Alle Zeit erweckt. Alle Zeit erweckt. Was wäre, wenn die Geschichtsschreibung die Sekunde vollkommen falsch wäre? Schlimmer noch, sie ist nicht nur fundamental falsch, sondern ist eine große Verschwörung der Historiker, um uns alle ganz gezielt hinter das Licht zu führen. Was, wenn die Geschichte tatsächlich nur tausend Jahre alt wäre und der Rest einfach nur Copy-Paste mit leicht veränderten Namen ist?
Und wir quasi mindestens dreimal die Wiederholung der gleichen Geschehnisse als europäische Geschichte kennen. Klingt unglaublich. Dann freut euch auf die heutige Folge zu Fomenko und dem erfundenen Mittelalter, die wir vorbereitet haben, heute mit Johannes und Jonas. Hallo Jonas! Hi, hi. Herzlich willkommen auch an die Zuhörerinnen zu einer neuen Folge hier bei uns.
Ich habe zum Einstieg um diesen ganzen Wahnsinn, mit dem wir uns heute beschäftigen wollen, Geschichtsrevisionismus, den ganzen neuen Zeitleisten und Chronologien, mal ein längeres Zitat rausgeführt, rausgesucht von einem sehr schönen Artikel von Felix Philipp Ingolt, der das Geschichtsbild der neuen Chronologie heißt, mit dem Untertitel an der Moskauer Staatsuniversität wird die historische Zeitrechnung radikal revidiert.
Ja, ich würde dich bitten, das einmal vorzulesen, weil es, glaube ich, einen sehr schönen Einblick geht in Fomenkos Theorien, diesen Wahnsinn der neuen Chronologie und Geschichtsrevisionismus im allgemeineren Sinne.
Vor einiger Zeit wurde aus der Universität Salento in Lecce eine dezidierte Neudatierung der sogenannten kapitolinischen Wölfin gemeldet, eines Meisterwerks in truskischer Plastik, das den Gründungsmythos der Stadt Rom vergegenwärtigt und allein deshalb schon immer zu kontroversen Spekulation Anlass gegeben hat.
Durch Radiokarbon-Tests und andere Materialstudien ist nun nachgewiesen, dass die angeblich aus dem fünften vor christlichen Jahrhundert stammende Skulptur nicht vor dem zwölften Jahrhundert hat entstehen können. Diesbezügliche Vermutungen gab es schon früher. Obwohl sie durch die jüngsten Untersuchungen zur Gewissheit geworden sind, bleibt in weiten Kreisen und selbst unter Experten ein Rest von Skepsis.
Noch heute wird die Wölfin mit den beiden Säuglingen Romulus und Remus auf der Homepage der kapitolinischen Museen ambivalent datiert auf 5. Jahrhundert vor Christus oder Mittelalter. Mit frückhaltloser Begeisterung wurden die Erkenntnisse der italienischen Spezialisten an der Moskauer Staatsuniversität aufgenommen, wo eine Forschungsgruppe schon seit Jahrzehnten an einem nicht nur deutlich ambitioniert heran, sondern zugleich deutlich umstrittener Neudatierungsprojekt arbeitet.
Die Anhänger der sogenannten neuen Chronologie wollen die Gesamtzell in den geschichtswissenschaften gängige Zeitrechnung um gut 1.000 Jahre beschneiden. Durch die Aufdatierung bzw. Verjüngung der angeblich antigten Proseskulptur, so ließen sie verlauten, sei nun endlich ein unabhängiger wissenschaftlicher Beweis für ihre These erbracht. Im gleichen Atemzug schlugen sie eine Datierung der kapitolinischen Wölfin auf das späte 15. Jahrhundert vor.
Und mehr als dies. Die etruskische Hochkultur insgesamt sei aus der vorkristlichen Antike ins Hochmittelalter zu transferieren. Die Moskauer Chronologen gehen nämlich davon aus, dass die Etrusken entgegen allen bisherigen Vorgaben und Ausnahmen im 13. oder 14. Jahrhundert aus vorder Asien, östliches Mittelmeer, nördliches Schwarzmergebiet, nach Italien eingewandert sind und sich dort als Tyrenia, als Tataren oder auch als Russen niedergelassen haben.
Bei den Etruskern handelt es sich dem zufolge um ein slavisches Völkergemisch mit deutlicher christlicher Imprägnierung. Ja, vielen Dank für diese Einführung. Wir sehen, es gibt in der Geschichte diese Statue, die ihr bestimmt alle innerlich visualisieren.
Und sonst geht online kurz und schaut nach der kapitolinischen Wölfin. Das ist diese berühmte Statue, die man im Geschichtsunterricht, wenn es um die Gründung Ohms geht, unter dem Mythos von Remulus und Remus, immer als Bebilderung gesehen hat. So eine schwarze Statue mit einer Wölfin und drunter eben den kleinen Säuglingen Remulus und Remus, die in einer moglieartigen Geschichte davon der Wölfin gesäugt werden und dann überleben und dann später die Stadt rumgründen.
Wir sehen, es gibt in der Geschichte Unsicherheiten und immer wieder Neudartierungen, teilweise ja um in diesem Fall 1500 Jahre oder 1700 Jahre. Die Datierung von 15. Jahrhundert vor Christus ins 12. Jahrhundert ist natürlich ein Krisen Schritt und stellt natürlich dann schon eine Frage, warum gerade dieses Bild immer gezeigt wird. Wenn es um die Gründung Ohms geht, aber natürlich beschreibt es einen Mythos, der unabhängig davon über die Zeit hinweg überlebt hat.
Aber es gibt in der Geschichtswissenschaft immer wieder große Revedierungen, Momente, wo man sagt, Moment, wir hatten hier relativ lange etwas falsch und wir müssen etwas vielleicht in eine ganz andere Zeit versetzen.
Und diese Fälle bekommen natürlich immer viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, weil sie zeigen, obwohl es so eine Art Konsensus gab in der Geschichtswissenschaft über eine Datierung oder ein scheinbaren Konsensus, hier bei dieser Statue war ja schon Experten schon lange die Unsicherheit klar, ob das nicht vielleicht viel viel später gemacht wurde. Und jetzt haben im modernsten Techniken gezeigt, es ist tatsächlich später entstanden.
Die Stärke der Geschichtsrissenschaft oder von Wissenschaft allgemein ist natürlich, dass sie in der Lage ist, dann auch wieder ihr Bild zu revidieren und zu sagen, okay, das haben wir neuen Forschungsstandabungen auf einer stärkeren Basis aufgebaut, als das vorher war, als das vorher der Fall war. Und deswegen müssen wir jetzt die Geschichtsbücher anpassen.
Aber Geschichtsrevisionisten wie die Anhänger von FORMENCO, um den es heute geht und der neuen Chronologie, die haben da natürlich ein gefundenes Stress, wenn so was mal wieder in die Öffentlichkeit kommt, weil sie damit scheinbar ja recht haben, sie als Leute, die sagen Moment, die gesamte Chronologie der europäischen Geschichtswissenschaft ist falsch. Ja, so, so viel dazu.
FORMENCO ist der Gründer der sogenannten neuen Chronologie, wie wir eben gehört haben, und diese Bewegung, diese pseudo-wissenschaftliche Bewegung der 1970er-Jahren, um ihn herum in Russland entstanden und behauptet eben, dass die gelängige Zeitrechnung um gut 1000 Jahre kürzen kann und vor allem die russische und die Weltgeschichte neu zu schreiben.
Die Theorie bietet eine alternative Darstellung zur, in dicken Anführungszeichen, warnen Geschichte, die sich um einen weltreichen Namen zur russische Horde dreht. Also nicht die mongolische Horde oder irgendwas, sondern die russische Horde. Die bekommen wir später noch zu, quasi so eine Mischung aus slavisch und türkstämmigen Völkern gewesen sei, laut FORMENCO. Der Umfang der neuen Chronologie wurde mit der Fantasywelt von J. R. Tolkien verglichen.
Es gibt tausende Seiten darüber, die von ihm selber geschrieben wurden, die haben 12 Teile publiziert, quasi allein zur neuen Chronologie und dann noch ganz viele andere Bücher zu einzelnen Themen der Geschichte, wo er alles neu datiert und neu einordnet und quasi scheinbar die Geschichtsschreibung überholt.
Und es gibt auch andere Autoren, die seitdem eben damit eingestiegen sind und die weiterentwickelt haben. Gleichzeitig gibt es mindestens genauso viele Leute, die große Einwände gegen diese Gesichtsrevisien, das was vorgebracht haben, sehr berechtigte Einwände, wie wir später sehen werden.
Aber zu den prominenten Anhängern des sehr ausstrittenen Neudertilungsprojekts von FORMENCO gehören, unter anderem der ehemalige Schachweltmeister Gary Kasparov und der Schriftsteller Alexander Sinoviev. Sinoviev hat Folgendes gesagt über diese... über diese Theorie. Eine neue Chronologie ist die größte Entdeckung des 20. Jahrhunderts. Ja, also eine große Ehrung scheinbar vom großen Querdenker Sinoviev.
