Hallo und herzlich willkommen zu der neuen Folge von Alle Zeit im Welt. Heute heute Jonas und mir. Hi, heute im zweier Platz. Genau, heute Double Trouble, Jonas und ich. Den haben wir uns heute vorgenommen in der Vorbereitung.
Wir haben uns vorgenommen, den Ritter mit der eisernen Hand, Götz von Bärlechingen. Das ist auch irgendwie ein naheliegendes Thema für uns gewesen, weil wir aus der Gegend stammen, aus der auch der Götz stammte und deswegen schon ein bisschen regional vollklohre, die tatsächlich auch irgendwie ein gesamtdeutschen Einfluss hatte.
Ja, weil dieser ist tatsächlich einer der einzige Lokalheld aus Süddeutschland oder aus unserer Ecke speziell aus Hohenlohe, der es geschafft hat, über die Grenzen zu so einer großen Bekanntheit zu werden. Also, wir wurden eine Postkarte von einem über 90-jährigen Franzosen geschenkt, auf dem der Götz von Bärlechen abgebildet ist. Ich zeige sie dir mal hier. Darauf steht geschrieben, der Ritter Götz von Bärlechen geboren 1480 gestorben 1562, bekannt durch seinen Zitat.
Er aber sagt seinem Herrn, er kann mich im Arsch hinlegen. Das heißt, dieser Spruch, der Götz zugeschrieben wurde, dann später von Goethe, hat zu einer extremen Verbreitung auch dazu geführt, dass der Götz berühmt wurde mit seinem schwäbischen Gruß. Und er ist so eine Art deutsche Robin Hood, würde ich fast sagen. Also, wenn wir uns überlegen, was sind denn so deutsche Robin Hood-Figuren, dann kommt der Götz von Bärlechen, der eigentlich relativ nahe ran.
Er ist Raubritter, er ist eine Art deutsche Robin Hood, er ist der Anführer von Bauern, Horden im Bauernaufstand von Bauernhaufen. Und er ist professioneller Fedeführer und Erfinder von Beleidigungen, Götz von Bärlechen. Heute mit uns im Podcast der Gute. Ich denke, wir werden erstmal ein bisschen über die Biografie von Götz reden.
Wir werden ganz spannende Dinge ableiten über die generelle Situation Ende des 15. Jahrhunderts, Anfang des 16. Jahrhunderts, in der Zeit, in der er gelebt hat in Deutschland, was eine extrem spannende Umbruchszeit ist, zu der ich schon sowieso schon mal länger folgen machen wollte und zu der auch noch einige andere Sachen kommen werden.
Stichworte Bauernaufstände und Martin Luther sind da eben zwei Themengebiete, Reformationen, Protestantismus, die da reinfallen und die auf jeden Fall noch tiefer bergern werden in der Zukunft. Und ja, am Ende werden wir vielleicht noch ein bisschen über die literarische Aufarbeitung sprechen und was Götz da noch mit rausgeholt hat aus dem Stoff oder was Götz damit zu tun hat, wie wir ihn heute erinnern in Guten Götz.
Ja, vielleicht vorab, das waren ein wichtiges Stück für Götz, der Götz von Bärlechen, so viel sei schon mal gesagt. Der Götz wurde, wie du gesagt hast, bei uns in der Wegen geboren, nämlich um 1480 in Jaxthausen und war das letzte von zehn Kindern des Kiljans von Bärlechen aus Jaxthausen und der Margarete von Tüngen. Verheiratet waren die beiden seit dem Untermagerete von Tüngen.
Als zehntes Kind hat sich Götz relativ früh entschieden, die Laufbahn als Kriegs- und Reitersmann einzuschlagen und er begann dann mit 17 als Knappe am Hof des Margarete von Ansbach zu arbeiten und mit dem es ist, einmal in den Krieg zu ziehen. Er war dann in Burgund auf Kriegszügen in Lothringen und Brabant und hat dort erste Erfahrungen als Soldat gesammelt. Als Knappe ganz typisch die Laufbahn, man macht seine Ausbildung, wie das damals eben so war, als Soldat.
Was damals schon auffällt, ist, dass dieser Mann Gottfried eigentlich gekürzt zum Götz extremes Talent für die Kriegsführung hat, da eine helle Freude daran hat, aber dieses ganze höfische, adelige Leben, was da eben auch mit dazu gehört.
Die andere Seite der Medaille ist, dass die ihm nicht so richtig liegt, diese höfische Diplomatie, diese ganze Rituale, die Riten, da hat er nicht so wirklich große Lust drauf und aus Rebellion macht er dann, was man eben so macht, er schließt sich in einem Raubritter an. Und zwar dem berühmtesten Raubritter der Umgebung, er geht quasi zum größten Gangster, nämlich Hans Talager von Maschumbach, der damals bekannt war für Wegelagern und das Ausgrabenrauben von Durchreisen.
Der war ungefähr 20 dann und das war der Weg, den er einschlagen wollte und das hätte es auch sein können, für Gott, er hätte dann einfach Wegelager Raubritter bleiben können, aber seine Verwandtschaft hat immer wieder interveniert, sein Onkel hat sich dafür eingesetzt, dass er dort diesen Kontakt abbrechen musste,
wurde dann mehrmals fast festgenommen oder mit der Reichsacht belegt und dann haben die Verwandten sich dafür eingesetzt, dass er doch irgendwie wieder raus kam und mein Gutje holen ihn zu uns zurück, passen auf ihn auf, aber er ist doch noch jung und weiß es einfach nicht besser. Obwohl er dann bei Mark Grafen zurück war, von Ansbach, an seiner eigentlich alten Anspellung zurück aus der Räuberbande, führte er 1502 mit 20, den seine erste damals schon verbotene Fede gegen die Stadt Nürnberg.
Und das ist was uns heute öfter mal beschäftigen wird, was eine Fede, was macht eine Fede aus und warum hat dieser einzelne Mann Beef mit Nürnberg? Wie laut ich das ab? Warum führte er einen Mann gegen eine Stadt? Das ist jetzt nicht so das Intuitiv, wenn wir denken, ah ja, richtig klar, die haben Nürnberg belegt.
Generell ist Götz einfach ein Mann, der am Wendepunkt der Zeit steht, am Ende des 15. Jahrhunderts und der mit einer extremen kriminellen Energie gegen diesen gesellschaftlichen Wandel vorgeht. Ich glaube, das ist eine ganz gute Charakterisierung von ihm. Er ist ein Mann der alten Ordnung, der nicht davor zurückschreckt mit der Waffe in der Hand, also Bonnie und Kleidmäßig ein bisschen,
gegen das aufstrebende Bürgertum und die sich verändernde Gesellschaft kämpft. Aber wie sah denn das überhaupt aus? Also er ist ja kein reicher Adler, er ist definitiv niederer Adler da, also keine riesige Familie, sondern zähnt das Kind aus einem kleinen Adelsgeschlecht. Wie stellst du dir die Situation des niederen Adels da so vor im Ausgehenden Mittelalter?
Das Ausgehende Mittelalter, als Ritter war dann schon nicht mehr so angesagt oder gebraucht, also es ist ja so ein verschwindender Beruf quasi, aber als niedriger Adler kommt man wahrscheinlich nur durch Heirat oder irgendwelche Heldentaten dann aufsteigen. Also das Handeln und diese ganzen Sachen, die jetzt neu aufkommen, so in den 15. Jahrhunderten ein großes Ding werden, da schon seit 150 Jahren zudem ein großes Ding werden, das ist kein Ding des niederen Adels.
Der niedere Adel ist eigentlich nicht so da an ökonomischen Sachen beteiligt, das macht eben das Bürgertum in den Städten herzächlich und vielleicht auch die Patrizier in den Städten dann.
Und wir haben eben diese Konkurrenz der seit dem 12. Jahrhundert immer stärker werdenden Reichsstädte in Deutschland, also Nürnberg Freireichstadt, ich schwerb mich halber ja auch Freireichstadt und hatte dann auch das Recht und dem Marktrecht, dann verliehen, das heißt, du konntest einen Markt in deiner Stadt unterhalten, was zu viel, also einfach die Grundlage war für wirtschaftliche wirtschaftlichen Handel,
dann aus diesem ganzen Dörfer, die die Leute haben auf dem Markt da was verkauft haben und dann eben eine gewisse Steuer entrichtet haben für die Markttage. Und schwerb ich halber ja auch zum Beispiel das Recht Münzen zu prägen und hat die Heller geprägt, was die kleinste Einheit war, so der Pfennig im Mittelalter der frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert noch in Deutschland, Bayern der Heller.
Und das ist kein roten Heller Wert, hat man ja so als Ausspruch, das geht eben auf diese Währung zurück, die einzelnen Einheiten wurden woanders geprägt, du hattest deine Goldgründen und so und du hattest dann deine verschiedenen Zwischenschritte und ganz unten war eben der rote Heller, mit Kupfermünze aus Schwäbischal zum Beispiel.
