Hip Hop Geschichte: Sampeln & Mütter im Battle Rap - podcast episode cover

Hip Hop Geschichte: Sampeln & Mütter im Battle Rap

Jun 30, 202359 minSeason 1Ep. 27
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Episode description

Willkommen bei "Alle Zeit der Welt"! Heute präsentieren wir eine etwas andere Folge als sonst. Wir tauchen nämlich in die faszinierende Geschichte des Hip Hop ein und widmen uns insbesondere den Samples und den kulturellen Wurzeln des Battle Raps.

Um uns dabei zu unterstützen, haben wir einen ganz besonderen Gast eingeladen: Jan, der seine eigene Radiosendung beim Radio Sthörfunk in Schwäbisch Hall moderiert und dort Hip Hop auflegt und produziert.

Gemeinsam werden wir die Fragen erkunden: Woher kommt der Rap? Welche sind die Ursprünge des Battle Raps und der Mutter-Beleidigungen? Und welchen Einfluss hat der technische Fortschritt auf die Musik?

Hier könnt ihr Jan finden:

- https://soundcloud.com/herrfricke

- http://sthoerfunk.de/programm/redaktion-einzeln.php?redaktion_id=Favorite%20Flips

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Tags: Zeitgeschichte, Nordamerika, USA, Musik, Rap, Hip Hop

Transcript

Alle Zeit der Welt So, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Alle Zeit der Welt. Heute haben wir was besonderes für euch. Wir starten eine neue Reihe, die vermutlich immer mal wieder aufploppt, wenn wir keinen Bock mehr auf Nazi-Scheiß haben. Ich nehme es persönlich, diese Anfeindungen, dass du meine Themen so belastend findest. Ja, also diese Serie heißt Hip-Hop History. Und heute soll es vor allem um das DJing und um das Producing gehen.

Natürlich, Hip-Hop besteht noch aus viel mehr, also Breakdance, Rap, Graffiti. Und man könnte ewig viele Folgen dazu machen, vermutlich. Quasi einen eigenen Podcast. Quasi einen eigenen Podcast. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Mal schauen, was wir dann noch alles bespielen werden. Aber heute soll es um das DJing gehen. Und dafür haben wir uns einen wundervollen Gast eingeladen. Und zwar den Jan aka DJ Larry. Ja, hallo. Ja, Jan, stell dich doch mal ein bisschen vor.

Ja, ich habe die Ehre, heute hier dabei zu sein. Ja, ich bin der Jan oder auch genau DJ Larry. Ich lebe schon ganz lang einfach mit Hip-Hop. Habe eine Sendung auch im Radio, eine Hip-Hop-Sendung. Lege schon verdammt lange Hip-Hop-Musik auf. Und vor allem produziere ich schon sehr lange Hip-Hop-Musik. Und viel mit Rappern im Kontakt. Selber auch mal gerappt. Herzlich willkommen. Wir freuen uns sehr, dass ihr da ist bei uns heute. Und wir freuen uns auch, eine gute Ausrede zu haben.

Tatsächlich, wie Jonas schon erwähnt hat, mal über erfreuliche Dinge zu reden. Ein bisschen Kultur, bisschen Musik, ein bisschen Einblick in Kultur und ein bisschen Kulturgeschichte vielleicht auch. Und das kann man ja auch in Zukunft auf alles Mögliche erweitern. Das muss nicht nur Hip-Hop-History bleiben, das darf auch gerne mal was zur Geschichte des Death-Metals sein oder ursprünglich des Techno. Aber wir sind da ganz offen.

Aber weil wir alle relativ viel Bezug zu Hip-Hop und der ganzen Szene so persönlich haben, dachten wir, wir machen mal den Anfang mit was, zu dem wir ein bisschen Bezug haben. Alle nicken. Ich glaube, wir sind alle groß geworden mit Hip-Hop. Also dann rübergeschwappt nach Deutschland in den 90ern. Vielleicht sollten wir jetzt zu Beginn erst mal nur kurz, wir wollen das jetzt nicht komplett aufmachen, aber so eine Entstehungsgeschichte, eine kurze des Hip-Hop.

Ich würde vielleicht dann was auch kurz zu den politischen Begebenheiten erzählen. Ich habe jetzt doch noch was rausgesucht dazu. Also Hip-Hop, das ist ja klar, habe ich schon des Eingangs gesagt, besteht aus den vier Elementen Breakdance, DJing, Rap und Graffiti. Und die sind so miteinander verschmolzen und befruchten sich gegenseitig. Das Ganze ist in der Bronx entstanden, in den USA, New York, so ungefähr in den 70ern, Mitte, Ende der 70er.

Das war eine Zeit, in der die Bürgerrechtsbewegung gerade im Niedergang begriffen war. Die hatten in den 60ern ihre großen Erfolge mit dem Civil Rights Act. Und dass es so langsam ausgelaufen ist, das war erst, ich glaube, Nixon war an der Macht, dann irgendein unbedeutender Demokrat, der auch nichts gebacken bekommen hat, dessen Namen ich nicht mal weiß. Und dann kam Ronald Reagan. Ronald! Ja, genau, also die Bürgerrechtsbewegung war im Niedergang begriffen.

Und auch die amerikanischen Innenstädte waren von so einem sozioökonomischen Niedergang betroffen. Es gab eine extrem hohe Arbeitslosenquote, besonders unter jungen Schwarzen. Die Industrie und die ganzen mittelständischen Unternehmen sind ins Umland gezogen, weil dort die Mieten günstiger waren. Es gab also keine Jobs, dadurch auch weniger Einnahmen für die Stadt, die sie dann in Infrastruktur oder Sozialleistungen hätte stecken können.

Und dazu kam natürlich noch dann dieser institutionalisierte Rassismus der konservativen Regierung um Nixon und Reagan. Also die hatten natürlich kein Interesse, diese Problemviertel in Anführungszeichen irgendwie zu unterstützen.

Das war natürlich auch die Zeit, wo quasi der amerikanische Suburb erfunden wurde, diese Vorstadt, wie man das so kennt, diesen Speckgürtel, wo alle, die sich leisten konnten, aus den Städten rausgezogen sind und sich diesen klassischen amerikanischen Traum vom Einfamilienhaus mit weißen Lattenzaun und kurzem englischen Rasen erfüllt haben.

Und alle, die sich das eben nicht erfüllen konnten finanziell, sind in der Stadt zurückgeblieben und hatten dann damit zu kämpfen, dass eigentlich alle, die viele Steuern bezahlt haben, weggezogen sind und die, die da geblieben sind, zunehmend in so eine Abwärtsspirale geraten sind.

Ich meine, in New York in den 80ern wurden rein weiße einfach Mietblocks statt, die dringend renovierungsbedürftig waren, wo Menschen gelebt haben, hauptsächlich zugewanderte Minderheiten aus der Karibik, aus Südamerika, aus Afrika, dass dort die Wohnblocks einfach abgebrannt wurden, gezielt von den Vermietern angeheuerten Gangs, weil man mehr Geld bekommen hat mit den Versicherungssummen für die Häuser,

als wenn man die renoviert hätte. Dementsprechend sah New York in den 70ern und frühen 80ern tatsächlich teilweise aus wie so eine Mad Max-Post-Apokalypse. Das wollte ich tatsächlich auch noch ansprechen, diese Brände, die gelegt wurden, um eben Versicherung zu kassieren. Aber genau, eben dadurch, dass die Viertel dann so heruntergekommen waren, teilweise wurde es mit Berlin 45 verglichen, wie es da aussah.