Und Billigten, einer der Autoren schrieb, schreibt selber, dass die Theorie wahrscheinlich in den Windkanälen der Wissenschaft verweht sein könnte, wenn Kasparov sie nicht in seiner Zeitschrift Ogonyok vertreten hätte und damit ab den neunzehren Jahren eine breiteren Öffentlichkeit in Russland nähergebracht hätte.
Als Populärer ist amatör historiart FORMENCO mit seinem Auf damals ursprünglich sieben Bände angelegten geschichtstribuzialistischen Werk namens neue Chronologie zur Entwicklung einer gesamten Pseudo-Geschichte beigetragen, die in Russland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu richtig Wurzeln geschlagen hat.
Seit den 1990er Jahren werden die Bücher von FORMENCOs über die neue Chronologie aus dem russischen ins englische übersetzt und auch herausgeben. Es gibt auch deutsche Sprachversion davon. Ich habe jetzt nur mit Englischen gearbeitet und die dann selber übersetzt, aber es gibt glaube ich deutsche Übersetzung.
Ja, und das wirklich spannende an der Punkt ist, dass FORMENCO noch am Leben ist. Der Mann ist ein Professor bei der Mathematik in Russland an einer staatlichen Universität und er ist auch ein extrem begabter und intelligenter Mathematiker und er ist ein ganz passabler Maler und er hat einen ganz schönen großen Einfluss auf Kultur und untereinander mal auf SciFi gehabt, was sich sehr spannend fand.
Und um quasi zu verstehen, warum manche Leute vielleicht FORMENCO glauben, müssen wir uns kurz mal eine Kurzvariante seines Lebens anschauen. Kann ich kurz was einwerfen noch? Wenn man das Gedanke war tatsächlich, nachdem ich das erste große Zitat gerissen hatte, dann muss doch eigentlich auch Putin unter diesen Fans sein, dieser Theorie, dachte ich. Aber kommen wir noch zu dem? Also es wird sich alles würde es gut zu seinem Weltbild passen auf jeden Fall.
Genau, der Zusammenhang zu einem nationalistischen, russischen Weltbild werden wir später noch, nachdem wir uns ihn ein bisschen angeguckt haben, ein bisschen beleuchten, weil du hast vollkommen recht.
Es geht bei diesem Projekt natürlich um eine Neuschreibung der Geschichte, in dem Sinne, dass die russische Geschichte ihre wahre Größe bekommt und ihren wahren Platz quasi an der Spitze der Welt einnimmt und er vermutet eine große Verschwörung seit dem 16. Jahrhundert der westlichen Wissenschaft, die quasi diese große asiatische Geschichte, diese große russisch-slavisch-türkische Geschichte kleinhalten will
und versucht unter den Teppich zu kehren, zu Gunsten von seiner Meinung nach erfundenen Persönlichkeiten wie Karl dem Großen. Wusstest du nicht, Karl dem Großen gaf's zum Beispiel? Und es hat ein ideologisches Ziel.
Er behauptet immer nur, er ist der erste, der als Mathematiker richtig berechnen kann, aber tatsächlich ist er natürlich ein ideologischer Plan dahinter, den er verfolgt. Und was das genau ist, werden wir sehen, aber du hast schon recht, der Nationalismus ist nicht weit vom aktuellen Großmachtstreben Russlands entfernt, sag ich mal, oder passt da ganz gut rein als eine Unterfütterung ideologisch, sag ich mal.
Es war auch einer der Gründe, warum er jetzt aktuell ohne Probleme weiterhin Mathematik lernt, nachdem er seit mittlerweile 50 Jahren oder fast 50 Jahren pseudo-historische Schriften rausgibt und eigentlich dafür wirklich bekannt ist.
Der Mann hat aber tatsächlich was drauf im seinem Metier, wie das oft so ist. Also, Formenco wurde ursprünglich im 13. März 1945 in der ukrainischen Stadt Donetsk, also heute hoch umkämpftes Gebiet, als einziges Kind von einem Bergbau-Engineer und Lehrerin für russische Literatur geboren. Dann ist die Familie immer wieder umgezogen von A nach B, aber es hat sich sehr früh gezeigt, dass der Junge ein Extremestalent für Mathematik hat.
Er gewinnt alle möglichen Medaillen für Mathematik in der Sowjetunion und unter anderem gewinnt er aber auch als früher Schriftsteller im Alter von 13 Jahren den ersten Preis der All-Union-Children-Literary-Competition
für eine Erzählung über Wissenschaft und Technik in der Zukunft. Seine fantastische Geschichte wurde dann, in 1958, 59 veröffentlicht, oder den Namen Miracle of the Miracleberry über eine Weltraumreise ins Jahr 2020, die wurde in der sowjetischen Kinderzeitung Pioneer-Bravda veröffentlicht. Genau, also eine 2020 Sci-Fi-Fiktion von ihm, das war sie der Anfang seines literarischen Schreiben, heute mal.
Nachdem er dann in der Mathematik und Physik Olympiade gewonnen hat, wurde er eingeladen, am Moscow Institute für Physik und Technologie zu studieren. Und er hat dann auch, glaube ich, seinen Doktor mit unter 30 gemacht und hat zum Thema seine große Doktorarbeit, den Herbalutationsschrift war zum Thema die Lösung des mehrdimensionalen Plateauproblems in einer riemannischen Manifaltigkeit.
Ich habe keine Ahnung von Mathematik, aber das hört sich alle sehr legitim an. Er hat auch, glaube ich, also mehr 26 Monographien und Lehrbücher publiziert zum, in seinem Fachgebiet der Topologien der Mathematik. Also er ist eine anerkannte Experte für Topologie, hat auch eine Topologin geheiratet, die auch der Expertin ist und hat sich quasi auf seinem Feld extrem verdient gemacht, schon sehr früh.
Das Problem ist, wenn man in seinem Mathieu als Genie behandelt wird, dann kann es passieren, dass wenn man ein vielzeitig interessierter Mensch ist, man auch in andere Mathie ist rein, als Stolpot und dann der Meinung ist, ich als Genie sollte doch denen in ihren anderen Mathie jetzt auch weiterhelfen und quasi zur eigentlichen Wahrheit fruträngen.
Und ich denke, Formenco ist so ein bisschen ein Fall davon. Er ist so ein bisschen Renaissance-Mann, der genau als Schriftsteller später auch andere SciFi-Projekte mit beeinflusst hat. Er hat gemalt, also von seinem gemälde, klassische Gemälde, Sachen auch rausgegeben, habe ich mir angeschaut, sieht man hübsche Sachen, auch viele Sachen, wo er versucht hat, zu seinen mathematischen Theorien quasi bildlich darzustellen in seinen Gemälden und so.
Und dieser Renaissance-Mann hat dann irgendwann angefangen, sich mit der Chronologie zu beschäftigen, weil seiner Meinung nach früher die Chronologie auch als Unterhaltdisziplin der Mathematik gesehen wurde. Das heißt, Zeit leisten sollten eigentlich nicht von Historikern gemacht werden, von Mathematikern, die haben das richtige Handwerkzeug dazu.
Und bevor wir jetzt verstehen, in welches Rabbit Hole der Chronologie sich unser guter Formenco in den 70er Jahren begibt, nachdem er in seinen anderen Mediösen schon extrem quasi verdient ist in der Topologie und jetzt nach neuen Projekten für sein Gehirn sucht, ja, da müssen wir uns kurz die Vordenker von Formenco anschauen und ganz kurz noch erst kurz machen zu der Geschichte von alternativen Chronologien. Bist du ready, Jonas? Ich bin ready und habe ein bisschen Angst.
Also die ganz spannend, dass sich diese Ideen, dass wir vielleicht eine ganz falsche Zeitleiste haben und eigentlich unsere Datierung, das Jahr, in dem wir leben, das ist quasi das Vielst. Ja, 2024 leben zum Beispiel zum Zeitpunkt der Aufnahme hier. Das ist ein großer Fehler. Und dass irgendwann sich mal jemand verrechnet haben muss die letzten paar Tausend Jahre. Die lässt sich bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen.
Es gab da den französischen Priester und ja, Klassizisten Jean Ardouin, der sich sehr viel damit auseinandergesetzt hat, dass viele antikehistorische Dokumente eigentlich viel jünger seien als angenommen. Es gibt tatsächlich das Phänomen, dass gewisse Urkunden aus der Zeit der Karo-Linger, zum Beispiel oft später von Sachen aus der Frühmittelalter, später nur als Kupinen überliefert werden.
Es gibt keine Originale mehr. Im Anfang der Karo-Linger-Zeit zum Beispiel wurden die Originale noch auf Papyrus geschrieben, quasi im ausgehenden römischen Reich, wie man das in Rom gemacht hat, mit gutem Papyrus aus Ägypten, den Kriegmarben aus Ägypten. Und sobald dann die Handelswege ab dem 8. Jahrhundert sehr sketchy werden und zusammenbrechen langsam, kriegt man kein Papyrus mehr nördlicher Alpen.
Jetzt hat man natürlich ein Problem, wenn man quasi so tun will, als hätte einem ein karo-lingischer König vielleicht irgendwo Landvermacht oder vielleicht irgendwo Rechte gegeben als Kloster. Und dann hat man da einfach Sachen kopiert, um sie natürlich auch im Leben zu halten, weil die Dinge natürlich irgendwann vermodern und eine gewisse Halbwertszeit nur haben, um Sachen immer wieder abschreiben und sie zu erhalten, in den meisten Fällen.