Aber diese Reichsstätte, die sich diese Privilegien gesichert haben, war natürlich sehr mächtig und wurden immer mächtiger und der niedere Adels saß außen rum um diese Städte auf seinen Ländern rein und kam dann nicht mit und hat das aber gemerkt und hat gemerkt wie zunehmend eben auch Bargeld eine Rolle spielt und das ist ein ganz spannender Punkt.
Wir haben ursprünglich, also das war so auch lange die Theorie der Forschung, dass das ist das System des Adels und was wir als klassischen Föderismus gerne in der Forschung geschrieben haben, dass das eben notwendig wurde, weil du sehr schlechte Infrastruktur hattest, sehr große Entfernung und du nicht in der Lage warst deine sehr teuren Ritter oder Reiterei mit Bargeld zu bezahlen aus einer zentralen Stelle, also du konntest zentral nicht zu viel Steuern eintreiben und deine Armee zu unterhalten.
Und es war damit eben einfacher und logischer Leute, die lokale Landbesitzung haben, zu verpflichten quasi, dass sie Rechte haben auf diesen Ländern rein Steuern einzutreiben und im Gegensatz Kriegsdienst tun. Da musst du quasi, kannst du das Bargeld quasi durch die Verschiebungen Abhängigkeiten aus der Gleichung herausnehmen.
Zum Föderismus selber müssen wir eine eigene Folge machen, weil das tatsächlich etwas ist, was in der Forschung immer wieder so als eindeutiges Gesellschaftssystem Europa auch präsentiert wurde. Wenn man in die Details reinschaut, war das oft gar nicht so oder gar nicht so eindeutig oder ganz viel differenzierter und unterschiedlicher.
Wie wir das jetzt in den großen Zügen uns quasi vorstellen, dass die Karolier angefangen haben, die Ritter zu erfinden und dann eben dieses System eingeführt haben und ganz zentral, also Deutschland, Frankreich, England, an Wundergebende verteilt wurde quasi von einem König,
sondern ist es meistens eher so, dass Leute im Land besessen haben, seit sehr langer Zeit oder irgendwann mal eben im Besitz genommen haben und es dann nachdrücklich durch Herrschaftsstrukturen legitimiert wurde und weniger, dass dann neue Sachen verteilt wurden. Aber das ist ein anderes Thema. Der Nieder der Adel war auf jeden Fall in der spätantike, äh, soll, im spätmittelalter und der frühen Neuzeit nach und nach überflüssig, wie du gesagt hast.
Also es zinn, verschiedene Entwicklungen im Gang, wir haben Bargeld, wir brauchen quasi dieses, wir können uns seltener kaufen, wenn wir ein Problem haben, was in der Zeit auch immer beliebter wird. Wir brauchen nicht mehr diesen Landadel, um einen hier aufzustellen. Ich kaufe mir die einfach oder ich geh zu den Fuggern und leih mir ziemlich viel, leih mir einen dicken Kredit und dann kaufe ich mir eine Söldnerarme hier und dann mache ich das mit dem.
Und dann muss ich mich nicht quasi mit den Interessen meiner Oberschicht auseinandersetzen, wenn ich das Geld habe, um das irgendwie zuzukaufen. Also ja, und aus dem Grund verlieren die Adeligen auf jeden Fall an ihrer Machtposition. Mit der militärwissenschaftlichen Technik passiert auch einiges, wir haben Schießpulver, was zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Wir haben Infanterie, gerade Hellebarden, diese Landsknechte, diese Idee quasi, also sie Schweizer damals revolutioniert haben, quasi ein Haufen, ein Gewalthaufen, wie es hieß, von Männern mit Hellebarden, die in alle Richtungen so ein Stacheliegel bilden und wenn die Disziplinen da mitte stehen, ein paar Leute mit Steinschloss gewähren und schießen aus diesem Gewalthaufen heraus, das war eine sehr erfolgreiche Formation, weil man die mit Reiterei eigentlich nicht durchbrechen konnte.
Also das Schießpulver ist ja dann auch noch wichtig für den weiteren Verlauf von Götz von Bärlichings Leben, würde ich sagen. Genau, es ist nämlich nicht auf der Metaebene, dass er irgendwie fühlt, dass er da jetzt ein Status vonirrt oder so, sondern er wird tatsächlich auch getroffen persönlich von diesen neuen Entwicklungen.
Denn er wird in den bayerischen Erbfolge kriegen, 1504, als 24-jährige Berufssoldat in der Schlacht vor Landshut von einer Kanonkugel aus einer Felschlange getroffen und verliert dabei die rechte Hand. Laut seinen Beschreibungen trifft ihn die Kugel am Schwertknauf und der Schwertknauf, der splittert und damit auch quasi die ganze gesamte Hand dahinter und der Wundarzt schneidet ihm dann die Hand ab, die nur noch an so einem kleinen Zipfel hängt, um Wundbrand zu verhindern.
Und noch während er dort auf die Amputation wartet und auf diesem Bett liegt, sagt Götz, hat er sich an einen Reiter erinnert, der Kochle hieß, den er mal getroffen hatte und der hatte eine eisende Hand. Also seine eigene Erinnerung direkt in den Moment, also die verliert und weiter Amputation und der Hand ist um. Erinnert, überlegt sich, was mache ich denn jetzt als Soldat mit einer Hand, bin ich ja irgendwie, na?
Und dann erinnert er, da gab es doch diesen Reiter, der hat ja immer noch weiter gearbeitet und der hat das Ganze einfach mit einer Prothese gelöst. Und in diesem Moment fasst der junge, mit 20-jährige Götzverbärlichen den Entschluss eben auch ein Prothesenkrieger ein Cyborg zu werden. Und lässt sich dann, nachdem seine Wunde verheilt war, vom Dorfschmied eine eisere Prothese anfertigen.
Es gab zwei Prothesen über die Zeit hinweg von Dorfschmied, wo die erste ist einfacher und rudimentärer, die zweite und jüngere der Götzhände, wie sie genossen werden, ist jedoch mit Abstand die komplexeste ihrer Art, die wir auch aus dem Spätmittelalter in der frühen Neuzart überhaupt übermittelt haben. Also es ist nicht nur irgendein Reiter einer Eisenfaust, sondern jemand, der eine sehr, sehr gute Prothese hatte und damit auch noch sehr lange gearbeitet hat.
Und sehr erfolgreich war, wie wir hören. Und bei der zweiten Götzhand konntest du zum Beispiel drei Finger mit dem Gelenken bewegen. Die Finger in drei Gelenken, wie normale Finger auch bewegen, und die den Daumen in zwei. Und konntest die anwinkeln, zum Beispiel, um damit mit einer Feder zu schreiben. Du konntest auch wieder den Mechanismus lösen quasi mit der Taste.
Also da hat es tatsächlich so eine richtige mechanische Hand, die man auch benutzen konnte für verschiedene Sachen, die er damit anderen Hand einstellen konnte, je nachdem, was er quasi machen musste. Die Kriegerkarriere hatte dann relativ schnell trotzdem weiter fortgesetzt und war fortan eben als Ritter mit der eisernen Hand gekannt. Das ist auch ein guter Name einfach. Da kriesen deine Gegner sofort Angst.
Ja, ja. Und ich habe trotzdem generell den Eindruck, dass im Mittelalter die Leute coolerere Spitzen haben. Es gibt einige Leute, die mir untergekommen sind, die wirklich sehr passende und sehr lustige Spitzen haben. Nicht nur die karlängischen Könige, die dann irgendwie alle nur auf der Kale und der Fette gießen.
Von der Größe zu der Kale und der Fette, was ich mit sehr rapiden Abschürzen gelegt habe, sondern eben auch die einzelnen Personen auf der Mikroebene, die sich sehr lustige Namen gegeben haben. Und Ritter mit der eisernen Hand oder eisernen Faust ist auf jeden Fall ziemlich weit oben. Heutzutage gibt es diese Trogunbosse, die haben auch eher, weißt du, nicht so spannende Spitzen haben. Wem welche Tiere oder weißt du weiss ich.
Ja, aber nachdem er aber seine Hand verloren hat, beginnt die offizielle Fedezeit. Also er hatte schon vorher mal diese Fede mit Nürnberg angefangen und sich da ein bisschen ausgetestet. Er hatte in ein bisschen Raubritterer Erfahrungen in seinen jungen Jahren gesammelt mit den lokalen Gangstern. Und jetzt macht er sich professionell daran, Fedeführer für andere zu werden.
Also sein Spezialgebiet, seine Spezialisierung sozusagen als Raubritter jetzt überfolgenden ist, dass Fede führen mal im Auftrag für Freunde, Auftraggeber mal, mal ging es um Geld, mal ging es um einen von ihm, einen Knächt, der von ihm erschlagen wurde. Also verschiedene Gründe, aber Götz wird Fedeführer jetzt mit der eisernen Hand. Und da müssen wir glaube ich mal ganz kurz über die Fede reden. Was ist eine Fede?
