Homöopathie II: Hundekot und Männermilch - podcast episode cover

Homöopathie II: Hundekot und Männermilch

Jul 28, 202346 minSeason 1Ep. 31
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Homöopathie II: Hundekot und Männermilch

In der zweiten Folge zum Thema Homöopathie beginnen wir mit dem letzten Abschnitt von Samuel Hahnemanns Leben. Dann besprechen wir Kritik an der Homöopathie und welche absurden Blüten die homöopathische "Medikamentenherstellung" schlägt.

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Literatur:

https://www.psiram.com/de/index.php/Hom%C3%B6opathie

https://www.psiram.com/de/index.php/Samuel_Hahnemann

https://www.gwup.org/infos/themen/77-komplementaer-und-alternativmedizin-cam/850-homoeopathie-der-ursprung-samuel-hahnemann

https://www.spektrum.de/news/denkfehler-der-homoeopathie/1499429

https://www.aerzteblatt.de/archiv/77721/Alternative-Therapieverfahren-Homoeopathie-in-der-Kritik

https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/die-geschichte-der-homoeopathie/index.html

https://www.aerzteblatt.de/archiv/2692

https://www.psiram.com/de/index.php/Signaturenlehre

https://twitter.com/andree_dominik/status/1220891985613152256?t=OnvOXuhy8OgGEagw845jOg&s=08

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Tags: Neuere und neueste Geschichte, Europa, Deutschland, Homöopathie, Medizingeschichte, Samuel Hahnemann

Transcript

Alle Zeit der Welt Herzlich willkommen zur zweiten Folge zur Homöopathie und zu unserem guten Freund Samuel Hahnemann. What will he do this time? Wir beschäftigen uns heute mit dem Ende des Lebens von Hahnemann und den absurden Auswüchsen, wenigstens ein paar der absurden Auswüchse der Homöopathie mit Männermilch, wie in der letzten Folge schon angeteasert. Viel Spaß! Da wird es jetzt tatsächlich zunehmend magisch und esoterisch.

Am Anfang war es nur die Verdünnung und jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir von reiner Verdünnung schon weit weg sind. Es geht nicht mehr um die Simile und die Verdünnung, sondern es geht darum, dass wenn ich das auf eine gewisse Art schütte oder schlage, ich gewisse Energien freisetze in dieser Verdünnung, die dann tatsächlich zu einem höheren Heileffekt führen. Interessant. Endlich sind wir da eingelangt. Aber jetzt wird es magisch. Genau.

Dann in dieser Zeit, am 31. März, kam es zum Tod von Hahnemanns Frau 1830. Nach 48 Jahren Ehe stirbt sie in Köthen und von nun an unterstützen ihn vier seiner Töchter in seiner Praxis. Sein ältester Sohn unterstützt ihn an der Universität. Moment, in Köthen kommen da nicht die Familie Ritter her? Ein guter Zeitpunkt. Ok, sorry Köthen, oder falls jemand das Köthen hier zuhört. Grüße gehen raus nach Köthen.

Auf jeden Fall. Und dann passiert etwas, was zum großen Glück von Hahnemann, es brechen zwei große Choleraepidemien in Europa aus. Juhu. Darauf hat er nur gewartet. Tatsächlich fand ich es sehr lustig, dass diese beiden Choleraepidemien zum Durchbruch der Homöopathie geführt haben eigentlich. Also er war in Universitätskreisen bis jetzt ein Ding, er war bei der Leopoldina, die Ärzte haben über gestritten, aber sonst war er kein großes Thema. Außerhalb von diesen elitären Kreisen.

Und jetzt haben auf einmal ganz viele Leute Cholera und Hahnemann, der selbst noch nie einen Cholera-Kranken, habe ich so gelesen, zu Gesicht bekommen hatte, veröffentlicht den Köthen vier Einflussreise reich Texte zum Wesen der Cholera und zur Cholera-Behandlung, die insbesondere in Wien auf großes Interesse stießen und verglichen mit der damals herrschenden Medizin mit recht gutem Erfolg eingewertet wurden. Jo, passiert das gleiche wie wenn Corona, ne? Shit, was haben die anderen dann gemacht?

Genau, der Punkt war, die anderen haben den Leuten verboten zu trinken und Aderlässe gemacht und zwar in Kombination. Wenn du jemanden, der Cholera hat, da war die Idee, dass die zu viel Feuchtigkeit im Körper haben oder irgendwie sowas. Und dann hat Hahnemann eben mit seinen Tipps gesagt, hör mal auf Aderlässe zu machen und gib denen was zu trinken. Ein Shot in the Dark, aber er hatte absolut recht.

Das hat vielen Leuten dann tatsächlich das Leben gerettet und hat ihn über Nacht dann zu einem renommierten Arzt gemacht. Zum Cholera-Experten, ohne dass er jemals irgendwas mit Cholera zu tun hat, hat er sich zu Hause so überlegt. Frau auch gerade gestorben, hat er Zeit gehabt. Wow, so dark. Wenigstens schreibe ich keine Texte über Krankheit, über die finde ich keine Ahnung halt, weißt du.

Und mit diesem Erfolg über die Grenzen von Deutschland hinaus, weil Cholera kennt keine Grenzen und dementsprechend kannte seine Berühmtheit danach eben auch keine mehr, suchte ihn drei Jahre später in seiner Praxis 1834 die 34-jährige französische Malerin Melanie d'Herville Hahnemann im Köthen als Patientin auf. Es kam zu einer stürmischen Liebesgeschichte mit dem mittlerweile 79-jährigen Arzt, die zu Hahnemanns zweiter Ehemann. Nein. Doch. Der hat doch schon elf Kinder.

Der hat schon elf Kinder, seine Töchter sind zu dem Zeitpunkt schon älter als seine Töchter. Ich weiß, ich habe selten von so einer harten Midlife-Crisis mit 79 gehört, aber Hahnemann hat auf jeden Fall sich in die 34-jährige verliebt. Und ich weiß auch nicht, was mit dieser 34, also was das für ein Granddad-Komplex auf der anderen Seite ist. Ein Sugardaddy. Ich habe Bilder von ihm gesehen, er sah aus wie ein 79-jähriger Mann im frühen 19. Jahrhundert. Also macht euch da mal keine Illusionen.

