen Alexander Parvus direkt daran beteiligt als Vermittler, das Lenin aus der Schweiz, St. Petersburg dann kommt, 2017 und in einem verblomnten Zug damit er nicht abspringt.
Beim Angst hatte das er wie so ein Corona-Erreger quasi, egal wo er aus dem Zug springt, die Revolution auslöst und bicht nur, dass Marzini ihn dort hingebracht hat, sondern es wurden auch mehrere Millionen Reichsmagent Gold und Munition und Kohle und Waffen und Sachen zur Verfügung gestellt, um quasi den ersten harten Winter und so zu überleben. Und ohne diese Unterstützung werden die Revolution zusammengebrochen. Deutlich früher schon, weil die die großen Geldgeber.
Oder das Deutsche Reich hätte länger Krieg führen müssen. Genau, die Idee war, dass solche Reiche zwei Millionen Mann unter Waffen an der Ostfrau stehen. Und die Idee war, da war auch mit den Kriegseintritten Amerikaner und so was, dass man eben diese zwei Millionen Männer in den Westen schicken könnte und eine entscheidende Schlacht mit, was mit zwei Millionen Mann mehr tatsächlich nicht so unrealistisch gewesen wäre, den entscheidenden Schlacht im Westen herbeizuführen.
Und stattdessen haben, man hat eben investiert in die Bolschewiki, weil man gesagt hat, danach, wenn Sie gewinnen, können die mit uns einen legitimen Friedensvertrag machen. Und das war tatsächlich eine neue Strategie, eine revolutionäre neue Strategie, die im 20. Jahrhundert an von CIA und allen anderen die ganze Zeit angewandt wird, was die Standardkriegsmethode von Geheimdiensten wird, wurde da vom deutschen auswertigen Amt erarbeitet. Dazu mehr in anderen Folgen.
Ich übergebe wieder zurück ein Dicht, das sind die Bolschewiki und das andere sind die Menschenwiki. Genau. Und jetzt haben wir dieses Abendessen hinter uns gebracht, diese leidenschaftliche Behaltung über den Vegetarismus zwischen Elin und Lenin. Und am nächsten Tag begleitet Elin direkt, also begleitet Elin Lenin direkt zur Konferenz, wegen der Lenin auch in Genf ist, in der Kneipe. Und da referiert Lenin über die Nationalitätenfragen, erläutert die Notwendigkeit des Internationalismus.
Das waren 1913 in Genf noch nicht so der Gassenhauer. Da musste man die Leute noch überzeugen. Und Elin war fasziniert von Lenin, er behauptete, Lenin zuzuhören sei wie das Lesen eines Buches, das wiederum finde ich ein bisschen seltsam, weil er sagt dann, flüssige Abfolge von Ideen, von strenger logischer Konsistenz, das klingt eigentlich nicht so mitreißend, aber ihm hat es auf jeden Fall gefallen. Lenin verlässt dann sofort nach der Rede Genf wieder und Elin darf ihn weiterhin begleiten.
Also der will ihn einfach auch bei sich haben, weil der glaube ich einfach auch merkt, so da hat er jemanden gefunden, der ihm noch nützlich werden wird. Er schließt sich dann der Gruppe an, die Lenin zum Bahnhof bringen und dann soll Lenin ihm noch durchs offene Abteilfenster bevor er zuklosfer zugerufen haben. Ich schlage vor, du gibst den Vegetarismus auf und lach dabei und fährt dann mit dem Zug davon.
Also auf jeden Fall scheint da auch sowas wie ein bisschen eine freundschaftliche, humoristische Ebene vorhanden gewesen zu sein. Lenin erkundigt sich dann anschließend, also Elin ist weiterhin in Genf, der muss dann nicht die ganze Zeit bleiben, auch der reist immer wieder zurück nach Russland, er darf bloß in Russland halt eben nicht in die Schule gehen und seine Profession nicht durchführen. Hat quasi Berufsverbot.
Ja und sein Beruf ist halt Student sein, so er darf halt einfach nichts machen, er bleibt am Leben, er muss nicht ins Gefängnis, aber er darf halt nichts machen. Genau Lenin erkundigt sich dann bei einer anderen Konferenz in Genf wieder, was mit dem jungen Bolschewik passiert ist und dann nennt ihn dann einen Vitaministen, also da geht quasi dieses Gedisse des Vegetarismus weiter.
Die ganze Idee mit den Vitaminen kam zu der Zeit auch auf und war dann eben super awog und so die Zeit der frühen Ernährungsberater und wo das Ganze losgeht. Also da sind so viele, man erkennt so lustige Wurzeln, das modernen generell halt in dieser Zeit, was uns bis heute noch verfolgt. Aber das gesamte Zitat ist einfach witzig, er fragt, was ist passiert mit diesem jungen Bolschewik, dem Vitaministen, diesem nervösen Vegetarier, den ich vor einem Jahr bei dir getroffen habe.
Also er ist ihm total in Erinnerung geblieben. Elin war eben schon in San Petersburg, weil er da seine Familie besucht hat.