Wie verwenden wir das heute im Sprachgebrauch und wie war das wahrscheinlich oder wie hat sich das gewandelt und was war die Fede denn so in Hoch- und Spätenmittelalter? Du erwartest eine Erklärung von, ja so. Ich hatte die erste, den ersten Teil kannst du ja mal weg. Also es gibt ja diesen Ausspruch, den Fedehandschuhe hinwerfen. Es geht ja meistens dann darum, dass irgendwie mein Unrecht geschehen ist und dann ist die, also der Bisch. Oh Gott, ich, na mach mal.
Okay, ich übernehme, ich übernehme. Wir verwenden heute die Fede ja meistens so im Rahmen von Blutfede, Blutrache. Wir denken immer direkt an irgendwelche albanischen Mafias, die sich gegenseitig irgendwie auf den Straßen von Tirana befeden. Oder ja, also es geht eigentlich immer um direkt um das Töten. Und die Blutfede ist natürlich Teil der Fede, aber ist nur der extremste Fall.
Und eigentlich beschreibt der Begriff Fede ein Rechtsinstitut im Mittelalter, was ich sehr spannend fand als Betrachtung.
In einer Zeit, in der wir keinen Zentralstaat haben, in der wir keine zentralstaatliche Institutionen Gerichtsbarkeit haben und diese dritte Instanz, auf die wir uns heute immer verlassen, wenn ich mich mit einem oder anderen mal ein Problem habe, dann sollte ich nicht nur Selbstjustiz greifen, selbst das sieht natürlich auch ein Begriff, der mit Fede heute irgendwie zusammen angebracht wird,
sondern dann gehe ich zum Staat, zur Polizei, die Exekutive, die gewaltlich quasi beim Staat, der kümmert sich darum. Das ist ja aber eine neue Entwicklung der Nationalstaaten, dass wir da tatsächlich so viel Einfluss haben. Und klar, in Rom gab es auch grömmisches Recht und du hattest als grömmische Bürger da irgendwo Vorspruch, du konntest deinen Fall dem Staat präsentieren und so weiter, aber lange Zeit im Europäischen Mittelalter gab es diese Institution nicht.
Und die Fede ist deswegen einfach die Möglichkeit, die Regulierung von Rechtsbrüchen direkt zwischen geschädigtem und schädiger, ohne Aufrufung von der neutralen dritten Instanz zu regeln, ganz neutral betrachtet. Es geht um die Regelung vom Problem. Und Fedefek waren im Europäischen Mittelalter zum Beispiel nur frei.
Wenn du knächtbefür irgendjemand anderen warst, dann warst du nicht fedeberechtigt zwingend, aber wenn du es freier warst, dann konntest du Feden führen, um deine Ehre zu verteidigen und hattest quasi dieses Federecht auch, gewisses Privileg Fede führen zu dürfen, um deine Rechte einzufordern. Begründung für Feden im Europäischen Mittelalter waren dann alles mögliche. Da ging es dann um Besitzstreitigkeiten, Handgreiflichkeiten, Sachbeschädigung, Beleidigung.
Und oft ging es auch darum, dass man tatsächlich versucht hat irgendwo Klage einzureichen bei kirchlichen oder anderen weltlichen Instanzen, und die dann abgewiesen wurde, weil es gab quasi so eine frühe Entwicklung von Gerichtsbarkeit schon. Wenn man damit aber nicht weiterkam, dann hat man zu Fede gegriffen. Erinnert dich das an ein Buch, was wir auch in diesem Context mal gelesen haben, der Kolhas.
Bei Kolhas, der geschädigte Pferdehändler, der sich dann gegen diesen niederen Adligen, der ihn da quasi auch mit einer Fede sein eigenes Recht zurückbekommt. Kolhas, ja klar. Recht durch die weltlichen Instanzen zu erreichen. Und ein ganz gutes Beispiel. Also falls ihr irgendwelche Abiturienten zuhören, die sich mit dem Götz von Berlichin beschäftigen in dem Abi, und vielleicht auch noch mit Kolhas, könnt ihr euch mit dem Fede-Konzept ein bisschen auseinander setzen.
Da kann man easy sein Abi drüber schreiben, falls ihr Fragen gestellt werdet. Schönen vergleichenden Essay machen. Und wir schauen heute immer wieder auf diese Fede zurück und haben so ein bisschen diese Überheblichkeit, dass es irgendwie unzimilisiert wäre oder irgendwie schlecht oder nieder oder irgendwie nicht so gut wie unser ausgekohentlich großes System heute.
Da machen wir es, und das denke ich zu einfach, weil wenn es keinen Rechtsstaat gibt, dann kann das eben nicht ganz gewaltfrei ablaufen. Du hast immer, wenn du nicht diese komplette staatliche Monopol auf Gewalt hast, dann wird Gewalt zu einem Mittel, das zur Lösung von Konflikten zwischen den einzelnen Leuten auftritt.
Das ist nicht wirklich zu verhindern. Karl Marx hat lustigerweise schon viel gewesen, dass die bürgerlichen Ökonomen bei ihren Rechnungen und Plänen gerne vergessen, dass Zitat auch das Faustrecht ein Recht ist und dass das Recht des Stärkeren unter anderer Form auch in ihrem Rechtsstaat fortlebt.
Also, du musst uns einfach darüber schon klar sein, dass die Zuschauer eine Verlagerung von Gewalt von einem zum anderen geht und dass du wahrscheinlich sehr gerechte Fäden haben konntest und sehr ungerechtfertigte Fäden und du ja aber heute auch sehr viel ungerechtfertigte Polizeigewalt hast zum Beispiel, die eben in einer anderen Instanz stattfindet oder fehlerhaft in die Interesse oder was auch immer, weil du verlagerst da die Fehlerquote einfach auf einer anderen Instanz übernachten,
bei den individuellen Fähden führen und zu haben. Und Recht war damals eben auch ein abstrakter allgemeiner Anspruch, weniger ein abstrakter allgemeiner Anspruch, auch wie wir es heute eben so wahrnehmen, das Recht auf irgendwas. Und es war vielmehr ein konkreter Besitz, den es zu verteidigen und zu bewahrm galt.
Fäden waren deshalb ein gewöhnlicher und notwendiger Bestandteil von der mittelalterischen Gesellschaft und in der Zeit, in der Götz von Bärlichen lebt, sind wir spannenderweise an einer Übergangszeit, gerade so um 1500, wo das alte Fähderecht zunehmend von zentralen staatlichen Autoritäten infrage gestellt wird. Der Kaiser sagt jetzt, hört auf mit der Scheiße, ich bin jetzt hier der Boss und das ganze Rechtsstaatlichkeit und das Gewaltmonopolen sollte bei mir den Kaiser liegen.
Das kann er aber nicht durchsetzen, weil die staatlichen Instrumente fehlen und dann haben die Leute wie Götz von Bärlichen. Also Götz hat 30 Fäden geführt, die er selber in seinen Memoaren erwähnt hat. Ich glaube, das müssen wir hier ganz kurz mal noch erwähnen. Das meiste, was wir über Götz von Bärlichen auch wischen, wissen wir aus seinen Memoaren, die er mit seiner Eisenhand, mit seiner Handbrothese als Rechtshänder geschrieben hat.
Also er erzählt selber über sein Leben und ist ganz stolz auf seine ganzen Fäden und erzählt die alle im Detail und deswegen wissen wir davon und haben da diesen Einblick. Wir haben da auf jeden Fall eine Art von Selbst-Eigen-Propaganda. Also sieht man Probleme, wenn man in Großteil des Wissens über eine Person aus ihrer Autobiografie zieht. Aber in diesem Fall sind wir sehr dankbar dafür, weil sonst viel weniger Einblicke hätten in die Gedanken eines Raubritters um 1500 einfach.
Die größten Fäden, die Götz gefochten hat, waren gegen Köln, Bamberg, Nürnberg und den Schwäbischen Bund. Der Schwäbische Bund war eben im Fürstenbünden, was ist einige Jahre davor. Ich glaube, 1450er-Jahren nagelt mich darauf nicht fest, wie gründet wurde, um dafür zu sorgen, dass die Leute aufhören, Fäden zu führen und den Anfrieden achten. Also eine Institution, die geschaffen wurde, um Leute in ihre Schranken zu weisen. Was macht Götz? Er befädelt sie natürlich.
Das ist ein bisschen, als würdest du... Natürlich. Das erinnert mich ein bisschen an Mexiko, wo das Militär mit zu Drogenkartellen Kriege führt. Und es gibt quasi aus Mexikos City Werden Regeln Erlassung. Aber das musst du am Ende mit Waffengewalt vor Ort durchsetzen. An vielen Orten wird es nicht durchgesetzt, weil du dort noch gar nicht dieses Gewaltmodo-Pol hast. Wenn du auf ein Landkarte schaust, steht da überall Mexiko.
Und du siehst einfach nur Mexiko, Nationalstaat, und du wirklich reinguckst, wo die mexikanische Regierung den Kontrolle ausübt in die Mase und in welchem Maße. So, dann ist das eben eine ganz andere Geschichte.