Wenn man dann keine Jobs hat, dann versucht man anders an Geld zu kommen. Und in dem Fall waren das dann Drogen. In den 80ern kam auch Crack auf. Und dann statt Polizei, also wenn sie kamen, gab es eben Polizeigewalt zu spüren häufig. Und deswegen haben dann so die Gangs die Aufgaben der Polizei ein bisschen übernommen und die Viertel unter sich aufgeteilt. Also es war auf jeden Fall ein hartes Pflaster. Und ja, in diese schwere Zeit, gerade für die Minderheiten, ist bis dann Hip-Hop entstanden.

Darf ich kurz einwerfen, wo das Wort herkommt? Sehr gerne. Ich wusste das nämlich selber nicht und habe mich dann heute in der Vorbereitung für die Folge gedacht, das können wir doch mal rausfinden, wo die beiden Begriffe Rap und Hip-Hop herkommen etymologisch und was es damit so auf sich hat, bevor wir dann mehr ins Producing einsteigen. Und ja, also Hip-Hop kommt begriffstechnisch aus den 50ern mindestens, wo die älteren Leute die Partys von Jugendlichen als Hip-Hop bezeichnet haben.

These kids and their god damn Hip-Hop. Ja, also das war quasi eine negative Bezeichnung der älteren Menschen in den 50ern. Die Bezeichnung Rap an sich hatte ganz viele verschiedene Bedeutungen. Bedeutet aber ursprünglich zu schlagen oder ein besonders schneller Schlag oder Smart, also besonders schlauer, schneller Schlag und Antwort. Und das Ganze wurde dann oft verwendet, um zum Beispiel ein Kommando wurde gerappt, um ganz schnell, also wenn so ein Befehl rausgeschossen wurde.

Und 1541 hat das Oxford English Dictionary für Rap das Beispiel angegeben, etwas scharf und deutlich zu sagen, so als Ursprung des Wortes Rap. Und es wurde dann später in den 30ern zu den Slangbegriffen in Amerika für offen zu reden, also besonders ehrlich und offen zu sprechen wurde dann Rap.

Und aus dieser Kombination, aus diesen Slangbegriffen wurden dann in den 70ern die heute bekannteren Begriffe Del de Funky, Homo Sapiens, ein Rapper den wir wahrscheinlich alle kennen, hat mal selber gesagt I was born in 72, back then what rapping meant basically was you trying to convey something, you're trying to convince somebody, that's what rapping is, it's in the way you talk. Also deutliches, eine Art zu sprechen, eine Art jemandem zu überzeugen. Und ja, so viel zu Begriff Herkunft.

Ja, danke. Genau, also dann in den 1970ern haben sich also durch den Austausch zwischen Afroamerikanern und Einwanderern aus der Karibik, vor allem aus Jamaika, wurden oft solche sogenannte Blogparties veranstaltet. Das waren einfach nur Zusammenkünfte von Leuten, das wurde Musik gespielt, das wurde getanzt. Und dort hat dann, ich glaube einer der ersten, der dort auch aufgelegt hat, war DJ Kool Herk.

Ich weiß nicht, vielleicht kannst du dazu noch genauer was sagen, wie er dann den ersten Hip Hop Beat quasi produziert hat, wenn du möchten. Ja, ich weiß nur von diesen Blogparties, die gingen so ab, weil die in der Stadt natürlich diese riesen Hochhäuser hatten und wenn die dann ordentlich ihre, so ähnlich wie beim Dub, da hat jeder so sein Soundsystem, so hatten die das natürlich auch, und haben dann ihre Soundsystems aufgebaut.

Und haben dann die Boxen dröhnen lassen und durch diese hohen Bände von den ganzen Hochhäusern ist das richtig schön weit geschallt, hat richtig die Leute erreicht. Und es ist einfach weit gekommen, Leute haben gedacht, ey, was geht ab? Und sind einfach hin. Ich stell mir das einfach richtig schön vor, du kommst aus der Haustür raus und kriegst da irgendwie schon so einen leichten Bass zu spüren oder so und dann guckst du, was da abgeht.

Ist da einfach mega die Blogparty einfach los. Ja und klar, wie hat man damals aufgelegt ist die Frage. Natürlich mit Schallplattenspielern, also Plattenspielern und das finde ich immer noch das Beeindruckendste, weil die alten Plattenspieler, die funktionieren mit Riemen. Die sind eigentlich nur dazu konzipiert, du legst eine Platte auf und dann läuft das Ding ab und das wird über einen Motor betrieben mit einem Riemen und ist dadurch sehr anfällig, wenn man das anfässt.

Wenn man die Platte sozusagen wie jetzt scratchen möchte, ist es sehr anfällig. Nichtsdestotrotz, die G-Cool Herk und so, die haben einfach geschaut, was geht und haben irgendwie dann angefangen, einzelne Breaks, also einzelne Stellen von einzelnen Liedern, von verschiedenen Liedern immer wieder zu wiederholen.

Das heißt, du brauchst diese Platte zweimal, hast du einmal links, hast du einmal rechts, machst so Beat Juggling nennt sich das und hast links den Beat, lässt den laufen und auf der anderen Seite wiederholst du das. Und dann machst du so dauernd in Dauerschleife den schönen Loop, wie es sich nennt, dass du immer wieder bei diesem schönen Beat bleibst. Ja und damals haben sie halt...

Also eigentlich was was verboten war, also auf die Platte zu fassen, das war ja quasi das große Sakrileg, auch der Platte der Eltern rumzufummeln und das wurde dann quasi zum Musikstil erhoben, weil es sich geil anhört.

Ja und diese Breaks, das waren ja dann auch immer so halt die Drums vor allem dann. Drums oder halt auch vor allem irgendwie solche Intros oder Zwischenparts von irgendwelchen vor allem auch so Funk-Tunes und sowas. Deswegen erst damals war natürlich viel schneller als man jetzt sozusagen heute jetzt vor allem auch so mit Trap oder so. Trap ist sehr langsam oder halt sehr...

Ja und damals hatte halt so Funk und sowas war natürlich so bei 110, 120 ppm, war natürlich ein bisschen schneller. Ja da merkt man auch schon so ein Ding der Hip-Hop-Kultur, dass eben die ganzen älteren Einflüsse alle direkt mit aufgenommen und quasi gesampelt, verwendet und zu was neuem gemixt wurden.

Also genau das ist ja, also die Erfindung des Hip-Hop ist ja nicht irgendwie auf keiner Basis passiert, sondern da wurden ja quasi die ganzen Einflüsse, die es bis dahin gab, einfach gemischt nochmal und weiter weiterentwickelt. Ja Jazz, Blues, Funk, Soul, Reggae, alles wurde irgendwie genutzt und zusammengeworfen.

Sehr geil. Geile Idee. Und wichtig ist vielleicht auch noch zu sagen, dass Hip-Hop also auch schon in den Anfängen begründet quasi so ein Ventil und auch eine Stimme für die Jugend war und ist, gerade auch von Minderheiten.

Und die haben dann in ihren Texten einfach auch die sozialen, die politischen Realitäten ihres Lebens wiedergegeben. Und ja, also als Ausdruck zu dem was abgeht bei ihnen und das meistens sehr ungeschönt, wenn man jetzt an, keine Ahnung, Public Enemy oder so denkt oder Run DMC, NWA. Ja, wenn man da aber vor allem an die Anfänge denkt, ich denke mal so die 80er waren das besonders. Da war, da hieß es auch nicht der Rapper, sondern das war wirklich MC, der Master of Ceremony.

Und das war damals auch oft der DJ selber, der eigentlich, ich finde das immer so ganz eindrücklich, dafür liebe ich zum Beispiel DJ Premier, der macht das heute noch, wenn der irgendwie auflegt, der hat immer noch einen Mic am Start und heizt mit dem Mikrofon einfach die Leute an, während er natürlich sein Zeug auflegt und so hatten die das früher auch.