Problem war bloß dann, in diesem Sommer, als er in San Petersburg war, ging dann eben der Erste Weltkrieg los und dann konnte er quasi nicht mehr raus, dann durfte er halt einfach Russland nicht mehr verlassen, dann wurde er auch eingezogen relativ bald, er hat dann wieder angefangen, sich so zu engagieren, Low Level schon 1914, als er nicht mehr raus durfte, hat er sich wieder im Parteibuchladen Prafter engagiert und hat eine bolschewistische Zeitung gearbeitet
und wurde dann am Beginn des Jahres 1915 eingezogen und wurde in eine Militärschule geschickt und gratuierte dann als Unterleutnant.
Eigentlich hätte er keine russischen Schulen besuchen dürfen, schien dann aber nicht mehr so wichtig zu sein und sein Rheorhantikalismus war dann auch ein bisschen egal, die brauchten halt Soldaten, und dann musste man da hin, war dann an der Ostfront, hat sich beteiligt oder war beteiligt an der Verteidigung von Warschau, hat da den ersten oder einer der ersten Gasangriffe im Krieg überlebt, war recht schwer verletzt,
aber konnte nochmal an die Galizische Front verlegt werden, also in die Ukraine und da wurde dann richtig verwundet, Schellschockt, von der Atelierigranate recht nahe getroffen, sehr schwerwiegend, Beine waren gelehmt, konnte wieder hören, noch sehen, seine Arme waren teilweise gelehmt, er hatte sein Gehör verloren, Taskeviel verloren, Gedächtnis war stark beeinträchtigt, er hat tatsächlich das Schachspielen vergessen,
also er wusste dann danach nicht mehr, wie die Regeln gehen, da vollkommenderung schied und war dann insgesamt 1,5 Jahre in diversen Militärspitälern, hat dann auch so diverse, also wurde dann auch von verschiedenen medizinischen Richtungen behandelt, auch noch von Hypnotisörern, von der Beginn, dem Psychiatrie, man hat alles Mögliche ausprobiert und am Ende hat er sich wieder einigermaßen, also wurde er wieder einigermaßen gesund
und hat aber vor allem nochmal seinen revolutionären Geist gefestigt in quasi den Spitälern, weil er gemerkt hat, okay, da liegen lauter verbundete, gebrochene Männer sozusagen und die sind gut beeinflussbar, die hören einem zu, die glauben am Ende alles, was man ihnen erzählt und hat dann da festgestellt, so Krankenhäuser sind ein super Ort für revolutionäre Propaganda.
Im Juli 1916 wurde dann aus dem Krankenhaus entlassen und einem Reservibattalion in Petrograd, in Saarpetersburg, zugeteilt, in einer Flammenwerfer- und Chemie-Einheit auch wieder irgendwie passend zu dem, was er davor erlebt hat. Also es ist schon alles irgendwie sehr hart, finde ich, aber so war es halt am Ende.
Er war noch nicht fit so, er hatte sich wohl nie vollständig erholt, er hatte so Nervenerschöpfungen, also unwirkliche Zuckungen, Lähmungen, die immer wieder aufgetreten sind und dann wieder nicht. Und am Ende war er ja zu dem Zeitpunkt trotzdem 20 Jahre alt und halt schon ein vollkommener, kriegsversehrter Mensch. Und trotzdem aber ein brillanter Schachspieler, der dann das Schachspielen auch wieder gelernt hat in den kommenden Jahren.
Und eben, sein revolutionärer Geist hat sich immer mehr gefestigt. Botvinik, zu dem wir dann dann anders nochmal kommen, eine weitere große Figur der sowjetischen Schachschule, hat dann auch eben seine zwanghaften Rituale später noch beschrieben, seine Hände energisch zu reiben, über die Schulter zu spucken. Und dass das manchmal sehr unangenehm war für Leute, die ihn halt nicht kannten und das nicht einschätzen konnten.
Im Reservedienst nutzte Ilin dann seine Freiheit, um eben das Schach wieder zu beleben und auch wieder zu erlernen. Also er hatte wirklich die Regeln vergessen und so weiter und tauchte dann quasi die Schachwelt in Petrograd wieder ein. Und er spielte dann wieder mit großer Begeisterung in einem Schachtunier, das vom Petrogarer Schachverband organisiert wurde. Und da waren wir, wir hatten es am Anfang immer noch in diesen ganz normalen zerristischen Strukturen, die dann da spielen.
Und er ist wieder reabilisiert, am Ende interessiert sich halt niemand mehr für ihn, weil er einfach alle andere Probleme haben. So, und dann kann er aber wieder Schach spielen.
Dann bricht eben die Februar-Revolution aus und er verlässt sofort das Schachtunier und beginnt sich quasi mit dem Bolshevik hier einfach als Organisationstalent nützlich zu machen, stürzt sich da in die Orgrarbeit, macht also organisierte Demonstrationen, versucht Leute zu rekrutieren und so weiter, ist witzigerweise zu dieser Zeit auch noch in diesem Reservebataillon, das aber nicht eingesetzt wird, weil es als besonders unzuverlässig gilt.