Und so müssen wir uns eben auch, wenn ihr halt geguckt, da steht heiliges römisches Reich, Kaiser Maximilian, der ist, Götz von Berlichin, ein ganz spannendes Beispiel zu sagen, ja gut, da hat er schon geherrscht, aber eben auch nur dort, wo er wirklich die Gefolgsleute hatte, die sich daran gehalten haben. Das musste man auch durchsetzen. Und man musste dann eben so militär Organisationen wie den Schwäbischen Bund gründen, um damit Waffengewalt dafür zu sorgen, dass das auch passiert.
Um diesen Fähdepunkt abzuschließen, offiziell war die Fähde von Kaiser Maximilian Wirsten, die ich gerade erwähnt habe. Im Zuge des Worms Reichstag von 1495 beendet worden. Da wurde der Landfrieden eingeführt für das ganze Reich. Das war die Idee, wir befriedigen alles und jede Fähde, die bisher noch erlaubt war, in einem begrenzten Rahmen, wurde beseitigt. Und die Idee dieser Selbstjustiz und das Fähde rechts, wurde als Landsfriedensbruch deklariert.
Da kommt auch unsere heutige Idee des Landsfriedensbruchs. Als Strafbestand geht eben auch auf 1490 und Kaiser Maximilian Wirsten zurück. Wenn ihr mal auf ein Sportplatz zum Beispiel geklettert, grüße gehen raus, am mindestens einen unserer Hörer, von dem ich weiß, dass er mal eine Landsfriedensbruch-Anzeige bekommen hat, weil er unerlaubt auf ein Sportplatz geklickt hat, der eingezäunt war.
Also da kann man sich heute, muss man keine Fähde mehr führen, man kann einfach nur am falschen Tag auf dem falschen Sportplatz klärtern, dann kriegt man schon eine Anzeige, irgendwann ein Friedensbruch von der Polizei. Und spannenderweise war Götz als Teenager, ich glaube, das 14-Jährige, mit seinem Onkel auf dem Reichstag, als das beschlossen wurde anwesend persönlich. Er hat es auf jeden Fall mitbekommen.
Wir können nicht sagen, oh, da wusste ich nicht davon, der war persönlich dort am Reichstag, als diese Entscheidung getroffen wurde. Und hat dann mit 14 quasi, dann zehn Jahre später gesagt so, jetzt mache ich richtig das Gegenteil, weil Sanktions- und Kontroll-Instrumente einfach auf Basis, auf der Lokalität, geführt haben. Trotz dieses offiziellen Verbotes ging das Geschäft von Götz ziemlich lang, ziemlich gut.
Der konnte sich eine Burg kaufen, die Hornburg, die es auch heute noch gibt, wo die Götz von Bärlichen Festspiele auch stattfinden und das Götterstück aufgeführt wird. Ich glaube, da gibt es auch ein Museum, wo man die Hand sich anschauen kann. Ja, und diese ganze Federei hat ihm gut Geld eingebracht, bis er irgendwann ein bisschen zu weit gegangen ist. Also er hat mit seiner Fedemitterstadt Nürnberg,
bzw. besser mit dem Bürgertum der Freien Reichstadt Nürnberg, mit der Fedemlinien, 1512 bei Forchheim auf der Hochebene hinter Kreilsheim, 95 Kaufleute überviel, 95, mit, glaube ich, 120 weiter. Das muss man sich nicht so vorstellen, dass Götz da alleine irgendwie mit zwei Duts am Wegesrand lag und dann geschrien hat, halt, stopp, sondern da waren richtig Karawaren unterwegs.
Die Händler kamen, also 95 Kaufleute mit, ihr gesamten Tross, allen Leuten, das sind mehrere hunderte Leute dann, die mit Schwerbeladen von der Leipziger Messe kamen damals und irgendwie nach Ulm weiter wollten, um das zu verkaufen. Und da dachte, das war zu viel für Götz, das war das züge Geld, was da an seiner Burg, das war ein Teil daneben, lag vorbei, zog. Und dann ist er mit 250 Reitern da hoch und hat die komplett überfallen, alles abgenommen und das war ein bisschen zu publik.
Das ist das Gegenstück, wie wenn du heute irgendwie ein Stück Autobahn absperrst und mal für 90 Laster rausziehst und die Lehrräume ist. Das war doch ein bisschen High Profile und Kaiser Maximilian war extrem zauber, weil er hatte ja auch vorher gerade die Sachen mit dem Landfrieden und so ins Rollen gebracht.
20 Jahre vorher hatte er das schon, 70 Jahre vorher hat er das schon festgelegt und 70 Jahre später macht Götz genau das Gegenteil einen großen Maßstab und deswegen wird dann die Reichsacht über ihn verhangen.
Das stört Götz nicht weiter, er blündert noch drei Jahre weiter als Raubritter, bis er dann irgendwann verhaftet wird und dann nach einer Weile in Haft freihaft wird es in seinen Freunden für 2000 Gulden und schwören muss, dass er nie wieder unrechtmäßig eine Fede führen wird und nie wieder unrechtmäßig kämpfen wird. Das hat für mich nicht so ganz geklappt.
Ja. Als Ausstrahlerner jetzt auch fertig und könnten den Abwender machen, aber wir kommen jetzt eigentlich noch zum spannendsten Teil für sich der gesamten Geschichte, nämlich die Verbindung von Götz zu den Bauernaufständen.
Die Bauernaufstände wurden sich mehrmals jetzt schon in den Kommentaren auf YouTube und woanders als Folgen gewünscht und tatsächlich hat mich die Vorbereitung für Götz von Bärlichem dazu gebracht jetzt auch die Folge für die Bauernaufstände und die Bauernkriege in Deutschland vorzubereiten. Das kommt bald, seid gespannt, wird lustig.
Und heute haben wir so einen ersten kleinen Einblick in die Welt der Bauernaufstände durch, die durch die Jube des Lebens von Götz von Bärlichem zur ganz kleinen Ausschnitt kriegen wir mit, indem wir einfach mal seinem Schicksal und seine Verwicklung mit den Bauern da folgen.
Und das ist ganz gut, weil in den Bauernaufstandsfolgen wird dann diese Storyline ein, zwei Mal vorkommen und ich muss sich die nicht die ganze Zeit nicht umherspringen und doppelt erzählen, sondern ich kann heute hier auf diese Geschichte von Götz korrigieren und die Hintergründe dazu in den größeren Rahmen kriege dir dann in der nächsten Folge zu den Bauernaufständen.
Ja, also Götz sitzt auf seiner Burg, hat versprochen sich aus all möglichen Problemen rauszuhalten und keine Fäden mehr zu führen und dann brechen die die Bauernaufstände los. Und am 23. April 25 steht ein Bauern hier an der Burg Hornberg, der sich Heller Lichterhaufen nennt, guter Name oder? Heller Lichterhaufen? Heller Lichterhaufen, ja.
Zuerst sind, also die ursprünglich gab es da eine Gruppe diesen, die Schwarze Schar, weil es so 200 Dutzwahn, die sehr diszipliniert waren, alle komplett schwarz getragen haben. Die einzigen, die aus den Bauern hier niemals in Berlin der Club reingekommen wären, war die Schwarze Schar. Und die, da gibt es dann so eine spätere Nazi-Lieder über die, also ein bekanntes Nazi, der macht es,
die, glaube ich, steht auf die zurück. Die SS hat sich da ein bisschen in ihrem Landsrecht, die nachts im Übungskreis auf die berufen und da geht ja auf die Stoße, die kommen auch aus Hohenlohe, das war so eine Hohenlohe Bauerngruppe. Und die haben sich dann mit anderen vereinigt und die wurden dann nur die Heller Schar, die Heller Haufen, und dann wurden sie die Heller Lichterhaufen. Also diese Bauernverbände wurden immer Haufen genannt, als damals auch ein typischer Begriff,
der Gewalthaufen eben für eine Militärformation. Und die Mitglieder von diesem Haufen, die da auf einmal vor der Burg von Götz auftauchen, stammen hauptsächlich aus dem Odenwald, aus Südhessen, Baden-Baden, bis ins Nürnchen die Franken, eben hinein bis da, wo er eben sich auch befindet, und hatten auf dem Weg zu ihm mehrere Klöster und Burburgen über Rand geblündert, die Stadt Heilbronn zur Kapitulation gezwungen und die Weinsberger Blutart mitverübt. Ah, schade, dass Mibbi nicht da ist.
Felsen Sie die Weinsberger Blutart? Nee, aber Mimmi wahrscheinlich, der heute fehlt. Ja genau, das sind nicht die Geburfen Mimmi, die Weinsburgen wären einfach ein Weinsberger Blutart, sondern da haben die Bauern ihre Weinsberg erobert und haben dann die Aristokraten und aus ihrer Sicht Feinde den Spießroutenlauf machen lassen und haben die zu Tote geprügelt.