Ja, stürmische Liebesgeschichte, die beiden heiraten, die Hochzeit, könnt ihr euch vorstellen, ohne kirchlichen Segen, wurde am 18. Januar 1835 in seinem Haus in der Köthener Wallstraße vollführt und erregte gewaltiges Aufsehen und führte dann auch relativ schnell dazu, dass seine neue Frau ihn davon überzeugte, dass sie nicht in der Provinz mit ihm in Köthen bleiben will, sondern mit ihm zurück nach Paris will. Macht sie.

Und dementsprechend hat unser alter, kautziger, sächsischer Arzt verbringt der sein Lebensabend mit der Haute Société von Paris und behandelt da die reichen und schönen Europas mit seiner schönen jungen Künstlerin Frau. Ja, ein wirklich, also im Gegensatz zu Steiner, der dann am Ende irgendwie vergiftet wurde, wirklich ein vulgarer Ausklang seines Lebens. Aus der Zeit von Paris noch eine lustige Anekdote.

Seine letzten acht Jahre, also bis er dann tatsächlich 87 war, verbrachte er dort und behandelte unter anderem den damals europaweit berühmten Geiger Niccolo Paganini. Ah, den Teufelsgeiger. Genau, den Teufelsgeiger persönlich hat er behandelt, der offenbar unter einer Dauererektion Harnverhalten und Husten litt. Muss ich sagen, das Harnverhalten ist kein Wunder, wenn man eine Dauererektion hat.

Es kam dann aber zu einem relativ brüsken Bruch in der Behandlung, nachdem der Teufelsgeiger versucht hatte, was mit Melanie Hahnemann anzufangen, der Jungfrau von Impf, und von ihr brüsk zurückgewiesen wurde, weil er war ein junger Musiker und kein alter sächsischer Arzt. Sie hatte eben einen Typ. Hahnemann starb dann am 2. Juli 1834 in Paris, vermutlich an einer Lungenentzündung.

Seine junge Frau hat danach den Rest ihres Lebens, hatten die Blumen gemacht, glaube ich, an einer amerikanischen Uni irgendwie und hat dann als homöopathische Ärztin auch weiter praktiziert und quasi seine Fackel hochgehalten, auch weiterhin. Die war auch überzeugt davon, auf jeden Fall. Ja, so viel zum Leben von Hahnemann. Bewegt das Leben. Bewegt das Leben, äh, und ich finde einen ganz spannenden Einblick in das Leben der Person.

Ich würde jetzt gerne ein Zitat, das ich ganz am Anfang stehen habe, Jonas. Kannst du das mal bitte vorlesen? Okay, also Samuel Hahnemann sagt, Wer nicht genau in derselben Spur geht wie ich, wer abweicht und sei es nur um den Bruchteil nach links oder rechts, ist ein Verräter und ich will nichts mehr mit ihm zu schaffen haben. Oh, ganz schön pampig. Sympathisch, ne? Welche Laus ist ihm da über die Leber gelaufen? Naja, ich meine, mit seinen ganzen Umzügen,

also wenn ich im 18. Jahrhundert so oft hätte umziehen müssen mit irgendeinem Pferdekarren, wäre ich wahrscheinlich auch pisst. Aber er hat es auf jeden Fall nicht besonders mit Abweichungen zu tun. Ich habe einen 50 Jahre nach seinem Tod veröffentlichten Eintrag in Meyers Konversationslexikon gefunden, einem damals sehr beliebten Lexikoten, das Leute gelesen haben, damit sie in Konversation schlau sein können und quasi allgemein wissen haben.

Jonas, willst du uns diesen verlängerten Eintrag einmal komplett vorlesen? Weil ich fand das eigentlich eine sehr spannende und treffende Zusammenpassung für etwas, das 1885 veröffentlicht wurde. Bitte schön. Homeopatie, griechisch. Ein von Samuel Hahnemann erfundenes Heilsystem, dessen Name nur zu verstehen ist, sobald man das Hauptprinzip der Homeopatie begriffen hat.

Dieses Prinzip geht von dem Dogma aus, dass jedes Heilmittel im gesunden Körper eine Krankheit hervorrufe, wie solche auch selbstständig entstehen kann, und dass es darauf ankomme, eine gute Krankheit durch das ihr ähnliche Mittel zu bekämpfen.

Es würde zu weit führen, das mystische, überall den Erfahrungen der Chemie-, Physik- und Pathologie-widersprechende System, das anstatt auf Beobachtungen auf gänzlich unbewiesenen Glaubenssätzen aufgebaut ist, hier auszuführen, dass total eine treue Wiedergabe bei den vielfachen Änderungen, welche die Homeopatie täglich erfährt, ganz unmöglich wäre. Das philosophische Beiwerk ist auch nicht von so großer praktischer Bedeutung wie die Heilmethode selbst.

Hier steht obenan wiederum ein Satz, der so aller täglichen Erfahrungen widerstreitet, dass wohl nur das unbegreiflich paradoxe viele gnäubige Menschen fesseln mag. Er lautet, je geringer die Dosis der Arznei, umso größer die Wirkung. Wer diesen Glaubensartikel auf die tägliche Nahrung ausdiente, würde wohl bald bekehrt werden. Allein die Homeopatie treibt mit ihm einen eigentümlichen Kultus.

Durch Anhalten des Schütteln und Reiben wird die Wirkung der Arzneien am meisten verstärkt, und zwar bis zu völliger Auflösung des arzneilichen Stoffes zu lauter arzneilichem Geiste. Dies geht so weit, dass selbst solche Substanzen, die im hohen Zustand gar keine arzneiliche Wirksamkeit haben, wie Plattgold, Plattsilber, Kohle, je länger sie gerieben und verdünnt werden, mit und durch unarzneiliche, also unarzneiliche mit unarzneilichen Substanzen, umso höhere arzneiliche Kraft entwickeln.

So wirkt zum Beispiel das Gold in der Zwölften Verdünnung so stark, dass bloßes daran Riechen schon hinreicht, die zum Selbstnord treibende Melancholie in einer Stunde zu vernichten und volle Liebe zum Leben zurückzurufen. Endlich sagt mal jemand!

Endlich sagt mal jemand! Ich finde es spannend, dass Hanemann selber dann über sein Leben von jemanden, der Gesprächstherapie anbieten wollte, 1810, zu jemanden wurde, der gemeint hat, man muss nur an Gold schnüffeln, um seine Melancholie zu verbreiten.