Also es hätte auch noch passieren können, dass er quasi auch noch gegen die Revolution hätte kämpfen müssen. Und er ist dann dann erspart geblieben. Und als unzuverlässig zu der Zeit zu gelten, bedeutet es oft nicht, dass es darum geht, dass die Leute nicht vom Dienst kommen, sondern dass sie eben politisch unzuverlässig sind.
Vielleicht ein Zeichen, dass eine Propaganda da unter seinen Kollegen auch schon, vor allem wenn es alles Veteranen sind, die selber Krieg erlebt haben, schlecht behandelt wurden.
Die Stimmung von vielen Leuten war, ob trotz der Probleme des zerristischen Systems durchaus patriotisch am Anfang des Krieges und durch diese schlechten Bedingungen vor Ort, durch die schlechte Versorgung der Armee, durch die schrecklichen Niederlagen, durch den ungünstigen Kriegsverlauf nach dem anfänglichen Segen, ist die Stimmung dann zunehmend umgeschwungen und auf einmal dann halt um zu Heimatssicherung ganz viele ehemalige Soldateneinsätze liegt.
Wenn man so richtig viel Bock auf deine Regierung, haben wir das Gefühl, wir haben noch eine offene Rechnung für die galetzische Front und die schlechte Entscheidung, die die Offizierer da getroffen haben und warum hatte ich zwei Wochen keine Ration und musste beim Pferd essen, die sind so Fragen, die dann vielleicht wieder aufkommen, wenn man als Chemieinheit direkt irgendwie zwei Straßen von der Dumme einfernstebt.
Und dann gilt man eben als unzuverlässig, weil man nicht weiß, ob die nicht beim ersten Erzeichen von Protestion drehen und den Flammenwerfer doch in Richtung Regierung oder Richtung Regierung den Zah halten. Und dementsprechend lässt man die dann lieber in der Bar geblieben. Oder wie groß muss die Einheit sein, die sie abholt und dazu zwingt zu kämpfen und so, das ist halt am Ende eine Güterabwägung dann immer.
Genau, und dann beginnen einfach super wilde Zeiten, anders kann man es nicht sagen, er wird dann nach Helsinki kurz geschickt für ein Monat, also seit ein Monat in Petrograd und organisiert da an der Revolution mit und agitiert, dann wird er eben nach Helsinki geschickt, um da eine weitere bäuschelistische Organisation zu gründen und im April ist er wieder zurück und sieht die Rückkehr von Lenin nach Russland, war aber nicht am Finnland Bahnhof bei dieser legendären Rede,
wo auch dieses Bild entstanden ist, dass wahrscheinlich alle kennen, die mal Lenin gesehen haben und hörte nicht, leider nicht, Lenins berühmte Rede, die dann die Aprilthesen darlegten. Die heißen halt Aprilthesen, weil Lenin aus dem Schweizer Exil am 3. April 1915 zurückgekommen ist und damit die Basis für die Oktober-Revolution gelegt hat.
Und Finnland war zu der Zeit, also Helsinki war russisches Territorium, Helsinki war noch quasi ein Lenin oder ein angeschlossener Staat ans russische Reich, wenn er nach Helsinki geht, hatte der ja wahrscheinlich auch alle Hände voll zu tun und musste nicht jeder Rede hören, sondern war wahrscheinlich bis sie mit Bürgerkrieg oder Revolution organisieren, da war auch einiges los in Finnland in der Zeit, Helsinki war nicht so ruhig verblasst, aber ja heute, will ich damit sagen.
Ja, in diesen Zeiten, also es wird halt rumgereist, es wird agitiert, es wird eine Revolution gemacht, wird da im Juni diesen Jahres 1917 dann Lenin endlich wieder treffen, also erinnert sich an ihn noch, er erkennt ihn nicht sofort auf der allrussischen Konferenz der Partei Militärorganisationen, aber als ihm dann erinnert wird, wer er ist, dass es dieser Vitaminist eben ist, dann strahlt er ihn an und beruft wieder, der Vegetarier ist im Raum und es alle freuen sich übereinander.