Spießroutenlauf stellt sich in zwei Reihen auf mit Knüppeln und Warschen und so, und du musst in der Mitte durchlaufen und wirst du ganze geschlagen während du da durchläufst. Das ist übrigens die kulturelle Praxis, die weltweit spannenderweise ziemlich verbreitet wird. Es gab einige indigene Stämme in Nordamerika, die dafür bekannt waren, dass sie Gefangene auch einen Spießroutenlauf machen lassen. Da gibt es interessante Berichte drüber.
Also das ist nicht nur ein rein europäisches Phänomen, aber irgendeine Art der gemeinschaftlichen Bestrafung. Alles beteiligt, jeder schlägt mal zu und am Ende ist die Person tot. Oder nicht, aber in dem Fall wurden die zu Tote geprügelt, während ein Dudelsackspieler nebenbei lustige Musik gemacht hat.
Diese Weinsberger Blutart hat nicht nur die komplette Oberschicht im deutschen Kaiserreich, oder im heiligen römischen Reichdeutschen Nationen schockiert, sondern auch Luther, der bis dahin die Bauernaufstände so ein bisschen unterstützt hat und dann hat Luther angefangen Schriften rauszugeben, dass man die eben alle niedermachen muss, diese Tiere. Und nach der Weinsberger Blutart kamen die Bauernauf die Idee, Moment vielleicht bräuchten wir doch noch mal einen erfahrenen Anführer.
Vielleicht sind unsere jetzigen Anführer doch nicht ganz so smart, weil wenn die Leute totprügeln und uns danach alle hassen, also nicht die beste Idee. Und deswegen wurde Götz in Anführungszeichen angeboten, doch jetzt als erfahrener Krieger die offizielle Führung zu übernehmen und der evangelischen Bauernbruderschaft die Treue zu schwören. Die Hornburg war zwar eine ziemlich starke Festung, aber vor der Festung standen 12.000 Mann mit Atterdrieh und 3.000 Handfeuerwachen.
Und dementsprechend hatte Götz nicht wirklich die Option, reinzusagen und hat sich dann am 24. Aprilen Vertrag unterschrieben und sich pro Forma verpflichtet, die Bande im Krieg gegen den Schwäbischen Bund anzuführen.
Götz selber war jetzt nicht der begeisterte Anhänger der Bauernsache. 10 Jahre davor hatte er Herzog Ulrich von Württemberg geholfen den Bauernaufstand des niedrigen Bürgertums, den armen Konrad, hat man vielleicht schon mal gehört, sondern so ein Schwäbische Erhebung, 1914, niederzuschlagen damals auf der anderen Seite.
Das haben die Bauern wahrscheinlich auch nicht vergessen gehabt und deswegen mitgezwungen und gesagt, gut, wenn du uns jetzt nicht unterstützt, dann machen wir dich halt, dann haben wir noch eine offene Rechnung mit dir. Götz Taktik war danach das Gleiche, was ihm passiert, das andere Leuten anzutun und weiter zu anderen Arten zu ziehen in der Umgebung und die zwar mit seinen Bauern hier auch dazu zu zwingen, sich ihnen anzuschließen.
Auf einer Mikroebene, ganz spannend, ich habe mal so ein wissenschaftlicher Artikel gelesen und die Umgebung, wo ausgewertet wurde, wie der Bauernaufstand sich denn damals so ausgebreitet hat auf dem Land. Und da haben tatsächlich einzelne Dörfer jeweils ein Gemeinderat einberufen und entschieden, ob sie sich anschließen wollen oder nicht.
Manchmal wollten irgendwie zwei Trittels sich anschließen und die anderen Eintritte haben sich in der Kirche verschanzt und von daraus geschossen, um sich die Beilgarten mitzumachen. Und das ist eine ganz spannende Art von demokratischen Prozessen, die da ablaufen. In der Entscheidung, ob man da jetzt mitmacht oder nicht bei dem Aufstand, fand ich sehr spannend. Götz zieht dann nach Würzburg.
Die Stadt kapitulierte relativ schnell, aber es gab eben eine Festung in der Stadt mit einer professionellen Garnition und 20 Rittern, die sie nicht ergeben haben. Dementsprechend wurde das Ganze zu einer längeren Belagerung. Ich habe hier ein bisschen was zum Detail der Schlacht, aber ich glaube, da müssen wir eigentlich relativ einsteigen. Die ganze Sache lief für die Bauern eher so Mittel, die Belagerung.
Und Götz hob dann am 23. Mai der Belagerung auf und führte seine Truppen nach Neckersulm. Danach war den Leuten schon klar, wenn wir die jetzt in einnehmen konnten, würde es wahrscheinlich nicht so gut weitergehen. Viele Enttäuschte der Bellen zogen sich während des Marshes schon zurück oder kehrten auf ihre Felder zurück. Insgesamt hat Götz es aber geschafft, einen geordneten Rückzug zu organisieren.
Am 28. Mai, dann fünf Wochen nach sein treue Eid auf die evangelische Bauernbruderschaft, verließ Götz das Lager unter dem Vorwand den Feind aus, Kundschaften zu wollen und kehrte nicht mehr zurück. Ich muss mal ganz kurz Zigaretten holen gehen, Jungs. Ich schüch. Einfach hier allein gelassen, gleich wieder da und nie wieder wiedergekommen. Das war ein guter Zeitpunkt für Götz, ein schlechter Zeitpunkt für die Bauern, dass er verschwunden ist.
Denn ich habe vorhin schon mal die Fugger erwähnt, die zu dem Zeitpunkt die reichste Familie der Welt auf jeden Fall Europas waren. Die hatten großes Interesse daran, dass es politische Stabilität gibt, damit sie ihre Geschäfte weiter machen könnten. Und wollten den Bauernaufstand schnellstmöglich niedergeschlagen sehen und haben deswegen die seltene für die Niederschlagung des Bauernaufstandes finanziert.
Ich fand die auch eine sehr spannende Eingebung, dass die ganze Sache eigentlich von den Fugger unterdrückt wurde am Ende. Und die haben das Geld dem Chess von Waldburg Zeil gegeben, der auch der Bauernjörg bezeichnet wurde, weil der so viele Bauern abgemetzelt hat. Also Bauernjörg auch eine richtig... Und dieser Bauernjörg ist er mit seiner Armee aus 9000 Landsknächten und 1500 gepanzerten Reitern losgezogen, um die größten Teils mit Sensen und Trashpflege bewaffneten Bauern dazu werfen.
Und dem, was dem Götz verschwunden ist, kommt es zum Angriff von Gjörg Trujetz von Waldburg Zeil auf, die sich zurückziehende Armee auf diesem hellen Haufen und innerhalb von 2 Stunden werden 8000 Bauern getötet. Das ist heftig. Das ist krass. Das ist schon... Also alles Handarbeit. Das sind so die Sachen. In den Bauernaufstandsfolgen werden wir noch tiefer einsteigen. Aber ich glaube, die bei dieser Schlacht haben die Landsknächte und sollten wir... Ich glaube, 12 Männer verloren? 12 zu 8000.
12 zu 8000 ist keine gute Kill Ratio. Und macht einfach den Unterschied, dass die Bauern da schon richtig instinkt hatten zu sagen, sie bräuchten professionelle militärische Führung irgendwie. Insgesamt geht die Forschung von ungefähr 70.000 Toten bei den Bauernaufständen 1925 aus. Götz wurde, weil unter Hausarrest gestellt, wurde wieder verhaftet, wurde also in Kerkel geworfen und kam dann unter Hausarrest frei, weil er auf so eine ritterliche Privilegien bestand und doch im Gasthof schälen.
Und hat eben die ganze Zeit gesagt, ja, die haben mich ja zugezwungen. Ich hatte keine Wahl. Ich müsste ja mitmachen. Ich habe den nur befehle. Und mittlerweile waren ja auch 50 und zehnfacher Vater, habe ich vergessen zu erwähnen. Also, er war nicht nur im Kriege besiegt und hatte jetzt so seine wilde Zeit der Bauernaufstände und des Raubrittertums hinter sich.
Aber Kaiser Karl V. rehabilitierte ihn dann noch mal als alten Hau-Degen, weil er erfahrenen Soldaten für seine Kriegszüge gegen die Osmanen, also gegen die Türken gebraucht hat, die zu der Zeit auf einem geraden Weg nach Wien waren. Und so hat er dann noch mal auf seine alten Jahre zwei größere Kriegszüge mitgemacht, 1942 gegen die Türken und 1944 gegen die Franzosen.
Ich habe ja ein kurzes Zitat rausgeschrieben, um 1540 löste der Kaiser den bereits 60-Jährigen aus seiner Acht und nahm ihn unter seinen Schutz beim Schirm, weil er die Dienste des erfahrenen Kriegers im Kampf gegen die Türken benötigte. Götz kam der Aufforderung nach, binnen 14 Tagen 100 Ritter zusammenzubringen und gelangte mit diesem bis nach Wien, wo er ein bis zwei Monate war, doch wegen des insgesamt wenig glücklichen Ausgangs dieses Kriegszuges im Winter wieder nach Hause entlassen wurde.