Und das waren dann auch einfach nur anfangs einfach nur bei den Blockparties so einfache, so Yo Shake Your Booty, einfach ganz einfache Sachen und bloß geht es einfach um die Leute auch anzuheizen. Und daraus wurde dann immer mehr und mehr und irgendwann, wie du sagst Jonas, die Texte, mit denen sie dann mehr ausgesagt haben.

Da schweilt es ja irgendwann der Rapper vom MC ab, quasi als eigene Kategorie, als eine Person, die keine Platten vor sich hat, sondern die dann nur noch mit dem Mikrofon performt und der DJ steht im Hintergrund als so eine Art Spezialisierung. Dann am Anfang macht der MC noch alles und dann gibt es nach und nach eben Leute, die sehr gut scratchen können und andere, die ein besseres Taktgefühl, quasi so Spezialisierung zunehmen in der Entwicklung der Kultur auch.

Man spricht eben von Hip-Hop-Kultur, ne? Hat ganz viele Facetten, das hat sich in der eigenen Sprache entwickelt, in der eigenen Ästhetik. Das war der Ausdruck von eigenen Lebensrealitäten, die eben damals geprägt waren von strukturellem Rassismus, von Ausgrenzung, von ja, von Nicht-Beachtung durch die Politik und von einer klaren Stigmatisierung, von Einfärschung in bestimmte Stadtteile.

Und ja, also einfach war das damals nicht, aber aus diesem Leben, aus dieser Lebensrealität, aus diesem Melting-Pod hat sich irgendwie eine ganze neue Kultur herausentwickelt. Und die war eben in den 70er, 80ern noch in ihren Anfängen und hat sich bei allem bedient, was eben damals schon existiert hat. Und bei den Texten ging es eben darum, die Lebensrealität abzubilden und die Stimmen zu Wort kommen zu lassen, die halt ansonsten von der Gesellschaft nicht gehört werden.

Und das ging halt auch gut über die Musik. Genau, aber das ist ja auch schon so der zweite Schritt. Dann der erste Schritt ist tatsächlich so die Blog-Party und du hast quasi jemand, der einfach Party-Einheit so, wie Jan gesagt hat gerade. Und dann ist glaube ich der nächste Schritt dann so, was wir klassisch mit Rap verbinden, dass da eben gesellschaftskritisch in den Texten auch argumentiert wird.

Vor allem am Anfang war ja Rap extrem, in den 80ern extrem gegen die Drogen in den Vierteln und war ja extrem anti-crack. Und hat ja versucht da ein bisschen quasi in der Community aufzuklären. Jan, was war denn dann so der nächste Schritt nach dem, dieser Anti-Crack-Rap quasi der 80er Jahre mit Disko-Beats? Ja, damals hatten wir natürlich ja mal geschaut, das kriege ich nur aus den Platten raus.

Deswegen waren es ja diese Disko- und Funky-Beats, weil sie da einfach ein paar Zeile rausholen konnten und loopen konnten. Ja und dann ging ich denke ich, also für mich irgendwie kam nämlich die Sampler auf den Markt. Also die Geräte, mit denen konntest du aufnehmen. Egal was, du konntest einfach ein Kabel reinstecken, daran was anschließen, was auch mit dem Kabel du anschließen konntest. Sei es ein Mikrofon, Plattenspieler, Kassetten, alles mögliche, was du anschließen kannst.

Tape-Dags. Ja und damit konntest du es einfach aufnehmen und dann damit spielen. Also der bekannteste Sampler ist der von Emu, der SP-1200. Und ich glaube auch der erste so. Und das ist auch so ein, also so in der ganzen Beat-Szene, das ist wow das Ding. Ich habe letztens mal geguckt, mittlerweile werden die auch schon für 5000 Euro verkauft. Und damals waren die auch echt sehr teuer.

Also es war echt schwierig an solche Dinge ranzukommen. Ja und mit diesen Samplern ging glaube ich dann der Rap richtig los. Weil damit konnte man dann wirklich alles aufnehmen und dann zusammenschußt, wie man es möchte und wollte. Und daraus entstanden genau dann die ganzen Samples. Man hat gesampelt, man hat den Song, sich die Sound-Schnipsel rausgeschnappt und weiterverarbeitet.

Man konnte die dann auch langsamer machen, schneller machen, hochpitchen, runterpitchen und den ganzen Quatsch, was man heute auch schon machen kann, konnte man damals auch schon. Ja und damit fing es, denke ich, dann mit dem ganzen Rap Zeug vor allem an, weil dann wirklich Beats produziert wurden, die dann Hip-Hop Beats genannt wurden. Wo befinden wir uns so? Es wurde dann ein bisschen boombäppiger oder wie stelle ich mir das vor? So Richtung 90er oder? Wir sind jetzt schon so spät.

Der Emo SP1200 kam 1987 raus. Man muss sich vorstellen, früher gab es nur die krassen Studios, also die ganzen Studios mit Gitarre und den ganzen Aufnahmezeugen. Damals wurde noch mit Tapedeck aufgenommen, also echt kompliziert, sehr teure Angelegenheiten. Und damals in so ein Studio zu kommen war eigentlich, brauchst du einfach viel Cash oder muss das halt wirklich berühmt sein, um irgendwie über so ein Label da hinzukommen.

Und so ein Gerät war auch teuer, man konnte aber rankommen und damit konnte man schon wie ein kleines Studio, hat man es für sich zu Hause gehabt. Und das war das besondere. Damit konnte man im Keller endlich seine eigenen Sachen aufnehmen. Ja genau. Zur Einwurf, die erste Platte, also die erste Hip Hop Platte war von der Fat Bag Band, die war nicht sonderlich erfolgreich. Bekannter ist dann schon die Sugarhill Gang mit Rapper's Delight.

Natürlich da auch noch relativ einfach gestrickte Texte und vor allem Tanz und Bewegung im Vordergrund. Aber ja, das war auch ziemlich erfolgreich, ist es bis heute noch. Das Lied kennt glaube ich fast jeder. Genau, nur kurzer Einwurf. Naja, wenn ich noch was kurz zu dem Sampling reinbringen, nämlich habe ich mich mal eine ganze Zeit lang mit Lynn Roger beschäftigt. Der war nämlich der Typ, der dann für Akai damals die MPC, also auch eine der bekanntesten Sampler entworfen hat.

Der hat nämlich erst mal nur so Drum Computer entwickelt, einfach nur, dass du nur Schlagzeug per Tastendruck spielen kannst. Das war in den 80ern mega, also da ging es richtig ab mit diesen Drum Computern. Und der hat sich zum Ziel gesetzt, ich will ein Gerät bauen, mit dem du intuitiv arbeiten kannst, mit dem du nicht irgendwie Anleitungen lesen musst oder sonst was. Und Musik zu entwerfen, egal welche. Und ja, damals wurde es dann vor allem für Hip Hop benutzt.

Und ja, das fand ich irgendwie ganz spannend. Das ist eine Art Vorentwicklung zu den modernen, heutzutage läuft das ja viel über Soundkarte und Programmen am Computer quasi. Aber viele der modernen Programme versuchen ja immer noch das nachzuempfinden quasi und sehen teilweise ja auch von der Benutzeroberfläche aus, wie diese alten Drum und Sample Maschinen.

Ja, genau. Also das sind diese Grunddinger, diese typischen 16 Pads, die man da hat, sind so ein Quadrat mit den ganz kleinen Pads, vier Stück, 4x4, auf die man die Sounds aufnehmen konnte und drauflegen konnte und die dann je nachdem bearbeiten konnte. Ja, das fand ich irgendwie mega krasser, also mega krasser Gedanke von diesem Lin Roger. Der hat nämlich irgendwie schon versucht, sowas zu entwerfen, ist dann gescheitert, weil er das selbst finanzieren wollte und kam am Ende dann an die Akkai.