Zwölfmal verdünntes, potenziertes Gold. Also da sieht man schon eine spannende Entwicklung weg von diesen tatsächlich für seine Zeit sehr fortschrittlichen Methoden hin zu was, was eher so dem Vitalismus und so einer, wo es eben um den Geist von Arznei geht und um das Wiederherstellen von der inneren Balance im Körper.

Was ganz spannend ist, dass schon 1885 gemeint wurde, dass es so viele Veränderungen und Unterformen der Hymo-Pathie gibt, dass man quasi das nicht beschreiben oder einordnen kann.

Ich habe bei der Recherche so viele Unterformen mit neuen Gurus in Indien und Deutschland und weltweit gefunden, die quasi ihre eigene Hymo-Pathie lehren, teilweise recht abgekoppelt von Hanemann betreiben, dass man da tatsächlich, also wie so oft einen eigenen Podcast zu machen könnte, einfach nur jedes Mal eine andere neue Unterform der Hymo-Pathie zu besprechen.

Jonas, du kannst direkt das nächste Zitat vorlesen, da erklärt nämlich Hanemann, dass eben materielle Ursachen für Krankheiten reine Spekulation sind und vielmehr Krankheiten, geistige Verstimmungen sind der Lebenskraft und des Lebensprinzip, die eben wieder hergestellt werden müssen.

Da die Krankheiten im Allgemeinen nur dynamische Eingriffe auf das Lebensprinzip sind und ihnen nichts Materielles, keine Materia pecans, zugrunde liegt, wie die alte Schule seit Jahrtausenden in ihrem Irrwale gefabelt und hiernach immer zum Ruine der Kranken kuriert hat, so ist auch in diesen Fällen nichts Materielles hinwegzunehmen, wegzuschmieren, wegzubeizen, nicht abzubinden oder abzuschneiden, ohne die Krankung lebenslang unendlich kränker und unheilbarer zu machen.

Ja, also er versteht seine Hymo-Pathie eben als kompletten Gegenentwurf zur bestehenden Medizin der Zeit. Damals mag diese Skepsis durchaus fundiert gewesen sein, in manchen Punkten, wie man seinen Cholera-Erfolgen gesehen hat.

Das Problem ist eben, dass die Hymo-Pathie in vielen Punkten diese Skepsis von 1810 in die heutige Zeit eins zu eins transportiert hat und die Ablehnung der 1000-jährigen Schule der Medizin, die uns heute gebracht wird, eben gesagt wird, dass alles böse und alles schlecht ist und Hahnemann weiß, wie es eigentlich ist. Dazu noch ein kurzes Zitat oder haben wir zu viele Zitate? Naja, noch ein Zitat, Jonas, komm, hau raus. Samuel Hahnemann aus seiner Torgau-Schrift von 1808.

Das wenige Positive in der ungeheuren Menge arzneilicher Schriften besteht in der von ungefähr aufgefundenen Heilart zweier bis dreier. Aus einem stetsig gleichbleibenden Myasma entspringenden Krankheiten, der herbstlichen Sumpfwechselfieber, der Venusseuche und der Kratze der Wollarbeiter. Man müsste denn jedem großen Glücksfund die Schützung von Menschenpocken durch Vaccine noch dazuzählen. Und diese drei bis vier Heilungen geschehen doch nur nach meinem Prinzip.

Das ist die Similias similibus. Mehr Positives aber kann die ganze Arzneikunde seit Hippokratiszeiten nicht aufweisen. Die Heilung aller übrigen Krankheiten blieb unbekannt. Er sagt quasi, Medizin hat noch nie jemanden geheilt, außer so ein paar Mal. Und da wo es irgendwie zufällig funktioniert hat, da entspricht sie meinem Prinzip. Meinem Prinzip. Ich, Samuel Hahnemann.

Die ersten beiden Grundsäulen der Hymiopathie haben wir uns schon angeschaut, nämlich das Simili-Prinzip und die Arzneimitteltests an Gesunden. Das letzte Prinzip ist das jetzt schon oben im Konversationslexikon noch angeschnittene Prinzip der Potenzierung. Das ist so die dritte große Säule der Hymiopathie. Dabei geht es eben um die Herstellung von Hymiopathischen Medikamenten. Das wird als Potenzierung bezeichnet. Also generell die Herstellung von Hymiopathischen Medikamenten.

Dabei wird der Wirkstoff, die sogenannte Ur-Tinktur, in mehreren Schritten entweder mit einem Lösungsmittel aus Alkohol- oder Alkoholwassergemisch verdünnt und in ritueller Weise gegen einen hart elastischen Gegenstand, ein Lederkissen oder ein ledergebundenes Buch, rhythmisch in Richtung Erdmittelpunkt handverschüttelt oder in Milchzucker verrieben. Bei der größten Hymiopathischen Apotheke in Großbritannien wird mit einer ledergebundenen King James-Bibel potenziert.

Der wird dann zum Erdmittelpunkt auf die ledergebundene King James-Bibel geklopft, damit der Geist der Arzneimittel freigesetzt wird in der Verdünnung. Und Potenzierung impliziert ja schon die Vorstellung, dass es damit eben eine Verstärkung in irgendeiner Weise gibt. Dabei wird in jedem Schritt ein Zehntel, das ist eine D-Potenz, oder ein Hundertstel mit C-Potenz der Ursubstanz verwendet und der Rest mit dem Lösungsmittel aufgefüllt.

Dann wird der Behälter mit einer vorgeschriebenen Anzahl von Schlägen verschüttelt und dann wiederholt man das Ganze quasi wieder. Dann werden wieder ein Hundertstel oder ein Zehntel eben entfernt und wieder verdünnt usw. usf. Jenseits der statistischen Nachweisgrenze, also ab ca. C12, also 12 Hundertstel Verdünnung, ist keine materiierte Ursubstanz oder Lösung mehr in den potenziellen Arzneien enthalten.

Solche Arzneien werden deshalb auch als geisterartig oder in Anführungszeichen dynamisch bezeichnet. Hier wir go. Eine andere Bezeichnung dafür ist im Englischen der Begriff Ultramolecular oder Submolecular. Wissenschaftlich betrachtet ist Potenzierung nichts anderes als eine stufenweise Verdünnung eines Wirkstoffs bis etwa ab C6 nichts mehr im Lösungsmittel vorhanden ist.