Götz starb dann am 23. Juli 1562 mit ein Zitat von ihm uber-etlich und 80 Jahre alt und wurde im Kreuzgang des Klosters Schöntal beigesetzt. Also jemand, der sein Leben lang Raubritter war, den die Hand abgeschossen wurde, der bis mit 60 noch einen irgendwelchen Kriegszügen teilgenommen hat und mit dem Pferd nach Wien geritten ist und gleichzeitig dann mit über 80 friedlich gestorben ist. Im Kreise seiner sehr großen Familie.
Das ist auch der Unterschied zum Robin Hood und zu den anderen und Götz hat einfach ein Happy End. Der war glaube ich fünf oder sechs Mal eingeknastet, seit er 17 war, in verschiedenen unhygienischen Türmen ist immer wieder freigekauft und entkommen war immer wieder irgendwo in der Hausarresten, wurde dann doch wieder freigemacht, hat dann noch eine Ausrede gefunden, wie der immer jemand auszublündern.
Und war so eine Zwischengefängnis und Wegelagerei, sich befinde Gestalt und hat es trotzdem geschafft mit über 80 in seinem Bett zufrieden zu sterben, in dieser Zeit. Das ist sehr beachtlich. Aber nachdem er dann aus Wien und so zurück war, da war er 60, hat er dann die letzten 20 Jahre seine Memoaren aufgeschrieben für dann gestorben ist oder? Ja, er hatte dann viel Zeit damit verbracht. Wie könnte er auch komplett, ich setze die Show Notes in die Beschreibung der Folge.
Es gibt die komplett digitalisiert, sie sind in einer sehr lustigen, sehr starken Mundart geschrieben. Mein Fet und Handlungen heißt das Ganze, also die Fede ist da schon im Titel drin. Ich finde, ich finde, ich finde. Alles, was ihm wichtig war. Und es ist halt in so einem schönen, also so einem schönen, lustigen, frühneutzeitigen Deutsch, so ein bisschen Mittelhochdeutsche Anklänge noch hat geschrieben.
Und natürlich ganz ohne Rechtschreibung und komplett in Mundart, was eine Freude ist beim Lesen. Soll ich dir mal einen ganz kurzen Ausschnitt vorlesen? Ja, gerne. Als wir nun heim kamen, bat ich meinen Herrn, dass er mich mir gehen, Jaxthausen erlauben wollte, dann mein Vater Selig war eben den selbigen Sommer gestorben. Und wollte ich auch sehen, wie mein Mutter, Bruder und Schwestern seligen Haus hielten. Seligen, seligen Haus hielten.
Wie ich dann tät und blieb den selbigen Winter bis die Fastnacht hierzu ging bei meinen Freunden zu Jaxthausen. Das Haus ist mir tatsächlich unverständlich so vorgestellt noch. Es sieht auch unverständlicher aus, wenn man so drauf guckt, weil null Rechtschreibung ist. Aber man kann das tatsächlich sehr, sehr schön, also man kann es verstehen, man braucht keine Spezialausbildung, um ja auszulegen Text irgendwie was rauszukriegen.
Was von Götz von Berliching langfristig in Erinnerung geblieben ist, ist natürlich der schwerbische Gruß. Immer noch im Sprachgebrauch und vielseitig verwendet. Leg me a Rorsch. Ist ja schon so, kann als Ausbruch der Verwunderung gebracht werden, kann zum Start eines Gesprächs verendet werden, kann zum Beenden eines Gesprächs verendet werden.
Es drückt Überraschung aus, es drückt Trunst aus, es kann aber auch große Freude ausdrücken. Es ist tatsächlich im Schwäbischen ein extrem vielseitig verwendeter Begriff, der sonst in Deutschland nicht so vielseitig verwendet werden kann.
Es gibt ein Gerichtsurteil darüber, das festlegt, in wie vielen verschiedenen Fällen, dass das tatsächlich Verwendung findet und wie vielseitig das ist, nämlich um, in der Urteilsbegründung steht es, um an ein Gespräch anzuknüpfen, um einen in Stocken geratene Unterhaltung wieder in Fluss zu bringen, um einem Gespräch eine neue Wendung zu geben und um ein Gespräch endgültig abzubrechen.
Und Kadeus Droll, der Lyrica, nannte weitere Verwendungszwecke, um eine Überraschung zu vermelden, legt mir doch am Arsch. Um der Freude über ein unvermutetes Wiedersehen zweier Schwaben auszuprug zu bringen, du hier, legt mir am Arsch. Und um eine zumutung, eine als zumutung empfundene Bitte zurückzuweisen, ah bitte legt mir am Arsch, das ist ein schön vielseitig Teil davon. Jetzt ist natürlich die Frage, hat das Gott von Werlichin wirklich erfunden diesen Spruch?
In seinen eigenen Aufzeichen, wie gesagt, erwähnt er den Spruch, er habe er gegenüber einem meinzischen Amtsmann in der Burg Krauthheim, auch in der Burg deiner Region, Zitat, da schriee ich wieder zu ihm hinauf, er sollte mich hinten lecken.
Das ist die einzige Erwähnung, die wir in seinen Memoen tatsächlich finden und es ist sehr schön, dass er das als Erwähnungswert für seine Memoen hielt, als alter Mann sich daran zurückzuerinnern, wie er mal vor der Burgmauer stand und jemanden auf einer Burgmauer angeschrien und beleidigt hat. Da saß er in seiner Stube mit, wahrscheinlich findet er der Teil, der muss noch rein, da muss ich ihn auch nicht sagen.
Aber wie das so oft ist, wenn man sich es genauer anschaut, Gott von Werlichin, das nicht erfunden, sondern extrem spannenderweise stammt dieser Gruß wohl von einem alten Entplösungs- und Abwehrzauber. Es ist Magie, Jonas, wir sind wieder bei der Magie, weil jetzt trinkt er, habe ich auch nicht gewusst.
Falls ihr mal einem Dämonen oder einer Hexe oder persönlichen Feinden begegnet, weiß nicht, wer euch öfter begegnet auf dem Weg zur Arbeit, aber Dämonen, Hexen oder persönliche Feinde, alle drei, so können die einen nichts anhaben, wenn man denen seinen nackten Arsch zeigt. Wusstest du, dass Abwehrzauber so einfach sind?
Ich habe immer den Eindruck, man müsste damit so einen Zauberstab durch die Gegend fuchteln. Ich wünsche mir eine neue Auflage für ein Harry Potter, wo die Abwehrzauber jedes Mal sich die Leute bücken und sich gegenseitig die Hose runterziehen und Arsch zeigen. Oh nein, wollen, der man rutscht. Oh nein, wollen, der man rutscht. Oh nein, wollen, der man rutscht. Oh nein, wollen, der man rutscht.
Wenn du eine persönliche Feindbeweglichung, so sehr viel Verwirrung führen würdest, also könnte man wieder einführen. Ja, aber das ist ja auch, also gerade so Abwehrzauber, man bekämpft Gleiches mit Gleichen, das ist ja oft. Es gibt eben diese Darstellung, dass Abwehrzauber im Schwäbischen auch Lex Fidele genannt wird. Wir finden mal eben an Stadttouren, Burgtouren, Stadtmauern, Kirchen und Klöstern, in Schwäbisch Hall am Kloster oben.
Da am Eingang ist auf jeden Fall auch eine Statue, die sie mit einem Finger auf die Zunge und mit anderen Finger auf den im Blösten Arsch zeigt. Und solche Darstellungen finden wir ganz viel in Süddeutschland, überall, Mitteldeutschland, aber auch vereinzelt in, zum Beispiel, Bologna, Burgos, Laroshell oder Taragona. Es gibt also ganz einzelne Beispiele davon auch sonst, aber eben vor allem ganz extrem im Süddeutschen Raum.
Da haben wir so einen kulturellen Export des Abwehrzaubers, da waren wahrscheinlich vielleicht auch Steinmetze dann einfach aus Süddeutschland an den Aufbauten beteiligt und haben dann gesagt, komm bei uns zu Hause, machen wir mal noch so eine Figur hin, die sich am Arsch schlägt, wollen wir nicht auch so ein schönes Lex Fidele mehr haben.
Dazu lustiger Exkurs wusstest du, dass das spanische Wort für Mustache, also Bigotte, Bigotte auf Schweizer Sölder zurückgeht, die in dieser Zeit in Spanien waren. Und immer bei Gott gesagt haben, bei Gott, bei Gott, und dann um dicke Mustaches hatten und dann haben die Spanier ihren Mustache angefangen, nach den unverständlichen Aussprüchen dieser Schweizer Mustache Schnauzbaubträger zu benennen und deswegen heißt es heute so im Spanischen.
Habe ich als echte Ethymologie neu gelernt und finde ich unglaublich lustig. Bei Gott. Das ist ja lustig. Da ist Gott. Wir haben schon vor so ein paar Jahre vor den Memoiren von Goetz, 1454, also 50 Jahre davor, ein Beleg für den Ausspruch im Protokoll des Bamberger Stadtgedichts. Bamberger Gärtnussfrau Agnes Schwanfelder bat dem zufolge einen geistlichen Herrn, er möge es ja am Arschillekken, zudem würde es ihm auf die Platten scheißen, dass die Brühe über die Backen in sein Maul rippen.