Und dann kann man, wenn man die abschreibt, natürlich praktischerweise ein paar Änderungen vornehmen und sich ein bisschen mehr Gebiet zuschlagen zum Beispiel. Und es wurde gemacht im Mittelalter. Also es gab schon auch die Disziplin des Urkundenfälschens auf sehr hohem Niveau, um eigene Rechtsansprüche, die irgendwann später entstanden sind, zu Rechtfertigen.
Viel, was wir also kritische Mediawistik und so kennen, wurde dann auch von selber von Möncheln aus dem 17. Jahrhundert in Belgien oder so entwickelt, die angefangen haben, Kritis zu hinterfragen, was sie da in ihren Beständen eigentlich haben und was legitim aussieht und was so wirkt, als hätte das jemand später hinzugefügt.
Einfach so eine Art kritische Methode anzuwenden da drauf und da hat sich dann langfristig so viel von der Wissenschaft auch raus entwickelt, aber diese großen Fragen kamen eben im 17. Jahrhundert, 2. Jahrhundert, 17. Jahrhunderts auf und es aufgefallen, dass einige der Urkunden eben gefälscht sein könnten. Und dann gab es so eine grundsätzliche Skepsis gegenüber historischen Theorien und vor allem angenommenen historischen Zeitleisten.
Man hat gesagt, wenn diese Urkunden jetzt hier falsch sind oder teilweise falsch sind, was können wir dann überhaupt noch vertrauen? Und Jean Ardouin war auf jeden Fall einer der, die dann ein bisschen weitergegangen sind in ihrer Skepsis als die anderen und der angefangen hat, relativ grundsätzlichende Sachen anzuzweifeln.
Zum Beispiel schlug er damals vor, dass viele historische Antike-Dokumente viel jünger seien als allgemein angenommen. Im Jahr 1686 veröffentlichte er eine Version der Naturgeschichte von Plinius dem Älteren, in der er behauptete, die meisten griechischen und römischen Texte seien von Benedictiner Mönch gefälscht worden.
Als er später zu diesen Ergebnissen befragt wurde, erklärt Ardouin, dass er die Gründe für die Fälschung der Mönche in einem Brief offen liegen würde, der erst nach seinem Tod veröffentlicht werden sollte. Klassisch. Ich weiß es, aber ich sage es euch nicht, bevor ich tot bin. Wink, wink.
Die Nachlassvorwalte waren aber nicht in der Lage, ein zeuges Dokument in seinem Nachlass zu finden. Praktisch. Im 17. Jahrhundert äußerte Sir Isaac Newton, der berühmte Physiker, selbst die Vermutung, dass die aktuelle Chronologie des antiken Griechenlands des alten Ägyptens und des antikenahen Ostens nicht zusammenpassen würden.
Und er hat in seiner eigenen Schrift dann versucht, auf der Grundlage der Algonautika des Apollonius von Rodos die traditionellen Datierungen von den Algonauten, den Trojanischen Kriegen und der Gründung Roms zu verändern. Also auch Newton war Geschichtskrevissionist auf eine Art und Weise und hat versucht quasi die gesamte antike Zeitleiste neu umzuschreiben.
Und Hardouine war eben auch jemand, der wie Fomenko dann später auch kleine Veränderungen, wie zum Beispiel das Urkunden gibt, die eben tatsächlich nicht echt sind, dann zu einer Soweit gebracht hat, dass er gesagt hat, die gesamte Geschichte wurde von Benediktin an Mönchen gefälscht, weil es die einzigen waren, die Sachen abschreiben konnten. Und deswegen müssen die quasi in einer großen Verspörung die gesamte Weltgeschichte zusammen kollektiv erfunden haben auf der Basis von dem großen Plan.
Da sehen wir dann eben einfach die Grenze zwischen berechtigtem Zweifel an einzelnen Urkunden und der Vermutung, dass wir alle belogen werden von der Geschichtswissenschaft. Und diese feine Linie zwischen berechtigter Kritik und Skepsis an Quellen und in einer paranoiden Geschichtskrevistion, das muss eben in manchen Fällen gar nicht mal so breit wie uns es lieb wäre oder wie wir denken, sondern ganz schön schmader grad.
Und genau, dass da eben auch Newton sich mit beschäftigt, das finde ich ganz spannend, der war ja auch Physiker, dass er da auch in natürlich großer Universal-Gelerter zu der Zeit, aber Fomenko sieht sich eben auch als so ein Universal-Gelerter, der wie Newton eben seine Stärke hat in seinem Bereich und der damit eben aber auch begabt genug ist, um wie Arturin und Newton auf diesen Spuren komplett alles auf den Kopf zu stellen und neu zu berechnen und zu schauen, wie sie denn die Chronologie wirklich aus.
Ja, und jetzt kommen wir dazu, wie Fomenko ins Rapitol abstürzt, nämlich im Jahr 1973 wurde er durch die Arbeiten von dem amerikanischen Astronomen Robert Russell Newton, einem anderen Newton zu unerklären Phänomenen von Mondbewegungen inspiriert, mit denen sich auch ein sogenanntes autodidaktischer Astronom namens Nikolay Morozov beschäftigt hat. Kennst du Nikolay Alexandrovich Morozov Jonas? Nein, nein, das ist mir kein Name.
Ich bin über ihn bei der Recherche zu Fomenko gesteuert, weil ich dachte, naja, der Name ist ein paar Mal gefallen, gemeinsam mit Arturin, als quasi so die Vorläufer gedanklich von ihm und habe eine der lustigsten und bemerkungswertesten Biografien entdeckt, die mir seit lange untergekommen sind. Deswegen ein extrem kurzer Exkurs zu Nikolay Alexandrovich Morozov.
Der gute Mann wurde 1854 geboren und war 25 Jahre lang berufsrevolutionär, der sich mit seinen Schriften gegen das zahlistische Regime in Russland aufgelehnt hat und dafür sehr viel Zeit im Gefängnis verbracht hat. Nämlich 25 Jahre, Entschuldigung, er war viel länger über sein ganzes Leben ein berufsrevolutionär und hat insgesamt von seinem Leben 25 Jahre im Bedast verbracht und zwar in irgendwelchen zibirischen Gefangenenlagern, aber auch in seinem Petersburger Gefängnis.
Und dann wurde er später in seinem Leben Akademiker in verschiedensten Bereichen, hat Sachen publiziert zu Wissenschaften, kommt gleich noch ein bisschen zu seinen genaueren Ergebnissen. Also tatsächlich zur Chemie, zur Biologie, zur Geografie, war ein Flugpionier, einer von den Mitgliedsisten Russischen Flugvereins und hat quasi mit den ersten Piloten Russlands und hat eben auch Sachen zur Geschichte publiziert. Ganz speziell.
Und was ihm besonders beachtlich war, ist, dass er mit dem Alter von 88 kurze Zeit in der Roten Armee, wir haben im Zweiten Weltkrieg als Sniper, der älteste bekannte Kämpfer des Zweiten Weltkrieges war. Und Jonas kann euch jetzt ganz kurz hier was frei vorsetzen, frei übersetzen, was ich hier rausgekörpiert habe, während ich gucke, dass die Kleine schläft. Ein Moment.
Ja, wow, mit 88 noch so ruhige Hände zu haben, das ist schon mal beeindruckend. Im Jahr 1942, immer noch 88 Jahre alt, ist er dann wieder der Roten Armee beigetreten, um eben im deutsch-sophietischen Krieg zu kämpfen. Er hatte, er hat einen Sniper Training absolviert davor, das war 39 und außerdem hat er behauptet, an einem neunthiliskop zu arbeiten, das allerdings noch getestet werden musste.
Und wenn diese Testung eben nicht genehmigt würde, hat er getroht, dass er Josef Stalin höchstpersönlich informieren würde, der dann eingreift. Die Militärführung hat daraufhin es eingeknickt und er wurde dann eingezogen. Ja, aber nicht ein Gezünder. Der 88er, der 88er, nicht ein 88-jähriger Mann und vor allem der war nicht 88 Jahre heute, der Mann war 88 in den Viertzkern, wisst ihr wie 88-jährige Männer in den Viertzkern heraus sahen?
Wenn du das 19 Jahrhundert durchgeraucht hast, auf jeden Fall Morosev einmal mit einer extremen Lebensenergie, der sich dann quasi die Roten Armee dazu nötigt, ihn als Sniper aufzunehmen, um mit irgendwelchen wirren Ideen und seiner Beziehung und Bekanntschaft zu Stalin droht.
Und dann, in Deutschland Offizier, glaube ich, sogar erschießt, nachdem man halbens in einem halben Tag irgendwo im Gebüsch liegt. Und obwohl er eine Brille gebraucht hat, war er ein sehr akzeptabler Sniper, obwohl er dann aber irgendwann war es ihn dann doch nun angenehm, dass sie dann ältesten Opa des gesamten Zweiten Weltkriegsannherfremden hat und dann hat er mich nicht abgezogen.