Hahnemann selber glaubte eben, dass die Arzneistoffe nach dem Verdünnen, Plusverschütteln oder Verreiben mit ihrer verstärkten Wirkung je dünner, je stärker sind.

Zitat Hahnemann, nur erst wenn wir diesen Stahlstab dynamisieren, eben mit einer stumpfen Pfeile stark nach einer Richtung hin reiben, wird er zum wahren tätigen kräftig Magnete, kann Eisen und Stahl an sich ziehen und selbst einem anderen Stahlstabe durch große Berührung, ja selbst sogar in einiger Entfernung gehalten magnetische Kraft mitteilen.

In desto höherem Grade, je mehr man ihn so gerieben hatte und ebenso entwickelt Reiben der Arzneipotenz und schütteln ihre Auflösung, Dynamisation, die medizinischen in ihr verborgen liegenden Kräfte und enthüllt sie mehr und mehr oder vergeistigt sie viel mehr die Materie selbst, wenn man so sagen darf. Du darfst nicht. Darf man nicht und man sollte auch weniger mit Magneten spielen.

Es wirkt wirklich, als hätte er ein bisschen viel mit Magneten gespielt, ein bisschen viel Chinarende, Selbstversuche unterhalten und dann auf der Basis. Er wirkt ein bisschen wie jemand, der zu viel Elisthenium nimmt und dann eine Religion entwickelt, aber ähm... Das ist eine Geschichte für die nächste Folge. Genau, das erzählen wir mal ein anderes Mal. Der Typ erinnert mich auch krass an Steiner.

Also er ist halt so ein Vorsteiner auf eine Art und Weise, aber er hat halt nicht diesen völkischen Einschlag noch in vielen von den ganzen Sachen, die er da macht. Er glaubt halt tatsächlich, dass er quasi, es ist er gegen die Medizin Geschichte. Er, er und Hippokraten streiten sich und er weiß jetzt, wie es wirklich geht.

Ist halt auch jemand, der von seinem eigenen Genie dann sehr überzeugt war irgendwann und sich dann so in diese Theorie reinverkämpft hat, dass er da auch nicht mehr rauskam, egal ob es Gegenargumente gab. Ja, ich musste gerade bei diesen Stäben und dem Reiben und Rühren, muss ich dran denken, dass das Steiner glaube ich auch gemeint hat, dass, also der Landwirtschaft, dass man da das Wasser eine Stunde vor Sonnenaufgang rühren soll, bis die Sonne aufgeht

und dann entwickelt das auch besondere Kräfte, bevor man das dann ausbringt auf die Felder. Und das ist er. Die Hymiopathie ist ja auch in anthroposophischen Medizin quasi integriert und es wird da einfach nur anders gerieben und geschüttelt. Es gibt da einfach noch eine andere, besondere, von Steiner nochmal in der Akasha-Chroniken ersehene Methode,

wie es besser geht als bei Haneman. Er muss ja immer einen draufsetzen und dem entspricht dann ein besonderes Kürzel auf den Medikamentenpackungen und das zeigt dann einfach nur, dass es anthroposophisch geschüttelt oder gerieben wurde in der Herstellung. Ansonsten hat sich ja quasi auch die Hymiopathie komplett genommen, in sein anthroposophisches System integriert und eine kleine Veränderung oben draufgesetzt, um sein eigenes Ding zu machen, wie er das schon bei den Theosophen gemacht hat.

Also ganz spannend, was da alles noch so mit aufgenommen wurde. Ja, was wird denn da jetzt eigentlich verschüttet? Das war tatsächlich der mitunter lustigste Teil meiner Recherche, als ich mich auf die Frage begeben hat, der ist mit dem Gold und so, bei dem Zitat oben, das klingt ja schon lustig und komisch,

aber was wird denn jetzt hier tatsächlich verschüttet? In der Hymiopathie werden diese Präparate als Norsoden bezeichnet, die aus menschlichen oder tierischen Krankheitsprodukten, zum Beispiel aus Eiter-, Nasenschleim- oder Lungenauswurf, pathologischen Sekreten, Körperflüssigkeiten, Krankheitserregern oder Organteilen oder aus Mikrobenkulturen hergestellt und anschließend potenziert werden.

Also wenn euch mal jemand Norsoden anbietet, jetzt wisst ihr, das kann auch mal Lungenauswurf oder Eiter sein, aber es ist zum Glück ja so, weil verdünnendes Nächste mehr drin ist. Es wird zwischen Autonosoden, also körbereigenes Material des Anwenders, dein eigener Lungenauswurf oder Fremdnosoden dem Lungenauswurf von jemand anderem unterschieben.

Wegen gefährlicher bakterieller Ansteckungsgefahr müssen die gewonnenen Urtingturen dieser Stoffe inzwischen vor der Potenzierung gegen den Protest für die Hymiopathen sterilisiert werden. Also es gibt tatsächlich so ein bisschen Regulierung auch in diesem Bereich zum Glück, aber dein Lungenauswurf muss sterilisiert werden, bevor du den potenziert wieder reinjagen kannst. Verdammt!

Andere Beispiele für Hymiopathische Komplexmittel und ihre Leitsymptome sind Ambra und Amprakrisäer, also diese Substanz aus dem Verdauungstrakt von einem Potwal, was auch für die Herstellung von Parfümen verwendet und sehr teuer ist. Dann gibt es Carcin... Ah! Carcinosin ist aus Krebsgewebe potenziert, gegen Krebs natürlich. Dann gibt es das Mittelchen Excrementum Canium. Ratet mal was das ist. Ist es Scheiße?

Es ist Hunde Scheiße. Ja, Karne ist der Hund. Excrementum ist Scheiße, ist Hundescheiße. Gegen die Hundescheißvergiftung oder was? Nein, nein, Achtung! Gegen Nesthocker-Syndrom, extreme Sinnlosigkeitsgefühl und Depression mit Suizidalität, gegen Arbeitslosigkeit für entwurzelte Menschen, gegen Schokoladen- oder Alkoholabuse, also Sucht, bei Schlafmangel, Folgen von zu viel Alkohol und Rauchen und Schokoladenverlangen usw.