Das gefällt mir. Ja, Agnes Schwanfelder Bamberg 1454 hat ein paar Lines gedroppt, die dem Geistlichen gar nicht gefallen hatten.
Aus solchen Sachen möchte ich mir mal einen Film machen. Ich wünsche mir wirklich mal einen deutschen Historienfilm, wo all diese Anekdoten, die tatsächlich belegbar sind, diese schönen Beleidigungen und diese schöne, weirde und gleichzeitig extrem moderne, also diese Frau, die das an einem anderen anschreit, die kann ich mir sehr gut in der U-Bahn in Berlin vorstellen.
Perfekt, könnte die jetzt so schreiben, wird die nicht aus der Zeit befallen, bis die Wortwahlen ein bisschen anders, aber die Kreativität top notch wirklich. Abgesehen vom stäbischen Gruß, der jetzt nicht auf Berliching zurückgeht, aber der eben über die Figur von Berliching extrem popularisiert wurde, da fehlt ja noch ein Baustein, ein Puzzlestück in der Mitte,
nämlich Goethe, der das quasi in der Form, weil wenn Gott von Berliching schreit, ist er einem Amtsmann in Krautheim entgegen, in der Version von Goethe sagt er ist einem Amtsmann und richtet es an den Kaiser direkt, dass der Kaiser ihn auf Arsch in der Klingung soll, quasi gegen die höchste Autorität. Davor war es vielleicht gegen den Mainzer Bürgerrat und jetzt bei Goethe geht es gegen den Kaiser, von daher, ja Jonas, was hat Goethe mit Gott von Berliching überhaupt zu tun?
Die beiden Männer haben sich wahrscheinlich nicht getroffen, paar hundert Jahre Unterschied. Nee, da liegen so 200 Jahre dazwischen. Für Goethe war das tatsächlich der Beginn seiner großen Karriere als Dichter und Schriftsteller. Das war der erste Drama, das er im Selbstverlag 1773 veröffentlicht hat. Er ist ein Selbstverleger. Ja, und das hat er auch autopublich bei Amazon gemacht. Ja, gut. Auch Goethe als Selbstverleger angefangen und er hat es ja zu was gebracht offensichtlich.
Auch Schiennismus. Auch Schiennismus. Auch Schiennismus. Auch Schiennismus müssen sich selbst verlegen. Jonas, vor allem an seine Büchersaube zu verlegen. Leg mal los. Ja. Der unterschiedliche Goethe hier ist, dass Goethe seit seiner Kindheit die ganze Zeit davon überzeugt war, dass er ein krankes Schienni ist. Und dieser komplett wahnsinnige Selbstnurzismus fehlt jetzt zum Glück, Jonas. Deswegen bist du wahrscheinlich auch sehr viel eingenimmerer Freude, wie es Goethe gewesen wäre.
Super nerviger Freunden, glaube ich. Ja. Ja. Also Goethe hat das mit 23 veröffentlicht. Das ist also noch sehr jung. Natürlich hat er den Götz von Berlich singen, das Drama dem realen Götz entlehnt. Das ist ein biografisches Werk, aber wie Johannes es doch schon gesagt hat, natürlich hat sich Goethe ein paar literidacharische Freiheiten genommen, wie man das halt so macht. Er hat auch die Zeit ein bisschen verändert, hat das ganze näher an seine Zeit herangesetzt.
Und da wird bei ihm aus diesem, an der Vergangenheit hängenden Ritter, der wird bei ihm zum Freiheitskämpfer, der sich in eine dekadenten Gesellschaft... Das war eine Dewandtwoche. Ja. Aber es ist auch gar nicht so weit weg davon irgendwie.
Und dieser Freiheitskämpfer, der sich eben in dieser dekadenten Gesellschaft für die Rechte des Individuums einsetzt, damit hat Goethe mehr oder weniger offene Kritik an der absolutistischen Gesellschaft seiner Zeit geäußert, die sich gerade so auch in so einer Umbruchszeit befunden hat, wie auch, also das gibt es schon Parallelen zu der Zeit in der Götz gelebt hat, also der Umbruch von Mittelalter in die Neuzeit und eben auch zum Goethe.
Bei Goethe dann halt wirklich der Umbruch, so der Beginn von Romantik und der Beginn von Nationalismus eben auch und Nationalbewegung und diese ganzen anderen philosophischen Ideen, wie Staaten geordnet sein können, was bei Goethe dann eine große Rolle spielt. Und ja, ich finde den Gedanken tatsächlich ganz spannend. Ich habe ihn jetzt als Verfechter des alten Systems dargestellt, aber das alte System war natürlich auch weniger zentral macht.
War natürlich auch mehr Lokalkontrolle und war natürlich auch Federführung. Also das ist natürlich auch eine Art von Freiheit in den Führungszeichen, die dann von Lohn gegangen ist und Goethe kritisiert quasi von der anderen Seite. Er will ja nicht wirklich zurück zu der Zeit von Goethe von Berlich, ich hing aber benutze diesen Charakter, weil der da ist quasi zum Anfang des Absoluteismus, zum Entstehenden, so ganz einfach gesagt, angegriffen hat und Goethe greift vom Mittel her an.
Das Drama ist auch eher untypisch für die Zeit gewesen, weil es also es bestand aus fünf Akten und rund zehn, was extrem viel ist. Also es gibt teilweise sehr, sehr kurze Szenen, nur viele Ortswechsel und das war untypisch zu der Zeit. Eine konservative Kritik, die damals aufkam, die die haben das Fetzen-Dramaturgie genannt, weil es so zerstöckelnd war und nicht den damaligen Ideal des Aristotelisch-Namas sich angepasst.
Also drei Akte. Das sind drei scheiß Akte und der Höhepunkt ist in der Mitte verdammt des Scheisses. Und der Profi hat sich auch das französische Theater da gerufen auf diese Dramenregeln von Aristotelisch. Das war zu damaligen Zeit sehr modern. Goethe hat sich den entgegengestellt. Also vielleicht nochmal, die Dramenregeln sind halt einfach, dass das eine Einheit von Raumzeit und Handlung geben sollte.
Und stattdessen hat sich Goethe an den Werken von Shakespeare orientiert, der das damals auch schon anders gemacht hat und sehr erfolgreich war. In Deutschland hat das allerdings auch unter anderem Kritik von König Friedrich II eingebracht. Der Goethe-Skewts von Berliching eine abscheuliche Nachahmung jener rechtenglischen Stücke entannte. Und damit hat er natürlich Shakespeare's Dramen gemeint.
Aber er hat natürlich nicht nur Kritik bekommen, sondern es wurde auch gefeiert und er nicht im Nachhinein so erfolgreich geworden. Es haben sich z.B. auch junge Dichter wie dann Lenz oder später Büchner auf ihn bezogen und das Stück begeistert aufgenommen. Und so wurde mit seiner neuen Dramaturgie der Goethe von Berliching zum Vorbild für die Tram der Epoche des Sturm und Drang. Also den Sturm und Drang eingeläutet quasi in Deutschland mit seinem Stück.
Sturm und Drang, richtig komische Epochen bezeichnen. Und man hat das damals schon komisch. Das ist schon irgendwie, dieses Drängen finde ich irgendwie komisch. Ich weiß, dass man auch besser finden könnte. Das Sturm und Drang hört sich immer an, als würde sich jemand im Bus an mir reiben. So ein zuvollen Bus und hinter mir reiben sich eine Person an mir. Aber da ging es natürlich darum, die alten Regeln aufzubrechen und Jugendlichkeit und Rheukalität und solche Sachen irgendwie zu finden.
Und die bleiben ja auch nicht alle Stürme und Drang, sondern Schiller und Goethe. Und so werden wir dann ganz schnell Klassiker und machen dann ganz schnell wieder andere Sachen. Ja auch Schiller hat seine, die die Räuber nachgeschrieben und also auch so hin. In dieser Welle dann, die der ganz von Berliching ausgelöst hat, Heinrich von Gleist und da drüben das Kädchen von Halbkronn.
Ein ganz spannender Punkt, dass unser Räuberbild in Deutschland ganz stark durch die Bauernkriege und dieses Raubrittertum, unser deutsches Räuberbild, würde ich jetzt ganz einfach sagen, steht zur einen Hälfte aus Raubrittertum, wo der Götz von Berliching direkt reinfällt als niederer Adel, der es quasi illegal Wegelagerei gegen das Auftreten in den Bürgertum macht.
Und dann der schon so eine Erklassenkampf führt, weil er die neue Ordnung quasi versucht zu sabotieren und sich selber daran zu bereichernden, ohne direkt am System teilzuhaben. Und auf der anderen Seite, die Nicht-Raubritter-Seite ist quasi so der Räuber im Wald. Und das ist dann schon oft Bauern gewesen, die nach den Bauern aufständlich nicht nach Hause zurückkehren konnten, weil sie wussten, sie werden gesucht von ihren Landescheren, weil sie eben bekannte, beteiligte waren.