Aber Morosev hat dafür auch die Medaille für die Verteidigung von Leningrad und den Orden von Lening 44 bekommen für seine Tapferkreicht und das sehr gerne. Genau, also wenn euch mal jemand in PopQuiz fragt, was war der älteste Soldat im Zweiten Weltkrieg, es war Morosev mit 88 Jahren. Viele von den Ideen, zu denen er publiziert hat, galt zu seiner Zeit schon als sehr unorthodox und gewagt. Teilweise hatte er aber recht damit.
Er vermutet, dass z.B. in seinen Schriften das Atome eine komplizierte Ebenenstruktur haben und umgewandelt werden können. In seiner Abhandlung über das Periodensystem sagt Morosev, dass in der Zukunft in Erdte-Elemente entdeckt werden würden, was auch passiert ist. Chemisch in Erd bedeutet, dass eine Substanz unter den jeweiligen gebenen Bedingungen mit potenziellen Reaktionsparten nicht oder nur in verschiedenen geringen Maße reagieren könnte.
Ich habe keine Ahnung, was sie bedeutet, ich habe es extra raus geguckt, um nicht blöd zu wirken, aber auf jeden Fall hat er etwas Chemisches vorhergesagt, was dann erst in den Fünfzahlen möglich auch nachgewiesen wurde. Morosev selber sagt spannenderweise seine Erkenntnisse im Bereich der Chronologieforschung, die er vor allem auf die Bibel anwandte, als seine größte Leistung an.
Das macht ihn zum eigentlichen Protoformenko. Also abgesehen, dass er mit irgendwelchen Doppeldeckerflugzeugen durch die Gegend geflogen ist und Sniper war und was für sich alles andere. Und dann am Ende seines Lebens, glaube ich, vor allem zu irgendwelchen Inlandsgewässern geforst hat, in seiner Heimatstadt bis zu Sömmtod war seiner Meinung nach seine größten Erfolge und seine wichtigste Arbeit, auch die Bibel neu zu datieren, unter anderem.
Und vor allem das ist die Buch der Offenbarung. Er hat dazu ein Buch geschrieben, das heißt die Offenbarung Johannes, eine astronomische historische Untersuchung, die in sehr kurzer Zeit drei Auflagen erlebt, 1912 in Deutschland rauskommt, kam.
Und seit 1907 hielt er selber in den größeren Städten Russlands Vorträge über seine Sicht und Deutung der Offenbarung des Johannes und fand dabei eine wachsende Zahl begeisterter Anhänger, stieß jedoch aber auch auf erbitterten Hass und Widerstand aus Kreisen der orthodoxen Kirche, die bald ein Vortragsverbot bei der Regierung gegen ihn erwirkte.
Ja, darauf wurde sein Buch auf den Index gesetzt und durfte nicht mehr verbreitet werden und wegen einem weiteren Buch zu diesem Thema, namens Sterneliter, wurde er dann auch nochmal zu einem Jahr festungshaft verurteilt.
Zur Offenbarung des Johannes stellte Morosov, also die Offenbarung des letzten Buch des neuen Testamentes, aber wie auch zum Beispiel schon Engels festgestellt hat und in den 1850er Jahren dann schon klar war, das Buch, was wahrscheinlich als erstes geschrieben wurde, also das älteste Dokument des ganz am Ende im neuesten Zeit Neuen Testament, ein bisschen, also das am frühesten verfasste Berg im Neuen Testament, ist die Offenbarung des Johannes, die ganz am Ende steht, das will ich damit sagen.
Es ist so klein Chronologien hier schon so verwirrt, wie es euch große Chronologieforschung betreiben. Und Morosov hat eben dazu oft die Theorie aufgestellt, dass wegen den Himmelskonstellationen, die da drin in einem Code beschrieben werden von Johannes, das ganze am 30. September 395 verfasst werden.
Also verfasst worden von ein Muss und, dass der Verfasser das Schrift identisch mit Johannes Christos Thomas von Antioch Jassai, einem der frühen, wichtigen Kirchenväter, weil die Autoschaft welcher Johannes damit jetzt gemeint ist, natürlich auch immer eine große Frage war. Und als Hauptwerk von ihm galt dann erst aber eigentlich das sieben Bändige zwischen 1924 und 1932 erschien eine Buch Christus Geschichte der menschlichen Kultur aus naturwissenschaftlicher Sicht.
Und das ganze war ein Riesen-Hack-Mack und sollte wegen der umfangreichen chronologischen Bibelforschung und ja, den großen Streit im Wissenschaftlerkolleg, im Kollege darum ist nicht veröffentlicht werden, es zog sich dann ewig hin. Lenin musste eingeschaltet werden, es gab Briefe, die sich hin und her gingen und am Ende wurde es dann doch noch veröffentlicht, aber es war eben zu seiner Zeit schon extreme Umstritten.
So, man damit zurück zur Formenco, der sich eben sehr für Morossovs unorthodoxe Geschichtein interessierte und 1972 anfing, unter Anwendung von der astronomischen Tabelle aus Morossovs Werk auf mutensmatematische Forschung aufzubauen und Abweichung bezüglich den Zeiten, in denen der Mond um die Erde kreist, erklären zu können.
Und da die vermeintlich falschen Berechnungen für den Mond auf den Daten früherer Mondfinstern sie beruhten, stellte Formenco deswegen die globale Chronologie Anfang der 70er kompletten Frage. Und Formenco stimmte Morossovs Schlussfolgerung zu, dass die Antikronologie durch den gelehrten Skaliger oder Josef Justus del Scala in den Jahren 1540 bis 1609 hat er gelebt, künstlich verlängert wurde und ergänzt die Theorie von Morossovs um seine eigene Theorie,
und nach der Geschichte vor dem Jahr 1600 im 18. Jahrhundert in eine falsche Standardzeitlinie eingeordnet. Was bedeutet es?
Formenco behauptet, die Datierung christlicher Zeitrechnung sei ab dem 16. Jahrhundert größtenteils falsch und die Geschichte der letzten 2000 Jahre müsse deswegen ungefähr um oder gut 1000 Jahre gekürzt werden, da die alten Chroniken, die wir kennen, unterschiedliche Versionen von den gleichen Ereignissen erzählen würden, die in Wirklichkeit alle zwischen 1000 und 1400 passiert seien.
Also Jesus hat im Jahr 1000 gelebt, nur um wir und tatsächlich aber auch nicht in der Lebante, sondern in Istanbul und dazu kommen wir gleich noch. Ich habe ein großes schönes Zitat von Anatoly Formenco und seinem Co-Autor Kleb Nossovsky hier rausgesucht und ins Deutsche übersetzt, Jonas, bitte.
Wir möchten betonen, dass das neue chronologische Konzept sich auf die Analyse historischer Quellen mit Hilfe moderner mathematischer Methoden der Statistik sowie umfangreicher Computerberechnungen stützt. Ereignisse auf der Zeitschala nach den vorhandenen Informationen zu ordnen, ist die Aufgabe der Chronologie. Diese Aufgabe passt natürlich in den Bereich der Anwendung der modernen mathematischen Statistik und Informationstheorie.
Allein die Methoden der Geisteswissenschaften sind nicht genug, um die zeitlichen Probleme zu lösen. Es wird ein anderes psychologisches Bild der Wahrnehmung des Altertums gefordert. Der Begriff Altertum sollte eigentlich mit den Jahren 15 bis 17 nach Christus verbunden werden. Uns trennen von diesen Ereignissen nur 3 bis 400 Jahre. Tiefes Altertum sind die Jahre 13 bis 14 nach Christus.
Über die Ereignisse vor dem 9. und 10. Jahrhundert unserer Zeitrechnung existieren keine schriftlichen Quellen. Unsere Analyse der Chronologie und der Geschichte hat den auffallenden Umstand aufgedeckt. Durch Anwendung mathematischer Methoden haben wir bewiesen, dass die skanligersche Chronologie nicht stimmt.
Also stimmen die Chronologien der Antike und des Mittelalters auch nicht. Außerdem stellte sich heraus, dass unsere Geschichte bis zum Ende des 16. Jahrhunderts bewusst in einer Zeit des 17. bis 18. Jahrhunderts verfälscht wurde. Ja, das schreiben die beiden auf ihrer Website. Sobald ich das richtig verstanden habe, habe ich als Zitat auch als einer aus einem der ersten Bücher zur Chronologie.
Wir sehen das Problem oder wie er da herangeht. Er sagt, die Methoden der Geisteswissenschaften sind nicht ausreichend. Deswegen brauchen wir mathematische Methoden. Uns gibt ganz tolle lange russische Dokus mit schlecht übersetzten deutschen und englischen AI auf YouTube, die euch anschauen könnt, wo er das selber auch im Detail alles erklärt. Zum Beispiel, einen der Methoden, die er macht, ist, er vergleicht Dynastien, wie lange in einer Dynastie jemand geherrscht hat.
Und gibt dann jeder, der die Jahreszahlen ein und macht eine statistische Erhebung und vergleicht die dann mit ganz vielen anderen Dynastien. Und sagt dann so Sachen wie das zum Beispiel die Bourbon, die Herrschaftsfamilie in Frankreich, das Herrschaftshaus, das ehemalige, dass das quasi mit einem Bibelischen der Herrschaftsfamilie von David über einstimmen würde und die quasi alle genau gleich lang gelebt hätten.