Und hat es da über die dann laufen lassen und damit wurde es dann ein Erfolg. Und ich finde auch den Gedanken schön irgendwie, ich will ein Gerät entwickeln, womit jeder intuitiv Musik produzieren kann. Demokratisierung des Produktionsprozesses sozusagen, ne?

Ja, die Möglichkeit vor allem, ohne ein riesengrasses, teures Studio irgendwie zu haben oder ich meine, wenn man schon ein Schlagzeug aufnehmen will, braucht man irgendwie für jede Trommel, für jedes Becken ein eigenes Mikrofon, dann brauchst du natürlich noch einen Mischpool dazu und dann brauchst du noch ein Tapedeck. Also das ist echt krass, was da alles dahinter steckt und der hat das einfach versimplt, so einfach gemacht, in ein Ding gesteckt und ich sag mal relativ bezahlbar gemacht.

Der lebt aber nicht mehr, oder? Der ist wahrscheinlich schon gestorben, wenn der das damals schon entwickelt hat. Ne, ich glaube er ist noch, glaube er lebt noch. Es gab mal eine Geschichte über einen krassen Rechtsstreit, so, weil Akai den ziemlich abgefuckt hat, dem nicht mehr auszahlt sozusagen für seine Idee und der eigentlich steinreich sein sollte, aber bekommt keinen Cent mehr, weil die irgendwie, was war es?

Ich glaube, die haben die Pads von links auf rechts gesetzt und dadurch war schon sozusagen die Copyright Problematik gelöst und die konnten es sozusagen ohne sein Patent verkaufen. Miese Geschichte, also irgendein Anwalt hat sich das mal nach 20 Jahren angeschaut und sich überlegt, dass man ihn da auch ficken könnte quasi. Das spricht gegen Akai und für ihn als Erfinder, aber trotzdem, wenn er das hört, grüße ihn raus, wir sind für deine Tantiemen-Bestrebungen, wir unterstützen das.

Sollte jeder Tantiemen bekommen für seine doofen Ideen. Ja, für die Idee ist es definitiv. Gibt es denn vielleicht auch neuere technische Entwicklungen, die das Produzieren beeinflusst haben? Jetzt Aktuelle? Aktuell oder auch jetzt, was kam danach? Gab es irgendwas Revolutionäres quasi? Also keine Ahnung, wenn ich so ein, ich glaube Jonas, wir sind noch in den 90ern erst mal.

Das war ja noch alles anhand der Nuke, ne? Aber davon ausgehend, also ich weiß nicht, was kam danach noch, das war der nächste Schritt dann quasi. Weil es ist ja auch viel technische Weiterentwicklung letztendlich, was es zugänglicher macht und auch nochmal ganz neue Sounds ermöglicht einfach, die man vorher nur schwer rauskriegt.

Du hast als ersten Schritt immer die technische Innovation und dann im zweiten Schritt die Innovation der Künstler, die die Technik benutzen und die dann nachher auch einen neuen Sound machen. Also dieser klassische Boom-Bap-Sound der 90er wäre nicht möglich gewesen ohne diese Sample-Maschinen. Ja, definitiv. Und auch so ein krasses Beispiel ist, wenn man da sich mal ein bisschen schlau macht, das Sample von Mobb Deep mit Shook Ones Part 2.

Das war die Legende, wo kommt das Sample her? Das ging ewig her und jetzt vor ein, zwei Jahren haben sie es entdeckt und alle sind mega happy. Und das war einfach auch ein Stück, das war glaube ich nur eine Sekunde und das haben die einfach mega runtergepitcht. Das ist einfach mega lang geworden und hat dadurch diesen Unique Sound bekommen sozusagen. Ja. So da zwischenbei der... Weißt du zufällig wie das Originallied heißt?

Ne, weiß ich jetzt gerade auf die Schnelle nicht, muss ich ehrlich sagen. Aber was ich mal in der Doku gehört habe ist, der wo den Beat gemacht hat. Mobb Deep. Der fand den Beaten erst nämlich richtig scheiße und wollten schon löschen. Und der andere dann zum Glück gesagt, ne man, wir rappen drauf, wir rappen drauf und bam, Shook Ones Part 2 ist die Hip Hop Hymne, sag ich mal schlechthin, abgefahrene Geschichte.

Weil das Hört sich mit dem Mobb Deep Beat, hört sich ein bisschen so an wie die Geschichte von Mabel und Moby Dick. Und Moby Dick und Mobb Deep hört sich ein bisschen ähnlich an, deswegen hat mein Gehirn das gerade verbunden. Nachdem Moby Dick geschrieben wurde, hat Mabel seinen Freunden zum Lesen gegeben. Alle haben gesagt, es ist richtig scheiße, bring das bloß nicht raus, du wirst nicht richtig, also es ist einfach nicht gut.

Wir schämen uns so ein bisschen, für deinen Freund zu sein, mit dir mit Freund zu sein und du solltest es nicht publizieren. Und dann hat es rausgebracht und es wurde zu einem der legendären Romane der westlichen Literatur so. Dementsprechend nicht immer auf die eigenen Freunde hören, vor allem wenn man Prototyp zu Hause rumliegen hat, gerne trotzdem rausbringen. Nicht immer auf den Producer hören, was die Beats angeht und nicht auf die Freunde, was die eigenen Romane angeht, würde ich sagen.

Das ist auf jeden Fall ein guter Rat. Was ich jetzt noch kurz sagen wollte, zu dem Mobb Deep Sample auch, es braucht nicht immer technische Innovation, um einen geilen Sound zu kreieren, den Leute Jahrzehnte später versuchen zu entschlüsseln, wo das herkommt. Wenn man sein Instrument oder in dem Fall die Drum Machine oder was auch immer beherrscht, dann kann man damit auch verrückte Sachen machen.

Selbst mit dem, wie hieß die nochmal, aus den 80ern. Der könnte man heute bestimmt auch noch geilen Scheiß machen, vermutlich. Definitiv, es gibt immer noch Leute, die heute unbedingt dieses Ding kaufen wollen. Ich habe es mir aus Spaß auch mal angeguckt und dachte mir, okay, 5000 Euro für so ein Ding, auf keinen Fall.

Aber Jonas, ist das nicht das Gegenargument eher, dass es in den späten 80ern Innovationen gab und dann Mobb Deep mit diesem Beat arbeiten konnte? So rum habe ich das gemeint. Verstehst du? Ja klar. Man muss ehrlich sagen, das waren auch irgendwelche Boys, die hatten dann Glück, dieses Gerät irgendwie zu ergattern oder haben das irgendwo aus der Garage, keine Ahnung, wie sie da rankamen.

Die saßen halt, die haben im Wohnzimmer gechillt, hatten das Gerät da eingeschlossen und ordentlich geraucht, sage ich mal, und haben einfach mal rumprobiert. Und daraus entstand die ganze Geschichte. Und das fand ich ja, dieses intuitive Arbeiten mit solchen Sample-Dingern einfach ausprobieren und schauen, was dieses Gerät so rausbringt.

Also genau diese Innovation der Künstler. Ah, ich weiß jetzt nochmal was. Also die hatten damals echt wirklich, das was die hatten, war eigentlich echt einfach so ein Kassettendeck, ein Radio oder einen Plattenspieler. Das haben sie einfach an diesen Sampler angeschlossen und haben dann aufnehmen gedrückt. Und damals war es auch nochmal krass, Speicher irgendwie, wir haben heute irgendwie USB-Sticks mit was weiß ich, 100 Gigabyte.