So, Anfang dann im Juni 1917 wird dann Lenin wieder von dem Turnier kontaktiert, das er noch gespielt hat, als die Revolution ausgebrochen ist und darauf hingewiesen, dass er ja noch das Dikt-Finalrunden spielen kann, also er war halt wieder sehr gut und die wollten einfach ihn darauf hinweisen, dass das Turnier immer noch stattfindet, ist auch irgendwie sehr absurd, alles einerseits in dieser Stadt ist ja auch die ganze Zeit bewaffnete Kämpfe
und ein Riesentrubel und der Krieg ist gerade noch nicht verloren, aber schon fast und so weiter, also es muss eine irre Stimmung da gewesen sein und dann meldet sich das Schachturnier so, wie es hier eigentlich noch zu Ende spielen und er hat dann aber erstmal abgesagt mit Verweis auf Revolutionäre Verpflichtungen und Zeitmangel, ich meine wer kennt es nicht, man wird zum Schachturnier eingeladen und da kann man leider nicht, weil wir müssen noch Revolution machen und je insgesamt keine Zeit,
dann haben sie ihn aber doch überzeugt, wahrscheinlich einfach mit Geld, aber darüber ist nichts überliefert und dann hat er tatsächlich den zweiten Platz belegt, was eine unfassbare Leistung ist, wenn man sich überlegt, dass der eben wahrscheinlich 15 Aufgaben gleichzeitig hatte, die ganze Zeit, also zwischen Helsinki und Petersburg und dann hier auf den Parteikonferenzen und hier und da man jetzt irgendwie selber Schach spielt und weiß, was das bedeutet, gute Turniere zu spielen,
weiß ich jetzt nicht so genau, aber die Leute, die das machen, reden nur davon, dass das sehr absorbing und anstrengend ist, also er war auf jeden Fall ein sehr guter Schachspieler, der das dann auch wieder gemacht hat,
obwohl eben viel los war. Ja und jetzt nähern wir uns dem Ende des Krieges und dem Vertrag von Brestli Topsk, was dazwischen passiert ist, ist jetzt nicht mehr so relevant, am Ende ist es gleiche wie in den letzten Monaten, das wird halt eben Revolution gemacht und dann passiert die Oktoberrevolution. Johannes, kannst du noch mal kurz einordnen? Ja also wir haben quasi dann seit Februar schon revolutionäre Unruhen und Zustände in Russland, es gibt eine Art Burgfrieden.
Nach der ersten Revolution Unruhen gibt es die Kerenski-Regierung, quasi ein General, der gemeinsam mit den demokratischen Kräften der verschiedenen Lager versucht eine Regierung aufzubauen und weiterhin den Krieg gegen die Deutschen zu führen, weil er quasi keinen Frieden mit ihnen machen will,
weil wir quasi ein erfolgreicher Krieg führen, nicht? Und ja, die Rückelinien, die wir vorhin kurz beschrieben haben, wirkt sich dann eben weitreichend auf die weitere Lage aus, die bäuscheliche Werden immer stärker in diesem demokratischen, oder ja, frag ich ob wir die demokratisch nennen will jetzt, aber in dieser demokratischen Regierung, die dann quasi nach der Februar-Revolution entstanden ist, werden die Bolschewiki immer stärker, aber sie kommen glaube ich auf 25 Prozent ungefähr,
das ist vorallem schaunvoll vom Wähleranteil und ich übernehme dann eben mit Waffengewalt, Oktober-Revolution 24. und 25. Oktober in der Nacht, in Petrograd, wie es jetzt heißt, St. Petersburg ist dann Petrograd, alle zentralen Stellen, alle Regierungsorte und erleben eigentlich relativ wenig Widerstand und schaffen eigentlich so eine Art Putsch, so einen bewaffneten, also das wird heute in der Fachliteratur eigentlich als Putsch eher so beschrieben,
machte Greifung Putschen, bewaffnete, während des natürlich nessowjetischen Literatur selbst und auch im kalten Krieg von der anderen Seite eigentlich so wahrgenommen oder beschrieben wurde und auch vielleicht im Ausland nicht zwingend so wahrgenommen wurde, Oktober-Revolution, so weit dazu, das Problem, was Lenin da natürlich extrem hatte, ist, dass er von den Deutschen unterstützt wurde und die Deutschen dann natürlich auch was dafür haben wollten, nämlich ihren Frieden.
Und Lenin und Trotsky dann eben zusammen, vor allem Trotsky, damit der genialen Tee ist, weder Krieg noch Frieden, auf das Ultimatum der Deutschen antwortet, die sagen entweder und ihre Schreibtinnen Frieden oder wir lassen unsere zwei Millionen Mann an der Grenze auf euch los und darauf reagiert dann Trotsky auf diese Ultimatum, das sagt, ich akzeptiere das Ultimatum, ich schüre weder diesen Frieden noch den Krieg, den ihr mir holt.
Und das hat die Deutschen in die Ofe Pridur gebracht, weil dieser ganze Plan, das man ja jetzt die Revolution durchgezogen hatte und jetzt endlich die Männer rüberziehen könnte an die Westfront, diese Kooperation lief nicht so wie geplant.
Die Bolsheviki haben sich da quergestellt, weil sie gewusst haben, wenn wir den Deutschen irgendwie fast ganz aus der Europa, wie sie das wollten, geben und die Deutschen Militärs haben ein Großteil aus der Europas in einen von den Militärs geführten Zwangsarbeitsstaat verwandeln, von im Irsten Weltkrieg war das der Plan für Lebensraum im Osten.
Es gibt eine ganz klare Kontingenz zwischen diesen Ideen der Nazis, was Lebensraum im Osten angeht und den Ideen der oberen Hierresleitung unter Ludendorff für Osteuropa. Die Deutschen haben ihre Figur dran, Linien will keinen Frieden, machen schwierige Situationen. Am Ende gibt es keinen richtigen Krieg zwischen den Deutschen und der Russischen Armee mehr für den einen Attentat auf Linien verübt.