Und die sich dann in die Wälder zurückgezogen haben und über Jahrzehnte hinlang also Räuberbanden in den Wäldern auch Wegelagerei gemacht haben. Das heißt, unser deutsches Räuberbild sind diese zwei Teile, Götz von Berliching und... Wo war ich jetzt gerade? Genau. Also, passend zum Stoff hat es sich auch eines altertünlichen Steels bedient, der sich dann auch an die Ausdrucksform der Lutherbibel anlehnt. Das Stück enthält wirtliche Bibelsitalien und Anspielungen auf wibbliche Texte.
Außerdem ließ Goethe auf Figuren aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten auf ebenso verschiedenen Sprachebenen sprechen. Und das Resultats sind dann eben starke Charaktere und ein glaubhaft realistisches Bild der damaligen Gesellschaft. Muss man auch erst mal schaffen? Ja. Also, die Handlung war es dann immer auch parallel zur Passionsgeschichte auf zum Beispiel. Also, wie Jesus wird Götz von einem ehemaligen Freund verraten.
Das gemeinsame Essen auf der Belagerten Burg erinnert an das letzte Abendmal. Und auch in der Sterbesszene am Schmuss befinden sich den Anklänge an den Bibeltext. Ich überlege gerade noch, ist es solch noch was zu Götz erzählen, wie er ihn so dargestellt hat, wäre das interessant. Ja, gern noch als Abschluss. Ja, also, natürlich Götz ist der anti-autoritäre Held des Stücks. Er ist in Teger Freiheitsleben stark, aber auch manchmal so ein bisschen naiv, vertrauenseelig.
Also, dass er sich dann zum Beispiel, ja, also er glaubt den Leuten, also den Kaiser oder so was, er nimmt ihnen Dinge einfach ab, das Mal. Und dann reitet er sich so selber ein bisschen rein in manche Sachen. Dass er da eine sympathische Redarität hat, die wenn man sagen würde, er war sich allem komplett bewusst, und hat die Regeln komplett bewusst missachtet, dann war die ganze Sache vielleicht nochmal ein bisschen revolutionärer oder noch noch problematischer gewesen.
Wenn er da eher so ein bisschen rein stolpert und quasi nicht seine Schuld ist, und man sich damit identifizieren kann, auch als Zuschauer, dass eben ein guter Mensch irgendwie in schlechte Situationen rein stolpert, ist das irgendwie vielleicht angenehmer, wie zu sagen, der hat er als 17-Jähriger einfach Bock auf Kriminalität.
Ja, und eben dieses Anti-Autoritäre ist natürlich auch dann so ein Ideal des Sturms und Drang, die dann auch das Gefühl über die Aufklärerische vernünft setzen, und da geht es ja dann schon langsam so auch Richtung Romantik. Götzuntergang steht dann eben auch symbolisch für das Hinter der einer historischen Epoche, weil er als Ritter im 16. Jahrhundert quasi keine Zukunft mehr hat.
Also sein Kampf ist aussichtslos, aber er kämpft nicht nur für eine sterbende Gesellschaftsordnung, sondern er verteidigt eben auch seine persönliche Freiheit gegen die gesellschaftlichen Zwänge. Ich muss gerade an Savitri Devi denken, die ja immer über die Männer, die gegen ihre Zeit sind geschrieben hat und so.
Also da die ganzen Hitlerismus-Leuten, esoterischen Hitlerismus-Leuten steht, ist eine große Rolle, vor allem bei Devi, diese Idee, dass es in der Zeit gibt und Leute, die mit ihrer Zeit geben und können die großen Menschen, die dagegen arbeiten. Götz ist auf jeden Fall jemand, der gegen die Zeit kämpft und dafür im Nachhinein heroisiert wurde, auf jeden Fall.
Aber seine Geschichte bietet natürlich auch viele Anknüpfungskunkte für Heroisierung, er ist ein Erdbecher, aber er hatte perfekte Lebensgeschichte einfach auch gelebt, er hat Goethe auch einfach gemacht, da sie dann in den Rausen zu ziehen, so ein erfolgreicher Stück, und Goethe hat einfach auch ein gutes Gespür gehabt, um immer man zu sagen, auf dieser Quellenbasis kann ich meine Ideen irgendwie spannend ausarbeiten.
Definitiv, ja. Aber als Held braucht man natürlich auch einen Gegenspieler und in Götes Drama ist das jetzt in dem Fall der Adalbert von Weißlingen, der anfangs auch noch Freund von Götz ist und sich dann im Laufe des Dramas zu seinem Feind entwickelt. Der wiederum wird als fremdbestimmter, abhängiger Hüpfling gezeichnet, also als schwacher Mensch, der sich leicht beeinflussen lässt, sei es dann von politisch Mächtigen oder von Frauen auch, und er vertritt die neue Zeit gegen die Götz ankämpft.
Und so hat man diese Zweikpole und ein... Die Zweikpole ist natürlich extrem vereint, weil das gesamte Bürgertum aus der Gleichung rausgelassen wird, also Götze reduziert es natürlich daraus und Götze schreit natürlich auch aus der Position des Bürgertums.
Also er ist natürlich auch das Produkt, die Entwicklung, die damals losgetreten hat und was Götz auch wirklich bekämpft hat, war dieses Erstärken der Bürger und in den Städten, der Machtzuwachs der freien Städte und dieser anderen, nicht alles zu gratische Klasse und im Fall von... Und gleichzeitig hatte er natürlich auch viel Problem mit dem Schwäbischen Bund und der Zentralautorität gehabt durch seine Viertelsachen.
Und Götze wählt quasi die eine Seite des Konflikts ganz passend aus und lässt die Bürgereite außen vor, vielleicht weil er selber Bürger ist, weil er sonst ist der Held gegen Götze. Wahrscheinlich hätte Götze von werlichem Götze einfach rausgeraubt, wenn er durchs Tal geht und wer da unten wo seine Burg ist. Vielleicht noch so kurz abschließend. Götze von werlichem Götze war das erste Drama von Götze. Es hat seine Karriere begründet.
Das nächste Stück, was er geschrieben hat, ist dann wahrscheinlich heute noch deutlich bekannter. Das sind dann die Leiden des Jungen Werter. Ja, also die Leiden des Jungen Werter und die Mania, die das ausgelöst hat damals, das dann ja verschiedene Selbstmorde gab anscheinend nach der Öffentlichungsbuch. Da können wir auch über den Arbeiten reden, ganz spannend.
Das Voräquivalenz des Atanikpanik war quasi die Werterpanik, aber mal alle Angst hatten, wer jetzt unterziehen sich gelbe Sackos, aber die sind nicht unverlautere romantische Gefühle. Ja, das war Götze von werlichem. Ich glaube, wir haben einen ganz guten Überblick bekommen über den Mann, die Rezeption, die Geschichte. Ich denke, es war auch so ein ganz kleiner spannender Sneak Peak in die Bauernkriege. Wir haben quasi nur eine flachte Bauernkriege erwähnt.
Es ist mir sehr schwer gefallen, nicht mehr darüber zu erzählen heute, weil ich gerade in der Recherche drin stecke, aber dann mehr dazu den nächsten Mal. Ich freue mich da drauf. Wir haben Bauern, die unter Regenbogen fahren. Das ist ja heute nicht mehr vorstellbar. Oh mein Gott. Verschiedense Schlachten, das wäre heute nicht mehr vorstellbar. Ganz spannende Sachen werden wir da besprechen. Und wir werden noch mehr Schlachten behandeln, die einen sehr ungleichen Ausgang haben.
Vielen Dank fürs Zuhören. Unterstützt uns gerne, wenn ihr die finanziellen Möglichkeiten habt und uns gerne unterstützen wollt, dann lasst uns gerne was auf Patreon da. Wir freuen uns über jeden neuen Unterstützer. Dort gibt es die Folgen auch werbefrei und ein paar Tage früher immer. Und ab und zu Bonus Content. Ansonsten folgt uns auf YouTube, auf Spotify, Apple Podcast, wo auch immer lasst uns gerne noch ein paar Fins Sterne Bewertung werden.
Ich habe jetzt neulich die Kupke Lux Klarenfolge hochgeladen gehabt und hatte da schlechtes Audio. Habe ich mittlerweile korrigiert, aber die Woche, in der das schlechte Audio oben war, haben wir ein paar schlechte Bewertungen bekommen. Deswegen haben wir jetzt noch 4,8 Sterne auf Spotify. Lasst uns gerne noch ein paar Fins Sterne Bewertungen da, um uns wieder auf 4,9 hoch zu hieven. Das würde mich sehr freuen. Ansonsten hören wir uns bald wieder mit Bauern, die Aufstände machen.
Bauern, die auf Burgen starren. Jonas, hast du auch abschließend zu Gott sonst für uns Behörerinnen? Ja, leg mich immer aus. Leg mich aus, wunderbar. Einen schönen Tag euch noch. Tschüss. Ciao.