Fresst Scheiße ihr verlorenen Seelen, ihr Depressiven, ihr Armen und Arbeitslosen, fresst Scheiße! Ja, und dann hat dein Kind halt, ist irgendwie, da bist du ja irgendwie arbeitslos und depressiv zu Hause und die Empfehlung ist dann hier das verdünnte Hundescheiße für wahrscheinlich ein Fuffi, weißt du, also... Du machst es dann immer selber zu Hause, du kaufst es ja sehr teuer in der Apotheke.

Dann gibt es weiter hergestellte Komplexmittel aus HIV-Aids, dem Blutserum von Menschen mit HIV, Plazenta Humana, selbsterklärend, Plutonium Nitricum, Plutonium. Ja Gott, wenn das AKW-Saporische uns um die Ohren fliegt, müssen wir uns schon mal jetzt mit Uran-Kügelchen vollstopfen. Zur Sicherheit, ich glaube, da hilft eine Pulle Wodka tatsächlich besser. Dann gibt es, was ich besonders, mein absolutes Highlight für euch, Lack H-Mask und Lack HF.

Lack Humanum Masculinum und Lack Humanum Femininum. Klär uns auf. Menschliche Milch, männliche und weibliche Milch. Oh, die Männermilch. Ja, genau. Jetzt ist natürlich die Frage, was ist Männermilch, also was ist die männliche Milch? Man macht sich so seine Gedanken bei der Recherche, aber tatsächlich ist es einfach nur Milch, die männlichen Babys geben wird. Also die von einer Mutter für ein männliches Baby produziert wird, im Gegensatz zu der Milch, die für ein weibliches Baby produziert wird.

Weird. Okay, ich habe da mal ein bisschen weiter nachgeguckt, weil bei dem Punkt die anderen Sachen, Plutonium und Hundeschweiße, habe ich noch hingenommen. Aber Männermilch war für mich ein Schritt zu viel. Deswegen habe ich auf ein paar Anbieterseiten die Lack Humanum anbieten gegangen und habe euch jetzt 20 Thesen von einem Herausgeber, einem Verkäuferproduzenten von Lack Humanum hier als kleinen Vortrag. Jonas, würdest du das bitte vorlesen? Ja, 20 Thesen zu Lack Humanum.

Die grobstoffliche Muttermilch ist die Grundlage der Homöopathie, insbesondere der C4-Homöopathie, der sich den Grundstoff für die Milchzucker-C4-Verreibung enthält. Also hier wird quasi bis zu vierhundertstel mit Milchzucker gearbeitet, also was wir vorhin schon angesprochen haben, als Potenzierungsmethode. Genau, das war Punkt eins. Punkt zwei.

Lack Humanum eröffnet das vierte Reich homöopathischer Heilmittel, das Menschenreich, und verkörpert damit eine höhere Stufe organisch gewachsener Ordnung, die dem Menschlichen, dem Humanen, entsprechende Ordnung. Ok, Moment, das vierte Reich, what? Äh, ja. Drittens. Natürlicherweise gibt es die Muttermilch von einzelnen Müttern für einzelne Kinder, Jungen oder Mädchen.

Die Frage, ist es ein Junge oder ein Mädchen, ist von grundlegender Bedeutung für den neuen Erdelbürger. So haben wir Lack Humanum, Maskulinum und Femininum. Ok, wir sind ja 21. Jahrhundert angekommen, Leute. Ja, eben nicht deswegen diese Podcast-Folge. Ok, du hast nicht alle 20 aufgezählt. Ok, ich dachte, ok, dann der fünfte Punkt dieser 20 Thesen ist. Lack Humanum erinnert uns an unsere individuelle Situation in der Säuglingszeit.

Besondere Indikationen wären nichtgestillte oder vernachlässigte ehemalige Säuglinge, frühgeborene, malgeborene, Brutkasten und Faulampe, nichtgeliebte, nichtaufgehobene, vernachlässigte, geschädigte oder sogar misshandelte ehemalige Säuglinge. Lack Humanum sollte auf keiner Säuglingsstation fehlen. Ja, sind wir nicht alle ehemalige Säuglinge. Jo, dein Kindertrauma mit Zuckerkügelchen behandeln klingt auch nach einer sehr gesunden Angehensweise.

Ja, vernachlässigte Kinder brauchen alles, aber nicht Männerwesen. Also wirklich nicht. Ja, Punkt 6. Entwicklungsstörungen irgendwann im Leben in der Ernährung, der Lust- und Triebefriedigung, besonders der Oralen, der Liebesfähigkeit, der Impulse und Ahnungen, auch für unsere innere Bestimmung, lassen sich durch Nackun nachträglich ausgleichen. Vernachlässigungen und Schädigungen können dabei schmerzlich zu Bewusstsein kommen.

Ja, dann nehme ich meine 400-fach verdünnte Männermilch und dann kommt mir auch einmal, habe ich auch einmal Erweckungserlebnis. Das Ding ist ja, die preisen das ja wirklich an, dass du deine Traumata mit diesem Mittel aufarbeiten kannst. Und indem sie das Mittel nehmen, denken sie natürlich an ihre Traumata und denken vielleicht auf, wie könnte ich das jetzt irgendwie anders bewerten, wie könnte ich da einen anderen Umgang mitfinden.

Oder keine Ahnung, deine Kindheitserfahrung, natürlich wirkt das auf eine Weise, weil du dich aktiv damit auseinandersetzt und durch diese positive Verstärkung dieses Medikaments irgendwie es dir gut geht. Oder ja. Ja, auf jeden Fall. Ich würde aber jetzt nur zunehmend absurder, wir springen zu Punkt Nummer 9. Lakum stellt sich in der Mythologie von Milch, Schlange und Himmelszeit, in der es um die Öffnung des Eies geht, dem Abbild für Dimanenz dar.

Zum Beispiel in dem indischen Mythos vom gequirlten Milchmeer. Wann können Sie das? Gequirlte Scheiße ist das, was der hier erzählt. Also mittlerweile machen die Sätze nicht mal mehr Sinn. Lakum stellt sich in der Mythologie von Milch, Schlange und Himmelszeit, was ist das, was, was, da, ok, das ist die Gequirlte. Und die Öffnung des Eies und jetzt ist er einfach nur noch am Ranten. Die ersten sechs Punkte, der hat er noch versucht, kohärent zu sein und jetzt rutscht er komplett aber auch da.