Dann sieht es aus, als würde die Revolution zusammenbrechen. Das ist der Zeitpunkt, wo die Soviets quasi nur Moskau, Petrograd und so ein bisschen Land außen rumkontrollieren, einen winzigen Teil der Gesamtfläche des Reiches. Es gibt die Czechoslovakische Legion, die mit Panzer und Zügen ganz die Bierin übernommen hat. Es gibt quasi rundherum Armeen und Feinde und verschiedene zarristische Generelle, die die alte Erordnung wieder herstellen wollen.
Und da sieht es dann kurz ganz, ganz schlecht aus. Und mit dem Friedensvertrag von Brestli Towsk, den der dann aber angenommen wird, bricht dann effektiv, wie du es schon angeteasert hat, der Bürgerkrieg aus, der dann viele Jahre büten wird zwischen den Weißen und den Roten, der also die Rote Armee existiert auf dem Papier irgendwie in der Theorie, aber noch nicht wirklich. Es wird jetzt aber gekämpft einfach, um Macht im gesamten russischen Territorium.
Da sind sich witzigerweise Lenin und Elin auch einig als Analogie zum Schach, um vielleicht auch da wieder zurückzukommen, dass die Deutschen vorübergehend riesige Territoriale Zugeständnisse haben können, aber dafür gewinnt das bolsch-chilivistische Regime Zeit. Analog wie auf dem Schachbrett, man opfert sozusagen eine Figur, um vielleicht in eine andere Stellung zu kommen. Sehr schöne Schachanalogie.
Davon schreiben beide in ihren Aufzeichnungen und Elin ist dann aber einer derjenigen, die mit der Organisation der Roten Armee auch was zu tun haben. Also als jetzt inzwischen relativ einflussreicher Funktionär in dem Ganzen wird er eben auch damit dann weiter betreut sein. Erst mal, es gibt nochmal den Versuch auch mit seiner Beteiligung eine Petrograder Schachmeisterschaft quasi zu organisieren im Jahr 1918.
Das ist jetzt auch eher anekdotisch, zeigt einfach die Situation finde ich ganz schön. Die wird dann wiederum witzigerweise von privaten Spendern finanziert und nicht etwa von der Partei oder ähnliches. Also es gibt einfach unglaublich viele Interessen, Gegensätzlichkeiten, dann werden Allianzen gebildet, dann wieder nicht. Man versucht sich halt irgendwie so durchzuschlagen.
Und gleichzeitig, weil wir jetzt wieder zum Schach kommen müssen, so ein bisschen auch, es gibt eben keine staatliche Beteiligung am Schach, aber Elin will auch diese Meisterschaften machen und will da auch mitspielen. Dann kommt zusätzlich hinzu, dass sozusagen alle Karten und Glücksspielclubs geschlossen werden sollen. Die Checker hat sich gebildet, es wird quasi durchgegriffen, auf allen eben auch da gibt es eine Kontinuität eigentlich.
Die Checker ist der Vorläufer von KGB, genau der Toursier Nachfahre der kommunistische der auch Rana, der Geheimdienstabend der kommunistischen Partei. Genau. Und es wird eben dann noch gebildet, das Schachspiel gerade, aber auch da gibt es interne Kämpfe, dann kommen irgendwelche revolutionären Truppen und stürmen quasi dieses Schachtournier, das so im Beginn ist, enthaupten alle Schachfiguren, Räubern da einfach rum, nisten sich da ein.
Alle Kien kommt da wieder ganz kurz vor, der ja immer noch in dieser Schachszene drin sitzt und als aristokratischer bester Schachspieler seiner Zeit in Russland, dann sehr hört es natürlich über den ganzen Ablauf. Später wird Elin dann antworten, dass auch das ein sozial revolutionärer Akt natürlich ist, dass die Arbeiterklasse sich der Figuren eben erstmal entledigen muss und das ein Spiegelbild des bedauerlichen Zustands der Gesellschaft und der Kultur.
Im Allgemeinen ist sie dann wieder von Grund auf quasi aufgebaut wird. Elin spielt aber weiterhin auch in diesen ganzen Zeiten eben erfolgreich Schachtuniere. Er gewinnt jetzt keine Turniere, aber ist immer in den oberen Platzierungen. Und er ist aber ja dieser Funktionär, der jetzt einfach diverse revolutionäre Pflichten hat und wird dann in die Hauptstadt Moskau versetzt.
Dort versucht er sofort auch wieder seine Schachkarriere fortzusetzen und versucht dann natürlich als Erstes, das kennen alle die Schachspielen halt, eine Gemeinschaft zu finden, wo man Schach spielen kann. Und das stellt sich dann als sehr, sehr schwierig vor. Er findet einfach keine Schachvereine, er findet keine guten Schachspieler. Die ganze Stadt ist in revolutionären Umweltsungen, alles ist kaputt. Anders kann man es nicht sagen, es gibt keine Stadtpläne, keine Straßennamen.
Wenn man sich durchfragt, dann stehen teilweise Häuser nicht mehr da, wo sie davor standen. Es gibt keine Wärme, es gibt kein Licht, alles ist total kaotisch. Er konnte keinen der prominenten Moskauer Schachspieler in tatsächlich einem ganzen Jahr ausfindig machen. Er hat es versucht, aber es hat einfach nicht funktioniert. Er konnte nicht mal die aktuelle Adresse für den Moskauer Schachkreis finden, der zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr existierte.