Und deswegen müssen das die gleichen Sachen sein, die dann nur beschrieben werden. Das heißt, die Bourbon haben quasi rückwirkend die Geschichte aus ihrer Geschichte in die Vergangenheit übertragen zum Beispiel. Und damit stellt er quasi scheinbar statistisch, sicherer, mathematisch belegbare Sachen auf.
Weil er andere Sachen macht, er geht durch mittelalterliche Chroniken durch und sagt, naja, wenn das Schlimmes passiert ist, dann müssen die haben die mehr darüber geschrieben in der Chronik, wenn es Katastrophenkriege usw. gab. Und wenn es keine Katastrophen gab, haben sie weniger dazu geschrieben.
Und dann nimmt er diese Chronik und sagt, zu jedem Jahr, das erwähnt wird, zähle ich, wie viele Zeichen verwendet wurden, um dieses Jahr zu beschreiben und dann vergleiche ich verschiedene Chroniken miteinander. Und wenn die in unterschiedlichen, keine Ahnung, ähnlichen Abständen mehr Text und weniger Text verwenden, um Dinge zu beschreiben, dann muss das ja quasi der gleiche Zeit, da muss es die gleichen Sachen beschreiben.
Dann beschreiben die quasi nur mehrmals die gleichen Geschehnisse und haben so eine Art Copy-Paste-Geschichte, wo 1000 Jahre dazu kopiert und gepastet wurden, um die ganzen Sachen auszubauschen. Aber tatsächlich gibt es keine Antike Geschichte, ist der Schluss, so wie man da kommt, sondern die Antike Geschichte hat ab dem Jahr 1000 erst stattgefunden.
Und davor gab es dieses große, äh, die russische Horde, die Mongolen gab es quasi auch nicht wirklich, das war quasi auch eigentlich die russische Horde und so. Und die haben quasi ganz viel Geschichte gehabt, die damit vernichtet werden soll oder die damit irgendwie verdrängt werden sollte. Also, der behaupte, dass die wichtigsten Ereignisse der Bibel deswegen auch im 11. und 12. Jahrunter stattgefunden hätten.
Und ein Schlüssel der Ereignisse in seiner Zeit leiste ist das Leben Christi, der laut ihm im Jahr 1053 nach Christi, 10053 und nicht im Jahre 6 vor geboren wurde. Fomenko stellt außerdem die These auf, aus dass das alte Testament nach dem neuen Testament geschrieben wurde, dass immer wieder dabei, dass dann quasi die Borbonen eigentlich sich jetzt ins alte Testament zurückversetzt haben und so. Und Jesus sei eben im 12. Jahrhundert im Konstantinope gekreuzigt worden. We got it all wrong, guys.
Das ist noch gar nicht so lange her. Ja, genau, das ist so dieses Gefühl, was hier eigentlich gibt. Das war alles vor kurzem, die machen das die letzten ist die bösen Historiker und Skaliger und all diese bösen Renaissance-Gelernten haben das erfunden und künstlich in die Vergangenheit zurückprojektiert.
Ja, und aus seiner scheinbaren empirisch-statistischen Methode, die die Methoden sind wirklich leerherlich, muss ich mal kurz hier einwerfen, kommen wir erst später noch zu viel, der Herrlich, aber es ist natürlich keine Art und Weise, um Schichtforschung zu betreiben, irgendwie einfach nur Buchstaben zu zählen. Man kann sicherlich, man kann super spannende Sachen mit Statistik in der Geschichte machen, aber eben nicht so.
Und man kann man auch aus seiner Idee heraus entspringen, dass auch die chinesische und arabische Geschichte, die komplette Geschichte Chinas und der arabischen Welt eigentlich nur eine Erfindung von Jesuiten im 17. und 18. Jahrhundert gewesen sein, weil die Jesuiten waren ja die ersten, die ja oft in die neuen Länder gesendet wurden,
von der katholischen Kirche auch teilweise undercover, um Leute zu konvertieren, die die Sprache gelernt haben, die sich gut mit den Kulturen auseinander gesetzt haben und die dann auch schiften über diese Kulturen, eingefertigt haben.
Das heißt, viele der ersten Quellen dann aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die wirklich sich inhaltlich auch mit der chinesischen Kultur zum Beispiel beschäftigen, kommen von Jesuiten, die Behauptung, dass sie das aber alles erfunden hätten, statt irgendwas, also dokumentieren das natürlich.
Nichts anderes als Kulturschofinismus und rassistischem Ende, weil man sagt, die Chinesen und Araber und der Rest der Welt ist nicht in der Lage, Kultur zu erschaffen, die Jesuiten sind die einzigen, die in der Lage sind, quasi schlau genug zu sein, um sich 4.000 Jahre chinesische Kultur zu erfinden, was natürlich ja also viel, viel errablassen, da kann man glaube ich mit Geschichte anderer Kultur nicht umgehen.
Außerdem behauptet er natürlich, dass die Détryanische Krieg und die Kreuzzüge ein und dasselbe historische Ereignisse waren. Klar, wer kennt es nicht. Also, lass dir das mal auf der Zunge zugehen. Da war auch mal Krieg in Anatolien. Stell dir das mal vor.
Die haben damals Krieg gemacht in Kleinausien und dann in den Kreuzzügen nochmal, muss es gleich, es kann nicht sein, dass die eben mehrmals an der gleichen Stelle in Krieg geführt haben oder dass das vielleicht ja keine Ahnung, ähnlich beschrieben wurde in seiner Version davon. Und behauptet dann, wie ich schon angedeutet habe, dass Chingis Khan und die Mongolen in Wirklichkeit eben auch Russen seien. Spannend wird es, wenn es um die Kolonialisierung Nordamerikas geht.
Er behauptet dazu, dass alles, was an indigenen Völkern westlich der 13 Kolonien existiert hat, eigentlich alles Teil von einem sibirisch-amerikanischen Reich waren. Und die quasi weltöstlichsten Ausläufer, die die sibirischen Reiches, bis in die Abalachen gereicht haben. Und die 13 Kolonien haben da quasi mit den kämpft, bevor dieses sibirisch-amerikanische Reich 1775 zerfiel. Ich finde das ja alles spannend.
Ich habe Spaß daran zu lesen, deswegen wollte ich auch die Folge dazu heute vorbereiten, weil ich dachte, die sind alles irgendwie so lustige Vorstellungen, die irgendwie auch inspirieren sein können vielleicht.
Oder es ist lustig, wenn man sich zu überlegen, was wäre, wenn alles anders wäre. Aber je mehr ich mich dann wirklich mit beschäftigt habe, desto wütender bot ich, weil ich die ganze Zeit den Eindruck hatte, dass es einfach eine Gleichmacherei war am Ende, was nicht quasi ins Russische umgemünzt wird von ihm als erfunden deklariert wird. Und ich habe dann ein bisschen in die weiteren, neueren Publikationen von ihm reingeschaut, weil er schreibt ja immer noch und publiziert ja immer noch Sachen.
Und es ist ganz spannend, wie er jetzt quasi auch andere Themen für sich entdeckt, zum Beispiel Shakespeare. Kein Thema ist vor ihm sicher. Wenn es zu einem Thema die leistesten Theorien gibt, dass da irgendwie die Autoschaft von Shakespeare mal separat mehr vorgeht rüber, aber nichts ist sicher vor ihm. Ich habe da hier ein Zitat aus der Beschreibung zu diesem Buch übersetzt. Die neue Chronologie wirft ein neues und unerwartetes Licht auf die herausragenden Werke von Shakespeare.
Es zeigt sich, dass so berühmte Stücke wie Hamlet, König Lier, Macbeth, Timon von Athen, Heinrich VIII, Titois Andronikus auf den realen Ereignissen des 12. bis 16. Jahrhunderts basieren, die im großen Reich stattfanden. Prinz Hamlet. Ein ganz guter Einwurf, das große Reich ist natürlich die russische Horde. Prinz Hamlet entpuppt sich als Spiegelbild von Antonikus Christus, also Andreas der Fromme. Und Johannes, dem Teufel. König Lier ist ein Spiegelbild von Txan Ivan, dem Schrecklichen.
König Macbeth, das ist der evangelische Zahl Herodes. Timon von Athen, das ist Judas Iscariot. König Heinrich VIII, das ist Ivan der Schreckliche. Königin Anna Bolayne, das ist Elena Voloshanka, gleich bedeuten mit Easter. Er macht über diese Dreierpackung auf, wo er sagt, Anna Bolayne ist Elena Voloshanka, ist die biblische Esther aus dem alten Testament.
Sobald sich irgendwelche Lebensgeschichten nur im entferntesten ähneln, oder sogar nicht mehr inhaltlich ähneln, sondern sich vielleicht die Erzählung über diese Person in der Zeilenform auf irgendeine Art und Weise statistisch dann übereinstimmen, gibt, zieht er diese Leute zusammen. Was sagst du dazu, Jonas? Weiß nicht, ich finde es gewagt. Und das ist noch sehr milde ausgedrückt.