Also das war einfach zu viel gesetzt. 20 Thesen zu Lakum ist einfach zu viel. Eine These zu Lakum wäre schon zu viel. Ok, dann machen wir doch weiter mit Punkt 10. Lakum aktualisiert den kollektiv unbewussten Konflikt zwischen unserem Tiersein als Säugetierartmensch und den Anforderungen unserer Kultur, insbesondere in unserem Sexuellverhalten. Es führt zum natürlichen Ausgleich. Ähm, ja, ja. Ja, das stimmt. Ja, und wer vertreibt das?

Viele, viele, viele Online-Shops. Teilweise größere, teilweise kleine. Du kannst es fast überall kaufen. Du wirst es auch in vielen Apotheken kriegen. Das wäre das Erschreckende. Und wer hat das entwickelt? Das gibt es von ganz vielen verschiedenen. Also das wird dann von verschiedenen Herstellern quasi angemischt und ähm...

Also das sind dann immer noch Hahnemanns Rezepte oder wie? Hahnemanns Rezepte, die jetzt einfach von unterschiedlichen homöopathischen Pharmakonzernen produziert werden oder in kleinen homöopathischen Apotheken oder wie läuft das? Ja, genau.

Es gibt ja auch zum Beispiel Veleda-Cremes und so, die eigentlich nur homöopathisch wirken und wo dann quasi groß vorn irgendwie was drauf ist, eine Pflanze und dann, wenn man genau drauf schaut und bei der man nachliest, dann wird es irgendwie der homöopathische Cremeschen. Irgendwas, da ist halt einfach nichts mehr drin. Naja. 11. LAKUM führt zu einer Relativität der Wahrheiten, auch der spirituellen, in der keine ausschließlich gelten kann. Uh, sexy. Du schweifst schon wieder ab, Hans-Bedard.

Ja, genau. Du redest dann wieder über nicht ausschließlich geltende Relativität der Wahrheiten, während du deine Männermilch anpattest. Frauke-Stuckes. Punkt 15 geht schon wieder um Alkohol. Also ganz viele von diesen homöopathischen Sachen gehen so auf Alkoholkrankheiten, Leute, die sich vernachlässigt fühlen.

Gängige Krankheiten und Probleme, die Leute haben. Und das bereist es quasi hier für alle möglichen Sachen an. Also nicht nur Hundescheiße, sondern auch Männermilch hilft bei Alkoholismus. Oh, das wäre ein guter Titel für die Folge. Hundescheiße und Männermilch. In den richtigen Dosen. Ja, und jetzt der 20. Punkt, Jonas, als Abschluss. Der wichtigste Punkt. Die Muttermilch wird eines Tages unser Weltbild verändern. Das homöopathische, das wissenschaftliche und das religiöse.

Indem es die natürliche Ordnung des Menschseins deutlich macht. Gut, dass Sie sich da selbst mit abgegeben gegänzt haben. Man gesagt, das homöopathische und das wissenschaftliche. Aber das machen Sie, weil die halten wissenschaftlich für quasi eine Beleidigung. Das ist quasi Ihr Allopathie. Ihre Schulmedizin, Ihr Kaufbegriff auch. Aber ja, ich finde es auch schön, dass Sie das separieren.

Wobei man homöopathisch dann auch fast wieder bei religiös mitunter subsummieren könnte, wenn man sich das genauer anschaut. Dann gibt es als weitere Mittelchen, ich glaube wir haben genug Männermilch besprochen, noch die Mikrowelle 2,45 Gigahertz. Ist einfach Wasser, das in der Mikrowelle. Reimer bei 2,45 Gigahertz. Das wird danach noch entsprechend verbringt. Mittel, das heißt Murus Berlinensis aus Resten der Berliner Mauer. Quatsch. Das hilft gegen Wiedervereinigung oder was?

Genau, das hilft wahrscheinlich gegen Wiedervereinigung. Dann Porzellanum Minis Niensis, nämlich Maisener Porzellan. Das hat er wahrscheinlich zu Ehren von seinem Vater noch mit aufgenommen. Das nimmt man gegen die Leitsymptome Xzeme und Herpes. Aber das kann nicht mehr Originalhahnemann sein, wenn da die Berliner Mauer drin ist. Die Berliner Mauer nicht, aber das Maisener Porzellan schon. Die Mikrowelle 2,45 Gigahertz, die ich schwer von ausbrüte, wurde auch nach seinem Tod entführt.

Das heißt seit 1990 haben sich Paten an den Tisch gesetzt und überlegt, was können wir als nächstes essen. Die Idee ist, einfach mal ein bisschen was von der Berliner Mauer abzubröckeln und das mal 1000-fach zu verdünnen und das dann als Medizin einzusetzen. Gegen die Xzeme ist Maisener Porzellan. Und natürlich auch so Sachen wie, sie haben die Magnet-Experimente von Hahnemann fortgeführt und fanden dann, dass eine gute Idee ist, ein Mittel zu entwickeln, das M-Arct heißt.

Nämlich Magnetis Polis Arctis, da ist ein nördlicher Magnetpol drin. Und heißt Mark. Heißt Mark. Ja Wahnsinn. Ja ähm. Ekelig. Ich frag mich, was die noch nicht gegessen haben. Also solange es verdünnt genug ist, ist eine Hämöpate alles. Dann hier kommen wir jetzt zu dem Punkt Kritik an Hahnemanns Lehre und zwar zu seinen Lebzeiten schon. Charles Darwin hat lustigerweise zu Hahnemann meinen längeren Absatz geschrieben Jonas. Ja, Charles Darwin hat am 4. September 1850 geschrieben.

Du sprichst von Homöopathie, ein Gegenstand, der mich sogar noch wütender macht als Hellsieherei. Hellsieherei liegt so jenseits einer Glaubwürdigkeit, dass normale Fähigkeiten dabei ohnehin keine Rolle spielen. Aber bei der Homöopathie kommen gesunder Menschenverstand und Beobachtung ins Spiel. Und beides würde für die Hunde gehen, wenn die unendlich winzigen Dosen irgendeine Wirkung hätten. Wie war es doch eine Bemerkung, die ich neulich las, über die Nachweisbarkeit von Heilprozessen.