Was mit dem passiert ist, weiß man einfach nicht. Und dann bis zum Sommer 2019 kriegt er es aber hin. Es bildet sich dann eben einen Kreis mit starken Moskauer Schachspielern heraus. Bis zum Sommer 2019. Und dann finden informelle Wettkämpfe statt, an denen auch Elin teilnimmt. Das ganze findet in Wohnungen statt. Die Bedingungen müssen unglaublich schlecht gewesen sein.
Auch Gygoryev, ein anderer schon vorher existierender bekannter Russischer Schachspieler, schreibt, dass Elektrizität nicht funktioniert. Gespielt wird bei Kerzenlicht, wenn Kerzen verfügbar sind. Die meisten Zeit waren jedoch keine Kerzen verfügbar. Und dann spielt man auf der Treppe, wenn es ein großes Fenster gab. Und wenn es Licht ausfiel, spielten sie bei Streichholzlicht und so weiter. Man versuchte einfach sich irgendwie Zeit zu vertreiben, es irgendwie hinzukriegen.
Im Winter war es dann natürlich unglaublich kalt. Es gab kein Holz. Es wurde in Wintermänntern stiefeln und Handschuhen weitergespielt. Es gab einen harten Kern, die das irgendwie weiter am Leben erhalten haben, ganz offensichtlich. Es war aber müßig. Und dann bewegen wir uns langsam ins Jahr 1920. Wir sind mitten in einem Bürgerkrieg. Es kann sich alles ständig ändern. Und dann gibt es aber doch eine gewisse Konstanz inzwischen in dem Ganzen.
Und Elin bleibt quasi und wird immer maßgeblicher an der Bildung von roten Armee-Einheiten beteiligt. Und Anfang 2020 versetzt sie in die Partei, in die Hauptdirektion der Sesowuch. Das ist eine russische Abkürzung für universelles Militärtraining. Im Endeffekt ist das eine Art von Ausbildungseinheit, die dann in allen roten Armee-Einheiten bestehen wird. Das ist ein Akronym für allgemeine Militärausbildung. Und da wird der Kommissar der Direktion und ist dann in einer relativ hohen Stellung.
Diese allgemeinen Militärausbildung ist eine Art von Ausbildung. Und da wird der Kommissar der Direktion und ist dann in einer relativ hohen Stellung. Diese allgemeinen Militärausbildung führt er dann aufgrund seiner Leidenschaft fürs Schach und seiner Überzeugung, dass das Schach auch strategisch den Menschen bildet und eben eine Art von Bereicherung für jeden Soldaten sein kann. Startet er sein Programm für das sowjetische Schach. Und das besteht dann tatsächlich bis 1989.
Und zwar genau mit diesem Namen. Und es wird auch nie wieder anders sein. Und jetzt waren wir an ganz vielen verschiedenen Orten und haben relativ wenig über Schach gesprochen. Und das ist sozusagen die Klammer des Ganzen, die Geschichte dieses Mannes, der dann beschließt, es wird ein jeder Rotarmist ab jetzt Schachspielen lernen.
Und nur als kleiner Vorgriff zum Beispiel, allein während den aktiven Zeiten des Zweiten Weltkriegs in der Sowjetunion haben fast 10 Millionen russische Soldaten Schachspielen gelernt. Und da finde ich es am Ende nicht mehr besonders erstaunlich, dass man quasi einen Staaten verbunden hat, eine Gesellschaft hat, wo einfach enorm viele wahnsinnig gute Schachspieler herauskommen, weil im Kern einfach jeder das lernt. Und dann halt Talente natürlich gefördert werden und so weiter.
Er selber sagt, dass die Begründung für die Einbeziehung von Sport in die militärische Ausbildung weniger mit körperlicher Konditionierung zu tun hatte, als vielmehr mit der Entwicklung spezifisch geistiger Eigenschaften wie Kühnheit und Ideenreichtum. Das überträgt er aus seiner Erfahrung aus dem Schach quasi auf die Armee. Er sagt, Schach entwickelt manchmal sogar mehr als Sport, Kühnheit, Ideenreichtum, Willenskraft und etwas, was der Sport nicht kann, strategische Fähigkeiten.
Und damit, das ist ein ganz schöner Bogen ganz zurück zu Anfang der ersten Folge, nämlich Tathuranka, als es in Indien gefällt, dass der Motoschach in Indien erfunden wurde als Abbild der indischen Armee. Und von Anfang an ja diesen kriegerischen Charakter hatte und den Geist trainieren soll. Eigentlich wie das Zahlenspieler, das sie hatten, aber halt konkret Strategie und gleichwertige Gegner und wie kann ich den quasi überwinden durch List oder Taktik oder genau.