Hier reden wir von Theaterstücken, von das dann jetzt auf die realen Personen hier zu beziehen und so willkürlich wir das auch macht. Also ich sehe dazu mir das keine Linie schwierig. Die Linie ist, dass Fomenko allein errechnet, wie alles wirklich war. Das ist die tiefe Linie, die sich da durchzieht. Und mit diesen Theorien hat Fomenko in Russland über eine Million Bücher verkauft. Er ist damit extrem erfolgreich.
Es sind zahlreiche Internetforen seitdem entstanden, die sein Werk durch zusätzliche Ärmateurforschung ergänzen wollen. Also das wir Auswüchse sind am Ende noch mehr dazu. Und seine Kritiker haben eben immer wieder behauptet, dass Fomenkos Version der Geschichte, vor allem das russische Lesepublikum, deshalb Anspreche, weil es ein imperiales Bewusstsein am Leben erhalte. Und die Enttäuschung über das Scheitern des Kommunismus und der postkommunistischen Oligarchenwirtschaft quasi ersetzen.
Wenn wir sagen, tatsächlich haben wir eine große, wir sind gar nicht 400 Jahre von den, also das Joch der Tat haben, wie es mal beschrieben wird quasi. Wir waren gar nicht 400 Jahre irgendwie von zentralasiatischen Steppennomaden besetzt und wurden von den beherrscht, sondern eigentlich waren wir gemeinsam die große Horde, die das größte Weltreich der Welt jemals beherrscht hat.
Und deswegen dürfen wir auch Sibirien beherrschen und dürfen eigentlich das alte mongolische Reich wieder auferstehen lassen. Die Theorie behauptet ja auch, dass das Ganze aus politischen Gründen absichtlich gefälscht wurde.
Also es ist nicht nur eine Neuschreibung der Geschichte, weil irgendwie wir uns alle geirrt haben bis jetzt und nicht schlau genug waren, sondern er sieht dahinter ja eine gezielte politische Verdeckung der echten Wahrheit, die er jetzt quasi aus den Fängen der Antirussen befreit. Der Westen war es, der sonst. Wer sonst? Wenn es China nicht war, dann muss es der Westen gewesen sein.
Und die Folgen von diesem Verschwörungsglauben oder der Verschwörungserzählung, die er da verbreitet, sind zweifach, also laut Fomenko. Dokumente, die der neuen Chronologie widersprechen, sollen laut ihm immer von Verschwörern, also dem Vatikan, dem heiligen Römischen Reich oder der deutschfreundlichen Romanoffzienerstieh bearbeitet und gefälscht worden sein.
Außerdem kraft die neue Chronologie ganz traditionelle russische, antivestliche Gedanken und Vorstellungen von Deutschland als großem Hauptfeind Russlands auf. Vielleicht beschäftigen wir uns irgendwann noch mit ein paar anderen russischen Verschwörungstheoretikern, die, es gibt einen, der sieht immer die englischen Freimauern hinter allem, was ich sehr lustig und unterhaltsam finde. Aber genau hier wird er Deutschland als traditioneller Hauptfeind stilisiert.
Und darüber hinaus ist natürlich die Theorie auch sehr russizentrisch, dass sie die Errungenschaften von allen anderen Kulturen schmälert und die wichtigsten zivilisatorischen Errungenschaften alle als russisch ausgibt, indem quasi das riesige Reich der russischen Horde vorgeschlagen wird. Und die historische Zeit quasi davor wird komplett eliminiert und weggelassen.
Die Theorie behauptet auch, dass der Nationalismus der Nachbarn in Russlands nicht existent oder erfunden sein, um vom Westen künstliche Spaltung und Konflikte zu erschaffen, weil tatsächlich sei man ja alle Teil dieses großen alten Reiches gewesen und es gäbe eigentlich eine Einheit.
Und das ist ganz spannend für unseren Podcast, wer sich öfter auch mit Antisemitismus beschäftigt ist, dass im Vergleich zu anderen populären Verschwörungstheorien die neue Chronologie jetzt nicht per sie antisemitisch ist. Aber sie enthält schon einige Behauptungen, die jetzt wahrscheinlich nicht gern von, die ich, also die, die jetzt durchaus problematisch sehen würde.
Das ist zum Beispiel, dass das alte Testament eben nach den Neuen geschrieben worden sei und damit das Judentum an sich so ein bisschen infrage gestellt wird, sag ich mal.
Und dass Jerusalem eigentlich in Konstantinopel liege, ist natürlich ein bisschen problematisch vielleicht, und dann, dass eben so Stereotypen über Juden auch in die neue, also antisemitische Stereotypen in die neue Chronologie reinprojiziert werden, in dem zum Beispiel von Formenko behauptet wird, dass die Juden von Bankiers in der russischen Horde abstimmen würden, die die Religion des Judentums übernommen haben,
oder die ihrerseits natürlich des Judentums als Derivat des Christentums und nicht alles herum. Also wenn es Neutes damit natürlich zuerst gab und das Judentum dann erst ab dem Jahr 12.13. Jahrhundert erfunden worden sei von den Bankiers der russischen Horde, oder haben wir in diesem Lab natürlich schon fragwürtt in Ordnung. Aber das ist auch ganz wichtig, die ganze Welt war ursprünglich christlich. Das ist ganz wichtig. Genau, ursprünglich christlich und russisch. Ja.
Wir sehen da halt eine doppelte Dosis-Corpium, um mit der historischen Gesichte umzugehen. Zur einen Zeit wird die Herrschaft der Zentral-Asiaten umgekehrt in eine eigentliche Herrschaft und der Fall der Sowjetunion wird irgendwie auch verarbeitet. Wie gesagt, in unser Weltreich zerfällt gerade in den 90ern oder jetzt seit den 90ern, aber eigentlich haben wir diese viel, viel größere Geschichte.
Das Ganze ist auch im Zusammenhang mit den Ukraine-Krieg spannend, weil sie natürlich auch den ukrainischen Nationalismus komplett, also habe ich es kein Problem damit, dass sie den Nationalismus zurück haben, aber sie stellen halt so komplett in Frage, dass die Ukrainer vielleicht das Recht auf Selbstbestimmung irgendwie haben.
Indem sie sagen, die ukrainische Identität ist eine komplette Erfindung des Westens, um quasi eine falsche Zwiespalt zwischen der russischen Horde zu stiften und die zu schwächen.
Im September 2020 schlug der bedeutende russische Politiker und das Akademiemitglied der russischen Akademie der Wissenschaften, da ist übrigens Vomenko auch immer noch Mitglied, Sergei Klasyev öffentlich die neuere Chronologie von Vomenko als Zitat zuverlässige Stütze für die Herausbildung einer modernen Ideologie, die die russische Gesellschaft konsolidiert, Zitat Ende vor. Jonas, bitte bitte den Ausschnitt aus dem Aufsatz von Klasyev Spiritualität ist ein Wirtschaftsfaktor vor.
Vomenko's neue Chronologie bietet eine gute logische Grundlage für die Wiederherstellung des historischen Gedächtnisses der russischen Welt. Sie entspricht sowohl dem wissenschaftlichen Ansatz zur Bildung einer konsolidierenden Ideologie als auch der Konstruktion des Bildes von der Zukunft Russlands in der integralen Weltwirtschaftsordnung.
Also lassen wir jetzt bei der Ideologie, weil wir ja ganz am Anfang waren, also man sieht ja ganz klar, dass das ideologische Projekt eben immer auch hinter Subseudo-Geschichte steht. Also vielleicht nicht immer, aber in diesem Fall, auf jeden Fall. Und Geschichtsbilder sind natürlich immer auch politisch. Je nachdem wie du dich historisch situierst, bist du ganz anders gewillt, politisch zu agieren oder zu denken.
Politische Ideologien haben deswegen ja auch diese Vorliebe, sich irgendwie historisch zu rechtfertigen und auf große Vergangenheiten zurückzuweisen oder zu sagen, wir haben historisch eben erkannt, wie die Zukunft zu gestalten ist. Und das ist eine sehr, sehr mächtige Waffe. Hört euch zu dem Thema gerne unsere Folge über Nationale Staaten an, wo wir darauf glaube ich auch eingehen. Ja, wir gehen mit. Müttenbildung. Sehr guter Verweis. Müttenbildung allgemein, die Erfindung des Dirndl.
Inhaltlich wurde Fomenko natürlich von vielen Seiten kritisiert. Seine Methodik generell und seine Arbeit mit historischen Quellen wurde vielseitig kritisiert. Er verwendet Sachen höchst selektiv und ignoriert durch die Bankweg alle Grundprinzipien von solider Geschichtswissenschaft. Wie ich immer, Jonas. Fomenko bietet keinen fairen Überblick über die historische Literatur zu einem Thema, mit dem er sich befasst. Moment.
Fomenko bietet keinen fairen Überblick über die historische Literatur zu einem Thema. Hört euch zu dem Thema, die vielen Kommas haben ich raus.
Fomenko bietet keinen fairen Überblick über die historische Literatur zu einem Thema, mit dem er sich befasst. Zitiert nur die Quellen, die seinen Zwecken dienen, verwendet Beweise auf eine Art und Weise, die professionell ausgebildeten Historikern seltsam vorkommt und behauptet die wildesten Spekulationen, als hätten sie den gleichen Status wie die Informationen, die in der konventionellen historischen Literatur üblich sind.