Es hieß, niemand weiß, was das Ergebnis wäre, wenn eine Erkrankung gar nicht behandelt würde. Das ist der Maßstab, an dem die Homöopathie zu messen ist. Deutliche Worte von Darwin. Falls wir doch noch die Zeitmaschine entdecken und jemand Darwin trifft und ihn richtig ärgern will, gebt ihm ein Kügelchen. Oder erzählt ihm einfach, dass im 21. Jahrhundert Homöopathie noch ein Ding ist. Der wird sie im Grab umdrehen.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat sich die Homöopathie dann zunehmend begonnen zu etablieren. Dennoch hatte sie während der Zeit natürlich viele Gegner. Der wichtigste Kritikpunkt der Gegner war damals schon, dass die Homöopathie laut den Kritikern nicht besser wirke als ein Placebo. Schon 1835 wird die Homöopathie zum ersten Mal wissenschaftlich auf die Probe gestellt. Ganz spannend.

Der Theologeredakteur Georg Löner hat in dem Jahr 1835 sein Testergebnis publiziert, zusammen mit der Expertenkommission von Ärzten und Apothekern in Nürnberg. Sie haben 55 gesunde Freiwillige untersucht und haben den ersten Doppelblindversuch der Medizingeschichte durchgeführt. Was ich vorhin versucht habe zu erklären, was quasi moderne wissenschaftliche Methode ist, wurde das erste Mal durchgeführt, um zu beweisen, dass Homöopathie Nonsens ist. Die Homöopathie hatte auf jeden Fall ihr Gutes.

Sie hat durch ihre Thesen und durch ihre Popularität dazu geführt, dass die Medizin, die wir heute haben, sich klarer abgrenzen musste und sich auch fragen musste, wie können wir denn tatsächlich beweisen, dass so ein Medikament wirkt und dass ein anderes nicht wirkt. Wie können wir denn Thesen wirklich überprüfen? Und es wird eben dann vor allem notwendig, wenn es Hämöopathen auf einmal gibt und andere alternative Mediziner, sagen wir mal so, auf der Bildfläche.

Und dass der erste Doppelblindversuch eben in der Medizingeschichte in Nürnberg durchgeführt wurde, fand ich auch ganz spannend. Die Kommission aus Ärzten und Apothekern rund um diesen Theologen und eben Publizisten Löner kam dann zu dem Ergebnis, dass es keine Wirkung, also sie konnten keine Wirkung an der aus Hämöopathischer Potenzierung gewonnenen Heilmitteln erkennen.

Die Veröffentlichung löste damals heftige polemische Reaktionen aus alle Hämöopathischen Zeitschriften, haben sich da wütend dagegen klar gemacht und haben sich dagegen erhoben. Daran hat sich bis heute eigentlich nicht so viel geändert. Ein wichtiger Unterschied, den wir glaube ich klar machen sollten, ist der Unterschied zwischen Hämöopathie und Naturheilkunde. Könnt ihr mir den knapp umreichen? Na, Hämöopathie bildet sich ja relativ viel auf ihre Methoden ein.

Und also diese Verdünnung, die Potenzierung und die interessanten Rührverfahren sind so typisch für die Hämöopathie und Naturheilkundeverfahren, beziehen sich eher auf die Pflanzen und Kräutern in den wunderen Heilkräften. Die ja auch wirklich da sind in den jeweiligen Stoffen. Also in der, ja. Genau. Jonas hat den Mülzes noch ausgeführt, das ist genau der Punkt, den ich auch machen will.

Dass quasi die einen arbeiten mit, also die Naturheilkundler arbeiten mit Pflanzen, die echte Wirkstoffe haben. Die auch, ne. Also was ja in Salbei-Tea so trinken, ist ja auch Naturheilkunde. Und die Homöopathie würde es in Salbei nehmen, den Wirkstoff und würde den tausendfach potenzieren, bis nichts mehr da ist.

Und die dann gegen etwas komplett anderes geben. Also gegen etwas, was also, da ist so die Frage, viel Naturheilkunde arbeitet halt doch irgendwie symptombezogen und versucht eben, also lindernde oder high-endemidote, also Mittel und eins. Das ist natürlich nicht immer der Fall. Aber grundsätzlich ist es eben wichtig, den Unterschied zu sehen und nicht zu sagen, Homöopathie ist Naturheilkunde. Weil das wird durch das Marketing ganz oft so gemacht.

Und da wird gesagt, naja, Homöopathie ist eben natürlicher irgendwie auf eine Art und Weise, was daran natürlich sein soll, wenn du Hundescheißet, hunderttausendfach potenzierst, wie viel du dann teuer in der Apotheke verkaufst, ist mir absolut schleierhaft. Also das hat ja nichts, das ist das Gegenteil von natürlich eigentlich, was mit der Potenzierung gemacht wird. Das sollte in der öffentlichen Wahrnehmung, denke ich, klarer getrennt werden.

Viele Sachen der Naturheilkunde wurden von den Pharmakonzernen auch einfach geklaut. Und dann zu echten Medikamenten, die wir heutzutage kennen, eben gemacht. Also viel, was wir heute in Medikamenten haben, war auch irgendwann mal pflanzenkundlich in einer geringeren Dosierung im Einsatz oder so. Nicht nur die Opiate, die halt auf den Klatschenboden zurückgehen. Eigentlich alles, oder? Also fast alles. Penicillin, ein Pilz, also mit einem Schlangen Gift.

Ja, genau. Und das sollte man, wenn man sich mit Homöopathie beschäftigt oder darüber nachdenkt auch. Das wird vom Marketing gerne verwaschen, dieser Unterschied. Es gibt seit dem Juni 2008 einen Preis, der von dem Alternativmedizin-Professor Edzard Ernst, dem ich auch auf Twitter folge, liebe Grüße gehen raus.

Einen sehr lustigen Twitter-Account. Der hat damals 10.000 Pfund angeboten für denjenigen, der einen wissenschaftlichen Studiennachweis über die Wirksamkeit homöopathischer Behandlung gegenüber dem Placebo liefern könne. In einem Interview ein Jahr später hat er dann sogar den Preis auf 100.000 US-Dollar erhöht. Nach Angaben von Ernst besteht das Angebot seit einem Jahr. Also damals, 2010, war der Artikel und sei bislang nicht in Anspruch genommen worden.