Und dass er das quasi genauso sieht, wahrscheinlich zweieinhalb Tausend Jahre später, ist ja sehr ganz spannend, dass sich das quasi erhalten hat. Die Kriegsführung hat sich ganz neu verändert. Es wird nicht mehr mit Elefanten gekämpft und alle selbst die Infanterie hat gewählt und es wird nicht mehr abgebildet. Man hat ja natürlich dieses antike Kriegsding, was im Schach drinsteckt, keiner schießt im Schach, wobei vielleicht die Läufe und die Dame dann später.
Aber deswegen ist auch so eine europäische Erfindung, als schon geschossen wurde. Und deswegen, ja, spannender Kreis, der sich da schießt, weil das sowjetische Armee, die das genauso wie wahrscheinlich indische Armeen eingeführt hat und wollte zu trainieren. Und natürlich auch bei der sowjetischen Armee die Idee, woher haben ganz viele adelige Offiziere, Kommandanten auch schon Schach gespielt und dieses Ideal des Ritters der Schachspielung.
Aber die Idee, dass man das generell zur Schulung nicht nur der Armee führt, sondern jedes Soldaten einsetzen muss, ist natürlich schon diese kommunistische Idee der Schulung des Menschen und der Formung der kommunistischeren Menschen, die man ja da angestrebt hat, auch irgendwie durch das System zu schaffen.
Und dann ist dieses antike Kriegsspiel auch einmal sehr modern, wenn es dazu eingesetzt wird, in einer komplett anderen ideologischen Grundlage quasi Menschen in taktischem Denken zu schulen. Man weiß doch, ob dieses Buch in der Wutnamie, wo es eingesetzt wurde, aber weiß doch, ob es auch irgendwie im normalen sowjetischen Schulsystem eingesetzt wurde, weil da wurde ja auch Schach zum Standardfach.
Noch nicht, wer an den russischen Bürger kriegt, da gab es wenig offene Schul, schätze ich, aber später dann. Genau, später kommt das natürlich ins gesamte System.
Ich wollte jetzt gerne heute erstmal versuchen, aufzuzeigen, dass es am Ende ein relativ natürlicher Prozess war, der jetzt auch gar nicht ideologisch besonders brillant war, sondern dass, also wenn man jetzt noch einen Vorschlag weitergeht, er war ja nicht der Chef quasi dieser Ausbildung, sondern er ging zu seinem Chef, der halt auch Schach gespielt hat, der auch beeindruckt, davon war er wie gut er Schach spielt,
und der eher so als Darmelspieler bekannt war und hat ihm das vorhergeschlagen, und er hat einfach ja gesagt. Da hat er gesagt, so lass uns mal alle Soldaten Schach spielen lernen, und der hat ja gesagt.
Und am Ende, finde ich, ist das irgendwie dann trotzdem erstaunlich einfach, es waren halt Leute, die, naja, das war halt eine der wenigen schönen Dinge, die man in dieser Zeit irgendwie machen konnte, wahrscheinlich, wo man sich geistig betätigen konnte und irgendwie relativ wenig Gefahr lief, umgebracht zu werden in den meisten Situationen, und gleichzeitig einfach das Hobby von, ein großer Zufall, das Hobby von vielen verschiedenen Leuten,
die dann am Ende gemeinsame Revolution gemacht haben, und viel weniger, wie die Propaganda dann später natürlich sagt, dass es halt ein sehr gesteuerter Vorgang war. Es wird dann alles, es ist auch alles nicht so einfach, eine kurze Anekdote dazu noch. Man kann sich natürlich vorstellen, wie die Reaktionen von lokalen Kommandeuren war, auf diese Anweisung jetzt der Politkommissare, dass jetzt alle auch im Klapsspiel lernen sollen, da steht man irgendwo in der Kälterung.
Wir haben nichts zu fressen, uns steht Ausrüstung irgendwie, und jetzt wollte er jetzt wieder Schach spielen, er hat ja komplett einen Vogel. Kein Essen mit einer Ausrüstung, in der Unterzahl oft, also die Rote Armee war jetzt auch nicht von Anfang an die beste Armee der Welt, das war schon auch einfach eine Truppe von mehr oder weniger guten Kämpfern.
Anzahltechnisch war die Rote Armee oft an den Fronten, dann relativ, also kommt er auch an, aber dann Don Kuban offensiv, später, und was das ich ja am meisten überlegen gegen die weißen Truppen, zum Beispiel Truppen anzertechnisch, aber ausrüstungs- und ausbildungstechnisch überhaupt nicht, und die Rote Armee hat dieses Manko dann unter Drodzki versucht zu lösen, in dem besonders viele Leute erschossen wurden, und es besonders viele Todesurteile gab, die oft gar nicht verstreckt wurden,
also es gab teilweise Tage, in der wurden 2000 Todesurteile verhängt, von denen dann irgendwie 10% tatsächlich vollstreckt wurden, aber man wollte den Leuten mal nur ausgesprochen, also nicht vollstrecktes Todesurteil, bringt die Leute manchmal auch zurück in die Linie, und damit wurde das dann versucht, sehr effektiv quasi Wettzumachen, den Mangel an Ausbildung und teilweise Moral.