Es wird auch immer wieder festgestellt, dass eben seine Methode der statistischen Korrelation von Texten, die ich ja vorhin ein bisschen angestätten hat, extrem grob ist und die vielen möglichen Quellen für Längenunterschiede außerhalb der Bedeutung nicht berücksichtigt. Also er geht rein statistisch vor. Es ist ihm quasi teilweise ganz egal, was da inhaltlich geschrieben wird, solange die gleichen Zahlen beim Zählen der verwendeten Zeichen am Ende irgendwie auf dem Papier aufdrochen.
Und er hat es schön visualisieren kann für seine Bücher. Ja, und also ein Beispiel dafür ist, dass Formenko behauptet, dass die überwiegende Mehrheit der antiken Quellen entweder unwiederbringlich verzehrte Doppelberichte über dieselben Ereignisse oder spätere Fälschungen sind.
Also entweder sagt, wenn wir ein antikes Dokument haben, sagen wir, dass es eigentlich im Jahr 1300 passiert, ist eigentlich eine ganz andere historische Figur, die dann nur mit anderen Namen in einer Fantasie Zeit geschrieben wurde. Oder er sagt, es ist eine gezielte Fälschung von irgendwelchen Jesuiten oder so. Und damit hat er natürlich zwei super Argumente, um jede Quelle irgendwie, die nicht passt, ja, abzutun.
Bei seiner Identifizierung von Jesus als Papst-Krägort im siebten ignoriert er zum Beispiel die ansatznden sehr großen Unterschiede zwischen den beiden Lebensberichten, dass die zum Beispiel unterschiedlich alt wurden und konzentriert sich stattdessen auf die Ähnlichkeit der Benennung zwischen, also er nimmt sich nur selektiv die Ähnlichkeiten raus, zwischen der Taufe und dem Amt. Also, okay, ich muss das glaube ich besser erklären.
Der evangelische Jesus soll traditionell 33 Jahre gelebt haben und war zum Zeitpunkt seiner Begegnung mit Johannes dem Teufel ja erwachsen. Also, Jesus macht irgendwie im neuen Testamentjahr 30 Jahre, taucht er nicht auf und dann kommt der Trifter aus Galilee herunter und wird getauft von Johannes dem Teufel, hat seinen Erweckungserlebnis, macht dann drei Jahre, dauernd wird gekreuzigt.
Große Hoffnung übrigens für alle, die vor ihrem 30. Lebensjahr nicht viel erreicht haben, keine Sorge, Jesus hat auch nur irgendwie mit prostituierten Gezild und Wein getrunken, weil das macht das später in den drei Jahren, die wir dokumentiert haben, auch die ganze Zeit von daher gehe ich aus, dass es nicht durch die Erleuchtung nur kam, sondern wahrscheinlich schon, ja,
wer wusste, was ihm gut tut, macht euch deswegen keine Sorgen, wenn ihr spät im Leben noch drei gute Jahre irgendwann unterkriegt, hat für Jesus auch gereicht, um langfristigen Ruhm und einen bleibenden Einglösser auf die Geschichte zu haben.
Und Fomenko ist es quasi relativ egal, dass zum Beispiel Papstkrieg oder Siebthilb, von dem er sagt, dass auch die gleiche Figur wie Jesus ist in so einem Doppelbericht, dass der nach allen verfügbaren Primärquellen mindestens 60 Jahre alt wurde und acht Jahre nach dem Tod von Fomenkos Johannes dem Teufel equivalent Johannes Cress Cencius geboren wurde.
Also er wurde fast doppelt so alt und laut dem Johannes dem Teufel, den er identifiziert hat, der war schon acht Jahre lang tot vor der Papst geboren wurde. Das heißt, es passt wirklich eigentlich alles nicht. Wenn man sich die Bücher durchliest und das hinterfragt und dann kommt da ein Fakt nach dem anderen, so viel Mathematik und Statistiken und so, das wirkt alles scheißwissenschaftlich, wenn man sich die durchliest.
Aber wenn Leute die eine Ahnung haben, sich das detailliert anschauen und sagen, Moment, wie ihn vergleichtet er eigentlich und wann haben die eigentlich gelebt, dann merkt man auf einmal, dass es passt überhaupt nicht zusammen. Aber Fomenko stört es nicht, er erdichtet sich das in seiner Fantasy-Welt hier zusammen.
Und es spannend ist ja auch, dass er quasi der Geschichtswissenschaft vorwirft und den Jesuiten und wie immer Skaliger, dass die gesamte Geschichte ne Phantasie-Version oder ne Duplette oder so sei und dass da ganz viel Phantasie betrieben wurde, chinesische und arabische Geschichte, islamische Geschichte anschauen, aber stattdessen macht er das ganze ja.
Da haben wir so ganz typisches Mirroring, er wirft der Geschichtswissenschaft vor, was er eigentlich da tut und trotz all dieser sehr berechtigten Kritik an Fomenko, ist das Ganze extrem populär.
Wie gesagt, über ne Million verkaufte Bücher, wenn ihr auf YouTube danach sucht, werdet ihr extrem viele YouTube-Channel finden, die das alle lobreisen und hoch halten, dass so eine Stufe tiefer die neue Grundologie von Fomenko wie so Ancient Alien belief vom History Channel oder vielleicht das russische Equivalent dazu, ich weiß nicht. Und hat eben auch andere Verschwörungstheorien seitdem der Einfluss, zum Beispiel die rosthartarische Verschwörungstheorie, hast du da schon mal von gehört?
Oder der Mutslat oder so, das sind so Theorien, dass eigentlich die gesamte Großteil von Asien von einem Reich beherrscht wurde, was eben sehr ähnlich wie von Fomenkos russische Horde ist und Tartarien wird das in der Theorie genannt. Dabei wird immer wieder verwechselt, dass es eben, dass die Europäer, wenn es um Zentralasien gab, ging immer sehr, sehr umgenauwarnend auf ihren Karten einfach Tartarien geschrieben haben für Sibirien, wo sie sich nicht so sicher waren, wer da wohnt.
Der Begriff Tarta, habe ich glaube ich schon mal irgendwann erwähnt, bezieht sich ja auch auf den Tartarus. Also es gibt die Tartaren ohne das R in der Mitte und das sind Volkstamm, der aus Sibirien, oder auf jeden Fall heute, die sich so nennen, und die Tartaren, die mit dem zweiten Erd drin ist, dann die europäische Verballhornung dieses Namens in Bezug auf den Tartarus, also die griechische Hölle.
Ich finde, was die Menschen aus der Hölle so, also ein europäisches Schimpfwort, eigentlich ein Wortspiel mit dem Namen, was zu einem Schimpfwort wurde und was dann jetzt von dieser Verschwörungstheorie danach wieder aufgelebt wird, quasi zu sagen, das muss es wirklich gegeben haben, all diese europäischen Berichte darüber, warum ist es nicht mehr auf den Karten und die haben damals ganz fortgeschritten Technologie gehabt, scheinbar,
und irgendwie Laserwaffen und was weiß ich, und die sind dann alle in einer großen Mudflat quasi untergekommen, untergegangen, quasi dass die gesamte Zivilisation von einer gleichmäßigen Dreckwelle überschwemmt wurde und deswegen verschwunden sei.
Das sind Theorien, die, glaube ich, wenn man bei Google Trends sucht, erst ab 2018 oder so, das sind Sachen, die gibt es jetzt vier, fünf Jahre, oder 2018 muss man mal nachschauen, aber auf jeden Fall sind es sehr, sehr neue Ideen, die aus diesen Ideen von der neuen Kronologie heraus entstehen und es gibt verschiedene Foren, wo Leute sehr aktiv da am suchen,
am suchen sind TikTok-Accounts mit Millionen von Followern, die sich mit großter Tavien und der neuen Kronologie befassen und deswegen dachte ich, reden wir heute mal ein bisschen über Vomenko und die neue Kronologie. Jonas, warum erfinden Leute neue Geschichten? Warum haben wir so einen Bedürfnis, dass vielleicht alles falsch ist und vielleicht alles ganz anders war?
Das ist ja auf jeden Fall sehr ideologiegetrieben auch, also das sind ja bestimmt andere Interessen dahinter, als sie, die es vorgeschoben werden. Hier die Zeitleiste zu korrigieren ist ja ein vorgeschobenes Argument, das ist ja nicht das Ziel davon. Ich glaube, dass er das schon auch irgendwie dran glaubt, weil er seit den Siebskönnen quasi da in seinem Zimmerchen sitzt und wahnsinnige Berechnungen anstellt und so.
Ich glaube schon, dass vielleicht er dachte, er ist etwas ganz Heism auf der Spur und dann hat er Erfolg damit und dann wurde das ein bisschen zu seinem Selbstläufer, diese ganze Sache. Aber bei ansonsten schreibt man fast nicht 20 Bücher, wenn man da für ein bisschen überzeugt ist, auch glaube ich. Also ich glaube, er glaubt sein Bullshit, glaubt schon selber auch. Aber es ist natürlich Wahnsinn, dass das Ganze so viel Resonanz findet.