Und damals gab es, das war 1,2 Megabyte, das Kette war der Shit, man weiß das so. Und wenn man das überlegt, das waren, was waren das, ich weiß nicht genau, das sind vielleicht 20, 30 Sekunden Aufnahme, Stereo nochmal halb. Weil dann hast du ja zwei Spuren sozusagen, wenn du Stereo aufnimmst. Und so haben die gearbeitet. Die haben kleine Schnipsel rausgeholt aus dem Radio, Plattenspieler, Kassetten, was sie irgendwie da hatten. Und haben daraus dann was gebastelt.

Es musste quasi auch so sein, es gab gerne die Möglichkeit super lange Samples rauszuziehen, weil der Speicherplatz gerne da war und deswegen musste man mit möglichst kurzen Samplen arbeiten. Verstehe ich das ganz gut? Man konnte nicht einfach so wie eine Kassette eine Stunde aufnehmen, das ging mit diesen Geräten einfach nicht.

Ja und jetzt sind wir in den 90ern angekommen und haben die klassischen Hip Hop Boom Bap Beats, die man sich aus den 90ern so kennt. Und haben mittlerweile auch, Jonas du hast NWA vorhin in den Anfang reingesteckt, der Rap-Szenek wird sich ja eher ein bisschen später einordnen. Und damit beginnt ja dann mit NWA auch so der Gangster Rap, der ja auch einen riesigen Einfluss hatte auf die folgenden Szenen und die Entwicklung in der Szene.

Und Battle Rap, der auch in der Zeit in den 90ern dann zunehmend irgendwie zu so einem Phänomen wird, was in der Kultur quasi, auch wenn ich jetzt an die frühen 2000er denke, wo das dann noch mal popularisiert wurde durch 8 Mile und solche Sachen. Aber da war das natürlich schon seit 20 Jahren angekommen in New York und in der amerikanischen Kultur.

Ich habe eine lustige oder eine spannende Hintergrund zu Battle Rap herausgefunden, nämlich die kurze Kulturgeschichte des Battle Rap und so eine ganz kurze. Ich hatte nämlich keine Ahnung, es gibt tatsächlich historisch relativ weit zurückreichende Traditionen und Spiele, die den Battle Rap quasi begründet haben, inklusive deine Mutterwitze.

Und das werde ich jetzt euch kurz vortragen. Die originale Vorform auf Englisch heißt Playing the Dozens und wurde 1926 wissenschaftlich das erste Mal beschrieben von einem Psychologen John Dollard hieß der, der in Harvard damals gelehrt hat. Ich zitiere euch jetzt mal einen Vers dieses Spiels. Zwei meistens junge Männer stehen sich gegenüber und beleidigen sich gegenseitig inklusive der Familienmitglieder des anderen.

Das wird immer wieder spezifiziert, dass es ganz wichtig ist, dass es da um die Familienmitglieder des anderen geht. Playing the Dozens war übrigens auch bekannt unter den amerikanischen Begriffen Blazing, Roasting, Hiking, Kapping, Clowning, Ranking, Racking, Crumming, Sounding, Check prompted, Joaning, Wolfing, Skinning, Sigging, Scoring, Signifying oder Chiving. Die Beleidigungen an sich wurden als Snaps bezeichnet. Snaps. Genau, da kommt es her. Da kommt das her. Das ist die Origin von Snap.

Ich lese euch jetzt den von Dollar zitierten Reim vor. Einen der vielen, die er in seiner wissenschaftlichen Arbeit verwendet hat. If you wanna play the dozens, play them fast. I'll tell you how many bulldogs your mama had. She didn't have one, she didn't have two. She had nine damn dozens and then she had you. Da ist eigentlich alles dabei, was wir von Battle Rap kennen.

Die Mutter, die Hundebeleidigungen und dieses Spiel, das 1926 das erste Mal in den USA beschrieben wurde, lässt sich bis nach Westafrika zurückverfolgen. Das war alles acapella. Das war alles acapella. Genau, vielleicht hast du so einen Kumpel daneben stehen, der dir ein Beat gibt. Das ist immer eine Möglichkeit. In jeder Zeit gibt es einen Kumpel daneben, der ein bisschen Beatbox. Aber ansonsten war das acapella. Genau. Aber du musst dir vorstellen, das war ein extrem populäres Spiel.

So schreibt es John Dollar, Schwarzen, Jugendlichen und Kindern, die das auch einfach aus Langeweile gespielt haben. Du musst dir vorstellen, mit einem Nachbarskind oder so. Und wenn wir uns die Wurzeln in Westafrika anschauen, dann wird es noch ein bisschen klarer.

Es gibt von 1976 im Journal of Black Studies von Amusi Kimesi einen spannenden Artikel, der schreibt, die Dozens, also playing the dozens, lässt sich mit einem nigerianischen Spiel namens Ikucha Nkotcha in Verbindung bringen, das wörtlich übersetzt abfällige Bemerkungen machen bedeutet. Was ich einen geilen Spielname finde, abfällige Bemerkungen machen ist ein unglaublich guter Spielname.

Diese Form des Spiels wird von Kindern und Jugendlichen gespielt und findet abends im Beisein von Eltern und Geschwistern statt. Das führt aber dazu, dass bei den Iqbo die Kommentare zurückhaltender sind, wenn sie das spielen in Nigeria. Bemerkungen über Familienmitglieder sind seltener und beruhen eher auf fantasievollen Vorstellungen als auf den tatsächlichen Eigenschaften der Teilnehmer.

Also wenn ich die Mutter von dem anderen beleidige und die ist wirklich dick, dann mache ich eher einen Witz darüber, wie klein die ist. Einfach aus gutem Taktgefühl. Aber ich beleidige immer noch seine Mutter in ihrem Dasein und die Familie, während sie außen rum steht. Im Gegensatz dazu, jetzt kommt das Beste, was ich herausgefunden habe, werden bei dem Spiel in Ghana, das ebenfalls häufig abends gespielt wird, häufig Beleidigungen gegen Familienmitglieder ausgesprochen.

Und seit ich das gelesen habe, will ich einfach unbedingt mal in Ghana Urlaub machen länger, bisschen die Sprache lernen und den Leuten dabei zuschauen, wie sie sich abends auf dem Platz vor ihren Häusern treffen und gegenseitig die Familienmitglieder beleidigen. So die machen das noch? Jaja, das ist eine echte Tradition, die noch am Leben ist dort auch. Die Igbo spielen das auch noch heutzutage.

Und damit kann man Battle Rap und viele der damit verbundenen Eigenschaften mindestens bis zu den Ursprüngen ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen und davor mal schauen. Aber das ist wahrscheinlich eine sehr alte Tradition, die ist darüber, den Sklavenhandel aus Westafrika mit den verschleppten Menschen nach Amerika geschafft hat und die haben das dort als Tradition am Leben erhalten, bis in die 20.

Jahre es dann irgendwann John Dollard aufgefallen ist und der gemeint hat, da muss doch irgendwas dahinter stecken. Der Verlierer ist derjenige, der als erste Fassung verliert und keine Erwiderung mehr hat. Das heißt, wenn du so getroffen bist von der Beleidigung und den Reimen des anderen auch und du nichts zurück erwidern kannst, dann hast du verloren.

Dollard hat schon auch damals 26 beschrieben, dass das Spiel oft dann auch damit endet, dass die Person, die keinen Reim mehr hat, dem anderen einen aufs Maul haut. Aber das ist nicht Teil des eigentlichen Spiels. An sich wurde auch von der Forschung beschrieben, dass es auch so ein Spiel ist, was Männlichkeit irgendwie quasi inszeniert und zeigt, wie Wortgewandt du bist, wie schnell du denken kannst und wie gut du deine Fassung bewahrst.

Weil das als etwas sehr Männliches gesehen wurde und hoffentlich, keine Ahnung, heute auch noch gesehen wird, dass man die Fassung nicht verliert, wenn einem jemand irgendwie was an den Kopf wirft, sondern man dann quasi die Fassung bewahrt, ruhig bleibt und mit einer besseren Erwiderung zurückkommt quasi zum anderen. Und ja, das Playing the Dozens. Heißt das, das war eher was für unverläutige Bemerkungen. Ein Spiel für männliche Personen.