Das sehen wir ja heute beim Aussischen Militär auch wieder, dass es diese Blocker-Komandos gibt, die dann Aufräumen hinter den Linien.
Genau, insgesamt, also nur abschließend dazu kann man jetzt natürlich trotzdem nicht sagen, dass seit 1920 alle immer Schach gespielt haben, aber da wurde es halt tatsächlich per Dekret eingeführt, das hat dann in Marchen Orten sehr gut funktioniert, und ging sehr schnell, dass auch wirklich viele Leute eben Schach gelernt haben, an anderen Orten hat sich ja deutlich länger gedauert.
Spätestens ab den 30ern war das dann aber wirklich im System verankert, das gab dann 1925 ein erstes großes internationales Schachturnier, wo dann eben auch Bodvinig, der spätere Lehrer von fast allen russischen Großmeistern seit den 40ern aufgetaucht ist zum ersten Mal, und dann gab es eben auch die Implementierung ab den 30ern in die russische Gesellschaft.
Das wäre für mich aber Stoff für eine weitere Folge, wo man dann auch vielleicht nochmal allgemeiner nicht nur die Sowjets sich anschauen kann, sondern damit anfangen kann, dann auch nochmal in Richtung dieser Bobbie Fischer-Error gucken kann und vielleicht auch jetzt ins ganz moderne Schach einfach mal rein gucken kann.
Ja, das wäre spannend. Also ich habe auf jeden Fall auch ein Lust mit der Lichtraeuer beiden ein bisschen über den modernen Schacht zu quatschen, weil ich vor allem weiß, dass Moritz sich da die letzten, das letzte Jahr auf jeden Fall medial sehr rein vertieft hat einfach. Und ansonsten finde ich es ein ziemlich guter Cut für die zweite Folge.
Wir haben auch ein bisschen diesen russischen Bürgerkrieg heute angeteaselt und Sachen, die ich gerne sowieso noch ein bisschen vertiefen wollte, weil ich um ganz viel über Faschismus geredet und um den Faschismus, oder den sehr starken Faschismus zu verstehen hilft, ist schon auch die russische Revolution nochmal eingeht, irgendwann zu behandeln, um so ein bisschen zu sehen,
wo kommt denn vor allem wasch was am medial von der russischen Revolution auch im Westen ankam und sowas für eine Panik desgeführt hat. Also vergleichbar nur mit der französischen Revolution. Ich habe selber die Manuskripte gesehen von den Diplomaten, die an der Fahrt von Lenin nach Petersburg beteiligt waren und dies mitorganisiert hatten.
Und die dann nach Russland waren, in Russland, wir fließen russisch, brauchen in Russland Kedauan zu der Zeit und die dann schockiert, nachdem sie in der Weile in Moskau waren, während den Wirren nach der VfE Revolution dann nachdem der erste deutschen Diplomat erschossen wurde, abgezogen sind und eigentlich die ganze Zeit nur nach Berlin geschrieben haben, oh mein Gott, oh mein Gott, was haben wir hier getan, was haben wir hier losgelassen.
Wir sollten ganz schnell nochmal der Revolution starten, aber gegen die Leute, die wir jetzt als erstes unterstützt haben und der Chef des Auswärtigen Amtes in Berlin, sah es immer da und hat gesagt, Leute, wisst ihr, was wir in Nisha investiert haben, was wir da schon an Gold und an Kohle und an Geld reingesteckt haben und das hat funktioniert, im Gegensatz zu unseren Plänen in Indien und in was für sich war.
Und jetzt wollt ihr, dass wir das Ganze nochmal aufziehen, einfach nur weil euch das passt so, das ist unpraktisch, einfach nicht praktikabel, dann nochmal eine Revolution direkt zu machen. Die Deutschen haben es dann versucht, aber hat immer funktioniert und so, aber da kann man ganz spannend und noch vertieft reingehen.
Ich finde es schön, dass wir das am Thema Schach heute mal so anreißen konnten und so ein bisschen aufmachen auch und das spannende Leben, bewegte Leben eines Schachspiebers uns anschauen konnten. Danke, dass ich dabei sein durfte und es gibt noch ganz viel, was zu dieser sowjetischen Geschichte zu erzählen gibt. Ich fand jetzt aber eben den Abschnitt bis 1920 bis zu dieser Eichenführung mal ganz interessant und würde mich freuen, wenn ich nochmal mehr über die Zeit danach erzielen darf.
Ja, da freuen wir uns, glaube ich, alle schon drauf. Vielen Dank nochmal für die Vorbereitung, für die spannende Podcast-Folge. Und ja, lasst gerne Kommentare da. Folgt uns, gebt uns fünf Sterne auf einen Kanälen und wenn ihr uns finanziell unterstützen wollt, haben wir auch ein Patreon. Wir haben am Anfang gesagt, wir nutzen das, um uns mal ein Bier zu kaufen.
Mittlerweile reicht das vielleicht auch mal, um das erste Mikrofon zu kaufen, das dann auch die Soundqualität noch ein bisschen besser wird. Also vielen Dank für eure Unterstützung. Bis zum nächsten Mal und vielen Dank fürs Zuhören.