Das ist auch schon eine Theorie, die den 90ern einfach hätte untergehen können, wenn Kasparov das nicht in seiner Zeitstrich-Proplizie hätte und ja ehemalige Schachweltmeister, die sehr ungute Entwicklungen nach ihrer Schachkarriere hingelegt haben. Da kann man auch eine Folge zu machen, nochmal in Mogadso oder so. Ich dachte eigentlich, dass der Mann relativ kritisch Russland gegenüber ist, also Kasparov.
Ja, er ist ja auch in den 90ern in dieser Welle quasi der Oppositionellen und so mitgeschwungen. Sein Zeitschrift ist auch in diesem Bereich einzuordnen. Aber auch Anastasia-Bewegungen und so, das nennt sich alles Sachen, die in dieser großen Esoterik-Welle dann nach extrem vielen Jahren der Zensur hochgeschwappt sind.
Also du hattest in der Sowjetunion ein sehr krasses Zensursystem und dann als zusammengebrochen ist, kam auf einmal alles hoch. Aber halt auch viel Esoterik, viel so, wie Autodoxy-Kirche, hat natürlich ein extremes Erstarken dahingelegt. So viele Leute, die sich nach Werten und Orientierung in einer Welt ohne Orientierung gesucht haben. Das gesamte System, in dem du sozialisiert wurdest, bricht zusammen, die 90er Jahre in Russland waren extrem schreckliche Zeit für die.
Alle reden mal mit Leuten, die in den 90ern aus Russland ausgewandert sind über diese Zeit. Das ist ein extremes Trauma. Und alle wollen dann nicht hin zurück. Das war die schlimmste Zeit, weil es wirklich alles, dann Schwarzmarkt und Mafia und Oligarchen aufstieg.
Nichts hat mehr funktioniert, was vorher noch funktioniert hat. Nicht nur die imperialen Sachen, die da verloren gegangen sind, quasi der Glaube, dass man die große Welt macht, mit der Sowjetunion, sondern auch die, die auf einer kleineren, alltäglichen Ebene alle möglichen Strukturen zusammengebrochen sind. Alles, was man sich verlassen konnte, war auf einmal weg.
Und dann sucht man natürlich Sicherheit in Sachen, die davor vielleicht schon mal Sicherheit gegeben haben oder in anderen Alternativen. Und dann ist es die Autodoxe Kirche. Und dann sind es eben aber auch für die, die für die Autodoxe Kirche nichts Richtige ist, dann eben oft New Age Sachen. Anastasia-Bewegung, wie gesagt, wenn wir mal was anderes darüber reden, aber das sind ja auch so eine Bewegung, die aus Romanen, aus den 90ern entstanden ist.
Genau wie hier die neue Chronologie, das ist ja sich schon seit dem 70ern ein Projekt, aber seine 90ern ins Englische übersetzt wurde, die eine viel breitere Öffentlichkeit erreicht hat und eben dann durch die Popularisierung von Kasparov überlebt hat, so ein breiteren Publikum bis heute zugänglich ist. Und es ist aber halt gefährlich, wenn wir unser Geschichtsbild komplett, die so eine Verschwörungstheorie unterwerfen.
Wir haben ja andere darüber geredet, dass die Nazis ja große Verschwörungsthläue gesehen, um eigentlich richtiger Nazi zu sein,
da muss man ja schon an diesen Endkampf der Völker glauben, der da irgendwie herrscht. Und das ist ja, das ist ja eine Verschwörungstheorie, das ist eine Verschwörungsthlauben, der dann dazu befähigt, ganz schreckliche Dinge zu tun und zu rechtfertigen, weil man eben glaubt, besser zu wissen, wie die anderen, wo man sich historisch befindet und was historisch notwendig sei.
Deswegen ist es wichtig, dass wir uns unser eigenes Geschichtsbild auch kritisch hinterfragen und nicht in die Formenkof-Fall enthaben, dass wir unser ganzes Leben irgendwelchen gefährlichen und zunehmend radikalen Ideen nachhängen. Also da kritisch zu hinterfragen, was man selber glaubt, ist auf jeden Fall auch sehr wichtig.
Und es ist auch dann sehr wichtig, dass trotzdem so gesagt und wie ganz am Anfang, wie der Statue, dass es neu datiert wird und neu eingeordnet wird, das wäre ja dann, also auch auf die Gefahr hin, dass man damit eben mit der ständigen Neukorrektur und Readjustierung von Wissenschaft Leuten wie Fomenko irgendwie ein bisschen Vorschub auch gibt.
Im Endeffekt ist genau das, was das glaubt, würde ich machen, ständige Veränderungen und das Anpassen, und dass es eben nicht ideologisch ist, sondern wir bereit sein sollten, neue Sachen zu akzeptieren, dass wir gute Beweise dafür finden und mit neuen Methoden Fehler korrigieren können.
Das lässt sich auch auf Dinge außerhalb von Geschichte anwenden, aber auch Klimawandeltechnisch sind wir wahrscheinlich in der Situation, in der wir sind, weil wir uns gewisse Geschichtbilder erlaubt haben die letzten 200 Jahre, mindestens. Und der Fortschrittsglaube, den unsere Antimodernisten und Genors und alle anderen emigratisieren, hat da sicherlich seinen Teil dazu beigetragen, dass man immer gesagt hat, naja, das ist halt notwendig für den Fortschritt.
Und wie, ja, also deswegen finde ich es auch sehr spannend, uns mit all diesen Leuten zu beschäftigen, weil ja, ein bisschen Ruht kommt dieses Bedürfnis davon, die gesamte Menschheitsgeschichte neu zu erfinden,
ja auch ein bisschen daher, dass alles nicht so optimal ist. Also wenn alles geil wäre und wenn die geile Geschichte herrlich ist, auf die wir zurückblicken können, und so richtig stolz sein können, auch die letzten, weil ja, ich habe richtig zusammengearbeitet, kooperiert, dann einfach kollektiv, schön uns allen das Leben besser gemacht.
Wenn wir so auf die Geschichte blicken könnten, dann hätten wir es glaube ich nicht nötig, andere Geschichten zu erfinden oder eine Alternative, aber wir haben einfach mehr zurückschauen als Menschen, bauen wir Scheiße über Scheiße über Scheiße.
Also von daher verstehe ich ja dieses Bedürfnis zu sagen, es wäre doch geil, wenn wir alle von diesem großen Tartarien abstammen und die hatten damals schon, hatten wir ein perfektes Zusammenleben und die hatten damals, hatten die alle gesellschaftlichen Probleme gelöst in der russischen Horde und das wollen die uns eigentlich quasi, die wollen nur nicht, dass wir das wissen, aber es gibt quasi diese, diese Idealgesellschaft, zu der wir zurückkehren können, aber die gibt es ja nicht,
es gibt ja keine Idealgesellschaft, zu der wir zurückkehren können, wir müssen uns was besseres überlegen, in die Geschichte gucken, können wir uns von Sachen inspirieren lassen, aber wenn man genauer hinguckt, wir haben die meisten Sachen in ziemlich großen Haken und deswegen sollten wir bessere Sachen entwickeln und wenn Utopien dabei helfen können von irgendwelchen vergangenen Großreichen, das wird besser zusammenleben, da bin ich ja dafür,
aber die Scheiße wird ja nur für Nationalismus und Nippel-Realismus benutzt, wie wir hier sehen und zum Abwerten von kompletten anderen Geschichten, ich meine, schon ganz schön frech mit, die Sache mit den Jesuiten,
es ist wirklich einfach frech. Tja, so wie dazu, so viel zu Fomenko, da reden wir irgendwann mal noch über, separat, über die Phantomzeit von dem Deutschen, eine Theorie, die Fomenko auch bei sich inkorporiert, das hat es heute nicht gereicht, aber das ist ganz lustig, da hat sich mal ein Deutscher Physiker oder Mathematiker verrechnet und hat dann eine gesamte Bücherei darauf aufgebaut, dass es sich verrechnet hat, bzw. dass er einfach nicht genug recherchiert hat,
aber das ist für eine andere Folge. Vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank für alle, die uns unterstützen.
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Noch Danke für die Buchempfehlung, ich weiß nicht mehr von wem es war auf YouTube, ich weiß nicht mehr genau unter welchem Video der Dispossess von der guten Ursula Legin, wahrscheinlich komplett falsch ausgesprochen, aber das Buch habe ich mir gefühlt, weil da habe ich Bock drauf, ich habe schon ein anderes von ihr gelesen und der Kommentar hat mich ermutigt und dachte ich, ja toll, ich habe es Bock drauf, vielen Dank dafür.
Ja, kommentiert mehr Bücherempfehlung für Jonas, das finde ich eine sehr gute Entwicklung. Wenn YouTube-Kommentar Jonas dazu motivieren, hier quasi thematisch passend Sachen zu kaufen, unterstütze ich. Ja, ansonsten soll ich noch einen kleinen Ausblick thematisch geben, also mal schauen, über was wir noch demnächst reden, ich habe Lust über Terroranschläge zu reden, genau, ich lese gerade ein Buch dazu, mal schauen, wann ich das fertig habe und wir da mal darüber reden können, genau.
Aber bis dann, macht's gut, wir hören uns.