Es ist auch bis heute nicht in Anspruch genommen worden, soweit ich weiß. Doch immer hinaus gibt es beim erfolgreichen Wirkungsnachweis den Preis der James Randi Educational Foundation in Höhe von einer Million US-Dollar.

Das heißt, wenn hier gerade wütende Hymiopathen zuhören, der Meinung sind, das funktioniert wirklich und die Studien, die es auf einem der Hymiopathischen Lobby gibt, werden irgendwie hieb- und stichfest, dann kann man sich da jederzeit also mindestens eine Million und 100.000 Dollar abholen. Gönnt euch Leute. Es wird also einen guten Grund geben, dass das Geld bis heute niemand abgeholt hat.

Generell haben verschiedene Pharmahersteller wie Hewart oder andere in den letzten Jahren auch immer wieder Kritiker von Hymiopathie generell mit Klagen überzogen und kostenpflichtige Abmahnung geschickt, sobald jemand gesagt hat, dass die Hymiopathie nicht über den Placeboeffekt hinausgehen wäre. Da kann sich jeder selber darüber informieren. Aber ich denke, wir haben heute schon mal ganz gute Gedankenanstöße gegeben, vielleicht.

Und ein zweites Argument neben dieser Naturalkunde für die Hymiopathie, was immer wieder kommt, ist, dass die quasi nicht der Pharma-Lobby anliehören würden. Dass quasi die Pharma-Lobby gibt und dann gibt es die Hymiopathischen Unternehmen.

Tatsächlich wird der Bundesverband der Arzneihersteller, verdreht den Bundesverband der pharmazeutischen Industrie und wirbt selbst regelmäßig für Hymiopathie, weil das eben auch Teil des Milliardengeschäfts, des Millionengeschäfts an Zuckerkühen ist und die da eben auch mitverdienen. Das heißt, wer quasi gegen die Pharma-Lobby ist, sollte nicht zwingend zur Hymiopathie greifen, weil die wird auch von der Pharma-Lobby beworben, als Gedankenanstoß.

Das ist ja denke ich auch ein großer Grund für viele Menschen, die Kritik an der Pharma-Lobby, die ja auch durchaus berechtigt ist, weil sich die Opioid-Krise in den USA anschaut, konnte er gar nicht, was weiß ich, wie die Pharmaindustrie an der Produktion von Agent Orange und Napalm etc. beteiligt war.

Es gibt ja genügend bedächtigte Kritik an der Pharma-Lobby und der Pharmaindustrie, aber für viele ist das eben ein Grund, dann doch auf Hymiopathie zurückzugreifen, weil die nicht in Verbindung mit dieser bösen Pharma-Lobby gebracht wird.

Ich finde den Gedanken generell zu sagen, gibt Kinder weniger Medikamente und nicht bei jedem kleinen Wehwehchen kriegt man ein Mittelchen, gibt man irgendwie eine Aspirin, wenn man ein bisschen, dass es eben Kinder gibt, wo sie von klein auf zum Medikament nehmen, herangezogen werden, das ist ja auch, ist der Grundgedanke ja gut, ich gebe ihnen was Hymiopathisches stattdessen,

aber ich finde, man könnte dem Kind auch einfach gut zureden und ihm keine Mittelchen irgendeiner Art geben, weil auch wenn du zu Hause eben 100 verschiedene Zuckerkügelchen hast, Hymiopathische Mittel für jedes, dann gibt es Arnica hierfür und dafür, das bleibt ja nicht bei einem Hymiopathischen Mittel, du hast ja dann völlig jedes Problem, was zu Hause ist, das hat tatsächlich eine ganze Alternativ-Apotheke, die du da aufbaust,

und da lernt man den Kindern ja eigentlich das Gegenteil, da lernt man ja eigentlich, man nimmt einen Zuckerkügelchen gegen jedes Mittel, aber es ist halt nicht mehr Patsch, deswegen ist es gut. Also er kennt Zuckerkügelchen. Ja, ist es halt schon, ne? Ja. Und ich denke, dass man damit vielleicht jetzt erziehungstechnisch auch unbedingt den Effekt erreicht, den man erreichen will, vielleicht nimmt man Medikamente eher, wenn es wirklich notwendig ist, und sonst gibt es halt einen Twix.

Twix, wenn ihr eine Werbepartnerschaft mit uns machen wollt, wir reden über unglaublich depressive Themen, nachdem die Leute unglaublich gern mal was Süßes brauchen, Twix schaut uns an, wir sind immer für ein Sponsoring von großen multinationalen Konzerten. Jojo, immer wenn du Hunger hast, redest du über Witterverschwörungstheorien. Hier ist ein Snickers. Ja. Vielleicht müssen wir immer so ganz theatralisch zum Abschluss jeder Podcastfolge laut vom Mikrofon uns einen Schokoriegel reinziehen.

Wäre ich offen für, also, ähm, Wilida, Monsanto, Wilida, bezahlt uns doch mal, damit wir die Fresse halten und nicht die ganze Zeit uns über Rudolf Steiner lustig machen, ne? Gebt euch mal ein bisschen Mühe. Nicht immer nur die Peitsche, auch mal das Zuckerbrot rausholen, ne? Statt die Zuckerkügelchen, ne? Ja, genau. Ich will kein Zuckerkügelchen, ich will einen dicken Batzen Zuckerbrot.

Und für alle anderen, die uns unterstützen wollen und hoffen, dass wir unabhängig bleiben und nicht auf das nächste Wilida-Sponsoring eingehen, lasst uns fünf Sterne da liked und teilt unseren Podcast-Work immer ihren Hört. Wir freuen uns über all die neuen Hörer, die so reinkommen. Und, ähm, nur so funktioniert das Ganze. Wir haben alle unsere Freunde schon damit genervt, mehr Freunde haben wir nicht, das müsst ihr uns weiter, weiter verbreiten in euren Freundeskreisern.

Äh, und sonst, ja, wenn uns jemand unterstützen will, äh, Patreon gibt's, äh, gibt's. Und, ähm, irgendwann vielleicht auch mal Premium-Episoden, aber noch nicht, aber ihr dürft uns trotzdem gern drei Euro im Monat bezahlen für die freudige Arbeit, die wir hier tun. Es ist so, wir wimmern manchmal. Scheiße. Ja, äh, ansonsten, bis nächste Woche.

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