Genau, junge schwarze Männer haben das gespielt in Amerika. Vielleicht hat es auch da schon einen kleinen Ursprung, dass der Battle Rap sehr männlich beherrscht ist, weil eigentlich hat ja jeder eine Mutter, die man beleidigen kann. Also das ist ja nichts Geschlechtsspezifisches. Ja, Väter werden auch seltener beleidigt werden. Das kann definitiv sein. Wobei eine gute Vaterbeleidigung im Battle Rap, glaube ich, besser ziehen würde als die ganzen ausgelutschten Muttersachen. Das stimmt wohl.

Vielleicht sind da die Reime schwieriger. Ich weiß es nicht. Da habe ich mich gefreut, dass ich euch das heute erzählen kann. Da saß ich mal wieder nachmittags bei der Recherche, freut ihr glachend vor meinem Computer und habt euch die wissenschaftlichen Texte gespürt. Das wird so gut vorstellen.

Im Vergleich zu sonst, wenn ich hier sitze und komplett deprimiert mit irgendwelchen komischen Fascho-Religionsideologien reinziehe und zunehmend den Glauben an die Menschheit verliere, hat mir das wirklich gezeigt, da gibt es eine lange Geschichte. Also diese Mutterbeleidigungen im Rap kommen nicht von irgendwo, die sind nicht irgendwie kulturlos, ganz im Gegenteil. Da steckt mehr Kultur dahinter, also eine längere Linie, wie hinter den meisten Traditionen und Kulturen, die wir so hochhalten.

Also der schottische Schottenrock und das Dirndl und die Lederhose wurden auf jeden Fall popularisiert und erfunden, nachdem The Playing of the Dozenz schon eine ganze Weile in Amerika ein Ding war. Ja, die Kultur des Mutterbeleidigens. Aber wir können zurück zu Samplen kommen. Schöner Exkurs. Okay, wo waren wir denn stehen geblieben genau? Wir waren jetzt bei den 90ern angekommen, Boom Bap, den haben wir so ein bisschen hin so was gelassen.

Genau, und in den 90ern vollzieht sich die Wende quasi vom Rap der gegen Crack war, zum Rap der von Crack Dealern selber gemacht wurde. Also im Gangsterrap ändert sich dieses Paradigma von wegen, wir klären die Gesellschaft auf um uns und wir sind dagegen und wir bieten quasi was Alternatives an in der Hip Hop Kultur. Hat sich dann die dunkle Realität durchgesetzt, aber hat dann eben auch wieder die Realität wieder gespiegelt. Die Lebensrealität der Leute, die das am Anfang gemacht haben.

Also die am Anfang, die Wu-Tang Clan zum Beispiel als berühmte Gruppe, die eine große musikalische Bewegung und rausgegründet haben, aber die ursprünglich eben auch viel mit Gewalt und Drogenhandel zu tun hatten. Manche mehr, manche weniger. Talking to you ODB.

Also vielleicht das Fernwärts in den 90ern sind, können wir auch vielleicht diese Ost- und Westküsten Problematik aufmachen, weil da unterscheiden sich die Beats auch, bin ich der Meinung und natürlich auch das, worüber gesprochen wird mehr oder weniger, aber vor allem die Beats, also Ost-Westküste meinen wir jetzt vor allem New York und LA, würde ich sagen, wo so eine Rivalität bestand.

Die bekannteste ist natürlich zwischen Tupac und Notorious B.I.G., die beide ihr Leben verloren haben über diese Problematik. Ich weiß nicht, ich kann es nun ein bisschen was zu den Beats sagen, vielleicht zu den Unterschieden, gerade zwischen Ost- und Westküste, Jan, was die so ausmacht. Ja, das waren ja zwei Labels. Boah, Scheiße, jetzt habe ich die Namen vergessen. Einfach sozusagen East Coast Label und Death Row Records. Death Row und war das West Coast Label.

Ja und dann von Puff Daddy nach Shit. Das ist wirklich peinlich jetzt. Sorry, aber Bad Boy Entertainment. Alle müssten es wissen, Bad Boy Entertainment, Dankeschön. Genau und die zwei Labels hatten irgendwelche krassen aggressiven Banden unter sich und irgendwie entstand dadurch irgendwie so ein mega Beef, so wie hier in Deutschland mit Bush. Beef ist ja am Endeffekt auch wieder nur Playing the Dozens auf einer musikalischen Level in der Öffentlichkeit quasi.

Also diese Weiterentwicklung von ich beleidige deine Mutter, aber ich mache es auf dem Album und die Gangs im Hintergrund haben glaube ich da irgendwann tatsächlich vergessen, was die Regeln des Spiels sind. Definitiv, ja so wie wenn dann irgendwann der letzte Disc kommt bei Playing the Dozens und dann gibt es halt auch Small. Ja genau, so war es da auch. Ja beat technisch kann man sagen war auf jeden Fall bei West Coast Dr. Trey ziemlich sehr prägend.

Vor allem dann mit Snoop Dogg und so kam dann dieser ganze G-Funk Style. Es war eher so langsam verkiffter Sound sag ich irgendwie mit so billigen Synthesizer und sehr entspannt sozusagen. Wobei man natürlich auch sagen muss, wenn man sich die alten NWA Sachen anhört, die gehen ordentlich voraus. Das war auch noch ein bisschen vorher. Und da danach kamen dann die ganzen G-Funk Style Sachen nach NWA so mit Snoop Dogg und sowas.

Und die East Coast die haben einfach gesampelt, die haben sich nicht viel aus Synthesizer oder sowas gemacht. Also ich meine klar beim G-Funk wurde auch viel Synthesizer gesampelt im Endeffekt. Die haben auch irgendwelche Platten geholt. So zum Beispiel Ohio Players Funky Warm ist da so ein Song, das ist der bekannte Song. Da gibt es diesen Synthesizer und wenn ihr euch den Song anhört dann wisst ihr sofort Bescheid.

Das ist Dr. Trey. Ja aber die waren einfach ein bisschen rougher und sind dabei geblieben. So definitiv die East Coast Leute. Die haben auch kein so gutes Wetter in New York. Ich meine wenn man unter Palmen und in LA am Strand irgendwie so da kriegt man eine andere Stimmung wie wenn du im verschneiten New York sitzt irgendwie. Definitiv ich denke das spielt auch mit. Klima ist auf jeden Fall etwas was mitspielt. Ja das ist der große Unterschied.

Was ist denn da mit dem Klima falsch, mit dem deutschen Rap? Was hat das Klima denn mit dem deutschen Rap getan? Also was vergisst. Hey, mit dem deutschen Rap gehört das. Zum deutschen Rap müssen wir mal separat eine Folge machen wahrscheinlich. Da gab es ja auch so Beef mit Pusheedo und so. Da gab es ja auch die ganzen Geschichten. Das ist schon nochmal eine extra Story. Definitiv. Ja so vor allem.

Was ich auch noch eigentlich irgendwie noch in Verbindung jetzt, also was ich definitiv wichtig finde ist natürlich dieses ganze D-Chain. Weil das kam alles, alles was sozusagen der Anfang vom Hip Hop war, war D-Chain. Das heißt die hatten zwei Plattenspieler und haben da irgendwas zusammengeschustert. Und letztens habe ich, ich glaube ich habe es irgendwo gelesen oder gehört, ich weiß es nicht mehr in einem Doku, wie sozusagen das Scratchen entstand.

Also dass man einzelne Wörter oder so nimmt und die dann schön durchscratcht. War die Geschichte, ich glaube DJ Kool Herc war es, der irgendwie im Zimmer stand, D-Chain geübt hat und dann hat irgendwie seine Mama an die Tür geklopft und der hat die Platte gestoppt und dabei gemerkt, wow, hat gemerkt geil. So und das war irgendwie der Anfang. Anscheinend, so der Anfang vom Scratch, hat dann gemerkt geil, wenn ich die Platte hin und her bewege, dann kommen die Sounds raus. Schon wieder die Mütter.

Also die Verbindung zwischen Müttern und Hip Hop ist tatsächlich, erhärtet sich in der heutigen Folge. Vielleicht sollten wir die Folge auch Hip Hop und deine Mutter nennen oder so, um da einfach inhaltlich auch den Rahmen zu schlagen als roter Faden durch die heutige Folge. Die mussten viel aushalten und haben viel initiiert auch, definitiv. Und hatten vor allem Söhne, die mit Plattenspielern experimentiert haben, was extrem nervig sein muss.

Ja und das D-Chain, das ist immer noch, finde ich sozusagen das Faszinierendste eigentlich, auch eines der faszinierendsten Sachen am Hip Hop machen. Denn da performt man live. Das ist einfach live performt, das ist wie ein Skater, der jetzt gerade irgendwie da seine Runde fährt und da die Rampe hoch und da den perfekten Trick macht und dann wieder runter und zur nächsten und genau so macht das ein DJ auch.

Der hat halt seine Sounds und sagt, ok ab dem Part mache ich das so und das muss alles vom Timing passen. Da kann ich euch, ja da haben sich voll die Leute entwickelt, der bekannteste ist DJ Q-Bot. Den kann ich euch echt wärmstens empfehlen. Der Typ ist echt abgefahren. Ich hab, wo ich mich mal über den nochmal kurz informiert hab hier für die Show hier, hab ich mal geschaut, ey der ist, was stand da vorhin? Ich glaub 69 geboren, also der ist echt fucking alt man, das ist echt krass.

Ja 69, abgefahren. Jan wir behandeln in der Show hier meistens Leute, die im 1800 irgendwas geboren wurden. Von daher ist er mit einer der jüngsten Persönlichkeiten, die wir hier jemals besprochen haben bis jetzt in den 20s. Ja aber ihr müsst ihn euch auch anschauen. Aber es ist gut, dass du das ein bisschen im per Speed, du meinst er ist noch am Leben auch. Er ist noch am Leben und er sieht noch aus wie als wäre er 30 so. Also er ist ja mega fresh aus.

Und genau der war zum Beispiel auch bei der Rocksteady Crew, die sehr bekannt ist damals. Da gab es damals diese, die ganzen Scratch Battle Stunts entstanden auch in den 90ern, wo sich solche Crews gebattelt haben. Das waren dann irgendwie 3, 4 DJs, irgendwie jeder hatte 2 Plattenspieler, der eine hat dann irgendwie die Trumps gemacht, der andere eine Melodie, der andere die Vocals. Also das war echt wie so eine Band, aber halt nur mit Platten spielen.

War ja auch die große Zeit der Boybands, die 90er, da musste man auch mit Platten mindestens 3 Männer auf eine Klinik kriegen. Ehy definitiv und wenn man sich das mal anschaut, DMC, Champions, Chips, schauts euch an, es ist mega spannend, da gehts richtig ab. Muss man natürlich mögen, weil die sind natürlich sehr rough, aber es ist einfach mega.

Ja und DJ Qbert war zum Beispiel einer, der hat dann DJ Master Mike und so kennengelernt, schon als Kind und hat es dann von Kind auf wirklich von dem beigebracht bekommen und ist dann richtig aufgegangen. Und was man da mittlerweile DJ-mäßig machen kann, ist echt krass so.

Ein Film gibt es zum Beispiel von DJ Qbert, da hat er das mit einem Filmemacher nämlich verbunden, seine Scratch Sachen, geht auf 40 Minuten und ihr könnt euch ja vorstellen, da werden Sounds gesammelt von verschiedenen Platten, das wird zusammengescratched, dass es ein Ding gibt, nur halt alles relativ live. Die haben dann nicht nur 2 Plattenspieler, manchmal auch schon dann 3 oder 4 Plattenspieler mit verschiedenen Platten drauf.

Und da hat er irgendwie so einen Filmetyp kennengelernt, der dann genauso stressig wie DJing auch ist, einen stressigen Film noch dazu gemacht hat. Muss man sich definitiv reinziehen, das wollte ich jetzt euren, Wave Twisters heißt der nämlich. Mega und da kann man nochmal echt ganz viel drüber lernen, was DJing auch wirklich ist, also von Scratchen, was die da für krasse Power reinstecken.

Ja, das ist immer noch der Grund von, das ist der Anfang von Hip Hop und er zieht sich bis heute noch durch. Würdest du das auch unterschreiben trotz der digitalen Entwicklung in den letzten 20 Jahren? Also obwohl jetzt so viel digital gearbeitet wird. Was? Das hast du auch nicht verstanden. Was war die Frage?

Nee, ich wollte nur fragen, ob das Jan immer noch so unterschreiben würde, weil jetzt wird ja ziemlich viel digital produziert auch im Hip Hop, der Großteil der Beats und alles andere, wir kommen zum Glück aus der schlimmsten Autotune Ära wieder raus, aber die letzten Jahre waren ja tatsächlich sehr Autotunig. Ich meine vor vier, fünf Jahren war es noch härter, aber ja. Experimentell.

Und das war auch so eine neue technische Entwicklung, wo alle mit experimentiert haben quasi und ich kann mir gut, also natürlich gibt es immer noch viele Producer, die mit Platten arbeiten, aber die, ich kann mir vorstellen, dass das im Großen natürlich auch viel abläuft, viel digital abläuft und viel weniger mit Platten heutzutage. Darauf wollte ich nicht. Also vor allem, wenn es ums Produzieren oder sonst was geht.

Aber nichtsdestotrotz ist Turntablism, so nennt sich nämlich sozusagen diese Sportart oder was auch immer, wie man das, diese Technik, Kunst genau nennen möchte. So nennt sich das, hat sich natürlich auch definitiv weiterentwickelt und auch digitalisiert mehr, aber der Grund ist, also am Ende ist es fast immer noch gleich. Nämlich hat man einen runden Platten Teller, der sich dreht und darauf sind Platten und damit arbeitet man auch noch heute sozusagen, um Scratches und alles sowas zu machen.

Früher hat man alte Platten gehabt und musste stressig immer hin und her wechseln und musste so Kleber drauf machen, damit es sich immer wieder loopt oder man sich die Stelle merken konnte. Heute hat man nur noch Tasten, damit man direkt an die Stelle kommt. Das hat einfach einfacher gemacht worden. Aber dieser Platten Teller, der sich dreht und da ist mit dem Platten eine Scheibe drauf, das ist immer noch gleich geblieben bisher.

Dazu vielleicht auch noch, also ich glaube, Grandmaster Flash war der erste, der tatsächlich Kopfhörer benutzt hat und dann nicht mehr diese Klebestreifen auf der Platte gebraucht hat, um den Break zu finden, quasi, habe ich jetzt nachgelesen. Das finde ich auch ganz spannend. Also Grandmaster Flash ist auch einer der Gründerväter, auch wichtig, den haben wir noch gar nicht genannt. Ich wollte den jetzt hier mal unterbringen, auf jeden Fall.

Ja, obwohl Markierungen musste, musste ich schon immer wieder machen, weil wenn man beim Scratchen war, waren das oft zwei, drei Sekunden, wo man Zeit hatte, um die Platte zu wechseln und man musste die Nadel wirklich perfekt legen. Und da gehen immer noch für mich der meiste Respekt raus, wie die Leute das echt so sauber hinbekommen haben. Da ist es heute definitiv leichter geworden, digital mit Computer, wo du echt nur den Knopf drückst und du bist an der richtigen Stelle.

Ich stelle mir manchmal vor, dass ich die Podcastfolgen hier mit der Schreibmaschine vorbereiten müsste und bekomme dann schon einen kleinen Nervenzusammenbruch bei der Vorstellung davon und bin dann immer noch sehr dankbar für unsere modernen Textbearbeitungsprogramme. So stelle ich mir das als Analogie bislang vor. Ja, so kann man es definitiv absehen.

Was vorhin gesagt wurde, dass ganze Jazz und Soul da mehr reingemischt wurde, kam natürlich auch erst durch die Sampler richtig, weil man nicht live direkt mit dem Plattenspieler irgendwie so ein Jazz-Ding machen konnte, sondern das wurde dann erst, wenn man es wirklich samplen konnte und man konnte da ein richtiges Schlagzeug noch drunter legen, ist es dann erst mit Jazz, also Jazzigen Boom-Bab so richtig durch die Decke gegangen.

Obwohl der Jazz natürlich vorher schon ein Einfluss war bestimmt, weil da vielleicht auch, der Vater war Jazz-Musiker oder die Person hat selber Jazz, also das war natürlich so musikalische Grundbildung, irgendwo mitbekommen zu haben, hat auch nie geschadet. Wenn man das als Vorprägung hat, nimmt man die Einflüsse natürlich auch mit. Ich denke jetzt nicht nur an Tupac, der traditionelles Ballett gelernt hat, bevor er Rapper wurde. Zu empfehlen sind auch die ganzen Guru-Alben Jazz-Metas.

Da gibt es eine Reihe von, ich glaube mittlerweile eins bis fünf oder so, aber die eins und zwei kann ich wärmstens empfehlen. Wo er auch mit Jazz-Musikern eingearbeitet hat und die Möglichkeit hatte sogar viel im Studio, in so richtigen Studios zu sein. Und ja, mit denen dann sozusagen wirklich die Musik Richtung Hip-Hop gemacht hat und richtige Jazz-Musiker dabei am Start hatte. Also echt faszinierend.

Um die Folge noch so ein bisschen zusammenzuführen jetzt gegen Ende, ich finde es faszinierend, dass Hip-Hop eben einfach als Beispiel dienen kann, auch für eine Kultur, die sich an einem Ort mit so ganz speziellen Einflüssen, also nicht nur Playing the Dussens und die ganzen Musikarten und die sozioökonomischen Bedingungen in New York damals, zu der Zeit in den 70ern, die wir besprochen hatten am Anfang der Folge, dass sich sowas, das Ganze an einem Ort entwickelt

aus diesen verschiedensten Eindrücken, dass das es irgendwie schafft innerhalb von 30, 40 Jahren zu einer internationalen Jugendkultur zu werden, die ja quasi in fast allen westlichen Ländern und auch sonst überall auf der Welt, überall wo ich war, gab es irgendwelche Lokalrapper. Und überall wo ich war, bis jetzt, gab es irgendwelche lokalen Sprayer und Leute, die gern Beats gehört haben.

Und dass sich das quasi aus New York, so was Internationalen so schnell verbreiten konnte, liegt sicherlich auch an den Medien, die wir heutzutage hatten und Fernsehen und all diesen Dingen.

Aber Kultur hat sich ja schon immer so verbreitet und Hip Hop ist nur ein sehr prägnantes Beispiel an den letzten Jahren, wo wir das in unserer Lebenszeit quasi miterleben konnten, wie sich sowas aus sehr Amerikanisches und sehr an einem Ort verhaftetes, quasi zu auch überall seine Lokalparzellen bildet, mit dem deutschen Rap, über den wir mal anders sprechen sollten in einer eigenen Folge, mit französischen Rap, der so seine ganz eigenen, lustigen Ausprägungen entwickelt hat.

Und genau, dass es eben so geschafft hat, sich zu etwas zu entwickeln, was international irgendwie überall Anklang findet. Naja, was ich, also was ich, nämlich, wenn man sich an Hip Hop natürlich denkt, denkt man immer an die 90s. Das ist so die golden era, sagt man ja. Und das war natürlich definitiv da, wo auch der Markt gemerkt hat, ey, Mann, mit Hip Hop können wir Cash verdienen.

Und dadurch hat es sich kommerzialisiert oder bzw. hat es sich weit verbreitet, weil die Leute, die Cash wollen, gemerkt haben, ey, Mann, ich kann da den Produzenten holen und den Rapper und dann fließt das Geld sozusagen. Ich kann einen Haufen Platten verkaufen und verdiene was dran. Aber ja, so wie du gesagt hast, Johannes, das ist natürlich, so verbreitet sich auch Kultur. Ja, also klar, mittlerweile ist es komplett Mainstream, Hip Hop.

Und daher ist es auch wichtig, dass man diese kulturellen Wurzeln nicht vergisst. Es ist eine afroamerikanische Kultur, es ist Black Culture. Und das sind die Wurzeln und die liegen im Ausdruck, sich selbst auszudrücken, seine Wahrheit zu sprechen, aber auch dann im Widerstand gegen die weiße Vorherrschaft letztendlich und auch für ein Eintreten für Gleichberechtigung. Das darf man bei all dem Kommerz, den es heutzutage gibt. Es ist wichtig, dass man das im Hinterkopf behält, wo es herkommt.

Genau, und ich hoffe, das haben wir jetzt auch einigermaßen rübergebracht. Ja, Jan, wo können denn die Leute dich finden, wenn die sich was von dir musikalisch anhören wollen im Internet? Na, eigentlich nur meine Sendung groß jetzt. Ich sag mal, über einen Störfung mit Favorite Flips. Also das freie Radio Störfunk findet man im Internet auch, gibt immer ein Player und war genau in der Mediathek. Sonst laufe ich live immer freitags von 10 bis 11. Aber da bin ich natürlich am Auflegen.

Das heißt, ich spiele Sachen von Leuten mit verschiedenen Themen immer wieder. Mal hab ich irgendwie einfach nur Deutschrap im Kopf, Beats, deutsche Produzenten, amerikanische Produzenten, immer wieder unterschiedlich, neues Album am Start. Ja, und sonst bin ich jetzt hoffentlich bald auf Spotify mit meinen eigenen Beats. Ist schon ein paar Sachen in Planung. Da wirst du uns mal einen Link schicken, den packen wir dann in die Beschreibung hier mit rein, sobald es das gibt.

Das können wir später noch hinzufügen einfach. Das heißt, Spotify Link in der Beschreibung. Ja, sonst bin ich natürlich auf Soundcloud. Da ist mein ganzer Shit, aber da ist auch der Shit von vor 10 Jahren noch. Alles und wirkliche. Genau, wenn ihr tiefer in Jans Vergangenheit ein bisschen graben wollt, dann empfehlen wir euch seinen Soundcloud-Video. Machst du auch was auf Instagram oder so? Ja, ein bisschen. Aber falls jemand das kontaktieren möchte, würde das ja darüber gehen, eventuell.

Oder gut, geht auch über Stürfungen, klar. Ja, Frikke240 auf Instagram. Wird alles verlinkt natürlich. Okay, cool, dann bedanken wir uns. Cool, dass du da warst, Jan. Ja, ich hab mich auch sehr gefreut. Sehr schön. Dann sehen, hören wir uns nächste Woche wieder mit einer neuen Folge. Was auch immer, wir werden sehen. Genau. Folgt uns, abonniert uns, werdet Patreons. Lassen Sie 5 Sterne Bewertung da gerne. Immer gerne. Ansonsten bis bald. Bis bald, macht's gut. Ciao. Bis zum nächsten Mal.

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